Jeder Schritt den du tust...

8. Vater und Sohn

„Nein! Ich werde nicht in einer Woche mit dir in den Eryn Lasgalen zurückkehren, Vater!" Legolas Augen blitzten. „Oh doch, mein Sohn, das wirst du.", erwiderte dieser bedrohlich ruhig. Erschrocken sprang Shaila zurück hinter den Vorhang. Nach einem ausgiebigen Frühstück mit Aragorn, Gimli, den Hobbits, Gandalf, Legolas und den anderen Elben(Gloin und die restlichen Zwerge waren vorzeitig abgereist), war sie zunächst neu eingekleidet worden. Jetzt trug sie ein neues, grünes Kleid, das am Rücken aufwendig geschnürt war, und war auf dem Weg zu Aragorn. Nur hatte sie sich leider unterwegs verlaufen und war jetzt in genau dem Flügel gelandet, wo die Elben einquartiert worden waren. Somit wurde sie unfreiwillig Zeuge, von dem Wortgefecht, dass sich Legolas und Thranduil leisteten. Aus Angst, entdeckt zu werden, drückte sie sich weiter in die Kleine Nische und spähte zu den Beiden, die nur knapp drei Meter von ihr entfernt waren, sie aber noch nicht bemerkt hatten. Einem Elben sollte das schon zu denken geben.

„Du hast kein Recht über MEIN Leben zu bestimmen.", sagte Legolas, nun wirklich wütend. „So? Ich bin dein Vater und solange du der Thronerbe bist, wirst du meinen Bitten Folge leisten! Und komme in deiner Naivität nicht auf die Idee, das Erbe von dir zu weisen. Es ist deine Pflicht." Thranduils Gesichtsausdruck hatte sich während des ganzen Gespräches nicht verändert, selbst seine Augen waren kalt und reserviert geblieben. Ganz im Gegensatz zu Legolas, der schon längst seine Beherrschung verloren hatte und ihn wutentbrannt anstarrte. „Du sagst es selbst, DU bist der König, nicht ich. Der Düsterwald braucht mich nicht, solange du dich nicht entschlossen hast gen Westen zu segeln!" Er schüttelte den Kopf. „Und das würdest du nicht tun!!" Irrte sie sich, oder konnte Shaila für einen Augenblick einen Anflug von Trauer in Thranduils Blick erkennen? Als sie noch einmal zu ihm sah, hatten sie wieder denselben distanzierten Ausdruck wie zuvor.

„Was verleitet dich du dieser Annahme? Für uns alle kommt die Zeit, auch wenn sie für mich noch weit entfernt ist, wie du erkannt hast." „Mutter ging bereits, und-" „SEI STILL!" Erschrocken zuckte Shaila hinter ihrem Vorhang zusammen. Sie konnte sich nicht helfen, aber irgendetwas hinderte sie daran zu denken, dass Thranduil seinen Sohn hasste, seiner harschen Worte zum Trotz. Was Legolas selbst anging, war sie sich nicht so sicher.

„Um Elmaré geht es nicht!" „Du hast Mutter nie geliebt! Deshalb hast du sie zu den grauen Anfurten reisen lassen!! Es war dir egal, was mit ihr geschieht!!!" Ein lautes Klatschen hallte durch den Raum, und Legolas hielt sich fassungslos die Wange. Sie hatten schon oft gestritten, doch noch nie hatte sein Vater auch nur versucht, Hand an ihn zu legen. „Wage es nie wieder, meine Liebe zu deiner Mutter in Frage zu stellen!" Thranduil drehte sich um und ging schnellen Schrittes aus dem Raum. ‚Autsch…'

Als hätte Legolas ihre Gedanken gehört, wandte er sich auf einmal in ihre Richtung und sagte scharf, die Hand immer noch an seiner Wange: „Wer ist da?!" Zitternd trat Shaila dahinter hervor und stammelte eine Entschuldigung. „Ich hatte mich verlaufen, und da bin ich aus Versehen hierher geraten…" „Schon gut.", schnitt er ihr müde das Wort ab. „Es war nichts von Bedeutung." „Aber… es sah nicht so aus, als wäre es „Nichts" gewesen." Vorsichtig trat sie einige Schritte auf ihn zu. „Geht. Es-" „Ja, es war nichts, ich weiß. Eure Wange sieht aber ganz anders aus." Bevor er sie aufhalten konnte, war sie zu ihm getreten, und strich ihm vorsichtig über die gerötete Haut. Er hatte fast eine magische Anziehungskraft auf sie. Verwundert sah Legolas auf sie herunter. Obwohl Shaila für ein Mädchen recht groß war, überragte er sie um fast 20cm.

‚Moment mal… was tue ich da?' Wie vom Blitz getroffen ließ sie von ihm ab. „Ich… äh… ich wollte nur sagen, dass ihr es euch nicht so sehr zu Herzen nehmen solltet, was euer Vater sagte. Er liebt euch bestimmt." „Daran zweifle ich.", sagte er leise. „Vielleicht kann er es nur nicht zeigen." „Glaubt ihr das wirklich?" Er gab sich keine Mühe, den spöttischen Unterton in seiner Stimme zu verbergen. „Also… ich weiß es nicht.", gab sie zu. „Er hat mir nie einen Anlass dazu gegeben, an meine Wertschätzung seinerseits zu glauben." „Äh…ahja. Ich geh dann mal…" So schnell wie möglich machte sie, dass sie aus dem Raum herauskam. Warum hatte sie ihn auch anfassen müssen! Seine Haut war sehr weich gewesen… und dann erst diese Augen… ‚Nein, Shaila, denk nicht mal dran, er ist nicht real, sondern nur eine Romanfigur! Außerdem glaubst du doch nicht im ernst, dass er dich mit dieser Figur attraktiv findet! Ich sag nur eins, Schokolade und Cellulite.' …

Warum konnte die kleine Stimme in ihrem Kopf nicht einfach Ruhe geben?!

Seufzend folgte sie dem Flur zu Aragorns Räumen. ‚Ich will keine von diesen Mädchen sein, die sich mit Legolas Verlobter um ihn streiten müssen… ich will nach Hause!'

Die Unterhaltung mit Aragorn verlief besser als sie gedacht hätte. Sie würde hier in Minas Tirith bleiben können, bis ein Weg für die Rückkehr in ihre Welt gefunden worden war, und Elrond zeigte sich nicht abgeneigt, sie vielleicht mit nach Bruchtal zu nehmen. Sie bereits hatten mehrere Boten dorthin entsandt, um die besten Schwertschmiede herzubeordern um herauszufinden, welch mächtige Magie das Schwert beherbergte. Shaila war nicht wohl dabei, es aus der Hand zu geben, wusste aber, dass dies vielleicht der einzige Weg für sie war, nach Hause zurückzukehren. „Wir vermuten, dass es eines der als verschollen gegoltenen Schwerter Eromirs ist.", erklärte Elrond ihr. „Es könnte sein, dass es gefährlich ist. Könnt ihr mir sagen, woher ihr es habt?" „Naja… eine Verkäuferin gab es mir und sagte, es würde mir ein Licht sein, das mich leiten würde, oder irgend etwas in der Art. Und sie nannte es Amaruin." „Amaruin?" Elrond sog zischend die Luft ein, und sah für einen Moment wirklich geschockt aus. „Das kann nicht sein, Amaruin ist eine Legende!", warf Gandalf ein. „Das hier ist niemals das Schwert Illuvatars!" „So hat die Frau es auch genannt.", meinte Shaila. Nachdenklich strich Elrond über die schimmernde Klinge. „Ist dir die Geschichte bekannt?" „Nein…?"

„Vor tausenden von Jahren, so heißt es, erschuf Illuvatar ein Schwert, das über Gut und Böse wachen sollte, und gab es den Elben. Es besaß eine unglaubliche Macht. Die Menschen erfuhren davon. Sie waren gierig, und überfielen den Elben, der es in Gewahrsam hatte. Mehrere Jahre vergingen, in denen es zu den Zwecken der Menschen missbraucht wurde. Irgendwann, konnte Illuvatar nicht mehr mit ansehen, was die Menschen taten, und legte ein magisches Sigel auf das Schwert, sodass es seine Kraft nur bedingt freisetzen konnte, und gab es wieder in die Obhut der Elben, die es viele Jahrhunderte lang beschützten." Er hielt inne.

„Aber die Menschen versuchten immer wieder, seine sagenhafte Macht zu erlangen. Deshalb beschloss Illuvatar die Kraft des Schwertes zu bannen, auf das sie erst wieder freigesetzt werden könne, wenn jemand es berühre, der es nicht zu seinem Vorteil nutzen will. Dazu setzte er drei Bedingungen fest, die erfüllt sein mussten, damit das Schwert aktiviert werden konnte.

Die erste, dass sein Träger reinen Herzens war.

Die zweite, dass er es von einer der Hüterinnen übergeben bekam.

Und die dritte, dass er die Gnade der Valar erhalten hatte."

„Hüter? Was meint ihr mit Hüter?" Neugierig sah Shaila den Zauberer an. „Wir wissen nur, dass das Schwert von Generation zu Generation weitergegeben werden sollte. Die Aufgabe, das Schwert und sein Geheimnis zu wahren, konnten nur weibliche Nachkommen übernehmen. Sie wurden die Hüterrinnen genannt." „Achso… dann war diese Frau also eine Hüterin. Und die anderen zwei Punkte? Was meint ihr mit dem Segen der Valar? Und was soll das bedeuten, reinen Herzens?" „Beruhigt euch." Schmunzelnd sah Elrond sie an. „Ich habe nur den Wortlaut einer alten Schrift wiedergegeben. Sie und eine Kopie von ihr befinden sich in Bruchtals Archiven. Erestor wurde angewiesen, sie herzubringen. „Äh… okay… Eine Frage… diese Bedingungen benötigt es doch nur, um es zu aktivieren, danach kann es von jeder X- Beliebigen Person getragen werden, oder?" „Im Grunde genommen ja.", antwortete Gandalf. „Aber lasst uns das Gespräch auf morgen verschieben." „Okay."

Anschließend begaben sie sich zum Mittagessen. Legolas ignorierte seinen Vater vollständig, und auch andersherum war es nicht anders. Seine Wange war noch immer leicht gerötet. Besorgt sah Shaila zu den beiden. Im Moment unterhielt sich Gimli gerade mit ihm, doch sie konnte spüren, dass die Ereignisse des Vormittags noch auf Legolas lasteten. Schon immer hatte sie die Fähigkeit gehabt, die Emotionen von anderen Menschen wahrzunehmen, auch wenn sie noch so gut verborgen wurden. Bei den Elben wurde es zwar wesentlich schwieriger, weil diese sich sehr viel mehr unter Kontrolle hatten als Menschen, dennoch blieb es für sie nicht unbemerkt. ‚Die Einzige Person, aus der ich wirklich nicht schlau werde, ist Thranduil.', dachte sie resigniert, und schob einen weiteren Bissen Kartoffel in ihren Mund. ‚Seine Maske ist perfekt. Es muss doch eine Möglichkeit geben, selbst ihn aus der Reserve zu locken. Ein Schwachpunkt ist anscheinend Elmaré. Aber… Hey, was erwarte ich eigentlich? Dass der König der Elben mir sein Herz ausschüttet oder was?'

Nach dem Essen ließ sie sich Zeit und unterhielt sich noch ein wenig mit Gimli. Nach anfänglichen Differenzen hatten sie Freundschaft geschlossen. Das hatte zur Folge, dass sie erst als eine der Letzten den Saal verließ. Gerade, als sie sich auf den Weg nach draußen machen wollte, ließen Stimmen aus dem Inneren des Saales sie inne halten. Ein zweites Mal an diesem Tag wich sie hinter eine Säule aus, um nicht von Legolas oder Thranduil bemerkt zu werden, die gerade herausstürmten.

„…-ten!" „Legolas, ich nehme an, du weißt davon, dass die Orks trotz Saurons Sturz immer mehr werden, und den Eryn Lasgalen bedrohen? Wo bleibt dein Pflichtbewusstsein?" Hektisch sah Shaila sich um. Spätestens wenn sie an ihr vorbeikamen und nur zufällig zur Seite schauten, würden sie sie sehen. Es gab nichts anderes, hinter dem sie sich hätte verstecken konnte, also hoffte sie nur noch, das der offensichtlich nochmalige Streit zwischen Vater und Sohn nicht wieder eskalierte. Ihr grünes Kleid war ja auch nicht gerade unauffällig.

„Hör auf, mir ein schlechtes Gewissen einreden zu wollen.", gab Legolas gereizt zurück. „Es freut mich zu hören, wie sehr du dich für dein Land interessierst." Der Sarkasmus in Thranduils Stimme war kaum zu überhören. „Mein Leben Lang hältst du mir deswegen schon Vorhaltungen! Glaubst du nicht, ich weiß mittlerweile, dass du mich und mein Leben, so wie es ist, nicht akzeptierst? Dass ich mit einem Zwerg befreundet bin?!" Seine Stimme wurde lauter. „Du solltest deine Prioritäten überdenken.", sagte sein Vater nur. „Damit ich so verbittert werde wie du?!" „Nein, Legolas! Lerne endlich einmal Verantwortungsbewusstsein! Du benimmst dich nicht deinem Stand gemäß. Es würde mich nicht wundern, wenn du irgendwann einmal gar mit einer Menschenfrau anbändelst." „Ich bitte dich! Und selbst wenn es eines Tages so sein würde, du könntest es mir nicht verbieten." „Es gibt Mittel und Wege.", sagte Thranduil nur.

„Kannst du mich nicht einfach mein Leben leben lassen, ohne dass du mir hineinredest?! Selbst meine Entscheidung, dem Ringträger zu folgen, hast du in Frage gestellt. Hältst du mich wirklich für einen so schlechten Sohn?!"

„Es war leichtsinnig. Du hättest sterben können." „Das wäre dir doch nur Recht gewesen! Oder nein." Er lachte freudlos auf. „Dann wäre schließlich niemand mehr da, der dir auf den Thron folgen könnte, und du wärst zu der Schmach verdammt, deine Trauer über meinen Tod zu heucheln." „Schweig. Aber du hast Recht. Für mich als deinen Vater bist du wirklich eine herbe Enttäuschung." Er bog in einen Seitengang ab und ließ ihn einfach stehen. Bebend versuchte Legolas, den Drang gegen die nächste Wand zu schlagen, zu unterdrücken. Shaila, die nur wenige Meter entfernt stand, starrte ihn an, und trat hinter der Säule hervor. So aufgebracht hatte sie ihn noch nie gesehen. „Legolas?" Ruckartig hob er den Kopf. Als er sie erblickte, lächelte er leicht. „Es ist wohl zur Gewohnheit geworden, dir nach einem Streit mit meinem Vater über den Weg zu laufen." „Öhm… ja… also…" „Hättet ihr Lust zu einem Ausritt?", fragte er unvermittelt.

„Wa- …?" „Ein Ausritt. Man sitzt auf Pferden und…" „Ich weiß was ein Ausritt ist!" Ihr Gesicht hatte die Farbe einer roten Tomate angenommen. ‚Er muss mich ja für völlig bescheuert halten!'

„Ja, Lust schon, aber ich fürchte, ich habe kein Pferd." „Aragorn wird euch gewiss eines leihen." Auffordernd hielt er ihr ihre Hand hin und Shaila ergriff sie zögernd. Sie konnte noch immer nicht fassen, was sich hier gerade abspielte. Legolas hatte sie auf einen Ausritt eingeladen. Der Prinz des Düsterwaldes. Das musste sie jetzt erst einmal verdauen.

Während sie zum Stadtrand gingen, schwiegen sie. Er hatte nachdem sie ins Freie getreten waren ihre Hand losgelassen, was sie schon fast schade fand. Vor der provisorisch aufgebauten Sattelkammer trafen sie auf Eomer, der gerade sein Pferd sattelte. Lachend begrüßte er sie und den Elben. „Wohin des Weges?" „Wir dachten, ein klein wenig Bewegung könnte den Pferden nicht schaden.", erwiderte Legolas freundlich. „So? Hättet ihr etwas dagegen, wenn ich euch begleitete?" „Nein, selbstverständlich nicht." Shaila verspürte einen kleinen Stich der Enttäuschung. Sie hatte sich darauf gefreut, ein Mal mit Legolas alleine zu sein… ‚Halt, Stopp! Das denke ich nicht wirklich, oder?' Er rief gerade Arod herbei, der auf der Wiese weidete und freudig den Kopf hob, als er die Stimme seines Herren vernahm. „Shaila? Wärt ihr damit einverstanden, wenn ich euch Hazel rufe? Sie ist zwar etwas temperamentvoll und eigenwillig, aber im Moment " „Geht klar."

„Was?" „In Ordnung." Einige Minuten später trabte auch schon eine hübsche braune Stute auf die Beiden zu. „Ich nehme an, ihr benötigt Zaumzeug und einen Sattel?" „Das wäre vielleicht nicht das Schlechteste…" Der Gedanke, ohne Sattel und Zügel reiten zu müssen, beunruhigte sie doch, da sie das Pferd noch nicht einmal kannte. So beiläufig wie irgend möglich fragte Eomer: „Könnt ihr überhaupt reiten?" Den Kopf schief gelegt schielte Shaila zu ihm herüber. „Was denkt ihr? Natürlich!" „Oh, verzeiht die Anmaßung." Sichtlich peinlich berührt fuhr er fort, seinen Schimmel zu zäumen. „Wie kommt ihr auf die Idee, dass ich nicht reiten könnte?", fragte sie neugierig nach. „Ihr seht nicht danach aus." Verblüfft über diese Antwort schaute sie an sich hinunter. Nachdem Legolas sie gefragt hatte, ob sie mit ihm ausreiten wollte, hatten sie noch einen Abstecher zu ihrem Zimmer gemacht, damit Shaila ihre alten Sachen anziehen konnte, die gewaschen und teilweise auch geflickt worden waren. Im Kleid zu reiten, stellte sie sich nicht besonders angenehm vor.

Schließlich waren sie fertig und auch Shaila saß im Sattel. Ihr Pferd hatte sie sofort ins Herz geschlossen, trotz Hazels Sturheit. Irgendwie war sie doch genauso.

In gemäßigtem Galopp ritten sie über die Wiese. Shaila staunte nicht schlecht darüber, wie leicht Legolas sich so ohne Sattel auf seinem Pferd hielt. Es sah so aus, als würde er nie etwas anderes machen. Am Waldrand parierten sie ihre Pferde durch und ritten im Schritttempo nebeneinander her. Legolas und Eomer unterhielten sich über die rohansche Pferdezucht und gaben Shaila damit die Gelegenheit, ihre Gedanken schweifen zu lassen. ‚Jetzt bin ich also hier… Es kommt mir alles so natürlich vor, als wäre es völlig normal, sich auf einmal in Mittelerde zu befinden… Und doch erschreckt es mich immer wieder.' Genießerisch sog sie den Duft nach Moos, Kräutern und nassen Blättern ein. ‚Wenigstens muss man hier nicht damit rechnen, hinter dem nächsten Baumstamm ein kaputtes Fahrrad liegen zu sehen.

Nach einigen Minuten gabelte sich der Waldweg und Legolas ließ Arod mit einer kaum sichtbaren Geste anhalten. „Ich schlage vor, den linken zu wählen und am Waldrand entlang zu reiten." „Was befindet sich denn am anderen?", erkundigte Shaila sich. „Er führt zum Sternensee.", gab Legolas bereitwillig Auskunft und wandte ihr sein schönes Gesicht zu. Sie musste sich zusammenreißen, um nicht einen tieeefen Seufzer von sich zu geben. „Er ist eigentlich sich, es besteht aber die Gefahr, dass wir auf Orks treffen." „So nah an Minas Tirith?" „Ja. Früher haben sie sich nicht an die Städte herangewagt, doch jetzt…" Er ließ den Satz unbeendet. „Können wir nicht trotzdem einmal daran vorbeireiten? Unsere Pferde sind im Ernstfall viel schneller als die Orks." Jedenfalls wenn sie den Filmen glauben schenken konnte. ‚Shaila, du benimmst dich wie ein Kleinkind, das ein neues Sandförmchen haben will! Kannst du nicht einfach mal die Klappe halten und ihm Recht geben?!', schalt sie sich innerlich. Nachdenklich sah Legolas zu Eomer. „Was meint ihr?" „Wagen wir es." Und so schlugen sie den rechten Weg ein.

Hätte Shaila gewusst, welche fatalen Folgen es haben würde, den rechten zu wählen, wäre sie auf der Stelle umgekehrt.


Ich hoffe mal, der Cliffi ist nicht so schlimm. Ist auch nur ein kleiner :-) Ich freue mich aber, euch mitteilen zu dürfen, dass es jetzt richtig los geht -evilgins-. Shaila wird schon bald merken, dass nicht alle Seiten von Mittelerde so schön sind. Thranduil war irgendwie fies in diesem Kapitel... Ob er sich ändern wird? Das nächste Chappi heißt "Verräterin?!".

Ihr dürft alle mal raten, was passiert -g- Nochmal vielen Dank für die Rewievs!! Ich bemühe mich, regelmäßig alle fünf Tage zu posten... -schwitz- Ob ich bald die 20.000Words Grenze passiere? Mh... Weiteres nächstes Mal.

Eure Eryna

PS: Nicht zu fassen... bin ich die einzige, die keinen Disclaimer unter ihre Story pappt? Hey, wir sind hier auf das sagt doch schon alles. Ich glaube sowieso, dass die Meisten den nur schreiben, weils dann besser aussieht -gespielt böseguck-

Das neue Kapitel von Verlorene Seelen ist auch schon fertig. Nach einer kurzen Überarbeitung werd ichs onstellen...