8

Still kauerte sie sich wieder neben der Feuerstelle auf den Boden und blickte in die beinahe erloschene Glut. „Friert Ihr?" Aufkeuchend blickte sie um sich. Gisborne war wach! Hatte er mitbekommen, dass sie sich mit Robin getroffen hatte? „Nein! Ja, doch … ich weiß es nicht!" Sie war so durcheinander. Robin, allein der Gedanke an ihn löste Schmerzen in ihr aus. Auf einmal war er ihr so fremd. Am liebsten hätte sie sich heulend zu einer Kugel zusammen gerollt und sich so vor der Welt für immer versteckt. Stirnrunzelnd betrachtete Guy sie. Er hatte sich soweit aus seiner Decke geschält, dass diese nur noch um seine Hüften lag und erhob sich.

Nachdenklich entfachte er das Feuer neu. Irgendetwas war passiert, als er geschlafen hatte. Marian wirkte vollkommen verstört. Sie schien nicht einmal zu wissen, ob ihr warm oder kalt war. Es brannte ihm auf der Zunge sie nach dem Grund ihrer Verwirrheit zu fragen, aber so wie er sie kannte würde sie ihm bestimmt keine Antwort geben. Jedenfalls keine die er hören wollte. Knisternd und flackernd erwachte das Feuer zu neuem Leben. Zufrieden wischte er sich den Staub von den Fingern, setzte sich wieder an seinen Platz und musterte Marian aus dem Augenwinkel.

„Die Nacht ist bald vorüber, dann werden wir zum Schloss zurückkehren", sagte er leise. Marian blinzelte mit den Augen, ganz so als würde sie aus einem Traum erwachen. „Dann sollten wir noch etwas schlafen", erwiderte sie emotionslos und legte sich, ihm den Rücken zukehrend, nieder. Keinem von ihnen beiden gelang es in dieser Nacht noch Schlaf zu finden, auch wenn es aus unterschiedlichen Gründen war.

Schweigend erreichten sie das Schloss. Es war noch früh am Morgen und die meisten Bewohner des Schlosses lagen noch im tiefen Schlaf. Nur vereinzelt liefen Mägde und Knechte herum, um mit ihrem Tagewerk bis zum Abend fertig zu werden. Einem der Knechte überließ er ihre Pferde und wies zugleich eines der Kammermädchen an, ihnen Frühstück und warmes Wasser zu bringen. Er hielt Marians Arm. Diesmal würde sie nicht einfach in ihre Kammer verschwinden. Seit letzter Nacht war sie ungewohnt still. Seine zänkische, widerspenstige Braut ließ sich ohne Widerworte und Vorwürfe zurück ins Schloss bringen und witzigerweise bereitete ihm genau das große Sorgen.

Vielleicht hatte sie sich doch erkältet und stur wie sie war, weigerte sie sich es ihm zu sagen. Er wollte ein Auge auf sie haben, irgendetwas lag ihr auf der Seele und er wollte wissen was es war. Sie saßen einander gegenüber und während er den verschiedenen Speisen, kaltem Braten, Obst, warmen Brot und warmer Milch, hungrig zusprach, aß sie kaum etwas. Energisch schob er seinen Teller von sich und sah sie ernst an. „Mylady, Ihr müsst etwas essen!", forderte er sie streng auf.

„Ich habe keinen Hunger", murmelte sie abwesend. Seit gestern Nacht hatte sich ein Knoten in ihrem Bauch gebildet, der hart wie Stein war und es ihr unmöglich machte, außer ein paar spärlichen Bissen, etwas anderes zu sich zu nehmen.

„Seid Ihr krank? Soll ich nach dem Medikus schicken lassen?" Sie war so blass, dass ihre Haut beinahe durchscheinend schimmerte. „Ich fürchte der Medikus kann nichts für mich tun!", kam es gepresst von ihr.

Kurz stutzte Guy über diese Antwort, doch dann fiel es ihm wie Schuppen von den Augen. Sie hatte ihn letzte Nacht getroffen. Robin Hood! „Was bin ich doch für ein Gottverdammter Narr! Ich hätte es wissen müssen!", stieß er zornig hervor. „Sagt mir, holde Gemahlin, wann habt Ihr ihn getroffen? Hat er sich in Eure Kammer geschlichen während ich schlief?"

Marian spürte wie ihr kalt wurde. „Ihr habt kein Recht mir diese Frage zu stellen und ohnehin hat es keine Bedeutung für mich!", kam es bitter von ihr. Diese Antwort ließ Guy stutzen. Schon hatte er eine scharfe Bemerkung auf den Lippen gehabt, doch ihre Worte ließen ihn diese vergessen. Scheinbar war ihre Begegnung mit Robin nicht gut verlaufen. Ohne es sich anmerken zu lassen, jubelte er innerlich darüber. Vielleicht bekam er jetzt eine Chance, dass Marian ihn endlich wahrnehmen würde?

„Ihr solltet Euch ausruhen und versuchen noch etwas zu schlafen.", schlug er ihr ungewohnt sanft und fürsorglich vor und erhob sich. Er selbst hatte Pflichten zu erledigen und dem Sheriff war es egal, ob er vergangene Nacht geschlafen hatte oder nicht. Befremdend sah Marian hinter ihm her.

Er wusste, dass sie sich hinter seinem Rücken mit Robin getroffen hatte, und das einzige was er dazu sagte war, dass sie sich ausruhen sollte. War das ein Trick von ihm? Versuchte er sie in irgendeine Falle zu locken? Vermutlich wollte er sie nur in Sicherheit wiegen und wenn sie es am wenigsten erwartete würde er zuschlagen. Nur dass das nie passieren würde, denn sie würde Robin nie wieder sehen.

Und plötzlich kamen sie – die Tränen. Robin liebte sie nicht mehr, vielleicht hatte er das auch nie wirklich getan, denn sonst würde er ihr vertrauen, aber dies tat er nicht. Ärgerlich wischte sie die Tränen fort. Robin hatte, seit er zurückgekommen war, ihr ganzes Leben bestimmt. Sie wäre ihm blind überall hin gefolgt, doch letzte Nacht hatte sie ernüchtert und machte einer neuen Erkenntnis Platz.

Vielleicht war es Robin deshalb nicht schwer gefallen, sie seinem Feind zu überlassen, weil seine Gefühle für sie nicht ganz so tief waren, wie die ihrigen für ihn. Sie hatte ihn geliebt, welch Närrin sie doch gewesen war. Entschlossen stand sie auf und begab sich in ihre Kammer um sich unter ihrer Decke zu verkriechen.

Ernüchtert kehrte er zu seinen Freunden zurück. Mutch hatte sich bereits um ein Frühstück gekümmert. Kaninchen am Spieß – immer gab es dasselbe. Er konnte Wildhasen schön langsam, aber sicher nicht mehr ausstehen. Früher. Früher bekam er Soßen, süße Früchte, Pudding und Hühnchen. Früher schlief er auch in einem Bett und nicht auf dem feuchten Waldboden umzingelt von ungepflegten Männern. Keine Frage, gute Männer für die er in den Tod gehen würde, aber manchmal sehnte er sich nach seinem alten Leben zurück. In Jerusalem war er ein Held des Königs gewesen und nun war er der Feind. Das alles war so falsch. Er musste Gisborne töten und den Sheriff seiner gerechten Strafe zuführen. Das Volk hatte unter ihnen genug gelitten.

Er musste sich Marian aus dem Kopf schlagen und sich primär daran machen das Volk von seiner Geisel zu befreien. Er hatte eine Mission und nur darum würde er sich kümmern. Angewidert ließ er sich von Mutch ein Stück Hase reichen und biss missmutig hinein, dabei erläuterte er seinen Männern seine Pläne. Die Steuern waren fällig. Schon bald würde ein Trupp Männer, wenn er Glück hatte unter der Leitung von Gisborne, sich auf den Weg machen um sie einzutreiben. Sie würden sich auf die Lauer legen und ihnen das unrechtmäßig entwendete Geld wieder abnehmen. Anschließend sollte es, abzüglich ihres Anteiles, an die rechtmäßigen Eigentümer wieder zurückgehen.

„Ah Gisborne! Wie gehen die Arbeiten an Eurem Haus voran? Könnt Ihr und Eure charmante Gattin schon bald darin wohnen?", fragte der Sheriff ihn lauernd, als er am späten Nachmittag zurückkehrte. „Mylord die Arbeiten gehen, dank Eurer Großzügigkeit, gut voran. Wir werden, mit Eurer Erlaubnis, schon bald darin wohnen können!", antwortete Guy und verneigte sich leicht vor seinem Lehnsherrn. „Meinen Segen habt Ihr, Gisborne! Zieht dort ein und zeugt so rasch es geht einen Erben. Nur so sichert ein Mann sich auf Dauer seinen Grund und Boden!"

Wie heimtückisch er war. Der Sheriff wusste nur zu gut, dass Gisborne und Marian nicht in einer Kammer schliefen, war aber listig genug diesen Umstand nicht laut auszusprechen. Gisborne käme nur in das Bett von Marian, wenn er sich dort gewaltsam Zutritt verschaffen würde. Ein Gedanke der ihn schäbig grinsen ließ. Gisborne blieb sein Mann, denn eher gefror die Hölle zu Eis, als dass er das spröde Herz der jungfräulichen Marian erobern würde.

„Habt Dank für Euren Rat, Mylord!" Erneut verneigte sich Guy und eilte weiter. Würde er noch länger in der Nähe des Sheriffs verweilen müssen, könnte er für nichts garantieren. Es waren weniger die Sticheleien, die ihm zu schaffen machten, sondern mehr die Erwähnung dessen, dass er sein Lager mit Marian teilen sollte. Ein Wunsch der nicht nur in seinem Herzen, sondern auch in tieferen Regionen brannte und ihm das Atmen schwer machte. Niemals würde er in ihrem Bett willkommen sein, außer er würde sie mit Gewalt nehmen.

Auf den Stufen begegnete ihm Marian. Sie wirkte im Gegensatz zu heute Morgen etwas frischer und munterer. „Seid ihr wohlauf, Mylady?", fragte er sie höflich, dabei vermied er es, so gut es ging, sie anzusehen. Zu sehr machten ihm immer noch die Worte des Sheriffs zu schaffen. Er begehrte sie so sehr, dass es ihm wehtat.

„Habt Dank der Nachfrage. Tatsächlich fühle ich mich viel besser!", kam es aufrichtig von ihr. Ausnahmsweise lagen kein Spott und kein abweisender Ton in ihrer Stimme, was ihn törichterweise erneut Hoffnung schöpfen ließ. „Würde es Euch gefallen mich bei einem Ausritt zu begleiten?" Er reichte ihr seinen Arm und wartete auf ihre Entscheidung. „Danke, Mylord. Sehr gerne sogar!" Sanft legte sie ihre Hand auf seinen Arm und ließ es zu, dass er sie zu den Ställen geleitete.

Eigentlich hätte sie erwartet, dass er ihr noch einmal Vorhaltungen wegen ihres Treffens mit Robin machte, aber nichts davon geschah. Er wurde für sie, seit sie gezwungen war so nahe mit ihm zu leben, zu einem immer größer werdenden Rätsel. Wie konnte ein Ungeheuer, für das sie ihn hielt, zugleich so freundlich und zuvorkommend sein? Aber hatte sie sich nicht auch in Robin getäuscht? Tief holte sie Luft. Diese Geste zog die Aufmerksamkeit von Guy auf sich. Ernst betrachtete er sie. Was ging in ihr vor? Worüber dachte sie so angestrengt nach?

Der Stallbursche brachte die Pferde und zuvorkommend half Guy ihr in den Sattel. Dann schwang er sich selbst auf sein Pferd und gemeinsam verließen sie in gemächlichem Tempo das Schloss. Er wollte Zeit mit ihr alleine verbringen und ihr so die Möglichkeit geben, sich an seine Nähe zu gewöhnen. Sie sollte aufhören Angst vor ihm zu haben.

Ihr Weg führte sie in einen Teil des Sherwood Forest, in dem Marian bisher eher selten gewesen war. Eigentlich noch überhaupt nicht. Der Wald war so groß. Er zeigte ihr Plätze die sie, unter anderen Umständen bestimmt verzaubert hätten, aber er war nun mal der falsche Mann. Dennoch konnte sie sich nicht ganz der Schönheit der Umgebung entziehen. Ein versteckter Wasserfall, der in einen kleinen Weiher endete, lag so idyllisch in die Landschaft eingebetet, dass man für einen Moment das Gefühl hatte in eine vollkommen andere Welt eingetaucht zu sein. Verstärkt wurde dieser Eindruck von den schräg einfallenden Sonnenstrahlen, die sich in den Blättern der Bäume brachen und so ein überirdisches Licht auf das Schauspiel warfen.

„Das ist wunderschön!", kam es ungewollt von ihren Lippen. Sie wollte eigentlich nichts schön finden, dass von Gisborne kam, aber das fiel ihr in Anbetracht dieses Ortes schwer. „Ich dachte, dass Euch das gefallen könnte. Manchmal komme ich hier her um ungestört zu sein und um in Ruhe nachdenken zu können!", vertraute er sich ihr an. Er brachte sein Pferd direkt vor dem Weiher zum Stehen und saß ab. Abwartend sah er zu Marian. Plötzlich nervös klammerte sie sich an ihre Zügel und weigerte sich abzusitzen. Schließlich band Guy sein Pferd an einem Baum fest und kam auf sie zu.

„Wollt Ihr nicht vom Pferd steigen?", fragte er leicht provozierend. „Nein, ich …", stotterte sie, da sie keine Ahnung hatte wie sie seinen Wunsch ablehnen könnte. „Ihr habt versprochen zu gehorchen, also steigt ab!" Prompt verhärtete sich ihr Gesicht. Dass er es wagte, sie an dieses Versprechen zu erinnern und auf sein Recht, welches er sich auf so heimtückische Art erschlichen hatte. Denn er hatte ihr praktisch keine Wahl gelassen, als er ihr dieses Versprechen abluchste. Erbost warf sie ihm die Zügel zu und sprang, ohne seine Hilfe, aus dem Sattel.

„Wie könnt Ihr es nur wagen!", zischte sie zornig und stapfte an den Rand des Weihers. Gelassen band er ihr Pferd fest und stellte sich an ihre Seite. „Ihr seid stur wie ein Maultier und lasst mir keine andere Wahl, darum wage ich es!", sagte er ihr auf den Kopf zu. Wutentbrannt wandte sie sich zu ihm um. „Ihr besitzt keinerlei Manieren. Ihr seid ein Rüpel, ein Wüstling!" Sie sah in seinem Gesicht, dass ihr Zorn ihn amüsierte, doch ihr letztes Wort ließ ihn plötzlich nüchtern werden, so als hätte man ihm einen Kübel Eiswasser über den Kopf gegossen.

„Ein Wüstling sagt Ihr? Wie kommt es, dass Ihr so unschuldig und rein und unberührt seid, obwohl Ihr mit einem Ehemann von so niedriger Natur geschlagen seid!", stieß er gepresst hervor. Nur mühsam konnte er seinen Zorn zügeln. Ebenso wütend funkelte sie ihn an und dann … für einen flüchtigen Moment wich Zorn der Leidenschaft.

Marian schien auf einmal zu vergessen wer er war und was er war, allein die Hitze des Augenblicks ließ sie ein Ventil suchen um sich abzureagieren. Genauso empfand es Guy. Schon wollte er sich ihr entgegen beugen um seine Lippen auf ihre zu pressen, als Marian sich losriss und aus seiner Nähe floh. Ihre Wangen fühlten sich heiß an, sie schien wie im Fieber zu glühen, und ihr Herz raste in ihrer Brust. Wie konnte er nur versuchen, sich ihr auf diese Weise, die ihr auf keinen Fall willkommen war, zu nähern.

Beinahe hätte er sie geküsst. Am liebsten hätte sie ihre Hände ins kalte Wasser getaucht um ihre Wangen zu kühlen. „Marian?" Sanft sprach er sie an und doch wich sie erschrocken ein Stück zurück. „Können wir … Ich möchte zurück!", verlangte sie heftig. Sie wandte sich von ihm ab und eilte zu ihrem Pferd. Ehe er sie aufhalten konnte, hatte sie es bereits losgebunden, war aufgesessen und galoppierte nun zurück zum Schloss. Er hatte Mühe sie einzuholen.

Schließlich fand er sie in ihrer Kammer. „Packt Eure Sachen! Wir ziehen morgen um!", sagte er knapp und leicht atemlos. Noch immer brannte das Verlangen nach ihr in ihm. Für einen kurzen Augenblick hatte er der Versuchung, die sie für ihn darstellte, nachgegeben und sie fast geküsst. Und es schien ihm, dass auch sie derselben Versuchung, wenn auch nur für eine Sekunde, erlegen war. Schnell wandte er sich ab, sie sollte nicht sehen, was er fühlte.

„Wartet!", rief sie hinter ihm her und zwang ihn so stehen zu bleiben. „Was ist mit meinem Vater?", wagte sie die Frage, die ihr auf dem Herzen lag, zu stellen. Wo es nun nicht mehr länger das Heim ihres Vaters war, war auch er auf die Gunst von Gisborne angewiesen. Dieser blickte sie über die Schulter an. „Er kann selbstverständlich mit uns kommen.", erwiderte er knapp und entfernte sich.

Gerührt betrat ihr Vater das Haus. „Er kann kein so schlechter Mensch sein, wenn er das Haus wieder so errichten ließ, wie es zuvor war.", flüsterte er seiner Tochter zu und sah sich in seiner Vermutung bestätigt. Gisborne war ein Soldat, der sich streng und unnachgiebig an die Gesetzte hielt. „Vater, wenn er das Haus so erbauen ließ, dann verfolgt er damit bestimmt irgendein Ziel!", flüsterte Marian zurück. Sie wollte vermeiden, dass die Soldaten und die Dienerschaft, die ihnen beim Einzug halfen, etwas von der Unterhaltung mitbekamen.

„Vermutlich wollte er dich damit beeindrucken." Ihr Vater sah unermüdlich in jedem Menschen etwas Gutes, egal wie schlecht derjenige sich verhielt. Statt einer Antwort rollte Marian nur mit den Augen. Ihr Vater musste so denken, immerhin hatte sie ihn darin bestärkt. Gisborne, der als erstes die Ställe besichtigt hatte, betrat in diesem Moment das Haus und besann sich sofort auf seine Rolle. Wie selbstverständlich schlang er seinen Arm um Marians Taille und zog sie an sich.

„Nun, wie gefällt es Euch?", fragte er und blickte ihr dabei tief in die Augen, um sie gleich darauf, bevor sie sich von ihrer Verwirrung erholt haben konnte, auf ihren Vater zu richten. „Sir Guy, Ihr habt hier fantastische Arbeit geleistet. Wenn Ihr erlaubt, nehme ich die Kammer, die hier unten gleich neben der Küche liegt.", kam es bescheiden von ihrem Vater. Oben gab es neben ihrem Raum nur noch einen Anderen. Früher waren dort das Schlafzimmer ihrer Eltern und ihr Zimmer gewesen. Nun sollte es der Raum werden, denn sie sich mit Gisborne teilen sollte.

„Das wäre auch mein Vorschlag gewesen. Ihr werdet sicher verstehen, dass ein so junges Glück, wie das unsrige ein bisschen Zeit für sich braucht!" Seine Worte waren aufreizend und provozierend zugleich. Automatisch versteifte sich Marian an seiner Seite. Bisher hatte er sie in Ruhe gelassen, aber es konnte nicht ewig so gehen. Gisborne war schließlich auch ein Mann und er hatte sicher nicht mehr lange Geduld mit ihr.