So meine lieben Leser, da bin ich wieder, eher als ich gestern gedacht hatte. Das ist der vierte Versuch für dieses Kapitel, ich hoffe es gefällt auch.
Es wird sehr vieles aufgeklärt und das alles in einen schönen Text zu packen war sehr schwierig.
Viel Spaß beim Lesen.

Kapitel 8

Felicita konnte nichts darauf antworten. Es gab nur einen Gedanken, der in ihrem Kopf kreiste. „Das ist unglaublich, das kann nicht war sein.
Das ist unmöglich".

Sie starte auf ihre Hände und versuchte es zu begreifen, doch es wollte nicht funktionieren, sie konnte es nicht fassen.
Dumbledore lies ihr Zeit, sehr viel Zeit. Doch irgandwann begann er wieder zu sprechen.

„Ich weiß, wie unglaublich dir das vorkommen muss, ich habe deinem Vater auch nicht sofort geglaubt, als er vor 13 Jahren hier vor mir saß und sagte, er sei der Erbe von Rowena Ravenclaw. Doch noch viel unglaublicher war, was er dann erzählte."

Dumbledore erinnerte sich zurück, und berichtete Felicita von einem sehr kalten und verschneiten Februartag vor dreizehneinhalb Jahren.
Er hatte sich gerade an seinen Schreibtisch gesetzt und studierte einige Schülerunterlagen, als es an seiner Tür klopfte.
Als er die Tür öffnete, stand vor ihm ein junger Mann, der einst sein Schüler gewesen war.
Es war Robert Andersonen, Felicita's Vater.
Dumbledore überlegte wie lange es wohl her war, dass er ihn das letzte Mal gesehen hatte.
Es mussten um die 8 Jahre seit dem letzten Treffen vergangen sein.
Er begrüsste seinen Gast freundlich und bat ihn herein. Robert wirkte fahrig, nervös und unruhig.

„Dumbledore, Sie müssen verzeihen, aber ich habe nicht sehr viel Zeit für Höflichkeiten. Ich muss Sie um einen großen Gefallen bitten."

Dumbledore bat ihm an sich zu setzten. Robert schien dem eher widerwillig nachzukommen.

„Was kann ich für Sie tun Robert?"

Der Gast fuhr sich mit der Hand durch die Haare, er wirkte sehr angespannt.

„Das was ich Ihnen jetzt erzähle, darf niemand, wirklich niemand erfahren. Das ist äußerst wichtig. Und versprechen sie mir, dass Sie das, was ich Ihnen jetzt berichte, nicht als Blödsinn abtun."

Er lachte ein kurzes, freudloses Lachen.

„Das werden Sie sowieso tun, aber versprechen Sie, dass Sie sich zu gegebener Zeit an dieses Gespräch erinnern."

Dumbledore war verstört über das Verhalten seines ehmaligen Schülers. Er kam unangemeldet zu ihm, sprach von einem Gefallen, doch anstatt seine Bitte zu formulieren, stellte er nur Forderungen. Doch bevor er das zu Robert sagte, sah er ihn sich nocheinmal genau an. Er schien wirklich große Probleme zu haben. So sagte Dumbledore nicht, was er von seinem Verhalten hielt. Er stellte ihm stattdessen eine Frage.

„Wann wird dieser gegebene Zeitpunkt denn sein?"

„Nachdem ich und meine Frau bei einem Todesserunfall ums Leben gekommen sind, den unsere Tochter durch Glück, nein eigentlich durch ein unglaubliches Wunder überleben wird."

Dumbledore sah den jungen Mann ungläubig an.

„Wie kommen Sie darauf, dass das geschehen wird? Wieso Todesser? Sie haben sich doch bisher nicht an dem Kampf gegen Voldemort beteiligt, wieso sollte er Sie dann töten wollen."

Robert schwieg einen Augenblick, er wusste nicht, welche Frage er zu erst beantworten sollte.

„Nur weil Sie nichts über meine Aktivitäten gegen Voldemort wissen, heißt das nicht, dass es keine gibt."

Er sagte dies frei von irgendeinem Vorwurf, doch er wollte und musste es sagen, er tat viel mehr als die meisten anderen. Und er würde viel mehr für diesen Kampf geben.

„Meine Frau und ich arbeiten an einem Trank, der den dunklen Lord schwächen könnte. Wir haben niemanden davon berichtet, um unsere Arbeit im verborgenen zu halten. Wir hatten befürchtet, dass durch zuviele wissende Menschen auch Voldermort und seine Schergen davon erfahren würden. Doch sie wissen es bereits, ohne das wir uns irgendjemanden anvertraut haben."

Dumbledore war in heller Aufregung. Ein solcher Tran konnte das Schicksal wenden und den Krieg beenden.

„Von einem solchen Trank haben wir immer geträumt, es ist unglaublich!
Robert, schließen Sie sich uns an, wir können Sie schützen, Sie und Ihre Familie. Mit uns könnten Sie ihre Forschung beschleunigen, gemeinsam könnten wir so viel erreichen."

Robert sah den Direktor traurig an.

„Glauben sie mir, ich würde dieses Angebot gerne annehmen. Doch ich befürchte es ist zu spät."

Dumbledore verstand nicht was er meinte.

„Zu spät wofür?"

„Zum Leben und um gemeinsam zu kämpfen. Die Todesser sind uns bereits auf der Spur, wir würden Sie nur alle in Gefahr bringen, Sie und Ihren Orden des Phönix."

Der Direktor war erschrocken aus seinem Sessel aufgesprungen.

„Woher wissen Sie davon? Kein Aussenstehender kann davon wissen, es sei denn..."

„Keine Angst, es gibt keinen Verräter in ihrem Verbund, keinen der etwas verraten hat. Ich weiß es aus dem selben Grund, aus dem ich mich auf meinen Tod vorbereite. Ich habe Visionen. Schon sehr lange, seit ich 18 bin, also seit gut sieben Jahren. Anfangs erkannte ich sie kaum als solche und konnte sie nicht steuern." Er atmete einmal tief durch.

"Doch heute kann ich sie ziehmlich gut kontrollieren, es ist nicht so, dass sie mir zeigen was ich sehen will. Aber sie zeigen mir was ich sehen muss. Doch ich habe jetzt nicht mehr die Zeit Ihnen alles genau zu erklären, es gibt wichtigeres!"

Dumbledore schaute in ungläubig an. Unbeirrt von der letzten Aussage stellte er eine Frage.

„Woher kommt diese Fähigkeit und warum hat sie sich so spät gezeigt?"

„Es ist bei allen erstgeborenen in meiner Familie gleich. Sie zeigt sich mit dem 18 Lebensjahr, zu diesem Zeitpunkt wird das Kind aufgeklärt, was es damit auf sich hat."

„Von welcher Familie sprechen Sie? Von der Familie Anderson?"

Robert musste Lächeln.

„Nein, ich spreche von der Familie Ravenclaw."

Der lies sich wieder in seinen Sessel fallen und sah den Mann skeptisch an.

„Sie wollen mir erzählen, Sie sind ein Nachkomme der Gründerin des Hauses Ravenclaw?"

„Ja genau deswegen bin ich hier. Doch ich sprach am Anfang von einer Bitte. Ich bitte Sie diesen Brief an sich zu nehmen"

Er sprach unbeirrt von Dubledores Gesichtsausdruck weiter und zog einen Umschlag und ein kleines Buch aus einer Tasche seines Umhangs.

„Und dieses Notizbuch. Sollte mir und meiner Frau etwas zustoßen, lesen Sie den Brief und befolgen Sie bitte die Dinge, die darin stehen. Und bitte, geben Sie dieses Buch meiner Tochter, wenn Sie 18 ist und sie sich ihrer Gabe bewusst wird. Ich werde ihr nicht mehr erklären können, was es zu bedeuten hat, doch dieses Buch wird ihr helfen. Bitte befolgen Sie alles, was meine Tochter betrifft sehr genau. Auf sie wartet eine große Herausforderung, deren Gelingen nicht unbedacht gefährdet werden darf."

Dumbledore nahm die Sachen an sich, auch wenn ihm die ganze Geschichte unglaublich erschien. Robert war bereit zu gehen und richtete noch ein letztes Mal das Wort an Dumbledore.

„Ich weiß, es scheint unglaublich. Doch es wird der Tag kommen, an dem sie es verstehen werden. Bald wird der Tag kommen, an dem sie meine Worte nicht mehr anzweifeln."

Er ging auf den älteren Mann zu und reicht ihm die hand zum Abschied.

„Vielen Dank, ich wusste, dass ich mich auf Sie verlassen kann."

Damit verlies er das Büro des Schulleiters von Hogwarts.
Dieser Blickte ihm kopfschüttelnd hinterher. Das war alles unmöglich. Doch er hatte sein Versprechen gegeben und würde die Sachen verwahren.

Es solte nur zwei Tage dauern, bis Dubletten die Geschehnisse tatsächlich in einem völlig anderen Licht sah, so wie Robert Anderson es prophezeit hatte.

Zwei Tage nach dessen Besuch waren er und seine Frau bei einem Todesserüberfall ums Leben gekommen. Und es war tatsächlich ein Wunder, ein unglaubliches Wunder, dass ihre kleine Tochter Felicita den Angriff überlebt hatte.
Nach diesen schrecklichen Ereignissen öffnete Dumbledore den Brief.

Er enthielt die Anweisung, dass Felicita bei einer Familie namens McDermod aufwachsen sollte. Es handelte sich bei ihnen um ein kinderloses Ehepaar. Die Frau, Melissa McDermod war eine Hexe und hatte selbst Hogwarts besucht. Phillip McDermod war ein Muggle. Beide wünschten sich schon lange sehnlichst ein Kind, doch nichts hatte ihnen diesen Wunsch erfüllen können, weder die Medizin der Muggle, noch Magie.
Sie waren überglücklich, als Dumbledore ihnen das Kind brachte. In dem Brief hatte noch gestanden, dass Felicita nichts, zumindest nicht vor ihrem 18. Geburtstag über ihre Herkunft erfahren sollte.
So verschwieg Dumbledore diese auch den Adoptiveltern. Er sagte nur, sie stamme aus einer Magierfamilie, doch die Eltern seinen nicht mehr in der Lage gewesen, ihr Kind aufzuziehen.

Felicita war dann sehr lange Zeit krank gewesen, ihre Eltern, die die sie aufgezogen hatten, hatten ihr erzählt, es habe sich um eine schwere Kinderkrankheit gehandelt.
In Wirklichkeit, wie Dumbledore ihr jetzt berichtete, war ihre Seele durch das Miterleben des Todes ihrer Eltern schwer geschädigt worden. Es hatte noch ein halbes Jahr gedauert, bis die McDermods „ihr" Kind mit nach Hause nehmen konnten. So lange war Felicita im St. Mungos geblieben, völlig traumatisiert, kaum auf eine Behandlung ansprechend. So hatten die Ärzte am Ende aus Mangel an Alternativen ihr Gedächnis verändert hatten. Die Erinnerung an den Tod ihrer Eltern, an ihre Eltern und einen Großteil Lebens bis dahin überhaupt, waren auf unbestimmte Zeit eingeschlossen und verdrängt worden. Ihre leiblichen Eltern hatten faktisch nicht mehr für Sie existiert.

Die Erinnerung an deren Todestag war erst jetzt, nach all den Jahren, zeitgleich mit den ertsen Visionen an die Oberfläche ihres Geistes zurückgekehrt. Deshalb hatte Erinnerung und Visionen nicht unterscheiden können, sie gehörten irgendwie zusammen, wahrscheinlich war das eine durch das andere ausgelöst worden.

Damit endete Dubledores Erzählung. Doch er fügt noch eine Entschuldigung hinzu, ein Schuldeingeständnis, das Felicita erstaunte. Ein so großer Mann, ein so mächtiger Magier gab zu einen Fehler begangen zu haben.

„Es tut mir Leid, dass ich dir zunächst noch nichts erzählen wollte. Doch ich hatte deinem Vater ein Versprechen gegeben. Es wird so sein, dass diese Fähigkeit bei dir eher aufgetreten ist als bei deinem Vater und er hingegen annahm, es würde bei dir exakt so sein wie bei ihm.
Ich hatte damit nicht gerechnet und es auch nicht erkannt, als es eigentlich schon klar zu erkennen war. Ich wollte es nicht wahr haben, ich befürchtete dadurch einen Fehler zu begehen. Dein Vater wollte mir damals nicht sagen, was deine Aufgabe, deine Bestimmung sein wird. Doch ich vermutete, du wirst die Antwort darauf hier drin finden."

Mit diesen Worten reichte Dumbledore ihr das Buch ihres Vaters.

Fasziniert und gleichzeitig sehr traurig sah sie es an. Es war das einzige, was ihr von ihren Eltern geblieben war.
In Gedanken versunken, stand sie auf und wollte sich verabschieden. Doch dann fiel ihr noch eine Frage ein.

„Professor Dumbledore, welches Wunder hat mir denn das Leben gerettet?"

Der Direktor überlegte nach Felicitas Auffasung einen Moment zu lange.

„Es waren einige Minesteriumsmitarbeiter in der Nähe deines Elternhauses. Zu dieser Zeit gab es viele Patroullien, die versuchten uns alle zu schützen. Sie bemerkten, dass im Haus etwas vor sich ging, doch um deine Eltern zu retten, kamen sie zu spät. Aber dich haben sie dann in der Kammer gefunden. Du verdankst dein Leben einem unglaublichen Zufall und der Aufmerksamkeit einiger Menschen."

Sie ahnte, dass Dumbledore in diesem Punkt nicht ganz ehrlich zu ihr war. Doch für sie gab es in diesem Moment wichtigeres als dieses eine Detail.

Sie schloss das Buch in ihre Arme und verabschiedete sich vom Direktor, doch auch e hatte noch etwas zu sagen.

„Miss McDermod, wenn Sie wollen, werde ich Sie für die nächsten drei Tage von Poppy für den Unterricht frei stellen lassen. Ich denke Sie könnten etwas Ruhe und Zeit zum Nachdenken jetzt sehr gut vertragen. Sollte diese Zeit nicht ausreichen, melden Sie sich bitte einfach bei mir.

Felicita nahm das Angebot dankend an und verabschiedete sich dann endgültig für diese Nacht von Dumbledore.

Wie immer würde ich mich sehr über eine Reviwe freuen. Hat es euch gefallen?

Liebe Grüße und bis bald.

Eure Vestilia.