Kapitel 8: „Her heart..."
Als Gillary sich aus seinen Armen löste, erschrak Sie. Was war nur mit ihr los? Sie hatte sich doch geschworen, diesen ganzen Unsinn nie wieder mitzumachen.
„Was ist?" wollte George wissen.
„Ich... ich möchte nicht. Das hier bin nicht ich. Ich bin nicht so. Mit diesem ganzen Mädchenkram und Schatzi und Hase und..."
George lachte. „Das ist der springende Punkt. Du bist nicht so." Zärtlich strich er ihr über die Wange.
Doch Gillary schien das keineswegs zu beruhigen. „Seitdem ich dich kenne ist alles daneben gegangen, was ich mir aufgebaut habe." platzte es aus ihr heraus.
Wenn es ihn verletzt hatte, dann konnte er seine Gefühle besser verbergen als sie. „So?"
„Bevor du mich in den drei Besen angesprochen hast, war alles schön schwarz und weiß. Und jetzt ist alles grau. Ich weiß nicht was ich denken soll, ich weiß nicht was ich fühlen soll und ich weiß nicht was du von mir willst."
„Und du denkst, das sei meine Schuld?" fragte er ungläubig.
„Ja, das glaube ich." sagte sie schlicht.
„Ich denke es ist besser, wenn ich jetzt gehe." murmelte George und verließ mehr als hastig den Balkon.
Gillary starrte ihm nach und verfluchte sich innerlich selber. Denn eigentlich hätte sie nichts mehr gewollt, als dass er sie nie mehr losließ.
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„Ich habe es dir gleich gesagt." rief Fred seinem Zwillingsbruder entgegen. Er hatte die verbitterte Miene seiner Meinung nach richtig gedeutet. „Du warst Madame nicht fein genug."
Ein wenig ruppiger als sonst, schubste George ihn zur Seite und steuerte schnurgerade sein Bett an. „Ich möchte nichts mehr dazu hören." grollte er.
Fred zwinkerte ihm zu. „Kein Problem, Mann. Ich bin dein Bruder, schon vergessen?"
„Ja, zuletzt hätte ich es am liebsten vergessen."
„Was soll denn das heißen?"
„Dass du es vorausgeahnt hast. Hättest du mal lieber den Schnabel gehalten, statt es herauf beschworen."
„George Weasley, ich glaube du bist alt genug um deine Damengeschichten selbst zu regeln. Denn ich bin es auch." ereiferte sich nun Fred.
„Wahrscheinlich." Damit zog George die Vorhänge zu seinem Himmelbett zu und Fred wusste genau, dass damit jede Diskussion beendet war. Und irgendwie hatte er ein mulmiges Gefühl dabei. War er wirklich daran Schuld? Er hatte seinen Bruder ziemlich aufgehetzt, weil er Gillary einfach nicht leiden konnte, dafür war sie zu brav und zu, er wusste kein anderes Wort dafür: korrekt. Sie tat das was man von ihr verlangte und erwartete. In Gedanken notierte er: auch jetzt. Sie hatte genau das getan, was er von ihr erwartet hatte. Keine Zeit und kein Gefühl für jemanden wie die Zwillinge, die sich vermutlich in ihren Augen weder als besonders reich, noch als besonders schlau heraus gestellt hatten.
Und nun schmollte sein Bruder wie ein kleines Kind. Das passte gar nicht. Er hatte öfters flüchtig mitbekommen, dass George mit Mädchen ausging. Er selbst war ja ebenfalls ständig auf Achse. Aber so wütend hatte er ihn selten erlebt. Vielleicht lag ihm dieses Mal etwas mehr daran als sonst. Das würde sich aber vermutlich in ein paar Tagen geben. Und wenn nicht?
Das schlechte Gewissen plagte ihn nun doch, das hatte sein Bruder geschafft. Raffiniert, das musste er zugeben.
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Die Tage zogen sich öde dahin und Gillary fühlte sich leer. Alles Gefühl schien wie weggeblasen und der Unterricht rasselte an ihr vorbei, ohne dass sie ihren Lehrern Gehör schenkte. Und sie wurde das Gefühl nicht los, dass über sie gesprochen wurde. Hinter ihrem Rücken natürlich. Wann wäre das einmal anders gewesen? Für einen Außenstehenden war das vermutlich auch extrem spannend: die brave Vertrauensschülerin wird suspendiert und stürzt sich in eine Liebschaft mit dem Klassenclown und leidet jetzt an Liebeskummer.
„Jippie." dachte Gillary bei sich, „Ich bin Thema Nummer eins."
Das Gespräch mit Dumbledore rückte auch immer näher. Davor hatte sie beinahe noch mehr Angst, als George allein zu begegnen, denn sie hatte es bisher geschickt geschafft, ihm aus dem Weg zu gehen, obwohl sie Beide im selben Haus waren.
Der Sonntag Morgen graute und als Gillary erwachte, stellte sie fest, dass außer ihr alle schon beim Frühstück waren. Fluchend zog sie sich an und hastete hinunter in die große Halle.
Als sie sich neben Alicia setzte, sah diese sie nur fragend an.
„Ich möchte NICHT darüber reden." zischte sie und griff nach der Marmelade.
„Du kannst doch nicht alles in dich rein fressen." entgegnete Alicia.
„Doch das kann ich sehr gut, danke."
„Du wirst ihm eines Tages gegenüber treten müssen und dann wirst du Rede und Antwort stehen müssen."
„Das habe ich bereits. Das Thema ist abgehakt." log Gillary. Gar nichts war abgehakt. Eigentlich dachte sie jede freie Minute an ihn.
„Du bist keine sehr überzeugende Lügnerin." lachte Alicia.
„Ist mir doch egal." antwortete Gillary schnippisch.
Alicia zuckte mit den Schultern und nahm noch einen Löffel von ihrem Müsli.
Als Gillary das nächste mal aufblickte, sah sie sich plötzlich einem wohl bekannten Gesicht gegenüber. George Weasley hatte sich im vorbei gehen zu ihr hinunter gebeugt.
„Kann ich nach dem Frühstück mit dir sprechen?"
Diese Stimme. Das war nicht George, das war Fred.
„Sicher." sie drückte ihre Brothälften zusammen und folgte ihm wie an der Schnur gezogen.
Als sie außer Hörweite der Anderen waren, schaute sie ihn auffordernd an. Was zum Teufel wollte er von ihr?
„Striker, mir ist klar, dass wir Beide niemals Freunde werden. Aber ich glaube ich habe meinem Bruder so einiges vermasselt und das möchte ich jetzt wieder gut machen."
Gillary wäre beinahe das Brot im Hals stecken geblieben. Hatte sie gerade richtig gehört?
„Er hat dich niemals in irgendetwas rein reiten wollen. Diesen Unsinn mit den Böllern, den haben Lee und ich geplant und nicht er. Und dass ihr Beide erwischt wurdet, das tut mir Leid. Das wollte ich wirklich nicht. Und ich wollte dich auch vor ihm nie schlecht reden."
„Und was ändert das jetzt noch?" fragte sie.
„Dass du ihm vielleicht die Chance geben solltest, die er verdient hat. Ich weiß nicht warum, aber er sieht wohl mehr in dir, als ich." murmelte Fred schließlich. Ihm schien das Thema genau so unangenehm zu sein wie Gillary selber.
„Und wieso schickt er dich nun?" wollte sie wissen.
Fred lachte. „Wenn du meinen Bruder so kennen würdest wie ich, dann wüsstest du, dass er sich lieber ein Bein aus reißt, als gerade mich zu schicken, um sein Liebesleben in Schwung zu bekommen."
„Liebesleben?" gab Gillary betont kühl zurück.
Fred rollte mit den Augen. „Ich bitte dich, jeder weiß es, also nenn' das Kind halt beim Namen. Du bist verknallt. Und das ist eigentlich gar nichts besonderes. Ihr macht nur Beide ein furchtbares Theater darum."
Gillary wurde rot bei dem letzten Satz und noch röter, als sie sein Grinsen sah.
„Ihr werdet feststellen, dass es ganz angenehm sein kann, wenn man kein ständiges Theater daraus macht."
Gillary nickte nur.
„Redest du also nochmal mit ihm?" fragte der Rotschopf und sah ihr dabei in die Augen.
Gillary seufzte. „Meinetwegen. Ich werde nach dem Gespräch mit Dumbledore mit nach Hogsmeade gehen. Vielleicht ergibt sich ja da etwas."
Freds Lächeln wirkte ausnahmsweise mal nicht spitzbübisch. „Danke, Striker."
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Ich danke an dieser Stelle herzlich allen Reviewschreibern und solchen die es noch werden wollen. Freue mich immer euer Geschreibsel zu lesen. Keine Panik, das war noch nicht alles, ich wollte nur an sich mal danke sagen. Wir haben ja noch ein bisschen vor uns. So ein oder zwei Kapitel... xD
