9. Kapitel
-Aufwecken-
„Irgendjemand muss Carlisle holen", sagte Jasper und ich hörte, wie jemand das Zimmer verließ. Was geht hier vor sich? Ich ignorierte es und versuchte wieder einzuschlafen. Ich war kurz vorm Einschlafen, als jemand meine Stirn befühlte. Ich blieb erschöpft in meinen Kissen liegen.
„Was fehlt ihr?" Hörte ich Edward fragen.
„Sie ist viel zu heiß und wacht nicht auf. Wir haben bereits seit 20 Minuten versucht sie zu wecken. Das ist nicht gut", sagte Jasper. Sie machten sich wieder meinetwegen Sorgen. Ich öffnete meine Augen und schaute auf. Jasper, Emmett, Edward, Alice und Rose standen alle um mich herum. Fröstelnd lag ich in Jaspers Bett und mir war doch kochend heiß. Jasper seufzte erleichtert.
„Danke lieber Gott", sagte er. Ich bemerkte, dass es draußen hell war. Müde starrte ich ihn an. Ich fühlte mich momentan nicht gut, was Jasper auch bemerkte.
„Du bist krank", sagte er. Ich verzog das Gesicht und kuschelte mich wieder ins Kissen. Meine Rippen schmerzten immer noch nicht. Jasper half mir mich aufrecht hinzu setzen.
„Du musst noch ein bisschen wach bleiben. Du hast sehr lange geschlafen, fast 14 Stunden. Wir haben dir eine weitere Spritze gegeben, deswegen wird dir vermutlich nichts wehtun", sagte er. Ich nickte erschöpft und wollte einfach nur schlafen. „Du musst was essen." Ich seufzte, ich war überhaupt nicht hungrig.
„Was ist das Problem?" Fragte Carlisle besorgt als er ins Zimmer kam. Carlisle kam herüber und betrachtete mich.
„Sie hat Fieber", sagte er. Er zog ein Fieberthermometer hervor und steckte es mir in den Mund. Als er piepte runzelte er missbilligend die Stirn und fühlte meinen Kopf. Er seufzte.
„103.5 (etwas 40°C)", sagte er. Jasper schaute missbilligend.
„Das ist viel zu hoch", sagte er. Carlisle nickte.
„Nimm die", sagte er und holte eine Tablettendose hervor. Er gab mir zwei Tabletten und eine Wasserflasche. Ich zwang mich sie herunterzuschlucken und legte mich wieder auf mein Kissen zurück. Er seufzte.
„Fühlst du dich überhaupt krank?" Fragte er mich. Ich zuckte mit den Achseln.
„Ich bin müde", flüsterte ich. Carlisle nickte.
„Lasst sie schlafen", sagte er zu Jasper und Em. „Deckt sie mit einem Bettlacken zu. Aber du musst zuerst etwas essen", sagte er. Ich nickte und Carlisle ging und Esme kam mit einem kleinen Tablett herein. Rose und Alice gingen auch um mir ein bisschen Freiraum zu geben. Esme gab mir die Frucht, die ich langsam zu essen begann. Sie lächelte als ich sie aufgegessen hatte. Jetzt fühlte mich viel zu voll, seufzend legte mich zurück in meine Kissen.
„Schlaf Liebes", sagte Jasper sanft. Ich lächelte dankbar.
„Tut mir leid, dass ich euch erschreckt habe", sagte ich. „Ich habe euch überhaupt nicht gehört." Er lächelte mich traurig an.
„Mach dir keine Sorgen deswegen", sagte er. Ich lächelte und Emmett legte sich neben mich, heftig kuschelte ich mich an ihn an. Er fühlte sich kalt an, was mir in diesem Moment sehr gefiel. Er betrachtete alarmiert meinen Kopf. Ich bemerkte, dass mein Haar sich aus dem Haargummi gelöst hatte und nun herunter hing. Edward schockierte mich, als er herüber kam und es sehr geschickt wieder zusammen band. Alice musst es ihm beigebracht haben. Er band es wieder zu einem unordentlichen Dutt zusammen und ich lächelte ihm, dankbar zu.
„Danke", flüsterte ich.
„Kein Problem. Alice hat es mir gezeigt als wie noch klein waren." Ein wissendes Lächeln stahl sich auf mein Gesicht.
„Ich habe es gesehen, dass Alice es dir gezeigt hat", sagte ich leise. Alle glucksten. Ich schloss die Augen und versuchte einzuschlafen. Nach ein paar Minuten gelang es mir und ich fiel in einen Schlaf des Vergessens.
Bella?" Ich hörte wie mich jemand rief, es war Carlisle`s Stimme.
„War sie vorher schon in diesem Zustand?" Fragte er. Ich blieb still und bewegungslos liegen. Ich konnte mich einfach nicht bewegen.
„Ja", sagte Jasper. „Jedoch war sie nicht ganz so heiß." Ich fühlte, wie mir etwas in den Mund gesteckt wurde. Das Thermometer. Ein paar Minuten später piepte es, darauf hörte ich ein Seufzen.
„104. 2 (40,1°c)", sagte er. Was Jasper keuchen ließ.
„Das ist viel zu heiß", sagte er besorgt.
„Was machen wir?" Fragte Alice und klang ängstlich. Carlisle seufzte.
„Ich muss sie ins Krankenhaus bringen", sagte er. „Ihr Zustand beunruhigt mich. Sie hat die ganze Nacht geschlafen und wacht immer noch nicht auf. Ihr Puls und ihre Atmung ist immer noch sehr langsam."
„Was fehlt ihr denn?" Fragte Emmett besorgt.
„Ich weiß es nicht. Sie könnte auch nur einfach erschöpft sein, es könnte aber auch eine andere Ursache haben. Trotzdem, falls sie nicht innerhalb der nächsten Minuten aufwacht, werde ich sie ins Krankenhaus bringen", sagte er. Ich hörte jemanden seufzten und wie sich jemand neben mich aufs Bett setzte.
„Bitte wach auf", hörte ich Edward sagen. Er legte seine Hände an meinen Rücken und half mir in eine sitzende Position. Ich musste bei dieser Bewegung tief einatmen. Ich konnte mich jetzt etwas bewegen, also öffnete ich auch meine Augen. Ich war nicht mehr müde, sondern ich fühlte mich einfach nur schlapp.
„Bella?" Fragte Emmett. Ich schaute zu ihm rüber und runzelte missbilligend die Stirn. Er sah so ängstlich aus. Mein Kopf pochte wie wild. Ich stöhnte und schloss die Augen. Edward zog mich weiter hoch, was den Schmerz noch schlimmer machte. Ich seufzte und fiel wieder zurück. Er schaute mich besorgt an. Und drehte mich herum, sodass ich auf der Kante des Bettes saß. Ich lehnte an seine Schulter und vergrub mein Gesicht an ihr. Er verdeckte das aufdringliche Licht. Carlisle kam herüber und zog mich widerwillig von Edward weg. Ich stöhnte und fiel aufs Bett zurück. Ich konnte mich noch nicht einmal selbst in einer sitzenden Position halten. Carlisle wirkte ein wenig besorgt.
„Fühlst du dich okay?" Fragte er.
„Nein", krächzte ich.
„Was tut dir weh?" Fragte er.
„Ich fühl mich schlapp und mein Kopf bringt mich fast um", flüsterte ich. Er seufzte.
„Du hast wirklich hohes Fieber", sagte er. Was ich mit einem nicken hinnahm.
„Du musst dich abkühlen. Die Medizin hilft leider nicht, also müssen wir etwas anderes versuchen." Müde schaute ich ihn an.
„Du brauchst ein Eisbad", sagte Jasper. Ich zuckte gleichgültig mit den Achseln. Momentan hörte sich das wirklich gut an.
„Jasper, bring sie in dein Badezimmer", sagte Carlisle. Er ging mit Alice und Rose zusammen ins Badezimmer. Jasper kam herüber und legte eine Hand auf meine Stirn. Emmett schaute panisch zu uns. Jasper hob mich hoch und trug mich in Emmett`s und sein Badezimmer. Er gab mir einen Kuss auf dir Stirn und ließ mich mit Carlisle, Alice und Rose alleine.
„Lasst sie solange im Eisbad, bis sie beginnt zu zittern", sagte er. Alice nickte und Carlisle ging. Ich wusste, er würde das Zimmer der Jungs nicht eher verlassen, bis er sich sicher war, dass ich okay war. Ich fühlte mich schlecht, weil meinetwegen alle panisch waren. Rose kam herüber und wirkte ängstlich. Sie zog mir mein Shirt und die Shorts aus, sodass ich nur noch meinen BH und meine Unterhose anhatte. Alice ließ Wasser in die Badewanne einlaufen. Rose setzte mich in die eisige Wanne und ich keuchte erschrocken bei der Kälte des Wassers auf. Alice schaute mich mitfühlend an, als ich mich hinsetzte und vor Unbehagen hin- und her wackelte. Sie kam zu mir und hielt meine Hand. Ich begann zu weinen, das Wasser war so kalt, dass es mittlerweile wehtat. Sie wirkten traurig.
„Es wird alles gut werden", versuchte sie mich zu beruhigen. Ich schniefte und versuchte meine Tränen zu stoppen. Rose kam nun auch zu uns herüber.
„Mir ist so kalt", wimmerte ich. Alice nickte mir mitfühlend zu.
„Du warst viel zu heiß", sagte Rose. „Das war wirklich beängstigend." Ich seufzte.
„Es tut mir leid", sagte ich. Rose verdrehte die Augen und umarmte mich, obwohl ich durchtränkt mit dem kalten Wasser war.
„Hör auf das zusagen", befahl sie und erhob scherzhaft in drohender Weise ihren Finger. „Es gibt keinen Grund, warum es dir leid tun sollte."
„Tuschuldigung", sagte ich, wieder ohne nachzudenken. Sie seufzte und verdrehte erneut die Augen. Ich versuchte mich nur noch auf warme Gedanken zu konzentrieren.
„Rose hol sie raus", sagte Alice besorgt. Ich hatte noch nicht einmal bemerkt, dass ich angefangen hatte extrem zu zittern, sodass das Wasser spritzte. Rose tauchte ihre Arme ins Wasser und keuchte bei der Kälte des Wassers auf.
Sie zog mich heraus und Alice legte ein Handtuch um meine Schultern. So stand ich hier zitternd als ich abgetrocknet wurde. Sie gab mir ein paar neue, kalte Pyjamas, die sich auf meiner Haut eiskalt anfühlten, als ich sie anzog. Mein Gesicht war unnatürlich blass und meine Lippen fast blau. Ich war fast eingefroren. Alice schaute mich besorgt an. Ich ließ Rose mich umarmen und somit geringfügig wärmen. Alice öffnete die Tür und gab somit den Blick auf die drei Jungs, Emmett, Jasper und Edward, frei. Edward wirkte etwas besorgt über mein heftiges zittern. Rose führte mich hinaus und setzte mich aufs Bett. Ich war eiskalt. Trotz Jaspers Protest, hüllte ich mich in die dicke Decke ein. Er kam herüber und zog sie mir aber wieder weg. Frustriert stöhnte ich als er mir das Thermometer in den Mund steckte. Es piepte und er war beruhigt.
„97.6 (36.4°C)", sagte er. Ich zitterte aber immer noch heftig. Er schaute mich mitleidig an. Edward kam herüber und setzte sich zu mir auf Bett. Ich legte mich hin und kugelte mich zu einem wärmenden Ball zusammen. Jasper seufzte und umarmte mich.
„Jesus! Du bist ja eiskalt", sagte er. Ich nickte. Emmett kam herüber und legte eine seiner riesigen Hände auf meinen zierlichen Arm. Er keuchte auf und zog seine Hand zurück.
„Bist du müde?" Fragte Jasper. Ich schüttelte den Kopf. Ich war nicht mehr müde. Das kleine Bad hatte mich wieder aufgeweckt. Ich zitterte weitere zwei Minuten heftig, bevor Jasper besorgt wirkte.
„Tu das noch mal herein", sagte er und schwang dabei das Thermometer. Brav öffnete ich meinen Mund und er steckte es hinein. Als es piepte runzelte er missbilligend die Stirn.
„97.1 (36.1°C). Es fällt", sagte er. Ich zitterte erneut und Jasper legte die Decke über mich. Ich lächelte glücklich und er kicherte.
„Ganz und gar unter den Fiebercharts", sagte er. Ich nickte. Er stand auf und ging heraus, sicherlich um Carlisle ein weiteres Mal meinetwegen zu belästigen. Ich seufzte. Emmett ging mit ihm und ließ mich mit Alice, Rose und Edward zurück. Ich zitterte unter meiner Decke und alle verzog missbilligend die Stirn. Edward kam zu mir und legte eine Hand auf meinen Rücken. Er schaute mich traurig an, als er mich berührte. Ich wusste, dass ich erbärmlich dünn, kalt und verletzt aussah. Ich setzte mich auf und schaute ihn an. Er lächelte traurig und umarmte mich. Ich genoss seine Wärme und er wickelte uns beide in die Decke ein. Er kicherte als ich meine Wange an seine Brust drückte. Er ließ zu das ich mich an ihn lehnte, dabei konnte ich Alice und Rose strahlen sehen, was mich erröten ließ. Ich war kurz davor erneut einzuschlafen als er sanft meinen Rücken rieb. Ich schloss die Augen und hörte wie die Tür geöffnet wurde und Emmett, Jasper, Carlisle und Esme herein kamen. Normalerweise wäre ich jetzt verlegen, aber in diesem Moment stört es mich überhaupt nicht.
Es war bequem und ich war dabei wieder etwas wärmer zu werden. Carlisle kam lächelnd herüber. Ich lächelte zurück, nur um dann zu stöhnen, als er die Decke wegzog. Ich kuschelte mich näher an Edward, der seinen Vater wütend anblitzte.
„Du bist kalt", sagte er. Was ich nickend bestätigte.
„Bring sie in dein Zimmer. Es ist dort am Wärmsten", sagte Carlisle zu Edward. Edward zog eine Augenbraue hoch und zuckte mit den Achseln. Carlisle wickelte mich eng in die Decke ein und Edward hob mich mühelos hoch und trug mich hinaus. Er brachte mich in ein anderes Zimmer mit einem riesigen Bett und einer schwarzen Ledercouch. Überall waren CD`s und Bücher und eine riesige, sehr teuer aussehende Stereoanlage. Er setzte mich auf dem Bett ab und zog die Decke weg. Ich zitterte stark und er legte mich unter die goldenen Decken auf seinem Bett. Ich lächelte ihm dankbar zu.
„Danke", sagte ich. Er lächelte mir nur kurz zu bevor er zu seinen CD`s ging.
„Bevorzugst du irgendwelche Musik?" Fragte er. Ich schüttelte den Kopf. Er drückte einfach auf die Play-Taste seiner Stereoanlage. Clair de Lune erklang und erfüllte den Raum, was mich zum lächeln brachte. Ich liebe dieses Lied.
„Ich mag Debussy", gab ich zu. Er strahlte und wirkte aufgeregt.
„Ich auch", sagte er. Ich nickte und darauf durchfuhr ein weiteres heftiges zittert meinen Körper. Sein Grinsen verschwand und er kam zu mir herüber. Er legte sich zu mir unter die Decke und umarmte mich erneut. Er beobachtete mich gewissenhaft.
„Stört dich das?" Fragte er freundlich. Ich schüttelte den Kopf.
„Ich vertraue dir", sagte ich einfach. Er lächelte mich herzlich an.
„Das freut mich. Wir sind Freunde nachdem was alles passiert ist", sagte er.
„Ich hatte noch niemals wirklich Freunde", gab ich zu. „Nicht seitdem Jazz und Em gegangen sind."
„Also jetzt hast du welche. Alice, Rose und ich sind deine Freunde um nicht noch deine Brüder zu erwähnen. Sie lieben dich sosehr. Sie sind so beschützerisch", sagte er. Ich lächelte und nickte. Als ich wieder zitterte, hielt er mich fester.
„Schlaf. Du wirst dich besser fühlen, wenn du wieder aufwachst", sagte er. Ich starrte ihn an.
„In deinem Bett", frage ich. Er zuckte mit den Achseln.
„Sicher", sagte er. Ich errötete. „Wir sind Freunde. Du hast auch in Jaspers Bett letzte Nacht geschlafen", argumentierte er. Ich dachte darüber nach und nickte. Er lächelte und umarmte mich fester. Ich bemerkte, dass Claire de Lune wiederholt wurde. Ich lächelte als ich in seinen Armen einschlief und der Komplexität des Klaviers um mich herum lauschte.
