Disclaimer: Nach wie vor keine Rechte, bestenfalls Pflichten. ;)

Viel Spaß bei diesem (zugegebenermaßen etwas kurzen) Kapitel!

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Drei Kampfdronen explodierten zur selben Zeit, und das Trainingsprogramm schaltete sich damit ab. „Trainingsprogramm Loto B beendet. Effizienz 93", verkündete die Computerstimme.

Man-At-Arms wischte sich den Schweiß von der Stirn und nahm einen Schluck Wasser zu sich.

Königin Marlena, die das Training unbemerkt beobachtet hatte, näherte sich Duncan. „Nicht schlecht, wenn ich das anmerken darf."

Der Waffenmeister blickte die Regentin Eternias mit neutraler Miene an. „Vielen Dank, Majestät."

Marlena lächelte. „Oh bitte, Duncan, wir sind unter uns, also lass uns bitte das Protokoll vergessen. Ich bin nicht in einer Staatsangelegenheit hier."

„Sondern?"

„Ich kenne dich schon sehr lange, Duncan. Adam und Teela kannst du vielleicht täuschen, mich jedoch nicht. Sag mir deshalb bitte ehrlich: Wie geht es dir?"

Man-At-Arms seufzte und ließ sich auf einer der Bänke nieder, die zum Ausruhen nach dem Training dienten. „Wie geht es mir… Was soll ich sagen? Ich habe meinen großen Bruder verloren, kaum, dass wir unsere Differenzen bereinigt hatten. Ich bin froh, dass wir uns aussprechen konnten, aber das macht es nicht viel leichter. Für Teela ist es besonders hart, und das schmerzt. Ich wollte immer, dass sie es besser hat als ich früher; ich wollte ihr eine unbeschwerte Kindheit ermöglichen, und was ist dabei herausgekommen? Teela ist schon in jungen Jahren eine Kriegerin geworden, kannte lange Zeit ihre Eltern nicht, und hat nun ihren Vater wenige Wochen, nachdem sie ihn endlich gefunden hatte, wieder verloren. Ich frage mich, ob ein anderer als Adoptivvater besser für sie gewesen wäre."

Marlena musterte ihren alten Freund verständnisvoll. Sie konnte ihn durchaus verstehen. Sie verspürte einen ähnlichen Schmerz wie Duncan, wenn sie daran dachte, vor wie vielen Schrecken sie ihre Kinder, insbesondere Adora, nicht hatte schützen können. Doch sie würde nicht dulden, dass Man-At-Arms sich Vorwürfe machte. Sie war einer der wenigen Menschen, mit denen der verschlossene Waffenmeister offen sprach, das wusste sie. Nicht einmal Randor wusste soviel über seinen besten Freund wie sie. Ihre Stimme klang ruhig doch bestimmt, als sie antwortete. „Nein, Duncan. Ich denke nicht, dass Teela es hätte besser haben können. Wir alle wünschen uns für unsere Kinder das Beste, aber das liegt nicht in unserer Macht. Teela ist zu einer außergewöhnlichen jungen Frau herangewachsen, und das verdankt sie zu einem großen Teil dir. Natürlich geht es ihr im Moment furchtbar, aber deshalb solltest du nicht so an dir zweifeln. Was sollte ich da in Bezug auf Adora sagen?"

Man-At-Arms erschrak. „Bei den Weisen! Daran hatte ich gar nicht gedacht, entschuldige."

Marlena schüttelte den Kopf. „Ich sagte das nicht, um dir Schuldgefühle einzureden. Ich denke nur, du solltest dich von den Dingen nicht überrollen lassen. Gerade jetzt, wo die Umstände schlimm sind, müssen wir nach vorn blicken. Ich hoffe, dass Adora und Teela sich aussprechen, aber es gibt noch sehr viele Wunden zu heilen, und nur die wenigsten sind körperlich."

„Da gebe ich dir Recht, Marlena." Duncan lächelte ein kleines Lächeln. „Danke, dass du für mich da bist."

„Was wäre ich für eine Freundin, wenn ich es nicht wäre? Vergiss bei allen formalen Zwängen bitte nie, dass ich zuallererst Marlena bin und danach erst Königin."

Er nickte. „Ich werde es versuchen. Was meinst du, wie werden unsere Kinder mit allem zurecht kommen?"

Die beiden Freunde saßen noch lange zusammen auf der Bank. Es war lange her gewesen, seit sie zum letzten Mal so lange und so offen miteinander gesprochen hatten, und als sie schließlich aufstanden, um sich in ihre jeweiligen Quartiere zurückzuziehen, fühlten sie beide, dass die vielen Belastungen, mit denen sie sich zur Zeit auseinandersetzen mussten, zumindest ein wenig leichter geworden zu sein schienen.