Weil er es wagte
"Sie schauen wütend aus. Schüler?"
"Potter hat einen Kessel gesprengt. Klar. Aber dass er damit Malfoy treffen musste.. Konnte ich mir dessen Gejammere auch noch anhören."
"Was erwarten Sie eigentlich noch von Potter?"
Severus drehte sich um. "Was meinst du?"
"Potter ist ein Mensch, nur ein Mensch."
"Was willst du sagen?"
"Er ist ein normaler Junge, mit Stärken und Schwächen, mit Eigenheiten und Fehlern. Potter mag eine Berühmtheit sein. Aber vor allem ist er noch ein Kind."
"Aber er ist – "
"Lassen Sie mich ausreden! Er ist ein Kind. Ein Kind, das schlechte Noten schreiben darf. Das sich kindisch verhalten darf. Das wütend sein darf und unlogisch handeln. Punkt."
Severus verdrehte die Augen. Schon wieder einer, der Potters ..Versagen entschuldigen wollte.
"Er hat Verpflichtungen gegenüber dieser Gesellschaft! Und dazu gehört eine gewisse Reife und eine Vorbildfunktion. Die sich auch in der Schule zeigen sollte - müsste."
"Verpflichtungen gegenüber dieser Gesellschaft? Gegenüber einer Gesellschaft, die ihn einmal in den Himmel lobt und dann mit den Füßen tritt?"
Severus schnaubte.
"Es geht um etwas Größeres, nicht um ein paar dumme Zeitungsartikel! Er muss über so etwas stehen!"
"Potter muss gar nichts. Und schon gar nicht auf die horchen, die nicht einmal akzeptieren, dass er nicht so makellos ist, wie in diesen dämlichen Büchern geschrieben wird. Und außerdem, haben Sie einmal darüber nachgedacht, wie verwirrend das alles sein muss? Mal lieben einen alle, dann hassen sie ihn. Selbst sein bester Freund lies sich mitreißen, Gott verdammt, er ist fünfzehn!"
"Was ihn nicht umbringt, macht ihn härter."
"Viele würden zerbrechen."
"Potter zerbricht aber nur nicht, weil er so weit vom Boden abgehoben ist, und so arrogant ist, dass er nicht kapiert, was für eine Verantwortung er hat. Potter ist nicht stark, nein, von wegen. Er wird nur so dargestellt."
"Er hat vor kurzem gesagt, dass Sie der einzige sind, der sich nie von den Medien und Gerüchten beeindrucken ließen, und eigentlich müsste er dankbar sein. Vermutlich hat er Recht. Auch wenn ich dem Potter, den Sie beschreiben, genauso wenig begegnet bin, wie dem Jungen-der-lebt."
Severus schwieg. ..Was erwarten Sie noch von ihm?... Gott verdammt, er ist fünfzehn!...
A/N: Ich versuchte, das typische "James-Argument" beiseite zu lassen. Mir ist klar, dass Piano Boy (wie auch niemand anderer) Severus nicht davon überzeugen kann, seine Meinung von Harry zu ändern. Reviews, anyone?
