Und weiter gehts :-)

danke für eure reviews. Das letzte kapitel sollte etwas auflockernder sein und es freut mich, wenn es auch so rüber gekommen ist :-).

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Snape kam raschen Schrittes mit einem Glas Feuerwhiskey und einem Stapel zu korrigierender Arbeiten zurück und setzte sich zu seinem Schreibtisch. Diese Granger machte ihn noch ganz verrückt. Schluss damit! Aus und vorbei!

Er war sichtlich genervt und bemerkte Hermine erst, als sie zum Reden ansetzen wollte. Er war überrascht darüber, dass seine Schülerin noch da stand, obwohl er ihr unmissverständlich zu verstehen gab, dass sie gehen solle.

"Habe ich mich unklar ausgedrückt, Miss Granger?", fragte Snape und blickte ihr gespielt fragend in die Augen.

"Nein, ich habe Sie schon verstanden. Sie befahlen mir, zu gehen.", gab Hermine trocken zur Antwort und blieb weiterhin stehen. Sie kramte all ihren Mut zusammen und hoffte, dass Snape ihre Unsicherheit nicht bemerke. Zitternd vor Kälte stand sie nach wie vor vor der Kerkertüre.

Snape war verdutzt und wusste gar nicht, wie ihm geschah. Er war es absolut nicht gewohnt, dass man so mit ihm sprach. Nun kam Unmut in ihm hoch.

"Na, und warum stehen Sie dann noch da?!", versuchte Snape mit hochgehobenen Augenbrauen heraus zu finden, seine Stirn in Falten gelegt. "Treiben Sie es nicht zu weit!", warnte er sie zischelnd weiter und deutete auf die Kerkertür.

"Ich mag aber nicht gehen, Professor.", brachte Hermine enttäuscht über ihre Lippen, kaum hörbar für Snape, ihre Augen auf den steinernen Boden gerichtet.

Snape wusste nicht, ob er richtig gehört hatte und beließ es dabei. Es wäre noch nie in seinem Leben der Fall gewesen, dass jemand nicht froh darüber gewesen wäre, den Raum in dem er sich befand verlassen zu können. Bis auf ... Lilly, seine große Jugendliebe. Sein Herz bekam einen kurzen Stich bei den Gedanken und konzentrierte sich wieder auf sein Gegenüber: zitternd, verunsichert aber dennoch mutig genug ihm entgegen zu treten. Snape war beeindruckt von ihr, das wagte sonst keiner seiner Schüler. Aber es wagte auch keiner seiner Schüler mit dem Wunsch mit ihm zu schlafen zu ihm zu kommen. Der Professor kniff also seine Augen zusammen und betrachtete seine Schülerin langsam von oben bis unten. Ihm fiel dabei jetzt erst auf, dass sie zwar keinen Mantel trug, dafür aber einen Zettel in der Hand hielt. Er wurde neugierig und wollte wissen: "Was haben Sie eigentlich um diese Uhrzeit, mit viel zu wenig Kleidung an sich in den Gängen von Hogwarts zu suchen, Miss Granger?"

Sein Gesichtsausdruck ließ keine emotionale Interpretationen zu, was Hermine nach wie vor verunsicherte.

"Ich war auf dem Weg zu Professor McGonagall, Sir."

"Suchen Sie noch mehr sexuelle Erfahrungen?" Snape merkte, dass Hermine schockiert ob seiner Bemerkung war und genoss es sie so bloß zu stellen.

"Hier in meiner Hand halte ich einen Antrag für die Erlaubnis in den Ferien in Hogwarts bleiben zu dürfen.", Hermine versuchte sich zu verteidigen und kam sich blöd dabei vor, denn eigentlich war sie ihm keine Rechenschaft schuldig. "Und diese muss von einem Hauslehrer bewilligt werden!"

"Sie wollen bleiben?", Snape sah sie verdutzt an.

"Ja."

"So viel ich weiß, sind Ihre Noten alle vortrefflich. Wieso gönnen Sie sich dann nicht ein paar Wochen Freizeit?"

Dieser Eiertanz zwischen Snape und ihr nervte sie zunehmendst. Seit ihrer ersten gemeinsamen Nacht herrscht das reinste Gefühlschaos. Ja. Nein. Ja. Nein. Ja. Nein. Mal dachte sie, sie dränge zu Snape durch und dann setzte er sie wieder vor die Türe. Hermines Zittern war mittlerweile eine Mischung aus Kälte, Unsicherheit und Angst, war momentan aber gewillt, Snape die Wahrheit zu sagen: "Ich möchte bleiben, um bei Ihnen bleiben zu können."

Der Zaubertrankmeister hätte mit vielem gerechnet, aber nicht mit so einer ehrlichen Antwort. Er sah sie perplex an und brauchte eine Minute zum Begreifen.

"Miss Granger", begann Snape, wusste aber selber nicht so recht, was er jetzt sagen solle und versuchte fort zu fahren: "Ich denke, Sie verrennen sich da in etwas, das nicht sein darf - ich bin Ihr Professor. Ich denke, Sie sind zu jung für mich, zu unerfahren und zu schwach für mich."

"Sie sind aber nicht mehr lange mein Professor und ja, ich bin jünger als Sie aber zu schwach sicher nicht!" Snape fiel Hermines Verbissenheit auf. Ihr Funkeln in den haselnussbraunen Augen untermauerte ihr Begehren und ihre Willensstärke. Da war sie wieder, die kämpferische Miss-Know-It-All, Hermine fühlte sich endlich wieder nach ihr selber an. Warum musste es nur so schwer sein, Zeit mit Snape zu verbringen?

Am Liebsten würde Snape sie für ihre penetrante Art rauswerfen. Ihr sofortigen Punkteabzug geben und sie für das restliche Schuljahr im Unterricht bloßstellen. Aber untypischer weise, hielt ihn etwas zurück. Es war dasselbe Gefühl, dass ihn gestern mit ihr schlafen lies. Dieses Gefühl konnte er zwar noch nicht richtig zuordnen. Aber Liebe war es keine, da war er sich sicher. Jedoch das Gefühl begehrt zu werden, reizte ihn, obwohl es sich für ihn ungewohnt und unsicher anfühlte und irgendwie versuchte er es nicht ganz zuzulassen - es war eine Art Selbstschutz, den er seit Jahren aufrecht hielt. Zudem gefiel es ihm, wie sehr Hermine auf seine Berührungen ansprang. Es machte ihn an, solch ein Verlangen zu erzeugen. Snape fand in Hermine jemanden, der ihm ebenbürtig war, obwohl sie so viel jünger war als sie. Sie war klug, wortgewand, und wissbegierig und ganz nebenbei musste er zugeben, dass sie eine attraktive junge Frau war.

Snape gestand sich schlussendlich ein, dass ihm der Gedanke gefiel, wenn Hermine in den Ferien da bliebe und erhob sich langsam von seinem Schreibtischsessel und ließ sie dabei nicht aus den Augen.

"Was soll ich bloß mit Ihnen machen, Miss Granger? Sie sind so hartnäckig wie eine Nussschale, die in Beton geworfen wurde.", Snape machte eine Pause, erwartete aber nicht wirklich eine Antwort auf seine rethorische Frage. Er fuhr bestimmend fort: "Es gibt ein paar Regeln, die Sie einhalten werden, sollte ich mich nun wirklich darauf einlassen." Der Professor schritt langsam um seinen Schreibtisch herum und begann erneut zu sprechen: "Sie werden mich während den Mahlzeiten nicht anstarren wie heute Morgen, auch nicht während des Unterrichts. Es wird keine Gefühlsduseleien geben. Sie werden mein Handeln NICHT in Frage stellen. Und ich bestehe auf stillschweigen ... UND ... "

Snape glitt langsamen Schrittes auf Hermine zu und blieb vor ihr stehen.

"... Sie werden es MIR überlassen, wann Sie meine Räume betreten ... und verlassen."

Hermine sah ihrem Professor aufmerksam in die ausdrucksstarken Augen, der mittlerweile so nah vor ihr stand, dass sie ihren Kopf in den Nacken legen musste um den Augenkontakt aufrecht halten zu können, ihr Gesichtsausdruck war voller Ernst. Es war schwer einen klaren Kopf zu behalten, wenn Snape so nah vor ihr Stand. Am liebsten würde sie seine Knöpfe öffnen und seinen Duft einatmen und endlich die benötigte Wärme erhalten, die sie von der Kälte erlöse.

"Natürlich.", antwortete Hermine nüchtern und musste innerlich vor Freude hüpfen. Es hat ihn also doch gestört, dass sie gestern einfach so ging. Endlich hatte Hermine das Gefühl, als würde sich Snape wirklich auf das Projekt einlassen. Ihr fiel ein Stein vom Herzen, da es wirklich sehr nervenaufreibend war, Snape so zu bedrängen. Das Hantieren mit Feuerhornschnecken konnte nicht gefährlicher sein. Man wüsste nie, wann es zur Explosion käme. Aber anscheinend ging Snape einen Schritt auf Hermines Wunsch ein.

"Wenn Sie schon hier sind, dann können Sie gleich ihre letzte Strafarbeit wieder aufnehmen. Es gehört noch einiges Sortiert.", wechselte Snape aprupt das Thema, machte auf seinen Schuhsohlen kehrt und ging wieder zu seinem Schreibtisch zurück.

"Bitte, was?", schoss es Hermine durch den Kopf, sie höre wohl nicht recht. Sie hatte jetzt eher auf Sex gehofft, beziehungsweise auf alles andere aber nicht auf eine erneute Strafarbeit. Es war für die Ohne-Gleichen-Schülerin sehr schwer zu akzeptieren, dass sie schon wieder Arbeiten sortieren müsse, war sich aber dessen bewusst, dass sie keine andere Wahl hatte und ging ohne Snape noch einmal anzusehen in den Durchgang mit den vielen Büchern und Artikeln.

Was Hermine nicht sah war, dass Snape seinen Feuerwhiskey aufgrund des Gespräches in einem Zug leerte. Auch er war erleichtert, dass nun endlich alles geklärt zu sein schien und versuchte sich wieder auf die Arbeiten vor ihm zu konzentrieren. Auf diese Arbeiten hatte er vor dem Gespräch schon keine Lust gehabt und jetzt danach erst recht nicht. Lieber würde er Hermine berühren, riechen und schmecken, sie zum Stöhnen bringen und zum Schwitzen. Snape musste sich beherrschen und zwang sich auf seinen Stuhl zu setzen.

Im Nebenraum arbeitete Hermine eifrig am Sortieren, stand schon wieder auf der Leiter und versuchte mit ihren erkalteten Fingern nach den Artikeln zu greifen. Sie wolle jetzt unbedingt fertig werden damit und Snape wieder die kalte Schulter zeigen. Aber dieses Mal nicht aus Berechnung sondern aus Trotz. "So ein mieser ...", doch Hermine kam nicht zum Beenden des Gedankens. Überrascht blickte sie vom Regal zu der Tür die in die Unterrichtsräume führte und erschrak zunächst. Herein kam ein schwarzes Tuch geschwebt, ganz zart und fließend in seinen Bewegungen und blieb vor der Leiter stehen und wartete darauf, dass es von Hermine genommen wurde. Sie stieg zögerlich von der Leiter herab und bemerkte beim Berühren, dass es sich um Snapes Umhang handelte. Er war ihr freilich zu groß und recht schwer, aber sie hatte noch nie das Gefühl, dass ihr jemals etwas so gut gepasst hätte. Der schwere, schwarze Stoff roch nach Snape und trug noch etwas Wärme von seinem Körper in sich. Gut eingewickelt und beschützt machte sich Hermine wieder an die Arbeit, keines wegs mehr daran erpicht, die Kerker schnell wieder verlassen zu wollen.

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Also, ihr Lieben, was sagt ihr? Bin ja mal gespannt, ob Snape seinem Umhang noch folgen wird ;-) ;-) ;-) oder ob er hermine in ruhe fertig arbeiten lässt???

Würde mich wie immer über ein ehrliches Feedback freuen. Will ja auch, dass euch die Geschichte gefällt. passt alles für euch oder befinde ich mich auf einem holzweg?

Genießt das Adventwochenende :-*