HYA ihr Lieben!

An dieser Stelle begleiten wir Kate, die zurück in Alaska darüber nachsinnt, was der Patriot angerichtet hat.

Sofia Karlbergs Cover von Crazy in Love setzt die richtige Atmosphäre für diesen Teil,

ich hoffe ihr hattet Spaß mit dieser kleinen Geschichte,

Eure Tali!

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9. Kapitel – Feuerwerke für Patrioten

I look and stare so deep in your eyes
I touch on you more and more every time
When you leave I'm begging you not to go
Call your name two or three times in a row

Such a funny thing for me to try to explain
How I'm feeling and my pride is the one to blame
'Cause I know I don't understand
Just how your love you're doing no one else can

Got me looking so crazy right now, your love's
Got me looking so crazy right no
w

(Sofia Karlberg, Crazy in love cover)

Kate

Ich kann nicht fassen, dass der Jahreswechsel und damit auch Irinas gewaltsamer Tod nun schon vier Monate her sein sollen. Hat man 24 Stunden eines Tages zur Verfügung, erscheint diese Zeitspanne noch viel länger.

Blicke hinaus auf die Terrasse und die angrenzende Natur, die blüht und sich die Blätter im strahlenden Sonnenschein wärmt. Der Himmel ist von einem hellen Azur. Manchmal halte ich mein Gesicht ins warme Sonnenlicht und genieße das Gefühl, versuche mich an ein menschliches Leben zu erinnern, dass ich fast vollständig vergessen habe. Unsere menschlichen Erinnerungen sind so unstet und verschwommen und ohne Tanya würde ich vermutlich noch viel weniger erinnern.

Mache einige Schritte zur Glastür. Seitdem Garrett Teil unserer Familie ist, seitdem er Teil von MIR ist, habe ich das nicht mehr getan. Es erscheint mir ihm gegenüber so kindisch. So unreif wo er doch so gern darauf hinweist, dass er in Menschenjahren älter ist als ich. Idiot!

Ich weiß, dass es dummes Zeug ist, aber manchmal genieße ich, ein Mädchen zu sein.

Trete in die frühe Abendsonne hinaus. Die Wärme kribbelt in meinem ganzen Körper, zaubert mir ein Lächeln auf die Lippen. Die Luft riecht nach Frühling, nach Neuanfang, Neubeginn.

Öffne die Augen. Garrett und ich haben unseren Frieden mit 1924 gemacht, doch nicht mit der Zeit dazwischen. Es ist ein holpriger Pfad, auf dem wir einen gemeinsamen Weg zu finden versuchen.

Wir haben beide Dekaden als eigenständige Personen verbracht, er hat noch viel länger als ich keine Rücksicht auf einen anderen nehmen müssen. War Nomade, der anderen zwar wohlgesonnen war, doch weiterziehen konnte, wenn sie ihm zuwider wurden. Ich habe die meiste Zeit meines vampirischen Lebens in einem Zirkel, in einer Familie verbracht. Ich kenne die Bedeutung von Kompromissen. Und wie ungern ich sie schließe, wenn ich dafür nachzugeben habe.

Mein störrischer Patriot ist ein Hitzkopf. Ein kluger noch dazu, der Dinge schnell in ihrem Kern erkennt und sich nicht zu schade ist, gewonnene Erkenntnisse gegen mich einzusetzen.

Doch der raue Kerl, dessen Anziehungskraft mich 1924 so schockiert hat, kann sich gut in uns hinein versetzen, versteht wie schwer Irinas Verlust uns alle trifft.

Meine jüngste Schwester ist tot, weil sie einen Mann geliebt hat, der ihr nicht treu genug war, um unsere Familie zu retten.

Tanya und Carmen machen große Augen, wenn Garrett abends von seinem Leben erzählt, Geschichten voller Lokalkolorit, gesprenkelt von Wissbegier und Neugierde. Der ernste Eleazar, der diese Geschichten von europäischer Seite betrachten konnte, lauscht aufmerksam. Ich bemühe mich arg, nicht auch mit den Ellenbogen auf die Knie gestützt vor ihm zu sitzen und jedes Wort zu glauben, dass er so absondert. Das würde nur seinem Ego schaden. Er ist schon eingebildet genug.

Andersherum reißt Garretts Strom an Fragen und Theorien nicht ab, wenn er uns nach den Mythen der Sukkuben befragt oder dazu, wie ein Millennium sich anfühlt. Er diskutiert gern Weltanschauungen mit Eleazar, über eine Partie Schach hinweg. Doch der charmante Amerikaner meidet es vorerst, die Volturi zu thematisieren. Mein Bruder ist schwer getroffen. Er trägt noch immer daran, dass dieser Teil seiner Geschichte nun düsterer ist, als zuvor.

Mein kleiner störrischer Patriot ist ein Heißblut, ein Mann ohne Geduld, wenn sein Territorium „bedroht" ist. Es ist nicht gut, wenn uns andere Vampire begegnen, entfernte Bekannte. Besonders schwierig wird es, wenn sie plötzlich an unserer Haustür auftauchen und er ihnen öffnet.

Sie betrachten ihn dann fasziniert, wieder ein Wesen mit seltsamen Augen, der Ruf der Sukkuben haben wir also einen weiteren Mann in unseren Bann gezogen, kichern sie und lassen sich selbst hinein. Sie stocken, als sie verstehen, dass Garrett eine Bedrohung sein kann. Er strahlt es aus, aus jeder Pore. Es ist Tanya, die die Situation rettet, einschreitet und ihren neuen Bruder vorstellt.

Die Fliese der Kücheninsel bricht, als Garrett mitten im Geplänkel mit alten Bekannten die Faust darauf niederschlägt. Habe meine Hände verschränkt, sehe ihn irritiert an. Er weiß, dass ich kein Kind von Traurigkeit gewesen bin, diese Legenden kommen nicht von irgendwoher. Es ist Vergangenheit, es sind harmlose Andeutungen, die unsere Bekannten machen.

Lächele. Der ungehobelte Klotz, dieser furchtbare Nomade! Er ist ein Mann, dessen Charisma dazu gewinnt, wenn er aufgebracht ist. Anderthalb Tage schafft mein Wildfang es, kein Wort über unsere Hausgäste zu verlieren.

Ich weiß nicht, welcher Satz es ist, der ihn letzten Endes in Aktion bringt.

Ich hasse es, wenn sie versuchen, dich unter mir hervorzuziehen. DU gehörst mir.

Ein Credo, dass so antiquiert ist und so hingegen all seiner reformierten Haltung, und doch so leicht von seinen Lippen fällt.

Unterstrichen mit einem tiefen Knurren, kurz bevor wir aufeinander losgehen werden, wie zwei Verhungernde auf den letzten Laib Brot.

Wir stehen in seinem Zimmer. Ich habe nicht verstanden, warum Carmen auf die Einrichtung eines solchen bestanden hat, ist er mir doch anfangs nicht von der Seite gewichen. Hat mich in den Armen gehalten, als ich Irinas Fehlen in unserem Zuhause schmerzlich bemerkt habe. Hat mich gehalten, als ich am liebsten zwei Tagelang geweint hätte und es bereute, es nicht tun zu können.

Doch ich verstehe, dass es weise Voraussicht war. Garrett und ich sind noch immer eigenständige Persönlichkeiten. Wir mögen erkannt haben, dass wir nicht ohne einander können, doch wir genießen dass Zueinander zurückkehren. Wir brauchen Raum, zu atmen, wir selbst zu sein. Tanya nennt es Dickkopf. Zwei Störrische. Dabei sind wir nur starke Persönlichkeiten! Die wissen, wer sie selbst sind. Meistens. Wenn sie nicht gerade miteinander… Aber ich schweife ab.

Seine Pranken packen mich an der Hüfte, ziehen mich zu sich heran. Seine Lippen sind Granit auf meinen, dieser Kuss hat nichts romantisches, nichts Sanftes. Der Stromschlag tanzt zwischen uns, bevor ich weiß, dass ich ihm einen Schlag versetzt habe. Doch mein Störrischer knurrt nur herausgefordert, presst seinen sinnlichen Mund härter auf meinen, eine dominante Geste. Er ist ein Alphamännchen. Gut so. Was soll ich mit einem kleinen Ja-sagenden Äffchen.

Packe sein Shirt, das Material ist kalt unter meinen Fingern, würde ich fester daran ziehen, ich würde er Zerbröseln. Packe seinen Hinterkopf, ziehe ihn zu mir hinab.

Seine Pranken gleiten besitzergreifend über meinen Hintern, wandern herum, streichen über die Rückseite meiner Schenkel, bevor sie meine intimste Stelle streifen. Seine Berührungen sind elektrisierend- ohne Flachs. Es ist, als würden seine Finger den Strom zum Tanzen bringen, es kribbelt, wenn er mich berührt. Die Elektrizität schießt durch mich hindurch, seine Lippen treffen meine in einem Knochenbrecherischen Kuss. „DU bist mein.", knurrt er an meinen Lippen, als ich plötzlich gegen die Tischplatte stoße. Wann haben wir uns in Bewegung gesetzt?

Garrett drängt mich hinauf.

Er kann zart sein.

Zerrt meine Leggins in die Kniekehlen, meine Beine höher, bis ich mich auf den Ellenbogen abstützen muss. Das ist nicht zärtlich. Spüre seine kalte Gürtelschnalle an meinem Bein. Erhasche einen Blick auf sein Ding, hart und bereit, bevor er einen Ruck nach vorn macht und ich aufschreie, weil es gut ist, mein Soldat, mein Patriot nicht lange fackelt, sondern deutlich macht, dass er hier der Platzhirsch ist. Einen Moment geistern unsere Hausgäste durch meine Gedanken, die nicht mit unserer Familie auf Jagdpartie sind, sondern noch immer im Haus. Sie werden uns hören!

„Garrett!", stoße ich hervor, halbherzig. Will ihn daran erinnern, doch er nagelt mich, Sprichwörtlich. Hart und schnell. Murmelt immer wieder, dass ich sein wäre. Als ob es mir mit ihm nicht auch so ginge! Diese Weibsbilder, die ihn angraben! Stöhne auf, als er unsere Position verändert, er diesen einen Punkt trifft. Schließe die Augen, lasse meinen Kopf nach hinten fallen, spanne meine Oberschenkel an, ziehe ihn näher heran. Garrett keucht, als ich ihn so an mir festnagele. Greife wieder in sein Shirt, kratze ihn sicherlich durch das Material hindurch, als ich meine Hand keuchend zur Faust balle, meinen Patrioten zu mir ziehe, seine Lippen attackiere, meinen Strom fließen lasse. Garrett stöhnt in meinen Mund, spüre die Spannung in mir, auch meinem stolzen Amerikaner entgeht sie nicht.

Verlangsamt seine Bewegungen, zieht mein weites Shirt hinunter, während eine seiner Pranken vom Saum meinen Bauch hinauf gleitet, spielerisch fast, genüsslich, ruhiger, bis er an der Spitze meines BHs angekommen ist. Einen Moment schwebt seine Hand über die Rundung, gleitet über Haut und Material, sanft, zart, bevor er das Cup herunter zerrt. Seine Hand umfasst meine Brust. Das Gefühl schießt in meine Mitte, bringt mich wieder an den Rand des Wahnsinns. Reiße einen Moment meine Augen auf, kann verschwommen seine Silhouette wahrnehmen, seine pechschwarzen Iris. Begierde. Lust. Liebe.

Mein. Sein brennender Blick fixiert mich einen Moment, während seine Hand fordernd und fest meinen Busen knetet. Dann tritt etwas anderes in seinen Blick. Der Jäger tritt hervor. Die Sekunde, die ich brauche, um zu verstehen was passieren wird, ist genug Zeit für ihn, seine Lippen auf meine Brust zu senken, seine scharfen Zähne durchbrechen meine Haut, sein Gift brennt, als das, was wie ein Kuss anmutet, etwas viel archaischeres ist. Etwas Dummes, Veraltetes. Eine Legende, die angeblich Menschen früher sicheren Passus gewährte. Sein Biss ist eine Markierung. Anders als die Bisse, die ein Vampir in einem Zweikampf erleiden kann. Angeblich. Seine Zähne in meinem Fleisch brandmarken mich als sein Eigentum, machen mich auch ungesehen für unseresgleichen Unantastbar. Wo er dieses dumme Zeug aufgeschnappt hat, weiß ich nun wirklich nicht.

Doch der Schmerz den es auslöst, lässt mich hinabfallen, mein Orgasmus wäscht über mich hinweg, das Hoch rauscht durch mein Blut und auch Garrett kann es spüren. Seine Lippen pressen sich fester gegen meine Haut, als könne er es im Blut in meinem Kreislauf schmecken.

Meine Muskeln zittern, Garretts Lippen lösen sich von meiner Brust, seine Zunge gleitet beruhigend über die Wunde, streichelt geschundene Haut. Das Gift prickelt. Zerre an seinem Haar, als seine Hüfte ein letztes Mal nach vor setzt, mich in den Tisch drückt, der unter uns ächzt und sich in mir ergießt, stöhnend seinen Höhepunkt über uns beide niedergehen lässt.

Sein Mund verteilt viele kleine Küsse auf meinem Dekolleté, meinem Hals, meinem Gesicht, weil er genau weiß, was er getan hat und was ich davon halte! Wie kann er es wagen, mich zu beißen! Und das nicht auf diese neckische Variante sondern… wie kann er es wagen mich zu verschandeln?! Mich ohne meine Erlaubnis für immer als sein zu markieren, bin ich ein Baum, an dem er sein Bein heben kann oder was?! Verflucht!

Bringe einen kräftigen Stromstoß auf, stoße ihn von mir, weil ich ihn in einem Moment der Unaufmerksamkeit erwischt habe. Er landet halb auf dem Bett, schüttelt den Kopf als seine Sinne zu ihm zurückkehren. Sein dunkler Blick fixiert mich, vermutlich rechnet er mit Rage, mit Geschrei. Und einer von uns wird schreien.

Springe von der Tischplatte und bin innerhalb eines Blinzelns bei ihm. Was für ein herrlich verdorbenes Bild er abgibt. Rücklings auf dem Bett, die Hose in den Kniekehlen, das Shirt ist soweit möglich aufgeknöpft. Ein Mann, der seine Vorzüge kennt und weiß, wie sehr ich darauf abfahre. Und er tut es mit dieser Lässigkeit, als sei es das normalste der Welt seine verführerischen Vorzüge aller Welt zu zeigen.

Komme dicht vor ihm zum Stehen. Sein glühender Blick klebt auf meinem Gesicht, ein süffisantes Lächeln auf den Lippen. Er ist sich seiner so sicher oder noch im postkoitalen Rauschzustand. Strecke meine Hand aus, lasse sie über sein Brusthaar und in seinen Ausschnitt gleiten, der Strom zuckt sacht durch meine Finger. Mein Rebell steht drauf. Er hat auf dem Schlachtfeld bewiesen, dass es ihn antörnt. Ich konnte ihn in meinem Rücken spüren. Und wenn die Trauer und Wut mich nicht so vereinnahmt hätten, Gott bewahre, ich wäre an Ort und Stelle über ihn hergefallen. Auch hat er bewiesen, dass er gegen den Strom immun zu sein scheint. Bellas Schild mag ihm zwar hinzugekommen sein, doch auch hier in Alaska ist er wie eine Art Gegengift zu meinem Talent. So nennt Eleazar es und findet es hochgradig interessant dies Stundenlang via Skype mit Carlisle zu erörtern.

Garrett scheint entweder geistig nicht ganz fit zu sein, sich meinem Strom auszusetzen und nicht zurückzuweichen oder er scheint tatsächlich eine Möglichkeit gefunden zu haben, mich auszuhalten. In meinen Gedanken kichert Tanya, genau so sei es.

Starre meinen Mann an. Lasse meinen Blick zu seiner Männlichkeit wandern, die sich mir stolz und salutierend entgegen streckt.

Einladend rutscht Garrett auf seinem Bett nach hinten. Seine Markierung flammt auf, als sein Blick auf meinem halbnackten Busen zur Ruhe kommt. Das wirst du büßen, kleiner Patriot!

Ziehe eine Augenbraue in die Höhe. Mein Preis ist verlockend, doch ich werde ihn nicht für diese chauvinistische Verhaltensweise belohnen, egal, wie sehr es mich reizt ihn auf diese Weise in der Gewalt zu haben.

Drücke meinen Amerikaner auf die Matratze, als ich mich über ihn beuge und ihm einen sengenden Kuss aufdrücke. Der Patriot kommt mir entgegen, unser Kuss ist hungrig, gierig. Unsere Zungen begegnen sich, Zähne beißen in Lippen. Wir stöhnen beide, als Garretts große Hände meine Oberschenkel herzhaft umfassen und mich auf seinen Schoß ziehen. Mein „kleiner" Soldat zwischen uns.

Es ist ein Zerren, Ziehen, Kratzen und Beißen, bevor wir uns aller restlicher Kleidung entledigt haben. Es ist ein Rausch, immer wieder fühle ich mich wie in Trance und dabei doch so fokussiert auf meinen Gegenüber. Er ist in diesen Momenten alles, was ich wahrnehme. 1924 hat es mich verschreckt, doch ich gewöhne mich an den Gedanken, dass der störrische Esel diese Wirkung auf mich hat.

Seine Widerworte fordern mich immer wieder heraus. Er wird mir nie zu viel sein.

Wir starren einander an. Ein brennender, dunkler Blick. Zwei Jäger auf der Pirsch. Einen Menschen würden wir vermutlich warnen, eine Begierde wie diese würde den Menschen auf kurz oder lang verbrennen lassen, doch als ewiges Wesen… ist es kein Problem.

Sinke auf Garretts Länge, mein Patriot lässt den Kopf nach hinten sinken und stöhnt wohlig auf, seine Hände packen meine Oberschenkel fester. Presse meine Lippen aufeinander, kreise meine Hüften ein wenig. 1924 hat er mich verdorben. Kein anderer Mann hat sich je so angefühlt, wie er es tut. Es ist unheimlich kitschig, doch Siobhans Worte klingeln mir fern in den Ohren. „Vielleicht seid ihr ja für einander geschaffen." Meine Freundin glaubt natürlich an so was. Sie glaubt ja auch an Schicksal und Bestimmung.

Spüre Garretts Daumen an meiner intimsten Stelle. Reiße keuchend die Augen auf. Na ja, sie hatte auch mit dieser Gefährten- Sache recht. Liebe, pah.

Garretts dunkle Iris fixieren mich. Plötzlich kommt er mit entgegen, seine Lippen schweben über meine Schulter, unsere Umarmung innig, während wir unseren ungestümen Rhythmus beibehalten. Spüre das Pulsieren, seine Anspannung. Wieder bricht der Strom aus mir heraus, ein deutliches Zeichen, dass auch mein Höhepunkt nah ist.

Drücke meinen Kopf in seine Halsbeuge, während sein Daumen Kreise zwischen uns zieht. Unterdrücke mein Stöhnen mehr schlecht als Recht. Sein Duft steigt mir in die Nase, Pheromone überall.

MEINS, rauscht durch meine Gedanken und bevor ich dazu einen klaren Gedanken fassen konnte, ist der Moment, in dem ich meinen Orgasmus anheimfalle, der Augenblick, als ich meine Zähne in Garretts Schulter schlage. Ich kann seine glatte Haut unter meinen Zähnen spüre, spüre, wie sie einreißt, schmecke das fremde Blut in seinem Kreislauf, nehme entfernt seinen zischenden Protest wahr, bevor er ebenfalls kommt, mein Name von seinen Lippen fällt.

Ich verberge meinen Kopf an seiner Schulter, will ihm nicht ins Gesicht sehen, doch alles was mein aufgeklärter Chauvinist dazu sagt, „ist nur fair".

Er grinst wie die Chesire Cat, als wir im Anschluss wieder unseren Hausgästen gegenübertreten, die nur noch auf die Rückkehr unserer Familie warten und sich dann sehr plötzlich verabschieden.

An sich ist es mir unangenehm, dass sie Ohrenzeugen unseres Stell-dich-eins geworden sind, ich bin nicht leise, doch dann gleitet Garretts Hand beiläufig über meinen Hintern und ich kann keine Scham dafür aufbringen, teile ein vielversprechendes Lächeln mit meinem Amerikaner.

„Vermisst du es manchmal?", öffne überrascht die Augen. Garrett lehnt an der Terrassentür, im Schatten, betrachtet, wie das Sonnenlicht in kleinen Prismen von mir zurück geworfen wird.

Er ist so schön. Und diese tiefsinnigen Augen, das flirtende Lächeln… ich könnte ihn auffressen. Doch ich vermisse mein menschliches Leben nicht. Schüttele stumm den Kopf. Selbst wenn ich ihn irgendwie kennen gelernt hätte – nehmen wir an, wir hätten uns in der heutigen Welt als Menschen getroffen, wir würden alt werden und sterben. Wir hätten nicht für immer. Vielleicht verstehen dass die jungen Vampire aus Carlisles Familie nicht, sie alle haben sich in Familien gesehen – außer Bella vielleicht – doch zu meiner Zeit war das anders. Ich habe mir nie Gedanken um Kinder gemacht. Nie um alt und Grau werden. Und auch wenn es sicherlich etwas für sich hat, gemeinsam alt zu werden, würde ich doch immer wieder „für immer und ewig" wählen.

Langsam kommt Garrett auf mich zu geschlendert, die Hände in den Gesäßtaschen seiner Jeans. Steht vor mir und blickt zu mir hinunter. Die Sonne verwandelt auch ihn in ein Prisma. Echte Männer glitzern eben. Hach.

Garrett lächelt sein selbstzufriedenes Lächeln, er weiß genau, welche Wirkung er hat, er weiß, wie viel Charisma er hat.

„Mein kleines Feuerwerk.", schmunzelt er und drückt seinen Mund auf meinen. Es ist ein sanfter, zarter Kuss. „Ich auch nicht.", sagt er.

„Oh nein!", Tanyas Stimme aus dem Wohnzimmer. „Sie sind ja wirklich süß. Aber ich verstehe nun, warum Emmett und Rosalie in ihrer ersten Dekade ausziehen mussten!", blanker Neid, liebe Schwester. Du musst noch immer auf Männerfang gehen, ich zerre meinen einfach in den nächsten Raum. Ich kann Carmen kichern hören. Sie murmelt irgendetwas von einer Hütte in der tiefsten Einöde Alaskas. Und davon, dass sie uns, unserem Ruf geschuldet, eher zwanzig Jahre Exil einräumen würde. Ich bitte euch! Wir sind doch keine triebgesteuerten Neugeborenen!

„Nachher macht sie ihn noch kaputt!", protestiert Tanya scherzhaft.

Ich kann Garretts Grinsen an meinen Lippen spüren, kann selbst die Grimasse nicht zurückhalten.

„Er", sagt Garrett deutlich, „ist durchaus in der Lage, das zu Handhaben."

Tanya und Carmen feixen. „Sicher?!", neckt meine Schwester.

Er ist eben ein Patriot und mag Feuerwerk. Nicht nur am 4. Juli.

„Bereust du schon, hier zu sein?", flüstere ich.

Garrett sieht mich an. Sein Blick intensiv und ernst, nicht so scherzhaft wie meine Frage gemeint ist. „Nein."

Wir teilen einen langen Blick, die Finger fest in einander verschränkt, bevor wir in die weiten Alaskas davon rennen, Fangen spielen, wie kleine Kinder.

Garretts Arme umschließen mich, als wir lachend auf den Boden fallen.

Liebe ist leicht, frei. Ich liebe dich, dummer Patriot.