Da Ihr alle so lieb Kommis geschrieben habt, kommt hier ein extra langes Kapitel. Dass es bei der Füchsin noch dauert hoffe ich entschuldigt ihr, wenn ihr lest, wer nun mitspielt ...

9. Schreck lass nach!

Bei Merlins Bart, Hermine! Ihre Eltern sind beide Muggel! Alle wissen, dass sie Harrys Freundin ist … oh nein, Ginny! Sie wird eines ihrer ersten Opfer sein!", rief er laut aus. Dann sprang er auf und warf dabei seinen Stuhl um. „Merlin, hilf! Remus Lupin – sie werden ihn einfangen und behandeln wie ein Tier! Wie eine Bestie - oder sie werden ihn gleich töten!"

Er musste Tonks und Remus warnen!

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Tonks und Remus waren im Grimmauldplatz um etwas zu suchen. Tonks hatte gesagt, sie würden sich mit dem Patronuszauber Nachrichten schicken. Er musste planen wie er nun vorgehen würde.

Neville schreckte durch ein Rumpeln und Poltern aus seinen Gedanken auf. Die Geräusche kamen eindeutig aus Doros Zimmer ... weshalb war sie schon wieder da? Oder ... war es jemand anderes? Schnell eilte er aus der Küche, den Zauberstab kampfbereit erhoben, rannte er leise durch die Halle. Am Fuß der Treppe konnte er das leise Fluchen eines Mannes hören

… Doro war in Gefahr!

Geduckt schlich er die Stufen hoch. Das Herz schlug ihm bis zum Hals. Kurz blieb er am Eingang des Turmzimmers stehen, atmete tief durch und öffnete lautlos die Tür.

Doro lag bewusstlos auf ihrem Bett, die Robe zerrissen und eine Wunde an ihrer Stirn blutete. Neben ihr stand ein Zauberer mit langem, fettigem, schwarzem Haar …

‚Snape', schoss es Neville durch seinen Kopf. ‚Snape hat Doro etwas angetan! Dafür wird er leiden, der Dreckskerl! Ich werde ihm wehtun. Expellearmus!'

Snapes Zauberstab flog durch die Luft und der Tränkemeister wirbelte herum. Überrascht starrte er Neville kurz an.

„Longbottom, gehen Sie. Ich kann Sie jetzt hier nicht gebrauchen", zischte er.

„WAS haben Sie Doro angetan? Ist sie tot?" Nevilles Stimme war kalt und stark.

„Angst, noch ein Familienmitglied zu verlieren?", fragte Snape in einem Tonfall, den Neville nicht deuten konnte.

Der junge Zauberer wurde von seiner Wut übermannt. Sein Arm mit dem Zauberstab schnellte nach oben und er bellte: „Crucio!", ehe er noch richtig darüber nachgedacht hatte. Die Stabbewegung war nur ein einfaches Schnippen, das schwierige am Cruciatus war schließlich der Wille Schmerz zuzufügen.

Neville wollte Snape Schmerzen zufügen, ihn leiden lassen, für Dumbledore, für Doro, für ihn selbst, für alles, was ihm dieses fetthaarige Scheusal je angetan hatte.

Snape schrie auf und brach zusammen. Seine Augen starrten Neville ungläubig aus seinem schmerzverzerrten Gesicht an. Als der Tränkemeister zu röcheln begann, löste Neville den Fluch.

„Na, Sie Abschaum, können Sie jetzt endlich einmal ihre gemeine Klappe halten!", fauchte Neville wütend, bis ihm schlagartig bewusst wurde, was er da gerade getan hatte.

Er hatte einen unverzeihlichen Fluch benutzt!

Breitbeinig stand er vor dem sich auf dem Boden krümmenden Snape und blickte erschrocken auf seinen Zauberstab. Was sollte er nur tun? Er hatte sich hinreißen lassen zu etwas, das er zutiefst verabscheute. Doch er musste handeln und zwar schnell. „Vincire!" Snapes Hände und Füße wurden durch magische Seile gebunden. Dann ließ er den gefesselten Zauberer auf einen kleinen Sessel schweben und trat an Doros Bett.

‚Wenn sie tot ist, werde ich das nicht überleben.' Vorsichtig streckte er die Hand aus und berührte Doros Wange ... doch sie war warm. Seine Hand tastete sich vor zu ihrem Hals, um dort den Puls zu fühlen. Da schlug Doro die Augen auf und sah ihn an.

„Neville … Schrank … Schub … lade … oben … gelb … Trank … schwarz … Deckel", keuchte die Hexe und verzog vor Schmerzen das Gesicht.

Neville hastete zum Sideboard, in dem Doro ihre Tränke aufbewahrte, und riss die von ihr genannte Schublade auf. Die vielen Fläschchen klirrten bedrohlich. Neville suchte kurz, bis er den gelben Trank gefunden hatte. Er eilte zurück zum Bett, half Doro den Oberkörper aufzurichten und gab ihr die Phiole in die Hand. Mit zittrigen Händen öffnete sie die Flasche und trank den Inhalt komplett aus. Dann schloss sie kurz die Augen. Neville sah sie besorgt an, doch sie lächelte, als sie ihn wieder anblickte.

„Was ... was ist geschehen?", fragte er noch immer sehr aufgeregt.

„Ich habe Bellatrix Lestranges Test nicht ganz bestanden, lag wohl an meiner Liebenswürdigkeit. Doch ich konnte ihr entkommen, wenn auch nicht ganz ungeschoren." Sie setzte sich mühevoll auf, drehte sich um und ließ die Beine vom Bett hängen.

Als Doro Snape gefesselt auf dem Sessel sah, zogen sich ihre Mundwinkel zu einem breiten Grinsen. Anerkennend sah sie Neville an.

„Warst du das?", fragte sie ein wenig ungläubig.

„Du brauchst keine Angst zu haben, er wird dir nichts mehr tun. Ich werde nachher dem Orden Bescheid geben, dass wir Snape gefasst haben. Solange ..." Doch noch bevor Neville aufstehen konnte, ging Doro langsam auf den gefesselten Tränkemeister zu und grinste noch breiter.

„Ich kann es nicht glauben, Neville hat dich schachmatt gesetzt." Doro lachte. Snape biss die Zähne aufeinander und funkelte sie böse an. „Hat der trotteligste Gryffindor, der dir je über den Weg gelaufen ist, dich überrascht? Du wolltest mir ja nicht glauben ..."

Neville glaubte seinen Ohren nicht zu trauen, doch Snape knurrte tatsächlich.

„Hat der böse Neville dich fertig gemacht?", sprach Doro in Kleinkindersprache.

„Halt die Klappe, Doro, und mach´ die Fesseln auf", brummte Snape.

„Vielleicht sollte ich dich gefesselt lassen, bis du dich beruhigt hast."

„Dorothy McDonough!", donnerte ihr Gegenüber, krümmte sich dann allerdings sofort vor Schmerzen.

„Neville, du hast ihn ganz schön erwischt. Was für einen Fluch hast du genommen?"

Neville erstarrte. Was würde Doro von ihm denken, wenn sie wüsste, dass er …?

„Das musst du gar nicht wissen, Doro. Und nun mache bitte die Fesseln auf", seufzte Snape.

Neville sah, wie Dorothy die Fesseln löste, und ein Gedankenblitz schoss durch seinen Kopf. Weshalb war Snape hier? Wenn er Doro angegriffen hatte, müsste sie noch im Ministerium sein … müssten sie alle noch dort sein … und nicht hier.

Dann schien sich sein Gehirn immer wieder um den Namen „Doro" zu drehen.

Was stimmte nicht daran?

„Doro" ...

Der Name seiner Cousine.

Der Name war ihm vertraut.

Vertraut.

Verdammt vertraut.

Was stimmte nur nicht daran ...? Sie hieß doch so ... Snape war ihr Hauslehrer gewesen, er wusste sicher noch, wie sie hieß ... aber ...

Hätte ihn McGonnagal jemals „Neville" genannt?

„Doro" ... Moment! Es war genau eben dieses vertraute, was ihn störte ...

Immer schneller murmelte seine innere Stimme: ‚Doro, Doro, Doro, Doro, Doro ..."

Auf einmal wurde er sich des Blickes bewusst.

Doros Blick.

Doros Blick, der foppend und liebevoll auf Snape ruhte ...

Dann wurde ihm merkwürdig leicht im Kopf ... und er sah Doro, die ihn auf den Arm nahm und davon trug…

Irgendetwas stimmte nicht. Er saß auf dem Boden neben dem Bett und sah in Doros lächelndes Gesicht. Wie war er bloß hierher gekommen?

„Na, Longbottom, ohnmächtig geworden wie ein Mädchen?", höhnte Snapes kalte Stimme.

„Hör nicht auf ihn; er ist nur sauer, weil du ihn überwältigt hast."

Neville sah Doro aus großen Augen an und fragte sehr leise: „Doro?"

Seine Cousine lächelte. „Ja, Neville?"

„Doro ... er hat dich ... er hat ´Doro zu dir gesagt ..."

„Oh … ähm … das wusstest du ja noch gar nicht." Doros Blick spiegelte ein leichtes schlechtes Gewissen wieder, als sie antwortete. „Severus ist mein ach so ominöser Freund…"

„Nein, nein, NEIN! Doro, sag' mir, dass das nicht stimmt, bitte!" Neville schob seine Cousine unsanft weg und sprang auf die Beine. Er hatte Mühe, doch er brachte seine Puddingknie (B/N:D) unter Kontrolle. So schnell er konnte, rannte er an den beiden vorbei und stürmte in sein Zimmer. Er schlug die Tür zu und rief: „Colloportus!", um sie zu verriegeln. Almut, die auf seinem Schrank geschlafen hatte, flatterte empört auf.

‚Ich muss jemanden zu Hilfe rufen … jemanden, der mit dem hier fertig wird, jemanden, der Snape gegenüber treten kann … Mad Eye Moody! Er ist der richtige! Wie sagte Tonks geht das? Den Patronus losschicken …'

„Expecto patronum!" Seiner Zauberstabspitze entsprang ein weißes Licht, das sich zu einem Raubvogel formte und davon flog. Neville stand regungslos im Zimmer. Mühsam versuchte er Ordnung in das Chaos in seinem Kopf zu bekommen. Snape war Doros Freund, der Freund seiner Doro …

Hatte Doro alles nur vorgetäuscht? War er in die Falle getappt?

Aus der Halle hörte er Doro rufen: „Neville, komm' bitte herunter, ich will es dir erklären. Bitte!"

Nein, er wollte nicht nach unten, er wollte nicht ihre Lügen hören, nie wieder. Vor allem aber: er hatte einen unverzeihlichen Fluch gebraucht. Der Fluch, der seine Eltern zu dem gemacht hatte, was sie waren. Er hatte ihn benutzt … ER!

Wenige Augenblicke später explodierte auch schon etwas in der Halle.

Da er splitterndes Holz hörte, musste es wohl die Eingangstür gewesen sein, und dann hörte er kurzen Kampflärm.

Schließlich rief eine krächzende Stimme: „Du kannst herunterkommen, Longbottom, wir haben das Pack unter Kontrolle."

Neville öffnete die Tür, ging den Flur entlang und dann die Stufen hinab. Konnten sie die Beiden nicht einfach mitnehmen?

Unten angekommen sah er Doro, die bewusstlos auf dem Boden lag, und neben ihr Snape, der sich wie ein Irrer in seinen Fesseln wand und ihm hasserfüllte Blicke zuwarf. Vier Ordenmitglieder standen mit gezückten Zauberstäben da. Neben Moody waren Kingsley Shacklebolt, Bill Weasley und Donald Doge gekommen.

„Gibt es hier einen Keller, den wir für das Verhör nutzen können? Nachdem die Todesser das Ministerium übernommen haben, können wir schlecht mit zwei von ihnen durch die Gegend reisen. Außerdem brennt es mir in den Fingern, diesen Abschaum zu befragen", sagte Moody und grinste Snape an. „Das hast du übrigens gut gemacht, mein Junge." (B/N: A...loch :D)

„Die Treppe hinunter, am Ende des Ganges ist ein leerer Raum, den können Sie benutzen", antwortete Neville ruhig.

Doro öffnete die Augen, als sie auf die Füße gezogen wurde. Sie sah Neville mit einem traurig fragenden Blick an und ihre Lippen formten lautlos „Warum?"

Neville rannte nach oben und warf die Tür hinter sich zu, so dass Almut erneut empört aus ihrem Schlaf schreckte.

‚Was habe ich nur getan? Es ist Doro … meine Freundin … meine Cousine … sie liebt mich und hält immer zu mir!'

Er hörte einen markerschütternden Schrei aus dem Keller. Er erkannte die Stimme ... der Schrei kam von Snape. Was trieben die da unten im Keller? Warum schrie Snape so? Sie wollten ihn doch nur befragen, doch das hörte sich an wie purer Schmerz. Das kann doch nicht sein, es ist Moody, sie sind vom Orden … wir sind die Guten …

Ein weiterer Schrei des Tränkemeisters hallte durch das Haus.

‚Sie foltern die Beiden, was soll ich nur tun? Es war falsch, ich hätte sie zuerst anhören sollen … es ist Doro, verdammt noch mal.' Ein erneuter Schrei, diesmal der einer Frau, schnürte ihm die Kehle zu. ‚DORO! Ich muss etwas tun … ich brauche Hilfe … TONKS!'

Neville brüllte: „Expecto Patronum!", und der weiße Milan machte sich erneut auf den Weg. Währenddessen rannte Neville los, stieß die Tür auf und ließ sie offen. (B/N: mpf ... könnte ein böser Fehler sein ...) Er flog förmlich die Stufen hinunter, eilte durch die Halle, stürmte die anderen Stufen hinab in den Keller und rannte durch den Gang. Die Tür war verschlossen.

„Alohomora!", brüllte Neville und die Tür schwang auf.

Die Fackeln an den Wänden zuckten im Windstoß der Tür und tauchten den Raum in ein unwirkliches, dämonisches Spiel aus Licht und Schatten. Doro hockte zitternd am Boden und weinte. Snape unterdessen lehnte an der Wand und blutete aus Mund und Nase.

„Was ist denn, Junge?", fragte Moody verstimmt über die Unterbrechung

„Sie hören sofort damit auf!", sagte Neville bestimmt.

„Was soll das? Lass´ uns unsere Arbeit machen und verschwinde."

„Sie wollten sie verhören, nicht foltern!"

„Davon verstehst du nichts. Und nun geh!", knurrte Moody wütend.

„In meinem Haus wird niemand gefoltert!"

„Wir haben keine andere Möglichkeit, das Ministerium ist korrumpiert! Außerdem, wer sollte uns hindern ... du?", fragte Doge.

„Wenn es sein muss: ja, ich! Sie werden nun alle vier gehen, sofort!"

„Gut, dann nehmen wir die beiden mit!", entschied Moody.

„Nein!"

Neville stand fest wie ein Fels in der Brandung. Er würde keinen Millimeter von seiner Forderung abrücken.

„Wer sollte uns denn aufhalten?", fragte Doge.

„Ich", antwortete Neville ruhig. So ruhig, dass es gefährlich klang.

„Und ich!", erklang eine Stimme hinter ihm. Tonks war gekommen und neben ihr stand ein recht unsicher wirkender (B/N: ggg ) Remus Lupin.

„Und ich", sagte er, auch wenn es mehr als skeptisch klang. (B/N: gggg )

„Seid ihr jetzt alle verrückt geworden?", knurrte Moody. „Was soll das? Warum schlagt ihr euch auf die Seite dieses Todesserpacks?"

„Doro ist meine Cousine! Sie wird nicht gefoltert! Niemand aus meiner Familie wird je wieder gefoltert, nicht, solange ich noch atme!" Die Anwesenden sahen Neville überrascht an, da er immer lauter geworden war, bis er schließlich beinahe brüllte. Der junge Zauberer räusperte sich und fuhr dann sehr leise fort. „Wir werden die Beiden befragen und dann dem Orden Bericht erstatten."

„Pah! Das ich nicht lache! Ihr steckt mit ihnen unter einer Decke! Ihr seid übergelaufen!"

Moodys blaues Auge starrte auf Neville, während seine Zauberstabhand nach oben schnellte ... doch noch bevor er einen Zauber aussprechen konnte, ertönte ein heißerer Schrei. Almut schoss in den Raum und attackierte Moody. Durch den Zusammenprall mit dem aufgebrachten Tier hatte der alte Zauberer sein magisches Auge verloren, das nun hopsend über den staubigen Steinboden rollte. (B/N: lol )

„Ich kenne diese Eule! Sie gehörte Ollivander!", stieß Shaklebold hervor.

„Ist doch egal, wem dieses verdammte Höllenvieh gehört!", fauchte Moody und versuchte, sich den Klauen und dem scharfen Schnabel der Eule zu erwehren.

Den Tumult nutzend griff Doge Tonks an, doch sie wich ihm geschickt aus. Kingsley und Remus standen sich unschlüssig gegenüber, beide wussten nicht genau, was sie nun tun sollten.

Bill steckte kopfschüttelnd seinen Zauberstab ein und verkündete: „Ich werde nicht kämpfen. Wenn Neville, Remus und Tonks ihr Versprechen geben, die Beiden nicht flüchten zu lassen und dem Orden mitzuteilen, was sie herausgefunden haben, genügt mir ihr Wort." (B/N: Sehr gut – braver Bill!)

„Sei doch nicht so naiv", knurrte Moody, der, nachdem Almut endlich von ihm abgelassen hatte, auf allen Vieren über den Boden kroch, um sein Auge zu suchen. Nevilles Eule hingegen saß auf dem Türblatt und beobachtete ihren Gegner genau.

„Ach was, Alastor, Bill hat recht, wir sollten gehen." Kingsley steckte nun ebenfalls seinen Zauberstab ein und nickte Remus zu, während er zur Tür ging.

„Nun gut, doch denke nicht, dass ich das hier vergessen werde, Longbottom. Deine Eltern wären enttäuscht, sehr enttäuscht von Dir."

‚Oh nein, meine Eltern wären stolz! Stolz auf das, was ich hier tue!', dachte Neville grimmig.

Moody hielt sein magisches, blaues Auge in der Hand und folgte dem schwarzen Auror, während er noch immer leise vor sich hinbrummte. Bill hingegen zerrte den wilde Verwünschungen ausstoßenden Doge hinter sich her. Im Vorbeigehen sagte er leise zu Neville: „Ich hoffe, Du weißt, was du hier tust."

Remus geleitete die vier Zauberer hinaus. In dem düsteren Kellerraum breitete sich eine drückende Stille aus. Neville bemerkte auf einem alten, schiefen Holztischchen zwei Zauberstäbe, von denen er einen gut kannte. Er gehörte seiner Cousine Doro. Als er die beiden Stäbe in seine Robe steckte, hörte er hinter sich Snape husten.

„Ich wusste, dass ich mich auf dich verlassen kann, Neville."

Mühsam richtete sie sich auf und kam auf ihn zu, sie streckte ihre Hand nach ihm aus.

„Sprich mich nicht an! Und fasse mich nicht an … nie wieder! Du bist nicht mehr meine Familie! Ich habe dir dieses eine Mal geholfen, doch von mir aus kannst du mit diesem … diesem … ach, du kannst mit ihm hier unten verrecken!"

Die Kälte und Wut in seiner Stimme ließen Doro zurückprallen wie ein Fausthieb. Tränen füllten ihre Augen, sie ließ kraftlos ihre Hand wieder sinken.

„Neville …", sagte sie leise, doch sein unveränderter Blick ließ sie verstummen.

Abscheu und Hass fühlte er und diesen Gefühlen ließ er freien Lauf.

„Wenn du gehst, achte darauf, dass die Tür fest verschlossen ist", sagte er zu Tonks und verließ dann erhobenen Hauptes den Raum.

Langsam und mit festen Schritten ging er den kalten Flur entlang und die Treppe nach oben. Wut, Trauer und Zorn fraßen sich in seine Eingeweide. In der Halle blieb er stehen, sein Magen verkrampfte sich, Übelkeit stieg in ihm hoch und beinahe hätte er sich übergeben.

„Neville? Alles in Ordnung mit dir?" Remus war auf ihn zu gekommen; besorgt legte er eine Hand auf die Schulter des jungen Zauberers.

„Sie … sie hat tatsächlich einen Freund und dann, dann auch noch … IHN!"

Er konnte ein Schluchzen nicht unterbinden, doch Remus lächelte ihn an.

„Und was ist schlimmer? Dass sie einen Freund hat? Oder dass es Snape ist?"

Zuerst war Neville wütend über diese Frage, doch als er kurz darüber nachdachte, musste er sich eingestehen, dass er es selber nicht so genau wusste.

Die letzten Wochen mit Doro waren so schön gewesen, dass er sich insgeheim gewünscht hatte, es würde noch ewig so weitergehen.

Doch dann dachte er an Snape und wie er Doro berührte … küsste …

„Dass es Snape ist!", gab er zur Antwort, gerade noch rechtzeitig, da sich sein Magen unaufhaltsam hob und er sich, ohne es verhindern zu können, auf den Parkettboden übergab. (B/N: Urgs ... aber Gott sei Dank Parkett :) und kein Teppich)

Remus sah ihm mit mitfühlendem Blick an und stützte Nevilles Oberkörper.

„Tut mir leid", stammelte Neville, als er wieder aufrecht stand.

„Ist schon gut. Geht es dir jetzt besser?" Neville nickte. „Wir sollten nach unten gehen, Neville, und noch einmal mit Doro reden, bevor uns unsere Abneigung zu allen möglichen falschen Gedanken verleitet."

Remus ließ mit einem Wutsch seines Zauberstabes das Erbrochene verschwinden.

„Ich … ich kann nicht … oder doch, ich komme mit. Ich werde mir anhören, was Doro zu sagen hat."

„Bist du wirklich bereit?"

Obwohl sich Neville da nicht so sicher war, nickte er und folgte Remus wieder in den Keller.

tbc

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