9. Feilschen


„Ich habe doch schon gesagt, dass es mir Leid tut, und ich ganz offensichtlich auf der Grundlage von falschen Informationen gehandelt habe", sagte Sara, „Aber Tatsache ist, dass meine Omegas gestohlen wurden, und ich immer noch auf der Suche nach ihnen bin. Sie sollten mir lieber dabei helfen sie zu suchen anstatt mich hier festzuhalten und zu befragen!"

Der Sicherheitsdienst hatte sie verhaftet und in Handschellen abgeführt. Und nun wurde sie in einem kleinen abgeschotteten Raum von pinken Möchtegern-Polizisten befragt und verpasste so jede Chance weiter nach Rip, Ray und Nate zu suchen. Und das machte sie wütend. Aber sie riss sich zusammen, da Wut sie bisher auf Maaldoria noch nicht besonders weit gebracht hatte. Sie hatte sie daran gehindert zu durchschauen, dass sie von diesem Piraten reingelegt worden war und hatte sie in diese Situation hier gebracht. Was aus Jax geworden war, wusste sie auch nicht. Bisher hatte sie als Rudel-Alpha auf der Suche nach ihren Omegas auf voller Linie versagt. Und sie wollte natürlich nicht, dass das so blieb, aber um eine bessere Leistung erbringen zu können, musste sie erst einmal wieder freikommen.

„Ich sehe ja ein, dass es ein Fehler war Myrtax anzugreifen", fuhr sie fort, „Und ich werde mich auch bei ihm entschuldigen, wenn Sie darauf bestehen, aber wie gesagt: Es war alles ein Missverständnis."

„Ein Missverständnis, das in zehn gebrochenen Halswirbeln geendet ist", erwiderte der oberste Sicherheitsmann, der das Verhör leitete. Er war pink, dicklich, alt, unfreundlich, und er ging Sara gehörig auf die Nerven. Es war offensichtlich, dass es sich für etwas Besseres als sie hielt, und das hatte sie bei anderen immer schon gestört. Und er weigerte sich ihren Standpunkt nachzuvollziehen, was ihr erst recht gegen Strich ging. Sein Glück, dass ein weiterer tätlicher Angriff ihre Lage nur noch verschlimmern würde.

„Nun, er hat einen ziemlich langen Hals", gab Sara zu bedenken, „Also musste wohl der eine oder andere Wirbel bei einem Zusammenstoß dieser Art zu Schaden kommen."

Der oberste Sicherheitsmann sah sie voller Verachtung an. „Halten Sie sich für witzig?!", blaffte er sie dann an.

„Nein, ich halte mich für jemanden, der wichtige Zeit damit verschwendet Ihnen auseinanderzusetzen, dass ich einen Fehler gemacht habe, den ich ja auch bereue, der aber keine Rolle spielt, weil ich meine Omegas finden muss", erwiderte Sara ungehalten, „Warum halten Sie mich hier immer noch fest?! Will dieser Myrtax Anklage gegen mich erheben oder nicht?"

„Sie wissen genau, dass es hier keine Gesetzgebung gibt, unter der er das könnte", gab der dickliche Sicherheitsmann ungehalten zurück, „Das ist auch nicht der Punkt. Der Punkt ist, dass ich mich nicht darauf verlassen kann, dass Sie das Ganze nicht wieder tun werden. Dass es keine Garantie dafür gibt, dass es nicht wieder zu einem Missverständnis kommen wird, durch das Sie einen weiteren brav arbeitenden Händler anfallen, weil Sie denken, er hätte Ihre Omegas in seinem Besitz."

Sara verdrehte die Augen. „Nun, die Lösung dafür ist doch ganz einfach, oder nicht? Helfen Sie mir dabei meine Omegas zu finden, dann wird es zu keinen weiteren Missverständnissen mehr kommen können. Sie schauen mir auf die Finger und sehen, dass es mir wirklich um nichts anderes geht als die Befreiung meiner Omegas, und ich finde dieser leichter, weil ich Ihre Hilfe dabei habe", schlug sie dann müde vor, „Was halten Sie von diesem Vorschlag?"

„Nicht besonders viel. Wir sind dafür zuständig, dass hier alles fair abläuft, und es zu keinen Ausschreitungen kommt. Wir sind nicht dafür zuständig dahergelaufenen Alphas dabei zu helfen illegaler Weise Omegas zu akquirieren", lautete die Antwort.

Sara traute ihren Ohren nicht. „Illegaler Weise …. Das hier ist ein Sklavenmarkt! Und ich bin auf der Suche nach meinen Omegas, die keine Sklaven sind, und sicher nicht zum Verkauf stehen!", empörte sie sich.

„Und Sie haben sicherlich Papiere, die das belegen", meinte der oberste Sicherheitsmann in einem Tonfall, der vorschlug, dass sie genau das nicht hatte.

„Nein, die habe ich nicht. Die habe ich deswegen nicht, weil Sklaverei auf der Erde illegal ist, und kein Omega damit rechnet einfach so entführt zu werden!", erwiderte sie und zwang sich weiterhin ruhig zu bleiben, auch wenn dieser Kerl es ihr wahrhaftig nicht leicht machte.

„Und weil keiner ihrer Omegas offiziell an Sie gebunden ist", fuhr der Sicherheitsmann in einem Tonfall a la „Das haben wir alles schon gehört, stellen Sie sich vor" fort.

„Ja, wir sind nicht miteinander verheiratet und haben auch keine Urkunden oder sonstigen Dokumente, die uns als Gefährten oder Rudel ausweisen, aber das bedeutet nicht, dass ich lüge!", knurrte Sara, „Nicht jede Bindung muss offiziell sein um etwas zu gelten."

„Wenn Sie wollen, dass wir Ihnen dabei helfen Ihre Freunde zu finden, dann muss sie das aber sein", gab der Sicherheitsmann unbeeindruckt zurück, „Aber da das nicht der Fall ist, werden wir Sie einfach von diesem Markt entfernen. Sie haben keinen gültigen Ausweis bei sich, und trotz Ihrer Kleidung ist es offensichtlich, dass Sie nicht zur daxamitischen Delegation gehören. Also halten Sie sich widerrechtlich auf diesem Sklavenmarkt auf."

„Widerrecht- … Sind Sie sich überhaupt darüber im Klaren, wie absurd Sie sich anhören?", wunderte sich Sara, „Hören Sie, nehmen Sie mir einfach diese Handschellen ab und lassen Sie mich gehen. Sie wollen mir nicht helfen, was kein Problem für mich ist, und ich habe doch schon gesagt, dass ich nicht plane noch weiteren Ärger zu machen, also…"

„Sagen Sie uns, wie wir Ihr Schiff erreichen können, damit wir Sie an verantwortungsbewusste Erwachsene übergeben können", forderte der Sicherheitsmann. Na toll, er hält mich für einen jugendlichen Ausreißer, wurde Sara klar. Vielleicht passte ihr Verhalten ja ganz gut auf diesen Part, aber diesen Gefallen würde sie Martin nicht tun. Nicht solange Rip, Ray und Nate noch dort draußen waren.

„Sie werden mich nicht von meinen Omegas fernhalten!", warnte Sara den Sicherheitsmann. Der seufzte nur und tauschte einen Blick mit seinem Kollegen, der die letzte halbe Stunde oder so einfach nur stumm an die Wand gelehnt der ganzen Sache hier zugehört hatte.

Na gut. Sie haben es ja nicht anders gewollt, sagte sich Sara. Was jetzt kam, hatten sich diese Kerle wirklich selbst zuzuschreiben.

Sie sprang auf und kümmerte sich dann zuerst um den dicklichen Sicherheitsmann, bevor sie sich – immer noch in Handschellen – seinem Kollegen zuwandte. „Sie haben nicht zufällig einen Schlüssel, oder?", fragte sie diesen als erstes, was ihr nur einen verwirrten Blick einbrachte. „Dann eben nicht…"

Sie konnte ihn ja immer noch nachher durchsuchen, vorausgesetzt sie hatte genug Zeit bis seine Kollegen angerannt kamen. Bisher hatte er jedoch weder um Hilfe gerufen, noch war ein Alarm losgegangen. Vermutlich bereute er das bereits, doch Sara hatte keine Zeit für Mitleid, sondern stürzte sich nun auch auf ihn. Immerhin warteten ihre Omegas immer noch auf sie.


Ich kann nicht glauben, dass es wirklich so weit gekommen ist! Wo bleibt nur Sara? Wo bleibt Mick? Lange können wir nicht mehr auf sie warten!, dachte Ray bekümmert, als sich die Omega-Schlange vor ihnen weiter bewegte. Irgendwie hatten sie es tatsächlich geschafft sich ans Ende der Schlange aus „Zu Verkaufenden" Omegas zu schummeln, und bisher war auch noch keiner von ihnen dreien herausgefischt worden um außerhalb der Norm verkauft zu werden. Doch das Geschäft schien für das Ding, das sie in seiner Gewalt hatte, gut zu laufen, da die Omegas ständig weniger zu werden schienen, und wenn das so weiterging, würden bald keine mehr zum Versteigern übrig sein.

„Sara und Amaya könnten langsam wirklich hier auftauchen", meinte Nate gerade, „Es dauert nicht mehr lange bis wir dran sind."

„Vielleicht halten die ja zwischendurch Verkaufs-Mittagspause", schlug Ray optimistisch vor.

„Irgendwie bezweifle ich das", erwiderte Rip sofort auf seine übliche negative Art.

Nun, zumindest hatten sie ihr Bestes gegeben. Solange durchgehalten wie es ihnen möglich gewesen war und hatten die Hoffnung bis zum Ende nicht aufgegeben. Das war zwar kein Trost, aber wenigstens konnten sie stolz auf sich sein – das war auf jeden Falls Rays Meinung. Je mehr sich der Käfig um sie herum leerte, desto realer wurde die unausweichliche Zukunft in Sklaverei auf die sie zusteuerten, aber man konnte ihnen nicht nachsagen, dass sie aufgegeben hätten. Noch war es nicht vorbei. Noch war alles möglich.

„Wir können immer noch versuchen den Wärter zu überwältigen, wenn er das nächste Mal herein kommt. Zu dritt sollten wir das schaffen, und dann zwingen wir seine Kollegen uns frei zu lassen, indem wir sein Leben bedrohen", schlug Ray schnell vor.

„Woraufhin die Kollegen einen von uns oder allen dreien den Kopf wegsprengen", führte Rip das Szenario zu Ende.

„Wir müssen eben den Eindruck erwecken, dass wir schneller sind als die Finger auf den Auslöser", argumentierte Ray weiter, „Einen Versuch ist es wert. Heißt es nicht: Lieber tot als Sklave? Also ich weiß ja nicht, wie es euch geht, aber ich…"

„Du da!" Ray unterbrach sich und drehte sich verwundert zu dem Wärter um, der am Rand des Käfigs stand und auf ihn zeigte.

„Ich?!", wiederholte er verwirrt.

„Ja, du, komm her, du bist dran", meinte der Wärter - es war einer der beharrten Sorte mit Greifschwanz.

Ray wechselte einen hektischen Blick mit Rip und Nate. „Oh, nein, er kann jetzt nicht dran sein, wir sind ein Dreierpack", behauptete Nate, „Wir werden nur zu dritt verkauft."

„Dann werdet ihr jetzt eben zu zweit verkauft", meinte der Wächter unbeeindruckt.

„Sind Sie sicher, dass das kein Missverständnis ist?", fragte Rip, „Ich meine, unter uns gesagt, dieser hier wird deswegen mit uns zusammen verkauft, weil er alleine nicht besonders viel einbringen dürfte, und …."

„Nein, es ist kein Missverständnis. Komm jetzt endlich herüber zum Ausgang, oder soll ich dir Beine machen?!", unterbrach ihn der Wärter ungeduldig.

Die drei Erden-Omegas tauschten erneut Blicke aus. Nates Miene wirkte leicht verzweifelt, und auch Rip sah alles andere als zuversichtlich drein, eher ein wenig traurig. Offenbar hatten sie sich damit abgefunden, dass das hier der Abschied war. Nein, das kann nicht der Abschied sein. Das kann nicht mein Abschied von der menschlichen Zivilisation sein! Ich bin nicht bereit für eine Zukunft als Lustsklave von irgendeinem Alien! Panik, die schon länger darauf wartete auszubrechen, stieg in Ray auf, und er umklammerte mit jeweils einer Hand einen Arm seiner beiden Freunde.

„Ray", begann Nate.

„Nein, sag jetzt nichts", bat dieser.

„Aber…", protestierte Nate schwach, doch Rip schüttelte den Kopf. „Das hier ist nicht das Ende, Ray", sagte er schnell, „Sara wird kommen, und wir werden dich finden und dich retten."

„Klar, ich weiß", behauptete Ray und schluckte hart, „Ich wollte nur, dass ihr ihr sagt, dass es nicht ihre Schuld war, und dass ihr Mick sagt, dass ich…"

„Wenn du jetzt nicht sofort herkommst, dann sprenge ich einem deiner Freunde seinen Schädel weg!", unterbrach ihn die Stimme des Wärters.

„Ist ja gut, ich komme ja schon!", rief Ray beleidigt über seine Schulter hinweg in Richtung draußen, dann meinte er noch schnell: „Ihr wart gute Freunde, ich bin froh euch getroffen zu haben, alle beide. Das hier ist nicht deine Schuld, Rip."

Bevor er die Antworten seiner Freunde hören konnte, ließ er sie los und stolperte Blindlinks in Richtung Käfigtüre. Tränen stiegen in seine Augen, doch er versuchte sie zurückzuhalten, so gut er konnte. Er konnte es sich nicht leisten jetzt vollkommen die Kontrolle zu verlieren. Zumindest nicht solange Nate und Rip ihn noch sehen konnten.

„Was für ein rührender Abschied", kommentierte der haarige Wärter die Szene, als er Ray unsanft aus dem Käfig zerrte, „Spar dir deine Tränen lieber für später auf, du wirst sie noch brauchen."

„Was passiert mit mir?", wollte Ray wissen, „Du willst mir doch nicht einreden, dass jemand dezidiert nach mir gefragt hat?"

„Doch Schätzchen, dein Typ wurde verlangt", meinte der Wärter, „Von einem ganz speziellen langjährigen Kunden, du kannst dich freuen, wie es aussieht bist du etwas ganz besonderes."

Ray hatte sich noch niemals so sehr gewünscht nichts Besonderes zu sein wie in diesem Moment, als er vom Wärter der Auktionsbühne entgegen geschoben wurde, und sich jede Hoffnung auf Rettung, die er gehegt hatte, von Sekunde zu Sekunde als unrealistischer offenbarte.


„Ugh. Was ist passiert?"

Mick schlug die Augen auf und hatte einen Moment lang keine Ahnung, wo er sich befand. Das hier war definitiv nicht seine Kabine an Bord der Waverider. Überhaupt sah es nicht nach der Waverider aus, sondern nach einem roten Zelt.

Wo zum Teufel bin ich hier?! Er richtete sich auf und stellte fest, dass er auf einer Art Liege lag und irgendwelche Schläuche in seinem linken Arm steckten. Bin ich entführt und unter Drogen gesetzt worden? Soll ich jetzt als Alpha-Sklave verkauft werden? Wo ist Amaya? Langsam kehrte seine Erinnerung zurück. Sie hatten diese Typen, die wie Menschen aussahen getroffen, und deren Prinzen, und dann war Mick schlecht geworden, noch schlechter als bisher, und er war … zusammengebrochen wie ein keines Omega-Mädchen.

Toll, aber zumindest hat Schmalzlocke nichts davon mitbekommen. Dann fiel ihm wieder ein, dass Ray ja entführt worden war, und sie eigentlich unterwegs gewesen waren um ihn zu retten. Er hatte keine Zeit übrig um hier herumzuliegen!

Mick zerrte die Schläuche aus seinem Arm, woraufhin ein ohrenbetäubender Alarm losging. „Sei still!", beschwerte er sich, als ein Haufen Leute ins Zelt gerannt kam. „Stellt dieses Ding ab!", forderte er, „Gehört ihr zum Prinzen? Wo ist meine Freundin?!"

Die hereingestürmten Leute sahen alle aus wie Menschen und trugen die Uniformen, die Sara und Jax angezogen hatten, als sie auf den Sklavenmarkt aufgebrochen waren, also nahm Mick an, dass er wohl doch nicht in Gefangenschaft geraten war, sondern ihm diese Leute hatten helfen wollen, nachdem er … zusammengebrochen war wie ein kleines Omega-Mädchen.

„Hier bin ich, Mick!" Amaya kam ins Zelt geschritten. Sie hatte ihren Pelz abgelegt und trug nun nur noch das eng anliegende Kleid darunter, aber ansonsten sah sie unverändert aus.

„Was ist hier los?", wollte er von ihr wissen.

„Die Daxamiten waren so gut sich um dich zu kümmern, nachdem du … das Bewusstsein verloren hast", erklärte Amaya, „In diesem Sandwich muss irgendetwas gewesen sein, das du nicht vertragen hast. Du wurdest medizinisch versorgt, dein Magen wurde ausgepumpt und dein Kreislauf gereinigt."

„Wie nett von den Daxamiten. Warum bist du hier anstatt nach unseren Omegas zu suchen?", wollte Mick wissen, der sich noch nie weniger aus unnötigen Sentimentalitäten gemacht hatte als jetzt gerade.

„Weil es nichts bringen würde kopflos herum zu suchen", erklärte Amaya, „Prinz Mon-El hat sich bereit erklärt uns zu helfen. Er glaubt uns, dass unsere Omegas gestohlen wurden. So etwas dürfte hier öfter vorkommen."

„Was für eine Überraschung", murmelte Mick voll Ironie.

„Auf jeden Fall versuchen er und seine Leute in Erfahrung zu bringen, ob in letzter Zeit irgendwo daxamitisch aussehende Omegas gesehen wurden", fuhr Amaya fort, „Oh, und sie haben herausgefunden, dass Sara verhaftet wurde."

Das war nun allerdings eine überraschende Neuigkeit. „Verhaftet? Von wem?"

„Vom örtlichen Sicherheitsdienst, wie es scheint. Wegen ihrer Kleidung wurde sie für ein Mitglied der daxamtischen Delegation gehalten, aber die wussten natürlich nicht, wer sie war. Als dem Prinzen dieser Zwischenfall gemeldet wurde, habe ich ihm gesagt, dass es Sara sein muss."

„Nur Sara? Was ist mit dem Kleinen?", wunderte sich Mick.

Amaya zuckte die Schultern. „Jax wurde nie erwähnt", berichtete sie, „Aber Mon-El hat jemanden losgeschickt um Sara abzuholen. Wenn sie verhaftet wurde, dann vielleicht deswegen, weil sie auf denjenigen losgegangen ist, der Nathaniel und die anderen hat."

„Dann sind das gute Neuigkeiten", befand Mick, „Aber ich will mit deinem Prinzen reden. Das hier geht alles viel zu langsam und viel zu offiziell. Und woher willst du überhaupt wissen, dass wir diesen Kerl auf vertrauen können?"

„Manchmal braucht man eben Hilfe, Mick, und dann muss man die nehmen, die einem angeboten wird. Ich habe mich umgehört und umgesehen, mit ein bisschen Totem-Unterstützung. Dieses Lager hier ist eine Art Basis am Sklavenmarkt. Es sind einige Omegas hier, die alle gekauft wurden, aber sie werden gut behandelt. Ich glaube, der Prinz plant sie freizulassen. Die anderen nennen ihn deswegen wunderlich, aber er dürfte das regelmäßig tun: Einfach herkommen und Omegas kaufen und sie später freilassen. Nie behält er sie", erklärte Amaya, „Seine Mutter, die Königin, dürfte darüber nicht sehr glücklich sein, aber sie lässt es ihm durchgehen. Wir haben Glück, dass wir ihn getroffen haben, Mick."

„Ja, denn wie viele gute Samariter mit einem Haufen Kohle trifft man schon zufällig am Sklavenmarkt?", meinte Mick dazu.

„Es ist kein Zufall, wenn wir auf der Suche nach demselben Ziel waren", gab Amaya zurück.

„Es ist zu viel Zufall um mich dazu zu bringen der ganzen Sache zu vertrauen", erwiderte Mick, „Haben die hier was zu essen, was mich nicht wieder aus den Socken haut?"

Amaya seufzte. „Da ich mit dieser Frage gerechnet habe, habe ich vorgesorgt", meinte sie und reichte Mick ein Stück Obst, das fast aussah wie eine Birne – eine Birne mit seltsamen bunten Muster auf der Schale, „Sie haben unseren Metabolismus analysiert und festgestellt, dass wir im Grunde dasselbe Essen vertragen wie sie, und eben nicht vertragen, was sie nicht vertragen. Das hier solltest du gefahrlos essen können."

Mick nahm sie beim Wort und biss in die Birne, die nicht nach Birne schmeckte, dafür aber fruchtig und gut war. Vielleichten waren diese Daxamiten doch keine so schlechten Kerle.

Amaya beobachtete ihn kopfschüttelnd. „Hat dir schon einmal jemand gesagt, dass deine Fähigkeit in den unpassendsten Situationen essen zu können bewundernswert ist?", wollte sie dann wissen.

„Nein", antworte Mick wahrheitsgetreu, „Der Professor hat aber mal gemeint, meine Angewohnheit immer zu essen, egal was los ist, wäre ungewöhnlich, ich glaube aber nicht, dass er das als Kompliment gemeint hat, dazu klang er zu sarkastisch. …. Gibt's noch mehr?"

Anstelle einer Antwort schüttelte Amaya nur den Kopf.

Eine weitere Person kam in das Zelt geschritten. Mick erkannte den dunkelhaarigen Prinzen wieder. „Gute Neuigkeiten, wir haben einen eurer Omegas gefunden und ersteigert", erklärte er, „Er müsste gleich hier eintreffen."

„Nur einen?", fragte Amaya.

Der Prinz machte ein bedauerndes Gesicht. „Ja, wir mussten extra nach ihm fragen, aber ich bin sicher, dass er euch sagen kann, was mit den anderen beiden passiert ist", meinte er.

Ich frage mich, wer es ist. Mick sah extra nicht in Amayas Richtung, als er weiterdachte: Ich hoffe es ist Schmalzlocke. Er wusste, wen sie sich erhoffte, und es war nicht so, dass er Nate nicht leiden konnte, nicht wirklich, ja er hatte manchmal seine Probleme mit dem Schönling, aber alles in allem gehörte er zu den Personen auf dem Schiff, die Mick lieber um sich hatte als die meisten anderen, aber er war vor allem hier um Ray zu retten. Ray, der ein Leben in Sklaverei nicht überstehen würde, nicht einen Tag lang.

Ray. Wenn er an ihn dachte, verspürte Mick etwas, das sich fast so wie Sehnsucht anfühlte. Leonard würde ihn so verspotten, wenn er davon wüsste.

Ein Tonsignal hallte durch das Zelt. „Oh, das werden sie sein", meinte der Prinz. Mick zog die restlichen Schläuche aus seinem Arm und folgte ihm zusammen mit Amaya aus dem roten Zelt hinaus in ein anderes weißes Zelt, durch ein weiteres blaues Zelt, und dann in ein purpurrotes Zelt, in dem sie stehen blieben.

Mick konnte ihn riechen, bevor er ihn sah. Amaya schien es ebenso zu gehen.

„Rip!"


A/N: Ja, Rhea wurde erwähnt, aber ich denke wir werden ihre Universum-1-Version in dieser Fic nicht zu sehen bekommen (Also keine Sorge).

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