Soo...ein neues Kapitel ;)

Ich bedanke mich für die Reviews von MeFromMars und ViSissi

LG und viel Spaß beim Lesen;)

Marit


Kapitel 9 – Gemeinsame Zeit

"Kann...kann ich vielleicht mit reinkommen?" Ein Vier-Augengespräch, das konnte nichts Gutes bedeuten.

"Klar." Er kam nach mir ins Zimmer und stellte sich mir gegenüber.

"'Bella, ich..." Na los, sag schon! Sag, dass ich mir keine Hoffnung auf mehr machen sollte. "Ich hab...mich in dich verliebt."

Was?

Das...

Häh?

Ich war definitiv verwirrt. Er...war in mich verliebt? Verliebt? So richtig mit Beziehung und Zusammensein? Aber das...das war doch nicht möglich. Ich war vollkommen überwältigt, überrascht, geplättet, ein Stück weit geschockt aber auch...glücklich?

"Bella? Alles in Ordnung?" Oh Gott! Hatte ich ihm nochnicht geantwortet? Wie dumm kann man nur sein?

"Äh...ja, ja alles in Ordnung." So langsam war mein Gehirn wieder denkfähig und die gerade neugewonnene Erkenntnis sackte durch. Er hatte mir gesagt, dass er in mich verliebt war. Er war in mich verliebt. Er war in mich verliebt! Oh mein Gott! Er war in mich verliebt! Das konnte nur ein Traum sein, er hatte das nicht gerade wirklich gesagt.

Aber irgenwie sah er auf einmal sehr traurig aus. Warum denn das? Hatte er mir nicht gerade noch gesagt, was er für mich empfand? Ich verstand ihn nicht. Und hätte ich ihn nicht gerade noch so zurück gehalten, wäre er sogar gegangen. Was war denn jetzt los?

"Edward?"

"Hmm?"

"Ich muss dir auch etwas sagen." Du schaffst das, Swan, du sagst ihm jetzt was, du für ihn empfindest, befahl ich mir. Er schluckte schwer. Er rechnete vielleicht mit der Abfuhr seines Lebens, auf die er aber noch lange warten konnte. Von mir bekam er sie jedenfalls nicht.

"Ich...hab mich auch in dich verliebt." Endlich war es raus. Edward sah mich erst überrascht, dann überglücklich an. Und wie von selbst legten sich meine Arme in seinen Nacken. Seine wanderten auf meine Taille. Unsere Gesichter trennten nur noch wenige Zentimeter, die wir aber schnell überbrückten. Dann endlich spürte ich seine Lippen auf meinen. Und mein Gehirn setzte aus.

Anfangs war es noch ein sehr zärtlicher Kuss, aber nach kürzester Zeit änderte sich das. Meine Hände krallten sich in sein Haar und auch seine Hände blieben nicht ruhig. Sie schoben die Träger meines Kleides zur Seite und strichen über meinen ganzen Körper. Sie hinterließen ein angenehmes Prickeln auf meiner Haut.

Erst als wir beide Luft holen mussten, trennten wir uns etwas benommen voneinander. Wir sahen uns in die Augen. Seine strahlten soviel Liebe und Glück aus, dass ich mich nicht von ihnen losreißen konnte. Es fühlte sich so richtig an, jetzt in seinen Armen zu liegen und nach Luft zu hecheln.

"Wow." War sein erstes Wort, als er wieder zu Atem kam. Wow. Das traf es genau. Es war wow, was gerade passiert ist. Ich hätte mir nie erträumen lassen, wie dieser Abend ausgehen würde und auch ausgegangen ist. Es war einfach unglaublich.

Er streichelte meine Wirbelsäule entlang und hinterließ wieder eine brennende Spur. Ich legte meinen Kopf an seine Schulter und schloss die Augen. Mmh. Es fühlte sich so gut an und noch dazu roch er einfach zu gut. Ich könnte Stunden so weiter machen, aber leider war es schon ziemlich spät und gleich würde die Aufseherin kommen und ihn rausschmeißen. Ich wollte nicht, dass er Ärger bekam, also löste ich mich gezwungenermaßen von ihm und sah wieder in seine wunderschönen Augen. Für einen kleinen Moment verlor ich mich wieder in ihnen, ehe ich mich wieder erinnerte.

"Es ist schon spät", brachte ich es auf den Punkt, "du solltest gehen, wenn du dem Hausmeister keine Gesellschaft leisten willst." Ich kicherte ein wenig bei der Vorstellung, aber eigentlich war nichts daran lustig. Ich wollte bei ihm bleiben.

"Ein sehr verlockendes Angebot." Er lachte jetzt auch. "Ich trenne mich zwar nur ungern von dir, aber ich glaub, mir bleib nichts anderes übrig. Schlaf gut, meine Süße und träum von mir." Er schenkte mir sein wunderschönstes Lächeln, was mich dahinschmelzen ließ.

"Du auch." Ich strahlte ihm entgegen. Ich konnte mir zwar nicht vorstellen, wie ich jetzt noch schlafen sollte, aber das war mir im Moment egal.

Bevor er ging, nahm er mein Gesicht nochmal in die Hand und küsste mich ein weiteres Mal. Dieser Kuss war noch berauschender als der erste. Meine Knie wurden weich und würde ich jetzt nicht in seinen Armen liegen, wäre ich jetzt ganz sicher hingefallen. Es war fast so, als bestände ich aus Pudding. Zum Glück hatte ich mir diese Mörderschuhe schon ausgezogen, dennoch knickte ich weg. Er grinste nur über diese Tatsache, dass er mich wieder auffangen musste. Ich konnte nicht anders, als rot zu werden. Mist. Ich schaute zu Boden, aber Edward hob meinen Kopf einfach wieder und küsste mich erneut.

"Weißt du, dass ich es liebe, wenn du rot wirst?" Immer noch strahlte er mich an und machte keine Anstalten zu gehen. Mir war es nur recht so. Ich wollte am liebsten, dass er hierblieb, aber das ging ja leider nicht.

"Soll ich dich morgen früh abholen und wir gehen gemeinsam zum Frühstück?" Er war ja so süß. Ich nickte nur und schon wieder lagen seine Lippen auf meinen.

"Ich sollte jetzt wirklich gehen", sagte er schließlich nach einem Blick auf die Uhr. Nachdem er mich wieder geküsst hatte, ging er dann zur Tür und verschwand.

So hatte ich endlich Zeit über den Verlauf des Abends nachzudenken. Aber das war mir natürlich vergönnt. Denn gerade als Edward zur Tür hinaus ging, klingelte mein Handy. Alice.

Na toll. Das hatte mir ja noch gefehlt. Aber ich hatte es ihr versprochen. Also ging ich ran.

"Hey, Alice. Wie läuft's so bei dir?" Bloß nicht zu aufgedreht klingen, befahl ich mir selbst.

"Hi Bella, warum so gute Laune? Ist da etwa was gelaufen heute Abend?" Mist. Aber sie hätte es so oder so rausgekriegt.

"Vielleicht?" Ich ließ sie noch ein wenig hängen. Erzählen musste ich es ihr ja, das stand fest, aber ich konnte ruhig etwas spielen.

"Ouh, Bella! Ich hasse es, wenn du mich so auf die Folter spannst! Los, erzähl schon!" Alice war ja so neugierig. Aber irgendwie musste ich mich für ihre kleinen Vergehen rächen, also ließ ich sie zappeln.

"Ach, war gar nicht so spannend hier. Erzähl du doch lieber, wie es bei Jaspers Eltern so ist." Rache war süß.

"Bella! Ich komm hier schon um vor Neugierde. Bitte sei so gut und erlöse mich." Welch ein Hang zur Melodramatik, dachte ich amüsiert.

"Na gut. Aber du bist die erste, der ich es erzähle. Er ist erst gerade eben gegangen…"

"Was? Er ist gerade eben erst weg? Er war also bis gerade noch hier?" Sie klang ein wenig entsetzt.

"Mmh-hmm."

"Und was habt ihr gemacht? Hat das Kleid auch gepasst? Übrigens, du sah wunderschön aus. Das hat Rose gut hinbekommen."

"Warte – ich dachte, du wusstest, wo wir hingehen." Hatte sie mich etwa angelogen?

"Also ehrlich gesagt, wusste ich es nicht, aber ich kenne Edward. Er hatte schon einige Dates und beim ersten geht er immer in dieses eine Restaurant. Bei den anderen ist nur meistens kein zweites bei rausgesprungen. Aber so wie es sich bei dir anhört, ist da heute Abend definitiv mehr gelaufen. Ich habt doch hoffentlich nicht du weißt schon was gemacht..." Bitte was? Sie fragte mich doch nicht ernsthaft...

"Gott, Alice, nein! Wie kommst du denn auf sowas? Das war unser erstes Date, da steig ich doch nicht mit ihm in die Kiste..."

"Hätte ja sein können. Immerhin hattet ihr sturmfrei..." Sie konnte es nicht lassen.

"Alice!"

"Schon gut, schon gut. Ich wollt's nur sicher wissen. Wart ihr denn auch in diesem Restaurant? Und wie hat ihm das Kleid denn jetzt gefallen?" Und schon stellte sie wieder unzählige Fragen. Das konnte ewig so weitergehen, das wusste ich aus eigener Erfahrung.

"Ja wir waren in dem Restaurant und ja, das Kleid hat ihm auch gut gefallen. Wenn du nichts dagegen hättest würde ich jetzt aber gern schlafen. Es ist schon spät und morgen ist auch noch ein Tag." Mein Gähnen unterstützte das Gesagte nur noch.

"Du kannst mich doch jetzt nicht hängen lassen, Bella, du hast mir noch gar nicht gesagt, was gelaufen ist. Nur noch das eine, dann kannst du schlafen gehen und erzählst mir morgen weiter. Komm schon. Bitte, Bella, bitte." O weh, jetzt fing sie auch noch an zu betteln. Das tat sie immer, wenn sie nicht das bekam, was sie wollte. Und ich gab mal wieder nach. Mist.

"Wir haben uns geküsst." Und es folgte ein lauter, hoher Schrei, ähnlich wie damals, als sie herausfand, das ich in ihn verliebt war. Die Folge waren höllischer Ohrenschmerz meinerseits und hektisches Hyperventilieren auf Alice' Seite.

"Seid ihr jetzt zusammen?" war ja klar, dass die Frage zuerst kam.

"Ich glaub schon, er holt mich morgen zum Frühstück ab." Dann würden alle sehen, dass wir beide nun zusammen waren.

"Oh mein Gott. Ich kanns immer noch nicht glauben. Du und Eddie. Hach. Ihr seid ein so süßes Paar." Jetzt geriet sie auch noch ins schwärmen. Wenn ich sie nicht aufhielt, würde ich wahrscheinlich morgen früh noch am Hörer hängen.

"Alice, ich möchte jetzt wirklich schlafen. Können wir das Gespräch nicht morgen fortsetzen, wenn du wieder da bist?"

"Von mir aus. Aber dann möchte ich auch Details!" Typisch Alice. Sie wollte alles wissen.

"Bis morgen. Schlaf schön." Schon wieder musste ich gähnen.

"Du auch. Und träum süß von deinem Eddie." Ich konnte ihr Grinsen deutlich vor mir sehen.

Am nächsten morgen klingelte mein Wecker. Und das obwohl es Sonntag war. Aber ich wollte mich wenigstens etwas herrichten, wenn Edward gleich kam. Hatte er eigentlich gesagt, um wieviel Uhr er kam? Nein! Vielleicht kam er ja schon in wenigen Minuten, oder er war schon fast da, aber vielleicht kam er auch erst in ein paar Stunden. Ich musste mich beeilen. Wenn er erst später kam, hatte ich wenigstens noch ein wenig Zeit zum Lernen.

Ich machte mich also so schnell es ging fertig und stand nach knapp einer halben Stunde frisch geduscht und angezogen vor dem Spiegel.

Ich hatte wieder eine ganz normale Jeans an und eine blaue Bluse. Das war meiner Meinung nach völlig ausreichend. Dazu zog ich mir noch meine schwarzen Chucks an und fertig war mein Outfir für die heutigen Tag. Es ging also auch noch ohne Alice.

Gerade als ich mich an den Schreibtisch setzen wollte, klopfte es an der Tür. O mein Gott, er war da. Er war da! Was mach ich jetzt, dachte ich. Erstmal Tür aufmachen. Mein Herz pochte so laut und schnell, dass man meinen könnte, es würde bald schlapp machen.

Ich machte also die Tür auf und vor mir stand er. Edward. Er hatte auch nur eine schlichte Jeans an und ein weißes Hemd. Aber er sah trotzdem wieder so gut aus, dass mir der Atem stockte.

"Hi", sagte er wie auch gestern Abend schon. Er kam auf mich zu und nahm mein Gesicht in seine Hände. Er streichelte kurz meine Wangen ehe er seine Lippen auf meine sinken ließ. Hmm. So wollte ich ab jetzt immer von ihm begrüßt werden.

"Hi", sagte ich etwas verspätete, als wir uns lösten. Er strahlte mich an. Ich strahlte zurück.

"Kommst du?" Ich gab ihm nur zu gern die Hand. Und so gingen wir händchenhaltend in die Mensa. Ich hatte schon lang nicht mehr mit jemandem Händchen gehalten.

Als wir zum Buffet gingen, bekamen wir sehr viele verwirrte und von einigen seiner Verehrerinnen auch mörderische Blicke zugeworfen. Edward beachtete sie nicht, also musste ich es auch nicht.

Wir setzten uns zu den anderen an den Tisch, die uns mit großen Augen ansahen. Rose war die Erste, die sich wieder einkriegte.

"Herzlichen Glückwunsch euch beiden", sagte sie und sie freute sich wirklich für uns. Sie lächelte uns entgegen und in dem Moment, indem Edward kurz zur Seite schaute, zwinkerte sie mir zu.

Emmett klatschte mit Edward ein und schenkte mir ein fieses Grinsen. Ich wollte nicht wissen, was er jetzt schon wieder vorhatte.

Nach dem Frühstück ging ich mit zu Edward. Ich war noch nie bei ihm gewesen. Er teilte sich mit Emmett ein Zimmer, also ging ich davon aus, dass es wohl sehr chaotisch sein musste.

Die Zeit verging schnell. Sein Zimmer war nicht ganz so chaotisch wie erwartet, aber auch nicht wirklich gut aufgeräumt. Er entschuldigte sich zwar dafür, aber mir war es egal.

Gegen Nachmittag kam auch Alice endlich an. Sie sprang mir sofort um den Hals und quiekte ohne Ende. In einem geeigneten Moment entführte sie mich und quetschte mich in unserem Zimmer aus. Sie wollte wirklich jedes kleinste Detail wissen. Am Ende der Fragestunde fühlte ich mich völlig erschöfft.

Am Abend ging Alice rüber zu Rose und Edward schaute wieder bei mir vorbei. Wir verbrachten die ganze Zeit mit kuscheln, schmusen und knutschen. Es wäre auch die ganze nacht so weiter gegangen, wäre Alice nicht reingeplatzt und hätte ihn rausgeschmissen.

Mit Edward zusammen war ich so glücklich wie schon lange nicht mehr. Für nächstes Wochenende hatte sich meine Mutter bei mir angekündigt. Sie wollte irgendwas mit mir besprechen. Die perfekte Gelegenheit also, ihr Edward als meinen festen Freund vorzustellen.


Hoffe, ihr gebt mir ein wenig Rückmeldung :)