I've seen love go by my door
It's never been this close before
Never been so easy or so slow
I been shootin' in the dark too long
When something's not right it's wrong
You're gonna make me lonesome when you go
Dragon clouds so high above
I've only known careless love
It always has hit me from below
But this time 'round it's more correct
Right on target so direct
You're gonna make me lonesome when you go
-Bob Dylan-
„Stehenbleiben! Halt!", schreit eine wütende Stimme hinter ihr.
Sie rennt weiter und weiter. Schneller, als sie je zuvor in ihrem Leben gerannt war.
Heiße Tränen rollen ihr die Wangen runter und sie ärgert sich darüber.
Mit ihrem Hemdsärmelfährt sie sich grob über die Augen und beißt die Zähne fest zusammen.
Die Rufe werden leiser und leiser und nach etlichen Minuten horcht sie auf und hört…nichts.
Außer ihren eigenen, langsamer werdenden Fußstapfen und flachem Atem ist da nichts anderes zu hören.
Vorsichtshalber bleibt sie noch nicht stehen, doch irgendwann kann sie nicht mehr und ihre Beine halten abrupt zum Stillstand. Und plötzlich fängt alles an vor ihren Augen zu verschwimmen.
Eine Stunde zuvor:
„Lucy, willst du noch was von meinem Brot abhaben? Ich kann echt nicht mehr!"
Delilah dreht sich zu ihrer Freundin um, doch da ist nur noch ein leerer Platz.
„Lucy, was hatten wir nochmal in Zaubertränke auf?", fragt Amber abwesend während sie beschäftigt in ihrem Müsli rührt.
„Sie ist schon weg.", weißt Delilah sie hin.
Amber hebt den Kopf und beäugt misstrauisch Lucys verlassenen Platz. „Schon wieder?"
Ein schriller Schrei ertönt vom Tor der Großen Halle aus und schlagartig drehen sich sämtliche Köpfe um.
Delilah ist die erste die anfängt zu kichern.
„Fuck it, Max, beweg deinen großen Holzkopf zur Seite, ich kann nichts sehen!"
Doch Ambers Beschimpfungen prallen an dem ebenso großen und zugegebenermaßen recht entzückenden Rücken ab.
Alle vier Tische beginnen zu lachen- Delilah sogar so sehr, dass sie sich die Hände vor den Bauch hält und erstickte Seehundsgeräusche von sich gibt.
„Max! Was ist los?" In ihrer Verzweiflung schiebt Amber den vor sich sitzenden Schrank zur Seite um noch die letzten Momente der sich bietenden Szene zu erhaschen.
„Tan?!", entfährt es ihr ungläubig.
Tanya liegt doch tatsächlich in den Armen von niemand Geringerem als Dave Payne.
„Wie hast du das nur hingekriegt?", murmelt sie anerkennend und schüttelt ihren Kopf kaum merklich.
Tanya löst sich unbeholfen und unter Röte aus der Umarmung ihrer Anbetung und versucht gelassen zum Gryffindortisch zu laufen, nicht ohne sich noch ein letztes Mal umzudrehen. Und er guckt ihr doch wirklich hinterher! Das ist genug für sie- eigentlich müsste sie in die entgegengesetzte Richtung gehen um wieder in ihr Bett zu kriechen und sich für diesen Tag zu erholen, aber ein zweites Mal kann sie an ihm nicht vorbei, das wäre praktisch ihr Ende.
„Tan, Tan, Tan" Delilah schüttelt den Kopf und schnalzt mit der Zunge.
„Zügel dein Benehmen oder wir müssen noch ein ernstes Wörtchen mit dir reden."
„Tan- WAS ZUR HÖLLE IST PASSIERT?", fragt Amber verzweifelt.
„Also zuerst wäre ich fast gestorben. Und dann bin ich nochmal gestorben. Ja, ich glaube so kann man das am besten zusammenfassen."
„Was?"
„Naja, zuerst kam Filch mit dieser riesigen Discokugel aus dem Muggelladen für den Ball angerollt und ich hab Lucy gesehen und wollte zu ihr, aber ich hab Filch und dieses verdammte Monstrum nicht gesehen und bevor ich weiß was eigentlich los ist und warum da jemand so laut schreit ist das Ding schon praktisch vor meiner Nase und BÄM! werde ich einfach umgetaklelt. Naja, was ja auch gut ist, sonst könntet ihr mich jetzt wohl vom Boden abkratzen, aber dann seh ich nach oben, wer mir da da so mega ungalant das Leben gerettet hat und es ist einfach..Dave!"
In der Pause, die Tanya braucht, um einen notwendigen Atemzug zu nehmen, überschlägt sich alles in Ambers Gehirn.
„Warte..WAS?!"
„Jep, es war göttlich! Von wegen ungalant, der Kerl hat dich aufgefangen wie im Film! Also ich glaube, du hast jetzt offiziell eine Begleitung zum Ball!", grinst Delilah.
„Kommen Sie herein!"
In ihrer Verwunderung schwingt die Tür von alleine auf, bevor sie auch nur Zeit gehabt hatte anzuklopfen.
„Guten Morgen, Miss Turner", empfängt Professor McGonagal sie.
„Morgen", murmelt Lucy in ihren Schal hinein.
„Sie sehen müde aus", stellt ihre Hauslehrerin trocken fest.
„Ach das. Ja, aber es geht schon", weißt Lucy schwach ab.
McGonagal schaut sie scharf über den Rand ihrer Brille an.
„Wissen Sie, ich bin mittlerweile weit über die Hälfte meines Lebens hier in Hogwarts. Ich weiß wie es ist Schülersprecher zu sein."
Mit einem Schlenker ihres Zauberstabs lässt sie eine fliegende Tasse Tee vor Lucy erscheinen.
Dankend ergreift Lucy sie und nimmt vorsichtig einen Schluck.
„Also, weshalb ich sie zu mir geschickt habe-"
McGonagal wird durch ein Klopfen an der Tür unterbrochen.
Sie hebt skeptisch ihre Augenbrauen. „Ja?"
Die Tür öffnet sich ein zweites Mal schwungvoll.
Doch anstatt Stimmen ertönt ein Klirren in der Stille und etwas durchnässt Lucys Strumpfhose.
Verstört guckt sie an sich herunter und sieht eine zerbrochene Tasse zu ihren Füßen liegen.
Ein erneuter Blick auf die unerwarteten Besucher und sie weiß was zu tun ist.
„Ich dachte Lucy wäre schon hier"
Ratlos schaut Amber auf Lucys verlassenen Stuhl im Zaubertränkeunterricht.
„Ach, die kommt noch in letzter Sekunde hereingestürmt, mach dir keine Sorgen", meint Tanya.
Aber Tanya behält Unrecht.
„Verdammt, das war die anstrengendste Zaubertrankstunde aller Zeiten", ächzt Amber als sie nach geschlagenen zwei Stunden die Kerker verlassen. „Crowley saß mir praktisch alle fünf Sekunden im Nacken, weil sie wusste, dass sie mich jetzt dran hat."
„Wir sollten nach Lucy gucken, was glaubt ihr?", wirft Tanya grüblerisch ein.
Amber nickt und sieht sich nach Lucys Mitbewohner um. „Hey Mick!", pfeift sie ihn zu sich.
Mick löst sich von seinen Freunden und schlurft auf die drei zu.
„Könntest du bitte nachschauen ob Lucy bei euch ist? Sie ist heute Morgen einfach so verschwunden und wir haben sie seitdem nicht mehr gesehen", sagt Tanya.
„Klar" Mit einem Augenzwinkern dreht er sich schwungvoll wieder um und verschwindet in Richtung der Schülersprecherschlafräume.
„Tan, ich fürchte jetzt musst du dich entscheiden..", stellt Delilah fest, als sie ihm hinterherschauen.
„..Und ich sag dir, das wird nicht einfach", fügt Amber hinzu.
„Treffen wir uns in der Mittagspause wieder in der Bibliothek?"
kürzeres kapitel aber mehr krieg ich heute nicht mehr rausgequetscht und wenn, dann wirds scheiße :D die geschichte in meinem kopf nimmt wieder mehr und mehr form an, also bereitet euch auf die nächsten kapitel vor, die an diesem hier anknüpfen werden x
