Disclamer: Nix mir, alles wem anderes!

Pairing: Parvati/Harry

Genre: Einsamkeit, Abenteuer, etwas Gewalt, ein kleines bisschen Romanze, zwei einzelne Personen in der Dunkelheit eben!

Warnungen: Joa... man sollte Harry mögen... man sollte Parvati mögen... man sollte von leichter Gewalt nicht allzu verschreckt sein, da ihr hier sonst nix zu suchen habt.

Widmung: An den großen (er ist wirklich groß, und dass soll was heißen, wenn ich das sage, ich, mit meinen stattlichen 1,75 m) Dang, hoch soll er leben! ;D

Beta: moppel °fettes knuddel°


Ein Stückchen Frieden

Schon seit mehreren Stunden prasselte der Regen auf seine müden Schultern nieder. Er hatte seit Tagen nicht mehr gegessen, als ein Stück trockenes Brot und einen halb vergammelten Apfel. Sein Magen hatte schon aufgegeben, ihn mit Knurren dazu zu bringen, irgendwo etwas Essbares aufzutreiben.

Auch Schlaf hatte er nicht sonderlich viel abbekommen, vielleicht ein, zwei Stunden pro Nacht. So zierten dunkle Augenringe sein Gesicht, untermalt mit rotgequollene Augen und einer blassen Hautfarbe.

Fast wie in Trance stolperte er vor sich hin. Apparieren konnte er nicht, da er durch den akuten Schlafmangel keinerlei Konzentration mehr besaß. Es galt einfach nur: Immer weiter, nicht stehen bleiben, keine Rast...

So ging es noch weitere zwei Stunden. Der Regen hatte nachgelassen, aber er war noch da. Seine Robe war triefend nass, genauso wie all die anderen Kleidungsschichten darunter. Das Leder seiner Schuhe war aufgequollen und hielt kein Wasser mehr ab, sodass seine Füße seit Stunden mit Wasser in Berührung waren und seine Haut sich langsam anfing aufzulösen.

Dennoch, er spürte es nicht mehr. Zu tief saß der Schmerz der Einsamkeit, zu groß waren all die anderen Probleme, mit denen er sich befassen musste.

Ron war tot, genauso wie seine Eltern, Ginny und Charlie. Getötet von miesen, kleinen Todessern.

Hermine war zur Zeit in St. Mungo, wo ihre lebensgefährlichen Wunden von einem Drachenangriff heilten und ihr Schmerz der stundenlangen Vergewaltigung therapiert wurde. Er hatte sie seit Wochen nicht mehr gesehen.

Dumbledore, McGonagall, Hagrid und viele andere waren bereits im Krieg gestorben. Wie Helden, wie Opfer, alleine oder in der Masse, aber sie waren alle nicht mehr unter ihnen.

Seine Hoffnung, an der er sich so sehr klammerte, schwand mit jeder Minute mehr. Wofür hatte er all die Jahre gekämpft? Für nichts? Wieso gelang es ihm nicht, Voldemort in einem Zweikampf zu stellen? Weshalb mussten alle seine Freunde so jämmerlich zu Grunde gehen, nur weil sie ihn geschützt hatten oder für ihn kämpften?

Er spürte auch die Tränen nicht, die ihm jetzt die Wangen hinunter rollten. Es war egal, alles so verdammt egal! Er würde noch einen Kampf miterleben... siegen oder verlieren, das wusste er nicht, aber ihm war klar, dass er nur noch für einen Kampf die Kraft hatte.

Mitten in der Nacht klappte er dann einfach zusammen. Seine Knie knickten ein, sein bleiernder Köper fiel in sich zusammen.

Es war in der Nähe einer kleinen Wohnsiedlung, so dass die Chance recht hoch war, dass ihn jemand fand, aber würde ihm auch jemand helfen? Die Schlaflosigkeit, der Dreck und die Nässe hatten ihn unkenntlich gemacht. Seine sonst so strahlend grünen Augen waren trübe, die schwarzen Haare fahl und kraftlos. Seine Brille existierte gar nicht mehr, da sie in einem der zahlreichen Kämpfe zersprungen und verloren gegangen war.

In seiner Bewusstlosigkeit spürte er schlussendlichzwei zarte Hände, die sich um seinen Köper schlangen und von dem Ort wegbrachten, an dem er sich befand. Und dann fiel er in einen tiefen, schweren und lange überfälligen Schlaf.

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„Harry? Harry! Aufwachen...", eine sanfte Stimme drang bis zu ihm. Bevor er die schmerzenden Augen öffnete, realisierte er, dass er in einem warmen Zimmer sein musste und höchstwahrscheinlich in einem großen Bett lag. Doch wie war er hierhin gekommen?

Mühsam öffnete er seine Augen ganz und kniff sie gleich wieder zusammen. Das grelle Sonnenlicht blendete ihn, so dass er sich erst daran gewöhnen musste. Erst nach drei weiteren Versuchen schaffte er es, seine Augen offen zu lassen.

Eine junge Frau saß auf der Bettkante und sah ihn besorgt an.

„Harry, bist du wach?", fragte sie noch einmal nach und stieß einen erleichterten Seufzer aus, als er zaghaft nickte.

„Du weißt gar nicht, was für einen Schrecken du mir eingejagt hast! Sei drei Tagen schläft du und ich habe mich schon gefragt, ob du in ein Koma gefallen bist..."

„Wo bin ich überhaupt und wer bist du?", unterbrach er sie unwirsch. Abgesehen von der Tatsache, dass er in einem Bett lag und eine wildfremde Frau an seinem Bett saß und ihm irgendetwas erzählte, wusste er seit seinem Zusammenbruch gar nichts.

„Du bist in meinem Schlafzimmer, schläfst, wie gesagt, schon seit drei Tagen, und ich bin eine alte Schulkameradin von dir, falls dir das helfen sollte.

Überrascht zog er die Augenbraue hoch und musterte sie erneut. Sie trug ihre schwarzen Haare lockig bis zu ihren Schultern. Ihre dunklen Augen waren ungeschminkt, strahlten aber eine ungewöhnliche Wärme aus. Die Augenbrauen waren pingelig gezupft, der Mund glänzte geschmeidig und lud, so halb geöffnet wie eine Rose, zum Küssen ein.

Ärgerlich schob er seine Gedanken weg, ehe er vorsichtig den Namen ausprobierte, der ihm einfiel: „Parvati?"

„Ja, ganz genau. Ich hätte nie gedacht, dich noch einmal wieder zu sehen. Der Abschied damals in der sechsten Klasse war so endgültig gewesen. Es ist schon ein komischen Gefühl, dich jetzt in meinem Bett zu wissen", erklärte sie leise und zwinkerte ihm schelmisch bei ihren letzten Worten zu.

„Du hast recht", stimmte er ihr nachdenklich zu, „es war damals wirklich irgendwie endgültig. Aber zu der Zeit befanden wir uns noch in einem hoffnungsvollen Zustand. Wir alle hatten uns an diese verdammte Vorstellung geklammert, Voldemort endgültig besiegen zu können. Das ICH ihn besiegen könnte."

Frustriert verkrampften sich seine Hände in der Bettdecke, bis die Knöchel weiß hervorstachen.

„Harry, du solltest vielleicht wissen, das die Übriggebliebenen immer noch ihre Hoffnungen in dich setzten. Du darfst nicht aufgeben. Du musst weiter kämpfen...", versuchte sie ihn aufzumuntern, aber alles, was sie damit erreichte war ein wütender Blick seinerseits.

„Du kannst leicht reden. Weißt du wie es da draußen ist? Da sterben Menschen, unmittelbar neben dir. Du kannst nichts machen, fühlst dich machtlos. Niemand ist mehr da, bei dem du Zuflucht findest und dann verlangt man von dir, trotzdem wie gewohnt weiter zu kämpfen... kannst du dir vorstellen, wie das ist?", fauchte er sie zornig an. Aber seine Wut verflog, als er die Tränen sah, die ihr in die Augen stiegen.

„Merlin, natürlich weiß ich, wie es dir geht. Ich habe die letzten drei Monate genug selbst gekämpft. Callage ist ein Zaubererdorf, musst du wissen, hier leben nur magische Menschen... was auch erklärt, weshalb hier so viele Überfälle stattfinden. In jeder Minute könnte der Alarm losgehen... und ich habe jedes Mal mitgekämpft... genauso wie meine Schwester Padma... aber vor acht Wochen...", sie brach ab und nun flossen ihr die Tränen unaufhaltsam die Wangen hinunter.

„Ist sie tot?", fragte er flüsternd, worauf er nur ein Nicken als Antwort bekam. Es reichte ihm.

Obwohl sie ihre einzige Schwester verloren hatte, war sie immer noch voller Hoffnung, voller Hoffnung, die sie in ihm hatte. Und er hatte nichts anderes zu tun, als ihr Vorwürfe zu machen.

„Tut mir leid!", entschuldigte er sich stockend. Trotzig wischte sie sich die tränen aus dem gesicht und ließ sich wieder neben ihn aufs Bett nieder. Dann lächelte sie ihn kurz an.

Eine „Trostscene" hätte hier ganz gut gepasst

„Schon okay. Wir dürfen nicht in der Vergangenheit leben, sondern müssen für die Zukunft kämpfen. Trauern können wir später. Und jetzt... solltest du vielleicht ersteinmal ein Bad aufsuchen!", erklärte sie bestimmt und schlug seine Decke zurück, so dass er einen beschämten Blick auf sich werfen konnte.

Er hatte immer noch seine Kleidung an, die er in Erinnerung hatte. Seine Füße waren lediglich nackt und mit Bandagen umwickelt. Ein blutiger Zeh schaute vorne raus und bot ihm eine vage Vermutung, wie der restliche Fuß wohl aussehen mochte.

„Oje...", brachte er nur hervor, ehe er dankbar Parvatis Hand ergriff, die ihm aus dem Bett half.

Humpelnd klammerte er sich an ihrem Arm und folgte ihr ins Bad, dass ungewöhnlich komfortabel aussah. Eine riesige Badewanne stand mitten im Raum, an den Seiten waren zwei Waschbecken, eine Dusche, ein WC und riesige Schränke mit allerlei Fläschchen und Dosen.

„Ich sehe, du hast dich zumindest in der Beziehung nicht unbedingt geändert.", stellte Harry belustigt fest und heimste sich dafür einen Klaps auf den Arm ein.

„Halt du bloß deinen Mund, sonst parfümiere ich dich solange, bist du deine Aussage bereust!", wütete sie los, lachte dabei aber, was der Aussage die Schärfe entnahm.

„Oh nein, bitte nicht. Das sind doch alles Damendüfte!", verteidigte er sich, auch lachend, und kassierte einen weiteren Schlag.

„So, kann ich dich hier alleine lassen, oder brauchst du noch irgendetwas?", fragte sie hilfsbereit und verließ dann das Bad, als er nur den Kopf schüttelte. Als er alleine war, riss er sich die Klamotten regelrecht vom Leib, ehe er sich ins heiße Wasser gleiten ließ.

Seine Wunden an Füßen und Brustkorb brannten wie Feuer, als sie mit dem Wasser in Berührung kamen, aber auf der anderen Seite kam ein schmerznehmendes Kribbeln auf. Er blieb fast eine Stunde in der Wanne, ehe er hinauskletterte, sich abtrocknete und in dem Bademantel, den Parvati wohlweißlich zurückgelassen hatte, den Raum verließ.

Er humpelte immer noch ein wenig, konnte sich aber selbstständig fortbewegen. So taperte er durch dieses mittelgroße Haus, bis er ein Zimmer erreichte, aus dessen Türspalt Licht hervorschien.

Neugierig stupste er die Tür an, so dass sie knarrend aufsprang und eine helle Küche preisgab. Am Küchentisch saß Parvati mit einer dampfenden Tasse in den Händen und starrte nachdenklich an die Wand.

Er ließ sich schweigend neben sie plumpsen, so dass sie erschrocken aufsah, Zauberstab gezückt, und dann mit einem nachsichtigen Kopfschütteln aufstand.

„Du darfst mich nicht so erschrecken, sonst erliegst du eher dem Avada Kedavra, als du „Zauberstab" sagen kannst!", erklärte sie ihm, während sie sich am Herd zu schaffen machte und mit einer ebenfalls dampfenden Tasse zurückkehrte.

„Hier, trink das. Heiße Gemüsebrühe. Nicht unbedingt nahrhaft, aber aufwärmend und ausreichend. In dieser Zeit komme ich leider nicht wirklich oft in die Winkelgasse, um Nahrungsmittel einzukaufen", entschuldigte sie sich.

„Hey, das macht doch nichts... sie wird schon reichen... und sie ist allemal mehr, als ich die letzten Tage zu Gesicht bekam!"

Sie grinste aufmunternd, ehe sie sich wieder der Wand widmete und sie mit leeren Blick anstarrte. Er beobachtete die etwas besorgt, ehe er sich entschloss, sie in ein Gespräch zu verwickeln.

„Was machst du sonst, beruflich? Privat?"

„Ich hatte eine Ausbildung als magische Schneiderin begonnen, aber als mein Arbeitsplatz angegriffen wurde, war ich ohne irgendeinen Ausbildungsplatz. Seitdem lebe ich von meinem Erbe und meinen Ersparnissen. Aber sie werden nicht mehr all zu lange halten. Mit Glück noch ein halbes Jahr", berichtete sie, aber ohne den Blick von der Wand zu nehmen.

„Wie lange ist das her?", fragte er weiter und schaute sie so lange an, bis sie endlich ihren Blick von der faden Wand nahm und ihn zurück anschaute.

„Fast ein Jahr. Damals lebte meine Schwester noch mit mir zusammen. Und meine Eltern lebten auch noch. Sie wurden vor drei Monaten überfallen und zu Tode gefoltert. Ich glaube, wir gehörten zur letzten Familie, die zu dem Zeitpunkt noch unanggriffen war.

Aber natürlich mussten mir diese verdammten totgeweihten, Schwarzmagier, ach, was weiß ich, auf einem Schlag alles nehmen, was mir lieb und teuer war!", zischte sie leise. Harry glaubte, in ihrer Stimme einen Hauch von abgrundtiefem Hass zu hören, etwas, was überhaupt nicht zu dieser zierlichen Frau passte.

Ihre lockigen Haare – seit wann hatte sie Locken? – fielen ihr wirr über die Schulter, und ihr schlanker Körper war in einen schlabberigen Pullover gehüllt. Die blasse Farbe des Kleidungsstücks verlieh ihr ebenfalls eine blasse Erscheinung, obwohl sie eigentlich schon von Natur aus dunkler war.

Er erinnerte sich wage, wie aufgestylt Parvati und auch Lavender zu seiner Schulzeit noch herumgelaufen waren. Davon war nichts zu sehen. Ihr Gesicht war von gänzlicher Farbe befreit, was sie zum einen älter, zum anderen auch müder wirken ließ.

„Parvati, ich bewundere dich wirklich. Trotz deiner ganzen Verluste hast du imemr noch einen Funken Hoffnung in dir. Etwas, was schon in so vielen Menschen erloschen ist..."

Sie lächelte ihn sanft an.

„Danke. Aber an Irgendetwas muss ich mich ja klammern. Bitte sei ehrlich, wie hoch steht die Chance, dass wir gewinnen?"

„Nicht sonderlich hoch. Ich habe zwar alle bis auf einen Horcrux zerstört, aber Voldemort ist zu stark. Es muss ein Wunder geschehen, um ihn letzendlich besiegen zu können. Ich weiß aus verlässlicher Quelle, dass er sein letztes „Seelenteil" sicher um seinen Hals verwahrt. Es ist also unmöglich daran zu kommen. Ich müsste ihn erst töten und dann den letzten Horcrux zerstören. Doch wie soll ich an ihn rankommen, wenn er immer von Todessern umzingelt und geschützt ist? Meine Macht reicht einfach nicht aus..."

„Harry, du darfst auf keinen Fall aufgeben! Hörst du? Wir alle klammern uns an dich. Es wird eine Möglichkeit geben, ihn zu besiegen."

Er erwiderte ihr Lächeln. Aber er schüttelte kraftlos den Kopf.

„Ich bin zu geschwächt."

„Du kannst hier bleiben, bis du dich wieder stark genug fühlst. Deine Wunden werden eine Weile brauchen, bis sie wieder verheilen und ich besitze leider nicht das Wissen eines Heilers, um dich gesund zu pflegen. Du musst dir einfach die zeit nehmen. Und dann..."

„... dann soll ich mit aller Kraft einen neuen Angriff wagen?"

„Ja."

„Ich werde jetzt schlafen gehen. Vielleicht sieht es morgen alles ein wenig positiver aus."

„Ist gut. Ich werde noch ein bisschen hier bleiben."

„Wo schläfst du?

„Die letzten Nächte habe ich auf der Couch im Wohnzimmer geschlafen... das ist schon in Ordnung. Das Sofa ist groß genug. Du brauchst deine Ruhe..."

„Danke."

Er stellte seine geleerte Tasse auf den Tisch und erhob sich. Humpelnd kehrte er in sein vorrübergehendes Quartier zurück und schlief sofort ein, als er unter die Decke gekrochen war.

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Unsanftes Schütteln riss ihn aus seinen erschütternden Träumen und sein Name hallte immer und immer wieder in seinem Kopf.

Schließlich zwang er sich seine Augen zu öffnen und direkt in die dunklen, unergründbaren Augen Parvatis zu schauen.

„Was... ist?", brach er hözern hervor, bekam aber nur ein Schluchzen zu hören, ehe sich Parvati noch näher zu ihm setzte und ihre Hände in seinen Rücken krallte, während sie sich an ihn klammerte.

„Du hast geschrieen, so herzzerreißend, laut und gequält... und ich habe dich einfach nicht wach bekommen", erklärte sie mit erstickter Stimme, nachdem sie sich etwas beruhigt hatte. „Ich wusste nicht, wie sehr du leidest, ich habe es nicht gesehen und es tut mir Leid!"

„Schon okay...", seufzte er und täschelte ihre Schulter. Sie wirkte so zerbrechlich, so gebrochen in seinen Armen und sein Herz begann schmerzhaft gegen seine Brust zu hämmern.

„Geht´s wieder?", fragte er, als sie sich von ihm gelöst hatte und nun aus fast schon verstörten, rotgequollenen Augen musterte. Sie wischte wieder, verärgert über sich selbst, die Tränen aus ihrem Gesicht und machte Anstalten auf zu stehen, doch er ergriff ihre Hand und zog sie zurück.

„Bleib bei mir... bitte", bat er sie leise. Widerwillig schaute sie zur Tür, dann zu Harry. Wieder zur Tür und zurück.

„Okay. Rutsch zur Seite... ich hoffe, du schläfst nicht nackt?", ein heiseres Hicksen war zu hören.

Grinsend schlug er die Decke zur Seite und präsentierte seine Boxershorts. Erleichtert über diesen Anblick kroch sie neben ihn und schloss die Augen. Er ließ die Decke fallen und schloss ebenfalls die Augen.

Der gleichmäßige Atem neben ihm beruhigte ihn. Sein Herz raste nicht mehr so und endlich schlief er ein – ohne dunkle Träume oder noch dunklere Vorahnungen.

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Der nächste Morgen kam. Trotz der Anstrengung der letzten Monate, war Harry bereits um sechs uhr früh wach. Zuerst war er etwas verwundert, dass Parvati neben ihm lag, aber als ihm die letzte Nacht einfiel, lächelte er nur leicht und legte einen Arm um die schlafende Person neben ihm, die ihren Kopf auf seine Brust gebettet hatte und deren Haare üppig über seinem ganzen Oberkörper verteilt waren.

Er ließ sie schlafen. Statt aufzustehen, wie er es erst vorgehabt hatte, blieb er liegen und beobachtete die Frau neben ihn erneut etwas genauer.

Sie hatte nur ein sehr dünnes Nachthemd an, darüber einen minimal dickeren Morgenmantel, den sie wahrscheinlich hastig übergeworfen hatte, als sie zu ihm geeilt war. Ihre linke Hand, die wie ihr Kopf auf seiner Brust lag, war schmal, zierlich und so viel kleiner, als seine eigene. Ein schlichter, silberner Ring steckte an ihrem Ringfinger. Er erinnerte sich schwach daran, dass sie ihn schon zu ihren Schulzeiten getragen hatte.

Er wusste nicht, wie lange er einfach nur so dalag und sie beobachtete. Doch nach einiger Zeit regte sich die Frau in seinen Armen und schlug die Augen auf. Erschrocken starrte sie ihn an, als sie ihn erkannte.

Schlagartig war sie wach und saß senkrecht im Bett.

„Wieso bin ich hier?", fragte sie verwirrt.

„Gestern Abend? Erinnerst du dich? Ich habe das ganze Haus zusammen gebrüllt. Du bist hoch gekommen und hast mich geweckt", erklärte er ihr leise und bemerkte bedauernd, dass er ihre Wärme vermisste.

„Ach ja... ich erinnere mich. Sorry, dass ich so aufgeschreckt war. Ich dachte, ich wäre wieder schlafgewandelt. Das kommt gelegentlich mal vor."

Sie legte sich wieder hin, wirkte aber unschlüssig, ob sie so liegen bleiben sollte, oder es wagen durfte, dich wieder an ihn zu schmiegen.

Kurzerhand entschloss er sich, einfach seinen Arm um sie zu legen und sie an sich zu ziehen. Überrascht starrte sie ihn an, ließ ihn dann aber gewähren und kuschelte sich an seine breite Brust.

Dann fing sie an zu kichern.

„Was ist denn bitte schön so lustig?", erkungte er sich irritiert.

„Ach, eigentlich nichts. Ich erinnerte mich nur gerade an unser viertes Jahr. Damals, bevor wir auf dem Ball waren, hatte ich immer heimlich davon geträumt, mit dir in einem Bett zu liegen... eine kleine Schwärmerei eben... und jetzt? Wo ich eigentlich dachte, dir nie wieder über den Weg zu laufen, ist genau das passiert."

Er grinste jetzt ebenfalls.

„Komm, lass uns aufstehen und mal schaun, was meine Küche noch so an Vorräten zu bieten hat!", schlug sie vor und stand auch schon neben dem Bett. Hilfbereit hielt sie ihm ihre Hand hin.

Er ergriff ihre kleine, schmale Hand und stellte verwundert fest, dass sie NOCH kleiner war, als er gedacht hatte. Trotzdem war sie kräftig genug, ihn hoch zu ziehen.

Außerdem fiel ihm auf, dass ihr doch recht kurzes Nachthemd ein Stück hochgerutscht war und der Morgenmantel drohte von ihren Schultern zu rutschen.

Er musste arg schlucken, ehe er sich ein Herz nahm und sanft den Stoff ergriff und ihn ihr über die Schultern zog. Erstaunt blieb sie stehen, fasste nach seinen Händen, die immer noch auf ihren Schultern ruhten, und rehte sich um.

Ihre dunklen Augen fixierten sein Gesicht und er spürte, wie sein Körper mehr als deutlich auf IHRE Erscheinung reagierte. Als ein wissendes grinsen über ihr Gesicht huschte wurde ihm bewusst, wie dämlich er aussehen musste.

„Hui, da scheine ich ja mal eine ganz besondere Wirkung auf einen Mann zu haben", kicherte sie und hob dann ihren Kopf, legte ihn etwas schief und schaute ihn auffordernd an.

„Ähm...", versucht er sich zu verteidigen, aber es kam einfach kein sinnvoller Laut über seine Lippen.

Ihr gesicht näherte sich immer mehr dem seinen und stoppte erst, als sich ihre Nasen schon fast berührten.

„Dir stehen jetzt zwei Alternativen zur Verfügung mein Guter, an deiner Stelle würde ich mich ganz schnell für eine entscheiden!", klärte sie ihn immer noch grinsend auf.

Daraufhin überbrückte er die letzten Millimeter der Distanz und verschloss ihre Lippen mit seinem Mund. Sie schmeckte gut. Ein wenig nach Schlaf, ein wenig nach irgendeiner Frucht und ein bisschen mehr nach ihr selbst.

Einladend öffnete sie ihren Mund einen Spalt und ließ ihn gewähren, mit seiner Zunge eine Erkundung durchzuführen. Währendessen fuhr sie mit ihren händen durch seine Haare und er schlang seine Arme um ihre Taille und zog sie so nahe an sich, das kein Blatt Papier mehr zwischen sie gepasst hätte.

Hungrig schob er sie zur Wand, bis sich die kalte Wand gegen ihren Rücken presste. Mit einem angewinkelten Bein umklammerte sie ihn, bevor sie sich an ihm hoch zog und mit beiden Beinen seine Hüfte umschlang.

„Lust auf ein zweites Bad?", fragte sie ihn mit rauchiger Stimme, als sie ihren Kuss für einen Augenblick unterbrach.

Erst schaute er sie stirnrunzelnd an, doch dann nickte er zustimmend und trug sie ins Bad. Dadurch, dass er durch seine verletzten Füße noch immer etwas langsam war, und auch die zahlreichen Küsse seine Sicht versperrten, dauerte es fast eine Ewigkeit, bis er das Badezimmer erreichte.

Er setzte sie auf dem kalten Fliesenfußboden ab und strich mit einer einzigen Bewegung den seidenen Morgenmantel von ihren Schultern, den er vor nicht allzu langer Zeit erst zurecht geschoben hatte.

Ohne ein Geräusch zu verursachen, fiel er zu Boden und entblößte ihre schmalen Schulter.

„Du bist wunderschön!", krächzte er, ehe er sein Gesicht in ihrer Halsbeuge vergrub und sie dort ausgiebig mit sanften Streicheleinheiten versorgte.

Ein kehliges Seufzen erklang.

Während er ihre Haut liebkoste, stolperte sie ganz langsam zurück und hielt erst an, als sie den Wasserhahn ertastete und aufdrehte. Dann vergrub sie ihre Hände erneut in seine Haare, genau wie er.

„Harry?"

„Hmm...?"

„Bist du dir sicher?"

Verwirrt hob er seinen Kopf.

„Bitte?"

„Bist du dir sicher mit dem, was wir tun wollen?"

Ein trockenes Lachen verließ seiner Kehle, ehe er antwortete. „Natürlich bin ich sicher... Mensch, und ich dachte, wir Männer müssten euch sowas fragen, und nicht anders herum. Bist du dir denn auch sicher?"

Grinsendes Nicken.

„Gut... wo waren wir stehen geblieben?"

Zuerst flog ihr Nachthemd auf ihren Morgenmantel, dann seine Boxershorts. Der kleine Wäschehaufen wurde zur Seite gekickt, ehe sich die beiden ausgiebig betrachteten.

Parvati strich erfürchtig über die zahlreichen Narben auf seinem Körper. Harry zeichnetet im Gegenzug sanft ihre Formen nach. Ihre Haut war so weich, so rein... so perfekt. Er musste gegen sie wie ein alter Veteran aussehen.

„Tut es weh?", fragte sie erschrocken, da er zusammen zuckte, als sie seine Narbe auf der Schulter erreichte, die auf einen seiner ersten Kämpfe mit Voldemort zurück zu führen war.

„Nein, sie weckt nur Erinnerungen!", beruhigte er sie. Dann ließ er sich in die Wanne gleiten und zeigte auf den Platz vor sich, den Parvati auch sogleich einahm.

„Hast du schon mal was von einem Whirlpool gehört?", fragte sie neugierig.

Als sie sein Kopfschütteln bemerkte, drehte sie an einem Schalter auf dem Badewannenrand und fast gleichzeitig fing das Wasser an zu blubbern.

Forsch drehte sie sich um und kletterte halb auf seinen Schoß. Sie drückte ihm einen kleinen Kuss auf den Mund, ehe sie ihn auffordernd ansah.

„Fühlt sich..." – er wusste nicht genau, wie er es in Worte fassen sollte - „... interessant an. Fast so, als ob kleine Ameisen im Wasser sind."

Sie musste bei dem Vergleich lachen und küsste ihn gleich noch mal.

„Du bist wunderbar... aber eins sollte ich dir vielleicht vorher sagen", erklärte er leise und schaute sie etwas angespannt an.

„Ja?"

„Meine Beziehungen waren nie wirklich von langer Dauer. Ich wollte das nur los werden ..."

Unwirsch küsste sie ihn erneut, diesmal länger, fordernder. Sie presste sich enger an ihn, krallte ihre Fingernägel in seinen Rücken.

„Kein Wort darüber! Vergangenes muss nicht gleich Zukünftiges sein. Genieße den Augenblick und halt jetzt bloß die Klappe!", erklärte sie ihm halb drohend. Doch als er ihr Lächeln sah, wusste er, dass sie es nicht boshaft meinte... und endlich meinte er, das Stück Frieden gefunden zu haben, das er so lange gesucht hatte.

Endö


Na, was kommt jetzt? genau: Meinungenkundtunphase... die dauert so lange an, bis dass nächste Kapitel hochgeladen wird... und dann kommt sie wieder! hehe... also, bitte lasst mir eine Meinung zurück, ja?