Kapitel 9: Ängste
Der Schlaf tat mir nicht sonderlich gut, so wie Edward es behauptet hatte. Ich bekam einen Alptraum.
Zuerst war alles ganz normal. Der normale Alltag nach der Schule. Edward und ich hatten Hausaufgaben gemacht.
"Bis heut Abend, Bella.", rief Edward und verließ das Haus.
"Bis dann.", rief ich ihm hinterher und ging auf mein Zimmer. Ich legte mich aufs Bett und las. Nach einer Weile hörte ich die Tür klicken, dann stapfen.
"Charlie?", rief ich. Konnte er um diese Zeit nach Hause kommen? Es war doch noch viel zu früh.
Niemand antwortete mir. Ich zuckte mit den Schultern und wandte mich wieder meinem Buch zu, doch so richtig konnte ich mich nicht mehr konzentrieren. Dann ging auf einmal die Tür auf und zwei Männer kamen herein. Irgendwoher wusste ich, dass es Tyler und Connor waren, doch sie sahen überhaupt nicht mehr so aus.
Der eine, Tyler, hatte braune kurze Haare, der andere, Connor, blonde kurze. Beide waren mit blauen Augen gesegnet, die so tief und klar waren wie ein glasklarer, schattenloser Bergsee. Doch jetzt sah man in ihnen, dass sie unter Drogen standen. Sie waren von schlanker, großer und muskulöser Gestalt. Beide waren modisch gekleidet.
Tyler hatte eine blue-denim Jeans und ein hellblaues T-shirt mit V-Ausschnitt an, darüber ein rauchblaues Hemd, welches aufgeknöpft war. Die Ärmel des Hemdes waren bis zu den Ellbogen hochgerollt und unter der Hose trug er schwarze Nikes.
Connor trug eine etwas dunklere Jeans und einen schwarzen, enganliegenden Rollkragenpullover. Darüber hatte er eine schwarze Lederjacke und unter der Hose ebenfalls schwarze Nikes. Beide waren sehr attraktiv, wie unbekannte Sänger oder Filmstars sahen sie aus.
Die beiden kamen zu mir. Tyler lächelte grotesk, während Connor nur dahinter stand und versuchte, einen Blick in meine "inneren Werte" zu erhaschen.
"Wenn du irgendwas sagst, bring ich dich eigenhändig um!", drohte Tyler und zog als Beweis ein scharfes Messer aus seiner Tasche hervor.
Mein Atem zitterte und ich rutsche weiter weg.
Tyler kam auf mich zu, und ich wich zurück. Dann stieß ich gegen etwas hartes. Shit, die Wand.
Er lächelte unverwandt. Connor stand am Fußende meines Bettes und blockierte dort die einzigste Fluchtmöglichkeit.
Ich begann zu zittern und traute mir nicht, etwas zu sagen.
Dann griff Tyler blitzschnell an meinen Hals und drückte mir ein wenig die Luft ab. Während er das mit einer Hand tat, fasste seine andere Hand zeitgleich in meinen Schritt.
"Nein ... nicht ... brauche ... Luft.", keuchte ich und versuchte mich mit aller Kraft gegen ihn zu währen. Ich schlug um mich, versuchte, irgendwie seinen Händen zu entkommen, doch Connor kam zu mir aufs Bett und schlug mich nieder. Ich schrie und begann zu weinen. Blut lief mir die Wange hinunter, doch ich währte mich weiter. Connor schlug ein zweites Mal, diesmal stärker, und ich schmeckte Blut in meinem Mund.
Tyler hatte sich unterdesssen die Hose ausgezogen und drang in mich ein, obwohl ich kein bisschen feucht war. Es tat höllisch weh, ich schrie und währte mich wieder, doch das endete darin, dass Connor eine Peitsche aus seiner Hosentasche holte und mit damit auf die Brüste, danach ins Gesicht schlug. Ich schrie wie am Spieß und weinte, und obwohl ich mich nicht mehr währte, weil ich nicht mehr geschlagen werden wollte, tat Connor es trotzdem.
"Bitte.", flehte ich. "Hört auf. Aufhören, bitte."
Doch sie erhörten mich nicht. Ich schrie fürchterlich, es tat schon in meinem Ohren weh, doch schlimmer war der Schmerz im Gesicht und vorallem im Schoß. Tyler ließ von mir ab und er und Connor wechselten. Doch Tyler schlug mich nicht mehr, er drängte mir seinen Penis in den Mund und ich musste blasen. Ich würgte, doch er kannte kein Erbarmen. Seine Hand traf meine andere Wange, die jetzt auch blutete.
Connor stieß mich unterdessen anal. Es schmerzte höllisch, ich habe gar keine Worte dafür, wie sehr es weh tat. Doch dann rief ein Engel meinen Namen.
"Bella!"
Die Tür ging auf und Edward stand in der Tür. Tyler zückte in einer Geschwindigkeit sein Messer, die unmenschlich war, und legte es mir an den Hals. Connor ließ von mir ab und zog sich an, danach schlug er mir auf die Genitalien. Ich schrie jedesmal lauter.
"Klappe, Fotze!", herrschte mich Connor an.
Zeitgleich sagte Tyler zu Edward: "Wenn dir irgendwas an dieser Pussy liegt, dann drehst du dich jetzt um und verschwindest dort, wo du hergekommen bist, oder ich ramm ihr dieses Messer in den Hals." Er verstärkte den Druck der Klinge.
Edward bemühte sich nicht um eine Antwort. Er sprang los, Tyler hob das Messer zum Zustoßen, Edward fiel auf mich, "Nein!", schrie ich noch, doch dann traf Edward das Messer tief in die Brust. Ich konnte spüren, wie es in ihn drang, es fühlte sich an, als ob mir das Messer reingerammt würde und nicht ihm.
Da schreckt ich hoch. Ich schwitzte, atmete heftig.
"Edward!", schrie ich.
"Pscht. Ganz ruhig, ich bin ja bei dir. Alles ist gut." Edward beugte sich über mich und streichelte meine Schulter.
Ich zitterte. Tränen liefen mir über die Wangen und ich warf mich gegen Edwards Schulter.
"Ich bin so froh, dass du lebst!", schluchzte ich.
Edward legte mich wieder hin. "Hey, ganz ruhig, Bella. Beruhig dich erstmal. Und dann erzählst du mir, was du geträumt hast. Du hast geschrien, ich konnte dich nicht wecken."
Ich wischte mir die Tränen weg und atmete tief ein und aus.
"Ich hatte einen schlimmen Traum.", begann ich. Und dann erzählte ich ihm genau was passiert war. "Es hat sich so echt, so wirklich angefühlt. Ich hatte solche Angst. Was, wenn das wirklich passiert? Was wenn ..."
Edward unterbrach mich, indem er mir einen Finger auf die Lippen legte.
"Du brauchst keine Angst zu haben. Dir wird nichts passieren. Alles ist gut, ich bin für dich da.", sagte er und nahm mich in die Arme.
"Edward, aber ..."
Wieder unterbrach er mich.
"Nichts aber. Du beruhigst dich erstmal. Willst du, dass ich dich ruhig stelle?", drohte er und war im Begriff, aufzustehen.
"Nein! Bleib!", forderte ich und hielt ihn an seinem Hemd fest. "Bitte."
"Dann versprich mir, dass du dich in die Sache nicht hineinsteigern wirst. Ich bin für dich da. Ich passe auf dich auf. Dir wird nichts passieren, dass verspreche ich dir." Edward legte sich wieder zu mir und nahm mich schützend in seine Arme, wo ich erneut in Tränen ausbrach.
"Versprochen.", schniefte ich. Ich wollte nicht, dass er raus ging, und wenn es auch nur kurz war, ich hatte Angst vorm allein sein.
"Warte, Bella, ich hole dir ein Taschentuch." Er stand auf und ging zu meinem Schreibtisch, wo er mir aus der Taschentücherpackung ein Taschentuch holte und es mir gab.
"Hier.", sagte er und legte sich erneut neben mich.
"Danke.", schiefte ich, wischte mir die Tränen ab und putzte mir die Nase. Dann drehte ich mich um und warf das Taschentuch in den Mülleimer. Ich traf sogar.
"So, und jetzt ruh dich aus."
"Mmh." Ich nickte und ließ mich in seine Arme sinken, wo ich erschöpft liegen blieb.
"Ich bleib bei dir.", versprach Edward und gab mir einen Kuss auf die Stirn. Und tatsächlich, schlief ich ein - ohne Alptraum.
