Viel Spaß beim lesen….

9 Kapitel : Vollmond Teil 1

„5 Punkte Abzug von Griffindor für schlafen während meines Unterrichts!"

Erschrocken riss Hermine ihre Augen auf und hob ihren Kopf, der gerade eben noch erstaunlicherweise auf ihren Armen ruhte. Sie war eingeschlafen. Gerade Sie!!! Die sogar jede noch so schläfrige Stunde bei Professor Binns überstand ohne auch nur einmal kurz eingenickt zu sein und jetzt muss sie gerade im Verwandlungsunterricht, dass nachholen, was sie anscheinend in letzter Zeit zu selten getan hatte.

Wäre sie jetzt in ihrer Klasse gewesen, wären bestimmt etliche, wegen vorübergehenden Schockzuständen vom Stuhl gefallen, doch hier schien es keinen weiter zu verwundern oder gar zu überraschen. Daran würde sie sich wohl noch gewöhnen müssen, nicht mehr überall als Oberstreberin zu gelten, dachte sie als sie ihren Zauberstab nahm und ihre kleine Teetasse mit Goldrand in eine Ratte verwandelte. Frustriert stellte Hermine fest, dass sie schleunigst etwas gegen ihren Schlafmangel unternehmen musste, denn die Ratte schaute sie mit großen schwarzen Kulleraugen an und noch nicht einmal einem Blinden wären die strahlend goldenen Schnurhaare entgangen.

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Nach dem Verwandlungsunterricht hatte Hermine eine Freistunde, die sie nur zu gerne unter ihrem Lieblingsbaum im freien verbrachte. Die anderen ließen sich derweil, ihren wahrscheinlich bald eintretenden Tod in den schillernsten Farben vorhersagen oder übten sich gerade selbst in der ein oder anderen Haarsträubenden Geschichte um ihr sagenumwobenes Ableben. Bei diesem Gedanken, musste sie an eine Internetseite denken, auf die sie in den Sommerferien gestoßen war. Wann wirst du sterben?, vielleicht waren die Erfinder der Seite sogar nahe Verwandte von Professor Trelawney, die es sich zu Aufgabe gemacht haben, jeden Menschen über sein nahes Ende aufzuklären.

Mit herangezogen Knien beobachtete Hermine den Kraken, wie er immer mal wieder eine von seinen Tentakel an die Wasseroberfläche zog. Wieder drifteten ihre Gedanken zum Verwandlungsunterricht. Sie hatte in letzter Zeit definitiv zu wenig Schlaf bekommen, wenn sie jetzt schon im Unterricht einfach so einschlief.

Langsam kam ihr der Verdacht, dass sie noch nicht einmal zu Voldemorts schlimmsten Zeiten so viele schlaflose Nächte hatte, wie hier. Auch damals hatten sie die Sorgen um ihre Freunde, wie auch um die Zukunft um den Schlaf gebracht, doch sie hatte Harry und Ron. Sie wussten immer was sie taten, sie war nie allein. Doch jetzt war sie ganz auf sich allein gestellt und zu allem Übel gab es immer noch einen dunklen Lord in ihrem Leben. Würde der Kerl eigentlich nie Ruhe geben?

Seufzend schloss Hermine ihre Augen. In drei Tagen war Vollmond. Drei Tage noch. Wenn sie nicht schon in ihrem dritten Schuljahr alles über Werwölfe gelesen hätte, würde sie jetzt höchstwahrscheinlich in der Bibliothek sitzen und jedes Buch über den Vollmond und seine hervorgebrachten Kreaturen verschlingen, Seite für Seite. Doch da sie das schon getan hatte, saß sie hier am See und dachte darüber nach, warum ihr Remus eine passende Ablenkung bot, um nicht über einen bestimmten jemand nach zu denken. Der ihr seit dem Vorfall mit Malfoy strikt aus dem Weg ging, aber nicht aus ihren Gedanken verschwinden wollte. Was für eine Ironie, dass der größte Zweifel der an ihrem Verstand nagte, den Namen des meist gehasteten Zaubertränkelehrers trägt. Sie hätte wirklich nie gedacht, dass Snape schon zu seinen Schulzeiten ein Mysterium für sich war. Wahrscheinlich war er das sogar schon als Kleinkind. Sachte schüttelte Hermine ihren Kopf, sie sollte schleunigst aufhören über ein großes Rätsel nachzudenken, denn mehr war dieser Mann nicht. Eins von diesen Rätseln, die man sein Leben lang versucht zu lösen und dann kurz vor dem Ziel scheitert, weil man ein bestimmtes kleines Detail übersehen hatte.

Von weitem hörte Hermine, die große Turmuhr läuten, schnell raffte sie ihre Sachen zusammen und ging den Hügel hinauf zum Schloß, direkt auf dem Weg in die kühlen Kerker, die wenigstens in der hitzigen Sommerzeit einen angenehmen Anreiz ausstrahlten.

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In der Zaubertrankstunde arbeitete Hermine mit Sirius zusammen, der wegen Gefahrenbegrenzung nur das Gemüse schnippelte und das auch nur mit einem stumpfen Messer. Sicher ist sicher, James und Sirius legten nämlich beinahe soviel Talent an den Tag wie ein Neville Longbottom in Höchstform.

Kurz vorm Ende der Stunde lehnte Sirius seinen Kopf in ihre Richtung.

„ Heute um 16 Uhr im dritten Stock. Am komischen Wandteppich." Flüsterte er ihr ins Ohr.

Zur Bestätigung nickte sie nur, kaum merklich in seine Richtung, bevor sie sich wieder dem Trank zuwendete. Sie wollte nicht noch mehr aufsehen erregen, denn sie hatte so ein bestimmtes Gefühl im Nacken, dass sie immer überkam, wenn sie sich beobachtet fühlte. Doch das schob sie erstmal auf ihren sowieso schon verstärkten Verfolgungswahn, seitdem Malfoy junior sie rücklings in die Vergangenheit schickte. Sie hoffte immer noch inständig, dass er in ihrer Zeit, dafür eine Strafe bekam, die sich gewaschen hatte.

Doch ihr komisches Gefühl beruhte nicht auf einen typischen Anfall von Wahnvorstellungen sondern auf Tatsachen, denn die beiden wurden von 4 Zornfunkelnden Augenpaaren beobachtet.

Lilli war nicht dumm, sie wusste genau, wo Hermine gestern Abend gewesen war und das ja eigentlich ihre Freunde, Hermine, einer beinahe Fremden anscheinend mehr vertrauten, als ihr. Das tat weh. Sie hatte es schon letztes Jahr gemerkt, dass sich ihre besten Freunde in bestimmten Zeitabständen, immer mal wieder zurück zogen und sie wusste immer noch nicht warum und es hatte auch nicht den Anschein, als würde sie es in nächster Zeit erfahren. Sie hieß ja nicht Hermine Granger!

Lilli konnte ja nicht wissen, dass die drei, sie nur wegen einem einzigen Grund nicht einweihten, um sie zu schützen. Wäre Hermine nicht so unglaublich stur gewesen und nicht zufällig mitten in ihr Geheimnis geplatzt, hätte auch sie nie an den abendlichen Aktionen an Vollmond teilgenommen. Doch es war nun mal so und innerlich waren Sirius und James froh einen helfende Hand mehr zu haben. Remus wollte davon natürlich nichts wissen, er hatte sich am meisten dagegen gesträubt, Hermine mit einzubeziehen. Was für die anderen eine helfende Hand war, war für ihn nur ein weiteres unschuldiges Opfer, das wenn er die Gelegenheit bekam, zu einem von seines gleichen machen würde. Ohne auch nur einen Moment darüber nachzudenken. Ein Werwolf dachte nicht, er handelt und das nicht nach dem Verstand, sondern nach Instinkt.

Der andere wütende Blick, kam aus der entgegengesetzen Ecke des Klassenzimmers. Severus Snape war das Geflüster von Black keines Wegs entgangen und er konnte nichts dagegen tun, dass sich eine unglaubliche Wut in ihm entfachte, allein schon der Anblick von den beiden, reichte aus, um eine solche Reaktion in ihm hervor zurufen. Obwohl er im inneren brodelte, merkte man ihm rein äußerlich nicht die kleinste Gefühlregung an. Er schnitt seine Nordafrikanischen Baumwurzeln mit einer Gleichmütigkeit, wie nur er es konnte.

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Hermine wartete nun schon seit 15 Minuten im dritten Stock neben einem alten staubigen Wandbehang auf Sirius und wusste mit ihrer Nervosität nichts anzufangen. Sie konnte sich noch genau an den Tag erinnern, wo sie dank Zeitumkehrer, sogar zweimal vor einmal Werwolf flüchten musste. Dem gleichen Wolf würde sie in drei Tagen wieder begegnen und so ganz wohl bei der Sache, war ihr doch nicht. Vielleicht neigte sie ja doch zu einem gewissen Hang von Selbstzerstörung, erst Lucius Malfoy und jetzt auch noch ein Werwolf. Aber sie hatte doch von vorn herein gewusst, auf was sie sich einließ, sie hatte ja regelrecht darauf bestanden mitzumachen. Also Augen zu und durch! Wer Voldemort überlebt, wird auch einen Werwolf ein drittes mal überleben. Zur weiteren Überlegungen kam sie nicht mehr, da Sirius am Ende des Ganges auftauchte.

„ Sorry das ich zu spät bin, aber mein persönlicher Moralapostel hat mich aufgehalten." Schnaufend kam er neben Hermine zum stehen und stützte sich an der Wand ab.

„ Remus?"

„ Er wollte James und mich noch mal überzeugen, dass du bei Vollmond in dein Bett gehörst und nicht in die Nähe eines Werwolfs."

„ Und?" Hermine war einfach zu angespannt um noch Sätze zu formulieren, da sie gespannt auf Sirius Entscheidung wartete.

„ Wir haben uns nicht weich kochen lassen. Du wirst eh keine gefährliche Rolle dabei spielen." Sirius musste wohl ihren enttäuschten Blick gesehen haben ( Typisch Frau, vor 5 Minuten noch eine Scheiß Angst gehabt und jetzt enttäuscht, wenn man mal nicht jeden Tag sein Leben aufs Spiel setzen darf.), denn er setzte noch schnell hinzu, dass sie trotzdem einen wichtigen Teil ausführte.

Während Sirius redete, setzte sich Hermine wieder in Bewegung und ging zügig vor Sirius hin und her. Doch diesmal nicht vor Nervosität, sondern wegen einer leichten, denoch hartnäckigen Verstimmtheit.

„ Hermine, du vergisst das unser Plan eigentlich nur ein Ziel hat und das ist nicht, dass Remus sicher in die heulende Hütte gelangt. Wir wollen hauptsächlich verhindern, dass jemand, Wind von der ganzen Sache bekommt. Es würde die reinste Panik ausbrechen, wenn Eltern wie Schüler bemerken, dass ein Werwolf tagtäglich durch die Schule spaziert und zwar ohne Maulkorb und Ketten."

Hermines Schritte werden immer langsamer, bis sie gänzlich vor Sirius stehen bleibt und ihre Augen, lassen ihn nur erahnen wie betroffen, sie in diesem Moment sein muss. Es zieht im fast das Herz zusammen einen solchen Ausdruck in ihren Augen zu sehen.

„ Was soll ich tun?"

„ Du wirst die ganze Zeit vor der großen Halle stehen und aufpassen, dass nicht irgendein Schüler mal eben Lust auf einen kleinen nächtlichen Ausflug verspürt und wenn doch, dann halt ihn auf. Wir werden dir noch die Karte des Rumtreibers geben, damit du die anderen Ausgänge auch im Blick hast. Wenn du siehst, dass wir in der heulenden Hütte sind, kannst du ruhig ins Bett gehen."

Sie ließ sich den gesamten Plan noch einmal durch den Kopf gehen und nickte, während sich Sirius von der Wand abstieß, an der er sich die ganze Zeit gelehnt hatte und die beiden verfielen in einen gemächlichen Gang.

„ Wie habt ihr reagiert, als ihr sein Geheimnis entdeckt habt?" Beim gehen schaute Hermine immer mal wieder kurz zu Sirius.

„ Wir waren schockiert, aber mehr darüber, dass wir erst nach 4 Jahren Freundschaft dahinter kamen. Ich für meinen Teil zumindest, wenn man bei so einer grausamen Familie aufwächst, gibt es nicht mehr viel im Leben, was einen schockieren kann, auch nicht wenn sich einer von deinen besten Freunden, hin und wieder in eine schreckliche Kreatur verwandelt. James war am Anfang noch ein bisschen verunsichert, aber er hat es Remus nie spüren lassen."

„ Er kann wirklich froh sein, solche Freunde wie euch zu haben." Als Hermine das sagte, erinnerte sie sich schmerzlich an Harry und Ron.

„ Machst du Witze Hermine, wir können froh sein, ihn als Freund zu haben. Ohne Remus wären James und ich wahrscheinlich gar nicht mehr in Hogwarts."

Die Ähnlichkeit zum 'goldenen Trio' war erschreckend, fiel Hermine plötzlich auf, nur das sie sich nicht einmal im Monat in eine wilde Bestie verwandelte.

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Als sie an diesem Abend ins Bett ging, sprach sie noch schnell einen Zauber, den sie vor dem Abendessen noch in der Bibliothek aufgetrieben hatte. Leise ertönte eine Melodie aus ihren Kindertagen und ließ sie sanft einschlafen und von weißen Wölkchen und rosa Schafen mit Pechschwarzen Augen träumen.

Am nächsten morgen war sie so ausgeruht, wie schon lange nicht mehr und dem entsprechend war auch ihre Laune. Freudestrahlend sprang sie aus dem Bett und machte sich in Windeseile fertig, immer noch lächelnd ging sie runter in den Gemeinschaftsraum.

„ Guten Morgen Arthur! Hast du Molly heute schon gesehen?"

„ Morgen Hermine, ich wollte gerade zur ihr gehen." Antwortete ihr der junge Weasley mit einem bemerkenswerten Grinsen im Gesicht, das ihrem in nichts nach stand.

„ Dann machst mal gut ihr zwei." Sie winkte ihm noch einmal über die Schulter zu, bevor sie durch das Poträtloch verschwand. Wenigstens eine Sache hatte sie in der Vergangenheit hinbekommen, das verkuppeln von zwei bis über beide Ohren verliebten Zauberern. Ein altbewährter Muggeltrick. In ihrem inneren freute sie sich riesig, dass ihr Plan geklappt hatte, als sie auf dem Weg zur großen Halle war und wie selbstverständlich jeden grüßte und gegrüßt wurde. Als sie an der kleinen zierlichen Amelia Susan Bones vorbei kam, wurde sie schnell zur Seite genommen und nach den neuen Arithmantikhausaufgaben befragt.

Unbemerkt hatte sie sich in der Vergangenheit eingelebt. Sie war ein teil vom ganzen geworden. Der einzige der das nicht bemerkte, war Hermine selbst.

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Am Tag vor Vollmond war Hermine noch einmal in der Bibliothek um sich zu vergewissern, dass sie vor vier Jahren nicht vielleicht ein wichtiges Buch bei ihren Nachforschungen übersehen hatte. Nach zwei Stunden erfolgloser Suche, musste sie sich eingestehen, dass sie damals sehr gründlich recherchiert hatte.

So machte sie sich wieder auf dem Weg zum Griffindorturm. Als sie um die eine Ecke bog, sah sie Snape am Ende des Ganges, der in die genau entgegengesetzte Richtung wollte. Im ersten Moment, war sie starr vor Schreck, sie hatte ihn außer im Unterricht, seit drei Wochen nicht mehr gesehen. Im Gegensatz zu ihm. Er hatte sie vor drei Tagen mit Black reden sehen, er hatte sie auf den Ländereien gesehen und das immer zusammen mit Black. Was seine Wut noch mehr anstachelte war, dass er wusste, dass Hermine in das Geheimnis von Black und Konsorten eingeweiht war. In das Geheimnis, was er nur zu gerne heraus bekommen würde. Genau wie Lilli waren auch ihm die komischen Verhaltensweisen, der drei jeden Monat aufgefallen und genau wie Lilli tappte er immer noch im Dunkeln. Ein weiterer Punkt wütend zu sein.

Ohne mit der Wimper zu zucken, rempelte Snape sie beim vorbeigehen an. Hermine wirbelte verblüfft herum, doch es war schon zu spät Mister Übergroße Fledermaus war schon spurlos verschwunden.

Er weiß was

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Wie hat es euch gefallen???? Ich bin für alles offen!!!!!