Autorin: Conzi-Chan & -Keigo-
Titel der Story: Destiny
Titel des Kapitels: Eine neue Chance
Kapitel: 9/18
Charaktere: Yukimura Seiichi, Tezuka Kunimitsu, Sanada Genichirou
Warnung: OoCness bei den Charas, vor allem im späteren Verlauf der Story, irgendwie übertrieben, shonen-ai, teilweise dark, romantik, Zucker, lemon, lime (die ganze FF hindurch)
Rating: PG-16
Disclaimer: Die PoT Figuren gehört nicht uns, sondern Takeshi Konomi und wir verdiene auch kein Geld mit dieser Story.
Anmerkungen: Rechtschreib- und Grammatikfehler dürfen behalten werden xD
Sonstiges: Für Kritik jeder Art sind wir immer offen, schließlich wollen wir besser werden.

Genug gelabert! Viel Spaß beim Lesen!

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Kapitel 9: Eine neue Chance

Am letzten Tag im Schuljahr hingen die Prüfungsergebnisse aus und Seiichi war von seinen schulischen Leistungen enttäuscht. Durch die Trennung von Tezuka hatte er sich kaum auf etwas konzentrieren können in den letzten Wochen, was gerade in der Prüfungszeit wenig vorteilhaft war.

Zum Glück hatte er als Regular der Tennismannschaft einen Platz der High School von Rikkai Dai bereits sicher, sonst hätte er nun ein Problem gehabt.

Seufzend drehte er sich vom schwarzen Brett weg und rannte genau in Sanadas Arme, der in den letzten Wochen stets für ihn da gewesen war.

„Na du Genie... Du hast ja richtig abgeräumt", stellte Yukimura fest.

„Ich hatte ohne Training die letzten Wochen viel Zeit zum lernen."

Damit die Schüler genug Zeit zum Lernen hatte gab es vor den Jahresabschlussprüfungen keine Clubaktivitäten mehr.

„Streber", murrte Seiichi leise woraufhin Sanada seinem Captain ein freundliches Lächeln schenkte ehe er fragte: „Hast du Lust in ein Café zu gehen und den Beginn der Ferien zu feiern? Ich lade dich auf ein Eis ein."

Der Kleinere nickte. „Okay, Eis klingt gut", meinte er und ging dann neben Sanada her zu ihrem Lieblingscafe. Sie hatten seit Wochen nicht einmal mehr über den Vorfall gesprochen, aber Seiichi wusste, dass Sanadas Gefühle sich nicht geändert hatten und er selbst war besonders in den letzten Tagen sehr verwirrt, was seine Gedanken über Sanada anging. Sein Vize ging ihm einfach nicht aus dem Kopf.

Sanada kaufte einen großen Eisbecher für zwei Personen, den sie sich teilen konnten, setzte sich dann an einen Tisch in die Sonne und begann zu Essen.
„Und? Fährst du in den Ferien in den Urlaub?" erkundigte sich.

„Nein, meine Eltern fahren weg und ich hab das Haus für mich allein. Ich glaube das werde ich einfach genießen", meinte Seiichi lächelnd und nahm ein Schokostäbchen aus dem Eis, begann es langsam und genüsslich aufzuessen.

Sanada beobachtete ihn dabei, wandte den Blick dann ab. Yukimura war einfach eine Sünde wert und man spürte, dass er noch immer Gefühle für den Kleineren hatte, aber da er ihn auch als Freund und Captain mochte und respektierte, durfte er derartige Gedanken und Gefühle auf keinen Fall zulassen.

Doch als Sanada den Blick anwandte, sah Seiichi ihn verwirrt an, beugte sich zu ihm und sah seinem Vize tief in die Augen. „Was ist?" fragte er mit sanfter Stimme.

„Seiichi... ich..." Der Größere wich zurück. „Bitte... du bist dir deiner Wirkung auf mich wieder einmal nicht bewusst."

Nun grinste Seiichi frech. „Vielleicht bin ich das und will, dass du endlich nachgibst, dass du endlich deinem Verlangen nachgibst."

Dieser Satz sorgte dafür, dass Sanada mehr als nur verwirrt war. „S-seiichi..."

Sie waren allein, draußen am Waldrand auf der Terrasse eines gemütlichen Cafes. Also legte Seiichi ihm sanft eine Hand auf den Oberschenkel und schaute ihn weiterhin eindringlich an. „Genichirou…"

Sanada blinzelte, gab dann jedoch seinem Verlangen nach und gab Yukimura einen Kuss, allerdings nicht so sanft wie es Tezuka getan hätte. Ein gewisser Drang und eine tiefe, auch sexuelle Sehnsucht waren deutlich zu spüren.

Kurz zuckte Seiichi dabei zusammen, dann jedoch schlang er seine Arme um Sanadas Hals und drückte sich an ihn, versuchte den Kuss genau so zu erwidern, wie er ihm entgegengebracht wurde und so waren sie bald in einem innigen Zungenspiel gefangen.

Sanada hatte sich lange danach gesehnt und das merkte man in seiner Art und genau auf diese Art fiel Seiichi schwer einzugehen, einfach weil er sie so nicht gewohnt war, aber er würde schon damit klarkommen. Er rutschte auf Sanadas Schoß.

Doch jetzt löste dieser den Kuss. „Seiichi... nein komm, lass uns irgendwo hingehen wo wir alleine sind und nicht auf offener Straße."

„Okay, komm mit zu mir, meine Eltern sollten weg sein", meinte der Kleinere und so fanden sie sich bald im leeren Haus von Yukimura wieder.

„Zum Glück... endlich sturmfreie Bude." Er lächelte Sanada an.

Der Größere ließ sich nicht viel Zeit. Schon bald saßen sie auf dem Sofa, Yukimura erst auf Sanadas Schoß, doch bald lag er unter ihm. Sanadas Küssen waren heiß, leidenschaftlich und drängender als Tezukas Küsse.

Seiichis Atem ging hektisch und spürte Sanadas Hände auf seiner nackten Haut, auf seinem Bauch, seinem Oberkörper, hörte die Stimme des anderen: „Endlich...", raunte sie ihm ins Ohr und fügte hinzu: „Wie lange habe ich schon davon geträumt."

Durch diese Worte fast ein bisschen erschrocken löste Seiichi den Kuss und schaute Sanada an.

„W-was genau meinst du?" fragte er vollkommen verunsichert.

„Dir nah zu sein, dich in den Armen halten zu können."

Nun sanfter strich Sanada Yukimura durchs Haar.

„Hab keine Angst. Ich werde nichts übereilen..."

„Das weiß ich schon."

Die Zeit verging.

Während Yukimura und Sanada nun ein Paar waren, war Tezuka alleine in Amerika und ging dort zur High School. Wirklich Freunde hatte er nicht doch das lag daran, dass er sich stark zurückgezogen hatte. Zwar spielte er auch an seiner neuen Schule Tennis, hatte jedoch keinen engeren Kontakt zu den Teammitgliedern oder anderen Mitschülern.
Gelegentlich besuchte er seine Eltern, sagte dann aber niemandem seiner alten Freunde Bescheid. Er wollte mit seinem Leben von früher, mit Seiichi und seinen Gefühle für den Kleineren komplett abschließen.

Mittlerweile waren fast zwei Jahre vergangen und wieder einmal war Tezuka zu Besuch bei seiner Familie. Weil sein Vater an dem Abend Appetit auf Eis bekam und keines im Haus war, machte sich der Sohn der Familie auf den Weg zu einem Kiosk.

Zur gleichen Zeit saßen Sanada und Seiichi zusammen auf einer Mauer, die genau gegenüber von dem Kiosk war, zu dem Tezuka gehen wollte. Hinter der Mauer war ein Park, mit einem Tennisplatz und sie hatten vorher einige Sätze gespielt.

Als er den Kiosk erreichte und seinen Ex-Freund zusammen mit Sanada sah, blieb Tezuka wie angewurzelt stehen. Yukimura lehnte an Sanada, sie unterhielten sich und wirkten so glücklich. Also war es doch kein harmloser Kuss sondern mehr gewesen. Gut, dass er sich von ihm getrennt hatte.
Doch auch wenn Tezuka geglaubt hatte, dass er es überstanden hatte, sein Herz schmerzte bei dem Anblick. Eilig kaufte er das Eis und flüchtete dann geradezu wieder zurück nach Hause. Er gab seinem Vater das gewünschte Eis und verschwand in seinem Zimmer. Der Schmerz von damals war zurück. Wieso liebte er Yukimura noch immer? Wieso konnte er ihn nicht einfach vergessen?

Der Blauhaarige hatte Tezuka gesehen und ihn sofort erkannt, doch ließ er sich nichts anmerken, seufzte nur leise. Er konnte Genichirou nicht noch mehr wehtun, als er wahrscheinlich schon in den letzten zwei Jahren getan hatte. Nie hatte er ihn ganz an sich heran gelassen, auch wenn es ihm Leid tat.

Sanada jedoch wollte nicht mehr warten, wagte erneut einen Anlauf. „Seiichi..." Er sah ihn sanft an. „Ich habe uns ein Zimmer in einem Hotel gemietet... ich dachte etwas Zweisamkeit wäre nicht schlecht."

Lange sah Seiichi ihn an und nickte dann letztlich. „Ja... du hast wahrscheinlich Recht."

Gemeinsam gingen sie in das Hotel und es war schnell ersichtlich worauf Sanada hinaus wollte. Er war zwar nicht ruppig, aber doch recht zielstrebig. Es dauerte nicht lange und Yukimura lag komplett entblößt unter Sanada, der seine Hände fast schon gierig über den schönen Körper gleiten ließ.

Seiichi widerstand dem Drang ein leises "Nein" zu wispern. Es war doch Sanadas gutes Recht, seinen Körper zu besitzen. Er hatte jetzt zwei Jahre gewartet, da sollte er bekommen was er wollte. Langsam schloss er die Augen.

Froh, dass Yukimura ihn nicht zurückhielt, so wie er es schon so oft getan hatte, begann Sanada sanft, aber bestimmt den Körper zu liebkosen, wanderte zu Seiichis Glied und mit einer Hand zu seinem Po, streichelte zielstrebig darüber, näherte sich dem Eingang.

Seiichi hatte Angst. Mit seinen 16 Jahren empfand er sich immer noch als zu jung. Und vor allem konnte er das nicht, nicht mit Sanada. Alles in ihm schrie danach wegzulaufen, aber er konnte nicht noch jemandem wehtun. Dann ließ er lieber zu, dass man ihm wehtat.

Sanada nahm Gleitcreme, gab etwas auf seine Finger und drang mit dem ersten vorsichtig in den hübschen Körper ein.

Seiichis ganzer Körper erstarrte. Tränen stiegen in ihm auf, doch biss er sich auf die Unterlippe um ja keinen Laut zu machen.

Kurze Zeit später führte der andere bereits ungeduldig einen zweiten Finger ein. Er wollte den schönen Körper endlich in Besitz nehmen. Zu lange hatte Yukimura ihn schon hingehalten.

Mit einem geschrieenen „NEIN!" fuhr Yukimura hoch. Tränen liefen über seine Wangen und der schöne Körper bebte.

„Seiichi..." Verwirrt sah Sanada ihn an. „Shh... ist doch gut. Wenn du das nicht willst, dann mache ich das auch nicht." Er wollte ihn in den Arm nehmen

„Weißt du eigentlich, dass ich grade dabei war dich einfach machen zu lassen, egal ob ich es will oder nicht. Einfach weil du schon so lange gewartet hast. Aber ich kann es nicht... es tut weh... es tut so weh", schluchzte er und stand zitternd auf, begann sich anzuziehen.

Sanada stand auf, griff nach Yukimuras Hand. „Hey... ganz ruhig. Es ist okay. Ich kann warten." Er zog ihn in seine Arme, strich ihm über den Rücken.

„Nein, kannst du nicht und ich kann dich verstehen. Aber ich habe Angst, dass du irgendwann einfach über mich herfällst", keuchte er und riss sich los.

„Aber ich liebe dich." Hilflos sah der Größere ihn an.

„Ich weiß doch... aber genau deswegen will ich nicht mehr, dass du warten musst. Es... es ist aus... ich kann das nicht mehr, ich kann es einfach nicht... Ich kann dir nicht auch noch wehtun."

„Was? Aber wieso?"

Sanada sah seinen nun Ex-Freund betroffen an. Dann jedoch verstand er.

„Du liebst ihn immer noch, nicht wahr? Du liebst Tezuka."

Langsam nickte Seiichi und dann fuhr er auf dem Absatz herum und lief aus dem Zimmer, rannte den Flur hinab, und aus dem Hotel. Er wusste nicht wohin, achtete weder auf die Autos noch auf die anderen Menschen, er lief einfach bis er nicht mehr weiterkonnte, weil seine Lunge brannte wie Feuer und seine Beine ihm nicht mehr gehorchten.

Tezuka hatte sich entschieden am späten Abend noch eine Runde zu joggen. Er kam nach Hause, verschwitzt von seiner Runde, aber es war eine Möglichkeit die Gedanken, den Schmerz zu verdrängen.
Verwirrt registrierte er eine Gestalt vor seiner Tür, erkannte beim Näher kommen seinen Exfreund. Augenblicklich spannte er sich an, sein Blick wurde abweisend, die Mauer, die er um sich aufgebaut hatte dicker. Nach einem Moment ging er weiter, wollte zielstrebig an dem Kleineren vorbei gehen.

Immer noch außer Atem drehte sich Seiichi um, als er Schritte hört und erstarrte. In einigen Metern Entfernung stand Tezuka, der Mensch, weswegen er grade zwei Jahre Beziehung einfach weggeworfen hatte, weil er nicht über ihn hinwegkam. Und gleichzeitig der Mensch, dem er so sehr wehgetan hatte ohne je eine Chance bekommen zu haben sich zu erklären.

Die Tränen liefen ihm immer noch über die Wangen und er wirkte immer noch verschreckt, aber Seiichi wusste auch, dass Tezuka das nicht interessierte und das konnte er nur zu gut verstehen. Langsam ging er auf ihn zu, doch wollte er an ihm vorbeigehen. Was sollte es denn auch.

Tezuka spürte die Trauer in sich, zeigte sie nach außen jedoch nicht. Er fragte sich wieso Yukimura da war. Doch im Grunde war es doch egal. Seiichi hatte ihn verletzt, sein Vertrauen missbraucht, sein Herz gebrochen.

Doch Seiichi konnte nicht an ihm vorbeigehen. Er schaffte es nicht, weil er diesen Menschen über alles liebte.

„Ich weiß... du willst es nicht hören, aber ich hatte nie die Chance, etwas dazu zu sagen. Es tut mir leid... es war ein großer Fehler und will das du das zumindest einmal aus meinem Mund gehört hast, egal was du nun damit machst", sagte er leise und schloss die Augen, ging jetzt doch an Tezuka vorbei, wollte die Härte und Kälte in den eins so sanften Augen nicht sehen, die er allein verursacht hat.

„Was hätte ich für einen Grund dir zu glauben?" Tezukas Stimme klang verbittert.

„Ich weiß es nicht… wahrscheinlich gar keinen. Ich weiß auch nicht mal wieso ich hier bin. Ich bin weggelaufen, vor dem Menschen der mich liebt und das nur weil ich ihm nicht einmal nach zwei Jahren Beziehung geben konnte, was er wollte… weil ich ihn nicht liebe..."

Dann lachte er bitter.

„Was soll's… das ist dir auch egal. Irgendwie kann ich es auch verstehen, aber vielleicht hättest du mir damals zuhören sollen. Egal... es ist egal…", sagte er dann leise.

„Machs gut... Kunimitsu..."

„Dir Zuhören? Was gab es denn zu hören? Die Szene hat doch alles erklärt und deine Worte davor machten es klar. Sanada konntest du immer sehen, ihr wart in einem Team. So hattest du doch was du wolltest. Aber du hättest mir einfach die Wahrheit sagen können... du hättest sagen können, dass dir all das mit uns nicht ernst ist und ich nur dein... dein Kurschatten war. Das wäre wenigstens ehrlich gewesen!"
Ihm standen Tränen in den Augen. Er schrie seine Wut heraus, aber es war ihm egal, dass alle ihn hören konnten. Es tat so weh und dabei waren schon zwei Jahre vergangen.

Seiichi schreckte zurück. So hatte er tezuka noch nie erlebt.

„Das... das ist nicht wahr. Ich habe dich nie so gesehen. Oder meinst du ich hätte diese Dinge da in der Hütte mit dir einfach so gemacht. Ich liebe dich heute noch und das noch mehr als je zuvor, auch wenn es dir egal ist. Es war ein riesiger Fehler Sanada zu küssen, dass weiß ich auch. Und ich habe es bereut. Aber ja... wieso solltest du mir jetzt zuhören?"

Er wandte sich ab, wischte sich die Tränen von den Wangen. Sein Körper tat immer noch weh, aber er dachte nicht darüber nach, was er fast getan hätte.

„Wieso sollte ich dir das glauben?" Tezukas Blick war voller Schmerz. „Was garantiert mir, dass ich dich nicht gleich wieder mit jemand anderem sehe?"

Er wandte sich ab.

„Ich würde es ja nicht einmal sehen wenn ich wieder in Amerika bin."

Ein bitteres Lachen folgte seinen Worten.

„Vor zwei Jahren hast du dich über ein paar Kilometer Distanz beschwert, jetzt wäre es noch mehr..."

Aber nein, er würde ihm keine Chance geben. Er vertraute Yukimura nicht mehr. Doch so sehr er sich wünschte, dass er ihn einfach vergessen konnte, es ging nicht. Es schmerzte. Er liebte ihn doch.

„Siehst du mich so!" schrie Yukimura ihn an. „Bin ich in deinen Augen eine Schlampe, die sich jedem an den Hals wirft? Dann sag mir, wieso konnte ich nicht mit ihm schlafen, sag es mir verdammt!!!"

Der Kleinere weinte wieder, auch wenn er wusste, dass es nichts brachte. Er hatte verloren und er war Sportler genug um Verluste zu ertragen.

Ja, vielleicht sollte er einfach zurückgehen, seinen Körper verschenken und alle Gefühle abschalten. Denn scheinbar sah ihn Tezuka genau so. Wegen eines Fehlers, eines zugegeben sehr dummen Fehlers...

„Sayonara...", sagte er leise und ging an ihm vorbei.

Tezuka sah ihm nach. Wieder kämpfte Kopf gegen Herz. Dann lief er los und hielt Seiichi fest, vergrub sein Gesicht am Rücken des Kleineren. Er musste es versuchen, ein letztes Mal.

Würde Seiichi wieder so handeln wie vor zwei Jahren, würde er sein Herz endgültig brechen, aber vielleicht konnte der Kleinere die Risse in seinem Herzen wieder heilen, die er ihm zugefügt hatte.

Der schlanke Körper bebte unter den Tränen, doch er wagte es nicht, sich umzudrehen aus Angst diesen Moment zu zerbrechen oder festzustellen, dass es nur ein Traum war. Und wenn es einer war, wollte er nicht aufwachen.

Tezuka umarmte den schmalen Körper und drückte ihn an sich, klammerte sich Hilfe suchend an Seiichi und weinte. Er liebte ihn so sehr. Als er Yukimura am ersten Tag in der Klinik gesehen hatte, nie hätte er geglaubt, dass er sich so unsterblich in diesen Menschen verlieben würde.

Langsam drehte sich Seiichi in der Umarmung zu ihm um und schloss die Arme sanft um ihn, zusammen sanken sie auf den Boden, denn zumindest Seiichis Beine gehorchten ihm immer noch nicht. Weinend hielt er nun Tezukas schlanken Körper in seinen Armen, sagte nichts, streichelte einfach nur über den Rücken des Größeren.

„Es tut mir leid... es tut mir so leid...", brauchte er schließlich hervor.

Es schien eine Ewigkeit zu dauern bis Tezuka sich ein wenig beruhig hatte, sich in Yukimuras Armen rührte. Er hob den Kopf, sah den Anderen an. Er war bereit ihm eine Chance zu geben, aber es würde dauern bis er ihm wieder vertrauen konnte.
„Ich muss morgen nach Amerika zurück."

„Schon gut, ich will nicht, dass du mich zurück nimmst, wenn du es nicht kannst, aber ich wollte zumindest, dass wir uns wieder in die Augen sehen können. Das ich dich liebe wird sich nicht ändern, aber ich kann jetzt leichter damit umgehen", sagte er leise und strich Tezuka ein paar Strähnen aus der Stirn, stand auf und zog ihn mit sich hoch.

„Ich liebe dich. Ich will mit dir zusammen sein... aber ich muss noch für ein Jahr nach Amerika... ich brauche Zeit darüber nachzudenken."

Er sah ihn noch einmal an.

„Wenn du mit mir zusammen sein willst, musst du ein Jahr warten."

Tezuka war erschöpft, hatte sich seit zwei Jahren nach dem Anderen gesehnt.

„Ich würde immer warten, jetzt wo ich weiß, dass ich eine kleine Chance habe, dein Herz wieder für mich zu gewinnen", sagte Seiichi leise und hauchte Tezuka einen Kuss auf die Stirn.

„Wenn du wieder kommst, findest du mich wahrscheinlich an der Universität, zumindest nehme ich das mal an."

„Das glaube ich nicht, denn ich habe vor auch die Universität zu besuchen, also bin ich vor Semesterbeginn da."

Er schüttelte leicht den Kopf. Er wusste wann das Schuljahr endete und dann würde er zurückkommen.
„Ich werde am 4. Mai nächstes Jahr wieder hier sein um 15h. Sei dann hier und warte auf mich."
Dann drehte er sich um und ging ins Haus. Er wusste, dass es unfair war, aber wenn Yukimura wirklich da sein würde, würde es doch zeigen, dass es ihm ernst war.

Der Kleinere nickte nur. Er prägte sich das Datum gut ein, zu Hause würde er es sich notieren und groß an die Wand hängen. Auf keinen Fall wollte er das vergessen. Langsam ging er nach Hause und ließ sich in den einsamen Haus aufs Sofa fallen, schloss die Augen. Er würde auf Tezuka warten.