Hallo alle zusammen. Vielen, vielen dank fuer die Reviews. Tut mir Leid, dass es diesmal so lange gedauert hat. Ich werde ab jetzt versuchen zumindest einmal pro Woche hochzuladen. Was die Rechtschreibfehler im letzten Kapitel angeht, werde ich die natuerlich behebe, danke fuer den Hinweis. Dann wuensche ich viel Spass beim lesen.

Der Meister der Zaubertränke las James und zog eine Grimasse.

»Da ist er.«

»Wo?«

»Neben dem großen rothaarigen Jungen.«

"Nett." Bemerkte Sirius trocken.

»Der mit der Brille?«

»Siehst du seine Narbe?« (Anm. Im Englischen steht da "hast du sein Gesicht gesehen?")

"Falls es auf irgendeine Weise Krones Gesicht aehnelt, fuehle ich mit ihm." Sirius grinste sueffisant, als eben genannter ihn boese anfunkelte.

Ein Flüstern verfolgte Harry von dem Moment an, da er am nächsten Morgen den Schlafsaal verließ. Draußen vor den Klassenzimmern stellten sie sich auf Zehenspitzen, um einen Blick auf ihn zu erhaschen. Andere machten auf dem Weg durch den Korridor kehrt und liefen mit neugierigem Blick an ihm vorbei. Harry mochte das nicht, denn er war noch viel zu sehr damit beschäftigt, den Weg in die Klassenzimmer zu finden.

"Das ist am Anfang ein wenig entmutigend." Lily laechelte.

Es gab einhundertundzweiundvierzig Treppen in Hogwarts:

"Wer zur Hoelle hat sich die Muehe gemacht sie zu zaehlen?" Sirius schuettelte den Kopf.

breite, weit ausschwingende; enge, kurze, wacklige; manche führten freitags woandershin; manche hatten auf halber Höhe eine Stufe, die ganz plötzlich verschwand, und man durfte nicht vergessen sie zu überspringen. Dann wiederum gab es Türen, die nicht aufgingen, außer wenn man sie höflich bat oder sie an genau der richtigen Stelle kitzelte, und Türen, die gar keine waren, sondern Wände, die nur so taten, als ob.

"Die sind so was von nervig." James knurrte und Sirius lachte.

"Was?" fragte Lily interessiert.

"Krone hier hat sich mal mit einer dieser Tueren angelegt." Sirius grinste. "Die hoefliche wollte nicht oeffnen, also hat er geflucht und wollte weggehen. Genau in dem Moment ist sie aufgesprungen und hat ihn von hinten erwischt." Sirius lachte in Erinnerung daran. "Und ein anderes mal ist er gerannt, auf die falsche Tuer reingefallen und voll gegen die Wand gekracht."

Lilys Lippen zuckten und breiteten sich dann zu einem breiten Grinsen aus, als sie James beleidigte Miene sah.

Schwierig war es auch, sich daran zu erinnern, wo etwas Bestimmtes war, denn alles schien ziemlich oft den Platz zu wechseln. Die Leute in den Porträts gingen sich ständig besuchen und Harry war sich sicher, daß die Rüstungen laufen konnten.

"Jap. Sie koennen." Erkleahrte Remus in neutralem Ton.

Auch die Geister waren nicht besonders hilfreich. Man bekam einen fürchterlichen Schreck, wenn einer von ihnen durch eine Tür schwebte, die man gerade zu öffnen versuchte. Der Fast Kopflose Nick freute sich immer, wenn er den neuen Gryffindors den Weg zeigen konnte, doch Peeves der Poltergeist bot mindestens zwei verschlossene Türen und eine Geistertreppe auf, wenn man zu spät dran war und ihn auf dem Weg zum Klassenzimmer traf Er leerte den Schülern Papierkörbe über dem Kopf aus, zog ihnen die Teppiche unter den Füßen weg, bewarf sie mit Kreidestückchen oder schlich sich unsichtbar von hinten an, griff sie an die Nase und schrie:»HAB DEINEN ZINKEN!«

"Aeh. Das ist alt." Sirius seufzte.

"Er braucht neuen Stoff."stimmte James zu.

Noch schlimmer als Peeves, wenn davon überhaupt die Rede sein konnte, war Argus Filch, der Hausmeister. Harry und Ron schafften es schon am ersten Morgen, ihm in die Quere zu kommen.

"Nett." Lobten James und Sirius grinsend. Die boesen Blicke von Lily schienen sie gar nicht zu bemerken.

Filch erwischte sie dabei, wie sie sich durch eine Tür zwängen wollten, die sich unglücklicherweise als der Eingang zum verbotenen Korridor im dritten Stock herausstellte.

"Zu dumm, dass es nur ein Versehen war." Sirius gluckste.

Filch wollte nicht glauben, daß sie sich verlaufen hatten, und war fest davon überzeugt, daß sie versucht hatten, die Tür aufzubrechen. Er werde sie beide in den Kerker sperren, drohte er, gerade als Professor Quirrell vorbeikam und sie rettete.

"Warum kam er grade vorbei?" fragte Remus und zog die Augenbrauen leicht zusammen.

Filch hatte eine Katze namens Mrs. Norris, eine dürre, staubfarbene Kreatur mit hervorquellenden, lampenartigen Augen. Sie patrouillierte allein durch die Korridore. Brach man vor ihren Augen eine Regel oder setzte auch nur einen Fuß falsch auf dann flitzte sie zu Filch, der zwei Sekunden später keuchend vor einem stand. Filch kannte die Geheimgänge der Schule besser als alle andern (mit Ausnahme vielleicht der Weasley-Zwillinge)

"Und uns!" unterbrachen Sirius und James gleichzeitig.

und konnte so plötzlich auftauchen wie sonst nur ein Geist. Die Schüler mochten ihn alle nicht leiden und hätten Mrs. Norris am liebsten einen gepfefferten Fußtritt versetzt.

Und dann, wenn man es einmal geschafft hatte, das Klassenzimmer zu finden, war da der eigentliche Unterricht. Wie Harry rasch feststellte, gehörte zum Zaubern viel mehr als nur mit dem Zauberstab herumzufuchteln und ein paar merkwürdige Worte von sich zu geben.

"Offensichtlich nicht." Sirius grinste und Lily schlug ihm auf den Hinterkopf.

jeden Mittwoch um Mitternacht mußten sie mit ihren Teleskopen den Nachthimmel studieren und die Namen verschiedener Sterne und die Bewegungen der Planeten lernen. Dreimal die Woche gingen sie hinaus zu den Gewächshäusern hinter dem Schloß, wo sie bei einer plumpen kleinen Professorin namens Sprout Kräuterkunde hatten. Hier lernten sie, wie man all die seltsamen Pflanzen und Pilze züchtete und herausfand, wozu sie nütze waren.

Der bei weitem langweiligste Stoff war Geschichte der Zauberei,

"Beste Stunde fuer ein Mittagsschlaefschen." bemerkte Sirius.

"Absolut." pflichtete James bei.

"James! Sirius!"schimpfte Lily.

"DU must grade redden, Lily" erwiderte James. "Ich habe dich letzte Stunde mit Alice hangman spielen sehen."

Lily wurde rot.

"Li-ly Ev-ans" sagte Sirius gedehnt und grinste.

"Halt die Klappe." Fauchte Lily.

der einzige Unterricht, den ein Geist gab. Professor Binns war wirklich schon sehr alt gewesen, als er vor dem Kaminfeuer im Lehrerzimmer eingeschlafen und am nächsten Morgen zum Unterricht aufgestanden war, wobei er freilich seinen Körper zurückgelassen hatte. Binns leierte Namen und Jahreszahlen herunter, und sie kritzelten alles in ihre Hefte und verwechselten Emmerich den Bösen mit Ulrich dem Komischen Kauz.

Professor Flitwick, der Lehrer für Zauberkunst, war ein winzig kleiner Magier, der sich, um über das Pult sehen zu können, auf einen Stapel Bücher stellen mußte.

Auf Lilys Gesicht breitete sich ein warmes Laecheln aus, er war einer ihrer Lieblingslehrer.

Zu Beginn der ersten Stunde verlas er die Namensliste, und als er zu Harry gelangte, gab er ein aufgeregtes Quieken von sich und stürzte vom Bücherstapel.

Kollektives Gelaechter erfuellte den Raum.

"Der gute, alte Flitwick!" Sirius grinste.

Professor McGonagall wiederum war ganz anders. Harry hatte durchaus zu Recht vermutet, mit dieser Lehrerin sei nicht gut Kirschen essen. Streng und klug, hielt sie ihnen eine Rede, kaum hatten sie sich zur ersten Stunde hingesetzt.

"Keine Ueberaschung." Sirius lachte.

"Ich frage mich, ob Harry so gut In Verwandlung ist wie ich…" ueberlegte James.

»Verwandlungen gehören zu den schwierigsten und gefährlichsten Zaubereien, die ihr in Hogwarts lernen werdet«, sagte sie. »Jeder, der in meinem Unterricht Unsinn anstellt, hat zu gehen und wird nicht mehr zurückkommen. Ihr seid gewarnt.«

"Sie hat sich nicht wirklich veraendert, oder?"

Dann verwandelte sie ihr Pult in ein Schwein und wieder zurück. Sie waren alle sehr beeindruckt und konnten es kaum erwarten, loslegen zu dürfen, doch sie erkannten bald, daß es noch lange dauern würde, bis sie die Möbel in Tiere verwandeln konnten.

"offensichtlich." Spottete Sirius. "Das ist viel zu complex fuer kleine Erstklaessler."

Erst einmal schrieben sie eine Menge komplizierter Dinge auf dann erhielt jeder ein Streichholz, das sie in eine Nadel zu verwandeln suchten. Am Ende der Stunde hatte nur Hermine Granger ihr Streichholz ein klein wenig verändert. Professor McGonagall zeigte der Klasse, daß es ganz silbrig und spitz geworden war, und schenkte Hermine ein bei ihr seltenes Lächeln.

"Sie hat mir nie eines ihrer seltenen Laecheln gezeigt, wenn ich etwas erreicht habe." Sagte James beleidigt, da Verwandlung sein bestes Fach war.

"Das ist, weil du andauernd irgendeinen Unsinn anstellst." Erinnerte ihn Remus.

Wirklich gespannt waren sie auf Verteidigung gegen die dunklen Künste, doch Quirrells Unterricht stellte sich als Witz heraus. Sein Klassenzimmer roch stark nach Knoblauch, und alle sagten, das diene dazu, einen Vampir fernzuhalten, den er in Rumänien getroffen habe und der, wie Quirrell befürchtete, eines Tages kommen und ihn holen würde. Seinen Turban, erklärte er, habe ihm ein afrikanischer Prinz geschenkt, weil er dem Prinzen einen lästigen Zombie vom Hals geschafft habe,

"Um…Das ist….glaubwuerdig?" sagte Remus langsam.

"Was fuer ein Schwindler." Schnaubte Sirius.

aber sie waren sich nicht sicher, was sie von dieser Geschichte halten sollten. Als nämlich Seamus Finnigan neugierig fragte, wie Quirrell den Zombie denn verjagt habe, lief der rosarot an und begann über das Wetter zu reden; außerdem hatten sie bemerkt, daß von dem Turban ein komischer Geruch ausging, und die Weasley-Zwillinge behaupteten steif und fest, auch er sei voll gestopft mit Knoblauch, damit Professor Quirrell geschützt sei, wo immer er gehe und stehe.

Remus zog eine Augenbraue in die Hoehe. Das hoerte sich fuer ihn ziemlich verdaechtig an.

Harry stellte erleichtert fest, daß er nicht meilenweit hinter den andern herhinkte. Viele Schüler kamen aus Muggelfamillen und hatten wie er keine Ahnung gehabt, daß sie Hexen oder Zauberer waren. Es gab so viel zu lernen, daß selbst Schüler wie Ron keinen großen Vorsprung hatten.

Ein großer Tag für Harry und Ron war der Freitag. Sie schafften es endlich, den Weg zum Frühstück in die Große Halle zu finden, ohne sich auch nur ein einziges Mal zu verirren.

"Oh sagenhaft! Donnerwetter! Glueckwunsch!" sagte Sirius begeistert.

"Hey!" James warf seinem besten Freund ein Kissen ins Gesicht. "Hoer auf."

»Was haben wir heute?«, fragte Harry Ron, während er Zucker auf seinen Haferbrei schüttete.

»Doppelstunde Zaubertränke, zusammen mit den Slytherins«, sagte Ron. »Snape ist der Hauslehrer von Slytherin. Es heißt, er bevorzugt sie immer. Wir werden ja sehen, ob das stimmt.«

James und Sirius hatten bei der Erwaehnung von Snape finstere Blicke aufgesetzt.

"Ganz sicher." Spie Sirius.

» Ich wünschte, die McGonagall würde uns bevorzugen«, sagte Harry.

"Wir auch." Murmelten die beiden Rumtreiber immer noch leicht genervt.

Professor McGonagall war Hauslehrerin von Gryffindor, und trotzdem hatte sie ihnen tags zuvor eine Unmenge Hausaufgaben aufgehalst.

In diesem Augenblick kam die Post. Harry hatte sich inzwischen daran gewöhnt, doch am ersten Morgen hatte er einen kleinen Schreck bekommen, als während des Frühstücks plötzlich an die hundert Eulen in die Große Halle schwirrten, die Tische umkreisten, bis sie ihre Besitzer erkannten, und dann die Briefe und Päckchen auf ihren Schoß fallen ließen.

Hedwig hatte Harry bisher nichts gebracht. Manchmal ließ sie sich auf seiner Schulter nieder, knabberte ein wenig an seinem Ohr und verspeiste ein Stück Toast, bevor sie sich mit den anderen Schuleulen in die Eulerei zum Schlafen verzog.

"Das ist nett von ihr" Lily laechelte, Hedwig schien zu wissen was ihr Besitzer brauchte.

An diesem Morgen jedoch landete sie flatternd zwischen dem Marmeladeglas und der Zuckerschüssel und ließ einen Brief auf Harrys Teller fallen. Harry riß ihn sofort auf

Lieber Harry, stand da sehr kraklig geschrieben,

ich weiß, daß du Freitagnachmittag frei hast. Hättest du nicht Lust, mich zu besuchen und eine Tasse Tee zu trinken? Ich möchte alles über deine erste Woche erfahren. Schick mir durch Hedwig eine Antwort.

Hagrid

"Ich bin froh, das Hagrid sich um Harry kuemmert." Lilys laecheln wurde ein bisschen breiter.

"Hagrid ist ein grosartiger Freund." Stimmten die Rumtreiber zu.

Harry borgte sich Rons Federkiel, kritzelte »Ja, gerne, wir sehen uns später« auf die Rückseite des Briefes und schickte Hedwig damit los.

Ein Glück, daß Harry sich auf den Tee mit Hagrid freuen konnte, denn der Zaubertrankunterricht stellte sich als das Schlimmste heraus, was ihm bisher passiert war.

"Ich frage mich, warum." Zischte Lily, waehrend sie James anstarrte, der zurueckschrak.

"Was?" fragte er.

"Fuer den Fall das du es noch nicht bemerkt hast, Harry ist dir wie aus dem Gesicht geschnitten! Auf wen glaubst du, wird sich Snapes ganzer Hass wohl konzentrieren?"

"…Oh" murmelte James und schaute zu Boden.

Beim Bankett zum Schuljahresbeginn hatte Harry den Eindruck gewonnen, daß Professor Snape ihn nicht mochte. Am Ende der ersten Zaubertrankstunde wußte er, daß er falsch gelegen hatte. Es war nicht so, daß Snape ihn nicht mochte

"Warte, was?" fragte Sirius und zog eine Augenbraue in die Hoehe.

er haßte ihn.

"Ah…Das macht mehr Sinn."

Der Zaubertrankunterricht fand tief unten in einem der Kerker statt. Hier war es kälter als oben im Hauptschloß, und auch ohne die in Essig eingelegten Tiere, die in großen, an den Wänden aufgereihten Gläsern herumschwammen, wäre es schon unheimlich genug gewesen.

Snape begann die Stunde wie Flitwick mit der Verlesung der Namensliste, und wie Flitwick hielt er bei Harrys Namen inne.

»Ah, ja«, sagte er leise. »Harry Potter. Unsere neue – Berühmtheit.«

"Halt die Klappe du schleimiger Idiot!" schrie Sirius. James versuchte Lilys Blick auszuweichen, der besagte: 'Es ist ganz allein deine Schuld!'

Draco Malfoy und seine Freunde Crabbe und Goyle kicherten hinter vorgehaltenen Händen. Snape rief die restlichen Namen auf und richtete dann den Blick auf die Klasse. Seine Augen waren so schwarz wie die Hagrids,

"Vergleich diesen Idiot nicht mit Hagrid." Sties James hervor und zuckte zusammen, als Lilys Blicke eindeutiger wurden.

doch sie hatten nichts von deren Wärme. Sie waren kalt und leer und erinnerten an dunkle Tunnel.

»Ihr seid hier, um die schwierige Wissenschaft und exakte Kunst der Zaubertrankbrauerei zu lernen.« Es war kaum mehr als ein Flüstern, doch sie verstanden jedes Wort – wie Professor McGonagall hatte Snape die Gabe, eine Klasse mühelos ruhig zu halten.

"Mehr aus Angst als aus Respekt" sagte Sirius veraechtlich. "I wette, er aengstigt sie in Gehorsam."

»Da es bei mir nur wenig albernes Zauberstabgefuchtel gibt, werden viele von euch kaum glauben, daß es sich um Zauberei handelt. Ich erwarte nicht, daß ihr wirklich die Schönheit des leise brodelnden Kessels mit seinen schimmernden Dämpfen zu sehen lernt, die zarte Macht der Flüssigkeiten, die durch die menschlichen Venen kriechen, den Kopf verhexen und die Sinne betören… Ich kann euch lehren, wie man Ruhm in Flaschen füllt, Ansehen zusammenbraut, sogar den Tod verkorkt – sofern ihr kein großer Haufen Dummköpfe seid, wie ich sie sonst immer in der Klasse habe.«

"Severus!" heulte Lily, leicht geschockt.

"Siehst du, Lily?" beharrte James. "Er ist ein Idiot." Lilys Augen veraengten sich und James fing schnell wieder an, weiter zu lesen.

Die Klasse blieb stumm nach dieser kleinen Rede. Harry Lind Ron tauschten mit hochgezogenen Augenbrauen Blicke aus. Hermine Granger saß auf dem Stuhlrand und sah aus, als wäre sie ganz versessen darauf zu beweisen, daß sie kein Dummkopf war.

"Natuerlich" bemerkte Sirius sarkastisch.

»Potter!«, sagte Snape plötzlich. »Was bekomme ich, wenn ich einem Wermutaufguß geriebene Affodillwurzel hinzufüge?«

"Trank der lebenden Toten. Aber das lernen sie erst im sechsten Jahr." Lily schaute finster, traurig darueber, wie ihr frueherer bester Freund ihren Sohn behandelte.

Geriebene Wurzel wovon einem Aufguß wovon hinzufügen?

Harry blickte Ron an, der genauso verdutzt aussah wie er; Hermines Hand war nach oben geschnellt.

»Ich weiß nicht, Sir«, sagte Harry.

Snapes Lippen kräuselten sich zu einem hämischen Lächeln.

»Tjaja – Ruhm ist eben nicht alles.«

"Lass ihn in Ruhe!" knurrte James. "Denkst du etwa er wollte diesen Ruhm? Halt verdammt noch mal die Klappe, du Bastard!"

Lily machte sich nicht mal die Mueh ihn zurecht zu weisen, sie sah einfach nur auf ihre Hanede, die zu Faeusten geballt waren.

Hermines Hand übersah er.

»Versuchen wir's noch mal, Potter. Wo würdest du suchen, wenn du mir einen Bezoar beschaffen müßtest?«

"Im Magen einer Ziege." Sagte Lily leise. "Das ist Erstklaessler Wissen … aber nicht vor dem naechsten Halbjahr."

Hermine streckte die Hand so hoch in die Luft, wie es möglich war, ohne daß sie sich vom Stuhl erhob, doch Harry hatte nicht die geringste Ahnung, was ein Bezoar war. Er mied den Blick hinüber zu Malfoy, Crabbe und Goyle, die sich vor Lachen schüttelten.

"Idioten." Sirius knurrte. Remus schuettelte genervt den Kopf.

»Ich weiß nicht, Sir.«

»Dachtest sicher, es wäre nicht nötig, ein Buch aufzuschlagen, bevor du herkommst, nicht wahr, Potter?«

Harry zwang sich, fest in diese kalten Augen zu blicken. Bei den Dursleys hatte er wohl in seine Bücher geschaut, doch erwartete Snape, daß er alles aus Tausend Zauberkräutern und -pilzen herbeten konnte?

"Anscheinend." Bemerkte James duester.

Snape mißachtete immer noch Hermines zitternde Hand.

»Was ist der Unterschied zwischen Eisenhut und Wolfswurz, Potter?«

"Es gibt keinen." Lily seufzte. "Sev…"

James sah seine Freundin an und stoehnte. Er wollte Snape genau in diesem Augenblick ins naechste Jahrtausend hexen, doch als er den traurigen Blick seiner Freundin sah, nahm er stattdessen sanft ihre Hand.

Bei dieser Frage stand Hermine auf ihre Fingerspitzen berührten jetzt fast die Kerkerdecke.

»Ich weiß nicht«, sagte Harry leise. »Aber ich glaube, Hermine weiß es, also warum nehmen Sie nicht mal Hermine dran?«

"Gut gemacht, Welpe."

Ein paar lachten; Harry fing Seamus' Blick auf der ihm zuzwinkerte. Snape allerdings war nicht erfreut.

»Setz dich.«, blaffte er Hermine an. »Zu deiner Information, Potter, Affodill und Wermut ergeben einen Schlaftrank, der so stark ist, daß er als Trank der Lebenden Toten bekannt ist. Ein Bezoar ist ein Stein aus dem Magen einer Ziege, der einen vor den meisten Giften rettet. Was Eisenhut und Wolfswurz angeht, so bezeichnen sie dieselbe Pflanze, auch bekannt unter dem Namen Aconitum. Noch Fragen? Und warum schreibt ihr euch das nicht auf?«

"Weil du ihnen nicht gesagt hast, dass sie es tun sollen, du schleimiger Idiot!" knurrte Sirius.

Dem folgte ein lautes Geraschel von Pergament und Federkielen. Durch den Lärm drang Snapes Stimme:»Und Gryffindor wird ein Punkt abgezogen, wegen dir, Potter.«

Sirius fluchte und wurde ploetzlich das Opfer eines gut geziehlten, recht schmerzhaften Zaubers.

"Pass auf, was du sagst." schnappte Lily genervt. "Wenn man bedenkt, dass es Severus ist, hat er noch Glueck, dass es blos ein Punkt war. Auserdem hat er es nicht voellig grundlos getan."

Auch später erging es den Gryffindors in der Zaubertrankstunde nicht besser. Snape stellte sie zu Paaren zusammen und ließ sie einen einfachen Trank zur Heilung von Furunkeln anrühren. Er huschte in seinem langen schwarzen Umhang zwischen den Tischen umher, sah zu, wie sie getrocknete Nesseln abwogen und Giftzähne von Schlangen zermahlten. Bei fast allen hatte er etwas auszusetzen, außer bei Malfoy, den er offenbar gut leiden konnte.

"Keine grosse Ueberraschung." Murmelte Sirius, der immer noch Schmerzen von Lilys Zauber hatte.

Gerade forderte er die ganze Klasse auf sich anzusehen, wie gut Malfoy seine Wellhornschnecken geschmort hatte, als giftgrüne Rauchwolken und ein lautes Zischen den Kerker erfüllten. Neville hatte es irgendwie geschafft, den Kessel von Seamus zu einem unförmigen Klumpen zu zerschmelzen. Das Gebräu sickerte über den Steinboden und brannte Löcher in die Schuhe.

"Wurmschwanz und Remus haben letztes Jahr etwas ganz aenliches getan." James gluckste.

Remus knurrte, als er sich daran erinnerte, waehrend Lily laechelte und Sirius sein bellendes Lachen hoeren lies.

Im Nu stand die ganze Klasse auf den Stühlen, während Neville, der sich mit dem Gebräu voll gespritzt hatte, als der Kessel zersprang, vor Schmerz stöhnte, denn überall auf seinen Armen und Beinen brachen zornrote Furunkel auf,

»Du Idiot«,

"Sev…" bemerkte Lily duester."Wirklich! Du soltest nicht so mit ihm sprechen."

blaffte Snape ihn an und wischte den verschütteten Trank mit einem Schwung seines Zauberstabs weg. »Ich nehme an, du hast die Stachelschweinpastillen hinzugegeben, bevor du den Kessel vom Feuer genommen hast?«

Neville wimmerte, denn Furunkel brachen nun auch auf seiner Nase auf

»Bring ihn hoch in den Hospitalflügel«, fauchte Snape Seamus an. Dann nahm er sich Harry und Ron vor, die am Tisch neben Neville gearbeitet hatten.

"Wag es ja nicht, ihm die Schuld zu geben, Schnivellus." Knurrten James und Sirius. Remus verengte leicht seine Augen.

»Du – Potter – warum hast du ihm nicht gesagt, er solle die Pastillen weglassen? Dachtest wohl, du stündest besser da, wenn er es vermasselt, oder? Das ist noch ein Punkt, der Gryffindor wegen dir abgezogen wird.«

"WAS!"

"Beruhigt euch ihr beide…"

"Lily komm schon! Das war totall unfair!" zischte James.

Lily seufzte und nickte. "Ja…war es…"

Das war so unfair, daß Harry den Mund öffnete, um ihm zu widersprechen, doch Ron versetzte ihm hinter ihrem Kessel ein Knuff.

»Leg's nicht darauf an«, flüsterte er. »Ich hab gehört, Snape kann sehr gemein werden.«

Als sie eine Stunde später die Kerkerstufen emporstiegen, rasten wilde Gedanken durch Harrys Kopf und er fühlte sich miserabel. In der ersten Woche schon hatte Gryffindor seinetwegen zwei Punkte verloren.

"Mach dir keine Sorgen, Harry. Dein Vater und Pate haben in ihrer ersten Woche ungefaehr fuenfzig verloren." Lily zog eine Grimasse.

Warum haßte Snape ihn so sehr?

Lily drehte sich um und starrte James durchdringend an, der seufzte und auf den Boden schaute.

»Mach dir nichts draus«, sagte Ron. »Snape nimmt Fred und George auch immer Punkte weg. Kann ich mitkommen zu Hagrid?«

"Netter Ablenkungsversuch."

Um fünf vor drei verließen sie das Schloß und machten sich auf den Weg. Hagrid lebte in einem kleinen Holzhaus am Rande des verbotenen Waldes. Neben der Tür standen eine Armbrust und ein Paar Galoschen.

Als Harry klopfte, hörten sie von drinnen ein aufgeregtes Kratzen und ein donnerndes Bellen. Dann erwachte Hagrids Stimme:»Zurück, Fang – mach Platz.«

"Fang ist im Moment nur ein Welpe…" Sirius gluckste. "Hagrid ist grossartig. Er sucht sich furchteinfloessende Namen fuer die harrmlosen Tiere aus und bei den wirklich gefaehrlichen waehlt er suesse Namen."

Hagrids großes, haariges Gesicht erschien im Türspalt, dann öffnete er.

»Wartet«, sagte er. »Platz, Fang.«

Er ließ sie herein, wobei er versuchte einen riesigen schwarzen Saurüden am Halsband zu fassen.

Drinnen gab es nur einen Raum. Von der Decke hingen Schinken und Fasane herunter, ein Kupferkessel brodelte über dem offenen Feuer, und in der Ecke stand ein riesiges Bett mit einer Flickendecke.

»Macht's euch bequem«, sagte Hagrid und ließ Fang los, der gleich auf Ron losstürzte und ihn an den Ohren leckte.

James und Remus fielen vor Lachen fast vom Sofa.

"Was?" fragte Lily neugierig.

"Genau das gleiche versucht Fang auch bei Sirius." James grinste. "Sieht so aus, als haette Harry seinen eigenen Sirius. Alles was er jetzt noch braucht sind Remus und Peter."

Wie Hagrid war auch Fang offensichtlich nicht so wild, wie er aussah.

»Das ist Ron«, erklärte Harry, während Hagrid kochendes Wasser in einen großen Teekessel goß und Plätzchen;auf einen Teller legte.

»Noch ein Weasley, nicht wahr?«, sagte Hagrid und betrachtete Rons Sommersprossen.

Remus schuettelte den Kopf. "So fuehlt er sich ganz sicher einzigartig."

»Mein halbes Leben hab ich damit verbracht, deine Zwillingsbrüder aus dem Wald zu verjagen.«

Die Plätzchen waren so hart, daß sie sich fast die Zä, doch Harry und Ron ließen sich nichts anmerken und erzählten Hagrid alles über die ersten Unterrichtsstunden. Fang legte den Kopf auf Harrys Knie und Sabber lief den Umhang hinunter.

Harry und Ron genossen es, daß Hagrid Filch einen »blöden Sack« nannte.

"Yeah, Hagrid hasst Filch." Sirius lachte zusammen mit James.

»Und was diese Katze angeht, Mrs. Norris, die möcht ich mal Fang vorstellen. Wißt ihr, immer wenn ich hochgeh zur Schule, folgt sie mir auf Schritt und Tritt. Kann sie nicht abschütteln, Filch macht sie extra scharf auf mich.«

Harry erzählte Hagrid von der ersten Stunde bei Snape. Wie zuvor schon Ron, riet ihm auch Hagrid, sich darüber keine Gedanken zu machen; Snape möge eben kaum einen Schüler.

»Aber er schien mich richtig zu hassen.«

»Unsinn«, sagte Hagrid. »Warum sollte er?«

"Wegen deinem Hornochsen von einem Vater." Schnaubte Lily.

Doch Harry meinte zu bemerken, daß Hagrid ihm dabei nicht wirklich in die Augen schaute.

»Wie geht's deinem Bruder Charlie?«, fragte Hagrid Ron. »Mochte ihn sehr gern, konnte prima mit Tieren umgehen.«

Harry fragte sich, ob Hagrid das Thema absichtlich gewechselt hatte. Während Ron Hagrid von Charlies Arbeit mit den Drachen erzählte, zog Harry ein Blatt Papier unter der Teehaube hervor. Es war ein Ausschnitt aus dem Tagespropheten:

Neues vom Einbruch bei Gringotts

"Einbruch?" keuchte Lily.

"Merlin…Jemand ist in Gringotts eingebrochen? Woah. Extrem lebensmuede?"

"Halt die Klappe, Black. Lass James lesen…das hoert sich interressant an."

Die Ermittlungen im Fall des Einbruchs bei Gringotts vom 31. Juli werden fortgesetzt. Allgemein wird vermutet, daß es sich um die Tat schwarzer Magier oder Hexen handelt. Um wen genau es sich handelt, ist jedoch unklar.

Vertreter der Kobolde bei Gringotts bekräftigten heute noch einmal, daß nichts gestohlen wurde. Das Verlies, das durchsucht wurde, war zufällig am selben Tag geleert worden.

Remus Augen weiteten sich. Konnte es sich um das Verlies handeln das Hagrid betreten hatte?

»Wir sagen Ihnen allerdings nicht, was drin war, also halten Sie Ihre Nasen da raus, falls Sie wissen, was gut für Sie ist«, sagte ein offizieller Koboldsprecher von Gringotts heute Nachmittag.

"Charmant."

Harry erinnerte sich, daß Ron ihm im Zug gesagt hatte, jemand habe versucht, Gringotts auszurauben. Doch Ron hatte nicht erwähnt, an welchem Tag das war.

»Hagrid!«, rief Harry,»dieser Einbruch bei Gringotts war an meinem Geburtstag!

"Sein Geburtstag ist am einunddreisigsten." Lily laechelte.

Vielleicht sogar, während wir dort waren«

Diesmal konnte es keinen Zweifel geben: Hagrid blickte Harry nicht in die Augen. Er stöhnte auf und bot ihm noch (,in Plätzchen an. Harry las den Zeitungsartikel noch einmal durch. Das Verlies, das durchsucht wurde, war zufällig am selben Tag geleert worden. Hagrid hatte Verlies siebenhundertneunzehn geleert, wenn man es so nennen konnte, denn er hatte nur dieses schmutzige kleine Paket herausgeholt. War es das, wonach die Diebe gesucht hatten?

Remus nickte langsam, er hatte aehnliche Gedanken.

Als Harry und Ron zum Abendessen ins Schloß zurückkehrten, waren ihre Taschen voll gestopft mit den steinharten Plätzchen, die sie aus Höflichkeit nicht hatten ablehnen wollen. Harry überlegte, daß ihm bisher keine Unterrichtsstunde so viel Stoff zum Nachdenken geliefert hatte wie dieser Teenachmittag bei Hagrid. Hatte Hagrid dieses Päckchen gerade noch rechtzeitig geholt? Wo war es jetzt? Und wußte Hagrid mehr über Snape, Als er Harry erzählen wollte?

"Nur das ich der Grund bin, warum er dich hasst." James seufzte und gab das Buch an Remus weiter.

Remus oeffnete es, raeusperte sich und began zu lesen.

"Duell um Mitternacht…"