Kapitel 9: Ein Guter Tag

Cameron ließ den Land Rover ausrollen und er kam neben einem schäbigen, kleinen Haus, zum stehen. Sarah blickte sie skeptisch an:
„Ist es hier?", fragte sie, „Ist er da drin?"
„Du warst schon einmal in dieser Gegend. Er ist in dem Haus zu deiner Rechten", erklärte sie, „Du musst ihn alleine holen. Meine Verletzungen könnten mein wahres Ich verraten, wenn sie mich sieht."
Sarah nickte und stieg aus,
„Warte hier!", befahl sie und schloss die Beifahrertüre. Als sie an der Türe klingelte überkam sie die Angst.
‚Was ist, wenn sie mich angelogen hat und mich hier aussetzen will?', fragte sie sich schreckhaft und war kurz davor sich umzudrehen und sich zu vergewissern, dass die Maschine nichts Derartiges vorhatte.
Doch die Türe öffnete sich und sie erblickte eine junge hübsche Latina, welche ihr bekannt vorkam.
„Komm rein.", sagte Chola knapp und öffnete ihr die Türe.
Als Sarah eingetreten war, blickte sie sich in der Dunkelheit um, als erwartete sie, dass noch eine Person eintreten würde und schloss, als sie sah, dass dies nicht geschähe, mit gesenktem Blick traurig die Türe.

Im Innern schrie Sarah bereits aufgebracht nach ihrem Sohn:
„John! John!", schrie sie, aufgeregt, bis sie ihn in der Küche sah und hastig auf ihn zu rannte.
John der aufstand, verdrehte die Augen, in der Erwartung zu Tode gedrückt zu werden und war umso überraschter und unvorbereitet, als Sarah nah bei ihm stoppte, mit der flachen Hand ausholte, zu schlug und seine rechte Backte traf.
„Autsch!", schrie er aus und fasste sofort die gerötete und geschwollene Stelle an.

„Wie kannst du es wagen mir solche Sorgen zu bereiten!", schrie ihn Sarah unterdessen zornig an,
„Ich habe Todesängste wegen dir ausstehen müssen!", schrie sie weiter,
„Weißt du überhaupt was ich durchmachen musste?! Die Angst, dass sie dich verschleppt hat und mir wegnimmt?! Die Angst du könntest Tod sein?!", fragte sie schrill weiter,
„Was hast du dir dabei bloß gedacht?! Von ihr habe ich nichts anderes erwartet, aber von dir?!"

„Es tut mir leid", erklärte John senkte seinen Blick und schrumpfte förmlich vor seiner Mutter zusammen, „Es war alles Camerons Idee…", versuchte er sich kleinlaut herauszureden.
„Und du hast mitgemacht!", fuhr sie ihm vorwurfsvoll ins Wort und umarte ihn zu seinem Erstaunen.
„Wehe du machst mir noch einmal solche Sorgen!", sprach sie weiter, während ihre Augen vor Freude und Glück tränten.
„Mom! Du erdrückst mich!", flehte er, aber sie beachtete ihn nicht.
„Ab morgen gehst du wieder regelmäßig in die Schule und hältst dich aus der Mission raus!", gab sie ihm zu Verstehen, „Hörst du?!"

John drückte sie jetzt von sich:
„Ich soll mich raushalten?!", fragte er gereizt, „In die Schule gehen?!"
„Ja!", forderte Sarah mit sturem Blick.
„Weißt du überhaupt, wovon du redest, Mom?!", fragte er aufmüpfig, „Was hat das für einen Sinn!"
„Zumal fühle ich mich nicht in der Verfassung morgen in die Schule zu gehen! Nicht nachdem was passiert ist! Du weißt, wie wichtig Derek für mich war?!"
„Du wirst in die Schule gehen und machen, was ich sage!", befahl Sarah nun und drohte mit ihren Zeigefinger, „Was meinst du, wie ich mich gefühlt habe, als ich deinen Vater verloren habe?! Und jetzt ab mir dir in den Wagen!", forderte sie und deutete mir ihrem Finger zur Haustüre.
John runzelte die Stirn und kam missmutig der Forderung nach.

Als er aus der Türe war, blickte Sarah in das traurige Gesicht von Chola.
„Ihr geht schon?", fragte sie bedrückt, „Was ist mit Cameron?"
Sarah verzog ihr Gesicht,
„Cameron geht es gut, sie ist nur müde und fühlt sich nicht in der Verfassung…"
„Ich verstehe", entgegnete Chola und blickte mit wässrigen Augen zu Boden.
„Was schulde ich dir?", fragte Sarah, die Anstalten machte zu gehen.
Chola blickte kurz verwirrt mit ihren wässrigen Augen auf.
„Nichts", erklärte sie, „Ich hab es nicht des Geldes wegen gemacht, sondern weil Cameron mich darum bat. Ich bin kein Babysitter."
„Ich habe es getan, weil ich so alleine bin… und Cameron das nächste zu einer Freundin ist, was ich habe…", erklärte sie und brach nun weinend und schluchzend zusammen, woraufhin Sarah schluckend den Blick senkte…

John setzte sich unterdessen schlecht gelaunt auf den Rücksitz des Land Rovers und blickte kurz Cameron an und erkannte das Metall, welches am Kiefer und an der Schläfe durchschimmerte, was ihn zugleich an den Tag seines sechzehnten Geburtstag erinnerte.
„Ist alles in Ordnung mit dir?!", fragte er sie gereizt, „Denn wenn nicht, falls du mich wieder töten willst, fände ich es gut, wenn du mir einen Vorsprung gibst!"
Cameron drehte sich um und ihr Blick blieb an seiner roten Backe haften:
„Wenn ich dich töten wollte, dann hätten wir diese Konversation nicht.", widersprach sie, „Bist du gegen eine Türe gelaufen?", fragte sie besorgt und neigte ihren Blick, sodass John sich schämend abwandte und stur so zur Seite blickte, damit Cameron die Stelle nicht weiter sehen konnte, während Sarah einstieg und sie ebenfalls anraunzte:
„Auf was wartest du?!", fragte sie, „Fahr los!"
Als Cameron losfuhr sprach Sarah weiter.
„Ich kann es nicht glauben…", und blickte Cameron aufgebracht an, „Sie scheint dich wirklich als Freundin zu wollen…"
„Ist das etwas Gutes?", fragte Cameron daraufhin naiv.
„Es macht mir Angst", gab Sarah zu, „Wenn Leute nicht sehen können, dass du nicht normal bist."
Sie schüttelte den Kopf und murmelte für sich weiter, um sich zu beruhigen:
„Das Arme Mädchen ist nur verwirrt…"

Sarah erwachte am morgen, noch müder als sonst. Ihr leichter Schlaf hatte sie wieder vor dem Klingeln des Weckers aufwachen lassen und sie hörte Geräusche aus der Küche.
Als sie die Küche betrat um den Umtrieb zu überprüfen, verzog sie schlagartig das Gesicht.
Cameron stand vor dem geöffneten Kühlschrank und mehrere Lebensmittel standen auf der Arbeitsplatte daneben.
Gerade eben zerbrach sie gekonnt ein rohes Ei und schluckte den Inhalt hinunter.
„Was machst du da?!", fuhr sie Sarah angeekelt an.
„Ich esse", erklärte Cameron, nachdem sie sich zu Sarah umblickte.
„Das sehe ich.", entgegnete Sarah gereizt, „Aber das Wie ist einfach widerlich! So etwas dulde ich nicht in meinem Haushalt! Das ist eine Verschwendung kostbarer Lebensmittel. Wenn solche Sachen gegessen werden, dann werden sie gekocht!"
„Aber so ist es effizienter!", widersprach Cameron, „Mir macht der geschmackliche Unterschied nichts aus. Ich fühle ihn nicht!", erklärte sie und Sarah verzog aufs neue ihr Gesicht.
„Keine Widerrede! Es wird gekocht!", forderte Sarah, „Wenn dich jemand so sieht, was soll er dann denken?!", fragte sie erzürnt weiter und sah förmlich, wie die kleinen Zahnrädchen der Maschine in ihrem Hirn anfingen sich zu bewegen.
„Danke für die Erklärung!", sagte sie knapp, „Ich werde kochen."
Die Stirn runzelnd sah Sarah dabei zu, wie Cameron nach einer Pfanne kramte.
„Warum isst du überhaupt?!", fragte sie verwirrt.
„Ich muss es, damit sich meine synthetische Haut und Organe wieder Regenerieren und meine Infiltrationshülle wieder Optimal wird. Ebenso, damit John mein Metall nicht sehen muss, das ihm Unbehagen bereitet. Vielleicht lässt er mich dann auch wieder Näher an ihn heran, sodass ich ihn besser beschützen kann."
Sarah lachte kurz auf und blickte die Maschine schmunzelnd an,
„Dafür muss aber noch viel passieren, damit dich John wieder mag."
Nachdenklich starrte Cameron ihr hinterher, als sie lachend die Küche verließ.

Als John geweckt wurde und missmutig und schlaftrunken in die Küche kam, sah er schon einen großen Stapel Pancakes auf seinem Teller.
Gedankenverloren griff er zum Ahornsirup und schüttete eine ordentliche Portion darauf.
„Es ist noch nicht einmal hell!", beschwerte er sich murmelnd und setzte die Gabel an.
„Wow, nicht verbrannt!", stellte er fest, nahm den ersten Bissen und musste daraufhin feststellen, dass es richtig gut schmeckte.
„Schmecken sie dir?", fragte Cameron als sie sah, wie John seine Pancakes verschlang.
John schreckte auf und sah, dass Cameron neben ihm saß und ebenfalls Pancakes aß.
„Was machst du?", fragte er verwirrt.
„Ich esse.", erklärte sie und John schüttelte leicht den Kopf.
„Das sehe ich!", entgegnete er gehässig und wandte sich dann seiner Mutter zu, die in die Küche gelaufen war und überrascht Johns Teller anstarrte.
„Hey Mom!", sprach John sie an, „Das sind die besten Pancakes, die ich je gegessen habe… Es ist einfach köstlich!"
Sarahs Gesicht fiel ein und Cameron schaute sie mit ihrem falschen Lächeln an.
„Schön dass es dir so schmeckt!", zischte Sarah zurück zu John, „Ich hoffe für dich, dass es nicht vergiftete ist!", raunzte sie ihn weiter an und verschwand mit dem Stolz, den sie noch besaß.
„Was hat sie denn?", fragte John weiter und aß einen weiteren Happen.
„Du musst dir keine Sorgen machen", entgegnete Cameron, „Ich habe bloß einen Teelöffel Vanille hinzugefügt."
Johns Augen weiteten sich vor Schreck und er verschluckte sich, sodass er husten musste.
Unsicher starrte er den Teller vor ihm an und schob ihn daraufhin von sich weg...
„Bist du dir sicher, dass du das nicht essen willst?", fragte sie und analysierte den Teller, auf der Suche nach dem Grund für Johns Verhalten, „Bist du nicht hungrig?"
„Nein", entgegnete John genervt.
„Du lügst.", widersprach sie ihm.
„Hey!", erwiderte er gereizt, „Warum lässt du mein Hunger nicht mein Problem sein?!"

Eine schweigsame Minute verging, in der John seinen Orangensaft trank, bis Cameron wietersprach:
„Mittagessen in der Schulcafeteria gibt es erst um zwölf Uhr. Dir wird es zwischendurch nicht möglich sein, Nahrung aufzunehmen."
„Sie hat Recht!", sprach ihn Sarah an, die gereizt in die Küche zurückkehrte um den Abfall raus zu bringen, „Da du ihre Kochkünste so schätzt, ist mir die Laune, dir dein Frühstück zu zubereiten vergangen!", sprach sie gekränkt weiter und verschwand mit dem vollem Mülleimer.

Schlecht gelaunt zog er daraufhin den Teller wieder zu sich und aß auf, während Cameron, die ihre Ration schon verputzt hatte, ihm zuschaute:
„Heute wird ein toller Tag", entgegnete sie und John sah verwirrt auf und hob fragend eine Augenbraue, da ihm das Verhalten seines Beschützers sehr suspekt vorkam, besonders als sie weiter sprach, „Ich denke, dass ich heute meine lila Lederjacke tragen werde."
John senkte grimmig seinen Blick. Irgendetwas sagte ihm, dass dieser Tag kein guter Tag werden würde.

Als Sarah wieder zurückkam sprach sie John an, der gedanklich oben in seinem Zimmer vor dem Laptop war, welcher automatisch die Dateien von Sarkissians Festplatte entschlüsselte.
„Du beeilst dich besser, damit du nicht zu spät kommst,… oder besser gesagt ihr!", sprach sie und warf Cameron einen kurzen hasserfüllten Blick zu.
„Oh Mom!", jammerte John, „Ist das wirklich nötig?! Ich habe so schon zuviel, was mir in meinem Kopf rumschwirrt! Was ist mit Skynet?!", fragte er besorgt.
„Du gehst zur Schule, nimmst deine Blechdame mit, damit sie nicht wieder Amok läuft und ich kümmere mich um Skynet! Ich beende es! So wie du es wolltest!", erklärte sie hastig und bestimmt, während John seinen Kopf senkte, vor allem, da sie andeutete, dass er nun für Camerons Taten verantwortlich sei.
‚Zum Teufel damit!', dachte er sich, ‚Wie soll ich bitteschön kontrollieren, was eine Killermaschine macht?!'

„Nachzuforschen, was Ellison vorhatte, wäre eine weitere Möglichkeit Skynet aufzuspüren", erklärte Cameron monoton und zog damit schlagartig die Aufmerksamkeit von Sarah und John auf sich.
„Sprich weiter!", forderte Sarah hastig.
„Ellison hat John aufgesucht, um mit ihm zu reden. Er wollte uns etwas mitteilen, wollte aber nicht direkt hier bei uns deswegen aufkreuzen, um unsere Tarnung zu schützen. Er muss gewartete haben, um dann unauffällig zu folgen. Cromartie ist Ellison gefolgt: so hat er John gefunden", beendete sie ihre gut berechnete Vermutung.

Sarah blickte skeptisch zu John, der mit den Schultern zuckte:
„Möglich wäre es.", gab er zu, „Bis die Festplatte vollständig entschlüsselt ist, vergehen eh noch einige Tage. Es kann nicht schaden, zu überprüfen was Ellison im Park von uns wollte.", erklärte er und Sarah nickte mit Widerwillen und stimmte dem zu…