Kapitel 9: Couchgeflüster

"Du willst reden?", stellte sie fast abwesend fest, "Dann rede."

John blickte reuevoll in die traurigen Haselnussbraunen Augen, die ihn anblickten.
"Cameron...", stotterte er nervös, "Ich... es tut mir Leid, wie ich dich in letzter Zeit behandelt habe", ihm stiegen die Tränen in die Augen und nervös stotterte er weiter, "Ich... ich... ähm... werde mich ändern, versprochen..."

"Du willst also wieder meine Freundschaft?", fragte Cameron emotionslos.

'Nur Freundschaft?', fragte sich John enttäuscht und traurig, 'Sie liebt mich nicht mehr... Ich komme zu spät und es ist meine Schuld, allein meine...', stellte er fest und schluckte den Kloß der sich aus lauter Trauer in seinen Hals gebildet hatte hinunter.
"Ja, das will ich...", erwiderte er unsicher, "Sehr gerne sogar."

"Dann sind wir wieder Freunde", entgegnete Cameron knapp und wartete auf ihre Umarmung, die jedoch nicht kam.
Als kurze Zeit nur Stille zwischen den Beiden herrschte, drehte sich Cameron mit runter gezogenen, traurigen Mundwinkel um, setzte sich wieder auf die Couch und sah sich weiter ihren Liebesfilm an.

John blickte währenddessen zu Boden.
'Warum muss ich alles bei ihr vermasseln?!', fragte er sich wütend über sich selber, 'Warum kann ich ihr nicht einfach sagen, dass ich sie liebe? Warum ist das so kompliziert für mich? Ich muss mich jetzt dazu zwingen..."

Nervös setzte er sich, mit gewissen Abstand zu Cameron, neben sie, auf die Couch.
"Was machst du?", fragte er und trat sich gedanklich selber, 'Nach was sieht es wohl aus, du Depp?! Sie weint sich die Seele aus'm Leib, weil du nicht den Mumm hast, ihr deine Gefühle offen zu legen!'

Cameron blickte ihn skeptisch an:
"Ich schaue einen Liebesfilm... Mir ist danach... Ich glaube aber nicht, dass dir der Film gefallen wird", erklärte sie ihm.

"Das macht nichts, ich kann es ja mal probieren", erwiderte er und zwang sich, den Bildschirm anzuschauen.
'Oh mein Gott!', schrie er laut in seinen Gedanken und unterdrückte seine Grimassen, 'Schrecklich...'
"Ich... ähm", stotterte er nervös und unsicher bei einem weiteren Versuch die berüchtigten drei Wörter auszusprechen, "Ich... ähm... will mehr Zeit mit dir verbringen."

"Das ist schön", entgegnete Cameron darauf, die ihn beim Stottern mit Besorgnis angeschaut hatte.
'Oh je, jetzt denkt sie ich sei hohl in der Birne...', dachte sich John dabei ängstlich, 'Wobei ich so was verdient habe...'
"Du hast in letztens kaum Zeit mit mir verbracht", fuhr Cameron fragend, mit verletzten Augen fort.

John schluckte, wieder stiegen ihm Tränen in die Augen - er hatte eine Person, nein, die Person, welche er am meisten liebte so stark verletzt.
Er fühlte sich wie ein Monster.
Reuevoll blickte er in ihre Augen:
"Ich weiß Cameron, ich weiß... ich will mich bessern. Du hast es nicht verdient, wie ich dich behandelt habe", erklärte er und schaute traurig zu Boden, "Es war unverzeihlich..."

"Warum tust du das?", fragte sie neugierig.

"Was?", gluckste John verhalten, nervös und unsicher.

"Du hast dich noch nie bei mir entschuldigt", erklärte sie ihm traurig, "Nur einmal... an unserem zweiten gemeinsamen Schultag in New Mexiko, Red Valley... als du noch nicht wusstest, dass ich eine Maschine bin."

John schloss vor Schmerz, der ihn im Inneren zerfraß die Augen, atmete kurz tief durch. Er schluckte tief und zwang sich wieder auf den Bildschirm zu schauen:
"Es ist nicht wichtig, was du bist, sondern wer du bisst. Das habe ich vergessen", erklärte er reuevoll, "Es tut mir wahnsinnig Leid. Wenn ich es wieder gut machen kann,... ich würde alles dafür geben es Rückgängig zu machen... Ich war zu sehr mit mir beschäftigt... ich war egoistisch", erklärte er mit wässrigen Augen weiter, "Ich war so bedacht, ein normales Leben zu führen, dass ich diejenigen um mich herum verletzt habe... insbesondere dich..."
Er zwang sich ihr in die Augen zu blicken und Tränen rollten seine Wangen hinab, "Es tut mir Leid, Cameron... wirklich."

Ihre Mundwinkel hoben sich kurzzeitig leicht und sie blickte ihn noch neugieriger an.
Es löste einen Funken Hoffnung in John aus, der sein Herz sofort höher und schneller schlagen ließ.
Vielleicht würde sie ihm doch noch eine Chance geben - eine Letzte...

"Du scheinst es wirklich ernst zu meinen", stellte sie fest und neigte dann ihren Blick, "Wie kommt es zu dem Sinneswandel. Ich dachte du hasst mich, nach der Sache mit deinem T-Shirt"
"Die mir wirklich Leid tut", fügte sie hastig und nervös hinzu.

"Das T-Shirt...", John starrte auf den Boden.
Er hatte sich ihr gegenüber in der Situation viel zu aggressiv und wütend verhalten.
'Wie ein Kleinkind habe ich sie zusammen geschrien, ihr Dinge an den Kopf geworden', dachte John mit tränenden Augen weiter, "Schlimme Dinge...'
Eine kleine Stimme, seine Stimme hallte in seinem Schädel wieder:
"Hast du das mit Absicht getan!"
"Weißt du wie wichtig mir dieses T-Shirt ist?! Hast du eine Ahnung!"
"Nein! Natürlich hast du die nicht! Es ist einzigartig! Das einzige! Aber das verstehst du ja nicht, da ihr auf den Fließbändern massenhaft produziert wird!"
Schluckend, ja gar zitternd wegen seines schlechten Gewissens und dem unschönen Gefühl, das es ihm in der Magengegend bescherte flossen die Tränen, die er versuchte mit seinen Händen weg zu wischen, um sie vergeblich vor Cameron zu verstecken, schneller.
"Ich habe über reagiert und Dinge gesagt, die ich zutiefst bereue. Ich habe dich unter ein T-Shirt gestellt, einem Ding..."

"Ich bin auch nur ein Ding... eine Maschine, nichts weiter", widersprach ihm Cameron.

John blickte sie entsetzt mit seinen tränenden Augen an und schüttelte vehement den Kopf:
"Nein, sag so was nicht! Wir wissen beide, dass das nicht stimmt! Du bist soviel mehr als das. Du bist einzigartig und etwas ganz Besonderes. Ich habe den Fehler gemacht und dich nicht als Person gesehen, sondern dir ständig vorgehalten, dass du eine Maschine bist, obwohl du nichts dafür kannst. Du hast Recht gehabt, Cameron. Ich bin dein Problem und ich bin auch mein Problem...", gab er schluchzend, unter Tränen, zu.

"John?", sprach Cameron ihn an.
"John?", wiederholte sie und er blickte sie Tränen verschmiert an.
"Du brauchst nicht zu weinen", erklärte sie ihm und streckte ihm die Box mit den Taschentüchern hin, "Du sonderst sogar mehr Tränenflüssigkeit ab, wie die Schauspieler in diesem Film...", erklärte sie ihm, sodass er kurz glucksen musste, "Ich verzeihe dir. Du hast dich entschuldigt und bereust es. Ich möchte dich nicht in Schmerz sehen."

'Nicht in Schmerz sehen', hallte es in Johns Kopf und sogleich flossen die Tränen noch schneller, 'Sie ist zu gut zu mir. Warum schreit sie mich nicht an, und listet mir alles auf, was ich falsch gemacht habe, wie meine Mutter es als immer tut?!'
Die Qual in seinem Inneren wuchs immer weiter an...

"Hab ich etwas falsches gesagt?", fragte Cameron ängstlich und besorgt.

John versuchte etwas hervor zu stottern, jedoch verließen die Worte seinen Mund nicht, sodass er nur mit den Kopf schüttelte, sich ein Tempo-Taschentuch aus der Box griff, hinein schnäuzte und sich noch eins heraus nahm.
"Nein", sagte er knapp, "Nur habe ich so jemand, der so nett zu mir ist, insbesondere, wenn ich davor so gemein war, nicht verdient.", erklärte er und wischte sich mit dem zweiten Tempo-Taschentuch die Tränen vom Gesicht.

"Soll ich dich umarmen?", fragte sie leise, "Dich trösten?"
Mit großen Augen schaute sie ihn an,
"Es ist, was Freunde füreinander machen...", stellte sie fest.

John, dessen Herz für einen Moment ausgesetzt hatte, schaute sie überrascht an:
"Du musst gar nichts", sagte er leise, "nur... wenn du willst", stotterte er, insgeheim mit der Hoffnung, dass sie sich dafür entschied.

Cameron, die ihn kurz anlächelte, rutschte daraufhin zu ihm hin und beugte sich zu ihm hinüber.
John, dessen Körper allein durch die ersehnte Nähe zu Cameron schon wie wild Glückshormone verteilte, war erstaunt, wie zärtlich sie ihre Arme um seine Hüften schlang und ihn ganz sachte und behutsam in eine innige Umarmung führte, in der sich John so geborgen fühlte, dass er sich wünschte, sie würde nie loslassen. Ihr Kopf lag auf seiner Schulter, angelehnt an seinen Nacken und mit einer Hand drückte sie ihn an sich und streichelte seinen Rücken, während die Andere durch sein Haar am Hinterkopf fuhr.
Sein Kopf lehnte ganz leicht an ihrem und seine Nase nahm den Duft ihres wohl riechenden, frisch gewaschenen Haars auf, dass er so gern hatte, während er mit einer Hand zärtlich die Spitzen des langen Haars streichelte und mit der Anderen, unterhalb der Schulter, ihren Körper zärtlich an seinen presste.

John schloss die Augen und genoss das Gefühl, welches wie ein warmer Strom sein ganzen Körper durchfloss und von Cameron zu kommen schien. Seine Tränen stoppten und sein Magen gehörten den Schmetterlingen, welche er zu lange eingesperrt hatte.
'Es ist gut, es ist schön. Besser als ich es mir je vorgestellt habe', dachte sich John glücklich, während seine Schmetterlinge im Bauch wie verrückt spielten und er den Duft von Camerons Haar, welcher ihn alle Sorgen um ihn herum vergessen ließ, zufrieden, froh und dankbar Cameron gegenüber, tief durch die Nase ein sog.

Cameron genoss es ebenfalls. Ein breites Grinsen im Gesicht, hatte auch sie die Augen geschlossen und labte sich an an den Streicheleinheiten, die John ihrem Haar zuteilte.
John hatte so etwas bloß ein einziges Mal gemacht, als sie im Neustart war - und er hatte damit aus Scham aufgehört, als er bemerkte, dass sie sich reaktivierte. Somit war es etwas ganz besonderes...
'Und es wird das einzige bleiben, was John mir geben wird', stellte sie sogleich traurig fest, 'Er hat mir nur die Freundschaft angeboten', erinnerte sie sich mit zuckenden Mundwinkeln.
Sie überlegte sich, ob sie es wagen sollte, ihn zu drängen aber ließ es aus den schlechten Erfahrungen aus der Vergangenheit sein. 'John mag es nicht wenn man ihn drängt', kam Cameron zum Entschluss, 'Die Freundschaft muss mir reichen,... leider. Ich sollte sie nicht auf's Spiel setzen.'

Langsam ließ sie von ihm ab und machte ihm wieder Platz - viel mehr als nötig, da sie wusste, dass ihre Nähe ihn bedrängte und er es ebenfalls in der Vergangenheit nicht gemocht hatte.

John schaute sie sehnsüchtig an.
'Warum habe ich ihr nicht gesagt, was ich empfinde?! Der perfekte Moment John Connor! und du versäumst ihn! wirklich toll gemacht!', dachte er sich wütend über sich selber, 'Klasse! Was ist jetzt mein Plan B? Irgendetwas stimmt mit mir nicht..."

Wütend starrte er auf den Bildschirm, auf den auch Cameron wieder schaute.
Zeit verging, ohne dass zwischen den Beiden ein Wort gesprochen wurde.
'Toll gemacht John! wirklich klasse', dachte sich John wütend und schüttelte leicht den Kopf.
Er konzentrierte sich nicht auf den Film, sondern suchte verzweifelt nach eine Möglichkeit, Cameron wieder näher zu kommen.
Von Zeit zu Zeit blinzelte er zu ihr hinüber und sah jedes mal enttäuscht von neuem, wie weit sie sich von ihm weggesetzt hatte. Seine Armlänge würde um weiten nicht reichen, um langsam seinen Arm auszustrecken, und ihn mit einem falschen Gähnen um ihre Schultern zu legen.
'Warum setzt sie sich ausgerechnet jetzt so weit weg von mir?! Lässt diese Lücke? Das ist doch sonst nicht ihre Art', stellte er enttäuscht gedanklich fest.

Es konnte nicht klappen und er wusste keine andere Möglichkeit.
Um ihr jetzt frei heraus zu sagen, dass er sie liebte, war zu spät.
Dieser Zug war abgefahren, dass wusste John. Es würde Plump wirken.
Er musste jetzt versuchen, ihr langsam näher zu kommen und ihr seine Gefühle Schritt für Schritt offen legen...
Tief in Gedanken versunken, wie er das anstellen könnte, blickte er finster auf den Bildschirm, als sein Handy klingelte und vibrierte.
Genervt und gereizt nahm er ab.

"Ja?!", fragte er schroff.
"Ich bin's, Riley", erklärte eine nervtötende Stimme zurück.
John fasste sich an die Stirn:
'Riley... das hat mir jetzt gerade noch gefehlt!'
Vorsichtig blinzelte er hinüber zu Cameron, die natürlich Rileys Stimme mit ihrem Supergehör wahrnehmen konnte und ihn böse, zutiefst eifersüchtig anstarrte.
"Können wir nochmal neu anfangen? Das letztens,... du war's verwirrt, es ist dir herausgerutscht... du hast es nicht so gemeint", sagte Riley zu ihm.
'Warum nimmt sie mich vor sich selbst in Schutz?', fragte sich John verwirrt.
"Kann es nicht sein wie davor, du weißt schon, Karotten und Äpfel?", sie lachte kurz schrill und fuhr mit sanfterer Stimme fort, "Ich vermisse dich so sehr..."
"Stopp", unterbrach John sie aufgebracht.
"Ich denke, nein, ich weiß, dass das eine Schlechte Idee wäre. Nein!", sagte er knapp und kühler als er es wollte.
"Es ist wegen ihr! Stimmt's?!", zischte sie ihn an.
Johns Antwort blieb aus, sodass sie weiter zischte:
"Sie ist deine Schwester Alter! Du bist krank! Weißt du das?!"
Johns Kopf wurde immer roter vor Wut.
Mit der Schwierigkeit seine Stimme nicht aggressiv oder wütend klingen zu lassen, riss er sich zusammen und antwortete ihr aufgebracht:
"Wer sagt, dass sie meine richtige Schwester ist? Wir sind nicht miteinander verwandt!", erklärte er wütend zurück und vergaß dabei alles um sich herum, speziell wer direkt neben ihm saß.
"Es war ein Fehler mit dir zu gehen. Es tut mir Leid. Ich habe dich benützt. Ich wollte ein einigermaßen normales Leben haben und du warst das Ticket dazu. Ich denke es war gut, dass nichts wirklich Ernsthaftes zwischen uns beiden lief... Es fällt mir nicht leicht dir das zu beichten, aber es ist besser: Ich habe dich nie geliebt. Es tut mir Leid. Mehr als eine Freundschaft habe ich in Bezug auf dich nie empfunden. Du siehst, es ist besser wenn wir uns nicht mehr sehen und wir Schluss machen. Ich will dich nicht länger anlügen und vor allem habe ich es satt mich selber zu belügen!"

"Klasse!", erwiderte Riley weinerlich, "Es geht bloß um dich, nicht wahr?! Hast du darüber nachgedacht wie ich mich fühle?! Was aus mir wird?!"

John seufzte und sprach wieder in den Hörer:
"Eben deshalb ist es besser, wenn wir getrennte Wege gehen. Du solltest mich vergessen und nicht mehr bei mir anrufen oder aufkreuzen. Glaub mir, das ist besser so. Es tut mir wirklich Leid. Mir ging es nicht gut, und du hast dich mir förmlich aufgedrängt. Ich habe versucht dich zu lieben, mich versucht zu zwingen und bereue es. Es war ein Fehler. Ich hätte es nicht machen sollen."

"Toll!", schrie Riley weinend zurück, "Toll das du endlich weißt, was du willst! Schön dass du an die anderen Leute um dich herum und mich denkst und so selbstlos bist!"

"Da liegt das Problem...", erklärte John wahrheitsgemäß, "Zu lange Zeit hab ich nicht an die Person gedacht, an der mir am meisten liegt. Ich hab sie sprichwörtlich so gut es ging ignoriert."

"Du bist krank! Sie kann dich nicht lieben!", schluchzte sie wütend und fuhr hastig und nervös weiter, "Ich mein, sie ist deine Schwester!"

"Adoptiv-Schwester", korrigierte John gereizt und genervt.

"Wie kannst du mir das nur antun?! Wie kannst mich nur verlassen?!", schluchzte sie weinend weiter, "Ist dir denn völlig egal was mit mir passiert?!"

John seufzte und runzelte die Stirn. Langsam massierte er mit seiner freien Hand seine Schläfe:
"Es ist aus", erklärte er mit Bestimmtheit.

"Irgendwann einmal wird dir das bestimmt Leid tun!", fauchte Riley erzürnt zurück und legte auf.

Mit einem Stirnrunzeln nahm er das Handy vom Ohr und verstaute es wieder in seiner Hosentasche.
Ein bisschen aufgebracht starrte er auf den kitschigen Film vor ihm mit dem Gefühl das richtige getan zu haben.

Von Cameron, welche ihn mit einem breiten Grinsen anschaute wurde er schlussendlich aus seinen Gedanken gerissen:
"Ich habe alles mit angehört", erklärte sie ihm und er schreckte auf und sah in ihre glitzernden Haselnussbraunen Augen, die ihn auffordernd betrachteten.
"Willst du mir etwas sagen?", fragte sie in voller Erwartung auf die magischen drei Wörter.

"Ich.. ähm... ich ähm dich ähm", verhaspelte sich John unbeholfen, sodass Cameron die Augen verdrehte und laut seufzte. Gespielt blickte sie ihn enttäuscht an, doch kurz danach grinste sie breit und frech.

'Herr je, sie macht sich über mich lustig', kam es John und er wurde zugleich nervös, als sie ein bisschen zu ihm aufrückte, 'Ich habe es aber auch nicht anders verdient...'
Er hatte Cameron bei seinem Gespräch mit Riley völlig vergessen und umso entsetzter war er, von ihr daran erinnert zu werden, was sie gerade gehört hatte und was es bedeutete. 'Ich sollte doch glücklich sein?! Wenigstens ist es jetzt raus', korrigierte sich John gedanklich selber.

Neben ihm spürte er, wie Cameron noch einmal ein Stückchen auf rutschte.
Sein Herz begann infolge dessen schneller zu schlagen und er wurde nervöser.
Zur Seite blinzelnd nahm er wahr, wie Cameron ihm schöne Augen machte und ihn warm und herzlich anlächelte.
John hob drauf hin seine Augenbrauen, als er bemerkte, dass sein Puls wegen ihr noch weiter in die Höhe schnellte.
Langsam aber stetig rückte Cameron immer weiter zu ihm auf. Gerade so schnell, dass er nicht zu nervös wurde und die Gefahr bestand, dass er sich wieder davor drückte.

Als sie direkt neben ihm saß, stockte ihm der Atem. Er schloss seine Augen und nahm tief Luft:
'Los Connor!', spornte er sich gedanklich selber an, 'Tue ein mal das Richtige, du Weichei!'
Unsicher und nervös streckte er den Arm nach hinten aus und führte ihn langsam um Camerons Schultern.
Ihn breit anlächelnd, nahm sie es zur Kenntnis, als seine Hand sacht ihre Schulter berührte.

'Oh Gott, bitte lass sie jetzt nicht aufstehen und weg rennen, mir einen Korb geben', flehte John nervös in seinen Gedanken.
Doch es war nicht nötig.

Cameron rückte noch näher an ihn heran und lehnte sich glücklich auf seine Seite. Ihr Kopf kam auf seiner Schulter zum Liegen und sogleich roch John wieder ihr wohl duftendes Haar, das ihn so verrückt machte.

Sein Herz klopfte schnell, die Schmetterlinge flatterten in seinem Bauch und sein ganzer Körper schoss Glückshormone frei, die ihn langsam entspannten, so dass er sich sogar wagte, nach kurzer Zeit mit der Hand des Armes, mit dem er sie umschlang, sanft und leicht ihre Schulter und ihren Oberarm zu streicheln.

John war so damit beschäftigt, Cameron, der es sichtlich gefiel und bei jeder seiner Berührung vor Behagen die Augen leicht schloss, zu streicheln, dass er vom restlichen Film nicht viel mitbekam.

Als der Abspann kam, schaute sie ihn mit ihren Haselnussbraunen Augen an.
John richtete seinen Blick auf sie und verlor sich in den wunderschönen Augen.

Erstaunt nahm er war, wie Cameron mit einer Hand, sanft über seinen Rücken fuhr und mit der anderen seine Wange streichelte. Sein Puls stieg und sein Atem setzte wieder kurz aus, als er seine Wange ihrer zarten Handfläche hinhielt.

"Willst du mir jetzt vielleicht etwas sagen?", unterbrach Cameron die Stille zwischen den Beiden und blickte ihn auffordernd, ja gar sehnsüchtig an.

"Ich l... ähm ich ähm, also...", stotterte er nervös.
Cameron lächelte ihn an und hob ihren Kopf:
"also,... willst du mir eigentlich sagen, wie sehr du mich liebst?", vollendete sie mit einem aufmunternden Wink seinen Satz.

John, dessen Stimme total versagte und tief schlucken musste, nickte bejahend, sodass Camerons Lächeln noch größer und wärmer wurde.
"Ich liebe dich auch", erklärte sie ihm in sanfter Stimme, "mit jedem meiner Schaltkreise", witzelte sie, sodass John glucksen musste.
"Aber ich will es aus deinem Mund hören, John.", erklärte sie ihm und fuhr durch sein kurzes Haar, "Bitte", fügte sie flehend hinzu.

John nickte wieder kurz und schaute in ihre Augen:
"Cameron, ich,... ich liebe dich", sagte er zuerst unsicher, "Ich liebe dich von ganzem Herzen", erklärte er sicherer weiter, "Schon im ersten Moment als ich dich sah hab ich mich total in dich verliebt", erklärte er sicher weiter, "Und daran hat sich nie etwas geändert."

Cameron schaute ihn überglücklich an und ihm fiel ein gewaltiger Stein vom Herzen.
Nun war alles so, wie es sein musste, dachte sich John.
Sie beugte sich etwas vor und zog ihn langsam an sich ran.
Sein Blick fiel von ihren sehnsüchtigen Blick auf ihren Mund, den sie leicht geöffnet hielt.
Ihre sinnlichen Lippen kamen immer näher. Millimeter davor stoppte sie.
John schloss seine Augen überbrückte den restlichen Abstand und berührte ihre weichen Lippen mit seinen.

Beide legten ihre Arme um den anderen und drückten einander in eine innige, enge Umarmung.
Der Kuss wurde sinnlicher und tiefer, bis John die Luft aus ging und sich beide, etwas verhalten, voneinander trennten.

Cameron lächelte ihn an und er lächelte zurück. Er spürte, wie sie langsam mit ausgespreizten Fingern über seine Brust streichelte und seinen Oberkörper langsam auf die Couch presste, sodass er flach mit dem Rücken darauf lag und sie sich langsam auf ihn legte. Johns Atem wurde schneller, sein Puls stieg und er spürte die Hitze, die in ihm hoch stieg, wenn Cameron ihn 'verrückt' machte.
Langsam und zärtlich begann sie auf ihn liegend, ihn zu küssen, während er sie vor Wohlwollen fest an sich presste und mit den Händen durch ihr Haar fuhr.
Zuerst küsste sie nur seinen Nacken, doch schon bald drifteten ihre Küsse zu seiner Wange und zu seinen Mund, wo sie zuerst nur an seiner Unterlippe knabberte und sog, was John vor Verlangen verrückt machte, bevor sie ihre geschmeidigen Lippen fester auf seine presste und langsam mit ihrer Zunge in seinen Mund eindrang.
John hatte so etwas noch nie gespürt. Camerons Zunge tänzelte so an seiner entlang, dass in ihm seine Sinneszellen ein wahres Feuerwerk der Gefühle auslösten.
Er blinzelte kurz und sah, dass es ihr ebenfalls sehr gefiel.
Sie ließ ihn kurz Luft schnappen und war überrascht, dass John sie sogleich wieder an sich drückte und ihre Lippen küssten. Er versuchte es ihr gleich zu tun und auch wenn er nicht ganz so filigran und gut war, löste es dennoch bei Cameron ein zufriedenes, ja sogar lüsternes Lächeln aus, während sie seinen Kuss genoss und er mit seinen Händen ihren zierlichen und wunderschönen Körper entlang fuhr.
Sanft fuhr sie durch sein Haar und streichelte seine Wange, als sie kurz, nur Millimeter von ihm ab ließ, damit er atmen konnte und ihn kurz danach wieder küsste und sich ihre Zungen trafen.

Plötzlich fiel mit metallenen Klirren etwas auf den Boden.
John erschrak sichtlich und Cameron setzte sich auf und schaute in die Richtung des Geräusches, um dessen Ursache ausfindig zu machen.

Sichtlich genervt blickte sie auf Derek, der sie mit offenen Mund anstarrte und vor Erstaunen seinen Schlüssel fallen gelassen hatte, als er von seiner nächtlichen Sauf-Tour zurückkehrte und überrascht die Knutsch-Geräusche vom Sofa im Wohnzimmer gehört hatte.

John lugte nun ebenfalls, ganz vorsichtig, nur einen winzigen Moment über die Lehne, erblickte Derek und fiel mit einem Seufzen zurück und fasste sich an die Stirn.

Dereks Gesichtsausdruck wich von überrascht zu entsetzt hinzu zu angewidert:
"John!", fauchte er wütend...