Hey Leute,

es tut mir schrecklich Leid, das ich solange nicht aktiv war :(

Ich versuche das nächste Kapitel möglichst zeitnah hochzuladen :)

Ich wünsche euch viel Spaß beim Lesen und freue mich über jeden Kommentar :)


Am nächsten Morgen schmerzten Kagezuki die Muskeln, als sie versuchte aufzustehen. „Soll ich dir helfen?", fragte Yumemika nach und grinste in sich hinein. „Wenn du Schmerzen wegzaubern kannst, wäre das sehr hilfreich.", meinte Kagezuki und blieb auf der Matratze liegen. Yumemika zuckte die Schultern, sie kniete sich neben sie und fuhr mit einer leuchtenden Hand über ihren Körper und Kagezuki spürte wie die Schmerzen allmählich nach ließen. „Irgendwann wirst du dich an die Schmerzen gewöhnen müssen.", entgegnete Yumemika und half Kagezuki auf. „Bis dahin wird noch sehr viel Zeit vergehen müssen. Diese Schmerzen sind ja kaum auszuhalten.", stöhnte Kagezuki und bedankte sich. „Das glaubst du doch nicht wirklich. Das war erst der Anfang für die Erdbändigung und bis du Portale öffnen kannst, musst du alle Elemente beherrschen. Es gibt allerdings auch die Möglichkeit das du den Zauber lernst, der Schmerzen lindert.", erinnerte Yumemika sie. Kagezuki seufzte. „Dann bring mir diesen Zauber als erstes bei.", dachte Kagezuki. „Das geht nicht, Wächter sind nicht in der Lage mit einem Zauber sich selbst zu heilen. Dafür ist ihre Regenerationszeit kürzer als bei anderen. Und Schmerzen lindern ist momentan noch zu schwer für dich.", erklärte Yumemika. „Dann werde ich vor Schmerzen sterben, bevor ich überhaupt Fortschritte machen kann.", weinte Kagezuki. „Ach Quatsch, die Schmerzen werden vergehen.", lachte Yumemika und erhob sich aus der Hocke. „Wir sind etwas in Eile, die Jungs sind schon mal weg, weil sie heute Aufräumdienst haben.", erklärte Yumemika, während sie Kagezuki mit der nächsten Handbewegung die Kleider wechselte. „Du hast gerade noch genug Zeit um zu frühstücken.", meinte Yumemika mit Blick auf die Uhr und scheuchte Kagezuki aus dem Zimmer. „Hast du wenigstens die Bewegungen verinnerlicht?", erkundigte sich Yumemika, während sie Kagezuki beim Essen beobachtete. Kagezuki überlegte eine Weile und versuchte sich zu erinnern. „Nicht ganz, die Figuren wirkten so unvollständig, sodass es mir schwer fällt, mich überhaupt zu erinnern.", gab Kagezuki zu. „Das kenn ich, aber wenn du die Figuren kannst, kannst du auch viel besser die Elemente beherrschen und in Notsituationen gibt es immer ein oder zwei Elemente, die dir weiter helfen.", erzählte Yumemika verständnisvoll. Kagezuki nickte nur, als sie verträumt auf die Uhr schaute. „Wir müssen los.", bemerkte Yumemika und hievte ihre Tasche über die Schulter.

„Wann hast du eigentlich deine Magieausbildung abgeschlossen?", fragte Kagezuki, als sie das Haus verließen. „Ich weiß es gar nicht mehr. Kann vor zwei Monaten gewesen sein oder vor sechs. Es ist jeden Tag so viel passiert, seitdem ich Wächterin geworden bin, da habe ich es vergessen. Allerdings gibt es wirklich Wächter, die kein Zeitgefühl haben.", fügte Yumemika hinzu. Kagezuki schaute sie irritiert von der Seite an. „Wie macht sich das bemerkbar, dass man kein Zeitgefühl mehr hat?", fragte sie ungläubig nach. Yumemika zuckte ahnungslos die Schultern. „Ich nehme an, ab einem gewissen Standpunkt von Magiegebrauch hört der Körper auf zu altern, das heißt letzten Endes für sie, das sie fast unsterblich sind und erst dann den Lauf der Zeit in sich aufnehmen, wenn sie alle ihre Kräfte aufgebracht haben oder sie übertragen ihren Geist auf einen Gegenstand und leben als gestaltlose Wesen weiter.", murmelte Yumemika. „Haben denn schon viele dieses Stadium erreicht?", fragte Kagezuki weiter. „Ich denke nicht. Also es gibt wirklich viele ausgezeichnete Magier, aber auf keinen oder kaum einen würde das zutreffen, den ich kenne. Wobei man wirklich ein Gott sein muss, um zu den wenigen dazu zu zählen, die ohne Zeitgefühl leben.", überlegte Yumemika und begann mit ihrem Haar zu spielen. „Und was ist mit dir? Mein Direktor meinte doch, dass du dich in siebzig Jahren nicht verändert hast.", erinnerte sich Kagezuki und sah wie die Umrisse der Schule deutlicher wurden. „Das kann sein, aber als ich ihn das letzte Mal gesehen hatte, war er noch ein Kind und das ist nicht lange her gewesen. Kann aber auch sein, dass es für ihn lange her war, weil ich damals unbewusst in diese Zeit gereist bin.", meinte Yumemika achselzuckend. „Wie kannst du da nur so ruhig bleiben? Es ist ja nicht so, als ob man jeden Tag mitansieht, wie die anderen altern und du dich kein bisschen veränderst.", sagte Kagezuki vollkommen verblüfft. „Ich habe schon vieles gesehen und da spielte das Alter meist kaum eine Rolle. Außerdem wäre es nicht gerade vorteilhaft, wenn ich wegen jeder Kleinigkeit die Kontrolle verliere. Jetzt die Magie preiszugeben bringt nichts als unnötige Aufmerksamkeit. Da ist es bequemer uneingeschränkt Magie anzuwenden, wenn man nicht dauernd beobachtet wird. ", dachte Yumemika und winkte den anderen auf dem Hof zu, die nach ihr riefen. Kagezuki war bemüht nicht weitere Fragen zu stellen, da Yumemika wieder von Mitschülern umgeben war. Sie wandte sich von der Gruppe ab und ging allein auf das Schulgebäude zu. Trotz der Entfernung spürte sie wie einige Blicke immer noch auf ihr blieben. Selbst im Treppenhaus drehten sich die meisten nach ihr um und flüsterten dem Nachbarn was zu. „Du bist spät dran.", sprach eine vertraute Stimme sie an, als sie den nächsten Treppenfuß erreichte. Kagezuki wandte den Blick um, bis sie jemanden entdeckte, den sie kannte. Gaito kam mit winkender Hand auf sie zu und lächelte freundlich. „Ich bin nicht zu spät, du bist nur zu früh.", entgegnete Kagezuki und bestieg unbeirrt die Treppen. „Jetzt lauf doch nicht vor mir weg.", lachte Gaito und folgte ihr. „Ich laufe nicht, ich gehe dir nur aus dem Weg.", sagte Kagezuki mit heiserer Stimme und bog in die Etage. „Dann geh wenigstens nicht so schnell.", gab Gaito ihr zur Kenntnis. Unbewusst zügelte Kagezuki ihr Tempo und bemühte sich, ihm geduldig zu zuhören. „Du bist heute ziemlich launisch.", sagte Gaito, als er sie eingeholt hatte. Kagezuki sah ihn ungläubig an. „Zwei Sachen", sagte Kagezuki und hob demonstrierend ihre Hand. „Erstens bin ich nicht in die Schule gekommen, um mir von dir sagen zu lassen, dass ich launisch bin und zweitens kennst du mich höchstens mal einen Tag und das gibt dir noch lange nicht das Wissen über mich, um mich beurteilen zu können.", keifte Kagezuki und bemühte sich um eine ruhige Stimme. „Ok, das war falsch von mir. Ich wollte mich eigentlich für gestern entschuldigen und dich nach der Schule auf ein Eis einladen.", beruhigte Gaito sie und versuchte überzeugend zu lächeln. Abrupt blieb Kagezuki vor der Klasse stehen, drehte sich um und wandte sich Gaito zu. Sie atmete einmal tief durch, um Gaito im nächsten Moment nicht anzuschreien. „Nein, aber trotzdem danke für die Einladung.", sagte sie bewusst ruhig und ließ ihn dann im Flur stehen. „Morgen Natsumi.", begrüßte Kagezuki ihre Tischnachbarin. „Es scheint, als ob die meisten der männlichen Mitschüler sich mit dir anfreunden möchte.", meinte Natsumi mit einem warmen Lächeln und beobachtete, wie Gaito erst eine Weile fassungslos in der Tür stehen blieb und dann ging. „Dabei bin ich kaum ein paar Tage hier. Gibt es sonst noch etwas, wovor ich mich in Acht nehmen sollte?", fragte Kagezuki fast flehend. „Warum machst du es nicht wie Yumemika? Manchmal wird sie gar nicht von den Menschen beachtet, worüber sie auch sehr glücklich ist, obwohl sie ihre Fans mag.", schlug Natsumi vor. Ahnungslos zuckte Kagezuki die Schultern. „Ein Versuch wäre es zumindest wert. Ich werde sie später danach fragen." „Also was wollte Gaito denn eben von dir?", fragte Satzuki neugierig, als sie ihren Rucksack schwungvoll auf ihren Stuhl fallen ließ. „Er wollte mich zum Eis einladen.", sagte Kagezuki achselzuckend. „Und was hast du gesagt?", mischte sich nun Yuki auch mit ein. „Nichts, ich wollte nicht.", gab Kagezuki offen zu und wirkte dabei sehr gleichgültig. Sie begann ihren Platz zu ordnen und klinkte sich aus dem Gespräch aus. Als sie wieder aufsah, freute sie sich Michael durch die Tür kommen zu sehen. Sie wollte ihm zu winken, als sie von Yuki aus ihren Gedanken gerissen wurde. „Glaubst du auch, das Gaito an dir interessiert ist?" „Sein Interesse gilt ganz bestimmt nicht mir.", meinte Kagezuki nur und war froh die Lehrerin zu sehen und setzte sich mit den anderen hin. Kagezuki schlug eine Seite in ihrem Heft auf und begann zu zeichnen, um die Langeweile im Unterricht zu vertreiben. Als dann alle plötzlich anfingen zu jubeln, sah Kagezuki auf und suchte bei Natsumi eine Erklärung für ihre Freude. „Wir fahren zu den Quellen!", rief ein Junge in der Klasse und sprang von seinem Stuhl auf. „Aber ihr werdet nicht die einzige Klasse sein, die zu den Quellen fährt. Der Schuldirektor ist der Meinung, es wäre besser wenn zwei Klassen an einen Ort fahren werden. Aber trotzdem solltet ihr euch gut benehmen und die Schule in einem guten Licht vertreten.", mahnte die Lehrerin mit strengen Blicken und begann endlich mit dem Unterricht, als wieder Ruhe eingekehrt war.

„Ich habe heute überhaupt keine Motivation.", jammerte Kagezuki, nahm ihre Lunch Box und ging neben den anderen in den Flur. „Ich kann es kaum erwarten, bis wir bei den Quellen sind.", kicherte Satzuki und sah aus jedem Fenster, an dem sie vorbeikamen. Natsumi drehte sich zu Kagezuki um. „Warum hast du denn keine Motivation?", fragte sie besorgt nach. „Ich habe die letzten Tage so viel gezeichnet, dass ich überhaupt keine Motive mehr im Sinn habe.", seufzte Kagezuki und trat in den warmen Sonnenschein. „Du wirst bestimmt noch viele Motive finden, entspann dich einfach und lass es auf dich zukommen.", riet Natsumi ihr und legte eine tröstende Hand auf ihre Schulter. Kagezuki nickte nur und lächelte matt. „Wer hat denn heute das Bento gemacht?", fragte Yuki neugierig, als sie in Kagezukis Lunch Box sah. „Ich weiß es nicht, jeden Morgen, wenn ich aufstehe, ist es schon fertig auf dem Tisch.", erklärte Kagezuki ohne Umschweife und sah zu, wie Thomas, Christian, Michael und Christoph an einem Baum in ihrer Nähe Platz nahmen. „Wie langweilig und ich dachte schon Christoph hat das gemacht.", gab Yuki zu und setzte sich wieder hin. Amüsiert lachte Kagezuki auf und kriegte sich kaum wieder ein. „Tut mir Leid dich zu enttäuschen, aber von uns drein kann keiner wirklich kochen.", grinste sie vergnügt. „Dann können wir zusammen einen Kochkurs besuchen.", entgegnete Hikaru und ging neben Kagezuki in die Hocke. „Ich wollte eigentlich schon letzten Monat einen besuchen, aber es hat sich bis jetzt keiner freiwillig gestellt mich zu begleiten.", meinte sie und lächelte fröhlich. Kagezuki nickte begeistert und sah verwirrt auf, als sie spürte, wie jemand näher kam. „Was ist denn los?", fragte Natsumi wieder besorgt, als sie niemanden entdeckte. „Ich habe mich nur getäuscht.", beschwichtigte Kagezuki und aß ruhig weiter. „Aber ich bin vor allem neugierig, mit welcher Klasse wir noch zu den Quellen fahren werden.", hörte sie Satzuki aufgeregt sagen. „Mit unserer, Takuto und Gaito haben heute Morgen noch an der Tür des Direktors gelauscht.", erklärte Hikaru und grinste fast diabolisch. „Oh wie toll, dann ist unsere Gruppe komplett, das wird die beste Fahrt überhaupt.", schrie Yuki fast auf. „Ja und Gaito scheint auch was im Schilde zu führen. Er benimmt sich in letzter Zeit abwesend in der Klasse.", erinnerte sich Hikaru und warf dabei einen vielsagenden Blick auf Natsumi. „Hey, den Blick habe ich gesehen! Was verheimlicht ihr uns?", fragte Yuki neugierig wie immer. „Ach das werdet ihr schon früher oder später auch mitkriegen.", sagte Hikaru abweisend und wendete sich wieder an Satzuki. „Also ich habe nächste Woche doch Zeit, da können wir den Kochkurs zu dritt besuchen.", schlug sie vor, bevor der Gong zum Ende der Pause ertönte. Satzuki nickte erfreut, als sie aufstand.

„Ich soll demnächst mit den anderen einen Kochkurs besuchen.", erzählte Kagezuki auf dem Heimweg. „Das ist doch toll. Welchen wollt ihr denn besuchen?", fragte Yumemika erfreut nach. Kagezuki zuckte ahnungslos die Schultern. „Das haben wir noch nicht beschlossen." „Wir sind nicht hier um das Kochen zu lernen, sondern um unsere Magieausbildung zu machen.", brummte Michael hinter ihnen, als er ihr Gespräch belauschte. „Halt dich da raus, es kann mal eine schöne Abwechslung sein auch etwas anderes kennenzulernen.", wies Yumemika ihn zurecht. Irritiert sah Christian zurück, als Yumemika die Stimme hob. „Michael, als Gentleman solltest du eigentlich wissen, wann man etwas einzuwenden hat und wann nicht.", erinnerte ihn Thomas und war verblüfft Kaori und Heizo nach Hause kommen zu sehen. „Warum seid ihr schon so früh zurück?", fragte Yumemika verwundert nach. „Wir sind heute etwas früher fertig geworden und haben Pizzen mitgebracht.", lächelte Kaori und zeigte auf die Kartons, die Heizo hielt. „Wieso habt ihr was gekauft? Ich hätte doch heute Abend gekocht.", beschwerte sich Yumemika und öffnete die Haustür. „Damit du dir keinen Stress machen muss. Die Ausbildung, die Schule, die Arbeiten, da wäre es wirklich nicht schlecht, wenn du dich auch etwas entspannen könntest.", entgegnete Heizo besorgt und stellte die Pizzen in der Küche ab. Yumemika lächelte dankbar, als sie die Teller aus dem Geschirrschrank holte. „Wir wussten nicht was ihr auf eurer Pizza haben wolltet, deswegen haben wir acht verschiedene Sorten bestellt.", erklärte Heizo, als er die Pizzen aus der Verpackung holte und sie auf die Teller legte. „Macht nichts, ein wenig Abwechslung bringt noch lange keinen um.", scherzte Christian und grinste zufrieden. „Haben wir was verpasst?", fragte Kaori lachend nach. Yumemika schüttelte plötzlich ernst den Kopf, nahm sich ein Messer und beschnitt die Pizzen. „Wir gehen noch mal kurz rauf.", verkündete Thomas und zupfte Christian am Ärmel. „Was hast du denn angestellt?", murmelte er im ernsten Ton und beide verschwanden die Treppe hinauf. Christoph sah den beiden nach, bevor er sich an den Tisch setzte. Auch Kagezuki und Michael setzten sich schweigend hin. „Was gibt es denn Neues in der Schule?", bemühte sich Heizo die Atmosphäre zu heben. Kagezuki sah in die zwei bekannten Gesichter vor sich, als sie überlegte, wie der Tag verlief. „Unsere Klasse fährt demnächst zu den Quellen. Die meisten aus der Klasse sind deswegen vollkommen aus dem Häuschen und andere haben nur das Thema Liebeskram und den neusten Tratsch im Kopf.", erzählte Kagezuki nachdenklich. „Anders hätte ich mir die Teenager dieses Jahr auch nicht vorgestellt. Sie sind mittlerweile so berechenbar.", schüttelte Kaori enttäuscht den Kopf. „Und was ist mit euch? Konntet ihr euch bereits einleben?", erkundigte sich Kaori und beobachtete ihre kleine Schwester, die abwesend hinter der Küchentheke hantierte. Kagezuki zuckte einigermaßen zufrieden die Schultern. „Was gibt es denn Neues bei den Tour Plänen?", erkundigte sich Yumemika und setzte sich an den Tisch. „Eigentlich nichts Neues. Am Wochenende können wir wie geplant losfahren. Wollt ihr denn wirklich keine Souvenirs?", entgegnete Kaori freundlich. Yumemika sah ihre Schwester mit bedachtem Blick an und schüttelte den Kopf. Dann wandte sich Kaori an Kagezuki, die die Stücke ihrer Pizza behutsam auseinander riss. „Hast du irgendwelche Wünsche?" Auch Kagezuki schüttelte dankbar den Kopf und sah auf, als Thomas und Christian wieder das Untergeschoss betraten. Wieder spürte Kagezuki eine negative Welle von Yumemika ausgehen, als sie schweigend den Blick auf die Tischplatte wandte. Selbst die anderen nahmen die bedrückte Atmosphäre wahr und wagten es kaum ein weiteres Wort zu sprechen. Yumemika war die Erste, die sich mit leerem Teller vom Tisch erhob und die Küche verließ. „Komm hoch, wenn du fertig bist.", wandte sich Yumemika an Kagezuki, bevor sie die Treppe rauf verschwand. Kaori und Heizo wechselten einen besorgten und vielsagenden Blick, bevor Kaori ihrer Schwester ihr in die obere Etage folgte. „Ich sollte auch hochgehen.", meinte Kagezuki flüsternd und erhob sich von ihrem Stuhl. Niemand schien sie aufhalten zu wollen, als sie bereits die Küche verließ und die Treppe empor stieg. -Das ist alles nur Beziehungsstress, also mach dir keine Sorgen. Es wird keinerlei Nachwirkungen auf dich haben.- erklang Hikaris Stimme vertraut zwischen ihren Gedanken. -Aber es bedrückt mich schon, wie Yumemika sich verhält. Auch wenn ich sie noch nicht solange kenne, sie soll mich die kommende Zeit in der Magie ausbilden, woran ich nicht mehr zweifeln werde.- entgegnete Kagezuki in Gedanken ihrer Elfe. „Ihr müsst euch doch aussprechen, es bringt nichts wenn du nur vor dir ein paar wütende Blicke hinwirfst.", hörte sie Kaoris Stimme gedämpft aus dem Zimmer klingen, als sie in der oberen Etage ankam. „Das wird mir auch nichts bringen! Er wird es sowieso vor den anderen abstreiten, nachdem er mir zugestimmt hat. Mir bringt diese Unsicherheit nichts!", ertönte Yumemikas Stimme und es klang, als würde sie fauchen. Kagezuki klopfte, bevor sie die Tür öffnete und Yumemikas tränenüberströmtes Gesicht erblickte. „Setz dich zu uns.", meinte Kaori und zeigte auf einen Platz neben sich. Liebevoll hielt sie die Hand ihrer Schwester in ihren Händen. „Es ist das erste Mal, dass ich eine Person wie dich so aufgelöst sehe.", bemerkte Kagezuki, als sie sich neben Yumemika auf das Bett setzte. „Was meinst du mit einer Person wie ich?", fragte Yumemika ungläubig nach und lächelte ein wenig. „Mit magischen Kräften wie du sie hast. In meiner Dimension sind meine Fähigkeiten bereits sehr machtvoll und das wusste ich, deswegen habe ich mich immer gleich mit meinen Lehrern angelegt. Ich dachte darin liegen meine Freiheiten. Die meisten Lehrer haben mich für mein Verhalten gehasst, aber der Direktor hat lachend über meine Fehler hinweg gesehen, den Grund dafür hat er mir nie erzählt. Aber hier kann ich nicht viel ausrichten. Ich habe noch viel vor mir und es fällt mir schwer wieder so zu sein, wie ich es damals war, weil ich die Reaktionen auf Magie hier nicht kenne. Ich habe gemerkt das es hier keine Magie mehr gibt und das finde ich etwas schade, aber ich will von dir lernen wie man in einer Dimension ohne Magie zurechtkommt.", erzählte Kagezuki und drückte dabei Yumemikas andere Hand. „Ich bin selbst nicht weit in meiner Ausbildung. Ich habe zwar eine Urkunde, die besagt das ich fertig bin, aber ich habe das Gefühl das ich eine Sache noch nicht gelernt habe. Trotzdem werde ich dich lehren, was ich weiß.", lächelte Yumemika wieder. „Aber erst nachdem sich das zwischen dir und Christian wieder geregelt hat. Er sagte selbst einmal, dass ihr füreinander geschaffen seid und das er immer nach dir suchen wird. Aber er möchte in seinem Alter auch nicht auffallen, indem er schon so früh eine Beziehung führt.", erklärte Kaori. Yumemika gab ihrer Schwester einen vielsagenden und bittenden Blick, sagte aber kein Wort. Kaori schüttelte den Kopf und streichelte verständnisvoll die Hand ihrer Schwester. „Es ist wirklich nicht fair vom Schicksal gewesen euch in diesem Alter einander bekannt zu machen. Aber ich kann dir versichern, dass ihr für in alle Ewigkeit füreinander bestimmt seid. Selbst deine Linien zeigen ein eindeutiges Bild.", tröstete Kaori sie und fuhr die Linien der Hand ab. Kurz darauf klopfte jemand an die Tür. Kaori und Kagezuki begannen zu grinsen, als sie vom Bett runterkletterten. „Ich übernehme heute Abend.", sagte Kaori, öffnete die Tür und verließ mit Kagezuki den Raum. Christian stand verwundert vor der Tür und sah flüchtig ins Zimmer, bevor er Kaori und Kagezuki ‚Gute Nacht' wünschte.

„Hast du etwas Zeit?", stotterte er plötzlich nervös. „Offensichtlich.", entgegnete Yumemika und wischte sich die letzten Tränen fort. Christian nickte und drückte die Tür ins Schloss zurück, als er das Zimmer betrat. „Es ist doch verrückt zu glauben, dass wir eine Beziehung führen können.", begann er im ruhigen Ton. „Warum sollte das verrückt sein? Ich kann mir das gut vorstellen.", entgegnete Yumemika ohne einen Moment zu zögern. „Wie willst du dir das genau vorstellen? Wir sind nicht mal richtige Teenager.", versuchte Christian ruhig zu erklären. „Wir können es doch erneut versuchen wenn wir etwas älter sind. Und während wir warten, bleiben wir immer noch Freunde und Partner.", schlug Christian vor und bemühte sich ruhig zu bleiben. „Hast du sonst nicht immer gesagt, dass das Alter keine Rolle spielt?", keifte Yumemika zurück. „Aber wer sagt, dass wenn wir jetzt eine Beziehung anfangen, es nicht so endet wird wie die meisten ersten Verliebtheit?", fragte Christian stattdessen und kam einen behutsamen Schritt näher. „Also willst du mir sagen, dass das was du für mich empfindest, womöglich nur eine Verliebtheit ist?", giftete Yumemika weiter und es tat ihr selbst weh sich so reden zu hören. „Wenn es dich so zufrieden stellt.", begann nun auch Christian bittere Worte zu meinen. „Sehe ich vielleicht zufrieden aus?", keifte Yumemika weiter und spürte wie ihr die Tränen in den Augen brannten. „Seit wann interessiert es dich wieder, was ich denke?", fuhr er wütend weiter. „Verschwinde!", kreischte Yumemika und warf frustriert ein Kissen nach ihm, ehe er das Zimmer verlassen hatte. Aufgebracht riss Yumemika das Fenster in die Nacht auf und sprang in die Dunkelheit.

Als Kagezuki verwundert den wütenden Christian im Flur stehen ließ und eine kalte Nachtluft ihr im Zimmer entgegenschlug, kehrte sie besorgt zu Kaori ins Zimmer zurück. „Mach dir keine Sorgen, spätestens morgen früh wird sie sich melden und sagen das sie bei einer Freundin übernachten ist. Aber in Bezug auf Christian mache ich mir da eher Sorgen. Er ist normalerweise sehr gefasst.", beschwichtigte Heizo und klappte das Buch zu, was er gerade lesen wollte. „Aber bei Yumemika ist es wieder eine andere Sache. Also vollkommen nachvollziehbar.", warf Kaori sachlich ein und legte den Kopf in den Nacken. „Und wie es scheint, will Yumemika auch nicht gefunden werden, sie hat sich abgekapselt.", fuhr sie fort und begann im Zimmer auf und ab zugehen. „Außerdem bezweifle ich es, dass sie zu später Stunde noch ihre Freunde wecken will. Darüber hinaus können wir uns nicht darauf verlassen, dass einer von denen sie suchen geht.", überlegte Kaori weiter. „Hat denn Kimori nicht zu ihr durchdringen können?", fragte Heizo nun nervös nach. Kaori schüttelte den Kopf. „Sie kriegte auch keine Reaktion. Versuchen wir es mit einem Ortungszauber oder lassen die Natur sie für uns suchen.", schlug Kaori vor und sah zu, wie Heizo von seinem Bett heruntersprang. „Kann ich denn irgendwie helfen?", erinnerte Kagezuki die beiden, dass sie nicht alleine im Raum waren. „Wir könnten dich gleich zu Yumemika schicken, damit du sie beruhigst und überredest wieder nach Hause zu kommen. Nach einem solchen Gespräch mit Christian ist sie nie gut auf Leute zu sprechen.", meinte Heizo und sah seine Schwester fragend an, die etwas Platz freiräumte. Sie nickte nur, während sie sich konzentriert an den Zauber setzte. „Du solltest dir lieber noch etwas anziehen. Sie ist über der Wolkendecke.", vermutete Kaori. Heizo setzte sich seiner Schwester gegenüber und murmelte ein paar Laute.

„Willst du darüber reden?", fragte Kagezuki mit zitternder Stimme, als sie Yumemika allein liegend auf einer Wolke entdeckte. Stumm schüttelte Yumemika den Kopf. „Setz dich doch zu mir, sonst erfrierst du noch.", sagte Yumemika und zeichnete Figuren in den Nachthimmel. Wie geraten legte sich Kagezuki neben sie und genoss die angenehme Wärme, die von ihr ausging und das Zittern bei ihr milderte. „Wir sollten zurückgehen, sie machen sich bestimmt Sorgen um uns.", versuchte Kagezuki sie zu überreden, nachdem sie aufhörte zu zittern. „Ich fühle mich grade wohl hier. Außerdem kann ich dir hier einen Zauber viel besser zeigen, als in meinem Zimmer.", bemerkte Yumemika und zeichnete wieder Figuren in den Nachthimmel. „Mir ist aufgefallen, dass du gut zeichnen kannst.", fuhr Yumemika fort und setzte sich auf. „Das scheint auch meine einzige Stärke zu sein. Ich habe kaum Fortschritte in der Magie gemacht.", gab Kagezuki frustriert zurück. „Du verlangst immer zu viel von dir ab. Am Ende schadet das nur deinem Selbstvertrauen.", meinte Yumemika und zog Kagezuki auf die Beine. „Stell dir vor das du ein Buch in deinen Händen halten würdest und dann zeichne seine Umrisse in die Luft.", forderte Yumemika sie auf. Kagezuki fuhr mit ihrem Finger durch die Nacht und zog blasse Kanten eines Buches nach. Das Buch was sie kurz darauf in den Händen hielt, war dick und mit alten Schnörkellinien verziert. „Ich gratuliere dir zu deinem ersten magischem Tagebuch.", lächelte Yumemika und warf einen Blick in die Ferne. „Wozu ist das gut?", entgegnete Kagezuki irritiert, schlug das Buch auf und entdeckte nur leere Seiten. „Dieses Buch ist von deiner Magie erschaffen und kann nur mit deiner Magie geöffnet werden, oder auch wenn es soweit kommen sollte, von deinen Nachfahren.", erklärte Yumemika und fuhr die Ränder des Buches ab. „Außerdem zeichnet es alle Fortschritte auf, wenn du es aufschlägst. Auch die Zauber, die du ausgeführt hast, werden markiert.", fuhr sie fort und bedachte Kagezuki mit einem bedeutungsvollen Blick. „Können wir von etwas reden, was weniger Druck auf mich ausübt?", unterbrach Kagezuki ihren Vortrag und klappte das Buch wieder zu. „Vielleicht sollten wir doch ein paar Stunden schlafen.", meinte Yumemika und hielt ihr die Hand entgegen.

-.-

„Könnt ihr es glauben, dass wir in ein paar Wochen um diese Uhrzeit in einer erfrischenden, heißen Quelle sitzen werden?", fragte Yumi wieder voller Aufregung. „Ich freu mich schon drauf wieder mal so richtig entspannen zu können.", gab Yumemika zu und ließ die Schultern in Kreisbewegungen auf und ab. „Ich freue mich auf das ganze Essen. Nach einer Quelle ist ein Essen einfach traumhaft.", warf Satzuki ein und begann in Tagträumen zu schwelgen. „Vor allem ist es schön wieder einen klaren Sternenhimmel zu sehen. In der Stadt sieht man sie wegen der Gebäuden nicht.", brachte Natsumi ein. „Ich freue mich auf die ganzen Souvenirläden, die dort auf uns warten werden.", lachte Hikaru auf und verschluckte sich fast an ihrem Keks. „Was habt ihr heute nach der Schule vor? Wir könnten sonst noch einen Schaufensterbummel machen.", schlug Yumi vor, bevor es wieder zum Pausenende gongte. „Ich kann nicht, die Zwillinge und ich wollten nochmal etwas unternehmen, bevor sie wegfahren.", entgegnete Yumemika entschuldigend und rappelte sich auf. „Was ist mit dir, Kagezuki?", fragte Yumi heiter. „Ich wollte heute einen etwas ruhigeren Nachmittag verbringen. Die Woche war doch etwas ereignisreich gefüllt, fand ich.", entschuldigte sich Kagezuki ebenfalls. „An den Trubel wirst du dich gewöhnen.", entgegnete Hikaru lächelnd. „Mir bleibt wohl keine andere Wahl.", lachte Kagezuki und begleitete Hikaru bis in ihre Klasse. „Kannst du mir dann noch schnell verraten, warum sie uns andauernd beobachten?", flüsterte Kagezuki und spürte die unangenehmen Blicke im Nacken. „Sei froh dass sie uns noch beobachten. In den kommenden Wochen werden sie entweder um dich werben oder unbedingt mit dir befreundet sein wollen. Du hast etwas sehr anziehendes, auch wenn dir das nicht bewusst ist.", erklärte Hikaru. „Natsumi hat schon erwähnt das ich mich hüten sollte.", seufzte Kagezuki und kehrte in ihre Klasse zurück.

„Habt ihr auch andauernd diese neugierenden Blicke im Nacken?", fragte Kagezuki ihre Freunde und verbrachte endlich wieder etwas Zeit mit Michel und Christoph. „Die kann man wohl kaum übersehen. Ich wäre ihnen wirklich zu Dank verpflichtet, wenn ich mal in Ruhe mein Essen zu mir nehmen könnte.", sagte Michael etwas lauter und verscheuchte die Mitschüler in nächster Nähe. „Aber ihr sollt bereits eine Berühmtheit unter den Mädchen sein.", lächelte Kagezuki erfreut. „Wir interessieren uns nicht dafür, was andere von uns denken. Uns liegt nur die Magieausbildung an erster Stelle.", entgegnete Christoph ernst. Verwundert sah Kagezuki ihre Freunde an. „Ich kann nicht glauben, dass der Bücherwurm und der Playboy jetzt so kalt auf ihre Umgebung wirken.", gab Kagezuki spielend entsetzt zu. „Das kannst du so einfach sagen. Für uns ist es unbegreiflich, wie die Rebellin jetzt auf kleines braves Schulmädchen macht.", warf Michael ihr vor. „So sehr habe ich mich auch nicht verändert, ich bin momentan nur offener geworden. Man kann hier mehr lernen als nur die Magieausbildung.", meinte Kagezuki und sah Michael erwartungsvoll an. „Aber wir sind nur wegen der Magieausbildung hier, also ist es doch naheliegend das wir uns nur darauf konzentrieren wollen und uns nicht ablenken lassen sollten.", gab Michael zurück und hielt ihrem Blick stand. „Anders als du, die sich immer nur verabreden kann und an alles andere denkt außer der Magie.", warf Michael ihr weiter vor. Entrüstet fuhr Kagezuki auf, warf den beiden einen wutfunkelnden Blick zu und verschwand wortlos. „Das war etwas hart.", flüsterte Christoph ihm zu, als Kagezuki außer Hörweite war. „Dafür kann ich nichts, sie hat es herausgefordert und was interessiert mich, was die anderen darüber denken. Sie sollte bald einsehen, dass sie nicht hierher passt, so wie wir.", dachte Michael genervt und sagte die Pause kein Wort mehr. „Aber Rebellin war definitiv zu viel. Sie hat zwar meistens ein Widerspruch eingelegt, jedoch stets ihre Pflichten erfüllt. Außerdem sind ihre magischen Fähigkeiten immer noch besser als unsere, das kannst du nicht leugnen.", verteidigte Christoph sie und beobachtete den Rest der Pause das Geschehen auf dem Schulhof. Michael zuckte abwehrend die Schultern und knabberte an seinem Brötchen, bis es wieder zur Stunde gongte. -Was soll das? Warum verhaltet ihr euch so? Diese Angelegenheit wird noch Konsequenzen tragen.-, hörten beide die Stimme von Yumemika zwischen ihren Gedanken hallen. -Nicht nur das, ihr solltet euch auch bei Kagezuki entschuldigen.-, fügte Christian hinzu. -Ich werde mich nicht bei jemanden entschuldigen, der was anderes vorgibt, als man ist.-, gab Michael zurück und sah Christian bereits in der Klasse stehen. Auch Yumemika warf einen fragenden Blick nach ihnen und guckte besorgt. Entgeistert wandte Michael den Blick ab und setzte sich hinter Kagezuki, an seinen Sitzplatz. Selbst als er beschlossen hatte Kagezuki für den Tag zu ignorieren, war er gezwungen zu beobachten, wie Kagezuki vor Nervosität die Schultern anspannte. Ab und zu wechselte er einen Blick mit Christoph, der öfters einen besorgten Blick nach ihm warf. Selbst als der Gong zum Ende des Tages ertönte, drehte Kagezuki sich nicht zu ihnen und wandte sich stattdessen zu ihren neuen Freunden. „Ihr müsst uns einiges erklären.", fing Thomas Christoph und Michael im Flur ab, als sie auf dem Heimweg waren. „Nicht nur die Sache mit Kagezuki sondern auch, warum eure Konzentration in letzter Zeit andauernd flöten geht.", fügte Christian hinzu. „Meiner Meinung nach gibt es nichts zu erklären, also lasst mich jetzt bitte allein.", murmelte Michael und ließ die drei im Flur stehen. „Wie schon gesagt, wir können keine Gedanken lesen, daher wäre es praktisch, wenn wir beide kooperieren. Also was ist in der Pause passiert?", wandte sich Christian an Christoph, der seinem Freund ungläubig nach schaute. „Wir haben Kagezuki nur gesagt das wir es unmöglich von ihr finden, wie sie sich verändert hat, nachdem sie hierher kam.", erzählte Christoph ohne Umschweife und ging die Flure entlang. „Sie ist aber nicht die einzige, die sich verändert hat.", bemerkte Thomas im Flüsterton. „Was sollen wir denn sonst tun? Wir sind gezwungen uns anzupassen.", entgegnete Christoph vorwurfsvoll. „Genau nichts anderes macht Kagezuki auch und das erfolgreicher als ihr.", erinnerte Thomas ihn. „Erfolgreich kann man es nicht nennen, wenn man dabei die alten Freunde vergisst.", fuhr Christoph fort und verließ mit schnellen Schritten das Schulgebäude. „Du kannst nicht wissen, ob sie euch vergessen hat. Sie bemüht sich nicht aufzufallen. Außerdem hat sie bereits mehr vollbracht, als ihr glaubt.", verteidigte Christian sie. „Ich glaube es geht um etwas anderes als das sie sich verändert oder euch vergessen hat.", vermutete Thomas, als er Christophs Haltung weiter beobachtete. „Worum sollte es sonst gehen, wenn nicht um Kagezuki?", täuschte Christoph ein Lachen vor. „Womöglich ist sie auch eine Ablenkung in eurer Ausbildung, die ihr loswerden wollt.", tippte Thomas weiter. „Schwachsinnig, wenn wir sie loswerden wollten, hätten wir erst nicht zugelassen, dass sie her kommt.", sagte Christoph etwas zögernd. „Es sei denn, sie ist der Grund, warum ihr hier seid. Heißt wenn sie nicht hier ist, könnt ihr auch nicht hier sein.", spekulierte Christian weiter. „Wenn wir ehrlich sind, ist sie uns allen immer nur im Weg.", gab Christoph zurück. „Trotzdem ist sie die Stärkste von euch und nur sie wäre in der Lage die Zauber zu wirken, die auch Yumemika wirkt. Ihr seid für ihren Schutz zuständig und sie für euren.", erklärte Christian. „Was soll das denn heißen?", wandte sich Christoph irritiert an ihn. „Sie hat viel größeres Potenzial, als ihr, aber das wisst ihr ja.", fuhr Christian fort. „Wir können auch die Zauber wirken, die Kagezuki wirkt.", meinte Christoph. Thomas schüttelte den Kopf. „Es würde mehr an euren Kräften ziehen, als bei Kagezuki und Yumemika. Glaub mir, ich weiß wovon ich rede.", warf Thomas ein und entdeckte Michael vor der Haustür warten. „Hast du dich wieder beruhigen können?", entgegnete Christian ihm mit einem Lächeln und öffnete die Tür. „Kommt drauf an, wie man es annimmt.", gab Michael ungeduldig zurück. „Wir werden erst morgen Abend mit der Magieausbildung fortfahren.", sagte Christian und trat nach Michael ein. „Meinetwegen.", gab Michael knapp zurück, legte seine Tasche in der Küche ab, schnappte sich Christians Schlüssel und verschwand wieder. Thomas sah ihm bedächtig nach und entgegnete Christians beschwichtigenden Blick mit einem Nicken. Christoph wollte seinem Freund nachgehen, wurde jedoch von Thomas aufgehalten. „Mach dir keine Sorgen, er braucht nur etwas Zeit für sich.", beruhigte er ihn. „Was meint ihr? Ich dachte ihr könnt keine Gedanken lesen.", gab Christoph verwundert zurück. „Können sie auch nicht, aber ich kann das und Michaels Gedanken sind kaum zu überhören. Außerdem sind die beiden in der Lage negative Schwingungen aufzunehmen und ich habe sie darum gebeten Michael etwas Bedenkzeit zu geben.", erklärte Yumemika und kam die Treppe hinunter gehumpelt. „Was ist mit deinem Bein passiert?", fragte Christoph besorgt nach. „Ein Trainingsunfall, kaum der Rede wert.", beschwichtigte Yumemika mit einer Handbewegung. „Wo ist Kagezuki?", erkundigte sich Thomas, als er bemerkte dass sie nicht herunterkam. „Sie übt und macht Fortschritte, der Abstandszauber fällt ihr etwas schwer. Aber orten und wahrnehmen sind bei ihr besser geworden. Wie sieht es mit eurer Ausbildung aus?", wechselte Yumemika das Thema. „Angriff und Verteidigung ist jeweils gut ausgeprägt, jedoch ist die Wirkung durch vernachlässigte Technik geschwächt. Darüber hinaus wirken beide sehr von Gefühlen verleitet.", berichtete Thomas schulterzuckend. „Was soll das heißen von Gefühlen verleitet? Ihr kennt uns kaum und glaubt uns so gut einschätzen zu können? Dabei habt ihr nur unseren Umgang mit der Magie beobachtet.", fuhr Christoph auf. „Ich glaube du solltest dich erst wieder beruhigen.", vermutete Yumemika, bevor sie auf seine Frage antwortete. Christoph setzte sich an den Essenstisch und ballte die Fäuste. „Ich habe mit meinem Vater gesprochen. Er hat nichts dagegen, wenn ich eine Etage hinzufüge. Aber von außen soll man keine Veränderung sehen. Er hat aber auch gemeint, sie könnten in das Apartment der Zwillinge einziehen.", wechselte Yumemika wieder das Thema. „In diesem Fall würde ich sagen das Apartment wäre eine bessere Idee.", warf Christian ein. „Das Apartment hat allerdings nur zwei Schlafzimmer und ich musste Kaori versprechen keine großen Änderungen daran vorzunehmen.", erinnerte sich Yumemika. „Brauchst du auch nicht. Du wirst einfach mit Kagezuki dort einziehen. Unter Mädchen wird es wohl die kleinsten Probleme geben.", erklärte Thomas und wanderte zum Kühlschrank. „Zurück zu meiner Frage.", sagte Christoph nachdem er sich wieder beruhigt hatte. „Also gut, wir haben euch auch in der Schule beobachtet und nicht nur im Umgang mit der Magie, wie du behauptest.", setzte Thomas an. „Vor allem ist aufgefallen das ihr den meisten Sachen skeptisch gegenübertretet und nach der Sache heute, dachten wir es wäre unmöglich für euch sich auf die Magie zu konzentrieren.", fuhr Christian fort. „Ihr kümmert euch weiter um Christoph, ich muss langsam wieder zu Kagezuki. Sie ist schon zu lange allein.", entgegnete Yumemika, schnappte sich einen Apfel aus der Obstschale und ging wieder nach oben. „Sonst noch irgendwelche Fragen?", erkundigte sich Christian und setzte sich Christoph gegenüber. „Ich will wieder in der Realität Magie anwenden dürfen. Nachdem wir den Teleportzauber versucht haben, hatten wir nicht die Möglichkeit etwas anderes auszuprobieren.", meinte Christoph nun um einiges ruhiger. „Wir könnten es zumindest versuchen.", stimmte Christian ihm zu. „Also dann, du hast angefangen das Element der Erde zu kontrollieren. Versuch das Glas zu heben. Es besteht aus verarbeitetem Sand. Kriegst du das hin?", gab Thomas nach und stellte ein leeres Glas vor ihm hin. Christoph wandte seinen Blick auf das Glas, doch als er versuchte sich darauf zu konzentrieren, kam ihm der Streit mit Kagezuki in Erinnerung. Er schüttelte den Kopf um die Gedanken frei zu kriegen. Erneut lenkte er seine Konzentration auf das Glas, doch auch diesmal wanderten seine Gedanken zu Kagezuki. -Er kriegt seine Gedanken nicht frei.- vermutete Thomas. -Warten wir noch etwas ab, vielleicht kriegt er es noch hin.- meinte Christian und sah ihm geduldig zu. „Ich bin wieder zu Hause.", rief Daikuchi durchs Haus und ließ die Tür ins Schloss fallen. „Habe ich euch gestört?", fragte Daikuchi dann entschuldigend, als er die Jungen in der Küche entdeckte. „Ist schon in Ordnung, ich glaube wir sind sowieso fertig.", entgegnete Thomas beschwichtigend und warf sich seine Tasche über die Schulter. „Okay, ich rufe euch runter, wenn das Abendessen fertig ist.", sagte Daikuchi und wollte seine Sachen ablegen gehen. „Wir sollten unsere Hausaufgaben machen.", meinte Christian und lenkte Christoph etwas ab.

„Wie war denn euer Tag?", fragte Daikuchi die Kinder beim Abendessen. „In Ordnung, es ist einiges passiert.", sagte Yumemika nur und war froh das ihr Vater nicht weiter nachfragte. „Und wann war nochmal eure Klassenfahrt?", erkundigte sich Daikuchi weiter. „Wir werden in den nächsten Tagen einen Brief bekommen.", erklärte Yumemika und lächelte ihren Vater friedlich an. „Und wie habt ihr das Problem mit den fehlenden Zimmern gelöst?", fragte Daikuchi weiter. „Zwei von uns werden wohl ins Apartment ziehen.", vermutete Christian. Daikuchi nickte nur, als plötzlich die Haustür geräuschvoll ins Schloss fiel. Alle blieben in der Küche verstummt, bis sie die geschlossene Tür aus der Etage über ihnen vernahmen. Yumemika warf einen kurzen Blick nach Christian, der nickend den Stuhl zurückschob, sich für das Essen bedankte und die Treppe raufverschwand. „Wir sollten absprechen, wer ins Apartment ziehen wird.", meinte Thomas, um die Spannung zu lösen. „Also Thomas hatte vorgeschlagen, dass Kagezuki und ich ins Apartment ziehen. Als Mädchen brauchen wir ab und zu etwas Privatsphäre.", fuhr Yumemika fort und die Mädchen wechselten untereinander einen Blick aus. „Ich will aber das ihr zum Abendessen hier sein werdet. Ich könnte euch ja anschließend zurück zum Apartment fahren.", warf Daikuchi ein. Yumemika nickte verständnisvoll. „Ich denke am Wochenende können wir ins Apartment ziehen, Kaori und Heizo haben auch bereits die Schlüssel hier gelassen.", entgegnete sie und sah verwundert zu Christian, der die Treppe wieder herunter kam. „Hat euer Freund noch Hunger?", erkundigte sich Daikuchi, nachdem er Yumemikas Blick gefolgt war. Christian schüttelte den Kopf. „Er hat unterwegs was gegessen und will erstmal nur seine Ruhe.", erklärte er. „Es wird auch langsam spät, ihr solltet die letzten Hausaufgaben für morgen machen und dann ins Bett gehen.", meinte Daikuchi und begann den Tisch abzuräumen. Die Kinder wünschten Daikuchi noch einen schönen Abend und gingen auf ihre Zimmer.

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„Dein Onkel hat sich heute Abend zum Essen eingeladen.", berichtete Daikuchi beim Frühstück. „Kommt er allein?", erkundigte sich Yumemika und nippte an ihrem Tee. „Ich denke schon. Er meinte er wolle sehen, wie sich die anderen eingelebt haben.", gab er zurück. „Dann kann es ja nicht so schlimm werden. Isst du heute Abend auch mit?", fragte Yumemika. „Ich schätze nicht. Die Verleger machen grade einen ziemlichen Druck, weil die Deadline immer näher rückt und das Manuskript ist erst gestern angekommen.", erklärte er bedauernd. „Macht nichts. Was willst du essen, wenn du nach Hause kommst? Ich könnte es für dich vorbereiten." „Lieb von dir, aber ich glaube, ich esse nichts mehr wenn ich nach Hause komme.", meinte Daikuchi und verpackte die letzte Lunch Box. „Es war nur ein Vorschlag, mach dir keinen Kopf deswegen.", entgegnete Yumemika beschwichtigend. „Ich muss leider schon gleich los. Aber Kaori und Heizo sollten zwischendurch nochmal nach Hause kommen.", bemerkte Daikuchi mit einem Blick auf die Uhr. „Stress dich nicht, ich kann für dich aufräumen und du gehst jetzt zur Arbeit.", meinte Yumemika und räumte bereits die Spüle ein. Daikuchi drückte seine Tochter und schnappte sich seine Sachen. Kurz nachdem die Haustür zugefallen war, hörte sie wie Daikuchi mit dem Auto vorfuhr und die Motorgeräusche in der Ferne verstummten. Nachdem Yumemika sich vergewissert hatte das Daikuchi nicht nochmal wieder kam, ließ sie mit einer Handbewegung die Küche säubern. „Du zählst aber auch zu den Menschen, die etwas arbeitsfaul sind.", meinte Thomas und sah zu, wie seine Teetasse in die Spüle hüpfte. „Ich bin nicht arbeitsfaul, sondern zeitsparend, wir sind spät dran.", entgegnete Yumemika und zeigte auf die Uhr. „Meinetwegen auch das.", sagte Thomas und verließ kommentarlos die Küche. Die anderen folgten ihm, als sie die Treppe herunterkamen. -Es ist etwas umständlich in eine andere Wohnung umzuziehen.- erklang Fellinas Stimme zwischen ihren Gedanken. -Das macht nichts, dafür bin ich sehr anpassungsfähig. Also wird es mich am wenigsten stören und da Kagezuki erst angefangen hat sich einzuleben, wird es auch keinen großen Unterschied für sie machen. Und verstehst du dich gut mit Hikari?- erkundigte sich Yumemika, als sie die Haustür abschloss. -Sie ist toll, zwar noch unerfahren, aber sie besitzt unglaubliche Fähigkeiten.- erzählte Fellina begeistert. -Gib gut Acht auf sie. Sie darf nicht das Vertrauen zu Kagezuki verlieren.- meinte Yumemika und holte die anderen ein. „Was hat dich solange aufgehalten?", fragte Thomas, als er merkte das Yumemika neben ihm herging. „Wie kommst du darauf, dass ich aufgehalten wurde?", gab Yumemika zurück und erschrak, als ihr Handy klingelte. „Ich bin gleich in der Schule.", sagte Yumemika sofort als sie den Anruf entgegen nahm. Kagezuki, die die ganze Zeit hinter Yumemika herging, beobachtete wie sie die Stimme senkte und etwas murmelte, bevor sie wieder auflegte. „Hat sich erledigt.", erklärte Yumemika als sie die fragenden Blicke bemerkte. „Also was wollt ihr heute Abend essen?", wechselte sie das Thema und lächelte unbesorgt. „Warum fragst du nicht deinen Onkel? Da er heute Abend kommt, würde er sich freuen wenn du ihn fragst, was er essen möchte.", schlug Christian vor. „Er wird heute nicht in der Schule sein. Er trifft sich mit den Sponsoren der Schule zum Mittagessen und hat davor zu Hause etwas zu erledigen.", gab Yumemika zurück. „Außerdem hat er keine besonderen Wünsche, wenn es ums Essen geht.", fuhr sie fort. „Du musst dich nicht zwingen etwas Besonderes zu kochen.", meinte Kagezuki und sah das Schulgebäude in nächster Nähe. „Ich bin auch für ein etwas schlichteres Essen.", sagte Michael und trennte sich von der Gruppe, als sie das Schulgelände betraten. Besorgt sah Kagezuki ihm hinterher und beobachtete wie Christoph ihm folgte. „Der soll sich auch langsam mal wieder einkriegen.", sagte Yumemika zu den anderen und ging mit Kagezuki weiter auf das Schulgebäude zu. „Ach, bevor ich es vergesse. Bemüh dich nicht darum Magie wirken zu wollen, lass es auf dich zu kommen und sobald du eine Veränderung deiner Umgebung spürst, sag mir Bescheid.", wies Yumemika sie hin. Kagezuki antwortete mit einem Nicken und trennte sich nun auch von ihr, um allein in die Klasse zu gehen. „Es ist immer wieder eine Freude dich zu sehen.", sagte eine Stimme neben ihr, als Kagezuki gedankenverloren durch die Menge ging. Kagezuki zuckte die Schultern, als sie sich an ihren Nachbar wandte und bemerkte erst später dass es Gaito war, der sie ansprach. „Ich würde eher etwas anderes behaupten.", sagte sie kühl und ließ sich im Fluss der anderen mitziehen. „Was hast du denn bloß? Ich habe dir diesmal nichts getan.", entgegnete Gaito selbstverteidigend. „Ich habe damit nur gemeint das mich deine Redensart nicht ganz anspricht.", sagte Kagezuki weiterhin kühl und schob die Tür zu ihrer Klasse auf. „Wie kann ich dich denn davon überzeugen, dass ich eigentlich gar kein schlechter Kerl bin?", fragte Gaito und ging ihr weiter nach. „Da wo ich herkomme, definiert man dein Verhalten als Playboy. Du lockst eine Person damit, dass du Interesse an ihr hast und lässt sie danach wie eine heiße Kartoffel fallen, wenn es ernst wird. Für so etwas habe ich keinen Reiz.", erklärte Kagezuki ihm und ignorierte die Tatsache, dass sie nicht allein im Raum waren. Gaito sah sie verwundert an. „Außerdem denke ich nicht das dein Interesse mir gilt.", fuhr sie fort und sah wie Natsumi die Klasse betrat. Gaito folgte ihrem Blick und war nur noch mehr überrascht und verschwand mit rot anlaufendem Gesicht das Klassenzimmer. „Habe ich etwas verpasst?", begrüßte Natsumi sie mit einem Lächeln. „Eigentlich kaum etwas.", meinte Kagezuki und merkte wie die anderen den Blick abwandten. „Was ist denn mit Gaito los? Er ist mit einem roten Gesicht rausgerannt.", erkundigte sich Natsumi. „Ich kann leider keine Gedanken lesen, da kann ich dir auch nicht weiterhelfen.", meinte Kagezuki und setzte sich seufzend an ihren Platz. „Warum bist du heute so unmotiviert?", fragte Natsumi besorgt. „Yumemika und ich sollen am Wochenende in ein Apartment ziehen, weil es im Haus zu eng wird. Zum Glück habe ich noch nicht alles ausgepackt.", erzählte Kagezuki. „Wir könnten dir doch beim Umzug helfen.", schlug Satzuki vor als sie sich an die beiden heranschlich. „Und dir auch helfen dein Zimmer einzurichten.", fügte Yumi hinzu und legte ihre Arme um Kagezuki. „Sollte ich davon ausgehen das ich es irgendwann bereuen werde eure Hilfe angenommen zu haben?", scherzte Kagezuki und grinste vergnügt. „In welches Apartment wollt ihr denn ziehen?", lenkte Natsumi etwas vom Thema ab. „Ich weiß nicht wo es liegt, aber Yumemika meinte das es in der Nähe der Schule liegt.", gab Kagezuki zu. „Wo ist Yumemika eigentlich? Sie wollte mir Bescheid sagen ob sie heute nach der Schule kann.", fragte Yumi verwundert. „Was hattet ihr denn nach der Schule vor?", erkundigte sich Kagezuki und warf einen kurzen Blick auf die Tür. „Ein Freund meiner Mutter hatte gefragt, ob unsere Schulband nicht mal in seinem Café spielen könnte, da das ein Jugendtreff ist. Ich habe gemeint das wir mal vorbeischauen würden, bevor wir uns entscheiden.", erzählte Yumi. „Wann hattest du denn vor uns das zu erzählen?", hakte Satzuki weiter nach. „Gebeichtet hätten wir es euch, sobald wir auch zugesagt hätten.", meinte Yumemika und tauchte wie aus dem Nichts auf. Keiner von den anderen Mädchen wirkte überrascht und wendete sich neugierig an Yumemika. „Wir können heute gerne nach der Schule das Café suchen gehen.", schlug sie vor. „Ich hatte nach der Schule sowieso nichts vor.", meinte Satzuki und setzte sich an ihren Platz, als die Lehrerin die Klasse betrat. „Auf diesem Elternbrief sind die notwendigen Informationen für die Klassenfahrt, die ihr bitte bis zum Ende der Woche von euren Eltern unterschrieben zurückbringen müsst.", erklärte Frau Fujuka und ließ die Blätter umgehen. -Scheint als müssen wir morgen nochmal zu dir.- hörte Kagezuki Yumemika sagen und schaute irritiert auf. -Wie meinst du das, zu mir?- fragte Kagezuki und schickte den Gedanken zu Yumemika zurück. -Ich kann mich schlecht als deine Eltern ausgeben, auch wenn ich mein Alter verändern kann.- dachte Yumemika. -Ich kann aber schlecht meine Eltern fragen.- meinte Kagezuki einfach nur und ignorierte den besorgten Blick, den Yumemika nach ihr warf.

In der Pause ging Kagezuki mit den anderen bereits auf den Schulhof, während Yumemika in der Klasse mit Frau Fujuka diskutierte. Als Kagezuki sich nach einer Weile auf dem Pausenhof nach Yumemika umschaute, entdeckte sie wie sie sich mit Michael und Christoph unterhielt. Misstrauisch wandte sie den Blick ab und wandte sich in Gedanken versunken wieder der Gruppe zu. -Es ist bestimmt nicht so wie es aussieht.- dachte Kagezuki zu sich selbst und warf wieder einen Blick zu Christoph, Michael und Yumemika, doch sie waren nicht mehr auf dem Schulhof. Im Unterricht vertiefte sich Kagezuki immer wieder in Tagträume und bemerkte kaum, dass sie mehrmals angesprochen wurde. „Fühlst du dich nicht gut, willst du vielleicht schon nach Hause gehen?", sprach der Lehrer sie während der Einzelarbeit an. Kagezuki spürte wie Christoph und Michael besorgt den Blick auf sie richteten. „Vielleicht wäre es besser so.", meinte sie und seufzte. „Ich finde aber jemand sollte dich nach Hause begleiten.", sagte der Lehrer und sah sich in der Klasse um. „Das kann ich machen.", meldete sich Michael freiwillig und hielt dabei den Blick auf Kagezuki gerichtet. „Sie wohnt bei mir in der Nachbarschaft.", fügte Michael hinzu, als er merkte dass der Lehrer zögerte. „In Ordnung. Ich wünsche dir schnelle Genesung.", meinte der Lehrer dann nachgebend und ging ans Pult um sich das zu notieren. „Macht auch keine Umwege. In letzter Zeit gab es einiges an Überfällen von diesen Straßenbanden.", warnte der Lehrer sie, während sie ihre Sachen packten. „Machen Sie sich keine Sorgen.", meinte Michael und verabschiedete sich.

„Was stimmt heute mit dir nicht?", fragte Michael, als sie das Schulgebäude verließen. „Es geht mir gut okay? Ich bin nur nicht ganz bei der Sache.", gab Kagezuki zurück. „Du warst aber auch seltsam drauf. Erst warst du dagegen das Yumemika uns hilft, dann warst du dafür das wir bei ihr in die Lehre gehen und jetzt bist du und Christoph so abweisend mir gegenüber und ausgerechnet jetzt willst du mich nach Hause begleiten.", sagte Kagezuki irritiert. „Ich war gegen ihre Hilfe, weil ich dachte wir schaffen es selbst. Dann habe ich gemerkt dass wir viel von ihr lernen können, so mächtig wie sie ist. Außerdem sind wir zu allem so abweisend, weil wir uns nicht ablenken wollen in der Magieausbildung und ich wollte dich nach Hause begleiten, weil ich mir Sorgen gemacht habe.", meinte Michael und bemerkte erst kurz vor Ankunft, dass er keine Schlüssel besaß. „Organisiert sollte am besten jeder Mensch sein.", schüttelte Kagezuki den Kopf, als sie dann vor der Haustür standen. „Hast du eine Ahnung, wie wir jetzt ins Haus kommen sollen?", fragte Michael stattdessen und sah durch den Spion. Kagezuki zuckte die Schultern, schob Michael auf Seite und öffnete unbeirrt die Tür. „Ich kann zwar noch nicht durch Wände gehen, aber Gegenstände manipulieren.", murmelte Kagezuki, ging ins Haus und ließ Michael unbeholfen stehen. „Willst du da draußen Wurzeln schlagen?", drehte sie sich zu ihm um. Nach einem Moment des Staunens, schloss Michael die Tür und gesellte sich zu Kagezuki in die Küche. Doch als Kagezuki ihn sah, nahm sie ihre Sachen und verließ ohne ein Wort die Küche. „Lass sie lieber in Ruhe, sie wirkte nicht gerade gelassen.", hallte Mikes Stimme im Raum, als Michael ihr nachgehen wollte. „Du musst ja wissen, wovon du sprichst.", meinte Michael und setzte sich an den Essenstisch. „Mir fehlt die alte Kagezuki, die ab und zu frech zu den Lehrern ist und selbstbewusst ihre Meinungen sagt und der es egal ist, was andere von ihr halten. Doch jetzt ist sie zurückhaltend und macht einen auf schüchtern und unerreichbar.", murmelte Michael gedankenverloren vor sich hin. „Wie schon Thomas und Christian gesagt haben. Ihr solltet euch lieber etwas mehr anpassen und Kagezuki scheint das auch nicht unbedingt leicht zu fallen.", meinte Mike. „Wie kommst du darauf? In der Schule ist sie nur von Menschen um scharrt, dass es scheint, als kümmere sie sich gar nicht um ihre Magieausbildung.", gab Michael zurück und legte den Kopf in den Nacken. „Jetzt bist du aber gemein zu ihr. Außerdem wenn selbst du es nicht gemerkt hast, das es ihr nicht leicht fällt, sich zu verstellen, zeigt nur noch das sie eine bessere Schauspielerin ist, als wir erwartet haben.", sagte seine Elfe und verschwand im nächsten Augenblick. Als Michael den Blick zur Tür wandte, entdeckte er verwundert Kaori und Heizo in der Tür stehen. „Was machst du so früh hier? Wir dachten ihr seid alle noch in der Schule.", fragte Kaori verwundert. „Das sind die anderen immer noch. Ich habe Kagezuki nur nach Hause begleitet, weil sie im Unterricht etwas abwesend da saß.", gab Michael gelassen zurück. „Ist mit ihr alles in Ordnung? Geht es ihr gut?", fragte Kaori besorgt weiter. „Ich weiß es nicht. Auf mich wirkte sie nicht als wäre ihr schlecht.", meinte Michael bevor Kaori in den Fluren verschwand. Schulterzuckend wandte sich Heizo an Michael und gesellte sich zu ihm an den Tisch. „Du siehst aus als bedrückt dich etwas.", wollte Heizo ein Gespräch anfangen. „Ihr solltet euch lieber mal als Therapeuten versuchen, so oft wie ihr nach dem Befinden der anderen fragt.", entgegnete Michael. „Dann frage ich halt was anderes. Wie läuft es in der Magieausbildung?", wechselte Heizo das Thema und sprach ruhig weiter. „Bestens, wir machen Fortschritte.", sagte Michael, obwohl er nicht wusste ob das der Wahrheit entsprach. „Seid ihr noch dabei die Elemente zu beeinflussen oder die Zeit zu manipulieren?", fuhr Heizo fort. „Oder fängt ihr erst mit Zaubersprüchen an?" „Würdest du mich in Ruhe lassen, wenn ich dir erzähle, was wir machen?", fuhr Michael ihn an. Heizo nickte grinsend und lauschte aufmerksam. „Momentan sind wir dabei die Elemente zu lernen.", erzählte Michael und war froh, als Heizo sich von ihm abwandte. „Irgendetwas scheint sie verunsichert zu haben. Auf jedenfall hat sie sich in die Zwischenwelt abgeschottet und übt jetzt auch wahrscheinlich ein bisschen.", seufzte Kaori und sah Michael mit vielsagendem Blick an. „Wir müssen auch jetzt los. Hast du das was du gesucht hast?", wandte sich Heizo an seine Schwester, als eine unerklärbare Spannung die Atmosphäre reizte. Kaori nickte und löste den Blick von Michael ab. „Grüß die anderen von uns, wenn du sie siehst.", verabschiedete sich Heizo und die Zwillinge verschwanden so schnell, wie sie gekommen waren. Michael seufzte erneut und legte erschöpft den Kopf auf den Tisch. „Was hatte Yumemika heute in der Pause denn zu dir gesagt?", erkundigte sich Kagezuki, die wie aus dem nichts wieder in der Küche stand. Erschrocken fuhr Michael auf und stotterte zuerst. „Sie wollte noch mal mit unserem Direktor reden.", sagte Michael nachdem er wieder ruhiger geworden ist. „Hat Yumemika auch gesagt, warum sie mit Theo reden wollte?" „Nein, sie meinte nur dass sie morgen sich die Zeit nehmen wird um mit ihm zu sprechen. Mehr hat sie uns nicht erzählt.", gab Michael zu. „Kaori hat eben gemeint du hättest dich in eine Zwischenwelt abgeschottet.", erkundigte er sich, als Kagezuki nicht weitersprach. Kagezuki nickte. „Ich bin immer noch in der Zwischenwelt. Yumemika hat mir gezeigt wie ich meinen Geist an andere Orte projizieren kann.", erklärte Kagezuki und verschwand wieder. „Wir sind wieder da.", rief Yumemika, als sie die Tür aufschloss und war erleichtert Michael in der Küche zu sehen. „Offensichtlich.", dachte Michael und seufzte da sein ruhiger Moment vorbei war. „Ich erkundige mich wie es Kagezuki geht.", entschuldigte sich Yumemika und verschwand die Treppen rauf. „Haben Heizo und Kaori noch etwas zu euch gesagt, bevor sie gegangen sind?", fragte Christian und suchte etwas zu trinken. „Ich soll Grüße bestellen, aber mehr auch nicht.", entgegnete Michael und sah seinen Freund Christoph an. „Dann können wir schon mal ihr Zimmer um dekorieren.", meldete sich Thomas vom Fenster. „Dafür haben wir nach dem Essen noch genug Zeit. Yumemika verlässt sich darauf, das wir ihr beim Kochen helfen.", erinnerte sich Christian und schüttelte schon ehrfürchtig den Kopf. „Nicht ganz, ehrlich gesagt, war es so dass du ihr allein angeboten hast ihr zu helfen.", erinnerte ihn Christoph. „Also viel Erfolg dabei.", sagte Thomas aufmunternd und verschwand aus der Küche. „Ihr könnt mich doch nicht mit ihr allein lassen. Sie ist doch immer noch sauer auf mich.", flehte Christian die übrigen an. „Ich will in private Probleme nicht mit hineingezogen werden. Da bist du auf dich allein gestellt.", sagte Michael und folgte Thomas. „Ich will mich da auch nicht einmischen, aber als Junge solltest du deiner Strafe mutig entgegentreten. Und ich denke nicht, dass man bei Yumemika klein beigeben muss.", vertröstete auch Christoph ihn und verließ die Küche, als Yumemika wieder herunter kam. „Wie geht es Kagezuki?", erkundigte sich Christian gleich, bevor Yumemika etwas sagen konnte. „Es ist nichts weiter. Sie war nur abgelenkt.", berichtete Yumemika. „Ich habe ihr auch erzählt dass wir morgen nicht in die Schule gehen, weil mir etwas dazwischen gekommen ist, wo sie mitkommen muss. Also wenn du jetzt noch was erledigen musst, kannst du ruhig gehen. Ich schaffe das schon allein hier.", meinte Yumemika mit einem Lächeln und sah in den Kühlschrank. „Ach was, ich helfe dir gerne. Es ist ja nicht so, als wollen wir uns aus dem Weg gehen.", lachte Christian unsicher und legte den Kopf in den Nacken. Daraufhin zuckte Yumemika nur die Schultern und versuchte Christian zu ignorieren. Doch er fragte immer wieder wie er ihr helfen konnte und bemühte sich mehrmals ein Gespräch mit ihr aufzubauen. „Es ist wirklich nichts. Also lass bitte diese Fragerei, das bin ich langsam Leid.", sagte Yumemika und hielt dabei ein Messer warnend in seine Richtung. „Ich würde mich aber gerne bei dir entschuldigen.", beharrte Christian weiter und ließ nicht locker. „Wenn es nichts zu entschuldigen gibt. Du hast vorgeschlagen das wir warten. Dann warten wir eben.", sagte Yumemika kühl und wandte ihm den Rücken zu. „Du kannst nicht drum rum reden. Ich weiß das du noch sauer auf mich bist.", wandte Christian ein. „Dann komm auf den Punkt und sag mir, warum ich sauer bin.", gab Yumemika ruhig zurück. „Vielleicht, weil ich vor anderen verleugnet habe, dass wir etwas für einander empfinden.", vermutete Christian leicht erzürnt. „Natürlich und ich werde jetzt auf ewig einen Groll gegen dich hegen, weil ich damit nicht klar kommen kann, dass du mich verleugnest.", heuchelte Yumemika und drehte sich endlich zu ihm um. „Das ist möglich. Mittlerweile kann man dich nicht mehr zu den Leuten zählen, die berechenbar sind.", gab Christian zurück und funkelte Yumemika an. Mit der nächsten Handbewegung ließ Yumemika Christian erstarren, versuchte die aufkommende Wut zu unterdrücken und wandte sich wieder dem Abendessen zu. Als Thomas nach einer Weile in die Küche kam, um nach dem Rechten zu sehen, entdeckte er Christian im Standbild verharrt und schüttelte hilflos den Kopf. „Kann ich dir helfen?", erkundigte sich Thomas mit warmer Stimme und trat neben seinen erstarrten Freund. „Bring doch bitte die Statue in den Garten. Hier stört sie mich nur.", meinte Yumemika kühl und hatte Mühe eine neutrale Stimme zu halten. „Hast du denn vor ihn vor dem Essen zu befreien oder soll er den Abend in der Kälte verbringen?", warf Thomas ein, bevor er sich daran machte die Statue zu bewegen. „Ich muss noch sehen, was ich mache, aber momentan will ich mir sein Geplapper nicht anhören.", entgegnete Yumemika und war dankbar das Thomas verständnisvoll lächelte. „Ich bringe ihn raus, wenn du versprichst ihn noch vor dem Essen zurück zu verwandeln.", sagte Thomas und führte seinen Freund durch Erdbendigung in den Garten. „Wenn es sein muss.", murmelte Yumemika. „In einer Stunde bekommen wir so wie so Besuch.", sagte Yumemika lauter und stellte bereits die Nachspeise in den Kühlschrank.

„Ich muss jetzt das Abendessen vorbereiten.", sagte Yumemika und ließ Kagezuki in Ruhe weiter ihre Kräfte üben. Als Kagezuki allein im Zimmer saß, begann sie erneut mit ruhigen Atemübungen, um wieder in die Gedankenwelt einzutauchen. -Das Konzentrieren wird langsam besser.- dachte Kagezuki und spürte wie sie allmählich die Sicht der Realität verlor. Als Kagezuki beim nächsten Mal die Augen öffnete, sah sie Yumemika in der Küche zu, die das Abendessen zubereitete. Kagezuki konzentrierte sich weiter um das Hörvermögen in der Zwischenwelt zu erlangen. „Dann komm auf den Punkt und sag mir, warum ich sauer auf dich bin.", hörte sie Yumemika ruhig sagen. -Oh, jetzt bin ich im falschen Moment zurückgekommen.- dachte Kagezuki und wollte sich zurückziehen. „Natürlich und ich werde auf ewig einen Groll gegen dich hegen.", hörte Kagezuki Yumemika sagen, konnte ihre letzten Worte jedoch nicht verstehen, bevor sie zusah, wie Yumemika Christian mit einer Handbewegung versteinerte. -Wie schrecklich. Ich möchte Yumemika nicht als Feindin haben.- gab Kagezuki ehrfürchtig zu und zog ihren Geist zurück. In der oberen Etage warf Kagezuki einen kurzen Blick auf das Gespräch zwischen Michael und Christoph: „Ich glaube die Ausbildung, die Kagezuki vollbringt, schwieriger ist, als wir dachten.", sagte Michael zu Christoph, der auf dem Bett sitzend in einem Buch blätterte. „Sie ist jetzt in der Lage ihren Geist an einen anderen Ort zu projizieren und wir haben das letzte Mal miterlebt, wie sie mit Leichtigkeit die Erdbändigung erproben konnte. Dabei ist sie noch gar nicht bei Elementarkämpfen.", fuhr Michael fort. „Sagtest du eben, sie kann sich an andere Orte projizieren?", erkundigte sich Christoph, um sicherzugehen das er richtig gehört hatte. „Ich habe eben auch mit ihr in der Küche reden können.", meinte Michael achselzuckend. „Dann hoffe ich jetzt mal, dass sie uns nicht lauscht. Es wird immer schwieriger ein Geheimnis in diesem Haus zu wahren. Yumemika und ihre Geschwister haben ein perfektes Gehör. Thomas und Christian sind auch in der Lage dazu, ein perfektes Gehör zu besitzen, wenn auch nur für eine begrenzte Zeit.", seufzte Christoph und schüttelte enttäuscht den Kopf. -Dann werde ich mich jetzt wohl zurückziehen.- dachte Kagezuki und kehrte mit ihrem Geist in ihren Körper im Zimmer nebenan zurück. Kagezuki sah auf die Uhr und vergewisserte sich, das sie noch Zeit hatte, bevor Yumemika sie zum Essen rufen würde. Heute Abend würde auch ihr Schuldirektor Izumi mit ihnen Essen und sich nach ihrem Befinden erkundigen. Kagezuki setzte sich wieder in die Meditation und konzentrierte sich auf Yumemika, die immer noch in der Küche stand und kochte. Mittlerweile stand Thomas neben ihr und half dabei das Essen zu kochen und Christian war verschwunden. Kagezuki überlegte ob sie ihnen ihre Anwesenheit offenbaren sollte, doch Yumemika hatte sie bereits aufgespürt und sprach ungehindert zu ihr. „Du hast dich wesentlich verbessert, wenn es darum geht, dich woanders hinzuprojizieren.", sagte Yumemika und sah in ihre Richtung. Kagezuki nickte stolz und materialisierte ihren Geist, um auch für Thomas sichtbar zu werden. „Doch leider gelingt es mir nicht immer zu sprechen. Das Hören ist dabei umso einfacher.", sagte Kagezuki und hoffte, dass Yumemika sie verstanden hatte. „Du solltest dich aber auch mal ausruhen. Es muss ziemlich anstrengend für dich sein, dich so lange in der Meditation zu halten.", riet Yumemika ihr. Kagezuki nickte auf einmal benommen und zog sich erneut zurück. „Ich sollte mich etwas hinlegen.", murmelte Kagezuki und streckte sich auf Yumemikas Bett aus. Der Schlaf überkam Kagezuki wie eine warme Decke, tief und traumlos. Als Kagezuki nach einer vorkommenden Ewigkeit von Thomas geweckt wurde, gähnte sie tief und schüttelte die Reste des Schlafes ab. „Izumi ist gleich da. Du solltest dich nochmal frisch machen gehen.", meinte Thomas mit freundlicher Stimme und ließ Kagezuki allein wach werden. „Du scheinst ihn an jemanden zu erinnern.", hörte sie Hikaris Stimme im Raum widerhallen. „Wie kommst du darauf?", fragte Kagezuki irritiert nach, als sie ihre Elfe suchte. „Er hatte einen seltsam warmen Blick gehabt, als er dich weckte.", erzählte Hikari weiter, gab jedoch ihre Erscheinung nicht preis. „Vielleicht sehe ich nur jemanden ähnlich, den Thomas vermisst.", hakte Kagezuki das Thema ab und dachte an Michael und Christoph, die mittlerweile in der Küche saßen. „Ich gehe jetzt auch runter soll ich dir etwas mitbringen?", fragte Kagezuki in den Raum und hoffte weiter mit ihrer Elfe reden zu können. Doch es blieb die Stille. „Zumindest weiß ich jetzt, dass sie nicht sauer auf mich ist.", murmelte Kagezuki und gesellte sich zu den anderen in die Küche. „Hast du gut geschlafen?", erkundigte sich Yumemika, als sie Kagezuki sah. „Ja ziemlich, ich war wohl erschöpfter als ich dachte.", gab Kagezuki zu und half Thomas den Tisch zu decken. „Wir sind doch mehr als ich dachte. Izumi hat eben angerufen und gesagt das er die Kinder mitbringt.", erinnerte sich Yumemika, als sie auf die Uhr schaute. „Dann befrei ich jetzt mal den Christian, das Essen ist gleich fertig.", murmelte Yumemika weiter und verließ die Küche. „Es scheint nicht so, als hätten sie sich überhaupt versöhnt.", dachte Kagezuki traurig. „Die zwei sind viel zu temperamentvoll, sie sollten lieber noch ein paar Jahre warten und es dann erneut versuchen.", meinte Thomas und zog den Tisch an seiner Seite auseinander. „Wie viele werden wir heute Abend sein?", fragte Michael desinteressiert nach, als er die Teller nachzählte. „Wir sind insgesamt neun Personen. Daikuchi isst nicht mit uns mit.", sagte Thomas und holte hinter dem Schrank ein paar Klappstühle hervor. „Wie alt sind seine Kinder?", fragte Kagezuki und freute sich etwas über den Besuch. „Sie gehen in den Kindergarten. Es sind Zwillinge, was mich in dieser Familie nicht mehr wundert. Sie sind beide sehr lebensfroh, aber auf die Dauer ziemlich anstrengend.", sagte Thomas und seufzte schwer. „Du scheinst wohl nicht gut mit Kindern umgehen zu können.", dachte Christoph laut, als er seinen Gesichtsausdruck sah. „Ich meide sie bewusst. Zwar sind sie alle noch unschuldig und naiv, aber dafür auch sehr neugierig. Ich kann nicht damit umgehen andauernd befragt zu werden.", gab Thomas schulterzuckend zu. „Ich habe mich an die Abmachung gehalten.", sagte Yumemika etwas lauter vom Flur und kam aufgebracht herein gestürzt, gefolgt von Christian der wütend wirkte. „Es gibt dir noch lange keiner das Recht, jemanden zu versteinern, weil du momentan keine Lust auf ihn hast.", warf Christian ihr wieder vor. „Das musst du grade sagen, hast du nicht erst letzten Monat jemanden eingefroren, weil er ununterbrochen Schwachsinn von sich gegeben hat?", warf Yumemika ihm vor. „Das tut jetzt nicht zur Sache, wir waren eben mitten in einem Gespräch." „Korrektur, du hast mir vorgeworfen ich sei unberechenbar und sauer auf dich. Da ich dazu nichts zu sagen habe, wolltest du auch nicht aufhören zu reden. Also habe ich, wie du letzten Monat, dich versteinert.", unterbrach Yumemika ihn. Christian sah sie wütend an und ballte bereits die Fäuste. „Nun beruhig dich doch mal. Immerhin hat sie dich wieder befreit und wir kriegen jeden Augenblick Besuch.", mischte sich Michael ein und zog Christian am Arm zurück. „Ich würde lieber verhungern, als mit ihr weiter in einem Raum zu bleiben.", fauchte Christian, schnappte sich seine Schlüssel und knallte kurz darauf die Haustür ins Schloss zurück. Michael seufzte und sah in die Runde, um festzustellen dass ihm keiner nachging. Für einen kurzen Augenblick glaubte er Yumemikas Schatten hätte sich von ihr gelöst und wäre verschwunden. Doch als er genau hinsah, war ihr Schatten unverändert. „Lassen wir ihn lieber in Ruhe, bei uns ist es keine Seltenheit das wir für eine Weile untertauchen.", sagte Yumemika schnippig und ging an die Kochplatten zurück. „Ich werde euch nie verstehen. Ihr provoziert euch gegenseitig und nennt euch trotzdem Freunde.", fuhr Michael verständnislos rum. „Was ist mit dir? Es scheint auch nicht selten zu sein, das Kagezuki wegen dir aufgebracht ist.", gab Yumemika zurück, drehte sich aber nicht zu ihm um. Michael sah Kagezuki ahnungslos an, die vollkommen ruhig am Tisch saß. „Wie auch immer, das tut jetzt nicht zur Sache. Izumi wird jeden Augenblick eintreffen, also lassen wir Christian für den Moment erstmal außer Haus.", sagte Thomas im ernsten, befehlenden Ton, der auch keinen Widerspruch duldete. Kurz nachdem sie den Tisch gedeckt hatten, klingelte es wie erwartet und als Kagezuki vorsichtig die Haustür öffnete, stürzten zwei Kinder an ihr vorbei und sausten in die Küche, wo Yumemika die Kinder in den Arm hob. „Wart ihr denn auch immer lieb zu euren Papa?", hörte sie sie lachen. „Guten Abend.", lächelte Izumi und trat ins Haus. Kagezuki nickte benommen und nahm ihrem Direktor die Jacke ab. „Wie war dein Tag?", fragte Yumemika ihren Onkel, als er hinter Kagezuki in die Küche kam. „Vollgeplant und wie war die Schule?", entgegnete er erschöpft. „Stressig aber ruhig. Es sollte mehr von solchen Tagen geben.", sagte Thomas im warmen Ton und nahm den Jungen in den Arm. „Du wirst ja langsam besser im Umgang mit Kindern.", lachte Izumi und setzte sich an den Kopf des Tisches. „Glauben Sie was sie wollen. Ich glaube immer noch sie können wie Teufel sein.", sagte Thomas lachend und ließ den Jungen wieder runter. „Also lasst uns mit dem Essen anfangen oder Onkel Izumi fällt uns gleich vom Knochen.", meinte Yumemika grinsend. „Genau ich freue mich schon den ganzen Tag auf dieses Essen.", grinste nun auch Izumi. „Wo ist denn Tante Setsuna?", fragte Yumemika, während die Schüsseln umgingen. „Sie hat Nachtschicht, die arme.", erzählte Izumi. „Wo ist denn Christian?", fragte die kleine Tochter neben ihm. „Christian hat sich noch mit Freunden verabredet, aber du und Takumi könnt gleich mit Thomas spielen, okay Mai?", meinte Yumemika und lächelte warm. Mai nickte fröhlich und begann zu essen.

Nach der Mahlzeit ging Thomas mit Mai und Takumi ins Wohnzimmer, während Yumemika den Tisch abräumte. „Was die Unterschriften für die Klassenfahrt angeht. Ich weiß das es schwer wird eure Eltern dafür zu überreden, doch leider ist es eine Formsache, die notwendig ist.", meinte Izumi zu Michael, Christoph und Kagezuki. „Mach dir deswegen keine Sorgen, Onkel Izumi. Ein paar von uns werden morgen zurückreisen und alles klären, während wir leider einen Tag in der Schule versäumen werden.", erklärte Yumemika, während sie den Abwasch machte. „Bist du sicher, das es euch nicht länger als eine Tagesreise kosten wird?", fragte Izumi erneut nach. Yumemika nickte und wandte sich ihrem Onkel zu, als sie den Abwasch erledigte. „Es ist schon spät, Mai und Takumi sollten sich bald schlafen legen.", erinnerte ihn Yumemika und folgte ihrem Onkel ins Wohnzimmer, wo die beiden bei Thomas auf dem Sofa saßen und bereits schliefen. Yumemika streichelte die beiden mit einer bläulich leuchtenden Hand und drückte einen sanften Kuss auf ihre Stirn. „Ich sollte dich noch begleiten. Die beiden werden bis morgen durchschlafen.", meinte Yumemika und nahm Mai behutsam in den Arm. „Ich danke dir.", flüsterte Izumi und hob den schlafenden Takumi von Thomas Schoß. Kagezuki, Michael und Christoph verabschiedeten sich an der Tür von ihrem Direktor und gingen eine Weile danach auch schon schlafen.

„Nun sag schon, warum war Christian eben nicht da?", sagte Izumi als er den Motor an warf und los fuhr. „Wir hatten eine Meinungsverschiedenheit gegenüber der Magieanwendung und er hat gemeint wir sollen erstmal Freunde bleiben bis wir etwas älter sind.", umschrieb Yumemika die Details und sah aus dem Fenster. „Es macht mich traurig euch so zu sehen. Ich möchte, dass ihr euch bald aussprecht.", meinte ihr Onkel mit starrem Blick auf die Straße. „Das wollen im Moment alle, das wir uns aussprechen.", seufzte Yumemika und war erleichtert das Izumi darauf nichts sagte. Beide sagten die restliche Fahrt nichts mehr, bis Izumi in der Einfahrt vor seinem Haus parkte. „Ich bedanke mich nochmal für das Essen.", sagte Izumi nachdem sie Mai und Takumi ins Bett brachten. „Immer wieder gern, wenn eigentlich du dran wärst zu kochen.", grinste Yumemika und verabschiedete sich mit einer Umarmung. „Bitte nimm es dir zu Herzen was dir die anderen geraten haben.", flüsterte er ihr ins Ohr und sah zu, wie sie sich nach Hause teleportierte.

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„Guten Morgen, hast du gut geschlafen?", wurde Kagezuki wieder von Yumemika fröhlich geweckt. „In etwa, es war zumindest eine traumlose Nacht.", meinte Kagezuki gähnend und reckte sich. „Ist Christian mittlerweile wieder gekommen?", fragte Kagezuki nach, während sie ihren Pyjama aufknöpfte. Yumemika zuckte die Schultern. „Er hatte grad gegessen, als ich wieder kam.", sagte sie nur und zog eine Bluse und einen Faltenrock an. „Du solltest lieber deine andere Uniform tragen, sonst werden deine alten Mitschüler komisch gucken.", meinte Yumemika, während sie ihre Schubladen für passende Accessoires durchsuchte. Am Frühstückstisch bemerkte Kagezuki das Michael und Christoph auch ihre alten Uniformen trugen. „Nach dem Frühstück können wir direkt losgehen. Ich habe mir die Freiheit genommen und euren Eltern Bescheid geben lassen, das ihr mit Besuch vorbeischauen werdet.", erzählte Yumemika und schmierte sich ihr Brötchen. „Der ganze Aufwand für eine Klassenfahrt.", vergewisserte sich Michael mit Skepsis. „Ich finde der Aufwand wird sich lohnen, für wen auch immer. Außerdem kann ich keine Projektion damit beauftragen ein Auge auf euch zu werfen.", zuckte Yumemika die Schultern und nahm den Tee von Thomas entgegen. „Und was ist mit den Unterschriften von Thomas` und Christians Eltern?", erkundigte sich Christoph. „Wir haben unsere schon in der Nacht gefaxt bekommen.", erklärte Thomas und sah zu Christian, der stumm am Tisch saß und seinen Tee nippte. „Also dann ist alles abgesprochen, ihr habt noch eine halbe Stunde.", verkündete Yumemika, nahm ihre Tasse und verschwand wieder in die erste Etage. Als Yumemika außer Sichtweite war, entspannte Christian seine Schultern und atmete erleichtert aus. „Auch wenn ihr beiden das zu oft diese Woche hört, aber ihr müsst euch wirklich aussprechen. Diese Spannung bringt euch beide nur aus dem Gleichgewicht und wenn ihr keine Beziehung führen könnt, bleibt einfach Freunde. Das ist das Beste für uns alle.", wandte Thomas sich an seinen Freund. „Ich werde mit ihr reden, wenn sich die Zeit findet.", meinte Christian mit einer beschwichtigenden Handbewegung, nahm ebenfalls seine Tasse und verschwand ins Wohnzimmer. „Da soll ein Lehrer nochmal sagen, ich wäre temperamentvoll und nachtragend.", meinte Kagezuki dazu und räumte ihr Geschirr weg. „Wo willst du hin?", fragte Thomas irritiert nach. „Was meinst du?", entgegnete Kagezuki auf dem halben Weg zur Tür. „Du kannst wohl schlecht nach oben wollen, Yumemika ist im Zimmer und Christian schmollt im Wohnzimmer.", erinnerte Thomas sie. Seufzend setzte sich Kagezuki wieder hin und wartete geduldig bis Michael und Christoph zu Ende gefrühstückt hatten. „Hast du bereits welche Fortschritte machen können, Kagezuki?", fragte Thomas um die Spannung etwas zu legen. „Ich bin gegenüber Gefühlen von anderen etwas empfindlicher geworden, zum Beispiel spüre ich immer noch den Kummer von Christian.", flüsterte Kagezuki und zog sich zurück, als Michael sie unverwandt ansah. „Das hört sich so an, als hätten sich deine Kräfte erweitert, ohne das du es gemerkt hast.", gab Thomas zu. „Das ist ein guter Fortschritt, aber sei vorsichtig, manchmal sind die neuen Kräfte, die du dir aneignest, machtvoller als sie scheinen und du solltest nicht zu oft die emotionalen Wellen in dich aufnehmen.", riet Thomas ihr. „Was passiert wenn sie die Wellen weiter in sich aufnimmt?", erkundigte sich Christoph. „Im schlimmsten Fall würde sie ihren eigenen Gefühle nicht von den anderer unterscheiden.", erklärte Thomas und ließ den Blick zur Treppe wandern. „Ihr habt noch etwas Zeit, bevor ihr abreist. Wollt ihr noch etwas nachfragen, bevor ihr eure Eltern vom Schulwechsel überrascht?", fragte Thomas weiter und kochte sich erneut einen Tee. „Gibt es viel, was Yumemika und ihr uns verschweigt?", fragte Michael direkt. „Eine Menge Geheimnisse, deren Wahrheit ihr erst lüften könnt, wenn ihr soweit seid.", erwiderte Thomas und grinste vergnügt. „Du solltest keinen Unsinn erzählen.", hörten alle Yumemikas Stimme mahnen. „Also ist es eine Lüge?", fragte Michael irritiert nach und sah zur Treppe. „Nicht unbedingt eine Lüge, aber so wie er es sagt, klingt es nicht richtig. Es stimmt, wir bergen viele Geheimnisse, doch so manches sollte lieber im Ungewissen verweilen, während einiges Gehör finden sollte.", fuhr Yumemikas Stimme fort, bevor sie dann endlich die Treppen hinunter kam. Sie trug ein bordeauxrotes Kleid im viktorianischen Stil in dessen Saum schwarze Rosen eingestickt waren. „Wir sind spätestens zum Abendessen wieder da.", sagte Yumemika zu Thomas und führte Kagezuki bei der Hand ins Wohnzimmer, während sie sich eine Umhängetasche anlegte. „Also Michael du denkst jetzt an die Gegend in deiner Heimat und dann können wir los." „Ich wünsche eine angenehme Reise.", sagte Christian geistesabwesend und ließ die anderen im Wohnzimmer alleine Michael und Christoph sahen ihm kurz nach, bevor sich der Zauberkreis um sie schloss und sie kurz darauf verschwanden.


Ich hoffe sehr es hat euch bis jetzt gefallen :)
Ich würde mich sehr über eure Kommentare freuen :) und ich versuche bald wieder ein neues Kapitel zu schreiben ;)