Als sie nach drei Wochen wieder zu Hause waren, ließ sich Edge berichten, ob es wieder Aktivitäten der Vampire gab. Jack erzählte ihm, dass es Gerüchte gäbe, wonach Gangrel vorhätte im Frühjahr wieder aufzutauchen. Da Christian bei dieser Besprechung dabei war, musste er sich arg zusammenreißen, damit keiner merkte, wie er ihn diese Nachricht freute.

- Zwei Monate später -

Edge und Christian waren noch zu Hause, als es plötzlich an der Tür klopfte. Als Edge die Tür öffnete, sah er das Zeichen von Gangrel auf einem Zettel. Er ging in das Wohnzimmer zurück und zeigte es Christian.

„Was hast du jetzt vor?"

„Ich werde augenblicklich unsere Leute zusammentrommeln und die Jagdsaison eröffnen. Also lass uns gehen."

„Sorry, aber ich werde ihn erst jagen, wenn ich endlich weiß, was zwischen euch beiden passiert ist."

„Ich kann es dir nicht erzählen, weil...", Edge brach mitten im Satz ab.

„Weil was? Hat es etwas mit mir zu tun?"

„Bitte frag nicht weiter. Es würde dir nur unnütz weh tun, wenn wir darüber reden."

„Gut wenn du es mir nicht sagen willst, Gangrel wird es tun. Er hat es mir versprochen."

„Erstens einem Versprechen von Gangrel sollte man nicht unbedingt glauben und zweitens, wann hat er es dir versprochen?"

„Als ich ihn dich in Florida war."

„Moment mal, er war zur gleichen Zeit in Florida wie wir? Du hast es nicht für nötig gehalten mir davon etwas zu erzählen?"

„Warum hätte ich es tun sollen. Du hättest ihn dann wieder gejagt und ich hatte ihm versprochen, dich von ihm fernzuhalten."

„Verdammt Christian, du bist ein Slayer. Deine Aufgabe ist es die Vampire zu jagen und nicht dich mit ihnen anzufreunden. Du weißt, wenn die anderen davon erfahren, komme ich nicht drum herum, dich zu bestrafen."

„Du brauchst dir um mich keine Sorgen zu machen. Ich werde versuchen Gangrel aus der Stadt zu bekommen." Edge wunderte sich, warum sein kleiner Bruder Gangrel so schnell wieder los werde wollte.

„Wie willst du das anstellen?"

„Lass deine Leute heute und morgen noch zu Hause, ich werde versuchen ihn zu finden und mit ihm reden und ihn bitten wieder zu gehen."

„Solltest du keinen Erfolg haben, werden wir ihn jagen. Du hast ganz zwei Nächte. Ich gehe jetzt ins Bett." Christian schaute seinem Bruder nach und verließ dann die Wohnung. Da er nicht wusste, wo er anfangen sollte zu suchen, lief er ziellos durch die Gegend. In seinen Gedanken fragte er sich immer wieder, wie er Gangrel denn überhaupt finden sollte, als er von zwei Personen in einer dunkle Seitenstraße gezogen wurde.

„Was willst du von Gangrel?" Chrisian war erst erschrocken, sagte dann aber:

„Sagt Gangrel, dass Christian unbedingt mit ihm sprechen muss. Es ist wirklich äußerst wichtig. Ich brauche seine Hilfe. Wenn ich nicht bis zur morgigen Nacht mit ihm geredet habe, wird Edge seine Leute auf ihn ansetzten." Die beiden Vampire baten Christian im Park zu warten. Kurz vor Sonnenaufgang sah er Gangrel und lief ihm entgegen. Doch dieser sah, dass Edge dicht hinter Christian war und warnte ihn. Christian drehte sich um und warf seinem Bruder einen bösen, aber auch enttäuschten blick zu.

„Du hast gesagt, ich habe die Chance mit ihm zu reden."

Sorry kleiner Bruder, aber manchmal wird man halt bestraft, ohne es zu wissen. Du hast uns Gangrel wunderbar ausgeliefert." Christian verstand nicht, wie sein eigener Bruder ihm so etwas antun konnte.

„Edge bitte lass ihn gehen. Bitte! Du lässt mir keine andere Wahl ihn zu schützen, als mich für ihn zu opfern." Er ging zu Gangrel und stellte sich direkt vor ihn. Edge merkte, dass sein Bruder es ernst meinte und gab seinen Leuten ein Zeichen sich zurückzuziehen. Christian vereinbarte mit Gangrel noch einen Treffpunkt für die kommende Nacht. Als Gangrel weg war, ging er zu seinem Bruder und fragte:

„Warum hast du das getan? Du bist zu feige mir zu erzählen, was zwischen dir und Gangrel vorgefallen ist und lässt mich dann auch noch so ins Messer laufen. Ich hasse dich."

„Sag das nicht Chris. Das mit Gangrel hat nicht unbedingt etwas mit dir zu tun."

„Aber?"

„Chrissy bitte. Es tut dir nur weh. Sorge dafür, dass er verschwindet. Bitte, Jack ist ihm gefolgt und wird mir dann das Versteck verraten. Bitte geh zu ihm. Er soll die Stadt verlassen. Ich will nicht, dass er noch mehr Chaos zwischen uns verbreitet." Edge schaute seinen Bruder flehend an und ging. Christian lief noch eine Weile Ziellos durch die Gegend, als ihm Jack über den Weg lief.

„Hi Chris, weißt du, wo dein Bruder steckt? Er geht nicht an sein Telefon."

„Du kannst den ort auch mir verraten. Er hat mich eingeweiht. Ich werde ihm den ort dann sagen."

„Okay, kennst du die alte Fabrikanlage, etwa eine viertel Stunde nördlich eurer Wohnung?"

„Natürlich."

„Da hält er sich auf." Christian verabschiedete sich von Jack und machte sich auf die Suche nach seinem Bruder. Als er ihn fand, sah er, dass Edge tierisch traurig war. Vorsichtig näherte er sich und fragte:

„Hey was ist los mit dir. So kenne ich dich ja gar nicht?"

„Hi Chrissy, setz dich. Ich weiß selber nicht so genau, was los ist. Wahrscheinlich habe ich nur Angst, dich an diesen Mistkerl zu verlieren."

„Du meinst Gangrel?"

„Ja. Chris bitte, er darf dir nicht zu nahe kommen. Und er darf keinen Keil zwischen uns treiben. Versprich mir, dass du ihn heute zum letzten mal triffst."

„Das kann ich nicht."

„Warum nicht?"

„Weil ich erst wissen muss, was damals passiert ist, bevor ich eine Entscheidung treffen kann."

„Wieso kannst du nicht akzeptieren, dass ich ihn hasse, für das was er getan hat.?"

„Wie soll ich es denn akzeptieren, wenn ich nicht mal weiß, was passiert ist. Du erklärst es mir ja nicht. Du erzähltst mir ja nicht, was passiert ist. Wie soll ich dann deinen Hass ihm gegenüber verstehen und akzeptieren? Du würdest mal wieder alles tun, damit ich jetzt nicht zu ihm gehe."

„Du weißt wo er ist?"

„Ja ich habe unterwegs Jack getroffen. Zum Glück vor dir. Und ich werde dir garantiert nicht sagen, wo er ist. Damit du mir nicht dazwischen funkst, wenn ich mit ihm rede." Christian stand auf und ging.

Nach etwas mehr als einer halben Stunde, erreichte er das Fabrikgelände. Vorsichtig schaute er sich um, ob ihm auch keiner gefolgt war. Als er sich sicher war, versuchter an einer der Türen das Zeichen von Gangrel zu finden. Nach einer längeren Suche fand er es dann auch. So leise und wenig wie möglich öffnete er die Tür, damit nicht unnütz Sonnenlicht in die halle gelangte. Schnell schlüpfte er hinein und schloss die Tür wieder. Nachdem er sich an die Dunkelheit gewöhnt hatte, machte er sich auf die Suche nach Gangrel. Da überall am Boden schlafende Vampire verstreut lagen, musste er sich mit äußerster Vorsicht bewegen. Bei jedem noch so kleinen Geräusch blieb er wie angewurzelt stehen und schaute, ob ihn auch keiner bemerkte. Nach etwa 10 Minuten gelangte er zu einer Treppe. Da er hoffte von oben einen besseren Blick zu haben, ging er leise hoch. Kaum dass er oben war, sah er Gangrel in einer dunklen Ecke sitzen und ging auf ihn zu.

„Habe ich also doch richtig gehört, dass da jemand gekommen ist. Was willst du hier?"

„Ich muss mit dir reden. Es ist wichtig."

„Du willst mit mir reden. Ausgerechnet du, nachdem du mich fast an deinen Bruder ausgeliefert hast? Verschwinde." Die Enttäuschung in Gangrels Stimme war nicht zu überhören.

„Es tut mir leid, ich wusste nicht, dass er mir folgt. Ich dachte er gibt mir wirklich die Chance mit dir zu reden."

„Wo ist er jetzt?"

„Ich weiß es nicht genau. Ich nehme an, er ist auf der Suche nach jack, um zu erfahren, wo euer Versteck ist."

„Woher weiß dieser Jack, wo wir stecken?"

„Er ist dir heute früh gefolgt. Ich konnte ihn noch abfangen, bevor er Edge getroffen hat. Und ich habe ihn gebeten, mir euer Versteck zu verraten. Ich habe so getan, als wenn ich es Edge verraten würde. Aber ich wollte es nur wissen, um euch zu warnen. Du solltest schnellstens dein Zeichen von der Tür entfernen."

„Bei Tageslicht?"

„Dann mache ich es. Dann habt ihr wenigstens eine etwas größere Chance zu fliehen, weil er jede einzelne Fabrikhalle durchsuchen muss." Christian ging nach draußen, um das Zeichen von der Tür zu entfernen, als er auch schon die Slayer hörte. Gerade noch so in letzter Sekunde konnte er die Tür hinter sich zu machen. Er hörte wie jack rief, dass nirgends ein Zeichen zu finden ist. Christian schaute sich um, um einen Weg zu finden, den Vampiren zu helfen. Einige der Vampire wurden durch den Lärm geweckt. Christian bat sie nach eine Luke im Boden zu suchen, durch die sie fliehen können. Aber erst nachdem Gangrel ihnen zu Verstehen gegeben hatte, dass sie Christian vertrauen könnten, fingen sie mit der Suche an. Gangrel zog Chrisian etwas zur Seite und fragte ihn:

„Warum tust du das alles?"

„Weil ich hoffe, dass du dein Versprechen hältst."

„Was meinst du damit?"

„Du hast mir in Florida versprochen, wenn Edge mir nicht bis zu unserem nächsten Treffen hier in Kanada erzählte hat, was zwischen euch steht, dass du es mir dann erzähltst. Und es ist mir egal, wie sehr es mir weh tun könnte. Ich will es endlich wissen."

„Lass uns erst einmal in Sicherheit sein, dann er zähle ich dir alles, was du wissen musst. Ich will nur, dass du mir ein versprichst. Egal wie du dich hinterher entscheidest, du darfst Edge nicht verurteilen oder hassen, für das, was er getan hat." Christian nickte zustimmend und suchte weiter nach dem Ausgang. Endlich fand er die Bodenluke, nach der er gesucht hatte und rief die anderen zu sich.

„Ich wusste doch, dass es hier einen Kellergang gibt. Ich hoffe nur, dass sich dort noch keine Slayer aufhalten. Am besten dürfte es, wenn ich vor gehen." Christian führte Gangrel und seine Anhänger durch die Kanalisation direkt in den Keller seines Hauses.

„Ich glaube nicht, dass Edge auf die Idee kommt, dass ich euch hier her gebracht haben könnte. Verhaltet euch so leise wie nur möglich. Sobald es dunkel ist, komme ich wieder." Gangrel hielt Christian noch kurz fest.

„Versprochen?"

„Versprochen, ich werde noch versuchen herauszubekommen, in welcher Gegend sie heute jagen gehen." Damit verabschiedete sich Christian und ging in seine und Edges Wohnung. Etwa eine Stunde später tauchte Edge auf und fand seinen Bruder schlafend auf dem Sofa. Er warf ihm ein Kissen an den kopf, wodurch Christian zusammenzuckte.

„Na du Schlafmütze."

„Hi Edge, wo warst du den ganzen Nachmittag?"

„Wir wollten die Vampire im Schlaf überraschen. Aber irgend etwas ist schief gelaufen. Aber wolltest du nicht Gangrel warnen?"

„Scheinbar hattet ihr auf dem Fabrikgelände genauso wenig Erfolg wie ich. Edge bitte tu mir heute Nacht einen Gefallen. Lass mich mit Gangrel reden, ohne dass du oder einer deiner Leute mir folgt. Ich verspreche dir, du brauchst mir hinterher so schnell keinen Gefallen mehr tun. Aber ich bin es Gangrel schuldig, dass ich ihm dieses Mal noch helfe."

„Was bitte hat er getan, dass du ihm etwas schuldig bist?"

„Ohne ihn wäre ich im letzten Winter nicht wieder richtig gesund geworden. Er hat in Florida zwischen mir und einem Lungenspezialisten vermittelt. Hast du gewusst, dass wenn ich in Kanada geblieben wäre, ich den Winter wahrscheinlich nicht überlebt hätte?"

„Das wusste ich nicht. Okay du bekommst deine Chance, aber nur weil er meinem kleinen Bruder geholfen hat. Du kannst ihm aber sagen, dass ich ihn trotzdem jagen werde, wenn er sich nach eurem Gespräch weiter hier in der Stadt aufhält." Christian wartete, bis sein Bruder das Haus verlassen hatte und ging dann zu Gangrel in den Keller.

„Wo sind deine Leute?"

„Nur ein Haus weiter. Damit wir in Ruhe reden können."

„Okay, ich bin bereit alles zu erfahren."

- Fortsetzung folgt -