Little Pink Pills

Autor: MushroomAnn

Übersetzer: James Black

Disclaimer: Charaktere, Orte usw.: J.K.Rowling

Idee: MushroomAnn

Nix: Ich ,

Lyriks sind diesmal von Suede -Breakdown- Allerdings wurde das "she" zu "he" umgewandelt.

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Kapitel 5.1

What Comes up Must Come Down

Oh, if you were the one, would I even notice now my mind has gone?

Oh, if you were the one, would I even notice?

Jetzt verstand Harry. Das war der Grund warum sie es High werden nannten... weil, wenn du wieder runter fällst, schlägst du hart auf.

Und es tat weh.

Und Harry hasste es.

Er verschloss seine Jeans mit zitternden Fingern und setzte die Brille wieder auf. Er fühlte sich entblößt und wollte sein Shirt wieder anziehen, aber es war immer noch nass, also setzte er sich wieder auf den Fenstersims und umarmte seine Knie stattdessen. Der Sprung in der Scheibe drohte die Splitter hinunterfallen zu lassen und die Wände kamen ihm immer näher. Der Wind war zu kalt, die Sonne zu hell und der Geruch von aufgewirbeltem Staub füllte seine Lungen.

Die Welt hatte sich wieder einmal auf den Kopf gestellt.

Selbst in seinem Schrank unter der Treppe hatte er sich nie so alleine gefühlt. Er fühlte sich an die Präsens von Dementoren erinnert, an diese schreckliche Sicherheit, dass er nie wieder glücklich werden würde und an die Verzweiflung.

Seine Augen fingen an zu brennen, doch er konnte die Tränen zurückhalten. Das letzte Mal hatte er wegen Sirius geweint und jetzt wieder zu weinen, weil er ein dummer Teenager war, kam ihm wie eine Beleidigung Sirius' Andenkens vor. Außerdem würde ihn weinen auch nicht glücklicher machen und helfen tat es auch nicht. Es war eine nutzlose, erbärmliche Tätigkeit.

Er versuchte vergebens, den Kloß in seinem Hals hinunter zu schlucken.

Sein Kiefer war so verkrampft, dass er dachte seine Zähne würden zerbrechen und sein ganzer Körper schmerzte wie bei einer beginnenden Grippe. Er war erschöpft, körperlich und geistig, und am liebsten würde er nur noch ins Bett kriechen und so tun als ob es die Welt - und Draco Malfoy - nicht geben würde.

Es war erschreckend, wie seine Welt in einem einzigen Moment auseinanderbrach, doch es wurde eine Angewohnheit in Harrys Leben. Jedes Mal, wenn die Dinge so schienen als ob sie besser würden, passierte etwas und er sank noch tiefer: Entdecken, dass er ein Zauberer war - nur um herauszufinden, dass es einen bösartigen Psychopathen gab, der ihn töten wollte. Seinen Paten finden - und nicht die Möglichkeit haben, bei ihm zu wohnen, da er ein geflüchteter Gefängnisinsasse war. Das Trimagische Turnier gewinnen - nur um Voldemorts Wiedergeburt beizuwohnen. Und die wundervollste Zeit seines Lebens haben - nur um zu entdecken, dass alles eine Lüge war.

Darum haben die Muggel es als illegal bezeichnet, dachte er niedergeschlagen, es macht einen dumm und leichtgläubig.

Das, was erst vor ein paar Minuten geschehen war, schien nun Lichtjahre entfernt zu sein. Als ob das alles in einer anderen Dimension passiert war, in der alles perfekt war und Harry zur Abwechslung mal glücklich sein konnte.

Aber es war nicht real, erinnerte er sich selbst. Was ist los mit mir? Warum muss ich immer mit dem Kopf zuerst in Dinge stürzen, von denen ich gar nix verstehe? Warum lerne ich nie dazu?

und warum habe ich ihn geküsst? Vielleicht konnte er jemanden bestechen, der auf sie beide einen Vergessenszauber aussprach, um ihre Erinnerungen an diese ganze Sache zu löschen.

Zumindest war er anständig genug gewesen, das Ganze zu beenden. Wer weiß, was sie in genau diesem Moment tun würden, hätte Harry sie nicht gestoppt, hätte er Draco einfach weitermachen lassen…

Harry schüttelte den Kopf, um die Gedanken daran zu verjagen.

Überraschenderweise, und obwohl er wütend war, konnte er sich nicht dazu bringen Draco zu hassen. Er konnte nicht mal mehr von ihm als Malfoy denken. Ob nun real oder nicht, die Erfahrung hatte etwas zwischen ihnen verändert, Harrys Gefühle für Malfoy verändert, und es schien, als wäre diese Veränderung permanent. Er war nicht mehr so töricht, es Liebe zu nennen, aber ein tieferes Verständnis, eine verrückte Art von Kameradschaft, vielleicht. Und doch ließ es ihn nicht aufhören, sich zu wünschen, dass das alles nie passiert wäre. Dass er und Draco niemals Drogen genommen hätten, sie sich nie getroffen hätten. Dass er Dudley nicht kennen gelernt hätte. Dass er nie geboren wäre. Es hätte ihm so viel erspart bleiben können, wenn er nicht geboren wäre… Es war ein Ergebnis, zu dem er in diesen Tagen des Öfteren gelangte.

Wie können sich die Dinge nur so schnell verschlechtern? In einem Moment umarmen sie sich unschuldig und im nächsten versuchen sie den Kopf des jeweils anderen zu schlucken. Vielleicht war es das, was alles ruiniert hat. Was sie gefühlt hatten, was Harry gefühlt hatte, war von wunderschöner Unschuld; er wollte Draco nur Freude bereiten, ihn glücklich machen. Ja, er hatte es wahrscheinlich genauso genossen wie auch Draco es genossen hatte, aber da hatte es noch nichts mit Sex und billiger körperlicher Gelüste zu tun. Er dachte, sie ständen über solchen Dingen - zu rein, zu göttlich. Das war der Grund, warum er Draco gestoppt hatte. Er wollte es nicht verderben.

Er ließ die Ereignisse des Tages noch einmal in seinem Kopf Revue passieren, doch er konnte sich nur Bruchstückhaft erinnern, als wäre seine Erinnerung ein auseinandergenommenes Puzzle. Woran er sich aber deutlich erinnern konnte, war, dass er es gewesen war, der Draco zuerst berührt hatte, dass er es gewesen war, der den ersten Kuss begonnen hatte und dass er es gewesen war, der vorgeschlagen hatte, dass sie beide die Pillen schlucken sollten. Also ist es meine Schuld, realisierte er. Meine Schuld, wieder einmal. Die Emotionen in seinem Inneren wechselten rasend schnell von Wut zu Niedergeschlagenheit zu Schuldgefühlen. Eine ihm zu vertraute Abfolge.

Seine Gedanken schweiften wieder zu Draco und er fragte sich, wie sich dieser jetzt wohl fühlte. Durchlebte er dasselbe wie Harry? Oder war es für Draco schlimmer? Schließlich kam er hierher in der Annahme seine Strafarbeit zu erledigen und hatte nicht damit gerechnet von einem hormongesteuerten sechzehnjährigen Gryffindor in die Welt der Muggeldrogen mitgenommen zu werden.

Harry verbarg das Gesicht in den Händen. Oh nein, was habe ich getan?, dachte er entsetzt. Ich habe Draco Malfoy sexuell belästigt! Ihm wurde schlecht und für einen kurzen Moment spielte er mit dem Gedanken sich einfach aus dem Fenster zu stürzen, allerdings, als Zukunftsretter, wurde er die ganze Welt mit sich in die Hölle reißen und stand die Möglichkeit außer Frage. Es gab keinen leichten Weg daraus. Nicht für den Jungen, der lebt.

Er starrte auf die verschlossene Tür, die Draco vor ihm verbarg. Draco saß dort schon seit einer knappen Stunde drin. Was, wenn ihm etwas passiert ist? Harrys Gewissen meldete sich. Vielleicht ist er traumatisiert aufgrund dessen, was ich getan habe? Vielleicht hat er sich eine Lungenentzündung eingefangen? Vielleicht ist er tot! Der letzte Gedanke kam ihm, als er schon vor der Badtür stand.

Er atmete tief ein und klopfte.

Keine Antwort.

Er klopfte nochmals, diesmal energischer.

"WAS?", keifte Draco von der anderen Seite.

"Geht's dir gut?", fragte Harry. "Du bist da schon eine Ewigkeit drinnen. Komm raus." Er hoffte, dass Draco sich dort nicht verstecke, weil er Angst vor Pervers-Harry hatte.

"Verpiss dich. Lass mich allein." Die Stimme zitterte leicht.

"Komm da raus.", flehte Harry. "Ich…Ich muss pinkeln.", versuchte er eine neue Taktik.

"Mir egal. Geh weg."

Draco klang nicht verärgert genug und Harry mochte es nicht. Plötzlich erinnerte er sich daran, dass er nie ein Schließ-Geräusch gehört hatte. "Wenn du nicht raus kommst, dann komm ich rein.", sagte er, wartete ein paar Sekunden und öffnete dann die Tür.

Der Anblick, der sich ihm bot, ließ ihn für eine Sekunde denken, er hätte einen Zeitumkehrer benutzt. Draco war über das Waschbecken gebeugt, trug eine nasse Robe, schaufelte Wasser in seine Hände und wusch sich das Gesicht. Allerdings, als er sich grade hinstellte und sich Harry zuwandte, lächelte er nicht wie beim letzten Mal. Seine Gesichtszüge warten hart, die Lippen aufeinander gepresst, seine Augenbrauen zusammengezogen und eine Zornfalte bildete sich dazwischen.

"Was ist Potter? Vermisst du mich?", er versuchte, verächtlich zu klingen, doch es war nicht sehr effektiv. Harry war froh, dass es keinen Spiegel an der Wand gab, da er sich sicher war, dass Draco sich gedemütigt gefühlt hätte, wenn er wüsste, dass er geschwollene, rote Augen hatte. Wenn er wüsste, das Harry sehen konnte, dass er geweint hatte…

Die Erkenntnis traf Harry wie ein Klatscher. Die Worte, es ist meine Schuld, hallten in seinem Kopf wider wie ein Mantra. Er musste es wieder gut machen.

"Du kannst hier nicht drinnen bleiben, Draco. Es ist zu feucht und kalt. Das kann nicht gesund sein. Und du solltest die nasse Robe nicht tragen, du holst dir eine Erkältung.", sagte er und schlug sich in Gedanken selbst, weil er Molly Weasley geworden war.

Draco starrte ihn an und seine Augenbrauen zogen sich noch näher zusammen.

"Was interessiert es dich?", fragte er und verschränkte die Arme schützend vor seiner Brust.

"Ich… ich möchte nicht, dass du krank wirst", sagte Harry ehrlich. "Und ich muss wirklich pinkeln.", fügte er nicht ganz so ehrlich hinzu, aber er wußte, es würde Draco dazu bewegen, den Raum zu verlassen.

Draco seufzte lautstark. "Schön.", sagte er schwerfällig, als ob er etwas so bedeutsamen zustimmen würde, wie zum Beispiel, dass das gesamte Malfoy Vermögen an B.ELFE.R gespendet würde. Er blickte Harry böse an, als er an ihm vorbei ging.

Harry blieb für ein paar Minuten im Bad, auf und ablaufend und seine Entschuldigung an Draco planend. Aber sein Gehirn schien zu streiken. Bestimmt hielt es "Sag NEIN zu Drogen!"-Schilder hoch. Also gab er auf und ging zurück in den größeren Raum.

Draco saß mit übereinander gekreuzten Beinen in der Ecke auf der Fensterbank, das Gesicht zur Wand gedreht und somit von Harry abgewendet, umarmte er sich selbst. Scheinbar hatte er Harrys Vorschlag befolgt und die Robe ausgezogen. Er ignorierte Harry gekonnt, als dieser sich auf die andere Seite der Fensterbank setzte.

Die Stille war ohrenbetäubend.

Harry konnte es nicht mehr aushalten. Er atmete nervös aus und wandte sich zu Draco

"Es tut mir leid, okay?"

Draco beachtete ihn nicht.

"Ich wusste nicht, dass es so sein würde.", fuhr Harry fort. "Es tut mir leid, dass alles aus dem Ruder gelaufen ist. Es tut mir leid, dass ich aus dem Ruder gelaufen bin.", versuchte er sich zu entschuldigen. Er rutschte zur Mitte der Fensterbank, näher auf Draco zu. "Ich bin normalerweise nicht so." Er senkte die Stimme. " Ich würde nie… du weißt schon… -"

"Jungs küssen?", unterbrach ihn Draco. "Natürlich würdest du nicht.", er wandte sich zu Harry, in seinem Gesicht stand nur Abscheu. "Du bist Perfekt Potter!", keifte er. "Perfekt Potter, der immer den Schnatz fängt. Perfekt Potter, der immer den besseren Besen kriegt." Seine Stimme wurde lauter, seine Augen sprühten förmlich die Emotionen hinaus.

"Perfekt Potter, der mit allem davon kommt. Perfekt Potter mit seinem perfekten Patronus. Perfekt Potter, den jeder liebt. Perfekt Potter, der niemals Jungs küsst!" Seine Stimme bebte, "Weil perfekte Jungs keine anderen Jungs mögen, oder?"

Er schloss die Augen, drehte sich zur Wand und lehnte die Stirn dagegen.

"Muss schön sein… perfekt zu sein.", murmelte er fast lautlos, sodass Harry sich nicht sicher war, ob er es hätte hören sollen.

Draco brach zusammen und Harrys Herz brach mit ihm. Harry hätte niemals geglaubt, dass dieser stolze Junge so viel Schmerz und Selbsthass empfinden konnte, wie er jetzt in dessen Worten hörte. Er war so sehr mit sich selbst und seinen Problemen beschäftigt, dass er die der anderen total ignorierte, glaubend, dass das Gras auf der anderen Seite des Zauns grüner wäre.

Aber auch Draco schien davon betroffen zu sein, wenn er dachte, dass Harrys Leben perfekt wäre. Der schwarzhaarige wollte nach ihm ausholen, ihn festhalten, ihn trösten… Aber zuerst musste er ihm sagen wie falsch er dachte.

"Du liegst falsch, Draco. Ich bin nicht perfekt und du weißt das. Du glaubst, mein Leben ist so toll? Meine Eltern wurden ermordet. Voldemort ist hinter mir her. Letztes Jahr hab ich's so weit getrieben, dass Leute verletzt worden sind… und getötet."

Er musste sich unterbrechen um sich wieder zu sammeln. Das war das erste Mal, dass er sich seine Schuld laut eingestanden hatte. "Und du hast recht: Ich küsse nie Jungs…. "

Er sah peinlich berührt auf seine Hände, "Genauso, wie ich nie Mädchen küsse. Ich habe keine Zeit für solche Dinge. Ich mein, ich habe dieses eine Mädchen geküsst. Ein einziges Mal. Unter dem Mistelzweig. Nun, eigentlich hat sie mich geküsst.", murmelte er und Draco drehte sich zweifelnd um. "Und es war nicht mal gut.", endete Harry schulterzuckend.

Draco rollte mich den Augen und seine Mundwinkel zuckten leicht. Ein kleines Lächeln. Oder vielleicht ein Grinsen.

"Ich denke nicht, dass es einen weniger perfekt macht, wenn man Jungs mag.", sagte Harry und versuchte in Dracos Augen zu sehen, dich dieser sah wieder weg. "Ich glaub, dass ist total unwichtig." Und er meinte es auch so. Bevor Draco es nicht erwähnt hatte, ist ihm der Gedanke gar nicht in den Kopf gekommen, dass er einen Jungen küsste. Er war verwirrt, warum er Draco küsste, aufgrund der Person, die er war, nicht wegen seines Geschlechts. Er hatte sich über seine sexuelle Orientierung nie Gedanken gemacht, nie einen großen Unterschied zwischen Mädchen und Jungen gesehen, außer vielleicht, dass Mädchen kicherten und zu viel redeten und das es ziemlich nervig sein konnte. Vielleicht war er wirklich schwul. Oder vielleicht mochte er nur Leute mit schönen Augen und hübschen Haaren, wie Cho und Firenze und Sirius… und Draco.

"Ich weiß nicht, ob ich Mädchen mag.", gab Harry zu. "Ich meine… dich zu küssen war… ähm… besser.", stotterte er und gab vor, seine Schuhe zu begutachten.

"Es war das verdammte Ecstasy, Potter. Du wusstest nicht, was du tust. Ich dachte, der Staub wäre in den Boden verliebt, um Gottes Willen."

Draco schüttelte den Kopf. "Also mach dir keine Sorgen, du bist nicht schwul."

"Ich weiß es nicht.", konterte Harry.

"Und ich mach dir darüber keine Sorgen"

"Vertrau mir, Schwule kleiden sich nicht so." sagte Draco sachlich und deutete auf Harrys übergroße Jeans.

"Nun ja, das sind nicht meine Klamotten, sie gehören meinem Cousin.", stellte Harry es richtig.

"Du bist trotzdem nicht schwul, Potter.", beharrte Draco.

"Vielleicht bin ich es."

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Fortsetzung folgt.

Review?