Da Draco sich noch bei Hermine melden musste, dachte er, wie. Ihm fiel ein, dass er ja Legilimentik konnte und stellte sich gerade vor, wie er Hermine am besten erschrecken konnte. Draco schloss die Augen und konzentrierte sich. Erst sah er verschwommen eine Straße, doch dann erkannte er genauere Objekte wie Autos und Bäume. Hermine war also spazieren gegangen. Anscheinend merkte sie nicht, dass Draco in ihr Geist eingedrungen war und somit auch ihre Gedanken lesen konnte oder besser gesagt, hören konnte.

„Wann meldet sich Draco? Ich kann nicht ewig warten, bis der Hornochse endlich ein Lebenszeichen von sich gibt." Draco freute sich natürlich nicht über seine Bezeichnung, doch die nächsten Sekunden entschädigten dies.

„Beleidige niemand, den du nicht wirklich kennst." Draco konnte spüren, was sie fühlte. Schrecken und Angst. Er sah, wie Hermine panisch ihren Kopf nach hinten drehte und ihre Hand automatisch zum Zauberstab schnellte, aber nur Autos und keine Menschen erblickte. „Nein, das hab ich mir eingebildet.", dachte sie beruhigend, aber nicht überzeugt. Draco musste schmunzeln über ihre Sturheit und schickte einen weiteren Gedanken mit verstellter Stimme.

„Du hast es dir nicht eingebildet, weil ich der Teufel höchstpersönlich bin. Ich werde dich strafen für deine Taten, die du unschuldige Menschen angetan hast. Spüre den Schmerz!".

Sie wurde misstrauisch. Sie nahm ihren Mut zusammen und dachte trotzig: „Ach, dann beweis es mir doch!"

Draco überlegte, schließlich schickte er den Gedanken: „Ich weiß alle deine Pläne. Alle. Du willst den für immer anhaltenden Anti-Veritaserum-Trank stehlen? Du weißt gar nicht, was für ein großer Schaden du anrichtest. Aber du wirst nicht weit kommen. Dein Verrat naht!"

Hermine war nun wirklich schockiert und Panik breitete sich in ihr aus.

„Ich werde dich strafen, wie Voldemort es noch nie mit seinen Todesser getan hat! Es wird schlimmer als der Cruciatus!" Während sie schon wirklich verzweifelt war und dauernd flehte: „Bitte, habt Gnade, verzeiht mir! Bitte, habt Güte!", lachte sich Draco ins Fäustchen. Sogar in ihren Gedanken klang ihre Stimme brüchig und am Tränen nahe. Er hätte gedacht, das Hermine nicht an solche Sachen glaubte und wenn doch, dann hätte er erwartet, dass sie nicht gleich wie eine Heulsuse um Gnade flehte und gleich darauf reinfiel.

Draco hatte nicht bemerkt, dass inzwischen Hermine aufgehört hatte zu betteln. Sie hatte seine Gedanken gehört und langsam verstand sie, dass Draco mit Legilimentik ihr einen Streich gespielt hatte. Sofort besann sie Rache. Schauspielerisch im Gedanken immer noch weinend, dachte sie so angestrengt wie möglich: „Wenn ich schon bestraft werde, dann will ich auch Malfoy mitziehen! Ich werde sofort zur Polizei gehen. Ich werde ihnen alles beichten und die meisten Fälle in seine Schuhe schieben. Dass wir schon am Anfang zusammengearbeitet haben, er aber immer mehr haben wollte. Genau, so mache ich es."

Mit gespielter Erleichterung steuerte Hermine tatsächlich in die Richtung des Polizeireviers, das nur 400 Meter weit weg lag.

Draco hatte alles mitbekommen und war bei jedem Wort blasser geworden. „Granger will mich da reinziehen! Nein, sie macht nur Scherze", dachte er mit einem Anflug von Panik. Doch dann sah er sie in die Richtung des Polizeireviers gehen. Sein Hals schnürte sich zu. „Ich muss sie da aufhalten!" Draco hatte schon lang vergessen, dass Hermine alles mitbekam, was er dachte. Auch die ungewollten Gedanken. Doch Hermine durfte sich nicht freuen, er würde das sonst mitbekommen. Und da spürte sie schon auch die Stimme, die ihr vor ein paar Minuten einen Schrecken eingejagt hat. „Der Teufel will nur dich bestrafen. Wenn du diesen Malfoy, den ich nicht kenne, auch mit da reinziehst, wirst du in der Hölle noch schlimmer leiden. Wage es nicht, dem Teufel zu widersprechen!"

Doch er konnte sein Zittern nicht gut genug verbergen, so dass Hermine grinsen musste. Gespielt ängstlich aber entschlossen dachte sie: „Nein! Ich werde ihn auch verklagen!"

Inzwischen war sie schon vor dem Polizeireviereingang und ging ganz langsam darauf zu. Sie schickte einen Gedanken, dass traurig klang: „Ich werde wohl ins Gefängnis müssen. Doch Malfoy wird auch büßen, dass er mich und Harry und Ron sieben Jahre lang geärgert hat! Das hat er sich verdient, dieses Frettchen."

Sie stand nun vor der Tür, mit einer Hand auf der Türgriff und dem letzten Gedanken: „Tschüss, geliebte Welt, wo ich respektiert wurde. Doch Malfoy wird es nicht besser gehen. Dafür sorge ich."

Draco realisierte langsam, dass sie tatsächlich ihn verraten wollte. Schließlich plagte ihn die Angst und er schrie schon fast in Gedanken: „NEIN! Geh bitte da nicht rein! Ich hab doch nur einen Spaß gemacht. Ich bin's, Draco Malfoy! Ich wollte mich doch nur bei dir melden, doch als du so über mich gesprochen hast, habe ich mir ein Späßchen erlaubt! Nein, geh nicht da rein, geh da weg! BITTE! Du ziehst uns ohne jeden Grund ins Verderben! Bitte! Nimm deine Hand von der Türklinke!"

Hermine konnte nicht mehr. Laut prustete sie los und ging ein paar Schritte zurück. Sie hielt sich ihren schmerzenden Bauch, doch aufhören konnte sie nicht. Es war einfach zu komisch. Sie hatte einfach den Spieß umgedreht und Draco hatte sich noch nie in seinem ganzen Leben so blamiert. Erst als Hermine nach Luft rang, nur um wieder laut los zu lachen, kam Draco zu sich. Der Schock saß immer noch in seinen Gliedern. Er war also reingefallen. Er hatte sich umsonst panische Sorgen gemacht, nur wegen einem doofen Scherz. Als er auch noch realisierte, dass er sich vor Hermine blamiert hatte, vergrub er sein Gesicht in seine Hände. (Nur so zur Information, Draco liegt immer noch im Bett.) Das einzige was ihm gerade im Gehirn herumschwirrte war: „Rache, Rache, Rache, Rache!!!"

Währenddessen lachte Hermine nicht mehr, aber kicherte immer noch. Da beide immer noch durch Legilimentik verbunden waren, konnte sie hören, wie er auf Rache sann. Sofort wurde sie ernst. „Draco, da bist du selber Schuld. Du hast mich zu Tode erschrocken und jetzt sind wir quitt. OK, ich gebe zu, bei mir war es nicht so dramatisch wie bei dir."

Bei den Worten musste sie einfach wieder losprusten. Doch zum Glück konnte Hermine nicht Dracos Miene sehen, denn er wurde sehr böse, schon fast mörderisch. Seine blauen Augen wurden grau und seine Nackenhaare schienen nur vor Elektrizität zu sträuben.

Zuckersüß, fast mädchenhaft sagte er mit einem teuflischen Grinsen: „Gut, ich verzeihe dir. Doch zurück zum Geschäftlichen. Wir treffen uns heute um 18 Uhr. Ich hole dich ab, damit wir gemeinsam Abendessen gehen können. Wir sehen uns"

Mit diesen Worten brach Draco die Verbindung ab. Immer noch teuflisch grinsend stand Draco auf und plante die Rache, die Hermine nicht so schnell vergessen würde.

17:59 Uhr. Hermine war fertig angezogen. Sie wartete nun auf Draco, der sie abholen wird. Dabei schloss sie innerlich eine Wette ab, ob er mit Tüte über dem Kopf kommen würde.

Schließlich klingelte es und Hermine öffnete die Tür. Was sie sah, ließ sie staunen. Draco hatte sich perfekt herausgeputzt. Er trug einen schwarzen Anzug, aber nicht irgendeiner. Es schien, als ob der Anzug Licht reflektierte, denn es glänzte. Außerdem hatte er keine Tüte über dem Kopf. Sie hatte ihre Wette verloren.

„Ich weiß, wie gottähnlich ich bin, aber mich vor der Haustür stehen zu lassen und mich anzugaffen ist nicht sehr höflich.", sagte der Angegaffte in einem arroganten Ton, wie Hermine es nur zu gut kannte. „Entschuldigung, aber ich frage mich nur, wie man sich nur so schlecht kleiden kann.", konterte sie zurück. Das saß. Draco sah leicht gekränkt aus, doch er strahlte wieder. Wenn du meine Rache gespürt hast, dann will ich dich da raus reden hören…

Draco bot ihr einen Arm an, worauf sich Hermine zögerlich einhakte. Es war ungewöhnlich sich bei einem Ex-Feind einzuhaken.

„Wir werden in einem 5-Sterne Restaurant essen. Ich appariere jetzt."

Kurz darauf erschien das Pärchen vor einem riesigen Restaurant. Beide schritten auf den Eingang zu, sofort wurden sie von einem Personal empfangen. „Haben Sie Plätze reserviert?", fragte er höflich. Draco antwortete darauf nicht minder höflich: „Nein, aber führen Sie mich bitte zu einem Zweier-Tisch." Sofort wurden sie an einem Tisch geführt, neben vielen anderen noblen Nachbarn, die kurz aufschauten, ihm zunickten, da sie ihn kannten und wieder ihrem Essen widmeten.

„Schauen Sie sich in Ruhe die Speisekarte an und wenn Sie bestellen möchten, dann rufen Sie einfach."

Draco und Hermine nahmen Platz. Nachdem sie ihre Bestellungen abgegeben hatten, herrschte Spannung zwischen den Beiden. Zögerlich sprach Hermine Draco an: „Du bist mir doch nicht böse wegen heute Morgen?" Oh, doch, das bin ich…dachte Draco bestialisch, aber zwang sich zum einem strahlenden Lächeln. „Kein Problem, ich fand das sogar auch lustig!" Hermine lächelte glücklich und sah sich noch im Saal um.

In diesem Moment ergriff Draco seinen teuflischen Plan. Mit einem Schwenk seines Zauberstabs unter dem Tisch war der Schaden angerichtet. Dabei nahm er ihr die Handtasche ab, wo ihr Zauberstab sich befand. Hermine bekam von all dem nichts mit, denn sie war offensichtlich begeistert über den Saal.

Schließlich war das Essen fertig. Die gleiche Peron, die sie vorher hereingeführt hat, brachte ein Drei-Gänge-Menü. Als er alles auf den Tisch gestellt hat, verbeugte er sich und ging wieder zu einem anderen Tisch, um den nächsten Kunden zu bedienen.

„Guten Appetit", sagte Daco noch. Bald würde sein Triumph kommen.

15 Minuten lang aßen sie schweigend, als Hermine plötzlich merkte, dass ihr kalt wurde. Sie schaute an sich runter und hätte beinahe sich verschluckt. Ihr Kleid war plötzlich kürzer geworden! Sie konnte sich nicht erinnern, dass es nur bis zum Knie ging. Doch dann erkannte Hermine, dass sich der Stoff immer mehr auflöste.

Panisch blickte sie umher und starrte schließlich Draco an. Er hob seinen Kopf und setzte eine unschuldige Miene auf, doch in seinen Augen funkelte es verräterisch. Hermine zischte noch: „Das wirst du büßen" und versuchte sich ein neues Kleid unter dem Tisch herzuzaubern. Doch dann bemerkte sie, dass sie ihren Zauberstab nicht mehr in ihrer Tasche hatte.

„Suchst du einen Holzstab, wo komische Lichtblitze rauskommen?", fragte Draco lässig.

„Gib das her!", fauchte Hermine, merkend, dass das Kleid immer weniger sie vor der kühlen Luft schützen konnte. „Nana, jetzt will ich auch meinen Spaß. In zwei Minuten bist du halbnackt. Wünsche dir viel Glück, wie du dich da rausredest."

Über sein Gesicht zog sich ein fieses Grinsen, der bedeutete, dass er ihr bestimmt nicht helfen würde. Es war zum Verzweifeln, Hermines Kleid verdeckte gerade noch ihren Slip, aber wenn sie weiter sitzen blieb, würden alle im Saal sehen, dass sie dann halbnackt war. Außerdem waren das Muggel, sie würden nie verstehen, warum das Kleid plötzlich weg war.

Wie sollte sie es ihnen erklären, ohne dabei sich zu blamieren?

Schließlich hatte sie einen Entschluss. Ruckartig stand sie auf und suchte schnell nach einer Toilette. Während sie hinging, haben einige Männer bemerkt, wie knapp ihr Kleid war. Da sie Manieren hatten, pfiffen sie nicht, aber verschlangen Hermine mit ihren Blicken.

Endlich erreichte sie die Damentoilette und trat hastig ein. Sie ging in eine Kabine und schaute verzweifelt an ihr runter. Ihr Slip war entblößt. Sie versuchte ruhig Kopf zu bewahren, doch mit jedem Zentimeter, wo das Kleid verschwand, desto panischer wurde sie. Sie wollte sich nicht blamieren!

Plötzlich bekam Hermine ein Geistesblitz. Schwörend, dass sie nachher Draco nicht mehr töten musste, da diese Rache ausreichen wird, sperrte sie die Kabine auf und trat in den Waschbeckenraum. Es befanden sich einige ältere Damen, die sofort entrüstet schnaubten. Hermine war nun halbnackt. Bis auf ihren BH und ihren Slip, hatte sie noch ihre Stiefel an, was seltsamerweise sehr sexy passte.

Die empörten Damen ignorierend, schritt Hermine an ihnen vorbei, legte ihre Hand an die Türklinke und holte tief Luft.

Draco hatte natürlich die ganze Zeit mit seinen Augen ihr gefolgt, bis zur Toilette, wo er geduldig wartete, dass sie herauskam. Wahrscheinlich kommt sie in Klopapier eingewickelt heraus oder gar nicht mehr… Doch als plötzlich die Tür aufgerissen wurde und da tatsächlich eine halbnackte Hermine stand, erstarrte er. Das kann nicht gut gehen…

Hermine versuchte verführerisch wie möglich zu stolzieren, was ihr auch gelang, anhand der Pfiffe, die sie bekam. Anscheinend haben die Männer doch ihre Manieren vergessen.

Hermine wirkte von außen keineswegs verlegen, doch innerlich war ihr das schon ein bisschen mulmig.

Immer noch selbstbewusst schritt sie auf Draco zu, dessen Augen Konkurrenz mit Dobbys machten. Wieso müssen alle Frauen, mit denen ich ausgehe auch so wunderhübsch sein? Na klar, sonst kann ich mich nicht mehr blicken lassen, wenn ich mit Ladies wie Parkinson ausgehen würde…Aber was hat sie vor? Bei Granger weißt man nie…

Alle Anwesenden verfolgten Hermine mit teilweise hungrigen, neidischen oder empörten Blicken. Der ganze Saal war still. Niemand wusste so recht, was sie vorhatte.

Schließlich kam Hermine bei Draco an und setzte sich elegant hin, als sei nichts geschehen. Als die Halle immer noch still war, sprach Hermine in die Stille, als sei sie einer Erklärung schuldig: „Nun ja, mir ist das peinlich. Aber mein Freund, Draco Malfoy, hatte mir zum Abendessen ein Kleid gekauft, das ziemlich billig war. Ich war nicht einverstanden, aber wie manche ihn vielleicht kennen, ist er sehr stur." Mit diesen Worten machte sie eine Pause. Die meisten Zuhörer schienen Draco zu kennen, denn sie nickten teilweise verstehend, aber auch belustigt. Ein Malfoy und geizig? Das war ihnen neu, doch nichts scheint wie es ist.

Unbeeindruckt von den Reaktionen setzte Hermine fort, während Draco sie entsetzt anstarrte. „Als ich auf die Toilette gegangen bin, habe ich festgestellt, dass das Kleid gerissen ist. Dann habe ich mir gedacht, dass es sowieso nichts mehr ausmacht, also habe ich das Kleid weggeschmissen.

Ich hoffe, mein Dray hat daraus gelernt, dass man manchmal nicht mit Geld geizen darf, wenn man eine Frau zum Abendessen ausführt." Darauf pfiffen alle Männer und brachen in Gelächter aus, während die Frauen giftige Blicke auf Hermine schossen. (Draco ist sehr beliebt bei den Frauen)

Draco wollte sofort in den Boden versinken oder apparieren. Das war ihm mehr als peinlich. Was würde die Gesellschaft denken, wenn jeder wüsste, dass der Frauenheld geizig war, obwohl das gar nicht stimmte? Sein Ruf war ruiniert. Er könnte fast heulen. Diese Frau verstand es, jemanden zu manipulieren.

Hermine, die innerlich triumphierte, aß ihr Essen zu Ende, wohlgemerkt immer noch halbnackt. Als sie ihren Mund mit einer Serviette abgewischt hatte, schlug sie in einem geschäftlichen Ton vor: „Bist du fertig? Mir ist ein bisschen kalt, falls es dir aufgefallen ist." Die Nachbartische grölten darauf wieder los.

Draco schaute Hermine nicht an. Er war viel zu deprimiert. Doch er plante keine weiteren Rachepläne mehr. Was nützte ihm das, wenn alles auf ihn zurück schoss? Wenn er dabei selbst in die Grube reinfiel? Dieses Mal hast du gewonnen, Granger. Aber eines Tages wird mir eine Rache noch gelingen!

Als er halbwegs wieder aufstehen und gehen konnte, verließen beide das Restaurant, wobei Rufe und Pfiffe ihren Weg begleiteten.

Draußen gab Draco Hermine ihren Zauberstab wortlos wieder und sofort zauberte sie sich Hermine angenehme Kleidung. Daraufhin hakte sie sich bei ihm ein, was ihm ein Grunzen hervorlockte. Hermine kicherte und schließlich apparierten beide nach Malfoy Manor.

Während Hermine immer noch triumphierte, musste Daco innerlich zugeben, dass diese Hexe was drauf hatte. Äußerlich und innerlich.

Ich glaube, das war ein Chap zur Aufheiterung, bevor wir wieder Schlösser knacken gehen.

PS: Draco, es wird bestimmt Schlagzeilen geben! Du sollst dich halt nicht mit Frauen anlegen.