Antworten zu Reviews:

R-F: Danke für deine Nachricht, hat mich wirklich sehr gefreut! ;) Ich wünsche dir viel Spaß mit diesem letzten Kapitel!

Ravenclaw: Auch dir danke für deine Nachricht :) Ich denke, dir wird dieses Kapitel zumindest schon mal in Hinsicht der Einhörner gefallen, der Rest hoffentlich auch ;)

Hauswlfchen: Vielen Dank für den Review und ich hoffe dieses Kapitel begeistert dich genauso wie das letzte ;)

A/N:

Wie ihr sicherlich mittlerweile alle mitbekommen habt, gibt es zu dieser Geschichte eine Fortsetzung. Leider hat Tobby aber seit fast einem halben Jahr nicht mehr weitergeschrieben, sodass der momentane Stand bei 5 Kapiteln ist.

Ich habe vor auch diese Fortsetzung zu übersetzen, ich weiß aber nicht genau, ob Tobby überhaupt noch weiterschreibt (bzw. wann) und kann daher bei der Fortsetzung nicht für regelmäßige Uploads garantieren (bzw. für ein Ende).

Ich weiß noch nicht genau, wann ich beginnen werde die Fortsetzung zu übersetzen (ich gehe von April/Mai 13 aus), falls ihr informiert sein wollt, könnt ihr mich einfach auf eure Alert-Liste setzen, dann erhaltet ihr eine E-Mail sobald es weitergeht…oder klickt einfach ab und zu auf mein Profil, dort könnt ihr sie dann auch finden.

So, aber das ist nun erst mal das lang ersehnte letzte Kapitel zu „Eine Reise jenseits der Zeit"! Ich hoffe es gefällt euch allen und entschädigt euch für das lange (z.T. jahrelange…) Warten ;)

- Eure Plume de phénix -


25. Kapitel: Endlich zurück! Teil 2

Severus fühlte sich komplett verraten, als er sah, wie sich sein Freund in seinen verhassten Schüler verwandelte: der Sohn seines persönlichen Erzfeindes. Er hatte Herry vertraut, wie er noch nie zuvor jemandem vertraut hatte und er hatte ihn einfach verraten. Gut, vielleicht nicht verraten, aber trotzdem, er hatte ihm das verheimlicht. Wobei…wenn er ihm irgendetwas gesagt hätte, dann hätte er ihn zurückgewiesen und ihn dann als Aussätzigen behandelt. Wenn er darüber nachdachte, dann war es so unglaublich, dass Potters Sohn in Slytherin gelandet war und sein Freund wurde. Aber er hatte sich nur über ihn lustig gemacht, da war er sich sicher, bestimmt hatte er sich jeden Abend mit Potter und seiner Bande getroffen und sich gemeinsam mit ihnen über ihn lustig gemacht. Gleichzeitig schien Potter aber Herry gehasst zu haben…oder eher Harry. Es musste schwer gewesen sein für Harry den hassvollen Blick Potters zu ertragen, seines eigenen Vaters und auch den seiner Freunde.

Aber was dachte er da nur? Seit wann war aus Potter Harry geworden? Tatsache war, dass es in seinem Kopf immer Herry hieß, nie Praott. Schon am ersten Abend hatte er einen großen Eindruck hinterlassen, daran erinnerte er sich noch. Dann hatte er ihm geholfen das zu werden, was er heute war, er war dank ihm ein Spion geworden…Moment mal, dadurch hatte er ihm das Leben ruiniert, wegen ihm war er ein Spion! Ja aber wenn er kein Spion geworden wäre, dann wäre er jetzt bereits tot. All das wurde so kompliziert für ihn.

In diesem Moment verließ Harry den Gryffindortisch und ging davon, wohin wusste er nicht. Er fragte sich ob Narzissa ihn akzeptierte, trotz der Tatsache, dass er sie belogen hatte? Nun ja nur was seine Identität anging, aber trotzdem belogen…

Er sah wie Draco aufsprang und Potter hinterher rannte. Seit wann rannte ein Malfoy hinter einem Gryffindor her? Kurze Zeit darauf stand Narzissa auf und Severus folgte ihr mit leichtem Abstand. Wie er es bereits vermutet hatte, ging sie in den Gemeinschaftsraum. Wenn er Potter dort erwischen würde, würde er ihm Punkte abziehen, er hatte in den Räumen der Slytherins nichts verloren. Er wollte gerade hineingehen als er hörte wie Narzissa Harry dazu zwang ihr von diesem berühmten Abend zu erzählen. Auch er wollte schon immer wissen was an diesem Abend geschehen war, Voldemort hatte seitdem nicht mehr davon gesprochen, aber er hatte Hogwarts auch nie mehr direkt angegriffen.

Als die Geschichte zu Ende erzählt war, wagte Severus nicht mehr den Gemeinschaftsraum zu betreten, er wusste nicht mehr was er von alldem halten sollte. Er wollte sein Freund sein, wie früher und gleichzeitig konnte er nicht. Eine Erinnerung kam ihm ins Gedächtnis, eines Tages hatte er Praott versprochen sich an Potter und seiner gesamten Nachkommenschaft zu rächen. Herry hatte traurig geantwortet, dass er das nicht bezweifelte…

Jetzt verstand er diese Antwort und vor allem seine Traurigkeit viel besser. War er wirklich sein Freund gewesen?

Seine Gedanken wurden von etwas unterbrochen, das in ihn hineinrannte. Potter, also nein Harry, oder Potter? Mist er wusste es einfach nicht mehr. Er sah das Foto, das er in der Hand hielt, er hielt es als würde es ihm alles bedeuten. In diesem Moment wusste er, dass seine Freundschaft echt gewesen war, aber er konnte es ihm nicht mitteilen, denn Harry war schon verschwunden.

Er beschloss daraufhin den Gemeinschaftsraum zu betreten, darin fand er eine geschockte Narzissa und einen in Gedanken verlorenen Draco. Narzissa schien wieder Fuß in der Realität zu fassen.

„Wie kannst du es nur wagen ihm den Rücken zuzukehren, nach all dem, was er für uns getan hat?"

- „Was er für uns getan hat? Woher willst du wissen, dass er nicht alles seinem lieben Herrn Vater erzählt hat und sich hinter unserem Rücken über uns lustig gemacht hat?"

- „Oh ich bitte dich, selbst du hast genau bemerkt, dass sich James Potter und Harry Potter nicht ausstehen konnten, sobald sie sich sahen gab es zwangsweise ein Duell und es war immer Harry, der gewonnen hat. Er hat mich beschützt Severus und das werde ich ihm nie vergessen, ob er nun Herry Praott oder Harry Potter ist, das ändert für mich überhaupt nichts, er wird immer mein Freund sein. Er war immer ehrlich zu mir…"

- „Ich habe sechs lange Jahre damit verbracht ihn zu hassen Narzissa, damit ihn anzuschreien!"

- „Und das ist der Beweis dafür, dass er wirklich dein Freund ist. Trotz diesen sechs Jahren hat er aus freiem Willen beschlossen dich zum besten Duellanten zu trainieren und er hat dir beigebracht dich nicht von seinem eigenen Vater lächerlich machen zu lassen. Weißt du wie es ist Waise zu sein und zum ersten Mal im Leben seinen Vater und seine Mutter kennenzulernen? Er konnte sie sehen, mit ihnen sprechen, doch letzten Endes hasste ihn sein Vater. Nein, du weißt nicht wie das ist und ich auch nicht. Das einzige, was ihm geholfen hat durchzuhalten war deine Freundschaft und die meine, also mir langt das."

- „Mr Malfoy könnten Sie bitte den Mund schließen, man könnte meinen…"

- „Versuch nicht die Unterhaltung auf meinen Sohn zu lenken Severus, erkenne deine Fehler und entschuldige dich sofort bei ihm, wende dich nicht von unserem gemeinsamen Freund ab!"

Severus antwortete Narzissa nicht und ging in sein Zimmer. Auf seinem Weg traf er mehrere Eltern, die mit den Schülern in deren Gemeinschaftsraum gingen.

Zum ersten Mal fand er, dass sein Zimmer leer und leblos wirkte, dabei war das schon immer so. Nur zwei Personen hatten bis jetzt sein persönliches Universum betreten dürfen: Dumbledore und Narzissa. Er hatte sich versprochen, dass er Herry hierher mitnehmen würde, falls er ihn jemals wiederfinden sollte. Aber jetzt war alles so anders. Viele Erinnerungen stiegen in ihm hoch und alle handelten von Herry, die Art, wie er sich um ihn gekümmert hatte, die Art, wie er ihm alles beigebracht hatte. Er hatte ihm praktisch überall geholfen und wollte im Gegenzug nur eine einzige Sache von ihm: dass er ihm in Zaubertränke half, was für Severus überhaupt nicht schwer gewesen war, im Gegenteil, er hatte es geliebt Herry zu unterrichten, dieser war begabt, er musste nur an sich glauben. Deswegen hatte er auch den Job angenommen, er hatte es geliebt sein Wissen jemandem beizubringen. Aber er war kläglich gescheitert, indem er sein eigenes Haus bevorzugte, Potter war der Beweis dafür. Es hatte ihm auch gefallen ihn diesen Sommer zu unterrichten, er bereitete ihn auf das schwere Schicksal vor, das ihn erwartete, aber letzten Endes war er es gewesen, der ihn vorbereitet hatte auf sein eigenes Schicksal, was für eine Ironie.

Erst spät in der Nacht beschloss Severus, dass er Potter eine kleine Chance geben würde, er würde ihm zumindest sagen, dass er gerne wieder sein Freund werden würde, wenn dieser dieses Mal alles erzählen würde. Das war ein guter Kompromiss, ein bisschen schwach für einen Slytherin, so schnell nachzugeben, aber Herry war nun einmal sein einziger Freund gewesen und auch wenn es pathetisch war, er wollte ihn behalten. Ein Slytherin mit Gefühlen, Severus war entsetzt von dem, was er tun würde.

Das Problem danach war Potter zu finden, zuerst hatte er ihn an dem Ort gesucht, wo er sich sicher war, dass er sein würde, im Gryffindorturm, aber er war nicht dort. Danach hatte er alle Winkel abgesucht, in denen er Harry Potter vermutete, aber seine Suche blieb ergebnislos. Er dachte nach und beschloss darauf an den Orten zu suchen, an denen er Herry Praott vermutete, was nicht wirklich dasselbe war, doch auch hier fand er ihn nicht. Er wusste, dass er oft zurückgekommen war mit dem Umhang voller Erde und einmal hatte er ihm erzählt, dass er im Verbotenen Wald eingeschlafen war, vielleicht war er auch dieses Mal dorthin gegangen, aber wo genau sollte er suchen?

Er erinnerte sich plötzlich an die revitalisierenden Zaubertränke, die er Harry oft gegeben hatte, ungefähr einmal im Monat: Ein Mal im Monat war er sehr müde, als hätte er nicht geschlafen. Er war also draußen. War das während dem Vollmond gewesen? Wenn das der Fall war, dann wettete er darauf, dass Lupin wusste, wo sich Potter verstecken könnte.

Er fand Professor Lupin als er kurz davor war mit den anderen Eltern zu gehen. Er sprach ihn an.

„Sag mir eines Lupin, hat er euch bei Vollmond begleitet?"

- „Ähm, warum willst du das wissen?"

- „Wenn ich eine Frage stelle, dann möchte ich, dass man mir darauf antwortet…"

- „Ja, warum?"

- „Weißt du wo er sich im Wald verstecken könnte, ein spezieller Ort?"

- „Ist er verschwunden?"

- „Ich denke ich habe dir eine Frage gestellt Lupin."

- „Du und deine schlechte Stimmung, ich wusste, dass du ihn zurückweisen würdest, sobald du herausfindest wer er wirklich ist, warum sollte ich dir helfen"

- „Du wusstest wer er war?"

- „Nein, nur seinen richtigen Namen und ich habe die Verbindung verstanden, als er geboren wurde, aber nie etwas gesagt. Er hatte denselben Geruch wie James, dieselbe Magie aber ich habe erst am Ende des Jahres darauf geachtet."

- „Und du hast das Geheimnis für dich behalten? Du hast nicht einmal Black und Potter etwas gesagt…"

- „Ich werde dir nicht sagen wo er ist Severus, du verdienst seine Freundschaft nicht."

Severus kochte vor Wut, für wen hielt der sich nur? Er musste ihn überzeugen und das schnell, bevor er ging.

„Ich möchte mich bei ihm entschuldigen okay, also sag mir wo er ist."

Remus sah ihn einen Moment lang unsicher an, dann nickte er. Das Problem danach war für Remus die kleine Lichtung wiederzufinden, er war seit zwanzig Jahren nicht mehr dort gewesen und er wusste daher nicht mehr genau wo sie war. Dazu musste er die ganze Zeit noch Snapes Sarkasmus ertragen. Als sie sahen, dass die Sonne langsam aufging, war es zu viel für Snape.

„Du hättest mir auch gleich sagen können, dass du mir nicht helfen willst, denn die ganze Nacht in deiner Gesellschaft im Wald umherzuirren ist wirklich nicht das, was ich vorhatte zu tun."

- „Kannst du endlich still sein ja, du beschwerst dich nun schon seit Stunden ohne Unterbrechung, wie ein kleines Mädchen, also…warte…ich erkenne diesen Ort wieder."

Remus trat näher und begann zu lächeln. Er hatte sie endlich wiedergefunden, die Lichtung, zu der ihn Harry mitgenommen hatte, aber es waren keine Einhörner mehr dort. Sie gingen näher und bemerkten Harry. Severus seufzte, ohne sich erklären zu können warum, fühlte er sich besser.

Plötzlich ließ sie ein Krachen stoppen, das vom anderen Ende der Lichtung kam. Ein wunderschönes Einhorn trat aus der Dunkelheit hervor und ging direkt auf Harry zu. Remus und Severus wagten sich keinen Schritt mehr weiter, sie betrachteten voller Bewunderung das Schauspiel, das vor ihren Augen stattfand. Das Einhorn ging bis zu Harry und begann ihm über das Gesicht zu lecken.


Harry erwachte mit einem seltsamen Gefühl, ihm war kalt, denn er war wieder in seiner Menschengestalt und er fühlte sich nass. Nicht wirklich wie man sich beim Aufwachen fühlen möchte. Er öffnete die Augen und stellte fest, dass es spät war, oder eher sehr früh, der Himmel erhellte sich im Osten schon leicht.

Plötzlich stellte sich ein Hindernis zwischen ihn und den Himmel, dieses Hindernis war weiß und sah ihn an. Harry wich überrascht leicht zurück, stieß aber mit dem Rücken gegen einen Baum. Das Tier wich auch ein Stückchen zurück und erst in diesem Moment erkannte Harry um welches Tier es sich handelte. Ein wunderschönes Einhorn stand vor ihm, es war ein Männchen mittleren Alters, magische Geschöpfe hatten eine längere Lebensdauer als normale Tiere.

Er betrachtete den Körper des Tieres sehr genau und so bemerkte er eine kleine Besonderheit an dem Tier: Es hatte eine kleine blitzförmige Narbe in seinem Gesicht. Harrys Gesicht erhellte sich, er sprang auf und umarmte den Hals des Tieres. Dieses fürchtete sich kein bisschen vor dem Menschen und wich nicht zurück.

„Oh du bist es! Ich habe so sehr gehofft, dass du noch am Leben bist und sieh dich an, du bist wunderschön. Ich bin sicher, dass du der Anführer der Herde geworden bist, richtig? Wo ist denn überhaupt die ganze Truppe, ihr seid umgezogen. Oh ich freue mich so."

Das Männchen antwortete ihm, indem es seinen gesamten Körper ableckte. Harry verbrachte eine ganze Weile damit ihm von seinen Abenteuern zu erzählen, von seinen Freunden und Feinden und dabei hörte er nicht auf ihn zu streicheln. Er kratzte ihm am Rücken, was dem Männchen besonders gefiel, genauso wie hinter den Ohren. Er wusste, dass dieser Ort besonders sensibel war bei Pferden, somit war dies ein Beweis für das Vertrauen, das zwischen ihnen war. Als die Sonnenstrahlen gut sichtbar wurden, beschloss er ins Schloss zurückzukehren, er verabschiedete sich von seinem Freund und versprach ihm, ihn im September wieder zu besuchen.

Erst als das Einhorn weg war spürte er die Anwesenheit zweier bekannter Personen in seiner Nähe. Er konzentrierte sich ein bisschen und sah wie zwei Personen aus einer dunklen Ecke hervorkamen: Severus und Remus. Er war erstaunt darüber sie zusammen zu sehen, am selben Ort und das ohne zu streiten.

„Was macht ihr hier?", fragte er.

- „Nun ja, wir haben dich gesucht", erklärte Remus sanft, „genauer gesagt hat Severus dich gesucht. Ich hatte vergessen wo sich diese Lichtung befindet und als wir dich gefunden haben, war dein Freund schon bei dir, wir haben es nicht gewagt dich zu stören."

- „Ich wollte wissen, ob er noch lebt, er ist seit damals so sehr gewachsen."

- „Das war das Fohlen oder?"

- „Ja, das war das Fohlen, dem ich geholfen habe auf die Welt zu kommen, nun ja ich habe eher seiner Mutter geholfen", sagte er mit einem belustigten Ton. „Und, ähm, was wolltest du Severus?"

Harry war sich unsicher, wie er mit seinem Freund umgehen sollte, er wusste nicht ob er ihn siezen sollte, ihn Professor nennen musste, oder ob er ihn als Freund ansehen konnte. Er hatte sich für die letzte Option entschieden, was nach dem Blick voller Abscheu, den er in Severus' Augen gelesen hatte, eher gewagt war, aber er hatte nach ihm gesucht und das gab ihm etwas Hoffnung zurück.

„Ich gestatte Ihnen eine derartige Vertrautheit mir gegenüber nicht Potter."

- „Entschuldigen Sie Professor", antwortete Harry mit einem Kloß im Hals. Er hatte seinen Freund also wirklich verloren.

- „Also gut, ich muss Dumbledore suchen, da ich sicherlich den Zug verpasst habe, wenn man bedenkt wie viel Uhr es ist. Ich werde sehen, ob ich für diese Nacht ein Zimmer bekommen kann, zumindest für das, was von ihr noch übrig ist."

Remus entfernte sich von den beiden anderen, denn er wusste genau, dass Severus seine wahren Gefühle Harry gegenüber nicht offenbaren würde, solange jemand in der Nähe war.

„Was wollten Sie mir sagen Professor?"

- „Kommst du oft an diesen Ort?", fragte Severus.

- „Ich…", Harry war überrascht von der Frage. „Ja, ich komme sehr oft hierher. Das hier war der ruhige Ort, den ich gebraucht habe, wenn ich kurz davor war schwach zu werden und es aber nicht durfte. Es ist ein magischer Ort. Ich habe hier eine Einhornherde getroffen und seltsamerweise hat mich ihr Anführer akzeptiert, das war mein Geheimnis, niemand hat es entdeckt, außer Remus und Lily. Sie waren nur ein einziges Mal hier", fügte er hinzu.

- „Du hast einem Fohlen geholfen auf die Welt zu kommen?", fragte Severus, der sich von der Überraschung noch nicht ganz erholt hatte.

- „Ja an einem Abend, an dem ich mich wirklich nicht besonders gut gefühlt habe, bin ich hier hergekommen und habe dem Männchen alles erzählt als ich plötzlich ein Geräusch hörte. Ich wusste, dass ich nicht das Recht hatte dieser Stute zu helfen, aber wenn ich ihr nicht geholfen hätte, dann wäre das Fohlen gestorben und die Stute auch."

- „Wie hast du es wiedererkannt? Es war damals doch noch ein Fohlen."

- „Er hat eine Narbe auf seiner Stirn. Es ist nicht haargenau dieselbe wie meine, aber sie ähnelt ihr etwas. Sie kommt sicherlich von einem Stein, auf den er gefallen ist, als er gelernt hat zu laufen."

- „Hör zu Herry, das ist wirklich sehr schwer für mich okay.", Severus wusste nicht wirklich wie er das Thema ansprechen sollte.

- „Ich weiß, dass unsere Freundschaft auf einer Lüge basiert, aber ich konnte dir nicht wirklich sagen, dass ich James' Sohn bin…"

- „Nein, das stimmt…"

- „Ich war immer ehrlich zu dir Severus, ich habe dich nie angelogen, nur um die Zukunft zu schützen, aber meine Freundschaft war ehrlich und für mich wirst du auch immer ein Freund bleiben, auch wenn es nur eine einseitige Freundschaft ist."

- „Weißt du, ich hatte außer dir keinen anderen Freund", gab er mit großem Bedauern zu. „Mein Vater erlaubte mir nicht auszugehen und sobald ich aus Hogwarts raus war, waren die Todesser an der Reihe. Ich will den einzigen Freund, den ich habe nicht verlieren, aber ich kann mich auch nicht vor gewissen Schülern bloßstellen indem ich dein Freund bin."

- „Deine Freundschaft zu bewahren ist alles was ich mir wünsche Severus", sagte er mit einem Lächeln.

- „Danke Harry, dafür, dass du mir eine Chance gegeben hast…"

- „Ich habe dir das nie erzählt, aber du hast mich dieses Jahr wirklich dazu gebracht Zaubertränke sehr zu mögen, nun ja, für dich vor zwanzig Jahren…"

- „Ja, deswegen bin ich jetzt auch viel stärker im Duell als du …"

- „Das würde ich gerne mal sehen", sagte er in scherzhaftem Ton. „Ich habe dir, vor für dich langer Zeit, versprochen dir meine Freunde auf vier Pfoten vorzustellen, aber wegen der schnellen Abreise, die ich Dumbledore zu verdanken habe, habe ich das komplett vergessen."

- „Ich bin deswegen nicht sauer auf dich Harry", sagte er in einem Ton, der ganz klar das Gegenteil verriet.

- „Sobald ich die Herde wiedergefunden habe, werde ich sie dir zeigen, versprochen. Das Männchen, das ich immer besucht habe, hast du ja bereits gesehen. Nun ja, damals war es ja noch ein Fohlen, aber wir haben oft Wettrennen gemacht."

- „Ich nehme an es hat immer gewonnen?", sagte Severus in seinem sarkastischen Ton.

- „Nun ja, nein, ich habe gewonnen, du glaubst so wenig an mich, das tut mir sehr weh, weißt du", antwortete Harry scherzhaft.

- „Du bringst mich nicht dazu zu glauben, dass du schneller rennst als ein Pferd…"

- „Nicht in meiner menschlichen Form", sagte er.

- „Wie ich sehe hat also auch McGonagalls Unterricht etwas gebracht."

- „Ich bin Ende des Sommers ein Animagus geworden, aber in dieser Epoche habe ich nie die komplette Verwandlung ausprobiert. Anfangs habe ich mich immer in einem leeren Klassenzimmer verwandelt."

- „Du hast noch nie wirklich die Regeln beachtet…"

- „Als ob du sie beachtet hättest. Komm schon, ich fang gleich an zu lachen, wie oft waren wir zusammen nach der Sperrstunde noch draußen."

- „Nur weil du einen sehr schlechten Einfluss auf mich hattest", antwortete Severus unehrlich.

- „Ja klar, hör schon auf, ich muss gleich weinen. Nun ja, kurzgesagt ich bin ein vollständiger Animagus geworden und habe versucht rauszugehen ohne mich auf alle vorbeilaufenden Personen zu stürzen."

- „Leichtsinnig und gefährlich, das Gen der Potter beharrlich."

- „Halt dich ein bisschen zurück okay. Vorher warst du nicht so, vergiss einen Moment lang, dass ich Harry Potter bin und erinnere dich eher an Herry Praott, beurteile mich nicht mehr anhand meines Namens. Außerdem hat alles ganz gut geklappt. Nur einmal war ich kurz davor eine Ratte zu fressen, aber ich durfte nicht", murmelte er.

- „Es tut mir leid, ich bin es nicht mehr gewohnt nett zu sein…"

- „Ich will nicht, dass du nett bist Severus, nur dass du du selbst bist, wenn wir unter uns sind."

In diesem Moment kam der Anführer zu der kleinen Lichtung zurück, aber dieses Mal war er nicht allein, mehrere Stuten und Fohlen folgten ihm. Aber es waren so wenige. Die Einhörner waren vom Aussterben bedroht, sicherlich wegen Voldemort, ein Problem, das sich nie ändern würde, nun ja, zumindest nicht bis die Prophezeiung nicht erfüllt wird, zum besten oder zum schlechtesten.

Nachdem sie die Einhörner bei ihrem Rennen um die Lichtung herum beobachtet hatten und was Harry anging, sie auch gestreichelt hatten, gingen sie beide zurück zum Schloss. Jeder von ihnen hatte ein Lächeln im Gesicht.

Harry ging zu dem Baum zurück und nahm seine beiden Schlangen mit, die ruhig schliefen, genauso wie seine beiden Bücher, die er immer noch in die Bibliothek zurückbringen musste.

„Glaubst du die Bibliothekarin ist sauer auf mich, wenn ich diese Bücher mit über zwanzig Jahren Verspätung abgebe?"

- „Ich denke in der Tat, dass sie sauer auf dich sein wird", antwortete er mit einem Lächeln auf den Lippen.

- „Hmm aber mit ein bisschen Glück hat sie deren Verschwinden ja gar nicht bemerkt."

- „Und wie soll sie das nicht bemerkt haben."

- „Weil sie in der Verbotenen Abteilung waren und kein Name eines Ausleihers vermerkt wurde. Sagen wir einfach, dass ich sie außerhalb der Öffnungszeiten der Bibliothek ausgeliehen habe."

- „Davon will ich nichts wissen…"

- „Du warst jedoch sehr glücklich darüber die Zauber zu entdecken, die sich darin befinden."

- „Einige waren nützlich."

- „Ohne einen dieser Zauber könnte ich nicht telepathisch mit euch sprechen, das ist wirklich ein großer Vorteil."

- „Ich hoffe jedoch, dass du nicht vorhast dich auf deinen Lorbeeren auszuruhen, auch wenn du ein sehr starker Schüler warst, heißt das nicht, dass du diesen Sommer nicht arbeiten wirst."

- „Ich werde nicht zu meiner Familie gehen?", fragte Harry mit einer schlecht maskierten Hoffnung in der Stimme.

- „Darüber musst du mit Dumbledore sprechen, es ist nicht so als würde er mir alles erzählen, was in seinem Kopf so umherschwirrt. Übrigens, nach reiflicher Überlegung, will ich auch gar nicht wirklich wissen was ihm alles so im Kopf umherschwirrt."

- „Ich auch nicht", antwortete Harry nachdem er kurz darüber nachgedacht hatte und begann zu lachen."

Als das Schloss schließlich in ihr Blickfeld rückte, setzte Severus automatisch wieder seine kalte Maske des verhassten Lehrers auf.

Bei diesem Anblick entwich Harry ein kleines Lächeln. Hinter dieser Maske versteckte sich jemand außergewöhnliches, der nicht vom Leben verwöhnt worden war, wie so viele andere. Severus begleitete Harry bis zu seinem Schlafsaal und gab vor ihn vor Filch beschützen zu müssen, der so kurz vor den Sommerferien sicherlich Zeit für Nachsitzer hatte. Man musste wissen, dass Filch während den Ferien immer sehr frustriert war und er daher im Juni immer doppelt so angestrengt wie sonst nach Unruhstiftern suchte und sehr gerne Nachsitzen verteilte.


Harry stieg in seinen Schlafsaal hinauf und wurde beinahe von der Farbe des Gemeinschaftsraums umgeworfen, er, der Anfang des Jahres an einer Überdosis grün litt, ertrug nun kaum mehr die Farbe rot, was für eine Ironie das doch war. Aber gegen eine Sache konnte man nichts sagen, der Gemeinschaftsraum der Löwen war viel einladender als der der Schlangen. Er stieg in den Schlafsaal der Sechstklässler und fand dort sein Bett, frei von herumliegenden Sachen, was ein verstörender Anblick war, selbst als er in Slytherin war hatte er es nie geschafft jemand Geordnetes zu sein. Um es genau zu sagen, hatte er nie genug Sachen, die er hätte ordnen können.

Er nahm seinen Koffer heraus und gab ihm seine normale Größe zurück, dann legte er die beiden Bücher und das Fotoalbum auf sein Bett und suchte nach etwas, das er zum Schlafen anziehen konnte, aber dann verzichtete er darauf. Erstens hatte der Tag praktisch schon begonnen und zweitens war er nicht müde. Er öffnete das Fotoalbum und versuchte all die Fotos, die er gesammelt hatte, einzusortieren.

Er bewunderte lange die Fotos, die seinen Vater zeigten als er noch jung war. Diese hatte er im Anwesen der Potter dupliziert. Dann sah er sich die Bilder von den ersten Jahren der Rumtreiber und von deren ersten Scherzen an. Jedes Jahr war vertreten und er lachte viel während er durch das Album blätterte. Einige waren wirklich zu komisch, er war jedoch sehr enttäuscht als er feststellte, dass es praktisch kein Foto von ihrem sechsten Schuljahr gab und wenn es eines gab, dann war er nicht darauf.

Als die ersten Sechstklässler unter den Gryffindors aufwachten, lächelten sie, als sie ihren Freund endlich wieder unter ihnen sahen, aber Ron sprang auf ihn drauf.

„Hör zu Harry, es tut mir leid, dass ich mich so aufgeregt habe, weißt du, ich habe dein Weggehen sehr schlecht verkraftet und ohne die anderen wäre ich immer noch in einer Depression, du hast mir wirklich gefehlt."

- Mir tut es leid, dass ich mich aufgeregt habe Ron", antwortete Harry mit einem kleinen Lächeln.

- „Ich würde nicht sagen, dass du dich aufgeregt hast Harry", widersprach Dean mit einer sehr verschlafenen Stimme, „im Gegenteil, du warst sehr ruhig, was noch viel beeindruckender war."

- „Das stimmt, ich habe schon gedacht, dass Ron, der von uns allen am meisten Gryffindor in sich hat, sich angesichts deines Blicks vergessen würde", bestätigte Seamus.

- „Sehr lustig Seamus, wirklich, du erzählst schon wieder kompletten Stuss", regte sich Ron auf und war dabei genauso rot wie seine Haare.

- „Also gut, ich muss los, ich hab mehrere Angelegenheiten zu erledigen, die dringendste ist, diese Bücher mit zwanzig Jahren Verspätung zurückzugeben, ich denke nicht, dass mich Madam Pince besonders mögen wird. Dann muss ich noch zu Remus und am Ende noch zu Dumbledore, also sehr viel zu tun, aber trotzdem, ich gehe jetzt."

- „Habt ihr es geschafft alles zu verstehen?", fragte Dean mit weit aufgerissenen Augen.

- „Ich habe Dumbledore gehört, das langt mir", antwortete Seamus.

- „ …"

- „Ron? Oh das kann doch nicht wahr sein, er ist wieder eingeschlafen, das kann ich einfach nicht glauben!", schrie Dean.

- „Naja, ich leg mich auch wieder Schlafen, es ist noch viel zu früh und außerdem ist heute Samstag, wir reisen erst morgen ab."

Daraufhin schliefen die Jungs ruhig wieder ein, es war erst neun Uhr morgens, man durfte trotz allem nicht zu viel von ihnen erwarten.

Harry lief durch die Gänge und fand ganz leicht den Weg zur Bibliothek, da er niemanden sah versuchte er still in die Verbotene Abteilung zu schlüpfen, um die Bücher wieder an ihren Platz zu bringen, als ob nichts gewesen wäre. Doch wie immer ist das Schicksal nie auf unserer Seite, wenn wir etwas Falsches getan haben…

„Mr Potter, darf ich erfahren was Sie hier an einem Samstagmorgen tun?"

- „Ich habe diese beiden Bücher vor dem Eingang gefunden und ich dachte es wäre eine gute Idee sie Ihnen zu geben", versuchte er es mit einem neutralen Gesichtsausdruck und einem unschuldigen Schimmer in den Augen.

- „Ich habe nichts gesehen, als ich aufgemacht habe", entgegnete sie trocken.

- „Ich habe gerade einen Schüler in die entgegengesetzte Richtung rennen sehen und das hat mich sehr neugierig gemacht. Sie kennen mich, ich mag alles, was mich neugierig macht, also habe ich seinen Weg zurückverfolgt und bin auf diese beiden Bücher gestoßen", erklärte er mit demselben Ausdruck.

- „Ah ja, das stimmt allerdings, Sie tendieren in der Tat dazu sich dort zu befinden, wo auch die Probleme sind, zeigen Sie mir die Bücher, ich erkenne sie nicht wieder."

Harry lächelte innerlich, vielleicht würde er sogar ohne eine Strafpredigt davon kommen.

„Nehmen Sie", sagte er und gab ihr die beiden Bücher zurück.

- „Aber, das ist nicht möglich, ich dachte diese Bücher wären gestohlen worden, wissen Sie, die Jungendlichen von heutzutage…"

- „Ja, das verstehe ich vollkommen", bestätigte Harry mit einem Engelsgesicht.

- „Vielen Dank Mr Potter, wirklich."

- „Es hat mich wirklich sehr gefreut Ihnen helfen zu können."

Harry drehte sich um und verließ die Bibliothek, wobei er innerlich lachte. Das Leben war ab und zu doch ganz schön.

„Mr Potter!", brüllte die Bibliothekarin.

- „Ja?", fragte Harry, nachdem er sein Unschuldsgesicht wieder aufgesetzt hatte.

- „Sie haben Ihr Fotoalbum in einem der Bücher vergessen", sagte sie mit einer eisigen Stimme.

- „Sie müssen sich irren", antwortete Harry und hoffte nicht so dumm gewesen zu sein.

- „Nein, ich denke nicht", sagte sie und zeigte ihm tatsächlich sein Fotoalbum.

Harry ging zurück, nahm das Album mit einem kleinen Lächeln, das überhaupt nicht mehr bei der alten Frau funktionierte und verließ den Raum Hals über Kopf. Berichtigung, das Leben war letztlich doch nicht so schön.


Er wusste, dass Remus im Schloss war, immerhin hatte er es gestern Abend extra erwähnt und Harry hatte genau verstanden, dass dieser mit ihm sprechen wollte, schließlich hatte er seinen „zweiten" Paten seit einem Jahr nicht mehr gesehen. Nachdem er Remus auf der Karte des Rumtreibers gesucht hatte, fand er sein Zimmer und stellte fest, dass er nicht schlief, sondern in einer Art Wohnzimmer zu lesen schien.

Als er vor dem Gemälde eines Waldes, der von einem Fluss durchtrennt wurde, ankam, klopfte er sanft an.

Remus lächelte, als er das leise Geräusch hörte, das von seiner Tür kam, zu einer so frühen Stunde an einem Samstagmorgen, er wusste, dass es Harry war. Er legte die Notizen, die er gerade gelesen hatte beiseite und stand auf, um ihm zu öffnen. Kaum hatte er die Tür aufgemacht, da stürzte sich schon ein schwarzhaariger Junge auf ihn und umarmte ihn. Er erwiderte die Umarmung des Jungen, der ihm am meisten bedeutete und bot ihm an sich ins Wohnzimmer zu setzen.

„Du wusstest es oder? Du hast es eigentlich schon immer gewusst!"

- „Ja aber ich habe auch eines verstanden, dass die Zukunft auf keinen Fall aufgedeckt werden durfte. Aber ich war wirklich glücklich, als ich bei deiner Geburt deine genaue Verbindung zu James endlich verstanden habe. Ich habe vielleicht ein Gesicht gezogen, als sie uns den Vornamen verkündet haben. Aber was ist mit dir, wie geht es dir? Moralisch meine ich."

- „Ich werde dich nicht anlügen, es war nicht wirklich einfach gewesen, aber es gab auch unglaublich tolle Momente weißt du, ich glaube, dass es praktisch mein bestes Jahr bisher war, ich habe so viele Erinnerungen. Sirius wird mir immer fehlen, aber ihn während einem Jahr zu sehen und ihn auf eine gewisse Weise kennen zu lernen, hat mir geholfen zu verstehen, dass er jetzt glücklicher ist als er es war. Azkaban hat ihn moralisch wirklich zerstört, er ist bestimmt glücklich dort, wo er gerade ist."

- „Das denke ich auch", sagte Remus traurig.

- „Jetzt bist du dran mit deiner Trauer abzuschließen Remus, weißt du, wir werden alle wieder zusammen kommen, aber bis dahin muss man einfach weiterleben."

- „Ich weiß und dich wiederzusehen erfüllt mich schon mit Freude. Hast du das Fotoalbum, das ich dir zum Geburtstag geschenkt habe?"

- „Ja, es hat mich nicht verlassen, ich habe übrigens mehrere Fotos hinzugefügt."

Harry reichte Remus das Album, der überrascht war dort Kinderfotos von James zu finden.

„Woher hast du die?"

- „Sagen wir einfach, dass Lily James' Fotoalbum gefunden hat, als wir während den Ferien bei ihm waren und dass ich die Gelegenheit genutzt habe, um einige zu verduplizieren."

- „Gute Idee, wie ich sehe hast du auch selbst einige Fotos gemacht."

- „Ich habe nur ein paar, ein Foto von Severus zu machen war immer eine sehr schwere Mission."

- „Du hast wahrscheinlich bemerkt, dass es nur wenige Fotos von unserem sechsten Schuljahr gibt oder?"

- „Ja", antwortete Harry und maskierte seine Enttäuschung eher schlecht.

- „Schau, als du fortgegangen bist, hatte ich eine Idee und die drei anderen waren damit einverstanden, naja außer Peter, aber gut."

Remus deutete mit seinem Zauberstab auf das Fotoalbum und sagte Harrys geliehenen Namen. Harry sah voller Erstaunen wie sich ein das Fotoalbum dicker wurde und auf der leeren Seite vor ihm plötzlich Tinte erschien, die einige Worte formte: ‚Für den Freund der Rumtreiber'.

Remus gab Harry das Album zurück und dieser begann die Seiten durchzublättern und betrachtete die erstaunliche Anzahl an Fotos, die sie von ihm gemacht hatten. Er lachte, als er das Foto von sich selbst sah, als er blonde Haare hatte, die zu einem Zopf geflochten waren. An diesem Tag hatte er wirklich große Lust gehabt die Rumtreiber zu töten, genauso wie Severus, der ihm die Haare frisierte. Als er daran zurückdachte, lachte er sich tot.

Remus und Harry verbrachten zwei lange Stunden damit sich über das vergangene Jahr zu unterhalten, über Harrys Jahr und seinen Blickwinkel und über andere Anekdoten, als Harry schließlich beschloss endlich die Frage zu stellen, die ihm schon die gesamte Zeit auf der Zunge lag.

„Was ist aus den Mädels geworden Remus?"

- „Du willst über Anne und Gabrielle reden, nicht wahr?", antwortete Remus schmerzhaft.

- „Ja."

- „Anna hat das Land verlassen als sie von James und Lily erfahren hat, aber was sie wirklich dazu gebracht hat wegzugehen, war Sirius' Schuld. Seine Verhaftung machte sie total fertig. Ich glaube sie hat Sirius nie für schuldig gehalten, ich bin mir aber nicht sicher. Gabrielle wurde getötet, ich konnte sie nicht beschützen, sie ist ungefähr viereinhalb Jahre, nachdem wir mit Hogwarts fertig waren, gestorben. Weißt du, wir hatten vor zu heiraten, aber das Schicksal ist manchmal sehr grausam, du verstehst mehr als jede andere Person wovon ich rede."

- „Ja ich weiß", antwortete Harry bitter. „Sie war wirklich jemand Gutes, sie hat mich zum Lachen gebracht, wenn ich es brauchte."

- Ich habe schon lange mit meiner Trauer um sie abgeschlossen aber ich habe es nie geschafft jemand anderes zu lieben."

Harry tröstete Remus so gut er konnte und versprach ihm während den Ferien Briefe zu schreiben, wenn er das auch tat.


Harry beschloss sich von ihm wieder zu verabschieden, um dann mit Dumbledore zu sprechen. Auf dem Weg zu dessen Büro traf er Professor McGonagall, die ihn unter einem anderen Blickwinkel zu betrachten schien. Dann gab sie ihm das Passwort für das Büro des Direktors.

Wie gewöhnlich schien Dumbledore Harry zu erwarten, als ob er Dinge wusste, die ihm unbekannt waren, was nach kurzer Überlegung ja auch stimmte.

„Guten Tag Harry, was führt dich in mein Büro? Ein Zitronenbonbon?"

- „Nein", antwortete Harry, „aber versprochen, eines Tages werde ich eines nehmen, nun ja aber kurz gesagt, ich bin hier um Sie zu fragen, ob ich die Ferien am Grimauldplatz verbringen darf."

- „Es tut mir leid Harry, aber für die erste Zeit musst du bei deiner Familie sein."

- „Oh ich bitte Sie Professor, Sie wissen genau, dass die Blutbande nicht viel ändern, außerdem weiß Voldemort wo ich in den Sommerferien wohne, wäre das nicht zu gefährlich?"

- „Nein, während dem gesamten Jahr habe ich die Sicherheitsvorkehrungen rund um den Ligusterweg verstärkt, Voldemort ist es nun unmöglich in diese Straße einzudringen, weder er, noch seine Todesser. Dieser Ort ist vollkommen sicher, außerdem, selbst wenn er die Straße gefunden hätte, in der du lebst, dann hätte er nicht dein Haus nicht betreten können."

- „Sie wissen genauso gut wie ich, dass der Grimauldplatz viel sicherer ist, schicken Sie mich nicht dorthin zurück, sie ertragen mich nicht und das beruht wirklich auf Gegenseitigkeit."

- „Aber komm schon Harry, das ist trotz allem deine Familie, außerdem haben sie sich dir gegenüber letzten Sommer gut verhalten."

Harry verlor die Geduld, er wusste, dass der Kampf von vorneherein verloren war, egal was er sagte, Dumbledore würde niemals von seinen ‚Blutbanden' ablassen, Harry konnte es wirklich kaum erwarten 18 zu sein, dann wäre er endlich komplett frei.

Frei von den Dursleys, frei von Dumbledore, da seine Schulzeit vorbei wäre, ja die Volljährigkeit ließ wirklich auf sich warten.

Wenn er so darüber nachdachte, dann hatte er ja immerhin noch das Recht Magie zu benutzen und wenn das Ministerium auch nur den geringsten Einwand dagegen hätte, dann konnte er immer noch seine stablose Magie verwenden.

„Ich möchte auch, dass du nicht zu viel Magie verwendest, nach dem Kampf, den du für dich nicht vor allzu langer Zeit bestritten hast. Du musst dich viel erholen. Während ungefähr drei Wochen möchte ich, dass du keinen größeren Zauber verwendest, von der stablosen Magie natürlich ganz zu schweigen."

- „Okay Professor", antwortete Harry mit neutraler Stimme.

- „Sei deswegen nicht sauer auf mich Harry, ich tue das nur für dein Bestes."

- „Ich habe auch nichts anderes behauptet. Ich lasse Sie dann wieder weiterarbeiten, vorher würde ich jedoch noch ganz gerne meine Ergebnisse erfahren, um zu wissen, ob ich ins siebte Schuljahr vorrücken darf."

- „Hier nimm."

Dumbledore streckte ihm ein altes, von der Zeit gezeichnetes Blatt entgegen. Harry nahm es.

„Auf Wiedersehen Professor."

Harry kochte, nicht nur, dass ihn Dumbledore mit Gewalt zu den Menschen schickte, die er hasste, sondern zu allem Überfluss durfte er nicht mal Magie verwenden. Er hatte aber größere Zauber gezeichnet, er konnte also immer noch kleinere Zauber verwenden, um von seiner ‚Familie' in Frieden gelassen zu werden.


Harry verließ das Schloss und setzte sich auf den Rasen. Er bewunderte den See, der über die Jahre hinweg immer derselbe zu sein schien. Er blieb während mehrerer Minuten alleine so sitzen, dann entschied er zum Essen zu gehen, immerhin war es schon Zeit für das Mittagessen.

Kaum hatte er das Schloss betreten, da sah er schon wie ein Krawall zwischen einer Gruppe von Gryffindor Sechstklässlern und einer Gruppe Slytherins derselben Klasse ausbrach. Es war zwar nicht explizit sein Vorhaben, aber als er der Chef der Slytherins war, da konnte er diesen Krieg ein bisschen beruhigen, nur ein kleines bisschen, aber das war trotzdem wohltuend gewesen. Er versuchte nicht einmal sich in den Krawall einzumischen, aber da hatte er nicht mit Malfoy gerechnet.

„Oh Potter, ich nehme an du kommst deinen Freunden zu Hilfe?", spottete Malfoy.

- „Nein, ich mache bei euren dummen Duellen nicht mit", antwortete er, bevor er einen weiteren Schritt in Richtung Großer Halle tat.

- „Harry du hilfst uns nicht gegen die ganzen Todesser?", wunderte sich Ron.

- „Was weißt du schon davon Ron, du kennst die Slytherins nicht und ihr, ihr kennt die Gryffindors auch nicht, alles was ihr tun könnt, ist euch zu bekämpfen wie eure Väter, das ist einfach pathetisch."

Kaum hatte er seinen Satz beendet, da wurde ihm auch schon der Eingang zur Großen Halle von Parkinson, Crabbe und Goyle blockiert. Malfoy blieb abseits und dachte über die Worte des Löwen nach. Die anderen Gryffindors schienen schockiert davon, so von ihrem Helden behandelt zu werden. Hermine dagegen hatte das Lächeln eines Siegers auf dem Gesicht.

„Für euer eigenes Bestes, schlage ich euch vor nicht in meinem Weg stehen zu bleiben."

- „Und was denkst du, wirst du uns tun, wenn wir einfach stehen bleiben, hm? Du bist so schwach, dass du dich die ganze Zeit verstecken musst, ehrlich, der pathetischste von uns allen bist du Potty", antwortete sie.

- „Zum zweiten Mal in Folge Parkinson, ich bitte dich, mir den Weg freizumachen", sagte er ihr in einer kalten Stimme, die hier niemand von ihm gewohnt war.

- „Zum zweiten Mal antworte ich nein", sagte sie und deutete mit ihrem Zauberstab zwischen seine Augen.

Niemand verstand wirklich was geschah, aber mit einer kleinen Bewegung seines Handgelenks entwaffnete Harry Parkinson und schickte sie gegen eine Wand, Crabbe und Goyle folgten demselben Weg.

„Das nächste Mal wirst du auf mich hören Parkinson", antwortete er.

Harry betrat in aller Seelenruhe die Große Halle unter dem versteinerten Blick der Gryffindors und einem kleinen Lächeln von Malfoy. Dieser war wirklich froh darüber, den Gryffindor am Vorabend nicht herausgefordert zu haben, seine Kräfte waren wirklich gut entwickelt, so etwas mit drei Personen gleichzeitig und ohne Zauberstab zu tun war schlichtweg verblüffend. Sein eigener Vater konnte nicht so viel stablose Magie verwenden.

Als er in der Großen Halle war, fühlte Harry eine riesige Müdigkeitswelle über sich hinwegschwemmen, die er dem Gebrauch der stablosen Magie zu verdanken hatte. Was das anging hatte Dumbledore tatsächlich ein bisschen Recht gehabt, aber er wollte nicht noch einen Sommer wie den letzten verbringen, denn dann würde er sich wieder die ganze Zeit langweilen und Tag ein, Tag aus über die Vergangenheit nachgrübeln. Er musste Hermine um etwas bitten. Er setzte sich an seinen üblichen Platz am Gryffindortisch und wartete darauf, dass seine Freunde kamen, was sie auch sehr bald taten.

„Du hättest uns trotzdem helfen können", nörgelte Ron und setzte sich gegenüber von Harry.

- „Ich für meinen Teil, bin komplett Harrys Meinung, ehrlich, dieser Krieg muss aufhören und schließlich kennen wir nicht einmal das wahre Gesicht der Slytherins. Aber Malfoy hat uns auch herausgefordert…"

- „Als ob sie überhaupt ein wahres Gesicht hätten."

- „Wenn du das sagst Ron, dann bist du nicht besser als mein Vater und Sirius", antwortete Harry ruhig. „Nur meine Mutter hat mir eine Chance gegeben und hat mich nicht gleich als Todesser abgestempelt."

- „Als ob du ein Todesser sein könntest…"

- „Genau das hättest du gedacht, nach meinem Auftritt gestern Abend und meiner Einteilung nach Slytherin, gib es zu Ron, du hättest Herry Praott niemals eine Chance gegeben. Ich verlange nicht von dir, dass du mir sofort zustimmst, nur dass du nachdenkst."

- „Vielleicht", murrte er widerwillig…

- „Hermine, ich würde gerne wissen, ob du mir so viele Bücher wie möglich zu Beginn der Ferien schicken kannst. Dumbledore will, dass ich zu meiner ‚Familie' zurückgehe und ich weiß, dass ich mich wahrscheinlich zu Tode langweilen werde, während sie mich die ganze Zeit nerven."

- „Kein Problem, wie du willst, ich habe auch noch viele dabei, worum sollen sie denn ungefähr handeln?"

- „Verwandlung, mächtige Verteidigungs- und Angriffszauber und einige Zaubertränkebücher."

- „Ich habe einige Bücher über Verwandlung, aber was den Rest angeht musst du warten, bis ich daheim bin, dort habe ich alles, was dich zu Zaubertränken interessieren könnte, was dagegen die mächtigen Zauber angeht, werde ich ein paar Recherchen für dich machen."

- „Danke Hermine", antwortete er ihr mit einem Lächeln.


Severus seinerseits, war von seinem Abend sehr angetan. Er würde es niemandem gegenüber zugeben, aber er hatte den Sohn seines Feindes wirklich falsch beurteilt, Harry war jemand wirklich sehr interessantes. Niemals würde er seine falsche Einschätzung jemand anderem zugeben.

Er hatte ein kleines Lächeln auf den Lippen, als er sah wie Parkinson und die beiden Gorillas Harry den Weg versperrten. Dieses Lächeln vergrößerte sich noch, als er Harrys so wahren Satz über das Kennen der anderen sagte. Er hatte schon im Voraus gewusst, dass das Spektakel äußerst interessant sein würde. Und natürlich wurde er in keinster Weise enttäuscht, sogar im Gegenteil!

Als sie die Große Halle betreten hatten, kam er aus dem Schatten hervor, half dreien seiner Schüler von der Wand herunterzukommen und kein Kommentar gesagt. Auf seinem Weg zu seinem Tisch hörte er die Unterhaltung der Löwen, er verlangsamte seine Schritte so weit er konnte, um so viele Bruchstücke wie möglich mitzuhören. Er freute sich sehr, als er Harry sagen hörte, dass er mehr Bücher über Zaubertränke lesen wollte. Er hatte sich in diesem Jahr wirklich sehr verändert, den Schüler, den er nun wiedergefunden hatte war viel interessanter, als der, den er vor einem Jahr verloren hatte.

Er setzte sich mit einem kleinen Lächeln an seinen Platz, unter dem fragenden Blick von McGonagall.

Der Nachmittag war ein komplettes Desaster für die Gryffindors, vor allem für die Jungs, denn alle Sachen einzusammeln, die während einem Jahr in alle Ecken verteilt worden waren, war wirklich keine kleine Aufgabe, eher im Gegenteil. Harry saß auf seinem Bett und schaute bei dem Spektakel zu, alles was fehlte war Popcorn, er lachte den gesamten Nachmittag, während ihm seine Freunde alle möglichen Beschimpfungen an den Kopf warfen. Falscher Bruder war der häufigste Spitzname darunter.

Dann beschloss er jedoch eine kleine Runde auf seinem Besen zu drehen, zumindest hatte er dieses Jahr die Erlaubnis zu fliegen und somit hatte er sein Spiel sehr verbessert. Er verbrachte einige Stunden auf seinem Besen und genoss die letzten Minuten purer Freiheit. Das nächste Mal würde er erst wieder im September auf seinen Besen steigen können, vorausgesetzt natürlich, dass er seinen Sommer überlebte. Er wusste, dass im August sicherlich ein intensives Training vorgesehen war und darüber beschwerte er sich auch nicht, im Gegenteil, er hatte Durst zu lernen, er wollte wirklich, dass alles ein Ende hatte, damit er endlich weiterleben konnte und dafür musste er der Stärkste werden.

Nachdem er Remus kurz nach dem Mittagessen noch einmal besucht hatte, ging er erneut in den Wald. Er konnte seine beiden Schlangen während dem Sommer nicht bei sich behalten, wenn die Dursleys sie jemals finden würden, dann würden sie sie umbringen und das wollte Harry um jeden Preis verhindern. Er wusste, dass er Ron erst gar nicht beten musste sich um sie zu kümmern, er würde sowieso ablehnen. Bei Hermine war er sich nicht ganz so sicher, aber sie lebte schließlich bei Muggeln und die würden sofort merken, dass eine violette Schlange nicht wirklich normal war. Harry hatte eine Sekunde darüber nachgedacht sie bei Severus zu lassen, aber er wollte ihn nicht damit langweilen und daher würde er sie in Hagrids Obhut lassen, dieser würde sicherlich glücklich darüber sein.

Er täuschte sich keineswegs, Hagrid war hocherfreut über Harrys Besuch und vor allem über seine beiden neuen Schützlinge.

Sie sprachen gemeinsam eine Weile über ihre gemeinsamen Erinnerungen, dann beschloss Harry, dass es an der Zeit war in seinen Schlafsaal zurückzukehren, nicht weil er besonders große Lust hatte zu schlafen, sondern weil die Sperrstunde nun schon über eine Stunde überschritten war und er nicht seine ganze Zeit in Filchs Büro verbringen wollte.

Sein Glück wollte es, dass er Filch in keinem der Gänge traf, stattdessen stieß er jedoch auf Parkinson, Crabbe und Goyle, die er keines Blickes würdigte. Unbeeindruckt setzte er seinen Weg fort.

„Und wo denkst du hinzugehen Potter, die Sperrstunde ist überschritten, was machst du um diese Zeit in den Korridoren?"

- „Ich weise dich darauf hin, dass auch du draußen unterwegs bist und selbst wenn du Vertrauensschülerin bist, hätten Crabbe und Goyle trotzdem keinen triftigen Grund. Wenn du also wegen Unachtsamkeit nicht Bekanntschaft mit dieser Wand dort machen willst, dann schlage ich dir vor meine Anwesenheit zu vergessen und so zu tun als hättest du mich nicht gesehen."

- „Ich könnte.."

- „Punkte abziehen", sagte Harry in einem Ton, der dem Snapes in nichts nachstand, „meine liebe Parkinson, der Hauspokal wurde dieses Jahr von Ravenclaw gewonnen, du kannst mir nichts tun."

- „Mr Potter, darf ich erfahren was Sie zu dieser Stunde noch in den Gängen zu suchen haben?", fragte eine Stimme, die Harry nur zu gut kannte.

- „Ich habe ihn in den Gängen überrascht, ich bin sicher, dass er wie gewöhnlich krumme Dinge ausheckt", ereiferte sich Pansy.

- „Danke Miss Parkinson, ich werde mich persönlich um Mr Potter kümmern, Sie können in ihre Schlafsäle zurückkehren. Was Sie angeht Mr Potter, folgen Sie mir, ich bin sicher ein Besuch beim Direktor wird Ihnen wieder zu etwas Grips verhelfen."

Glücklich darüber Snape immer noch in so schlechter Laune bei Potters Anwesenheit zu sehen, ging Pansy leichten Herzens in Richtung ihres Gemeinschaftsraums davon.

Seinerseits folgte Harry Severus ohne zu sprechen, er wusste, dass dieser ihn keineswegs bestrafen würde, wie es Pansy annahm. Sie kamen in einem kleinen Teil der Kerker an, den Harry noch nie zuvor gesehen hatte und dabei dachte er eigentlich das Schloss eher gut zu kennen, nun musste man fast meinen, dass das nicht so war.

Sie hielten vor einem eher düsteren Gemälde an, das einen sehr bekannten Alchimisten darstellte, was Harry wusste, da er auf unzähligen von Rons Schockofroschkarten abgebildet war. Severus sagte einige Worte, die Harry nicht hörte und lies ihn zuerst eintreten. Er war überrascht und sah ihn mit einem leicht verlorenen Blick an.

„Geh hinein, ich verspreche dir, dass dich in diesem Zimmer nichts auffressen wird."

Harry verdrehte die Augen und ging durch die Tür. Er kam in einem runden Raum an, der sehr schlicht dekoriert war, abgesehen von der enormen Bibliothek, die Harry zu seinem großen Horror sofort ins Auge fiel. Warum hatte er das als erstes gesehen? Er wurde doch nicht etwa wie Hermine und Lily? Harry lächelte bei diesem Gedanken.

„Was bringt dich zum lächeln?"

- „Die Tatsache, dass das Erste was mir ins Auge sticht, deine prachtvolle Bibliothek ist und dabei habe ich noch nicht mal gesehen, was sie enthält, ich war einfach beeindruckt von deiner großen Sammlung."

- „Magst du sie?"

- „Ja, sehr schlicht und gleichzeitig sehr einladend, vielleicht ein bisschen leer, aber da sie dir gehört erstaunt mich das nicht", sagte er und zwinkerte Severus zu.

- „Also dann, willkommen in meinem Reich."

- „Warum? Nicht, dass ich es nicht zu schätzen weiß, im Gegenteil, aber warum hast du mich heute Abend hierher eingeladen?"

- „Ich habe heute Mittag eine interessante Unterhaltung mit angehört und wenn du Bücher über Zaubertränke willst, dann kannst du dich bedienen. Die Bücher rechts dagegen darfst du nicht anfassen, sie enthalten Zaubertränke, die viel zu kompliziert für dich sind, im Moment", fügte er hinzu, als er einen Schimmer von Enttäuschung in Harrys Augen sah.

- „Danke", sagte er ihm und hatte plötzlich sein Lächeln wiedergefunden. Er stürzte sich auf die Bibliothek und konnte Severus riesige Sammlung bewundern. „Du weißt, dass du wirklich eine außergewöhnliche Sammlung besitzt?"

- „Ich bin nicht umsonst der beste Zaubertränkemeister."

- „Pff, komm schon", antwortete Harry und verdrehte die Augen.

Harry brauchte mehrere Stunden bis er sich schließlich für zwei Bücher entscheiden konnte, die ihn am meisten interessierten. Er nutzte die Zeit, um während seiner Auswahl mit Severus zu reden. Harry erzählte ihm, dass er es gewesen war, der James und Lily im Raum der Wünsche eingesperrt hatte und Severus hatte bei dieser Erinnerung gelächelt.

Harry hatte es noch nicht gewagt vor Severus zuzugeben, dass er Weihnachten bei seiner Mutter und Neujahr bei seinem Vater verbracht hatte, er wollte sich nicht von einem wütenden Freund verabschieden, er würde ihn vor August sicherlich nicht mehr sehen.

Sie sprachen über das Trainingsprogramm, dass Harry sicherlich im August erwartete. Wie am Vorabend begleitete Severus Harry bis zu seinem Schlafsaal und als sie beim Portrait der Fetten Dame angekommen waren, wünschten sie sich eine gute Nacht. Dann trennten sie sich und wünschten sich trotz allem auch schöne Ferien, obwohl sie beide wussten, dass weder der eine, noch der andere schöne Ferien haben würde.


Am nächsten Morgen war das Aufwachen besonders unsanft, alle Jungs schrien durcheinander, um herauszufinden ob diese oder jene Socke Dean oder Neville gehörte. Harry zog sich schnell an und flüchtete in Richtung Große Halle. Dort fand er Hermine, die in aller Ruhe aß.

„Ich dachte, dass alle Jungs das Frühstück auslassen würden wegen einem nicht gepackten Koffer, du erstaunst mich Harry", sagte sie ihm.

- „Nun ja, ich habe einen Vorteil, mein Koffer ist schon seit zwei Tagen fertig, mir fehlt nur noch Hedwig und alles ist erledigt. Was wirst du während diesen Ferien machen?", fragte er.

- „Nun ja, ich werde mit meinen Eltern sicherlich nach Afrika gehen, denn dann kann ich endlich beruhigt sein, dort gibt es weder dunklen Lord noch Todesser. Weißt du, seit meine Großmutter gestorben ist mache ich mir immer Sorgen um meine Eltern. Uns weit weg von hier zu wissen wird mich ein bisschen beruhigen, aber ich werde immer noch Angst um dich und Ron haben."

- „Mach dir um mich keine Sorgen, ich werde an einem sicheren Ort sein, du kennst Dumbledore."

- „Während den Sommerferien habe ich nicht wegen Voldemort Angst um dich Harry."

- „Du warst schon immer viel zu intelligent Hermine", sagte er ihr, „aber ich kann immer noch Magie benutzen, mach dir also keine Sorgen um mich."

Ron und die anderen Jungs kamen schließlich doch und setzten sich um das Duo herum.

„Kaum ist mein bester Freund zurückgekehrt, da nimmt er mir schon die Frau meiner Träume…"

- „So ein Unsinn Ron", sagte Harry und lächelte ihm zu. „Wir haben über die Ferien gesprochen."

- „Was das angeht, es ist wirklich schade, dass du so weit von mir weggehst Hermine", sagte Ron traurig.

- „Ich gehe nicht für immer weg Ron, es ist nur für einen Monat, außerdem bin ich sicher, dass wir danach zusammen sein können", sagte sie ihm und küsste ihn.

- „Oh nein, nicht wen ich esse!", rief Harry und stoppte das Paar in ihrem Elan.

- „Nett Harry, das bekommst du zurück", erwiderte Ron, der enttäuscht war nur einen kleinen Kuss bekommen zu haben.

Harry sah mit Freude, dass Ginny und Dean immer noch zusammen waren, alle schienen glücklich Ferien zu haben und die Schule verlassen zu können, zumindest fast alle, einige Slytherins schienen wirklich nicht glücklich über diese Neuigkeit, einer davon war zum Beispiel Blaise Zabini. Harry hatte diesem Jungen nie viel Aufmerksamkeit geschenkt, der oft in Malfoys Schatten verschwand. Für das kommende Schuljahr versprach er sich gewisse Slytherins kennen zu lernen, er durfte nicht mehr so blind sein, wie er es bis jetzt immer gewesen war.

Dann war es schließlich an der Zeit zu gehen, alle stiegen in die Kutschen, die Richtung Hogsmeade losfuhren. Harry lächelte beim Anblick des Schlosses, wie es langsam immer mehr verschwand, dieses Mal war es nur ein Auf Wiedersehen, in zwei Monaten würde er wieder dort sein…

Die Reise im Hogwartsexpress verlief in einer entspannten Atmosphäre, alle lachten über die Dummheiten der anderen oder über die Abenteuer von einigen weiteren. Viele lachten über die Streiche der Rumtreiber, die Harry miterlebt hatte. Wie aus einer gewissen Gewohnheit heraus, konnte ihre Reise nicht ohne einen kleinen Blitzbesuch von Malfoy verlaufen, das wäre viel zu schön gewesen, zumindest für die Gryffindors.

„Nun hast du also all deine kleinen Hunde wiedergefunden, sie haben sich ohne dich sehr gelangweilt", sagte Draco in arrogantem Ton.

- „Er ist bei den Gryffindors immer besser aufgehoben als bei den Slytherins", antwortete Seamus genervt.

- „Bist du dir da so sicher? Ich mache dich darauf aufmerksam, dass unser Nationalheld immer noch das Abzeichen von unserem Haus trägt…"

‚Bist du vielleicht neidisch Malfoy? Ehrlich, dazu gibt es überhaupt keinen Grund.'

- ‚Verschwinde aus meinem Kopf Potter.'

- ‚Aber mir gefällt es sehr gut in deinem Kopf, man kann übrigens nicht wirklich behaupten, dass er sehr voll wäre…'

- ‚Du kannst meine Erinnerungen nicht sehen….'

- ‚Bist du dir da sicher?'

Plötzlich wurde Malfoy ganz blass und verließ stürmisch das Abteil. Die anderen Gryffindors drehten sich zu Seamus um.

„Nun ja, ich hatte eigentlich nicht gedacht einen so großen Effekt auf ihn gehabt zu haben", antwortete Seamus immer noch unter Schock.

- „Ich will dich ja nicht kränken oder etwas in die Richtung, aber er schien nicht wirklich von deiner Bemerkung so angsterfüllt zu sein", versuchte es Neville.

- „Ja, das stimmt", gab Seamus widerwillig zu.

- „Nein, ich denke das war etwas anderes", überlegte Dean

Hermine hatte sich zu Harry umgedreht und hatte ihn angelächelt, sie hatte sofort verstanden, wer Malfoy verscheucht hatte und das ohne große Rangelei. Vielleicht würde ihr siebtes Jahr ohne jegliche Duelle auf den Fluren verlaufen…ja, nun ja, das würde wohl doch nur ein Traum bleiben.

Schließlich kam der Zug an seinem Zielort an. Harry teilte nicht wirklich die Freude aller anderen, seine Familie wiederzusehen, aber er war glücklich, niemals zuvor hatte er ein so schönes Jahr gehabt. Mit diesem Lächeln auf den Lippen stieg er aus dem Zug und befand sich sofort in einer erstickenden Umarmung, die von keiner anderen als Mrs Weasley stammte. Er versuchte sich so schnell wie möglich zu befreien, um nicht an Erstickung zu sterben und grüßte anschließend die Mitglieder des Ordens. Von weitem sah er einen sehr bekannten blonden Kopf.

‚Ich wünsche dir wunderschöne Ferien kleine Blume, falls du jemals ein Problem haben solltest, dann schicke mir Hedwig, ich vertraue sie dir während dem Sommer an, meine Familie mag Eulen nicht wirklich. Außerdem ist sie die einzige, die mich finden kann, ich vertraue ihr. Ich schicke sie zu dir, sobald ich bei meinem Onkel angekommen bin.'

- ‚Danke Harry, auch wenn ich unter Severus gutem Schutz stehe, falls Lucius wiederauftauchen sollte, dann wirst du davon erfahren, versprochen. Ich wünsche auch dir schöne Ferien, genieße die Zeit bei deiner Muggelfamilie.'

Harry hatte keine besonders große Lust die Zeit bei seiner Familie zu genießen, eher das Gegenteil war der Fall, er wäre sie am liebsten losgeworden. Als er seinen Koffer nahm und mit ihm durch die Absperrung ging, sah er mit Horror, dass sein Onkel tatsächlich da war und auf ihn wartete. Er schien wütend, aber das war er ja schon gewohnt.

„Du lässt dir vielleicht Zeit Junge, ich warte schon seit mindestens fünf Minuten, denkst du vielleicht ich hätte an einem Sonntag nichts anderes zu tun?"

- „Nein Onkel Vernon", antwortete Harry so höflich wie möglich, er musste sich immerhin nicht schon jetzt in Schwierigkeiten bringen.

- „Du weißt ganz genau, dass ich all diese aormalen Menschen wie dich hasse, ich will keine weitere Minute an diesem Ort voller Abschaum verbringen."

Harry sagte sich, dass falls ein Zauberer Vernons Worte hören würde, dann würde dieser seine Aussagen sicherlich bedauern. Er folgte seinem Onkel, der fast schon aus dem Bahnhof herauszurennen schien.

Eine Person kam aus dem Schatten hervor, sie hatte blonde Haare, einen Blick aus Eis und ein arrogantes Auftreten. Draco Malfoy hielt sich gerade noch zurück diesen Fettwanst an einem besonders schmerzhaften Zauber leiden zu lassen. So hatte Potter also wirklich ein bedauernswertes Leben bei seiner Familie, kein Wunder, dass er die Ferien in Hogwarts verbringen wollte. Das hatte er herausgefunden als er heimlich Granger und Weasley belauscht hatte. Er hatte immer gedacht, dass Potter allen etwas vorspielen würde, um von der magischen Gesellschaft noch mehr vergöttert und bedauert zu werden: Auch er müsste seine Beurteilung neu überdenken…

Als er vor Onkel Vernons Auto stand, warf Harry einen letzten Blick zu dem Bahnhof, der ihn immer weit weg von seiner schrecklichen Familie gebracht hatte. Er sah Remus, er stand etwas weiter entfernt an eine Wand angelehnt. Er winkte diesem unauffällig zu und lächelte kurz, dann stieg er unter dem Gebrüll seines Onkels ins Auto.

Nun war das Jahr also vorbei, seine Ergebnisse genügten bei weitem, um ins siebte und letzte Schuljahr vorzurücken…

ENDE