Kapitel 8:

Es war ein ganz normaler morgen, Sara betrat die Küche und setzte William in seinen Hochstuhl.

Sie trug eine graue Jogginghose und ein einfaches schwarzes T-Shirt darüber. Ihre Haare waren wild und durcheinander und sie sah verschlafen aus.

Ihr erster Griff war eine Tasse, die sie mit einem Knopfdruck auf die Kaffeemaschine füllte. Sie roch an dem reichen Aroma des frisch gemahlenen Kaffees bevor sie den ersten Schluck des Tages nahm.

William klapperte in seinem Sitz und kicherte laut.

Sie ging zum Kühlschrank und schaute hinein, dann dreht sie ihren Kopf zur Seite und lächelte ihren Sohn an.

Sieht so aus als hätte Daddy mal wieder die letzte Milch aufgebraucht und nicht bescheid gesagt."

Mit einem ruck ging die Kühlschranktür zu. Sara war äußerst gut gelaunt.

Sie beschloss also Grissom, auf dem Handy anzurufen, sollte er auf dem Weg von der Arbeit doch schnell eine Packung Milch kaufen.

Bevor sie aber zum Telefon gehen konnte, hörte sie das vertraute Geräusch von einem Schloss das Aufgesperrt wurde.

Kurz darauf öffnete sich die Haustür und sie Stimme ihres Mannes rief: „Guten Morgen."

Grissom betrat die Küche, er sah zwar etwas Müde aus, jedoch war auf seinen Lippen ein entspanntes lächeln.

Er ging zu Sara und legte seine Hände auf ihre Hüfte: „Guten Morgen mein Schatz."

Danach gab er ihr einen zärtlichen Kuss, der nach ein paar Sekunden etwas außer Kontrolle geriet und leidenschaftlicher wurde. Doch ein gurgeln brachte sie in die Realität zurück.

Er ließ Sara los und ging zu seinem Sohn, ihm gab er einen dicken Kuss auf die Wange und strich ihm sanft durch die Locken. „Hey Will, komm her zu Daddy.", sagte er sanft und nahm ihn dann in seine Arme.

Weißt du ich habe dir schon so oft gesagt, wenn du dir die letzte Milch nimmst, dann sag mir bescheid.", er sah sie mit einem entschuldigenden Blick an.

Ich habe es vergessen und William trinkt bestimmt auch etwas Tee, nicht war Kumpel?"

Dabei kitzelte er ihn am Bauch und das Baby lachte laut. Sara ging jedoch in Richtung Tür: „Ich möchte aber das er Morgens etwas Milch trinkt, ich geh schnell zu meiner Mutter rüber."

Sie zog sich ein paar weiße Tennisschuhe über und war schon fast bei ihrer Mutter, als sie in der kühlen Morgenluft zwei Menschen sah. Eng umschlungen küssten sie sich auf ihrem Rasen.

Die Frau, hatte einen Morgenmantel an und Pantoffeln an ihren Füßen. Der Mann hatte einen Anzug an, seine Krawatte hing lässig über dem faltigen Hemd, das nur teilweise in seiner Hose war.

Sara war wie in einem Schock, um 7 Uhr Morgens, küsste Conrad Ecklie ihre Mutter, auf ihrem Rasen!

Ihr Mund stand offen, sie drehte sich langsam um und ging mit schnellen Schritten zurück in ihr Haus.

In der Küche, fütterte Grissom seinen Sohn. Sara setzte sich, noch immer tief im Schock, an den Tisch, sie war nicht einmal im Stande gewesen ihre Schuhe auszuziehen.

Und hatte deine Mutter keine Milch?", fragte Grissom beiläufig.

Wie abwesend sagte Sara nur leise: „William, trinkt heute Morgen Tee…"

Erst jetzt bemerkte er ihren seltsames Blick: „Alles in Ordnung? Du siehst so aus als wäre ein Ufo in unserem Vorgarten gelandet."

Sara griff nach seiner Hand und schaute ihn betrübt an: „Ich wünschte es wäre so…"

Die ganze Situation verwirrte Grissom. „Was meinst du damit? Ist etwas passiert?"

Sara nickte nur langsam: „Ich habe etwas furchtbares gesehen…"

Jetzt wurde er etwas ängstlich: „Gab es einen Unfall? Ist mit Laura alles in Ordnung?"

Sie sah etwas ratlos aus, dann blinzelte sie etwas und griff noch fester nach seiner Hand. „Ich habe gesehen wie Ecklie mit meiner Mutter knutscht, auf unserem Rasen."

Bei diesem Gedanken erschauderte sie leicht und Grissom bekam einen gequälten Gesichtsausdruck.

Oh nein, das ist alles meine Schuld.", sagte er entschuldigend. Sara tätschelte seine Hand. „Niemand ist daran schuld, meine Mutter hatte schon immer Pech mit Männern…"

Doch Grissom unterbrach sie: „Nein das verstehst du nicht… ich habe die beiden einander vorgestellt, aber ich konnte doch nicht ahnen das…"

Sara sah ihn mit großen Augen an und ließ seine Hand los. „Du hast was?!"

Als du im Krankenhaus warst… da haben wir Ecklie zufällig getroffen und ich habe beide einander vorgestellt. Sara, ich konnte doch nicht wissen das so etwas passiert."

Sara stützt sich mit den Ellbogen am Tisch ab und vergrub ihr Gesicht in ihren Handflächen. Langsam schüttelt sie ihren Kopf.

Oh mein Gott, ich glaube Ecklie hat die Nacht drüben verbracht. Ich kann nie wieder zur Arbeit gehen…"

Grissom stand auf und stellte sich hinter sie. Er legte seine Hände auf ihre Schulter und massierte sie langsam.

Wir sollten es nicht übertreiben. Es war sicherlich nur eine Nacht unkontrollierter Hormone."

Sara löste sich aus seiner Massage und sagte etwas lauter: „Aufhören! Ich will nicht noch Bilder in meinem Kopf haben."

Grissom küsste ihren Kopf, ging dann zu seinem Sohn und trug ihn ins Wohnzimmer. Sara hörte nur wie er sagte: „Komm, wir lassen deine Mama etwas alleine. Aber ich hab guten Nachrichten für dich, vielleicht bekommst du bald einen Opa."

Das ist nicht witzig Gil.", rief sie ihnen nach.


Als sie spät am Abend zur Arbeit fuhren, fühlte sich Sara etwas besser. Gegenüber ihrer Mutter hatte sie sich nichts anmerken lassen, sie wollte dass ihre Mutter auf sie zukam.

Seit sie in das neue Haus gezogen waren, war Laura selbstbewusster geworden. Hatte einige Hobbys und ging voll und ganz in ihrer Rolle als Großmutter auf.

Das Team hatte sich wie immer im ihren Pausenraum versammelt. Nick, Warrick und Greg waren in ein Gespräch vertieft, anscheinend hatte Greg eine neue Freundin. Nick und Warrick bombardierten ihn mit Tipps, wie er es ja nicht vermasseln konnte. Anscheinend hatten sie das Mädchen schon getroffen und mochten sie.

Sara hörte ihnen nur mit einem Ohr zu und las nebenbei in einer Akte. Ab und zu musste sie über die seltsamen Vorschläge schmunzeln. Sie nahm sich vor Greg an diesem Abend irgendwann zur Seite zu nehmen um ihm zu erklären dass er bloß nicht auf die beiden hören sollte, als jemand sich laut räusperte.

Ecklie stand in der Tür und schaute Sara an: „Sara, könnte ich einen Augenblick mit ihnen sprechen."

Die anderen sagten kein Wort, jedoch hatte er diesen Satz so freundlich ausgesprochen dass Sara nackte Panik überkam.

Aber natürlich Ecklie.", sagte sie locker und trat hinaus in den Flur.

Also, was kann ich für sie tun?", fragte sie ihn.

Hören sie, das ist mir etwas peinlich, aber haben sie eine Ahnung welche Art von Blumen ihre Mutter vielleicht gefallen könnte?"

Sara blinzelte einige Male, hatte Ecklie sieh tatsächlich um Rat gefragt? „Meine Mutter ist allergisch gegen Blumen.", sprudelte es aus ihr heraus, er sah sie etwas Misstrauisch an. „Wie sieht es mit Schokolade aus?"

Sara schluckte, er wollte ihr Geschenke machen, im Grunde war das eine nette Geste, aber wieso musste er ausgerechnet sie um Rat fragen.

Sie lebt im Moment auf Diät."

In Ordnung, hören sie, vergessen sie einfach das ich gefragt habe.", etwas Trauriges lag in seinem Ton und sie schaute ihm etwas Schuldbewusst hinterher.

Oh, je das sah gerade so aus als hättest du Ecklies Herz gebrochen, wenn wir davon ausgehen das er eins besitzt.", sagte Catherine fröhlich. Anscheinend war sie gerade aus dem Umkleideraum gekommen.

Nun fühlte sich Sara schuldig, anscheinend wollte er nur nett zu Laura sein und sie hatte sich wie ein kleines Kind benommen das ihre Mutter mit keinem neuen Mann teilen wollte.

Beide setzten sich an den Tisch im Pausenraum. Die anderen bemerkten Saras betrübten Gesichtsausdruck.

Was ist los, Sara. Hat Ecklie dir irgendeine langweilige Arbeit aufgedrückt?"

Sie seufzte nur leicht und schaute sie dann alle an.

Hört zu, ich muss euch etwas erzählen aber ihr müsst mir versprechen, dass dieses Gespräch nicht den Raum verlässt!"

Alle schauten sie gespannt an. „Klar du kannst dich auf uns verlassen, also was ist los?"

Sie Atmete einmal Tief durch: „Griss, hat Ecklie anscheinend im Krankenhaus getroffen, als wir William dort behandeln ließen. Dabei hat er anscheinend Ecklie und meine Mutter miteinander bekannt gemacht. Und heute Morgen habe ich die beiden in einer etwas intimeren Situation auf unserem Rasen erwischt."

Niemals! Deine Mutter und Ecklie hatten Sex auf eurem Rasen.", brach es aus Greg heraus, offensichtlicher weise ohne Nachgedacht zu haben.

Sara haute ihn auf die Schulter: „Nein, nicht so intim! Ich rede von heißen Küssen die man niemals mit Ecklie teilen sollte, es dreht sich bei echter Intimität nicht immer nur um Sex, Greg."

Es ist aber auch niemals von Nachteil.", bemerkte Warrick und alle starrten ihn an: „Ihr wisst schon, der Stressabbau, die Euphorie…."

Das ist nicht Hilfreich Warrick!", sagte Sara etwas gereizt.

Oh deswegen diese Blicke eben." Catherine schaute Sara etwas sauer an. „Ich kenne diesen Blick Sara. Lindsay hatte auch diesen Blick als ich einmal einen Mann mit nach Hause gebracht habe. Es ist der Blick der eifersüchtigen Töchter." Nun wurde ihre Stimme etwas vorwurfsvoller. „Ich kann nicht glauben dass du so empfindest, sie ist eine erwachsene Frau und Ecklie ist wahrscheinlich der anständigste Mann mit dem sie je etwas hatte. Du solltest dich für sie freuen!"

Irgendwo zwischen Ekel und Schuldgefühlen brach es aus ihr heraus: „Du hast ja recht Catherine, ich sollte mich für sie freuen. Aber es ist Ecklie!"

Stell dir mal vor die beiden Heiraten, dann wäre Ecklie dein Stiefvater.", sagte Nick der nun wirklich Probleme hatte sein grinsen zu unterdrücken.

Aber Sara sah nur verzweifelt aus: „Was soll ich den tun, ich will doch nur das sie Glücklich ist." Catherine legte tröstend einen Arm um ihre Kollegin: „Akzeptiere es einfach, niemand sagt das du mit ihm Verlobungsringe aussuchen sollst. Vielleicht ist es einfach nur eine Affäre die deiner Mutter richtig gut tut."

Sara war klar, dass sie sich bei Ecklie entschuldigen musste. Vielleicht würde sie ihm auch verraten welche Blumen ihre Mutter mochte.

Aber das war auch schon mehr als genug, irgendwie musste sie lernen damit umzugehen.