Disclaimer: Siehe Anfang.
Beta: Spelli. (Danke!)
9. Tiara
Es kommt ein Tag, da die Kinder ihre Eltern übertreffen.
- Setsuna zu 'Gott' in Angel Sanctuary
Tiara saß staunend zwischen den anderen Kindern in ihrem Boot und blickte auf das Schloss. Tom hatte schon viel davon erzählt, doch es in echt zu sehen war noch mal etwas ganz Anderes.
Die Zinnen glänzten im letzten Licht der Abendsonne, während in den Fenstern der Türme und Mauern bereits gelber, warmer Kerzenschein flackerte.
Jill, das Mädchen neben Tiara, begann aufgeregt hin und her zu wippen, bis das ganze Boot schwankte.
"Hey!", empörte sich Tiara.
Verärgert und ein wenig besorgt tastete sie nach dem kleinen Päckchen in ihrer rechten Umhangstasche. Es durfte nicht nass werden, und schon gar nicht über Bord fallen.
Pass nur auf, Tom, ich werde dir deinen Brief schon bringen!
Entschlossen blickte sie wieder nach vorne.
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Die große Halle war erfüllt vom Geschnatter und Getratsche mehrerer hundert Schüler.
Man konnte beinahe meinen, es gäbe keinen Krieg, wenn man sah, wie die Kinder ausgelassen ihre Schulfreunde begrüßten, Neuigkeiten aus den Ferien austauschten und alberne Spiele spielten.
Harry saß zwischen Poppy Pomfrey und Minerva McGonagall am Tisch und fühlte sich sehr fehl am Platze. Schlimm genug, dass er hier oben den Blicken aller Schüler ausgesetzt war; er musste sich auch gerade damit auseinandersetzen, dass das gesamte Kollegium ihm das 'Du' angeboten hatte. Er konnte sich nur schwer daran gewöhnen, Professor McGonagall als 'Minerva' anzusprechen. Oder gar 'Poppy', und 'Argus'...?
Momentan war der Platz zu seiner Linken noch leer, da ...Minerva, zwang er sich zu denken, gerade die Erstklässler empfing.
Die Geräusche in der Halle erstarben langsam, als die kleinen Gestalten sich eingeschüchtert in die Halle drängten und mit großen Kinderaugen die verzauberte Decke anstarrten.
Der Hut sang sein Lied, von dem Harry erfahren hatte, dass es seit Jahren nur noch verschiedene Variationen von: 'Haltet zusammen', 'begrabt alte Feindschaften' und 'mögen starke Freundschaften euch leiten' beinhaltete.
Dann ergriff... Minerva... ihre Liste und begann, Namen vorzulesen.
"Atton, Shannon."
"HUFFLEPUFF!"
"Bedley, Alice."
"SLYTHERIN!"
"Bart, Steven."
"GRYFFINDOR!"
...
So ging es eine ganze Weile. Harry passte nicht wirklich auf, bis schließlich...
"Mudo, Tiara."
Tom setzte sich etwas aufrechter hin, als die Tochter seiner Freunde auf den Hut zulief.
Tiara fing seinen Blick auf und grinste ihm kurz nervös zu, ehe sie sich den alten Filzlappen überstülpte, welcher über ihre zukünftige 'Familie' innerhalb der Schule entscheiden sollte.
Der Hut schien einige Zeit zu überlegen; Harry hob sein Glas und trank einen Schluck Kürbissaft.
"SLYTHERIN!"
Der Saft spritzte in fröhlichem Bogen über Harrys Teller und benetzte die Tischdecke.
Absolut ungläubig starrte Harry das kleine Mädchen an, welches den Hut zurücklegte und mit entschlossenem Schritt auf den Tisch der Schlangen zumarschierte.
Wieder trafen sich ihre Blicke.
Tiaras Kinderaugen funkelten stolz und sie gab Harry ein 'thumbs-up'.
Harry verstand es nicht; er hatte Tiara von Hogwarts erzählt, von den vier Häusern, auch davon, dass er ein Gryffindor gewesen war und immer Streit mit den Slytherins gehabt hatte. Wie konnte sie in das Haus geschickt werden, welches in den letzten Jahrzehnten die meisten dunklen Zauberer hervorgebracht hatte?
Doch der Kleinen zuliebe zwang er ein Lächeln auf sein Gesicht, bis sie sich abwandte und begann, fröhlich mit ihren eher zurückhaltenden und über-höflichen Hausgenossen zu schwatzen.
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"Tom?"
Die Eröffnungsfeier war vorüber und Schüler wie Lehrer strebten ihren jeweiligen Quartieren zu wie ein großer Ameisenzug.
Zwei Gestalten aber standen in einem Winkel der großen Halle und machten noch keine Anstalten, zu gehen.
"Hi Tiara! Wie geht es dir?"
"Prima! Und kaa-san und tou-san auch!¹ Grüße soll ich sagen. Und von tou-san soll ich dir das hier geben."
Sie drückte ihm einen zerknitterten Brief und ein kleines, hartes Päckchen in die Hand.
Tom nahm es neugierig und wollte es öffnen, doch Tiara unterbrach ihn.
"Nicht hier. Es ist geheim." Sie blinzelte verschwörerisch.
Tom war erstaunt, ließ es sich aber nicht anmerken. Vielleicht war das Mädchen tatsächlich eine Slytherin.
"Sag mal Tiara, wie kommt es, dass du nach Slytherin sortiert wurdest?"
"Ach, der Hut meinte, ich bin clever genug, um das Haus endlich von seiner Krankheit zu befreien. Weißt du, was er damit meint?"
Ohne ihm Zeit für eine Antwort zu lassen, fuhr sie fort.
"Und ich denke, Slytherin ist auch nicht schlecht. Ich mag Schlangen - Salmissra ist klasse! - und ich habe im Zug einen netten Jungen kennengelernt, der auch in Slytherin ist. Er heißt Marcus und er hat einen Zauberstab mit schwarzem Einhornhaar und seine Eltern sind beide Zauberer und er mag Muggelsüßigkeiten und er spielt gerne Quidditch und er sagt dass Hogwarts schon uralt ist und er kann-"
"Woah, langsam, Kleines!" Tom hob lachend die Hände.
Es schien, dass Tiaras Begegnung mit Marcus für sie genauso prägend gewesen war wie für ihn damals die Begegnung mit Ron.
Ob er wohl, wenn die Zugfahrt anders verlaufen wäre, dem Hut nachgegeben hätte und nach Slytherin gegangen wäre? Wie hätte das sein weiteres Leben beeinflusst?
Vielleicht war es doch nicht so schlecht, dass Tiara in das Haus sortiert worden war, welches Harry in der Vergangenheit so viele Sorgen und Probleme bereitet hatte.
Wenn der Hut ihr zutraute, den Bruch zwischen Slytherin und den anderen Häusern zu überkommen, dann konnte er nur sagen: Viel Erfolg.
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Später, alleine in seinem Zimmer, öffnete Tom Setsunas Brief.
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Hi Tom!
Ich weiß von Myriel, dass es dir gut geht. Allen Mächten sei Dank!
Sara und ich haben uns wirklich Sorgen um dich gemacht.
Myriel sagt, dass Muggel nur mit besonderer Einladung in dein Schloss kommen. Wie wir anfangs schon sagten, haben wir nicht vor, uns in den Krieg der Zaubererwelt einzumischen, denn wir haben in unserem eigenen Krieg mehr als genug sinnloses Gemetzel und Hass erlebt.
Allerdings lässt es uns auch nicht völlig kalt, wenn ein langjähriger Freund die Position des Helden einnehmen muss; ich weiß ja aus eigener Erfahrung, wie unerfreulich es sein kann, wenn alle Welt ihre Hoffnungen in dich setzt, ohne dich je auch nur nach deiner Meinung gefragt zu haben.
Kurz und gut, wir wollen dir helfen.
Also habe ich bei Raziel-kun angefragt, ob ich dir mein altes Schwert leihen darf.
Eigentlich war es als Relikt des Letzen Krieges gegen Gott im Museum in Atsiluth unter Verschluss gehalten, aber für mich haben sie eine Ausnahme gemacht. Oder vielleicht auch für dich; sie haben immer noch ein schlechtes Gewissen dir gegenüber, wegen dieser Pleite mit den Schutzengeln...
Nun, wie auch immer.
Ich hoffe, Tiara ist mit dem Schwert und dem Brief gut bei dir angekommen.
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Tom schaute auf und runzelte die Stirn.
Welches Schwert? Alles, was Tiara ihm gegeben hatte, war ein kleines, schweres, rundliches Etwas, das sich anfühlte wie ein einfacher glatter Stein.
Er wickelte das Päckchen aus und die Falten auf seiner Stirn vertieften sich. Es handelte sich tatsächlich um einen glänzenden schwarzen Stein, um den eine grobe Lederkette gewunden war.
Irritiert fuhr er fort, den Brief zu lesen.
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Die Waffe heißt Nanatsusaya, das Siebenendige Schwert.
Es gehörte einst dem Racheengel Alexiel; sie war es, die die Rebellion gegen Gott anzettelte. Aber das weißt du ja, ich erinnere mich, dass du meine Stücke alle gesehen hast.
Du weißt also auch, dass es sich verwenden lässt, um eine Seele nicht nur auf die Reise ins Jenseits zu schicken, sondern sie unterwegs auch zu läutern.
Es ist gefährlich; als ich meinen Freund Kato tötete - du hast ihn kennengelernt, es ist der ungehobelte bacca², der als Gesandter Raziel-kuns bei uns hereingeplatzt ist-
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So konnte auch nur Setsuna über einen Menschen sprechen, für dessen Tod er verantwortlich war!
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- nun, nach seinem Tod wurde ich in seine Seele gesaugt und musste sie heilen; dabei habe ich mich beinahe selbst verloren. Und Kato war lediglich durch einen Engels-Virus und ein Sammelsurium anderer Drogen fehlgeleitet.
Ich weiß nicht, was passiert, wenn du einen verrückten, sadistischen Diktator, wie du ihn beschrieben hast, mit Nanatsusaya erledigst und seine Seele zu läutern versuchst; es ist gefährlich, also nimm dich in Acht.
Ich denke aber, wenn ihr ein Problem mit Wiedergeburt habt, ist dies der sicherste Weg.
Kato-kun kann nur deswegen immer wieder auftauchen, weil einige Verrückte im Himmel sich seiner annehmen und ihn als Versuchsobjekt nutzen. Dein Dunkler Lord wird diese Gnade jedoch nicht erfahren- wenn es denn eine Gnade ist, bei Katos verschiedentlichen Reinkarnationen bin ich mir manchmal nicht so sicher...
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Plötzlich änderte sich die Schrift.
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Set-chan ist ein Idiot. Er hat Kato-kun in die Hölle geschickt, nur um ihn dann an einen der Bastelfreaks der himmlischen Rebellion zu verscherbeln. Wie er sich da noch anmaßen kann, sich ein Urteil über Kato-kun zu erlauben...
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Tom konnte Saras genervtes Augenrollen geradezu vor sich sehen.
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Wie auch immer, was mein schussliger Bruder eigentlich sagen wollte, war nur: Nimm Nanatsusaya, erledige das Monster und pass gut auf dich auf!
Liebe Grüße,
Sara und Setsuna
P.S.: Was in dem Theaterstück nicht erwähnt war, ist dieses: Das Schwert war jahrelang in diesem Blutkristall verborgen. Ich habe es wieder in diese Form zurückgeschickt, damit du es unauffällig bei dir tragen kannst. Wenn du es brauchst, kannst du es rufen. Viel Erfolg!
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Langsam ließ Tom den Brief sinken.
Alexiels Schwert?
In was war er da nur wieder hineingeraten?
¹ Japanisch für Vater und Mutter (eigentlich: okaa-san und otou-san)
² übersetzt etwa: 'Depp'
Tanja74, Olaf74 und Rirukja (und Maybe -yikes, fast vergessen!), tausend Dank für eure reviews!! Tanja: Jau, da hast du Recht. Schon seltsam: das Pairing lese ich freiwillig nie, und nu' habe ich's geschrieben. Aber meine Charaktere machen ja eh immer, was sie wollen... -schmoll- Rirukja: Ja, musst du (ich dachte, das war der Deal?? Da gebe ich dir freie Hand, mich zu nerven, und dann kommt erst eine Woche später wieder eine mail...?) -lach- Seamus ist mit Draco verlobt. Das war im 4. Kapitel... ; ) Maybe: Mein Beileid. Ohne Internet ist hart. -Direkt kommt Setsuna nicht so schnell wieder vor, aber indirekt schon dieses Kapitel...
Tut mir leid, dass ich so selten update. Ganz ehrlich? Ich hab's einfach vergessen. Ich schreibe derzeit, wenn ich überhaupt dazu komme, an anderen Sachen; meist aber lässt die Uni es ohnehin nicht zu. Die Fic hier ist schon fertig geschrieben, sie stand nur halt bisher in geringfügig weniger... öffentlichkeitstauglicher Form auf AFFN rum und langweilte sich. Also dachte ich mir, ich pass' sie ein bisschen meinem FFN-Profil an und lade sie hier hoch. Aber es ist halt doch immer nochmal Arbeit. Am ehesten setze ich mich da dran, wenn ich mal wieder eine review bekommen habe. Dann freu' ich mich immer und schau' nach, wann ich denn das letzte Mal was hochgeladen habe. Pech für euch vier, dass die anderen so selten reviewen... da habe ich einfach nicht oft die Motivation, mich wieder an EZ zu setzen, wenn ich schon mal zu meinen Fanfictions komme. ; ) Ich vermute mal, dass ich durch das unregelmäßige updaten noch mehr Leser verliere, aber zur Zeit krieg' ich's auch einfach alles nicht so auf die Reihe. Also nochmal: Sorry. Gelobe keine Besserung (ich bin kein guter Lügner ;D), aber ich werde versuchen, das Hochladen nicht wieder so lange zu verpennen, okay? Which reminds me... -zu anderer fic renn- Stimmt ja! Ähm, habe noch was zu tun. Schönen Abend allesamt!
P.S: Das Kapitel hier ist schrecklich kurz, weiß schon. Das nächste ist dafür länger. Werde versuchen, wenigstens das ein bisschen früher zu bringen, okay? -- Dime
