Kapitel 9

Auch wenn er lächelte, sah er traurig aus, dachte Harry, als er auf Remus Lupins Foto schaute. Unwillkürlich erinnerte sich Harry an die Geschichten, die Sirius ihm erzählt hatte, an die Abenteuer, die er mit seinen Freunden in Hogwarts erlebt hatte. Harry wusste, dass Sirius Remus immer noch als einen Freund betrachtete.

Als Sara ihm von dem Brief erzählt hatte, den sie Remus geschickt hatte, war er sprachlos gewesen, hatte im ersten Moment nicht gewusst, was er denken sollte. Doch langsam hatte er begonnen wieder zu hoffen. Seine Angst war weniger geworden. Vielleicht würde Remus Sirius wirklich helfen können.

Behutsam legte Harry das Fotoalbum auf den Tisch, warf einen Blick auf Faith, die friedlich den Schlaf der Erschöpften schlief und stand auf. Er ging zur Tür und blieb stehen, sah auf den Lichtschein, der unter der Tür zu sehen war. Es war noch nicht sehr spät. Sara würde noch wach sein, aber das Gespräch mit Sara würde alles andere als leicht werden. Sie hatte es vorhin zwar nicht direkt gesagt, aber es war klar, dass sie keinesfalls die Absicht hatte ihn und Faith mit nach Großbritannien zu nehmen und das etwas was Harry nicht zulassen konnte.

Harry holte tief Luft, klopfte kurz und trat ein.

„Wir werden mit dir kommen.", sagte er.

Sara, die neben dem Fenster gestanden hatte, sah ihn erstaunt an. Dann schüttelte sie den Kopf.

„Nein, dass werdet ihr mit Sicherheit nicht. Es ist zu gefährlich, Harry."

Harry sah Sara geradewegs an.

„Du wirst uns mit dir kommen lassen. Sirius hat mir viel beigebracht. Ich kann mich verteidigen. Und du bist keine Hexe. Du wirst….Wir können helfen.", sagte Harry und versuchte sein Unbehagen abzuschütteln. Nie zuvor hatte er in solch einem Ton zu Sara gesprochen und es tat ihm weh den Schmerz in ihren Augen zu sehen. Doch es musste sein. Er konnte jetzt keine Rücksicht auf ihre Gefühle nehmen. Er trat zu ihr, gab ihr keine Gelegenheit etwas zu erwidern.

„Wenn Remus dir nicht glaubt, wird er Sirius nicht helfen, Sara. Und was willst du dann tun? Er wird wahrscheinlich sagen, Sirius hätte dich verzaubert. Aber wenn ich mit ihm spreche, wird er mir glauben müssen, dass Sirius meine Eltern nicht verraten hat. Abgesehen davon, hast du daran gedacht, dass…dass es Peter Pettigrew auch noch gibt? Ich kann dich beschützen, Sara. Ich weiß, dass ich es kann."

Harry hörte das Zittern in seiner Stimme und hoffte Sara hatte es nicht bemerkt. Schnell verdrängte er seine Zweifel und wünschte sich plötzlich er hätte viel mehr Zeit damit verbracht Zaubersprüche und Flüche zu lernen. Sara sah ihn schweigend an. Beinahe abwägend, doch Harry konnte ihre Gedanken nicht erraten.

„Lass mich helfen, Sara. Es ist schließlich…wäre ich nicht gewesen, wäret ihr jetzt alle glücklich.", flüsterte er.

„Harry! Was willst du damit sagen? Dass es deine Schuld ist?"

Er antwortete nicht. Im nächsten Augenblick war Sara bei ihm, hob sanft sein Kinn.

„Harry, antworte mir. Denkst du, dass es deine Schuld ist?"

Wortlos nickte er. Unfähig etwas zu sagen. Sara sah ihn an.

„Ich dachte, Sirius hätte mit dir darüber gesprochen.", sagte sie mehr zu sich selbst.

Harry wandte den Blick ab und fand sich plötzlich in einer festen Umarmung wieder.

„Nein, Harry. Wenn du das glaubst, irrst du dich. Es ist nicht deine Schuld, war es nie. Wir lieben dich. Sirius liebt dich, wie er dir bestimmt gesagt hat. Für dich riskiert er alles. Um dich zu beschützen, erträgt er alles. Nichts könnte je etwas daran ändern. Und wärest du nicht gewesen, wäre Sirius nie nach Kanada geflohen. Er und ich hätten uns nie kennen gelernt. Ohne dich, gäbe es unsere Familie nicht. Faith wäre nie geboren worden."

Sara schob ihn ein wenig zurück und sah ihn ernst an.

„Harry, hast du Sirius je die Schuld gegeben an dem was geschehen ist?

Harrys Augen weiteten sich.

„Nein! Ich…"

„Und warum gibst du dir dann die Schuld?"

Sie strich ihm leicht über das Haar.

„Sirius und du, ihr seid beide so stur. Weder er noch du seid verantwortlich für das was geschehen ist. Und der Einzige, der Schuld hat ist Voldemort. Er hat diesen Krieg schließlich angefangen. Wenn du also irgendjemandem die Schuld geben willst, dann gib sie ihm, Harry! Aber nicht dir!", sagte sie heftig.

Harry brachte ein halbes Lächeln zustande, klammerte sich an Sara und spürte wie Tränen anfingen seine Wangen hinunterzulaufen.

„Danke, Sara.", flüsterte er erstickt und lehnte seinen Kopf gegen ihre Schulter.

Sara hielt ihn und nach einer Weile sagte sie:

„Wir werden ihn retten, Harry. Was auch immer wir tun müssen, wir werden es tun. Und vielleicht es ist wirklich besser wenn du und Faith mitkommen, so sehr ich mir auch wünschte ihr bliebet hier. Aber ich habe schließlich keine Magie."

Als er den bitteren Ton in ihrer Stimme hörte, löste er sich aus Saras Armen und trocknete hastig seine Tränen.

„Sara, es tut mit leid. Was ich vorhin gesagt habe, ich habe es nicht so gemeint. Ich..."

„Ich weiß, Harry. Ich weiß, wie du es gemeint hast. Und ich denke, du hast Recht. Ich weiß so wenig über die magische Welt und du und Faith….in dieser einen Sache wisst ihr mehr als ich. Allein deswegen werde ich euch mitnehmen. Sonst hätte ich es euch verboten. Es ist gefährlich. Ich will nicht, dass euch etwas geschieht. Ich könnte es nicht ertragen euch zu verlieren. Und Faith wird natürlich auch mitkommen wollen. Wenn ich dich mitnehme, kann ich es ihr wohl nicht verbieten.", sagte sie und seufzte.

„Dass würde sie mir nie verzeihen."

Dann wurde ihr Gesicht hart. Harry spürte Saras Hand auf seiner Schulter.

„Wir haben all die Jahre überstanden. Das werden wir auch überstehen, Harry und wenn wir es mit dem gesamten Phönixorden und all den Anhängern Voldemorts aufnehmen müssen, wir werden Sirius helfen."


Hatte er den Brief erst einmal oder schon zwei Mal gelesen? Remus wusste es nicht mehr. Sein Blick glitt über die Schrift, die schrägen Buchstaben.

Ich bin Sara Black…Ich bin Sirius Blacks Frau…Was auch immer Sie jetzt auch denken, ich flehe Sie an, lesen sie meinen Brief zu Ende…es geht auch um Harry…Harry geht es gut…da ich eine Muggel bin…die magische Welt ist mir fremd……Sirius hat mir alles erzählt…es ist die Wahrheit…Schmerz in Sirius' Augen, als er von James und Lily sprach…Angst, dass ihm niemand glauben würde…Peter Pettigrew verriet die Potters…völlig verzweifelt…Sie sind der Einzige, der Sirius helfen kann…komme mit den Kindern nach London…Treffpunkt

Wie betäubt starte Remus auf den Brief. Er schien unfähig auch nur einen klaren Gedanken zu fassen. Unwillkürlich dachte er zurück an jenen einen Tag, an dem er Sirius nach so langer Zeit gegenübergestanden hatte. Seit damals hatte er sich gefragt, warum Sirius ihn nicht getötet hatte. Er erinnerte sich, wie Sirius ihn angefleht hatte ihm zuzuhören. Der Brief würde eine Erklärung liefern, wenn die darin geschilderten Ereignisse tatsächlich der Wahrheit entsprachen.

Dann hätte Sirius einen mehr als guten Grund gehabt, warum er gewollt hatte, dass er ihm zuhörte und er hatte es nicht getan. Gefangen in seinem Hass hatte er Sirius nur besiegen wollen, hatte ihn mit aller Macht gefangen nehmen wollen und war bereit gewesen, aber auch alles zu tun, damit Sirius ihm sagte, wo sich Harry aufhielt.

Aber wenn Sirius unschuldig war, warum hatte er dann Harry vor so vielen Jahren mitgenommen? Warum hatte er nicht einfach die Wahrheit gesagt?

Mit zitternden Fingern hob Remus das eine Foto auf. Ein etwa zehnjähriger Junge sah ihm entgegen. Seine smaragdgrünen Augen strahlten und lachten. Es war ohne Zweifel jemand, der James wie aus dem Gesicht geschnitten war.

Remus zwang sich seinen Blick von dem Foto zu lösen und wandte sich wieder dem Brief zu. Seine Augen glitten zu einem Namen und er konnte es nicht glauben. Peter sollte der Verräter gewesen sein? Peter sollte Lily und James an Voldemort verraten haben? Konnte das wirklich wahr sein?

Remus schüttelte den Kopf. Er wusste nicht, was er denken sollte, was er glauben sollte. Und was sollte er jetzt tun? Sollte er Dumbledore den Brief zeigen? Sollte er…Während er noch überlegte, fiel sein Blick auf das Datum des Treffens, um den Sara ihn gebeten hatte. Im nächsten Moment saß er kerzengerade in seinem Sessel. Heute! Das Treffen, welches Sirius' angebliche Frau vorgeschlagen hatte, war heute. Remus schaute auf seine Uhr und zog scharf die Luft ein. Wenn er Sara nicht verpassen wollte, musste er sich beeilen. Er sprang auf und eilte zur Tür. Er musste Gewissheit haben, musste wissen, musste…

Nur mit Mühe schaffte er es Claire auszuweichen, die mit fragendem sorgenvollem Gesichtsaudruck auf ihn zutrat.

„Remus…."

Er schüttelte nur den Kopf, lief weiter. Er hörte nicht mehr, wie sie seinen Namen rief.

Dass ihm wenig später die Apparation gelang, war ein Wunder. Als er in der Winkelgasse angekommen war und den Tropfenden Kessel erreicht hatte, fiel ihm auf, dass er nicht gerade passend gekleidet war um einen Ausflug in die Muggel Welt zu unternehmen. Aber ein Blick auf seine Uhr überzeugte ihn, dass er keine andere Wahl hatte. Und im Moment hatte er wahrlich andere Sorgen, als sich Gedanken über seine Kleidung zu machen.

Es war nur gut, dass die Tower Bridge nicht allzu weit entfernt war. Geld um ein Taxi zu nehmen, hätte er keines gehabt. Er fing an zu laufen.

Endlich kam die Brücke in Sicht, er schritt rascher. Seine Hand flog zu seinem Zauberstab. Wenn es eine Falle war, wollte er vorbereitet sein. Schnell sah er sich um. Doch nur eine junge Frau stand einsam und allein wenige Meter von ihm entfernt. Wie sie geschrieben hatte, trug sie einen grünen Pullover. Zögernd trat sie auf ihn zu. Sie war klein und schlank. Das dichte dunkelbraune Haar hing ihr wirr in das blasse schmale Gesicht. Dunkle Schatten lagen unter ihren Augen. Sie sah ihn an.

„Mr. Lupin?"

Er nickte, er war nicht fähig zu sprechen. Stumm blickte er sie an. Er sah die Angst in ihren grauen Augen.

„Wo ist Harry?", fragte er im nächsten Augenblick.

„Weshalb wollen Sie das wissen?"

„Weshalb…"

Remus brach ab, bedauerte, dass er nicht Claire mitgenommen hatte. Denn eines war ihm inzwischen klar geworden, diese junge Frau war entweder eine brillante Schauspielerin oder eine verzweifelte, verängstigte Frau, die den Mann verloren hatte, den sie liebte. Und ersteres bezweifelte er. Also sagte er so ruhig er konnte:

„Ich würde Harry gern wieder sehen, sicherstellen, dass es ihm gut geht. Ich bin alleine gekommen. Sie können mir vertrauen. Ich möchte nur verstehen. Ihr Brief…es fällt mir schwer…"

„Sirius hat Lily und James nicht verraten.", sagte Sara.

„Er macht sich heute noch die bittersten Vorwürfe. Bitte, glauben Sie mir. Helfen Sie Sirius, bitte."

Saras Stimme brach und Remus hörte sich sagen:

„Sirius lebt. Das französische Zaubereiministerium hat eingewilligt ihn uns zu übergeben. So viel ich weiß, sollte er heute Abend in Großbritannien eintreffen. Wenn er wirklich unschuldig sein sollte, hat er nichts zu befürchten."

Sara schloss die Augen, hielt sich für einen Augenblick am Brückengeländer fest.

„Er ist unschuldig.", sagte sie leise.

Remus betrachtete Sara schweigend. Schließlich sagte er:

„Bringen Sie mich zu Harry. Bitte."

Sara rührte sich nicht. Langsam hob sie den Kopf und blickte ihm zum ersten Mal geradewegs in die Augen.

„Sirius vertraut Ihnen.", sagte sie und drehte sich um.

Dieser Satz traf Remus hart. Sara hatte das Ende der Brücke schon erreicht, als er sich endlich wieder bewegen konnte.

Während sie die Straße entlang gingen, fing Sara plötzlich an zu erzählen. Sie erzählte von Harry, von Sirius und von Faith. Remus hörte zu, konnte es kaum glauben, dass Sirius eine Tochter hatte und hielt unwillkürlich inne. Glaubte er es schon? Glaubte er, dass Sirius unschuldig war?

„Wir sind da."

Er schaute auf und hätte doch nicht sagen können, wie das Hotel aussah. Sara führte ihn durch die schlichte, kleine Halle und die Treppe hinauf. Vor einer Tür blieb sie stehen, holte einen Schlüssel hervor. Dann jedoch zögerte sie, sah ihn wieder an. Sie vertraute ihm nicht und er konnte ihr keinen Vorwurf machen.

„Ich möchte mich nur vergewissern, dass es Harry gut geht.", sagte er leise.

Sara holte tief Luft und steckte den Schlüssel ins Schlüsselloch.

Als sie ins Zimmer traten, verebbten die leisen Stimmen. Remus' Blick fiel auf die Kinder, die auf der blauen Coach saßen, auf den schwarzhaarigen Jungen, der ihn mit großen smaragdgrünen Augen ansah. Es waren Lilys Augen. Remus sah auf das kleine Mädchen, das sich in Harrys Arme gekuschelt hatte und tatsächlich eine unleugbare Ähnlichkeit mit Sirius besaß.

Er trat einen Schritt vor.

„Harry…", flüsterte er und spürte, wie Tränen sich in seine Augen stahlen. Damals, als er von dem Verrat gehört hatte, von James' und Lilys Tod, von Harrys Entführung hatte er keine einzige Träne weinen können, all die langen Jahre war er dazu nicht fähig gewesen, doch jetzt wollten die Tränen nicht aufhören über seine Wangen zu laufen. Er hatte Harry gefunden. Nach endlosen langen Jahren hatte er Harry endlich gefunden.


Während er die leeren Korridore von Hogwarts entlang eilte, waren Peters Gedanken immer noch bei der Ordensversammlung, die vor wenigen Augenblicken stattgefunden hatte. Die Nachricht, dass Sirius tatsächlich nach Hogwarts gebracht worden war und nun auch noch hier war, hatte ihn tief erschreckt. Er wusste, dass er handeln musste. Wenn Sirius die Gelegenheit bekam die Wahrheit zu sagen, war er verloren.

Es war ohnehin ein Wunder, eine Verkettung glücklicher Umstände, dass die Wahrheit nicht schon längst ans Licht gekommen war. Peter schüttelte den Kopf, als er daran dachte, was Dumbledore ihnen erzählt hatte. Immun gegen Veritaserum, wer hätte gedacht, dass das möglich war? Sirius jedoch war es anscheinend. Und die französischen Auroren, die so begierig gewesen waren Sirius zum Sprechen zu bringen, hatten ihm eine viel zu hohe Dosis eingeflößt und hatten ihn somit beinahe umgebracht. Wirklich schade, dass sie es nicht geschafft hatten, dachte er bedauernd.

Vor der Tür blieb er zögernd stehen. Ihm wurde bewusst, dass er keinen Plan hatte, mit keiner bestimmten Absicht hierher gekommen war. Aber wenn er verhindern wollte, dass Sirius die Wahrheit ausplauderte und er ins Gefängnis kam, musste er Sirius unschädlich machen und Remus würde sicher nicht die Gelegenheit verstreichen lassen mit Sirius zu sprechen, nachdem er die letzten Jahre alles daran gesetzt hatte Sirius ausfindig zu machen und gefangen zu nehmen. Heute war Remus allerdings nicht anwesend gewesen und Claire hatte ziemlich ausweichend geantwortet, als Dumbledore besorgt nach Remus' Verbleib gefragt hatte.

Peter streckte eine Hand nach der Klinke aus und zwang sich seine Gedanken von Remus wieder zu der dringenden Frage zu lenken, was er nun tun sollte. Er öffnete die Tür und betrat langsam den Krankenflügel. Von Pomfrey war weit und breit nichts zu sehen, worüber er nur erleichtert war. Er hatte die Krankenschwester nie gemocht. Neben Sirius' Bett saß einer der Ministeriumsauroren und bewachte seinen Gefangenen mit ziemlich saurer Miene. Er wandte sich um und sah ihn mit hochgezogenen Augenbrauen an.

„Falls Sie Antworten haben wollen, Pettigrew, es ist sinnlos. Er ist mehr oder weniger bewusstlos."

Peter nickte und trat vorsichtig näher. Vor dem Bett blieb er stehen. Sirius' Gesicht war aschfahl. Er warf sich unruhig hin und her.

„Harry, Sara…Faith", murmelte er mit rauer Stimme.

„Ich muss…muss…"

Peter warf einen Seitenblick auf den Wächter. Obwohl dessen Aufmerksamkeit auf Sirius gerichtet war, rutschte der Auror auf seinem Stuhl hin und her.

„Sitzen Sie hier schon lange?", fragte Peter beiläufig.

„Seit heute Morgen."

„Wenn Sie wollen, kann ich Sie ein paar Minuten vertreten. Es wäre kein Problem."

Der Auror sah auf, zögerte.

„Nun ja, er sollte keine Schwierigkeiten machen.", sagte er schließlich und nickte zu Sirius.

„Danke Pettigrew. Ich bin gleich zurück."

Peter nickte und konnte sein Glück nicht fassen. Das war es, einen günstigeren Augenblick würde es nicht geben. Dies war höchstwahrscheinlich seine einzige Chance. Wer weiß, wie lange es dauerte bis Sirius wieder wohlauf war. Dumbledore hatte mit grimmigem Gesicht etwas von ein paar Tagen gemurmelt, jedenfalls war es das, was Pomfrey glaubte.

Peter wand sich Sirius zu und hob den Zauberstab. Doch er zögerte. Er wusste, dass er Sirius töten musste, ihm blieb keine Wahl. Er holte tief Luft. Aber bevor er dazu kam den Todesfluch auszusprechen, flogen Sirius' Augen offen. Mit Mühe versuchte er sich aufzusetzen.

„Ich muss zu ihnen…Sara, Harry, Faith…muss zu ihnen…", keuchte er.

Peter, dem fast das Herz stehen geblieben war, schluckte, versuchte seiner Angst Herr zu werden. Sirius erkannte ihn nicht, begriff er plötzlich. Sirius' Augen waren blutunterlaufen und glänzten mit unnatürlichem Licht.

Peter starrte Sirius an, der es mittlerweile aus dem Bett geschafft hatte und auf die Knie gefallen war. Wenn es ihm gelang Sirius aus Hogwarts hinauszuschmuggeln und Sirius dem Dunklen Lord auszuliefern, dann…

„Warte, ich helfe dir.", sagte er so sanft er konnte und beugte sich herab. Wild blickten ihn blaue Augen an. Wieder wiederholte Sirius die Namen, die er vor wenigen Augenblicken gemurmelt hatte.

„Ja, ich bringe dich zu Harry, Sara und Faith. Komm."