Titel: Harry Potter und sein anderes Selbst

Disclaimer: Nix meins, alles J.K. Rowlings…leider… Naja, wenigstens Sophie gehört mir. Das ist doch auch was… ;)

Kategorie: Drama/Action/Adventure

Inhalt: Harry Potter macht an seinem 17 Geburtstag eine Veränderung durch, die sein ganzes Leben auf den Kopf stellt. Und zusätzlich muss er kurze Zeit später in den Kampf gegen Voldemort ziehen.

Beta: Diesmal niemand, also verzeiht mir die Fehler, ja. Ich wollte es euch so schnell wie möglich on stellen!!!! ;)

Also, hier ist es nun – endlich!!! Ja, ja ich weiß, ist schon wieder ne Ewigkeit her, aber diesmal ist es auch nicht so ein Lückenfüller…

Und inzwischen hab ich mich (nach vielen seeehr lustigen Diskussionen mit NILY[, der ich das Chap widmen möchte, da sie mir sehr geholfen hat!!!!! Danke!!!!]) für das Pairing Sophie/Blaise entschieden.

Ich will und kann es leider nicht ausschließen, dass es sich irgendwann noch mal ändert… meine Storys haben es so an sich, sich selbst irgendwann weiter zu schreiben ;)… aber ich denke, es ist nicht sehr wahrscheinlich!

Sorry, für alle Draco Fans (ich bin selber ein riesiger), aber Blaise passt mit seiner quirligen Art einfach besser in diese Story, außerdem müsst ihr zugeben, dass es schon Haufenweise Harry/Draco Storys gibt. Mit diesen wunderbaren FFs kann ich mich einfach nicht messen… und meine Lieblingsstorys sind nun mal mit diesem Pairing… Zum Glück^^ :D

Aber genug gefaselt… Viel Spaß beim Lesen

Kapitel 8

Verbündeter

Blaise rannte.

Er rannte so schnell wie noch nie in seinem Leben. 'Weg! Bloß weg von hier'.

Keuchend stolperte er über den unebenen Waldboden, den Beutel, den seine Mutter ihm 10 Minuten zuvor mit einem verzweifelten Blick in die Hand gedrückt hatte, dicht an die Brust gepresst.

"Schnell Blaise", hatte sie geflüstert und einen gehetzten Blick über die Schulter geworfen, "du musst hier weg! Bitte beeile dich. DICH soll er nicht bekommen. Nein, nicht das du so endest wie Draco."

Dann war in einem der oberen Stockwerke die Stimme seines Vaters erklungen: "Nott, Macnair, seht in den oberen Stockwerken nach, ob da dieser verdorbene Bengel ist! Wenn ich den in die Finger kriege, wird er nie wieder auch nur einen Mucks machen können... Nein, ES IST ALLES IN ORDNUNG!!! Und jetzt geht und SUCHT diesen Taugenichts!"

Und Blaise war gerannt.

Er musste die Grenzen des Grundstücks erreichen, vorher konnte er nicht disapparieren.

Eine Wurzel, die er nicht gesehen hatte, ließ ihn der Länge nach hinschlagen und der Beutel entglitt ihm.

"Nein", er wusste nicht was alles dort drin war, doch seine Mutter hatte es für nötig gehalten sich die Zeit zu nehmen ihn zusammen zu packen und ihm zu geben.

Blaise sah sich um. Es war vollkommen still. Kein Vogel gab einen Laut von sich, nichts regte sich. Blaise war mitten im Wald und er konnte nicht sagen, ob er die Schutzbanne, die für ihn gerade zum Gefängnis wurden, schon verlassen hatte oder nicht.

Langsam richtete er sich auf. Der Beutel lag unschuldig vor ihm auf dem Waldboden und schien auf ihn zu warten, denn er war aufgegangen und Blaise konnte ein Stück Holz hervorgucken sehen. Erfreut zog er seinen Zauberstab hervor. Er war zwar schon seit einer ganzen Weile 17 aber sein Vater hatte ihm den Stab wie jedes Jahr direkt nach dem Ende des Schuljahrs abgenommen.

Seine Mutter hatte ihn heute geschockt. Er hatte immer angenommen, dass sie im Gegensatz zu ihm genau wie sein Vater dem Lord treu ergeben war. Offensichtlich ein Irrtum.

Kraft, Zuversicht und Hoffnung durchströmte den Jungen als er den vertrauten Stab umschloss.

Doch Rufe und Lärm rissen ihn dann schnell wieder aus seiner Träumerei. Erschrocken klaubte er den Beutel auf und sprintete weiter. Ein grüner Blitz zischte an ihm vorbei. Blaise drehte während des Laufens den Kopf und sah Nott und seinen Vater mit zornverzerrten Gesichtern hinter sich her rennen. Gerade hob sein Vater erneut den Zauberstab.

Blaise schlug einen Hacken und rannte nun im rechten Winkel von den beiden Männern weg, und so verfehlte der erneut grüne Blitz ihn um einige Meter. Sein Vater hatte auch schon mal besser zielen können, war sein letzter Gedanke, als er aus dem Wald stolperte und sich unmittelbar vor den Häusern des nahe gelegenen Dorfes wieder fand.

Ohne zu überlegen hob er den Zauberstab und disapparierte.

Geschockt riss Blaise die Augen auf. Er war ohne nachzudenken appariert. Wie hatte er so dumm sein können? WENN er zersplintert wäre, hätte er wohl nicht darauf vertrauen können, dass sein Vater einen Heiler rufen und ihm helfen wurde.

Blaise schloss seine Augen wieder, als ihm Tränen in selbige schossen. Sein eigener Vater hatte zwei Todesflüche auf ihn abgefeuert. Sein eigener Vater...

Blaise schluchzte auf.

Und seine Mutter? Sie hatte ihm geholfen zu fliehen, sein Vater wurde bestimmt dahinter kommen und sie... Blaise wagte es nicht den Gedanken zu Ende zu denken.

"Hey du? Geht's dir gut?"

Blaise riss die Augen auf. Eine alte Frau stand vor ihm und sah ihn mit misstrauisch zusammengekniffenen Augen an.

"Ähm ja, danke, mir geht's gut. Vielen Dank." Blaise bedankte sich noch einmal und drehte sich hastig um, um zu verschwinden und blieb schon wieder wie vom Donner gerührt stehen.

Hogwarts.

Der Slytherin war direkt vor die Tore appariert. Wie konnte das sein? Er hatte doch eigentlich an gar keinen bestimmten Ort gedacht, er war einfach disappariert in der Hoffnung sein Leben zu retten. Offensichtlich befand sein Unterbewusstsein Hogwarts als den besten Platz um sein Leben zu retten.

Schließlich setzte sich der Slytherin in Bewegung als ihm bewusst wurde, dass die alte Frau immer noch hinter ihm stand und ihn argwöhnisch musterte. Verwundert stellte er am Tor fest, dass er es einfach betreten konnte, und nicht erst sich anmelden musste. So konnte doch jeder einfach ins Schloss oder? Naja, Todesser würden natürlich auch nie auf die simple Idee kommen einfach das Tor zu benutzen.

Als Blaise den halben Weg zum Portal zurückgelegt hatte, fragte er sich plötzlich, was er hier eigentlich wollte. Was erhoffte er sich von McGonnagal? Schließlich waren seine Eltern als Todesser weithin bekannt, wie bei fast jedem Slytherin. Konnte er sich zur Not vielleicht irgendwo im Schloss verstecken bis das Schuljahr wieder anfangen würde... eine sehr trostlose Aussicht.

Oder er...

"Zabini?!"

Blaise blieb sofort stehen. Er hatte gerade das Eingangsportal erreicht, als es aufgestoßen wurde, bevor er es berühren konnte. Ihm gegenüber stand ein Mädchen. Leicht fasziniert ließ Blaise den Blick über ihre Erscheinung gleiten. Keine Frage, sie sah gut aus, verdammt gut.

"Zabini? Hast du die Sprache verloren? Ich rede mit dir! Kannst du gefälligst mal antworten?!" Blaise konnte sich für einen Moment gerade noch davon abhalten erschrocken zurück zu zucken. Hatte er schon seit einer ganzen Weile das Gefühl, dass ihn das Gesicht des Mädchens an irgendwen erinnerte, so hatte sich dieses Gefühl jetzt zur Gewissheit entwickelt. Gesicht, Haar- und Augenfarbe, der Tonfall und die bissigen Worte... das alles erinnerte ihn so sehr an Harry Potter, dass es schon fast beängstigend war. Würde er es nicht besser wissen, würde er sagen, er stand gerade der Zwillingsschwester von dem Jungen-der-überlebt-hatte gegenüber.

„Äh… ähm…" Man, war das peinlich! Ein Slytherin stammelte doch nicht! Und doch wusste Blaise nicht wirklich was er sagen sollte. Es war vor allem nicht hilfreich, dass er immer noch das Gefühl hatte, einem weiblichen Potter gegenüber zu stehen. Dem hätte er jetzt eine gepfefferte Antwort gegeben, doch einem Mädchen, noch dazu einem fremdem Mädchen wollte er so was nicht an den Kopf werfen.

„Was?", blaffte die Schwarzhaarige ihn an, „fehlen dir jetzt die Worte? Was machst du überhaupt hier?"

Wie? Hatte er jetzt was verpasst? Nicht nur, dass sie seinen Namen kannte, nein sie wusste anscheinend auch, dass er nach Hogwarts ging. Aber sie doch nicht, oder? Verzweifelt versuchte Blaise sich an sie zu erinnern. Nein, ein Mädchen, das so gut aussah, wäre ihm doch bestimmt aufgefallen. Schließlich schaffte der Slytherin es dann doch noch sich zusammen zu reißen.

„Woher kennst du meinen Namen??? Kennen wir uns vielleicht?" Überrascht bemerkte der schwarzhaarige Junge, wie erst ein verwirrter, dann ein entsetzter und schließlich ein schuldbewusster Ausdruck in ihren Augen erschien. Außerdem war sie es, die plötzlich anfing zu stottern. Was war denn jetzt plötzlich los?

„Ähm… ach… ach weißt du, meine Freundin geht hier auf die Schule. Und… und sie hat mir von dir… also von euch Slytherins erzählt…"

Ja, klar, dachte Blaise. Die log ja mal so was von wie gedruckt. Aber egal, wenn sie ihm nicht die Wahrheit sagen wollte, dann eben nicht.

„Okay…", erwiderte er langsam, „dann will ich dich mal nicht aufhalten. Schönen Tag auch noch."

Er wollte sich schon an ihr vorbeischieben, als sie ihn noch einmal aufhielt.

„Ach komm schon, jetzt hau nicht gleich ab. Ich… Also meine Freundin hat erzählt, dass ihr Slytherins alle Todes… nun, dass viele von euch auf der dunklen Seite kämpfen. Warum bist du also hier?" Sie schien wohl plötzlich eine Eingebung zu haben, „Du willst doch hier nicht rumspionieren, oder?"

Blaise schaute sie verdattert an. War die so blöd, oder tat sie nur so?

„Mädel, ich gehe hier zur Schule! Warum sollte ich einen Ort ausspionieren, den ich wie meinen eigenen Zaubertrankkasten kenne… Und… Scher mich nicht mit den Todessern über einen Kamm! Mit denen will nicht in Verbindung gebracht werden." Blaise konnte nicht verhindern, dass seine Stimme am Ende vor mühsam unterdrückter Wut immer mehr zu Zittern begann. Das war ja wohl die Höhe. Wie konnte sie es wagen ihn mit Leuten wie seinem Vater zu vergleichen, die ihre eigenen Familienmitglieder angriffen.

„WAS?" Dieses dreiste Mädel hätte er fast vergessen. „Du… hast wirklich nichts mit den Todessern zu tun? Das nehm' ich dir nicht ab!"

Blaise schnaubte inzwischen vor Wut. „Pass auf! Ich weiß nicht wer du bist, und was du hier machst, aber deine nette Geschichte über eine Freundin, die dir von Hogwarts erzählt hat, kannst du gleich mal wieder vergessen. Du kennst dich zu gut aus! Du gehst auch nach Hogwarts.", die Schwarzhaarige öffnete den Mund um etwas zu sagen, doch Blaise lies sie nicht zu Wort kommen, „… nein, lass mich ausreden. Es interessiert mich auch gar nicht, warum du mir nicht sagen willst, wer du in Wirklichkeit bist… Ich will nur meine Sicherheit und von diesem ganzen Scheiß hier nichts mehr wissen. Verstanden?"

Sie war von seinem Vortrag offensichtlich überrumpelt, denn sie öffnete und schloss diesen wie bei einem Fisch auf dem Trockenen, ohne, dass etwas zu hören war, außer: „Äh…äh…"

Blaise musste gegen seinen Willen anfangen zu Lachen. „Jetzt krieg dich mal wieder ein. Und ich muss jetzt zu McGonnagal. Mal sehen was sie mir so anbieten kann. Wir sehen uns…" er sah sie kurz an, „… oder auch nicht…"

Er zwinkerte ihr kurz zu und ging dann an ihr vorbei ins Innere des Schlosses.


Als Blaise Zabini hinter Sophie im Schloss verschwunden war, erlangte sie endlich ihre Beherrschung wieder. Wer rechnete aber auch schon mit einem geläuterten Slytherin. Noch dazu einem, der so schlau war, dass er raus bekam, dass sie hier nach Hogwarts ging und dann aber nicht wissen wollte, wer sie wirklich war.

Genau in diesem Moment traf die schwarzhaarige eine Entscheidung und Fawkes, der unsichtbar auf ihrer Schulter saß, gurrte zustimmend, als sie sich umdrehte und Zabini nacheilte.

„Hey Zabini, jetzt warte doch mal!"

Genannter drehte sich eindeutig genervt um. „Was ist denn jetzt noch?"

Und während er da so in typischer Slytherinpose stand, mit einem leicht spöttischen Lächeln auf den Lippen, war Sophie sich plötzlich nicht mehr so sicher, ob ihre Idee wirklich so gut gewesen war. Fawkes nahm ihr die Entscheidung dann aber just in dem Moment ab, als sie sich grad umwenden wollte. Und zwar mit der einfachen Aktion sich wieder sichtbar zumachen. Zabini war so überrascht, dass er sich die Blöße gab, und einen Schritt nach hinten zu stolperte. Sophie verdrehte genervt die Augen.

„Faawkes! Musste das sein? Das hätten wir auch schonender machen können." Der Phönix gurrte jedoch nur fröhlich vor sich hin. Sophie seufzte. „Ist ja gut, ist ja gut. Also, Zabini, dieser Phönix hier hat ja gerade wunderbar rücksichtslos bewiesen, dass er dir vertraut. Toll. Wirklich super. Naja, wie dem auch sei, Fakt ist jedenfalls: Du brauchst jemanden, der dich in Sicherheit bringt, und ich brauch jemanden, der sich mit Slytherins, Todessern und schwarzer Magie auskennt. OK, zugegebener Maßen, ich brauch halt allgemein Hilfe und du passt mir grad hervorragend ins Bild. Gut, können wir dann los? Ich hab keinen Bock McGonnagal über den Weg zu laufen und ihr zu erklären, warum ich gerade DICH mitnehme." Da der Slytherin immer noch geschockt auf der gleichen Stelle stand, ging sie auf ihn zu und rüttelte ihn kurz an der Schulter.

„Zabini! Nun komm schon! Hier kriegst du sowieso keine Antworten… zu viele Ohren, du weißt schon!"


Blaise stand immer noch stocksteif da. Er war viel zu geschockt, von dem was gerade passiert war.

Dieses komische Mädchen hatte doch allen Ernstes einen Phönix auf der Schulter. Und wenn sich seine Ohren nicht komplett getäuscht hatten, dann war das Dumbledores Phönix… Vielleicht sollte er noch mal zu der Theorie mit Potters Zwillingsschwester zurückkehren. Das wäre nämlich grad die einzig logische Erklärung.

Und hatte dieses Mädchen – bei Merlin, so wie die sich benahm konnte sie nur in Gryffindor sein – ihm gerade angeboten ihn zu verstecken und ihm Sicherheit zu gewähren, wenn er ihr im Gegenzug etwas über die Todesser und schwarze Magie erzählte? Konnte er auf solch ein Angebot wirklich eingehen? Klar, es klang unglaublich verlockend, aber SIE war ihm ganz schön suspekt. Und wenn seine Intuition nicht täuschte (und das hatte sie noch nie getan), dann war sie wahrscheinlich eine Gryffindor. Konnte er einer Löwin soweit trauen, ihr sein Leben anzuvertrauen? Unter normalen Umständen hätte er nie und nimmer etwas anderes als NIEMALS geantwortet, aber verdammt… sein eigener Vater hatte gerade versucht ihn umzubringen. Da durfte er ja wohl etwas von der Rolle sein. Und SIE half ihm da auch nicht gerade…

Während Blaise noch das Für und Wieder abwog, wurde es dem Phönix wohl offensichtlich zu bunt, denn er erhob sich, flog zu Blaise und landete vertrauensvoll auf dessen Schulter. Das empörte „FAWKES!!!" von der Schwarzhaarigen bekam der Slytherin nur am Rande mit. Zu sehr zogen ihn diese rot-goldenen Augen, die ihm so wissend bis tief in seine Seele blickten, in ihren Bann. Und dann neigte der Phönix seinen Kopf, gurrte ihm ins Ohr und rieb seinen Kopf einmal an seiner Wange. Dann blickte er ihm noch einmal in die Augen (Blaise meinte so etwas wie ein Lächeln in ihnen zu erkennen) und flog wieder zurück zu dem Mädchen.

Dass diese Aktion Blaise half nicht mehr so komplett geschockt zu sein, konnte man nicht gerade behaupten, aber es hatte ihn auf jeden Fall zu einer Entscheidung ermutigt. Der Phönix war ihm offenbar gut gesonnen und wenn ein Phönix ihn mochte, dann konnte ihm wohl kein Schaden drohen. Deshalb nahm sich der Italiener jetzt zusammen und erwiderte den trotzigen Blick des Mädchens.

„Also gut, ich nehme an. Allerdings nur unter einer Bedingung. Ich will deinen Namen wissen. Und zwar deinen richtigen Namen. Keine ausgedachten oder ähnliche Namen!"

Triumphierend sah er, wie sie mit sich haderte. Aber wenn diese Abmachung funktionieren und ihnen Beiden etwas positives bringen sollte, dann mussten sie sich gegenseitig vertrauen. Und was war bitte so schlimm daran ihren Namen zu sagen.

Als sie eine Entscheidung getroffen hatte, auf ihn zukam und dann mit unbeweglicher Miene ihren Namen nannte, wusste er es. Doch im nächsten Augenblick war sie auch schon mit ihm von den Schlossgründen disappariert.

Der Slytherin hatte das allerdings kaum mehr geschockt. Das was ihn wirklich geschockt hatte, war ihr Name:

„Ich heiße Sophie… Potter."


Erst Stunden später, nachdem sie sich Beide ihre Geschichten erzählt hatten, hatte Blaise wirklich begriffen, dass das kein Witz war, und vor allem WAS dieser einfache Satz für eine Tragweite hatte. Doch nachdem sie mit ihm disappariert war, hatten sich die Ereignisse so dermaßen überschlagen, dass er gar nicht wirklich dazu kam, über dieses Statement nachzudenken.

Flashback

Vollkommen lautlos erschienen die beiden Jugendlichen vor der unscheinbaren Steinsäule. Während der Apparation hatte Blaise ein merkwürdiges Abgleiten gespürt. Als wenn sie von dem Ziel wegrutschen würden.

Ein Blick in das Gesicht von… Sophie bestätigte ihm, dass sie nicht am gewünschten Ziel angekommen waren. Sie schaute äußerst verwirrt. Nachdem sie einen Moment nachdenklich verharrt war, zuckte sie jedoch mit den Schultern und ging dann auf diese merkwürdige Steinsäule zu und berührte sie.

Nichts passierte.

Sie schien jedoch zufrieden, ging ein paar Schritte zurück, wartet anscheinend auf etwas und setzte sich dann wieder in Bewegung. Es hatte sich jedoch immer noch nichts Augenscheinliches getan. War sie vielleicht verrückt?

„Kommst du?"

Nach ihrer Aufforderung zuckte Blaise nur mit den Schultern und folgte ihr weiter den Weg hinauf. Doch plötzlich war sie verschwunden. Das war der Moment, als Blaise äußerst genervt anfing zu fluchen.

„Was ist denn jetzt schon wieder los? Kann denn heute gar nichts normal laufen? Ich blick so langsam nicht mehr durch! Bei Merlin, ich will doch nur endlich mal in Sicherheit sein." Doch zu seiner Erleichterung war seine Bitte anscheinend erhört worden, denn Sophie war wieder aufgetaucht. Allerdings stand sie wieder einige Meter hinter ihm. Blaise war inzwischen vollkommen verwirrt.

„Sophie… oder wie auch immer du heißt, könntest du mir BITTE erzählen, was hier los ist. Oder wenigstens wo wir hin wollen bzw. was du gerade versucht hast zu machen. Vielleicht kann ich dir ja helfen."

Sie war anscheinend auch etwas genervt, dass was-auch-immer nicht so klappte, wie sie es sich vorgestellt hatte. „Zabini, ich hab keine Ahnung warum es nicht funktioniert, also halt die Klappe und komm her."

Ok, alles klar, sie war DEFINITIV mit Potter verwand! Dennoch fügte sich Blaise seinem Schicksal ging zu ihr zurück und ergriff ihre ausgestreckte Hand. Und wieder gingen sie ein paar Schritte nach vorne, und wieder wurde er aufgehalten. Diesmal verschwand Sophie jedoch nicht einfach, sondern eiserne Stäbe erschienen plötzlich wie aus dem nichts und machten ein weitergehen unmöglich. Das war dann der Moment, in dem das Mädchen ausrastete.

„Bei Merlins Barte, das darf ja wohl nicht wahr sein. ER IST WILLKOMMEN, verdammt noch mal! Und jetzt lasst uns endlich durch!" Wen auch immer sie da gerade angebrüllt hatte, es hatte offensichtlich funktioniert. Blaise war mal wieder geschockt erstarrt. Das hatte also nicht funktioniert. Irgendwelche Schutzzauber hatten ihn nicht durchgelassen. Leicht genervt wandte sich Sophie wieder an ihn:

„Endlich willkommen in Godric's Hollow. Hat ja auch lange genug gedauert. Sorry, ich wusste nicht, dass ich dich praktisch erst einladen muss." Sie sah ihn leicht zerknirscht an und zog ihn dann auf die Kutsche zu, da er sich immer noch nicht gerührt hatte und mit einem so gar nicht slytherintypischen, offenem Mund auf das Schloss zeigte, das sich hinter den Bäumen abzeichnete. Verständlich, dass er so reagierte, sie war ja auch sehr erstaunt gewesen.

Wenig später hatten sie das Schloss erreicht und Sally hatte die beiden Schüler in ein gemütliches Wohnzimmer geführt. Blaise hätte es einen Salon genannt, wäre es nicht erstaunlich modern eingerichtet. Nur diese kleine dämliche und vollkommen übereifrige Elfe nervte einfach nur tierisch…

„POTTER, jetzt entlass endlich diese nervige Elfe!!! Da kann man sich ja überhaupt nicht konzentrieren…" Oh man ey, unfähiger ging's ja nun mal gar nicht.

„Ah Zabini… hast dich aber erstaunlich schnell mit dem Namen Potter abgefunden… dafür, dass du vorhin so geschockt warst… Respekt" Klasse Blaise, voll in die Falle getappt. Aber bei diesem Getue, da konnte man ja gar nicht anders, als schnell zu akzeptieren, dass die Beiden verwandt waren. Und wieso musste er sich jetzt bitteschön selbst in Gedanken verteidigen?

„Ach weißt du… es tut einfach so unglaublich gut endlich mal wieder jemanden mit „Potter" anzublaffen. Und du", fauchte er die Elfe an, „zum hundertsten Mal: ICH WILL KEINEN TEE!... nen Whiskey", knurrte er hinterher. Und Sally verschwand mit einem leisen Ploppen. „Endlich", seufzte Blaise und rieb sich die schmerzenden Schläfen. „Und nun zu dir: Warum heißt du Potter? Bist du mit dem Typen etwa verwandt?"

„Äh ja… in gewisser Hinsicht… schon. Also ja, bin ich!"

„Oha… du kannst einem echt Leid tun! Mein herzliches Beileid!" Blaise Stimme troff nur so vor Ironie.

„Naja, weißt du, da ist noch ein bisschen mehr…"

„WAS???", unterbrach Blaise sie, „Du bist mit deinem Bruder… Cousin… wie auch immer zusammen???? Oha… wird ja immer besser…"

„Was? Nein, du Trottel, denkst du immer nur an das eine?? Nein, ich… du musst mir erst erzählen, warum du nicht so den Boden vor Voldemorts Füßen küsst, wie alle anderen missratenen Reinblutfanatiker… Vorher kann ich dir nicht die ganze Wahrheit erzählen… Sorry!"

„Ich sags ja… so was von definitiv mit Potter verwandt…", murmelte Blaise in seinen imaginären Bart. Dann seufzte er laut und schicksalsergebend auf. „OK, ok… ich fang halt an. Aber mal ehrlich: Erst holst du mich hier her und dann vertraust du mir doch nicht mehr… also, wirklich, typisch Potter. Handeln ohne nachzudenken! Nun denn, die Reihenfolge spielt jetzt eh keine Unterschied mehr!" Ich bin ihr eh vollkommen ausgeliefert, setzte Blaise in Gedanken hinzu, aber das musste man diesem dreisten Mädel ja nicht extra unter die Nase reiben. „Was willst du wissen?"

„Eigentlich ja alles, aber erzähl erst mal warum du überhaupt Schutz suchst und offensichtlich deine Meinung geändert hast… das interessiert mich brennend!"

„Na, das ist doch alles… ist ja gut, ist ja gut, ich fang ja schon an. Also, ich war – auch wenn es dich erstaunen mag – noch nie der gleichen Ansicht der Todesser. Da bin ich übrigens nicht der einzige Slytherin… Was? Ist so! Um genau zu sein spaltet sich Slytherin langsam, aber sich in zwei Hälften – die Todesser-in-Spe und die, die mit dieser ganzen Scheiße nichts zu tun haben wollten." Bei seinen letzten Worten lachte Blaise leise und traurig auf und legte den Kopf in den Nacken, damit die Tränen, die sich gebildet hatten, nicht über seine Wangen laufen konnten. „Das waren Dracos Worte… Ob du es glaubst, oder nicht, ER war derjenige, der am Allerwenigsten mit diesem Krieg etwas zu tun haben wollte. Und leider… Verdammte Scheiße, diese kleinen Verräter haben doch wirklich alles… jeden Versuch Dracos die so genannte Anti-Kriegs-Gemeinschaft auf die Beine zu stellen… das ALLES haben sie seinem Vater erzählt… und jetzt… jetzt…" Blaise brach ab und holte zittrig Luft. „Seine Eltern haben wie so viele andere auch die Grenze zwischen harter Erziehung und Misshandlung nicht mehr gesehen. Das war auch der Grund, warum wir uns gegen den Krieg stellen wollten… den nur dieser beschissene Krieg ist Schuld am Verhalten unserer Eltern. Jedenfalls… jedenfalls, ich will gar nicht wissen, was Dracos Vater mit ihm anstellen wird… Du siehst: Die Vorurteile Slytherin gegenüber waren für manche Leute echt unfair. Mein Vater war genauso wie Lucius nicht sehr angetan von unseren „Rebellionsversuchen"… Der Slytherin schnaubte bei dem Wort höhnisch. „Und heute Morgen… heute Morgen…" doch nun kam Blaise nicht mehr gegen die Tränen an. Er schluchzte zwar nicht richtig los, doch die stummen Tränen auf seinen Wangen reichten schon, um Sophie vollkommen zu überfordern.

Was sollte sie denn jetzt machen? Sie konnte ihn doch nicht einfach in den Arm nehmen. Wenn er erstmal herausgefunden hatte, wer sie wirklich war, dann würde er sie umbringen. Erst Recht, nachdem er sich gerade so geöffnet hatte. Nie hätte sie gedacht, dass hinter den Fassaden Slytherins so große Probleme lauerten. Er würde denken, er hätte sich und seine besten Freunde verraten…

Blaise stockende Worte rissen sie aus den Gedanken. Mit fast unmerklich zitternder Stimme erzählte er seine Geschichte zu Ende. „So, und nun lach schon. Lach mich doch aus, dass ich hier sitze und wie ein Hufflepuff heule."

„Was? NEIN! Warum sollte… Hör zu Za… Blaise. Ich verstehe dich. Ich weiß, wie es ist, wenn das eigene Leben schon verplant ist. Doch im Gegensatz zu mir, hast du die Chance es noch einmal selbst neu zu gestalten. Allerdings… dadurch, dass ich die Chance bekommen habe das Gleiche zu tun… mein Leben nicht komplett neu zu gestalten, aber wenigstens zu bestimmen auf welche Weise meine „Bestimmung"", Sophie spuckte das Wort angewidert aus, „erfüllt… steckst du… schon mit drin ‚in der Scheiße'." Sophie seufzte tief und wappnete sich für die letzte Wahrheit.

„Du wolltest wissen, wie ich zu Harry Potter stehe bzw. woher ich ihn kenne… Blaise, bevor ich dir das erzähle, musst du mir was versprechen! Versprich mir, dass du mir erst in Ruhe zuhörst. Du warst auf der Suche nach Sicherheit. Ich muss jedoch gestehen, dass ich ziemlich egoistisch gehandelt habe, als ich dir sagte, dass du Sicherheit bekommst, wenn du mir hilfst. Deine Hilfe wird aber das genaue Gegenteil sein… Also, was ich damit sagen will… du wirst es verstehen, sobald du weißt, wer ich bin. Und ich gehe – leider – sehr stark davon aus, dass du dann nicht hier bleiben wirst. Solltest du dich dafür entscheiden, muss ich dir entweder die Erinnerungen an dieses Gespräch nehmen, oder einen unbrechbaren Schwur von dir verlangen. Es tut mir Leid, Zabini, aber anders geht es nicht."

„Nun mach mal halblang. Ich weiß ja, dass meine Geschichte nicht so schön ist, aber du musst ja nicht gleich so dramatisch werden. Ich mein ja nur: Ich bin freiwillig hier. Und du hast ja schon vorher gesagt, dass du meine Hilfe brauchst. Dass Hilfe nicht gleich Sicherheit ist, ist ja klar. Also, jetzt spucks schon aus. Das hält man ja langsam nicht mehr aus." Blaise hatte sich wieder soweit gefangen, dass seine Stimme wieder slytherinlike herablassend klang.

Sophie blinzelte irritiert. „Na gut, aber vorher will ich noch das Versprechen von dir, mir erst zu zuhören. Und BITTE verfluch mich nicht gleich, ja?!"

„Merlin, du hast aber echt Probleme. Aber wenn du unbedingt willst: ich verspreche dir nicht gleich auszurasten, zufrieden?"

Sophie lächelte schief. „Halbwegs. Also dann: ich bin weder mit Harry Potter verwandt – nicht wirklich jedenfalls – noch irgendwie mit ihm zusammen, oder was du dir sonst noch so abartiges vorgestellt hast… Ich BIN Harry Potter… oder anders gesagt: Harry Potter war schon immer ein Mädchen." Und mit einem Zucken ihres Zauberstabes erschien wieder einmal die berühmte Blitznarbe auf ihrer Stirn.

Fassungslos stolperte Blaise zurück.


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So, das war's mal wieder!
Ich hoffe es hat euch gefallen… :) Ich würd mich jedenfalls sehr über ein Review freuen!!!!!!