Disclaimer: Die handelnden Personen und die Orte an denen diese Geschichte spielt, sind der geistige Eigentum von Joanne K. Rowling. Ich beabsichtige nicht mit dieser Geschichte Geld zu verdienen, sie dient lediglich der Unterhaltung.

Mir gehören lediglich Jane Baker, Nicole Smith, Sarah Smith, Lucy Potter und Sophie Evans sowie einige unbedeutende Nebencharaktere.

Im Schatten des Krieges

Kapitel 8

Nervige Kinder und Dementoren

Lily war ausgesprochen verwirrt, als sie am nächsten Morgen beim Aufwachen feststellte, dass sie nicht in ihrem Bett lag, sondern in einer sehr unbequemen Position auf einem Stuhl saß. Ihr Oberkörper lag halb auf dem Bett vor ihr. Einen Moment später wusste sie allerdings wieder, wo sie sich befand.

Verdammt, Sirius war bestimmt total wütend, weil er die ganze Nacht in Godric's Hollow hatte herumsitzen müssen. Sie sah auf ihre Armbanduhr, welche ihr verriet, das es bereits halb acht war. Es klopfte an der Tür, welche kurz darauf von einer Schwester geöffnet wurde, die ein Frühstückstablett hereinschweben ließ. Großzügig, wie James nun einmal war, gab er Lily auch etwas von seinem Müsli ab. Gegen acht Uhr tauchte schließlich Heiler Taylor auf, der James noch einmal untersuchen wollte, bevor er ihn entließ. Lily beschloss solange zu warten, sie hatte keine besonders große Lust, sich von Sirius anschnauzen zu lassen, weil sie die ganze Nacht bei James geblieben war.

James ließ währenddessen die Untersuchung über sich ergehen. Das Ergebnis war, dass es ihm wieder ausgezeichnet ging. Schließlich apparierte er gemeinsam mit Lily zurück nach Godric's Hollow. In ihrem Wohnzimmer bot sich den Beiden ein überraschender Anblick, Sirius und Jane hingen in einer seltsamen Position, die irgendwo zwischen sitzen und liegen lag, auf der Couch, Remus saß in einem Sessel. Alle drei schliefen scheinbar tief und fest. „Wir sollten sie aufwecken oder?" fragte Lily. „Das wäre besser, immerhin müssen sie alle arbeiten."

Das Wecken erübrigte sich in diesem Moment, denn aus Richtung Küche, erklang ein lautes Scheppern, was die Drei aus dem Schlaf aufschrecken ließ. Lily hatte derweil wieder andere Sorgen, das konnten nur Harry und Lucy gewesen sein und die Beiden alleine in einer Küche war niemals gut. Diese These bestätigte sich auch sogleich. Lucy stand auf einem Stuhl, auf dem Boden lagen Scherben und Lucy war von Mehl bedeckt. Harry stand etwas abseits und starrte seine kleine Schwester an. „Lucy! Was tust du da?" fragte Lily. „Ich suche Kakao," antwortete die Kleine ganz selbstverständlich. „Warum suchst du Kakao?" „Remus sagt immer Kakao macht glücklich und ich wollte das Harry glücklich ist, stell dir vor, wenn er unglücklich ist kann man mit ihm zusammen gar keinen Unsinn machen." „Das hast du ja auch ganz gut alleine hingekriegt." James trat nun auch in die Küche und ein breites Grinsen trat auf sein Gesicht, er hatte die letzten Worte mitgehört, die Beiden waren tatsächlich ganz seine Kinder, nur Unsinn im Kopf. „Dad!" Schrie Harry und sprang begeistert in die Arme seines Vaters. „Ich hab gedacht du musst sterben," flüsterte er und drückte seinen Kopf an James Schulter. „Wie kommst du denn auf so einen Unsinn?" „Sirius hat gesagt du bist im Krankenhaus." „Nur weil man im Krankenhaus ist muss man doch nicht sterben." Lily nickte, „das hab ich ihm auch schon gesagt." Dann wand sie sich Lucy zu, zog ihren Zauberstab und reparierte die zerbrochenen Schüsseln und ließ sie zurück in den Schrank fliegen. Mit einem weiteren Schlenker des Zauberstabs ließ sie auch das Mehl verschwinden. Dann hob sie Lucy von dem Stuhl. „Hast du eigentlich nur Blödsinn im Kopf?" fragte sie. „Nee, ein bisschen Gehirn ist auch noch übrig." Lily stöhnte und James sagte „Willkommen im richtigen Leben."

Sirius rannte wieder einmal den Gang zur Zentrale entlang. Moody würde ihn killen, er war immerhin knapp zwei Stunden zu spät. Verdammt, warum hatte er eigentlich nicht selber daran gedacht, dass er trotz allem in die Zentrale musste. James der Glückliche hatte natürlich frei und Lily musste erst am Mittag kommen. Und Remus musste lediglich ein wenig länger arbeiten wenn er zu spät kam. Außerdem musste er eigentlich noch in die Winkelgasse, er brauchte neue Umhänge und sonst auch noch eine ganze Menge. Zu seiner Überraschung war die Zentrale vollkommen ausgestorben, als er dort eintraf. Seltsam, überaus seltsam.

Vielleicht war Amelia in ihrem Büro, doch auch dort hatte er kein Glück. Genauso wenig von Erfolg gekrönt war sein Besuch bei Mad-Eye. Okay, letzte Möglichkeit, der Konferenzraum. Er klopfte an die Tür. „Ja." Amelias Stimme, ganz eindeutig. Er öffnete die Tür und trat ein. Sirius hatte mit einer Menge gerechnet, am ehesten mit einer Schimpftirade Mad-Eyes, nicht gerechnet hatte er jedoch damit, dass ihn alle ansahen, als wären sie nicht sicher ob sie jetzt träumten oder ob er echt war.

„Black?" Mad-Eye hatte gesprochen, doch entgegen Sirius Erwartungen, klang seine Stimme weder barsch oder wütend, sondern eher überrascht und fragend. „Das ist mein Name, wenn ich mich richtig erinnere." „Was tust du hier?" „Arbeiten?" langsam aber sicher, machte ihn diese Sache nervös. „Und wo bei Merlins Bart kommst du her?" polterte Mad-Eye. „ich war bei James." „Und wieso warst du nicht zu Hause?" „Na ja, ich hab kein Haus mehr, diese verdammten..." und dann wurde ihm klar warum ihn alle so anstarrten und er schlug sich mit der Hand gegen den Kopf. „Ich Idiot, ihr dachtet die hätten mich in die Luft gejagt." „Ja, allerdings, Sandra und Marcel haben gesagt, das ganze Haus wäre zerstört und in der gesamten Umgebung wäre keine Spur von dir."

„Natürlich nicht, ich musste James ins Mungo bringen." Und zum zweiten Mal an diesem Tag, musste Sirius die Geschehnisse der Nacht wiedergeben. „Das nächste Mal, wenn du vergisst die Zentrale zu informieren kriegst du ne ordentlichen Verwarnung, aber erst mal bin ich froh, dass du lebst," knurrte Mad-Eye, an die anderen gewand sagte er, „ich denke unsere Trauerfeier ist hiermit überflüssig, also geht wieder an die Arbeit." Frank schlug Sirius auf die Schulter. „Du bist echt ein Idiot, was meinst du, was wir gedacht haben, als wir gehört haben, dass du tot bist." Sirius winkte ab, „Unkraut vergeht nicht und Marauder erst recht nicht." „Auch wieder wahr."

James und Lily waren inzwischen wieder alleine in Godric's Hollow. Lucy und Harry spielten im Garten und Lily und James genossen den erstaunlich milden Herbst. „Wo zieht Sirius jetzt eigentlich hin, ich mein er hat ja jetzt kein Haus mehr," sagte Lily. „Ja, wenn du nichts dagegen hast, würde ich ihm anbieten für ne Weile zu uns zu ziehen. Wir haben schließlich noch das Apartment in der obersten Etage, ich fände das sowieso besser, immerhin wäre damit solchen Situationen wie gestern vorgebeugt." Lily nickte zustimmend. „Also ich hab kein Problem damit, wenn er zu uns zieht," sagte Lily. „Gut, dann können wir ihm das nachher sagen." Lily blickte auf ihre Uhr und musste feststellen, dass sie in einer Viertelstunde in der Zentrale erwartet wurde. „Ich muss gleich gehen," sagte sie. Sie lief hinauf in ihr Schlafzimmer und zog sich um. Dann verabschiedete sie sich von ihren Kindern und James.

Sirius Tag war insgesamt recht ruhig verlaufen, worüber er ziemlich froh war. Nun, da er Schluss hatte, stellte sich ihm allerdings die Frage, wohin? Er war erleichtert als Lily ihn fragte, warum er so verloren (Sirius schnaubte bei diesen Worten, er und verloren) in der Gegend rumstehen würde. Er solle seinen Arsch bitteschön nach Godric's Hollow bewegen. Sirius folgte Lilys Aufforderung und stand kurze Zeit später in James und Lilys Wohnzimmer.

James saß auf der Couch, zusammen mit Arthur Weasley und die Beiden unterhielten sich offensichtlich angeregt. „Hey James!" begrüßte Sirius seinen besten Freund. „Arthur, schön dich zu sehen." „Hallo Sirius." „Hallo," auch Lily war nun erschienen. Sie gab James einen flüchtigen Kuss und Umarmte Arthur kurz. „Wo sind die Kinder?" „Oben." „Und wie geht's dir?" „Gut, zu gut als das ich Morgen noch hier bleiben könnte," sagte James. Arthur blickte auf seine Uhr und stand erschrocken auf, „meine Güte schon so spät, ich muss gehen, Molly fragt sich sicher schon wo wir bleiben." „Ich schick Ginny und Ron runter," sagte Lily. Und lief hoch in die obere Etage.

Die vier Freunde waren in Harrys Zimmer und spielten gemeinsam, dies war außergewöhnlich, denn sonst verbrachten die Vier ihre Zeit lieber damit, sich gegenseitig halb umzubringen. „Ginny, Ron, euer Dad wartet unten auf euch," teilte sie den Kindern mit. „Kannst du ihm nicht sagen er soll später wieder kommen?" fragte Ron und starrte dabei konzentriert auf das Spielfeld. „Er sagt, eure Mum würde ziemlich sauer werden, wenn ihr nicht bald kommt." Das wirkte, sowohl Ron als auch Ginny sprangen hoch und Lily musste sich ein Grinsen verkneifen, die Beiden hatten vor ihrer Mutter eindeutig mehr Respekt als vor ihrem Vater. Sie wünschte, das könnte sie von Harry und Lucy auch behaupten, doch oft schien es ihr, als ob die Beiden vor nichts und niemandem Respekt hatten. Harry und Lucy folgten ihren beiden Freunden nach unten um sich noch zu verabschieden.

Unten verabschiedeten sich alle von Ron, Ginny und Arthur. Dann waren schließlich nur noch Sirius, James, Lily, Harry und Lucy im Wohnzimmer. Einen Moment schwiegen alle, dann begann James zu sprechen, „Sirius, da du ja jetzt dummerweise keine Wohnung mehr hast, dachten Lily und ich, du willst vielleicht bei uns einziehen." „Ja, vorläufig wäre das ganz gut," meinte Sirius. „Wir meinen nicht vorläufig, wenn du hier wohnen würdest, wäre das eigentlich recht praktisch, ich meine, zumindest müsste ich mir keinen Kopf mehr machen, wenn James Abends noch zu dir geht." „Na schön, wenn ihr darauf besteht." Harry und Lucy strahlten währenddessen um die Wette, wenn Sirius bei ihnen einzog, würde es garantiert witzig werden. Der Abend war noch recht angenehm gewesen und Sirius hatte beschlossen, am nächsten Tag einen Abstecher in die Winkelgasse zu machen, wo er sich mit neuen Klamotten und allem, was er sonst noch brauchte eindecken würde.

Lily stand an diesem Morgen recht zeitig auf, sie wollte heute zusammen mit Lucy und Harry ihre Mutter besuchen, sie hatte ein schlechtes Gewissen, weil sie ihre Mum solange nicht gesehen hatte, doch sie war einfach nicht dazu gekommen, das letzte Mal, dass sie sich gesehen hatten, war kurz nach der Beerdigung ihres Vaters gewesen und dies war jetzt auch schon knapp zwei Monate her.

Sophie Evans war erfreut, als ihre jüngere Tochter um kurz nach elf bei ihr auftauchte. „Lily, schön dich zu sehen," Sophie umarmte ihre Tochter und küsste sie auf die Wange. „Hi Mum." „Grandma!" Lucy und Harry stürzten gleichzeitig auf ihre Großmutter zu. „Hallo ihr beiden," Sophie nahm ihre beiden Enkelkinder in den Arm. „Kommt rein," sagte Sophie und führte ihre Tochter und ihre beiden Enkelkinder ins Wohnzimmer. „Wieso hast du James nicht mitgebracht?" fragte Sophie ihre Tochter. „Er arbeitet," sagte Lily. Lucy und Harry kletterten währenddessen Auf das Sofa und begannen darauf herum zu klettern. „Ist der Krieg in eurer Welt immer noch so schlimm?"

Lily hatte ihrer Mutter in groben Zügen erklärt was in der Welt der Zauberer vor sich ging aber die grausamen Einzelheiten weggelassen, das Bild das ihre Mutter sich machte war wesentlich abgeschwächter. „Und wie geht es euch ansonsten?" fragte Sophie. „Gut, sehr gut eigentlich, Harry und Lucy kommen zwar ganz nach ihrem Vater und haben nur Unsinn im Kopf, aber sie sind zwei wunderbare Kinder." „Ja, das sind sie," sagte Sophie, „du hattest früher auch nur Unfug im Kopf," erinnerte sich Sophie lächelnd, „ganz anders als Petunia, sie war immer schon ruhig aber sehr neugierig, das war eine der wenigen Eigenschaften, die ihr geteilt habt, ihr wart beide schrecklich Neugierig, es war jedes Mal schrecklich schwierig, eure Geschenke zu verstecken. Und obwohl ihr so verschieden wart, habt ihr euch immer gut verstanden, jedenfalls bis du nach Hogwarts kamst." Sophie seufzte, es war sehr schwer für sie gewesen, zu sehen, dass sich die beiden Schwestern immer weiter von einander entfernten.

„Petunia hat es nie zugegeben," fuhr Sophie fort, „aber ich glaube tief in ihrem Inneren war sie eifersüchtig und weil sie zu Stolz war das zuzugeben, übrigens auch eine Eigenschaft, die ihr Beide teilt, hatte sie angefangen, sich dir gegenüber kalt und gleichgültig zu verhalten." „Ja, das kann sein." Lily blickte ein wenig nachdenklich drein und starrte aus dem Fenster. „was macht ihr denn da," der Ausruf ihrer Mutter ließ sie hochschrecken. Lucy und Harry, hatten sich je ein Sofakissen geschnappt und schlugen damit aufeinander ein, Lucy schien allerdings leichte Schwierigkeiten zu haben, denn Harry war größer und kräftiger. „Hey, hört auf damit." Sophie lachte. „Lass sie doch Lily, mich stört es nicht, wenn es den Beiden Spaß macht, sollen sie ruhig eine Kissenschlacht machen, Kinder müssen Gelegenheit haben sich auszutoben und ich bin der Meinung, dass es besser ist lebhafte Kinder zu haben, als solche die nur herumsitzen. Du solltest einmal Petunias Sohn erleben, manchmal glaube ich, er kennt nur seinen Fernseher, seinen Computer, seinen Gameboy und natürlich Süßigkeiten." „Spielt er nie draußen, oder stellt Unsinn an?" Lily konnte sich ein Leben mit einem solchen Kind gar nicht vorstellen. „Nun, ich habe jedenfalls noch nie erlebt, dass er so etwas tut."

Die Gespräche der Beiden wandten sich bald angenehmeren Themen zu. Sie unterhielten sich über James und Sophies grüne Augen, die ihre Tochter von ihr geerbt hatte, leuchteten auf, wenn sie über ihren Schwiegersohn sprach. Sophie hatte diesen Gedanken niemals laut ausgesprochen, aber sie liebte James fast wie einen eigenen Sohn und dieses Gefühl, hatte sie Petunias Mann Vernon gegenüber nie gehabt. Lily verbrachte den ganzen Tag bei ihrer Mutter und genoss dies in vollen Zügen, sie fühlte sich wieder wie fünfzehn, wenn sie in den Ferien zuhause gewesen war, hatte sie oft mit ihrer Mutter auf der Veranda gesessen und mit ihr über alles geredet, über Jungen, über die Schule über die Zukunft und ihre Sorgen. Ein wenig wünschte Lily sich, sich in diese Zeit zurückversetzten zu können, damals, als sie noch nicht in einem Krieg gekämpft hatte und ihre größte Sorge gewesen war, wie sie ihre damalige heimliche Liebe, Jack Finch aus der Sechsten, auf sich aufmerksam machen konnte.

Als Lily mit den Kindern, die beide todmüde waren (am Nachmittag war die Sonne rausgekommen und Lily, Sophie, Harry und Lucy hatten einen ausgedehnten Sparziergang gemacht, bei dem die Beiden unter anderem einen Drachen hatten steigen lassen) zu Hause ankam, lief James nervös im Wohnzimmer hin und her. „Lily, ein Glück ihr seid da, ich hab mir Sorgen gemacht, weil ihr solange weggeblieben seid." „Tut mir leid," Lily gab ihrem Mann einen flüchtigen Kuss, dann nahm sie Lucy auf den Arm, die schon fast im Stehen einschlief. „Trägst du Harry hoch?" James nickte. „Lass mich Daddy, ich bin alt genug ich kann selber laufen." Gleich darauf stolperte er vor Müdigkeit über seine eigenen Füße und James musste ihn auffangen. Als er ihn hochhob, waren dem Vierjährigen bereits die Augen zugefallen.

Nachdem die Beiden Kinder in ihren Betten waren, zogen sich auch Lily und James in ihr Schlafzimmer zurück. Lily erzählte von dem angenehmen Tag bei ihrer Mutter und James vom Stress in der Zentrale und dem noch größeren Stress mit Sirius einzukaufen. Lily musste kichern bei dem Gedanken, dass die Beiden tatsächlich durch die Winkelgasse gezogen waren, um alles was Sirius jetzt neu brauchte zu besorgen. Immer noch mit dem Bild der beiden Männer im Kopf, die Umhänge begutachteten schlief Lily ein.

Am nächsten Tag, einem Mittwoch, mussten Lily, James und Sirius arbeiten. Lucy und Harry verbrachten den Tag deshalb bei den Weasleys. Für Molly bedeutete dies Stress pur, schon alleine Harry, Lucy, Ginny und Ron hinterließen Chaos, aber wenn die Vier auf Fred und George trafen, bedeutete dies Chaos pur. Molly seufzte schwer und wünschte sich sehnlichst Bill oder Charly herbei, die Beiden hatten es immer geschafft Fred und George zu beruhigen. Meist gelang es Molly zwar auch ohne Hilfe, die Beiden ruhig zu halten, doch wenn Lucy und Harry kamen, dann war man verloren, denn diese Beiden, waren so ziemlich die respektlosesten Kinder, die Molly je kennen gelernt hatte.

Es war nicht so, dass sie die Beiden nicht mochte, sie konnten zwei kleine Engel sein, aber sobald sie begonnen hatten, Unsinn zu machen, war man verloren. Wenn also Harry und Lucy bei ihnen waren, konnten genau vier Dinge passieren, entweder Harry, Lucy, Ginny und Ron „kämpften" gegen Fred und George oder Harry und Ron „kämpften" gegen Ginny, Lucy, Fred und George oder Ginny und Lucy „kämpften" gegen Ron, Harry, Fred und George oder, und diese letzte Möglichkeit, war Mollys Meinung nach die schlimmste, die Sechs verbündeten sich und spielten jedem, dem sie begegneten irgendwelche Streiche. Ihr unangefochtenes Lieblingsopfer war allerdings Percy.

Heute wurde dieser allerdings verschont, denn die sechs Kinder waren viel zu sehr damit beschäftigt sich gegenseitig zu ärgern, Unsinn anzustellen und eine Spur des Chaos zu hinterlassen. Molly hatte sich, sozusagen als Notwehr in der Küche zurückgezogen und kochte. In die Küche traute sich keines der Kinder, jedenfalls nicht um Unsinn zu machen, dafür hatten vor allem die Zwillinge, Ron und Ginny, viel zu viel Angst, vor einem ihrer gefürchteten Wutanfälle.

Harry und Lucy versteckten sich kichernd hinter dem Treppengeländer. Harry starrte auf die Tür vom Zimmer der Zwillinge. Jeden Moment würde sie aufgehen und der Eimer Wasser würde herunterfallen, die Zwillinge würden klatschnass sein und die Federn und das Stroh würden noch besser haften. Tatsächlich öffnete die Tür sich in diesem Moment und die Zwillinge traten hinaus. Das ganze lief genau so ab, wie Lucy, Harry, Ginny und Ron es sich vorgestellt hatten, der Eimer mit Wasser kippte um und übergoss die überraschten Zwillinge und nach dem Wasser, kamen schließlich noch Heu und Federn, womit das Bild, zumindest in Harrys Augen, perfekt wurde.

Von der anderen Seite der Treppe erklang schallendes Gelächter, offenbar waren auch Ron und Ginny der Meinung, dass Federn und Stroh den Zwillingen standen. Lucy neben ihm begann jetzt auch heftig zu kichern und Harry stimmte mit ein. „Na wartet!" rief Fred. Lucy kreischte und alle vier flohen die Treppe hinunter, dicht gefolgt von den wütenden Zwillingen. Sie rannten durchs Wohnzimmer und hinaus in den Garten, wobei sie eine Menge Lärm machten. Diesen Lärm hörte auch Molly, als sie ins Wohnzimmer kam, waren allerdings nur noch die bedauernswerten Zwillinge da, die sich eine Strafpredigt anhören durften. Lucy, Harry, Ron und Ginny, die vom Garten aus lauschten, hatten Mühe sich das Lachen zu verbeißen.

Molly befreite die Zwillinge mit Hilfe ihres Zauberstabes von Stroh und Federn und trocknete sie danach auch. Danach beorderte sie die Beiden in die Küche, wo sie schon einmal den Tisch für das Abendessen decken sollten. Das würde Rache geben, soviel stand fest. Die Rache folgte nicht viel später, beim Essen. In einem unbeobachteten Moment beschossen sie ihre vier Feinde mit Kartoffelbrei. Diese ließen es sich nicht nehmen zurückzuschmeißen. Die Zwillinge duckten sich und genau in diesem Moment drehte Molly sich um, die zwei Ladungen Kartoffelbrei, die von Harry und Ginny, ins Gesicht bekam. Lucys und Rons Kartoffelbrei landete auf den Küchenschränken. Die vier starrten mit schreckgeweiteten Augen auf Molly. Diese wische sich nun den Kartoffelbrei aus dem Gesicht. „Ihr Vier, was fällt euch ein mit Kartoffelbrei herum zu werfen!" brüllte sie. Auf diese Worte folgte eine fünf Minuten lange Strafpredigt. Fred und George grinsten sich zufrieden an, es gab also doch noch Gerechtigkeit.

Zur Strafe mussten die vier Kinder den Tische abräumen. Missmutig machten sie sich an die Arbeit. Eigentlich hatten die Vier noch Rache geplant, allerdings wurde daraus nichts, denn Lucy und Harry wurden abgeholt, was alle ihre Pläne zunichte machte. „Das nächste Mal," flüsterte Harry verschwörerisch, bevor er mit seiner Mutter im Kamin verschwand.

In Godric's Holow steckte James Harry und Lucy erst einmal unter die Dusche. Die Beiden waren natürlich absolut begeistert, duschen war immer eine ausgezeichnete Gelegenheit ihre Eltern auf die Palme zu bringen, es gab da so herrliche Möglichkeiten, wie zum Beispiel das Badezimmer unter Wasser zu setzen. Normalerweise erwarteten sie daraufhin auch keine ernsthaften Konsequenzen. An diesem Abend mussten sie allerdings feststellen, dass selbst James, von dem sie Beide wussten, dass er als Kind selber nur Unsinn gemacht hatte und der längst nicht so streng war wie ihre Mutter, (und die war schon nicht so schrecklich streng) richtig wütend werden konnte.

Wie üblich verspritzten sie also Wasser im ganzen Badezimmer und auch James bekam einiges davon ab, bis es ihm schließlich reichte. „Könnt ihr Beide euch eigentlich gar nicht benehmen!" schrie er, „Merlin, es kann doch nicht so schwer sein zu Duschen ohne dabei jeden im Umkreis von einem Kilometer zu ertränken!" Harry und Lucy hatten innegehalten und starrten entsetzt ihren Vater an. James schnappte sich als erstes Lucy, trocknete sie mit einem Zauber und zog ihr ihren Schlafanzug an. „Geh in dein Bett," fauchte er. Lucy, die Tränen in den Augen hatte, nickte brav und verschwand.

Auch Harry wurde getrocknet, angezogen und ins Bett geschickt. James ließ noch die Wasserlache auf dem Boden verschwinden, dann ging er zu Lily, die rasch eine Kleinigkeit zu Essen gemacht hatte. „Was war los?" fragte sie. Scheinbar hatte sie mitbekommen, das James geschrieen hatte. „Sie haben das Bad unter Wasser gesetzt." Lily sah James forschend an, „seit wann schreist du wegen so was so rum?" fragte sie. „Meine Güte, kann ich nicht auch mal schreien oder ist das dir vorbehalten?" fragte er und funkelte Lily dabei wütend an. Lily presste die Lippen zusammen und unterdrückte eine barsche Erwiderung. Stattdessen setzte sie sich an den Tisch und begann ihr Sandwich zu Essen. James setzte sich ebenfalls. „Guten Appetit," knurrte er.

„Hör mal, ich kann verstehen, dass es dir beschissen geht, ich weiß nicht in was für einem Zustand ich mich befinden würde, wenn ich heute dabei gewesen wäre. Aber du brauchst deine Wut nicht an den Kindern auslassen," schnitt Lily das Thema wieder an, sie versuchte ihre Stimme möglichst neutral zu halten, aber James hörte den gereizten Unterton durchaus. „Ich lass überhaupt nichts an den Kinder aus, entschuldige Bitte, das ich heute keine Lust auf eine ewiglange Badeaktion hatte," fauchte er und warf Lily einen wütenden Blick zu. „Ach und wie sollen sich die Beiden dabei fühlen?" Lily war jetzt aufgestanden, „Sonst machst du meistens noch mit bei solchem Mist und jetzt schreist du sie an. Sie sind drei und vier, sie müssen noch nicht mitkriegen was da draußen vor sich geht, aber genau das werden sie wenn du dich nicht ein Bisschen zusammenreist. Dir fällt es vielleicht nicht auf, aber Harry und Lucy merken durchaus, dass du immer launischer wirst, sie sind nicht dumm und sie stellen Fragen, also verdammt noch mal reiß dich zusammen."

Auch James stand jetzt auf, „das ist nicht so einfach, schon gar nicht nach so einem Tag. Du warst heute nicht dabei, du musstest nicht Mitansehen was da Heute passiert ist." Auf einemmal fühlte er sich schrecklich müde. Er setzte sich an den Tisch und stützte den Kopf auf die Hände. „Dann sag mir was passiert ist, du wirst dich besser fühlen wenn du darüber gesprochen hast." James holte tief Luft und begann zu erzählen...

Flashback

„Schnell, beeilt euch," brüllte Mad-Eye. Er scheuchte die fünfzehn Auroren Richtung Apparationsraum. James hatte seinen Zauberstab umklammert als er disapparierte, jetzt stand er gemeinsam mit seinen Kollegen auf einer Straße im Zentrum von Edinburgh. Überall rannten panische Muggel herum, die versuchten, der eisigen Kälte zu entkommen, obwohl sie nicht mal die Quelle dieser erkennen konnten. James und der Rest der Auroren jedoch, konnten sehen, was die eisige Kälte verursachte. Das was vor allem der Phönixorden lange Zeit befürchtet hatte, war eingetreten, die Dementoren hatten die Seite gewechselt.

James hob seinen Zauberstab, ebenso wie seine Kollegen. „Expecto-Patronum," brüllte er. Gleich darauf brach ein silberner Hirsch aus seinem Zauberstab hervor, der auf die Dementoren zustürmte und sie zurückzudrängen begann. „Wir müssen sie einkreisen," brüllte Mad-Eye. Die Auroren versuchten möglichst viele Dementoren zusammenzudrängen. Wenn es ihnen gelingen würde, die Dementoren eng genug zusammenzudrängen, dann würden sie die Dementoren vernichten können. James stolperte fast über eine am Boden liegende Gestalt und mit einem Schaudern stellte er fest, das es sich um einen Muggel handelte, dessen braune Augen seltsam leer waren und der offenbar nicht in der Lage war, selbst etwas zu tun, kurz, der Mann wies eindeutig die Symptome eines Dementoren-Kusses auf.

Er wandte sich ab und konzentrierte sich erneut auf seinen Patronus. Es gelang ihnen tatsächlich, fünf Dementoren zu vernichten, allerdings gab es noch immer genug andere. James beschwor erneut einen Patronus, gemeinsam mit Marcel MacKenzie drängte er einige weitere Dementoren zusammen. Doch dann sah James etwas, das ihm das Blut in den Adern stocken ließ. Direkt hinter Marcel, war ein Dementor. „MARCEL!" brüllte James, „HINTER DIR, EIN DEMENTOR!" Marcel wirbelte herum und der Dementor packte ihn mit seinen schleimigen Händen an der Schulter. „NEIN!" James lenkte seinen Patronus in Marcels Richtung, doch es war zu spät, der Dementor hatte bereits seinen Schlund auf Marcels Mund gelegt. „NEIN!" schrie James erneut. Marcel sackte in sich zusammen. Er wollte zu seinem Kollegen hinübereilen, er wollte ihm helfen. „James," schrie Mad-Eye, „James konzentrier dich, du kannst ihm nicht helfen, es ist zu spät." James hielt inne. Mad-Eye hatte recht, er konnte Marcel nicht helfen, er musste sich darauf konzentrieren möglichst viele von diesen Dementoren zu vernichten.

Flashback Ende

„Du weißt ja wie das ganze weiter gelaufen ist, die Dementoren sind verschwunden und die Gedächtnisse der Muggel wurden verändert. Mad-Eye hat Marcel und alle weiteren, die von ihnen geküsst wurden schließlich getötet, das ist für sie besser, als wenn sie ihr restliches Leben als leere Hülle fristen muss," beendete James seinen Bericht. Lily war zu ihm gegangen und hatte ihre Arme um ihn geschlossen. „Du kannst nichts für das, was mit Marcel passiert ist," flüsterte sie. „Woher weißt du..." „Ich kenn dich lange genug um zu erkennen, wenn du dir für irgendetwas die Schuld gibst." „Lass uns schlafen gehen," sagte James, nach einigen Minuten des Schweigens und Lily nickte zustimmend.

AN.: So, das war also Kapitel 8. Ich freu mich wie immer, wenn ihr mir eure Meinung schreibt, also haltet euch nicht zurück.

An dieser Stelle vielen Dank, an Padfoot und Meli. Was dein Review betrifft Padfoot, ich gebe mir Mühe jeden Samstag zu updaten, ich garantiere aber nicht, dass immer was kommt.

Bye

Sanny

Vorschau Kapitel 9

Lily und Jane gehen shoppen.

Severus Snape redet mit Albus Dumbledore

Und Nicole feiert Geburtstag,

außerdem trifft Sirius zum ersten mal auf Sarah.