Es stellte sich heraus, dass Tony für Paris weder ein Hotel, noch ein Apartment organisiert hatte. Brauchte sie auch nicht, schließlich hatte sie ein… ganzes… Haus!
Die Eingangshalle war gigantisch. Der schwarze Marmor in Kombination mit den weißen Wänden und dem goldenen Stuck schüchterte einen schon fast ein. Tony hatte darauf bestanden, dass wir nach all den Hotels endlich mal in etwas wohnen sollten, in dem noch niemand sonst gewohnt hatte. Einer der Gründe, aus denen sie Paris gewählt hatte.
Paris hieß nicht umsonst 'Stadt der Lichter'. Hier oben konnte man alles sehen. Die hellerleuchtete Glaspyramide des Louvre schien am hellsten zu strahlen. Wenn man über die Stadt sah, dachte man in den sternenbesetzten Himmel zu blicken. Es war kühl hier oben, aber das störte uns nicht.
Wir würden nicht mehr lange haben, das war mir bewusst. Ich wusste, dass sie sterben würde, aber das war mir egal. Ich hatte schon länger darüber nachgedacht, aber jetzt wusste ich, dass wir, ganz egal wie ihre Antwort auch sein würde, zusammenbleiben würden.
„Es ist wunderschön hier oben", murmelte sie in meine Schulter.
Ich zog sie näher, als ich bemerkte, dass sie zitterte. Wir standen eine Weile einfach nur da, auf der Spitze des Eifelturms, über allem thronend.
„Tony?"
Sie sah zu mir auf. „Ja?"
„Ich liebe dich." Sie lächelte und wollte mich gerade küssen, als ich vor ihr auf ein Knie niedersank. Sie sah mich völlig entgeistert und auch etwas bestürzt an. „Ich liebe dich", wiederholte ich, „und ich wollte eigentlich mein ganzes Leben mit dir verbringen."
„Steve, nein", unterbrach sie mich, aber ich ließ mich nicht beirren.
„Aber es ist wohl einiges anders gekommen. Das heißt für mich aber noch lange nicht, dass ich dich nicht trotzdem zu meiner Frau machen kann."
„Steve-"
„Heirate mich."
„Steve, ich habe noch ungefähr zehn Monate zu leben! Und… und du fragst mich ernsthaft, ob ich dich heiraten will?!"
„Ja." Diese Antwort hatte sie nicht erwartet. „Das wollte ich dich schon lange fragen."
Tony war erstaunt, erschüttert… „Du bist verrückt…"
„Du hast wohl vergessen, mit wem ich hier bin."
Sie zögerte, murmelte immer wieder die Worte 'unmöglich' und 'irrsinnig', lief sogar auf und nieder, bis sie stehen blieb. „Okay", krächzte sie ein wenig, „ja, ich will."
Ich kann mir vorstellen, dass ich wie der letzte Idiot gegrinst haben muss, aber das war mir in diesem Moment egal. „Ich hab' gerade keinen-"
Aber es kümmerte sie wohl nicht, was ich sagen wollte. Sie küsste mich. „Scheiß doch drauf", lachte sie und sprang mich an und wand ihre Beine um meine Taille.
