Wir haben ein neues Kapitel für euch. Entschuldigung, dass wir schon wieder so lang gebraucht haben, aber wir hatten Mathematik-, Englisch- und Latein-SA. (Alci: Und ich hab Mathe auch noch verhaut…)
Aber da ist es ja nun, also: Viel Spaß!
Johanna:
Wir ritten auf den See zu, bleiben aber kurz davor stehen, da Eragon und Saphira zurückkehrten. Die beiden landeten ein Stück von uns entfernt, der Reiter sprang von ihrem Rücken und stolperte auf uns zu. Er deutete uns an weiterzulaufen, aber Murtagh machte keine anstallten sich zu bewegen.
Als Eragon dies bemerkte, rief er… Nein, befahl er Murtagh: „Lauf endlich!". Aber der Angesprochene antwortete sofort: „Ich kann nicht zu den Varden. Sie sind für mich nicht besser als das Imperium."
Der Drachenreiter fragte: „Warum? Was hast du getan?". Zuerst folgte eine kurze Stille, ehe der Schwarzhaarige zu gab: „Ich bin Morzans Sohn." Laura begann zu lachen und spielte DarthVader nach, weil das eben genauso wie aus Star Wars wirkte. Auch ich konnte mir ein Lachen nicht verkneifen.
Murtagh sah uns schief an und Eragon glaubte das eben gehörte offensichtlich nicht und außerdem wusste er nicht recht ob er ihm noch trauen konnte, wenn das stimmte. Anscheinend beschloss Laura als er noch überlegte, dass wir weiter gehen sollten und schnappte die Arme der beiden und zog sie mit sich.
Ich war zwar leit enttäuscht, dass sie die nächste, nach dem Buch vorgesehene Tat von Murtagh, strich, folgte ihr aber auf die rechte Seite des Sees, die sie gewählt hatte da die linke die falsche war.
Als wir drei-viertel des Weges hinter uns hatten, tauchten die Urgals am Waldrand auf.
Der letzte Teil des Weges kam uns unendlich lang vor - aber vielleicht rannten wir auch nur so langsam Dennoch erreichten wir irgendwann doch den Wasserfall. Dort hob Eragon einen Stein vom Boden auf und warf ihn gegen den Felsen.
Er rief irgendetwas in der Alten Sprache und nichts geschah.
„Na toll!", meldete ich und Laura meinte: „Ich dachte wir wären auf der richtigen Seite."
„Müssen wir jetzt baden gehen?", fragte ich missmutig und sie schüttelte hoffnungsvoll den Kopf.
Die Urgals kamen immer näher und begannen Pfeile auf uns zu schießen.
Also was soll's, wir hatten keine andere Wahl als doch ins Wasser zu springen. Also köpfelten Laura und ich hinein. Nach uns sprang noch Murtagh, weil er wahrscheinlich dachte, dass wir nicht schwimmen konnten.
Mehr bekam ich nicht mehr mit, da mich der starke Druck des Wasserfalls nach unten drückte und so ein lautes Rauschen an meine Ohren drang, dass ich mir schon um mein Trommelfell sorgen machte. Dann ging mir langsam die Luft aus, doch bevor ich anfing zu überlegen wie lange ich noch so bleiben könnte ohne unmächtig zu werden, ließ das Gewicht auf meinen Schultern nach und ich konnte auftauchen.
Als ich endlich an der Oberfläche war, müsste ich husten und wäre beinahe wieder untergegangen, hätte mich nicht irgendwer herausgezogen. Sobald ich wieder Luft hatte sah ich mich um.
Da standen ein paar Varden und einige Zwergchen in der Höhle. Laura saß ein Stück von mir entfernt an einer Wand und Murtagh stand zwischen Eragon und mir.
Nachdem auch der Drachenreiter wieder atmen konnte, tauchte plötzlich Saphira durch den Wasserfall und landete neben mir.
Meine Freundin erhob sich langsam und kam auch herüber. Nun standen wir ähnlich wie die Hobbits in Moria und schenkten endlich den Varden, die mit Waffen auf uns zielten, Beachtung.
Laura meldete einfach: „Gebt die Waffen weg, da könnte sich ja jemand verletzten."
Sie sahen sie kurz verwundert an, aber bevor sie etwas sagen konnten, musste auch ich noch etwas loswerden: „Ach, bevor ihr fragt, meine Gedanken dürft ihr nicht lesen." Jetzt wirkten sie verunsichert, aber die Zwillinge, die wir vorher noch nicht bemerkt hatten, interessierten sich nicht mal für uns und traten sofort zu Eragon hin. „Zeig uns deinen Geist." Der Angesprochene zögerte kurz, ließ sie aber gewähren.
Dann wandte sich einer von ihnen Laura und der andere mir zu. Ich weigerte mich weiterhin und als er es versuchte in meine Gedanken einzudringen, dachte ich an meinen Computer.
Er flüsterte so etwas wie: „Was zum…" und drehte sich dann von mir ab. Dem zweiten ging es auch nicht besser.
Sie versuchten es noch bei Murtagh und deuteten uns dann an, dass wir ihnen folgen sollten.
Als wir schon ein Stück gegangen waren fragte ich sie woran sie gedacht hatte und sie antwortete grinsend: „An Naruto." Hinter uns fuchtelten einiger Männer mit ihren Waffen, da sie nicht wollten, dass wir redeten. Also folgten wir den Zwillinge, die uns durch Tronjheim führten bis zu einem Raum, in dem sie uns entwaffneten. Dann überzeugten wir die zwei Idioten (Zwillinge) die Elfe mitzunehmen und ihr zu helfen.
Gleich darauf ließen sie uns alleine. Kaum waren sie fort fragte Eragon Murtagh: „Bist du wirklich Morzans Sohn?" Und schon begann die Märchenstunde.
Seine Geschichte klang von ihm erzählt noch wesentlich besser als im Buch, Laura und ich schliefen dabei aber trotzdem irgendwann ein.
Am nächsten Tag weckte uns Oric auf und führte uns weiter. Einer der Zwillinge ging uns durch die Menge voraus und wir folgten ihm. Um genau zu sein, Eragon ritt auf Saphira direkt hinter ihm, während Murtagh, meine Freundin und ich versuchten nicht von dem Schwanz des Drachen umgeworfen zu werden (man könnte es auch Schnurspringen nennen) und auch noch mitzuhalten.
Wir waren ziemlich froh als wir endlich bei Ajihad ankamen. Er mustere uns lächelnd ehe er Morzans Sohn fragte ob sie nun seinen Geist untersuchen dürften, aber noch bevor er antwortete flüsterte ein Diener dem Führer der Varden etwas ins Ohr und er befahl Murtagh seinen Wams auszuziehen.
Ungläubigkeit durchflutete mich. Diese Szene hatte ich vollkommen verdrängt! Er tat wie ihm geheißen und drehte sich um.
Laura sah die Narbe an und meldete: „ Murtagh, bei uns könnte man das operativ ausbessern." Er warf uns einen genervten Blick zu und zog sich wieder an. Dann wurde er noch einmal gefragt, ob man seinen Geist jetzt endlich überprüfen dürfte. Als er sich aber immer noch weigerte brachten sie ihn in eine Zelle.
Dann wandte Ajihad sich Laura und mir zu und wollte wissen was die Dinge, die wir den Zwillingen gezeigt hatten, wären. Jetzt wurde es Zeit, dass einem von uns eine gute Lüge einfiel, die er uns glauben würde…
„Das waren Träume.", sagte ich schließlich und hoffte, dass ich überzeugend wirkte, da man den Varden auch nicht alles an die Nase binden musste.
Er zögerte kurz und beschloss dann aber nichts mehr darauf einzugehen. Wir hatten also noch einmal Glück gehabt. Was hätte er auch gedacht, wenn er erfahren hätte, dass wir aus einer anderen Welt stammten?
Dann begann er mit Eragon zu reden und wir gingen zum nächsten Bücherregal, da wir den Rest ja kannten. Blöder Weise konnten wir keinen Fantasyroman finden, also nahm jeder von uns ein interessant aussehendes Buch.
In meinem waren viele zu komplizierte Erklärungen über irgendeine Kriegsmaschine, also stellte ich es wieder zurück und ging zu Eragon. Erst jetzt bemerkte ich das Ajihad alle außer dem Reiter, Saphira und uns hinausgeschickt hatte und dass die Geschichte schon angefangen hatte. Ab dann mischte ich mich immer wenn mir etwas nicht passte ein und auch Laura fing bald damit an.
Danach wollte der Anführer noch mit dem Drachenreiter alleine reden und entließ uns aus der Bibliothek. Als wir die Tür öffneten flogen uns beinahe die Zwillinge entgegen, die anscheinend gelauscht hatten.
„Hi, Leute! Was kann man hier machen? Irgendwelche coolen Nightclubs oder Shoppingstraßen?", fragte ich die beiden, nachdem sie wieder fast „würdevoll" vor uns standen. Sie warfen mir nur einen verwirrten Blick zu, ehe einer von ihnen beschloss uns unser vorübergehendes Heim zu zeigen. Der andere blieb stehen während der eine uns durch die Stadt bis zu den Gästequartieren führte.
Unsere Zimmer waren leer, abgesehen von einem Doppelbett, das in der Mitte stand, und an der rechten Wand einem Schrank.
Ich hätte den Räumen höchstens zwei Sterne gegeben, aber Laura schien hellauf begeistert endlich wieder ein Bett zu haben. Sie warf sich gleich mal mit voller wucht darauf und rollte sich herum bis alles vollkommen durchwühlt war.
Dann kuschelte sie sich hinein und meldete: „Schön weich." Aber es war klar, dass sie nicht lange stillhalten könnte, also kletterte sie aus dem Bett und begann im Kasten herumzukramen.
Ich zweifelte schon ernsthaft an ihrem Verstand, da sie wie ein Hund darin wühlte, doch ehe ich noch etwas sagen konnte, rief sie laut „Ha!" und hielt mir ein verdammt hässliches Kleid unter die Nase. Sie erwartete doch nicht, dass ich den Fetzen anziehe, oder? Na sicher nicht! Als ob ich ein braunes Kleid mit rosa Schleife tragen würde.
Laura sah mich erwartungsvoll an, legte es aber weg, als sie sah, dass ich knapp davor war ihr den Hals umzudrehen.
Laura:
„Mir ist kalt.", stellte ich fest nachdem ich das Kleid wieder in den Schrank gelegt hatte. Ich schloss die Tür, ging an Johanna vorbei, fasste im vorbeigehen ihren Arm und verließ den Raum.
Nach wenigen Schritten blieb ich wieder stehen, da mir auffiel, dass ich keine Ahnung hatte wohin wir musste. Ich beschloss dann auf mein (leider meist nicht vorhandenes) Glück zu vertrauen und ging, ohne meine Freundin loszulassen nach rechts und dann einfach irgendwie.
Sicher eine Stunde (oder auch nur 5 Minuten…) später bogen wir um eine Ecke, und rannten fast in Orik hinein. Freudig kreischend fielen wir ihm um den Hals. „Ich dachte, wir würden in diesen Gängen verloren gehen." Ich stand auf und sah zu dem Zwerg hinunter. „Wären es denn möglich, uns zu einem Bad zu führen?", fragte ich höflich. „Und wir bräuchten auch etwas Trockenes zum Anziehen.", fügte Johanna hinzu.
Orik wirkte ein wenig verwirrt, denn es vergingen ein paar Sekunden bevor er antwortete: „Ähm, ja. Ich zeige euch den Weg, und lasse euch neue Kleider bringen.", damit ging er los und wir folgten ihm.
Er führte uns durch einige Gänge und hielt vor zwei dunklen Türen mit blauen Verzierungen an. Sie stellten Nymphen und Drachen dar, die an einem sich durch die Berge im Hintergrund schlängelnden Fluss spielten. Um sie herum waren alle möglichen Tiere abgebildet, und obwohl man alles erkennen konnte, wirkte das Ganze eher wie ein Muster.
„Hinter diesen Türen befinden sich zwei Räume, die an die Bäder grenzen.", brummte der Zwerg. „Lasst eure Gewänder auf der Bank liegen, wenn ihr fertig seid, werden frische für euch bereitliegen.", damit drehte er sich um und stapfte davon.
Ich wartete noch bis er außer Hörweite war und sagte dann: „Irgendwie schienen wir ihn zu verschrecken.", als ich mich zu Johanna drehte, um zu sehen ob sie mir zustimmte, musste ich feststellen, dass sie schon weg war. Ich zuckte mit den Schultern, sah mir noch kurz die Türen an und trat dann hindurch.
Dahinter lag ein schwach beleuchtetes Zimmer mit kaum einer kleinen Holzbank mit einem Tischchen daneben. An der gegenüberliegenden Wand hing das einzige Bild, das den Wasserfall, der den Eingang der Stadt schützte, darstellte.
Ich zog mir die kalten Kleider aus, legte sie ordentlich auf die Bank und ging dann ans andere Ende des Raumes. Dort ging ich durch die nächste Tür und wurde von tiefer Dunkelheit und einem warmen Hauch empfangen.
Vorsichtig tastete ich mich nach vorne bis mein Fuß das warme Wasser berührte. Ich stieg die sechs flachen Stufen hinunter und tauchte schließlich ganz unter die Oberfläche. Ich legte mich an den Rand des Beckens, schloss die Augen und genoss einfach die Ruhe.
Ich blieb so lange im Wasser bis meine Finger ganz faltig waren und ich Hunger bekam. Ich watete zum gegenüberliegenden Ende und stieg dann ein klein wenig bedauernd aus dem Bad.
Als ich das Zimmer verließ bemerkte ich sofort das neue Gewandt auf der Bank. Ich ging hin und hob es in die Höhe. Es bestand aus einem hellblauen mir unbekannten leichten Stoff und hatte ein etwas dunkleres Band in der Taille. Eigentlich ganz hübsch, aber unpraktisch!
Ich zog es trotzdem an, nahm mir aber vor bei Gelegenheit etwas besseres zu verlangen. Unter der Bank standen auch Schuhe, die passend zu dem Kleid aus hellblauem Rauleder waren. Auch die zog ich an und ging dann zum Tisch, in dessen Laden ich eine Bürste fand. Ich kämmte mir die noch sehr feuchten Haare und verließ dann den Raum.
Vor der Tür wurde ich schon von Johanna empfangen, die ein ähnliches Kleid wie ich trug, nur war ihres hellgrün. Sie saß am Boden mit dem Rücken and die Wand gelehnt und zupfte an ihrer Hüfte herum.
Als ich herauskam stand sie auf und betrachtete mich kritisch. Daraufhin begann ich Modellike den Gang auf und ab zu stolzieren. Sie verdrehte nur die Augen und fragte: „Und jetzt? Es ist noch nicht so spät, wir werden noch nicht essen können."
„Och, ich hab aber schon Hunger!", antwortete ich ein wenig beleidigt.
„Aber ich denke, da wir eh keine Ahnung haben, wo wir sind, können wir auch irgendwie gehen, oder?!"
Ich setzte mich in Bewegung und ging um die nächste Ecke. „Hmm, kommt mir irgendwie bekannt vor...", meinte ich und sah zurück. „Aber hier ist irgendwie alles gleich. Mit ein paar Bildern würde das schon leichter gehen."
„Ja.", stimmte mir meine Freundin zu: „Oder ein paar Schilder."
Ich nickte lachend und ging ein paar Schritte weiter: „Vielleicht sollten wir irgendjemanden fragen, wohin wir sollen?!"
„Ja und wen?", fragte sie und als hätte man sie gehört kam in dem Moment Orik um die Ecke.
„Hey, das ist gut, dass du kommst.", rief ich ihm entgegen.
„Wann können wir denn essen?", fragte ich sofort, denn mein Magen find schon an zu knurren.
„Noch nicht.", brummte der Zwerg.
Er blieb vor uns stehen und schaute zu uns auf.
„Ihr solltet zu euren Räumen zurückkehren. Ich weiß nicht, wie die anderen dazu stehen, dass ihr plötzlich aufgetaucht seid.", meinte er, nickte und fügte mehr zu sich selbst als zu uns gewandt hinzu: „Vor allem die Zwerge..."
Johanna schüttelte den Kopf: „Nein, wir würden gerne zu Murtagh."
„Ach ja.", erinnerte ich mich. „Den gibt es ja auch noch. Der muss sich ja langweilen."
Orik nickte und ging uns voraus den Gang zurück, aus dem er gekommen war. Wir folgten ihm, bis er vor einer von zwei Männern bewachten Türe stehen blieb. Sie wirkte sehr massiv und ich wunderte mich, ob Ajihad fürchtete, Murtagh könnte fliehen.
„Schließt auf!", befahl Orik. „Diese beiden wollen zu ihm."
Sie zögerten, aber schließlich holte einer einen Schlüssel aus der Tasche und öffnete die Tür.
Sie schwang überraschend einfach und geräuschlos auf und erlaubt uns das Zimmer zu sehen. Mein allererster Gedanke war, dass man uns anscheinend wirklich nicht mochte, denn Murtaghs Zimmer war um vieles besser. Das war doch echt nicht fair! Er war hier der Sohn des Abtrünnigen, nicht wir.
Ich trat ein und sah mich um. Es gab zwar keine Fenster aber die 'Lampen' (Diese eigenartigen Dinger mit blauem Licht) erhellten die Umgebung ausreichend, sodass man alles erkennen könnte.
Der Raum war so groß wie unseres, sodass man ihn mit neun Schritten durchqueren konnte. Rechts stand ein Bett und links ein Kasten, genauso wie bei uns, aber im Gegensatz zu unserem Zimmer standen hier auch noch ein Tisch, auf dem ein Wasserkrug stand, mit zwei Sesseln und gleich neben dem Eingang ein Bücherregal.
Murtagh lag auf dem Bett und als die Türe sich öffnete, setzte er sich auf. Er sah kurz von mit zu Johanna und ließ sich dann wieder zurückfallen.
„Nette Begrüßung.", meinte Johanna, ging zum Tisch und setzte sich auf einen der Sessel, der dem Bett entfernter war. Ich wandte mich wieder an Orik: „ Könnte uns jemand eine Flasche Champagner bringen?"
Als er mich nur verwirrt ansah, fügte ich hinzu: „Oder etwas anderes zu Trinken und Obst. Ich habe nämlich Hunger."
Der Zwerg sah mich noch kurz misstrauisch an, bevor er nickte: „Ich werde schauen, was ich tun kann."
Danach wurde die Türe wieder geschlossen und ich drehte mich um. „Was wollt ihr?", fragte Murtagh, der die Augen geschlossen hatte und dadurch aussah, als würde er Selbstgespräche führen. Ich blickte Johann fragend an und bemerkte, dass ich selbst keine Ahnung hatte.
„Maoam!", sagte ich nur, um die Stille zu brechen und setzte mich auf den Sessel, der zwischen Murtagh und meiner Freundin stand. „Nein.", sagte ich dann mit ernster Stimme. „Johanna hat sich Sorgen um dich gemacht!"
In den Moment holte sie aus und traf mit dem Handrücken den Tonkrug, der auf dem Tisch stand. Ich stieß mich erschrocken zurück, sodass mein Sessel nach hinten kippte und ich am Boden landete. Der Krug flog knapp an mir vorbei und traf die Wand über Murtaghs Bett, wo er klirrend zerbrach. Da er die Augen geschlossen gelassen hatte, bemerkte er es zu spät, um ganz auszuweichen. Die Scherben und der Inhalt regneten auf Murtagh herab, der sofort aufspringen wollte, aber irgendwie schaffte er es nicht so wie beabsichtigt, denn plötzlich saß er ebenfalls am Boden.
Er stand auf und ich folgte seinem Beispiel.
„Ups! Entschuldigung, ich wollte ja eigentlich Laura treffen!", sagte sie und funkelte mich böse an. „Ach?", fragte ich. „Dann muss ich dir sagen, dass du noch ein wenig zielen üben solltest." „Was kann ich denn dafür, dass die doofe Vase im Weg steht."
„Krug!"
„Ach, egal!"
„Nicht egal!"
„Doch egal!"
„Nein!"
„Doch!"
„Nein!"
„Doch!"
„Nein!"
„Nein!", rief Murtagh dazwischen.
Nach einer kurzen Stille deutete ich auf ihn und sagte triumphierend: „Ha, siehst du! Er ist auch meiner Meinung!" „Raus!", schrie er zum ersten Mal sehr, sehr, sehr, sehr wütend. „K...k...keep cool, Honey.", stotterte Johanna unsicher.
Zum Glück öffneten jetzt die Männer die Türe und wollten wissen, was los sei, denn ich weiß nicht, was sonst noch geschehen wäre.
„Ach, nichts.", antwortete Johanna ihnen und nach einer kurzen Pause fügte sie hinzu: „Habt ihr etwas zu essen für uns?"
„Ja, es wurde gerade gebracht.", sagte einer und kam in das Zimmer, um ein Tablett auf den kleinen Tisch zu stellen und gleich wieder zu gehen.
Er zog die Tür hinter sich zu und verschloss sie wieder. Sie hatten uns irgendein eigenartiges, schlichtes, gegrilltes Etwas und einen Haufen Obst gegeben.
„Was ist das?", fragte Johanna und stubste das eigenartige, schlichte, gegrilltes Etwas an. Ich kam näher, betrachtete das eigenartige, schlichte, gegrilltes Etwas genauer und meinte:
„ Das eigenartige, schlichte, gegrillte Etwas wirkt als würde es noch leben." Murtagh murmelte böse irgendetwas Unverständliches und warf dem eigenartigen, schlichten, gegrillten Etwas einen tödlichen Blick zu.
„Also, jetzt ist das eigenartige, schlichte, gegrillte Etwas tot.", stellte sie fest und grinste. Er sah auf und ich rief:
„Schau ihm nicht in die Augen!!" Johanna blickte mich nur schief an und wandte sich wieder zu ihm um und meldete weiterhin grinsend:
"Du hast schöne Augen!", meldete sie Mary-Sue-like.
Er sah sie verblüfft an und wir drehten uns um und klopften an die Tür. Sie wurde uns geöffnet und wir verließen den Raum, nachdem ich mir zwei Äpfel genommen und Murtagh fröhlich zugewinkt hatte und ihn mit dem eigenartigen, schlichten, gegrilltem Etwas alleine ließ.
