Kapitel 7 – Halloweenplanungen

Am nächsten Morgen verließen Remus, Sirius und Peter gemeinsam den Schlafsaal der Siebtklässler und machten sich auf den Weg in die große Halle, Sirius hatte einen Riesenhunger und sagte zu seinen Freunden: „Wenn ich nicht bald etwas zu essen bekomme, verhungere ich noch!", doch dies löste kein Mitleid bei seinen Freunden, sondern lediglich einen kurzen Lacher von Peter aus. Remus meinte: „Es ist unglaublich, was Du vertilgen kannst. Ich warte auf den Tag, an dem Du mal sagst, Du hast keinen Appetit mehr." Lächelnd klopfte er Sirius auf die Schulter und ergänzte: „Nur noch ein paar Schritte. Du schaffst das!" Unterwegs trafen sie auf einige Schüler, die wohl schon mit dem Essen fertig waren. Als Peter das sah, sagte er halblaut: „Wie können die nur so früh wach sein, und dann sind sie auch schon mit dem Frühstück fertig." Ungläubig schüttelte er den Kopf.

Kurze Zeit später betraten sie gemeinsam mit James, den sie in der Eingangshalle getroffen hatten, die große Halle und setzten sich an den Gryffindortisch. Sirius häufte sich verschiedene leckere Sachen auf den Teller - in der Tat so ziemlich von allem, was er mit seinen Armen erreichen konnten ohne aufzustehen. Ganz offensichtlich war es ihm so ziemlich egal, was er aß, Hauptsache, es schmeckte. Remus, der Sirius' Teller mit einem kritischen Blick bedachte, sagte in die Runde: „Der Lehrer für Verteidigung gegen die dunklen Künste fehlt." James sah von seinem Teller auf und schaute selbst nach, doch Remus hatte recht: Der Platz zwischen McGonagall und Dumbledore war frei. Gegen Ende des Frühstücks erhob sich der Schulleiter von seinen Sitz und sagte: „Der Unterricht für Verteidigung gegen die dunklen Künste findet heute nicht statt. Geben Sie diese Information bitte an die anderen Schüler weiter. Nutzen Sie doch die Zeit und gehen noch mal an die frische Luft, heute ist es noch einmal angenehm warm. Außerdem bitte ich die Schulsprecher, sich gelegentlich zu einem ersten Treffen bezüglich der Halloweenfeier zu treffen. Ich danke Ihnen für Ihre Aufmerksamkeit."

Spontan verabredeten sich James und Lily, die mit ihren Freundinnen ganz in der Nähe der Jungen saß, sich gleich nach dem Frühstück zu treffen, um erste Ideen zu sammeln. Also verließ James seine Freunde kurz darauf. Er sagte noch: „Wir treffen uns dann zu Zauberkunst, bis dann."

Nachdem sie in der Schulsprecherwohnung angekommen waren, setzten sie sich in ihr Besprechungszimmer. James wartete, bis Lily einige Papiere geordnet hatte und fragte dann: „Hast Du schon eine Vorstellung, was wir machen könnten? Lily überlegte kurz und erwiderte: „Wie wäre es, wenn wir zunächst die Schüler nach Ideen befragen und uns dann später nochmal treffen, um die Vorschläge auf ihre Umsetzbarkeit hin zu überprüfen." James fand diese Idee sehr gut, da er selbst im Moment gar keine originellen Ideen hatte, weshalb er nickte und zugleich ein Pergament hervorholte und anfing zu schreiben. Kurze Zeit später sagte er: „Wie findest du das?" Lily betrachtete das Blatt: Es fanden sich nur wenige Worte auf dem Pergament. In der Mitte stand groß „Eure Ideen zur Halloweenfeier". „Die Schüler schreiben einfach ihre Ideen darum herum und in der nächsten Woche schauen wir, was sich so alles angesammelt hat." Lily fand die Idee gar nicht so schlecht. Dies sagte sie auch und fügte hinzu: „Ich gehe in die Eingangshalle und hänge das Blatt dort auf. Bis bald!"

Sie machte sich voller Vorfreude auf den Weg. Obwohl das Fest erst vor wenigen Jahren hierzulande heimisch geworden war, hatte es sich schon zu einem ihrer Lieblingstage im Jahr entwickelt. Vor allem für Zauberer bot es wunderbare Möglichkeiten! Mussten Muggel sich schminken und komplizierte Dinge mit ihren Haaren anstellen, um zu Halloween ganz anders und möglichst furchterregend auszusehen, hatten Menschen mit magischer Begabung ganz andere und sehr vielversprechende Optionen. Für eine begabte Zaubertränkeschülerin gab es verlockende Rezepte – einen ganz besonderen Trank plante sie in diesem Jahr an ihren Haaren anzuwenden. Und fortgeschrittene Verwandlungstalente konnten ganz unterschiedliche, aber rundum faszinierende Dinge mit ihrem Gesicht anstellen. Professor Slughorn war so nett, Schülern ab der sechsten Klasse den Zaubertränkekeller an einigen Abenden im Oktober zur Verfügung zu stellen. Sie sollte mit ihm sprechen, damit der erste dieser Termine nicht zu spät angesetzt wurde. Ihr Trank würde einige Zeit zum Reifen benötigen, und sie wollte ihn auf keinen Fall verpatzen.

In der Halle angelangt, fand sie einen passenden Platz für das Pergament und ging darauf zu ihren Freundinnen zurück. Bis zum Beginn des Zauberkunstunterrichts waren sie vollauf damit beschäftigt, Pläne für Halloween zu schmieden und Rezepte sowie Zaubersprüche zu besprechen. Diese ihre letzte Halloweenfeier in Hogwarte sollte unvergesslich werden!