Titel: Summertime Kids
Autor: Vorabiza
Übersetzung: Nerventod
Beta: Ituep
danke für die kommis und viel Spaß mit dem neuen chap…
oooooooooo
9. Wahrheit oder Pflicht - Teil Eins
„Ich kann nicht glauben, dass Professor Snape dir wirklich zwei Flaschen Feuerwhiskey aus dem einzigen Grund gegeben hat, dass du seinen Patensohn betrunken machst, damit er nicht früher nach Hause kommt", sagte Pansy überrascht.
Harry zuckte breit grinsend mit den Achseln. „Er ist die ganze 'liebevolle Zuneigung' leid."
„Egal aus welchem Grund, ich bin ihm dafür dankbar", sagte Blaise mit einem ebenso breiten Grinsen wie Harry.
„Sagt mir nicht, dass ihr beide vor ihm das gemacht habt, was ihr gerade vor unseren Augen gemacht habt?", fragte Ron, während sich sein Gesicht verzog, als er versuchte sich vorzustellen, wie Harry und Draco sich gegenseitig vor Snape zum Höhepunkt brachten.
„Emmm, nicht absichtlich", sagte Harry.
„Aber ihr macht das?", fragte Hermine überrascht.
„Das ist technisch gesehen unser Haus", erklärte Draco hochmütig. „Und wir machen es einfach zu unserem."
Harry konnte ein Lachen nicht zurückhalten.
„Darf ich es wagen zu fragen, was 'wir machen es zu unserem' bedeutet?", fragte Ron vorsichtig.
„Ich denke nicht, dass du das wissen willst", antwortete Harry.
„Ich will es wissen", warf Blaise eifrig ein.
„Das bedeutet, dass sie in jedem Zimmer Sex haben", kommentierte Fred beiläufig.
„Auf jeder erdenklichen Oberfläche", fügte George hinzu.
„Und ihr zwei wisst das, weil...?", fragte Hermine, die aussah, als wüsste sie bereits die Antwort, aber wollte, dass sie ihr sagten, dass es nicht so wäre.
„Wir sind dort gewesen, als sie es gemacht haben", antworteten Fred und George zusammen mit breiten Grinsen auf ihren Gesichtern.
„Oh, niemals!", sagte Ron mit vor Ekel verzogenem Gesicht. „Ich gehe niemals wieder zu irgendeinem Haus von meinen Freunden."
Ron sah ernsthaft so aus, als wenn er krank werden würde. Harry und Draco tauschten ein wissendes Grinsen mit Fred und George. Vince und Greg sahen nachdenklich aus. Hermine und Pansy sahen so aus, als wären sie zwischen Wissbegierde und Ekel hin und hergerissen. Blaise sah einfach aufgeregt aus.
„Warte einfach, bis du dein eigenes Heim gefunden hast", sagte Harry wissend.
Draco schnaubte. „Und eine Freundin bekommen hast", fügte er sarkastisch hinzu.
Ron funkelte ihn an. „Halt den Mund, Draco", schnappte er gereizt, wobei seine Augen sich automatisch auf Pansy richteten.
„Haben wir nicht ein Spiel zu spielen?", fragte Blaise eilig. Er wollte nicht, dass Draco nun damit anfing, Ron zu ärgern, weil er sehr genau wusste, dass er der Nächste sein würde.
„Sind wir uns einig, dass wir Wahrheit oder Pflicht spielen?", fragte Hermine.
Alle nickten. „Wenn man bedenkt, was wir für einen Zaubertrank haben, macht es keinen Sinn, etwas anderes zu spielen", schnarrte Draco.
Hermine zuckte mit den Achseln. „Wir würden auch ziemlich ehrlich sein, wenn wir ‚Ich habe nie(1)" oder sowas spielen."
„Was ist der Unterschied zwischen diesem Zeug und Veritaserum?", fragte Ron mit einem Stirnrunzeln.
„Der Trank bewirkt, dass du dich ein wenig beschwipst fühlen wirst, so als ob du schon ein wenig getrunken hast, und es erhöht den Mut, die Wahrheit zu sagen", erklärte Hermine. „Er zwingt dich nicht die Wahrheit zu sagen, sondern ermutigt dich irgendwie dazu. Das beschwipste Gefühl bedeutet nur, dass du mit geringerer Wahrscheinlichkeit mit der natürlichen Wirkung des Trankes kämpfen wirst, der dich dazu hinzieht, die Wahrheit zu sagen."
Draco schnaubte amüsiert. „Zur Hölle mit dem Mut, die Wahrheit zu sagen", sagte er. „Es erhöht die Wirkungen des Alkohols. Du bist mehr dazu bereit die Wahrheit zu sagen und du bist bereit, deine Hemmungen zu verlieren. Es kümmert dich einfach nicht, weil du dich so gut fühlst. Trotzdem kannst du es bekämpfen."
„Ich weiß nicht, ob das so eine gute Idee ist", sagte Ron vorsichtig.
„Ich auch nicht", sagte Blaise nervös.
Hermine und Pansy schauten den Trank, den sie gerade gebraut hatten, mit neuer Skepsis an. „Es klingt ganz anders, wenn Draco es so darstellt", sagte Pansy.
„Es klang vorher nichts so... gefährlich", sagte Hermine schwach.
„Es ist definitiv kein Trank, den man zu sich nehmen sollte, wenn man den Leuten die dabei sind nicht traut", sagte Draco zustimmend, aber es war klar, dass er das alles höchst amüsant fand. „Es gab einen Grund, warum ich etwas überrascht war, dass du daran gedacht hast, diesen Trank zu brauen", sagte er zu Hermine.
„Oh, kommt schon, Jungs", sagte Harry ermutigend. „Wir sind hier alle Freunde. Draco und ich haben wahrscheinlich mehr Geheimnisse als irgendjemand sonst und wir wollen es tun. Außerdem ist es nicht so, als ob ihr eure Selbstbeherrschung verlieren würdet. Ihr werdet immer noch ihr selbst sein."
„Das kommt von einem tapferen Gryffindor", murmelte Blaise.
„Ich habe gerade entschieden, dass ich in das falsche Haus eingeteilt worden bin", murmelte Ron zu Blaise.
Fred und George lehnten sich zurück und beobachteten die Unterhaltung amüsiert, da sie wussten, dass Harry und Draco die anderen überzeugen würden. Vince und Greg tauschten einen flüchtigen Blick miteinander, zuckten mit den Achseln und warteten einfach darauf, dass die anderen nachgaben.
„Oh, ehrlich...!", schrie Draco auf. „Ich wusste nicht, dass ich mit einem Haufen von Feiglingen befreundet bin."
„Müssen wir wirklich darauf hinweisen, dass alles was gesagt oder getan wird, unter uns bleiben wird?", fragte Harry ruhig, der genau wusste, dass er damit zu allen durchkam. „Ich dachte ihr würdet wissen, dass keiner von uns vorhat, irgendetwas irgendjemandem außerhalb unserer Gruppe zu erzählen."
„Wie steht's mit Fred und George?", fragte Ron. „Sie sind nicht wirklich ein Teil unserer Gruppe und seitdem ich geboren wurde, haben sie alles Mögliche gegen mich verwendet."
„Wir sind Spaßvögel."
„Nicht dumm", erwiderten Fred und George und schauten zu Harry und Draco.
Der Rest der Gruppe schaute neugierig zwischen Fred und George und Harry und Draco hin und her.
Draco entschied sich dazu, die unausgesprochene Frage zu beantworten. „Ich hatte nicht vor, einige Weasleys-Scherzbolde mit auf die Reise zu nehmen, ohne sicherzustellen, dass sie mich und meine Freunde nicht die ganze Zeit veralbern würden", schnarrte er. „Sie stehen unter dem Eid, dass sie nichts von diesem Trip gegen uns verwenden werden."
„Sie haben schon versucht, Harry einen Streich zu spielen", sagte Ron stirnrunzelnd, als er daran dachte.
„Ich war der einzige, bei dem sie versucht haben, etwas zu tun. Das war nicht wirklich ein Streich und ich denke, dass sie bereits ihre Lehre daraus gezogen haben", grinste Harry und beobachtete die Zwillinge, die unbewusst ihre Hinterköpfe rieben.
„Sie haben keinem anderem einen Streich gespielt?", fragte Hermine verwirrt.
„Lasst uns einfach sagen, dass Draco sehr überzeugend ist", sagte George trocken.
„Wir werden nichts von diesem Trip gegen irgendjemanden von euch verwenden", stimmte Fred zu.
„Wow, wer hätte gedacht, dass Draco so nützlich sein könnte?", sagte Ron deutlich beeindruckt.
„Also, können wir jetzt anfangen?", fragte Draco mit einem eingebildeten Grinsen.
Mehrere von ihnen schluckten nervös, aber sie waren sich alle wieder einig.
Zwanzig Minuten später hatten allen einen Schluck des Trankes getrunken und niemand war mehr nervös. Harry und Draco gaben allen schnell einen Schluck von dem Feuerwhiskey, um sicherzustellen, dass ihre Nervosität in zwanzig oder dreißig Minuten nicht zurückkehren würde, wenn die Wirkung des Trankes abflaute.
Eine sehr viel entspanntere Gruppe saß nun um das aufflammende Lagerfeuer. Die Stämme hatten sie beiseite schweben lassen und nun standen dort überall bequeme Liegestühle für sie alle. Das Feuer spendete ihnen schon ordentlich Licht, aber sie hatten auch einige Laternen um sie herum aufgestellt, was sie effektiv in einen behaglichen Kreis in der Finsternis der Nacht einhüllte.
„Du fängst an, Mine", sagte Harry. „Das war immerhin deine Idee."
„Oh", sagte sie und blickte Harry für einen Moment an. „Emmm, Harry, Wahrheit oder Pflicht?"
„Wahrheit", sagte Harry. Er war sich nicht sicher ob er jetzt Wirklich eine Aufgabe bekommen wollte und er hatte kein Problem damit, die Wahrheit zu sagen.
„Was ist die kompromittierenste und peinlichste, äh, Position, in der Snape dich und Draco erwischt hat?", fragte Hermine.
„Das ist es, was du wissen willst?", fragte Harry ungläubig. Er fühlte bereits wie der Trank in leicht dahin zog, ihnen die Wahrheit zu sagen. Da war aber auch ein großer Teil in ihm, der es ihnen nicht erzählen wollte.
„Nun, ich weiß bereits so ziemlich alles Wichtige über dich", sagte sie mit einem Achselzucken.
„Ich bin nicht sicher, dass das eine faire Wahrheitsfrage ist, da es auch mich betrifft", warf Draco ein.
„Was ist mit dem 'wir müssen einfach zusammenhalten' passiert?", fragte Ron mit einem breiten Grinsen.
„Was immer es ist, es muss gut sein, weil ich mich nicht an das letzte Mal erinnern kann, als ich euch beide so rot im Gesicht gesehen haben", sagte Blaise vergnügt.
„Antworte auf die Frage, Harry", sagte Hermine fröhlich.
Harry funkelte sie an, doch es war vergeblich. Er seufzte. „Ähm, Draco und ich haben uns gedacht, dass es interessant sein würde, Sex auf den Stufen zu haben", gab er schüchtern zu.
„Und...", sagte Blaise.
Draco und Harry funkelten ihn beide an. „Und nichts", schnappte Draco.
„Ich weiß, dass da noch mehr sein muss", sagte Blaise wissend. „Dass ihr zwei Sex auf den Stufen habt, ist nicht peinlich genug, dass ihr so rot werdet, wie ihr nun seid."
„Oh, na gut", sagte Harry und gab Blaise und dem Trank nach. „Irgendwie sind die Dinge außer Kontrolle geraten und wir sind die Treppen hinunter gestürzt. Das Geräusch brachte Severus dazu aus dem Labor zu kommen und er hat uns am Fuß der Treppe gefunden, nackt und von dem Sturz leicht verletzt."
„Und sehr unbefriedigt", murmelte Draco. Der Trank schien ihn auch dazu zu ermutigen, die ganze Wahrheit zu erzählen.
Die Gruppe brach ins hysterische Gelächter aus, während Harry und Draco sie alle anfunkelten. „Das ist nicht sooo lustig", sagte Draco gereizt.
„Doch, das ist es", keuchte Blaise.
„Blaise, Wahrheit oder Pflicht", sagte Harry und grinste Blaise plötzlich unheilverkündend an.
Blaises Lachen erstarb plötzlich und er schluckte nervös. „Pflicht", sagte er ein wenig zusammenzuckend. Es gab keine Weg, dass er die Wahrheit sagen würde.
„Ich verpflichte dich, dich hier auszuziehen", sagte Harry. „Und du schwimmst zur Plattform und zurück."
„Sehr gut", sagte Draco. „Das könnte helfen, ihn abzukühlen."
„Harry", wimmerte Blaise. „Es ist zu kalt."
Harry richtete seinen Kopf auf, als er für einen Moment darüber nachdachte, während die anderen gespannt darauf warteten, was er entscheiden würde. „Das ist wahr. Ich will nicht wirklich, dass du dich zu Tode frierst oder sowas. Hat irgendjemand Lust, zum Wohnmobil zu laufen und die Extradecken zu holen, die wir mitgebracht haben?", fragte Harry.
„Ich", erbot sich Hermine freiwillig, sprang sofort auf und schwankte ein wenig, ehe sie sich sammelte und zu dem Wohnmobil lief.
„Ich denke, dass sie sehen will, wie Blaise deine Pflicht erfüllt", wisperte Draco Harry zu.
„Ja, aber sie will nicht, dass er später durch die Kälte leidet", wisperte Harry zurück.
Sie kicherten beide über Blaises geschlagenen Blick, als sie darauf warteten, das Hermine zurückkam.
„Denkst du, dass du genug Decken hast?", fragte Draco Hermine mit erhobener Augenbraue, als sie zurückkam.
„Harry hat gesagt, dass ich die Extradecken holen soll", ärgerte sie sich. „Wir haben gerade erst angefangen und wer weiß, wer sonst noch die Decken zu schätzen weiß, ehe wir fertig sind."
„Gut gedacht", gab Draco zu.
„In Ordnung, Blaise", sagte Harry mit glänzenden Augen. „Du weißt was du tun musst, Hermine wird eine Decke für dich haben und ich werde dir sogar ein Glas Feuerwhiskey geben", sagte er, um ihm das Ganze ein wenig mehr zu versüßen.
Fürchterlich errötend, zog sich Blaise eilig aus, um diese Sache so schnell wie möglich hinter sich zu bringen. Harry schätzte die schlanke Figur von Blaise, interessierte sich aber mehr für die Reaktion von Hermine. Das Mädchen sabberte praktisch, als sie zusah, wie Blaise sich auszog.
Alle lachten, als Blaise den Strand hinunter rannte und nur einen Moment zögerte, ehe er in das Wasser tauchte. Er war bald zurück, zitternd und vor Wasser triefend. Zu diesem Zeitpunkt war keiner überrascht, als Hermine einen Trockenzauber über ihn sprach und ihm eine dicke, warme Decke gab.
„Bist du in Ordnung?", fragte sie besorgt.
„E-es g-g-geht m-m-mir g-gut", sagte er mit klappernden Zähnen.
Harry und Draco brachen in Lachen aus und die meisten schlossen sich ihnen an. Nur Blaise und Hermine funkelten sie an. Blaise sorgte sich nicht darum sich wieder anzuziehen und setzte sich, mit der Decke fest um sich geschlungen, wieder hin. Es würde nur zu noch mehr Peinlichkeit führen, wenn er die Decke fallen lassen würde, um seine Sachen wieder anzuziehen. Außerdem wollte er sich wirklich zuerst wieder aufwärmen.
„R-Ron, W-Wahrheit oder P-Pflicht?" fragte Blaise noch immer Zähen klappernd. Hermine sprach einen Wärmezauber auf Blaise, was seine Zähne dazu brachte sich zu entspannen und damit aufhörten zu klappern. „Danke" sagte er mit einem warmen Lächeln. Die Interaktion zwischen Blaise und Hermine wurde etwas durch die plötzliche Panik von Ron überschattet.
„Warte! Warum fragst du mich?", protestierte Ron. „Möchtest du nicht Draco als nächstes auswählen?"
„Hölle, nein!", rieft Blaise. „Ich bin offensichtlich bereits nicht mehr in ihrer Gunst."
Harry grinste, reichte Blaise einen doppelten Feuerwhiskey. „Keine Feindseligkeiten, in Ordnung?"
Blaise lächelte kläglich, als er das Glas akzeptierte. „Keine Feindseligkeiten, aber ich wählte trotzdem nicht Draco." Draco grinste in eitler Zufriedenheit, als Blaise schnell den Feuerwhiskey hinunterschluckte. Blaise hustete und Tränen traten ihm in die Augen, aber er sah jetzt zufrieden aus.
„Also Ron, Wahrheit oder Pflicht?", fragte Blaise wieder.
Ron zuckte genauso zusammen, wie Blaise zuvor. „Pflicht", sagte er resigniert.
„Dann musst du dasselbe machen, wie ich", sagte Blaise mit einem Grinsen. „Es ist nur fair, wenn wir in demselben Boot sitzen."
„Du bist genauso grausam wie Harry", murmelte Ron, stand aber trotzdem auf.
„Ich bin ein Slytherin", sagte Blaise. „Ich muss grausam sein."
„Ist das auch Harrys Entschuldigung?", fragte Ron und funkelte Harry an, da dieser diese ganze Sache gestartet hatte.
„Das passt auch für mich", sagte Harry mit einem Achselzucken und grinste Ron erwartungsvoll an. „Ich habe kein Problem damit, mit Slytherin in Verbindung gebracht zu werden."
„Nein, das wäre es nicht", murmelte Ron.
Tief durchatmend, zog er sich, wie Blaise zuvor, schnell aus. Der einzig echte Unterschied war, dass Pansy nun diejenige war, die Ron anerkennend anschaute und eine Decke für ihn bereithielt. Und diese Pansy war ein wenig langsamer damit, den Trockenzauber zu sprechen und ihm die Decke zu reichen. Sie starrte ihn anerkennend an und Ron wurde, wenn das möglich war, noch röter.
„Danke", murmelte Ron nachdem er sich fest in seine Decke gewickelt hatte, und fähig war, sprechen zu können, da sie schneller einen Wärmezauber über ihn gesprochen hatte, als sie ihm die Decke gereicht hatte.
„Gern geschehen", sagte sie, als sie ihren Liegestuhl näher an den von Ron zog und ihn erwartungsvoll anschaute.
Der Rest der Gruppe blieb ruhig, obwohl die meisten wenigstens kichern wollten, als sie die interessante Dynamik vor ihnen beobachteten. Sie wagten nicht, einen Laut von sich zu geben und hofften, dass Ron und Pansy endlich zusammenkommen würden. Dann könnten sie sie aufziehen.
Offensichtlich war sich Pansy eher über alles klar geworden als Hermine und Harry fand es merkwürdig, dass Hermine die kluge und tapfere Gryffindor sein sollte und doch Pansy diejenige war, die aktiv etwas tat, um endlich den Kerl zu bekommen, den sie wollte.
Harry fragte sich, ob es etwas damit zu tun hatte, dass Pansy ein wenig mehr... sexuell erfahren war, um es höflich auszudrücken. Sie war nie mit Draco zusammen gewesen, wie so viele Menschen gedacht hatten, aber es war ein ziemlich nettes Cover für sie. Zumindest hatte ihm Draco das erzählt. Trotzdem hatte sie das im letzten Jahr geändert. Harry war ziemlich sicher, dass Pansy und Ron gut miteinander auskommen würden. Sie war ein wenig weltmännischer, er neigte dazu keine Ahnung zu haben und hoffentlich konnten sie einander ergänzen.
Harry ließ seinen Kopf frustrierte auf Dracos Schulter fallen, als ein unwissender, peinlich berührter Ron Fred ansprach. Pansy sah äußerst enttäuscht aus. Viele schauten frustriert frustriert, ob Rons Ahnungslosigkeit, aber Fred grinste beinahe wahnsinnig.
„Pflicht", wählte Fred einfach.
„Ähm", sagte Ron und suchte offensichtlich nach etwas, was eine richtige Herausforderung für seinen Bruder wäre.
„Ich konnte ein kurzes Bad im See nehmen, wie du", schlug Fred vor. „Oder ich könnte mich nackt ausziehen und Limbo tanzen." Rons Gesicht verzog sich zu einer schrecklichen Fratze, als sich dieses Bild in seinen Kopf brannte. „Ich könnte einen Überfall auf das Wohnmobil machen und ein paar Schlüpfer von Tonks herholen."
Ron schnitt ihn ab. „Das wird gut genug sein."
Fred zuckte mit den Achseln und stand auf, um seine Pflicht zu erfüllen. „Kein Problem."
Harry schnaubte. „Ja, weil sie dir wahrscheinlich ein paar geben wird, wenn du sie nett danach fragst."
„Ist das dein ernst?!", schrie Ron.
„Ich bin mir ziemlich sicher, dass Harry Recht hat", antwortete Fred mit einem Grinsen, als er zum Wohnmobil ging.
„Ahnungslos", hustete George.
Harry und die anderen kicherten über Ron. Sie hatten Georges Kommentar gehört, alle außer Ron. Ron starrte sie an und versuchte herauszufinden, was so lustig war.
Fred war innerhalb von ein paar Minuten zurück und ließ frech grinsen ein paar hell rosa Schlüpfer um seinen Finger schwingen. „Möchtest du sie haben, Bruder?", fragte Fred Ron.
„Nein", funkelte ihn Ron an.
„Na gut", sagte Fred, während er sie einsteckte. „Pansy, Wahrheit oder Pflicht?", fragte Fred.
Als Ron Pansy ein wenig besorgt anschaute, signalisierte Fred ihr, dass sie „Pflicht" nehmen sollte. Ihre Augen weiteten sich einen Augenblick, aber dann entschied sie sich zweifellos dafür, gemeinsame Sache mit Fred zu machen. „Pflicht", sagte sie entschieden.
Freds wahnsinniges Grinsen war zurück. „Ich verpflichte dich dazu, nackt durch das Lager zu rennen. Ein paar Mal um das Feuer, sollte reichen."
„Draco!", schrie Pansy. „Woher sollte ich wissen, dass du diese Geschichte erzählst?"
Draco zog ruhig eine Augenbraue hinauf. „Wen kümmert es, wenn es dir erlaubt, dich nackt auszuziehen?", fragte er.
Sie runzelte die Stirn, schaute von Draco, zu Fred, zu Ron und dann wieder zurück zu Fred, der noch immer hinterhältig grinste. Sie stand auf und ging hinüber zu Fred, um ihm etwas ins Ohr zu flüstern. Er nickte kräftig und sie grinste.
Ron funkelte das Paar an und sah überhaupt nicht glücklich mit ihrem Geflüster aus. Sein Ausdruck änderte sich jedoch drastisch, als Pansy anfing schnell aus ihrer Kleidung zu schlüpfen. Sie warf sie in einen Stapel neben ihren Stuhl, ehe sie ein paarmal um das Feuer flitzte. Ron beobachtete sie dabei mit Stielaugen.
Fred stand auf und bot ihr ritterlich eine der Decken an. Sie schlang sie um sich, ehe sie sich zurück neben Ron setzte. Sie war ein wenig rot im Gesicht, aber sie schien trotzdem stolz auf sich zu sein.
Die Gruppe wartete erwartungsvoll. Sie sahen, wie Fred und George miteinander flüsterten, während Ron damit beschäftigt war, Pansy anzuschauen.
„Also George", sagte Pansy so beiläufig, wie sie konnte, wobei sie ein wenig atemlos klang. Ob es von ihrer kleinen Expedition um das Lagerfeuer kam, oder weil sie, abgesehen von einer Decke, nackt neben Ron saß, wusste niemand. Harry dachte, dass sie vielleicht in Erwartung atemlos sein könnte, da sie und die Zwillinge gemeinsam etwas geplant hatten. Sie hatten ihr offensichtlich bereits dabei geholfen, die ungeteilte Aufmerksamkeit von Ron zu bekommen.
„Ja, Pansy?", fragte George unschuldig.
„Wahrheit oder Pflicht?", fragte sie.
„Wahrheit", sagte George mit einem wahnsinnigen Grinsen, das zu dem seines Bruders passte.
„Vielleicht sollten wir alle noch einen weiteren Schluck des Trankes nehmen, da wir jetzt wieder bei einer Wahrheitsfrage ist", schlug Fred vor.
„Oh, sicher", sagte Pansy zustimmend.
Harry war sehr froh, dass Draco sich dazu entschieden hatte, sich in dieser Runde um die Verteilung zu kümmern. Seine Malfoy-Maske war gerade nützlich, weil Harry aller Hand zu tun hatte, sein Gesicht ausdruckslos zu halten. Draco auf der anderen Seite war äußerst lässig, als er jedem einen Schluck gab.
„Er sollte jetzt bereit sein, ehrlich zu antworten", sagte Draco zu Pansy und schaffte es dabei sein, Gesicht sehr ruhig zu halten, wenn man bedachte, dass alle außer Ron wussten, dass Draco sich nicht auf George, sondern auf Ron bezog.
„Danke, Draco", sagte Pansy dankbar. Er nickte zu ihr, als er sich wieder setzte. „Für wen schwärmt dein Bruder?", fragte Pansy George.
Rons Kopf fuhr herum und er starrte seine Brüder entsetzt an, als er plötzlich begriff, dass etwas nicht stimmte.
„Welcher Bruder speziell?", fragte George. „Ich pflege fünf Brüder zu haben."
„Nun, was ist mit Ron hier?" fragte Pansy unschuldig und hielt absichtlich ihren Blick von Ron abgewandt.
Ron konnte nur entsetzt zuschauen, als sein Bruder antwortete.
„Na, er schwärmt natürlich für dich", sagte George zu Pansy und grinste sie an.
Ron ließ seinen Kopf in seine Hände fallen, stöhnte wegen der Demütigung und wurde so rot, dass jeder es sehen konnte.
„Ist das wahr, Ron?", fragte Pansy zuckersüß und drehte sich langsam um, um ihm ins Gesicht zu sehen.
„Ja", murmelte Ron in seine Hände.
„Warum hast du mich dann nie eingeladen mit dir auszugehen?", fragte sie, ohne die Süße in ihrer Stimme. Ron hob seinen Kopf wieder, aber dieses Mal starrte er Pansy und nicht seinen Bruder an.
„Ähm", sagte Ron dumm.
„Merlin nochmal, Ron!", schrie Fred schließlich auf. „Würdest du dich einfach beeilen und sie küssen?!"
Ron schien eingefroren zu sein. Also nahm Pansy die Sache in ihre eigenen Hände und legte ihre Hände auf Rons Gesicht, hielt ihn fest und küsste ihn. Es war faszinierend zu beobachten wie Ron langsam auftaute und die zwei langsam verschmolzen.
George starrte Blaise und Hermine an und schaute dann Vince fragend an. Vince grinste und nickte. Blaise und Hermine beobachteten Ron und Pansy etwas eifersüchtig, während Ron und Pansy sich küssten, als ob ihre Leben davon abhingen.
