So, da sind wir wieder für heute. Wie die Zeit vergeht ^^ Es ist kaum zu glauben, dass DAS schon Kapitel 8 ist o.O Das Schreiben hat um einiges länger gedauert als das Hochladen, das könnt ihr mir glauben ^^
Kapitel 8 enthält noch kein Lemon ... ihr könnt die *oooh*-Rufe wieder einstellen. Immerhin gibt es langsam aber sicher mal eine Drarry-Handlung xD Hoffentlich ist die an dieser Stelle schon etwas zufriedenstellend. Aber wenn die jedes Kapitel rum*hier beliebiges dreckiges Wortteil einfügen* gefällt mir das selbst nicht sonderlich.

Was an Kapitel 8 noch anders ist, sollte euch auf den ersten Blick auffallen: Alles kursiv o.O Was ist da los?
Ganz einfach: Ich versuche mich an der Ich-Perspektive. Nicht einfach, aber mir gefällts ^^ Drum ist Kapitel 8 auch etwas wie die Generalprobe für...bestimmte Handlungen ;-)
So, bevor ich mich aber noch mehr verquassel: Hier ist es also, Kapitel 8.
Wie immer viel Spaß beim Lesen ;-)
Eure GlowDraconis

Kapitel 8

Vorsichtig richte ich mich auf, will von Weasley eigentlich noch nicht bemerkt werden, wie ich mich langsam in meinem schützenden Schatten in der Zeltecke bewege. Aber irgendetwas muss ihn auf mich aufmerksam gemacht haben. Vielleicht das Rascheln meiner Kleidung oder nur die Bewegung der Zeltwand. Ich höre noch Harry rufen, wie er versucht das Wiesel aufzuhalten, doch zu spät. Er hat mich schon geschockt und ich liege lang hingestreckt auf dem Boden. Schnelle Schritte kommen auf mich zugelaufen und eine Hand taucht in meinem Gesichtsfeld auf, um mir aufzuhelfen. Harry. Ist mein einziger Gedanke und ich nehme seine Hilfe an, stehe schwerfällig auf und klopfe mir den Dreck von den Kleidern.

„Was macht der hier, Harry?", höre ich Weasley sagen. Aber Harry beachtet ihn zunächst nicht, sieht mich mit besorgtem Blick an, lässt seine Augen über meinen Körper wandern, um sicher zu gehen, dass mir nichts fehlt. Unter diesem durchbohrenden Blick bekomme ich eine Gänsehaut nach der anderen. Hoffentlich sieht er das nicht.

Als er sich wieder Weasley zuwendet, streift er kurz besänftigend meine Hand, was mich nur noch mehr schaudern lässt.

„Das hättest du nicht tun dürfen", sagt er nur.

Weasley versteht ihn offensichtlich nicht. Was mich ehrlich gesagt nicht wundert. Mit weit aufgerissenen Augen sieht er uns abwechselnd an, klappt dabei seinen Mund auf und zu, als wüsste er nicht, was genau er sagen sollte. Als er schließlich seine Sprache wiederfindet, stottert er, als wäre er betrunken: „D-du weißt, w-wer das ist, oder, Harry?", er macht einen zaghaften Schritt auf seinen langjährigen besten Freund zu, als befürchte er, dass Harry bei einer schnelleren Bewegung auf ihn losgehen würde. „Mann, das ist nur Malfoy!", er kotzt meinen Namen beinahe aus. Unter normalen Umständen hätte ich ihm jetzt einen Fluch auf den Hals gehetzt. Doch ich bin mir sicher, dass Harry mich dann weggeschickt hätte. „Er hat dich verflucht, oder? Komm zu dir, Mensch! Er hat hier nichts verloren."

Ich kann sehen, dass Harry anfängt zu grinsen und meine sogar ein unterdrücktes Lachen in seiner Kehle glucksen zu hören, bevor er anfängt zu sprechen und alles erklärt. Er verteidigt mich, nennt mich einen Freund, was ein wahres Glücksgefühl in mir aufsteigen lässt, erzählt die ganze Geschichte von Godric's Hollow bis zu dem Moment, an dem wir die Silberne Hirschkuh zu zweit entdeckt hatten. Ich beobachte Weasley, wie er mit weit aufgerissenen Augen und Mund seinen Blick zwischen Harry und mir hin und her wandern lässt, ungläubig, ja, beinahe schockiert.

Harrys Augen sind jetzt erfüllt von einem Blick voller Erwartung, Aufregung, Neugierde, Angst und weiteren widerstreitenden Gefühlen, als er seinen besten Freund ansieht.

Der Rotschopf bleibt noch einige Sekunden mit offenem Mund stehen. Und dann geht alles ganz schnell. Er scheint alles zu vergessen, selbst, dass er ein Zauberer ist. Furienartig kommt er auf mich zugerannt, lässt dabei seinen Zauberstab fallen, und beginnt mich mit seinen Fäusten zu schlagen. Immer wieder in die Magengrube, auf die Brust und einmal auch mitten ins Gesicht. Ich höre ein lautes Knack und spüre Blut aus meiner Nase laufen. Doch Weasley hört nicht auf mich zu schlagen, schreit dabei immer etwas von „Mistkerl" oder „Nimm den Fluch von ihm". Ich hätte keine Chance gegen den größeren, kräftigeren Jungen und kann so nur versuchen, das schlimmste von meinem Gesicht fernzuhalten. Immer wieder höre ich, wie aus weiter Ferne, Harry etwas rufen, der wohl versucht, Weasley von mir abzulenken, verschiedenste Flüche auf seinen Freund abschickt, doch nichts hilft. Schließlich, nach einer Ewigkeit, höre ich Harry „Protego!" rufen. Der Zauber ist so stark, dass er Weasley und mich einige Schritte zurückwirft. Endlich bleibt mir Zeit meine Nase zu betasten, während ich Weasley und Harry lautstark streiten höre. Trotz allem, was Harry erzählt hat, hält der Rotschopf immer noch an der Theorie fest, ich hätte Harry mit dem Imperius-Fluch belegt. Lächerlich, denke ich nur und zucke zusammen, als meine Nase bei der kleinsten Berührung meiner Finger schmerzhaft pocht. Das wird er bereuen!

Ich bemerke gar nicht, wie Weasley an mir vorbei zu Bett geht. Erst, als Harry mir ein Taschentuch unter die Nase drückt, schrecke ich kaum merklich zusammen.

„Er schläft", beginnt er schlicht. „Er will morgen Hermine fragen, ob sie dir glaubt und zur Not noch einmal einen Wahrheitszauber auf dich anwenden." Ich nicke, um Harrys Hand nicht zu sehr gegen meine Nase zu drücken, um keine weiteren Schmerzen zu verursachen. „Wenn die Blutung gestillt ist, solltest du auch schlafen gehen. Du hattest einen langen Tag."

Ich starre ihn einige Sekunden an, entreiße ihm dann das Taschentuch und sage: „Spinnst du? Nur, damit mich Weaselby nachts noch weiter zusammenschlägt?"

Seltsamerweise bringt das Harry zum Lachen. „Weißt du, ihr seid gar nicht so verschieden, du und er. Beide denkt ihr immer gleich das schlechteste über den anderen." Das entlockt mir ein Schnauben, welches ich jedoch sofort bereue, da ein weiterer Schwall Blut gefolgt von Schmerz aus meiner Nase gelaufen kommt. „Ich sollte Hermine wecken, sie könnte dich sicher heilen." Ein besorgter Blick liegt auf Harrys Gesicht. Andere bluten zu sehen scheint ihm mehr auszumachen, als alle Wunden, die er selbst bisher ertragen musste. Irgendwie belustigt mich das.

„Lass nur", sage ich und winke mit der freien Hand, die nicht mit dem Taschentuch unter meiner Nase beschäftigt ist, ab. „Das reicht morgen. Zur Not kann ich das auch selbst, wenn sie sich weigern sollte." Ich versuche ein Lächeln, sehe jedoch daran, dass Harrys Gesichtsausdruck sich nicht ändert, dass es mir gänzlich misslingt.

„Ich … könnte es auch selbst versuchen", schlägt er zögernd vor. „Ich kenne den Zauber aber … es wird schmerzen."

Ich seufze. Als wüsste ich nicht, dass Heilzauber immer schmerzen. „Gut, versuch es", stimme ich zu, da ich weiß, dass der Gryffindor mir keine Ruhe lassen wird, und Harry setzt seinen Zauberstab an meine gebrochene Nase. Er räuspert sich, sagt „Episkey", man hört ein weiteres Knacken und sofort rinnt das Blut wieder aus meiner Nase.

Er entschuldigt sich sofort, führt mich zu unserem Esstisch, setzt mich dort auf die Bank und hält mir sofort ein frisches Taschentuch unter die Nase. Immer wieder und wieder sagt er: „Es tut mir leid. Das wollte ich nicht. Aber ich habe dir doch gesagt, dass es schlimm würde. Wenigstens ist deine Nase nicht mehr gebrochen." Immer und immer wieder, bis ich ihn endlich zum Schweigen bringe, indem ich ihm meine Hand auf den Mund presse und nur sage „So schlimm war es nicht." Erst dann bemerke ich, was ich da eigentlich gerade tue, bin jedoch noch einige Schocksekunden unfähig mich zu rühren. Ebenso mein Gegenüber. Wir starren uns an mit weit aufgerissenen Augen, bevor ich meine Hand schnell wieder wegziehe. Ich räuspere mich verlegen, nehme Harry das Taschentuch aus der Hand und halte es mir jetzt selbst unter die Nase, um die Blutung jetzt endlich zu stillen. Krank, Draco, du bist krank, denke ich.

Einige Momente sieht mich Harry mit einem seltsamen Blick an und setzt sich schließlich neben mich. Wir schweigen, vielleicht beide zu verlegen, um das Wort zu ergreifen, vielleicht auch weil keine Worte nötig sind.

„Ich hoffe, Ron besteht nicht auf diesen bescheuerten Wahrheitszauber", beginnt Harry nach einigen verschwiegenen Minuten.

Ich unterdrücke ein Schnauben. Da die Blutung jetzt langsam aber stetig zurückgeht, möchte ich ein neuerliches Aufreißen der Wunden um jeden Preis verhindern. „Wenn er darauf besteht, muss ich sowieso zustimmen oder mir passiert schlimmeres als eine gebrochene Nase, so glaube ich", ich überlege kurz, zucke dann kaum merklich mit den Achseln und frage dann: „Wie macht Granger das eigentlich?"

Harry legt den Kopf schief, als wisse er nicht genau, von was ich spreche. „Es gibt keinen Zauber, den Hermine nicht hinbekommt. Das solltest du wissen." Ich verdrehe nur die Augen.

„Ich meine, wo lernt sie das? Bringt sie sich das selbst bei oder wie?"

Harry kichert, es ist fast ein kindisches, mädchenhaftes Glucksen. „Frag sie das bloß nicht. Lehrbuch der Zaubersprüche Band Soundsoviel, Kapitel Diesunddas." Wir sehen uns an und beginnen dann beide lautstark zu lachen. Es stört mich nicht, dass dabei meine Nase wieder zu schmerzen beginnt, da ich in diesem Moment wahrscheinlich einer der glücklichsten Menschen auf der Erde bin. Ich wünsche mir, dass es immer so ist. Noch vor wenigen Monaten hätte ich mir nie zu träumen wagen, dass ich mit meinem früheren Erzfeind in einem Zelt sitzen würde, Horkruxe suchend, und mit ihm endlich befreundet wäre. Und das sich das alles so richtig, so behaglich anfühlen würde. Wahrscheinlich hätte ich jeden, der mir davon erzählt hätte, verspottet...wie bald müssen wir uns gegenseitig stützen, um vor Lachen nicht von der Bank zu fallen.

Nach einiger Zeit verebbt unser lautes Lachen schließlich, geht in ein Kichern über und verschwindet dann ganz. Doch die Heiterkeit und die Wärme bleiben. Man kann sie förmlich in der Luft spüren, als könne man die Hände danach ausstrecken und sie einfangen wie einen Käfer. Draußen kann man schon die ersten Vögel singen hören, die den bald kommenden Tagesanbruch ankündigen. Ich beobachte Harry, wie er erst auf seine Uhr und dann mich ansieht.

„Du solltest wirklich noch ein-zwei Stunden schlafen", er steht auf, nimmt meine Hand und führt mich zu seinem Bett, „leg dich hier hinein. Ich wecke dich, sobald Ron zu ungeduldig wird. Aber selbst er wird einsehen müssen, dass du so müde, wie du aussiehst, den Wahrheitszauber nicht ertragen könntest."

Ich will noch protestieren, doch Harry schiebt mich einfach weiter in Richtung des Bettes und ich muss schließlich nachgeben. Erst jetzt bemerke ich auch wieder die schwere Müdigkeit, die mich nach dieser durchwachten Nacht belastet. Tatsächlich bin ich vor Müdigkeit schon so schwach, dass ich es zulasse, dass Harry mich sanft auf sein Bett drückt und mich mit der Decke zudeckt, wie ein kleines Kind. Ich höre noch ein leises „Gute Nacht", fühle etwas sanft über meine Wange streichen und rieche Harrys Geruch in der Bettwäsche, als ich in einen erholsamen Schlaf falle, traumlos, aber glücklich.