*Mittwoch, morgens, Klassenzimmer*

Zaubertrankstunde bei Snape.
Mal wieder.
Doch im Gegensatz zu den üblichen Zaubertrankstunden sollte heute ein Referat die Stunden der Qual erheitern.
Obwohl Harry der Sinn eigentlich überhaupt nicht nach Erheiterung stand.
Während Blaise Zabini und Theodore Nott also ein Referat über Meldiswurzeln zum Besten gaben, wandte Hermine sich Harry zu und schien ausnahmsweise einmal nicht den wohltuenden Klängen des Unterrichts zu lauschen.
Das war eine Premiere.
„Ich denke nicht, dass es ein Lehrer ist!", flüsterte sie leise.
Harry stöhnte innerlich auf.
Nicht das Thema schon wieder.
Er spielte gelangweilt mit einem Bonbon aus seiner Tasche.
„Ich meine, ich weiß, dass Vergewaltiger und Straftäter dieser Art meist Menschen aus der unmittelbaren Umgebung des Opfers und häufig auch Autoritäts-und Vertrauenspersonen sind, aber wir haben hier ja eine vollkommen andere Situation. Der Täter schlägt so zu, dass die Opfer ihn nicht erkennen können:
Maskiert und im Dunkeln.
Er setzt seine Opfer nicht psychisch unter Druck, nein, er redet nicht mal mit ihnen", ratterte Hermine herunter und betrachtete Harry weiterhin, der nicht aufsah.
Sie holte tief Luft.
„Also ich denke, es ist ein Schüler!", sagte sie hastig.
Harry hoffte, dass sie bald fertig war.
Das wusste er doch alles schon.
Doch gerade hatte er das Gefühl, dass sie an dieser Stelle von ihm erwartete, dass er ihr zustimmte…
Andererseits wusste er, dass Ron, der ihr Gespräch auf Harrys anderer Seite schweigend mithörte, noch immer felsenfest davon überzeugt war, dass Snape der Täter war und Harry wollte mit seiner eigenen Meinung nicht automatisch für einen von den beiden eintreten und sich so wieder auf eine Seite stellen.
In der Schusslinie von Rons' und Hermines' Streitigkeiten zu stehen gehörte nicht unbedingt zu seinen Prioritäten…
Letzten Endes war nämlich einer von beiden dann sauer auf ihn.
Also schwieg er.
„Harry, bitte! Du kannst nicht immer nur schweigen!
Zu einem Gespräch gehören immer mindestens zwei Leute, sonst führe ich hier einen ziemlich einsamen Monolog und weiß noch nicht einmal, ob du mir zuhörst!"
Jetzt klang sie leicht angesäuert.
„Du stellst dich auf keine Seite! Das ist eine Sache zwischen Ron und mir!"
Ihre Stimme war nun etwas sanfter.
Harry war gerade noch dabei zu überlegen, ob Hermine wohl Gedankenlesen konnte oder ob dies nur ein weiteres Beispiel für die bekannte weibliche Intuition war, als er bemerkte, dass sie ihn schon wieder abwartend anschaute.
Gut, dann würde er sich eben einbringen…

„Ich denke eigentlich auch nicht, dass es Snape ist…obwohl man nicht bestreiten kann, dass er es wahrscheinlich nötig hätte…"
Alleine bei der Vorstellung wurde Harry übel…
Hermine grinste und versuchte eisern nicht zu lachen.
„Aber von Snapes' nicht existentem Sexleben mal abgesehen…du denkst auch an einen Schüler?"
Der Schwarzhaarige nickte vorsichtig.
„Ein anderer Lehrer als Snape kommt sowieso nicht in Frage.
Dumbledore?
Niemals!
Natürlich nicht.
Und Binns?
Der ist ein Geist und noch dazu der ungruseligste und langweiligste Typ dem ich je begegnet bin. Niemand würde sich vor ihm fürchten, mal ganz abgesehen von den offensichtlichen Tatsachen, dass er durchsichtig, tot und nicht in der Lage zu Zaubern ist.
Und Flitwick?
Der scheidet schon alleine wegen seiner Größe aus.
Erinnerst du dich, was diese Melinda sagte? Sie meinte, der Unbekannte wäre ungefähr so groß wie Ron."
„Nun, Flitwick scheidet natürlich aus, aber was die Größe angeht:
Das sind ziemlich unsichere Angaben."
Wieder nickte Harry.
Es stimmte schon.
Viel hatten sie nicht.
„Gut, nehmen wir mal an, es ist ein Schüler. Wer kommt da in Frage?"
Sie seufzten zeitgleich auf.
Da kam ein Großteil der gesamten Schülerschaft in Frage.

-.-.-.-

Harry lag da, den Blick Richtung Decke gerichtet und die Bettdecke bis zum Kinn gezogen.
Ganz in der Nähe hörte er Neville schnarchen und Seamus, der sich unruhig in seinem Bett herumwälzte.
Harry fragte sich immer wieder, warum der Unbekannte ausgerechnet jetzt zuschlug. Hermine meinte es wäre wahrscheinlich eine lange Entwicklung in dem Täter vorgegangen, die jetzt überhand nahm.
‚Wahrscheinlich irgend so ein krankes perverses Schwein, dass sich pausenlos an kleinen Mädchen aufgeilt.'
Alleine die Vorstellung war erschreckend.
Wenn sie es hier wirklich mit jemandem zu tun hatten, der nicht mehr alle Nadeln an der Tanne hatte, würde es echt kompliziert werden.
Harry war sich sicher, dass solche Leute unmöglich einzuschätzen waren.
Aber was auch immer den Täter antrieb, irgendwie mussten sie ihn aufhalten, falls er vorhatte, noch mehr Mädchen etwas zu tun.
Ron meinte, man solle sich nicht so verrückt machen und wahrscheinlich hatte er Recht…
Nach wie vor glaubte Harry nicht daran, dass es Snape sein sollte.
Natürlich: Snape hasste ihn und Harry hasste ihn, aber Hermine hatte Recht.
So etwas machte ihn noch lange nicht zu jemandem der kleine Mädchen zwingt sich auszuziehen.
Da Hermine sich fest vorgenommen hatte im siebten Schuljahr Schulsprecherin zu werden, hatte sie ihm erzählt, dass sie sich bereits jetzt darauf vorbereitete, indem sie einige grundsätzliche Dinge lernte.
So wusste sie zum Beispiel wie viele Leute in welchem Haus oder Schlafsaal waren, was in ihrem Fall ziemlich günstig war.
Sie hatten sich darauf geeinigt, dass der Täter aufgrund seiner Größe nicht jünger als 15 Jahre alt sein konnte.
Wobei sie beide sich natürlich auch einfach nicht vorstellen konnten, dass der Täter jünger sei.
Im Übrigen hatte selbst Dumbledore gemeint, dass der Zauberspruch, der zum Verzerren der Stimme diente, schon im sechsten Schuljahr ein Bravourstück war.
Alles in allem gingen sie also davon aus, dass der Täter im fünften (Ginnys' Jahrgang), sechsten (Harrys' Jahrgang) oder siebten Jahrgang war.
Es gab vier Häuser, demnach hatte jeder Jahrgang auch vier Jungenschlafsäle.
Bei drei Jahrgängen also zwölf Jungenschlafsäle, die es zu überprüfen galt.
In fast jedem Jungenschlafsaal schliefen genau fünf Jungen, nur im Schlafsaal der Hufflepuffs aus dem siebten Jahrgang und im Schlafsaal der Slytherins im fünften Jahrgang gab es sechs Jungen in einem Schlafsaal.
Harry und Ron schieden aus, weswegen in ihrem Schlafsaal nur drei Personen zu überprüfen waren.
Alles in allem also 60 zu überprüfende Personen.
Harry hatte allerdings eine wirklich gute Idee gehabt von der Hermine überhaupt nicht begeistert gewesen war.
Letztendlich konnte er sie jedoch trotzdem überzeugen, da dies ein Notfall sei und es nicht anders ginge.
Es hatte einen langen Streit gegeben, aber schließlich hatte Harry Dobby zu sich gerufen und ihm aufgetragen, er solle so viele Elfen aus der Küche wie möglich für die nächste Woche zusammenrufen.
Dobby hatte ihm bereitwillig helfen und schaffte es letzten Endes 43 Elfen zu überzeugen ihnen zu helfen.
Zum Glück hatte Hogwarts mehrere hundert Elfen, so dass die Küche auch einmal für ein paar Wochen auf ein paar von ihnen verzichten konnte.
Harry wollte sich morgen mit all den Elfen im Raum der Wünsche treffen um Weiteres zu besprechen.

-.-.-.-

-Flashback-

„Harry! Du willst die Hauselfen schon wieder für deine Überwachungszwecke missbrauchen?", rief Hermine schrill und sah ihn an als wäre er verrückt.
„Ich dachte, ihr ständet hinter mir und .R!"
„Hermine! Reg dich nicht so auf! Natürlich stehe ich hinter dir! Das hier ist ein Notfall...eine Ausnahmesituation! Komm schon, nur einmal."
„Nein."
Trotzig verschränkte die Braunhaarige die Arme vor der Brust.
„Aber wir brauchen die Hauselfen! Ohne ihre Hilfe können wir nicht mal einen Teil der männlichen Schüler ab 15 Jahren überwachen!", rief Harry aus und hoffte sehnlichst, dass sie einlenken würde.
Er hatte gewusst, dass das kommen würde.
Diese ewigen Diskussionen immer.
Frauen!
„Männer!", schnaubte Hermine.
„Ihr seid immer so...so...so...primitiv! Ihr macht es euch immer so einfach!"
„Und ihr müsst immer alles lang und breit ausdiskutieren!", knurrte Harry zähneknirschend während er zu ignorieren versuchte, dass sie hier gerade mit den ältesten Vorurteilen der Menschheitsgeschichte diskutierten.
„So kommt man wenigstens zu einer Lösung!", fuhr Hermine ihn an.
Harry blickte sie weiterhin zerknirscht an.
„Manchmal reicht aber auch eine einfache Antwort! Man muss seine Zeit nicht mit ellenlangen Gesprächen vergeuden!"
Harry war von sich selbst überrascht.
Das war eigentlich untypisch für ihn.
Normalerweise hielt er mit seiner Meinung hinterm Berg und versuchte sich aus allem herauszuhalten, solange ihm nicht endgültig der Kragen platzte.
„Weißt du was das Problem ist?", fragte Hermine und kehrte so zu ihrem ursprünglichen Diskussionsthema zurück.
„Die Sklaverei der Hauselfen wird in der Zauberergesellschaft als „natürlich" angesehen! Es obliegt sozusagen den vermeintlich oberen Rassen, also den Zauberern, sich aus bloßer ‚Herzensgüte' dafür zu entscheiden, den unterlegenen Rassen wie Hauselfen, Goblins, Zentauren, Riesen und so weiter, freundlich gesinnt zu sein! Das ist total rassistisch! Und im Grunde könnte man diese Position und Haltung der Zauberer mit dem europäischen Kolonialismus im 19. Jahrhundert vergleichen...Bestimmte Gruppen, wie die Hauselfen, werden damit automatisch aus dem Diskurs und der Gesellschaft ausgeschlossen! Hauselfen, Riesen, Zentauren, Werwölfe und zum Teil auch Goblins und Veelas werden unterdrückt und verachtet! Da helfen nur Selbstbestimmung und Widerstand, Harry! Ich dachte, wenigstens ihr helft mir! Oder zumindest du!
Ron ist ja wieder mal beleidigt, aber ist dir aufgefallen, dass sich die gesamte Zauberergesellschaft nur aufgrund von ‚Rasse' und Klasse orientiert? Es spielt eine Rolle wie viel Geld man hat, ob man muggelstämmig oder reinrassig ist, ob man..."
„Hermine!", erinnerte Harry sie.
„Wir waren bei den Hauselfen!"
„Wa-? Ach so, ja...also die Zauberergesellschaft fällt Urteile aufgrund von Rasse. Und nicht nur das! Sie urteilt auch aufgrund von Reichtum, Blutstatus, körperlichen Merkmalen, Fähigkeiten, Familienverhältnissen und vielem mehr! Zum Beispiel dürfen auch nur menschliche Zauberer einen Zauberstab benutzen, wie du ja weißt! Das ist total ungerecht. Damit werden Wesen, die keinen Zauberstab haben automatisch erniedrigt!"
„Hermine! Jetzt mach aber mal halblang!", fuhr Harry ihr dazwischen.
„Wir waren bei den Hauselfen. Du schweifst ab.
Findest du nicht, dass du es vielleicht ein kleines bisschen übertreibst...?"
Hermine blitzte ihn wütend an.
„Das ist unglaublich! Stehe ich hier denn immer alleine da?"
Ihre Stimme bebte, als sie fortfuhr.
„Alle außer mir finden den Sklavenstatus der Hauselfen normal! Sogar du! Bei Ron kann ich es ja noch ein bisschen verstehen.
Er ist damit aufgewachsen...mit diesem Wissen und den Vorurteilen. Im Gegensatz zu uns hat er die Sichtweisen, die er von klein auf beigebracht bekommen hat, verinnerlicht. Ihm fällt es schwerer sich damit auseinander zu setzten und diese ganze Sache kritisch zu beleuchten, aber du bist auch bei Muggeln aufgewachsen, Harry. Du müsstest die Vorurteile die auf Verallgemeinerung in der Zauberergesellschaft beruhen eigentlich erkennen!"
„Aber das tue ich doch!", wehrte Harry sich, aber ohne Erfolg.
Irgendwie geriet diese Unterhaltung gerade ein bisschen aus dem Ruder...
"Dieser latente Rassismus und Klassismus in der Zauberergesellschaft ist so schlimm...klar gibt es das auch bei den Muggels, aber bei uns wird das echt zu einem Problem...diese extreme Rangordnung, die Unterdrückung...Erinnerst du dich an den Brunnen im Zaubereiministerium? Als wir am Ende des fünften Schuljahres da waren, haben wir ihn gesehen. Im Brunnen schauen der Goblin, der Hauself und der Zentaur auf zu der Hexe und dem Zauberer! Sogar die Machthaber unserer magischen Gesellschaft stellen ihren Rassismus ganz offen zur Schau! Irgendwann werden die Zauberer dafür bezahlen, wie sie die Hauselfen behandeln! Ich glaube nicht, dass den Hauselfen die Sklaverei angeboren ist. Sie KÖNNEN doch frei sein...sieh dir Dobby an!"
„Ja, aber Dobby WILL frei sein! Die meisten anderen Elfen WOLLEN doch gar nicht frei sein, Hermine!"
„Natürlich wollen sie!", schnappte sie.
„Wenn die Elfen erstmal erkennen und akzeptieren, dass es ihnen dann viel besser geht, wenn sie frei sind..."
„Nein, so läuft das aber nicht!", rief Harry, mittlerweile auch wütend.
„Das ist doch albern, Hermine. DU wählst den falschen Weg um den Elfen zu helfen, das ist es! Du versuchst sie gegen ihren Willen heimlich zu befreien! Du zwingst sie dazu frei zu sein, indem du Hüte strickst und sie versteckst, damit sie sie beim Saubermachen zufällig finden und frei sind. Das ist falsch! So hilfst du ihnen nicht! Dumbledore macht es richtig! Er lässt ihnen ihre eigenen Entscheidungen und akzeptiert ihre Entscheidung! Das ist es, was zählt!"
Hermine starrte ihn mit geöffnetem Mund an.
„Aber...aber die Hauselfen dienen den Zauberern ohne dafür Geld zu bekommen! Die Hauselfen unterscheiden sich von den Zauberern durch ihre Arbeit und sind deren Sklaven...Sie sind sozusagen die Arbeiterklasse der Gesellschaft! Sie werden in dieses soziale Leben hineingeboren..."
„Hermine, sie wollen das so!", knurrte Harry.
„Nein, ihnen fehlt vielleicht manchmal der Traum von einem besseren Leben, aber doch nur, weil sie längst aufgegeben haben!", jammerte Hermine, weil sie sich nicht eingestehen wollte, dass alles gerade eine völlig neue Wendung nahm.
„Sie haben nicht aufgegeben, sie akzeptieren es so!"
„Aber das ist es ja!", jammerte Hermine weiter.
„Zauberer UND Hauselfen finden es 'natürlich', dass Elfen den Zauberern dienen, weil sie damit glücklich sind! Aber so einfach ist das nicht! Aufgrund ihres sozialen Status werden sie ausgeschlossen. Ich kritisiere doch nur die Sklaverei und die schlechten Arbeitsverhältnisse von allen Hauselfen! Die herrschenden Klassen unserer Gesellschaft, also die Zauberer, bauen durch rassische Zuschreibungen Hierarchien auf um ihre Macht beizubehalten! Alle Zauberer und Hexen außer mir und alle Hauselfen außer Dobby sehen diese Unterwürfigkeit und Dienerschaft der Hauselfen als Charakteristikum der Hauselfen! In ihren Augen ist es den Hauselfen ANGEBOREN! Diese Unterwürfigkeit ist aber doch nur anerzogen und zum Habitus ( = Ausdruck für das Auftreten oder Benehmen eines Menschen; für die Gesamtheit seiner Vorlieben und Gewohnheiten; für die Art, sich auszudrücken, zu bewegen, also generell: sich zu verhalten) geworden. Es ist doch nicht das Schicksal der Hauselfen einen so niedrigen sozialen Status zu haben! Durch die Entwicklung dieses falschen Bewusstseins werden die Hauselfen hauptsächlich geistig versklavt!"
„Aber Hermine, gerade die Vorbehalte der Hauselfen gegen die Freiheit stellen doch die Schwierigkeiten sich an die Unabhängigkeiten zu gewöhnen, dar."
„Aufklärung!", schnaubte sie nur.
„Elfen sind intelligente Wesen. Sie haben nur einen geringen Bildungsstand. Wir müssen sie nur aufklären und umerziehen!"
„Aber Hermine! Dann zwingst du sie wieder zu Dingen, die sie nicht wollen! Das meinte ich. Du tust ihnen keinen Gefallen!"
„Soll es denn dann ewig so weitergehen?", keifte diese zurück ohne weiter darauf einzugehen.
„Vielleicht solltest du dann einfach mal persönlich und auf direktem Wege mit ihnen in Kontakt treten? Ein Gespräch?"
„Aber Harry…"

So sollte es noch eine ganze Weile weitergehen, aber letzten Endes ließ Hermine, wenn auch widerwillig, die Beschattung der Schüler durch die Hauselfen zu...

-Flashback Ende-

-.-.-.-

*Donnerstag, früh abends, Raum der Wünsche*

Harry ließ den Blick erneut über die vielen kleinen Gestalten vor sich wandern.
43 Elfen waren eine gewaltige Anzahl...
Er hatte beschlossen erst einmal die Schüler überwachen zu lassen, die er nicht so gut kannte, das hieß alle männlichen Schüler aus den Jahrgängen 5. und 7.
Die Leute, die sie besser kannten, kurz gesagt, die Leute aus ihrem eigenen Jahrgang wollten sie selbst überwachen.
Am Anfang waren die Zweifel groß gewesen.
„Wir spionieren viele unschuldige Schüler aus!", hatte Hermine argumentiert und sie hatte irgendwo ja auch recht...die ganze Sache war ein wenig moralisch verwerflich, aber Harry sah darin die einzige Möglichkeit den Täter möglichst schnell zu fassen.
Die Elfen konnten sich allerdings nur für eine Woche aus der Küche entfernen, spätestens danach wurden sie wieder gebraucht, denn alleine schafften die übrigen gebliebenen Elfen in der Küche das Essen für ganz Hogwarts auf Dauer nicht.
Hermine war letzten Endes doch mitgekommen um ihm zu helfen, auch wenn sie bloß ziemlich zerknirscht daneben stand und die Kleidung der Hauselfen missbilligend musterte...
„Gut...also dann..."
Den Auftrag hatte er den Hauselfen bereits erteilt.
Jetzt musste nur noch jedem Hauself ein Schüler zugeteilt werden...das würde eine lange Nacht werden...

"Also...Winky?"
Eine kleine Hauselfe, die Harry bereits kannte, tapste vor.
„Du übernimmst Brecken Urquhart. Einen Siebtklässler aus Slytherin!"
Winky nickte und verschwand.
Urquhart war einer der potenziellen Täter, wie Harry fand.
Er war ein vierschrötiger und grobschlächtiger Typ, der eine Zeit lang im Quidditchteam der Slytherins als Jäger gespielt hatte und Kapitän der Mannschaft gewesen war.
Urquhart war nur noch auf der Schule, weil er die letzte Klasse wiederholen musste...
Harry winkte die nächste Elfe nach vorne (eine ganz kleine Ausgabe) und bedachte sie mit der Beschattung von Nathanael Vaisey, dem besten Jäger der gesamten Quidditchmannschaft der Slytherins.
Vaisey würde voraussichtlich beim nächsten Quidditchspiel gegen Gryffindor mitspielen...keine besonders guten Aussichten.
Harry stöhnte innerlich und versuchte sich zu beeilen.
Eine Elfe nach der anderen wank er nach vorne.
„Miles Bletchley, Slytherin, ebenfalls Siebtklässler (der großgewachsene, stämmige Torhüter der Quidditchmannschaft von Slytherin mit hübschen, aber auch etwas brutalen Gesichtszügen), Adrian Pucey, Jadon Pucey..."
Bald hatte Harry alle Slytherins durch und machte mit den Hufflepuffs („Jye Cadwallader, Ryan Summers...") weiter, woraufhin die Ravenclaws folgten („Eddie Carmichael, Marcus Belby...") und letzten Endes die Gryffindors („Jack Sloper, Andrew Kirke, Colin Creevey...").
Es war eine lange Prozedur, die viel Zeit in Anspruch nahm. Dobby setzte er auf Snape an.
Am Ende kamen Harry und Hermine vor Müdigkeit wankend aus dem Raum der Wünsche und machten sich auf den Weg in den Gemeinschaftsraum...

-.-.-.-

P.S. Sry, das mit der Unterdrückung-der-Hauselfen-Diskussion musste einfach sein. :P Ich wollte das schon immer mal in eine Geschichte mit einbringen ...