Verzicht der Übersetzerin: Nun, wie es der Name 'Übersetzerin' schon ausdrückt, gehört diese Geschichte nicht mir. Sie wurde in den Jahren 2003 - 2004 von Rozefire geschrieben, die eine wirklich talentierte, junge Autorin ist. Ich habe sie lediglich um die Erlaubnis gebeten 'Dead Famous' zu übersetzen. Wenn ihr die Geschichte im Original lesen wollt, dann geht einfach auf ihren Account, okay. Oh, und die InuYasha Charaktere gehören natürlich auch nicht mir. Sie gehören einzig und allein Rumiko Takahashi.

Darklayka: ... und das mit der Köchin hast du übrigens meiner Meinung nach super gemacht, sie hört sich richtig bayrisch an ...

Dankeschön! Gott sei dank hab ich sie richtig getroffen! Ich hatte schon totale Angst, dass ich's verpfuscht hab! War das Schwierigste an dem Chappi!

Und auch danke an Sango und Rosiel-chan für die Reviews!

Anmerkungen der Autorin: Übrigens könnt ihr bezüglich dem, was 1992 vorgefallen ist frei drauf los raten. Mich stört das überhaupt nicht. Bis jetzt glauben zwei Leute dass InuYasha derjenige war, der seine Eltern in dem Jahr umgebracht hat … O.o … vielleicht wenn er ein wirklich sehr verstörter Sechsjähriger war und seine Eltern fünf äußerst merkwürdige Jahre gebraucht haben um zu sterben (erinnert euch, sie starben als er elf war). War aber ein guter Tipp. Jedoch ziemlich weit von der Wahrheit entfernt.


Kapitel 9

Und der Sieger ist …?


„Wenn es so leicht war, aus seiner Zelle herauszukommen, warum hat er das dann bitte nicht schon früher versucht?", verspottete Sango den Fernseher.

Miroku seufzte geduldig. „Vielleicht ist ihm, als er da reinkam einfach nicht aufgefallen, dass er das Fenster einwerfen könnte."

„Was für ein überaus glücklicher Zufall, dass ihm genau in dem Moment einfällt, das Glas zerbrechlich ist, in dem sie anfangen Gas in den Raum zu pumpen.", fuhr Sango fort die Handlung zu kritisieren und warf sich hie und da ein wenig Popcorn in den Mund. Sie hätten wahrscheinlich besser die CCTV Monitore beobachten sollen, doch warum sich damit herumschlagen, wenn ‚Police Academy' lief?

„Du würdest ganz genauso sein wenn du in einem Zimmer ohne Ausgang gefangen wärst.", belehrte Miroku sie.

„Wenn es ein Fenster gibt, gibt es einen Weg hinaus.", widersprach Sango überzeugt.

Er warf ihr einen schrägen Blick zu. „Okay. Was wenn es kein Fenster geben würde?"

„Dann würde ich zur Tür rausgehen."

„Was wenn die Tür abgeschlossen wäre?"

„Dann würde ich sie aufsperren?"

„Wie?"

„Mit dem Schlüssel."

Sango konnte wirklich sehr schwierig sein, wenn sie es darauf anlegte. Miroku ließ seine Füße vom Tisch fallen und machte sich auf, dieses neue Problem zu lösen. „Was wenn es keinen Schlüssel gibt?", betonte er. „Ich gaube nicht dass sie …" Er hielt inne und sah sich behutsam um bevor er fortfuhr. „Ich glaube nicht dass sie den Schlüssel einfach so in deiner Zelle herumliegen lassen würden."

„Hat diese Zelle Gitterstäbe?"

„Nein. Betonwände zu allen vier Seiten."

„Aber es gibt eine Tür, ja?"

„Ja."

„Dann würde ich das Schlüsselloch aufstochern."

„Aber was würdest du tun wenn der Kerl Kaugummi in das Schlüsselloch geklebt hätte, um dich genau davon abzuhalten. Oder was, wenn du deinen Schlüsselloch-Aufstocher Kasten vergessen hättest?"

„Dann würde ich die Tür eintreten."
Miroku fuhr sich mit einer Hand über sein Gesicht. „Okay. Was wenn du durch eine Falltür in der Decke in das Zimmer geworfen werden würdest?"

„Dann würde ich wieder hinausspringen."

„Es ist zu hoch zum Springen!"

„Ich bin eine sehr gute Springerin!", protestierte Sango. „Ich würde das Schlüsselloch der Falltür aufstochern und wieder hinausspringen!"

„Okay, vergiss das. Was wenn sie dich durch die Glühbirnenfassung in das Zimmer quetschen würden?"

Sango war kurz davor zu sagen, dass sie sich einfach wieder hinaus quetschen würde, als die Tür aufflog und ihre Chefin, Kikyo, hereinmarschiert kam. Sie sah nicht besonders glücklich aus. „Er ist nicht da. Er ist weg. Und Kagome ist mit ihm gegangen."

Sie mussten nicht extra fragen wer genau weg war. Sie sahen einander an und Miroku schluckte. Vielleicht hätten sie die Monitore doch ein wenig aufmerksamer beobachten sollen …

Kikyo seufzte auf eine genervte Art und Weise und ballte ihre Hände, die sie in ihre Hüften gestemmt hatte, zu Fäusten bis sich die Knöchel weiß verfärbten. „Was seid ihr beide?"

„Armselige Verlierer.", sagten sie matt zugleich.

„Drei mal dürft ihr raten wohin er gegangen ist?", fuhr Kikyo fort.

„Zu dem Match.", sagten sie beide im Chor, sogar noch ausdrucksloser als zuvor.

„Holt den Wagen." Kikyo wandte sich um und machte sich auf den Weg den Raum zu verlassen. „Hoffentlich kommen wir rechtzeitig dort an und können ihn aus dem Match ausschließen, bevor es überhaupt anfängt."

Miroku formte schnell einen Schnurrbart mit seinem Finger und hob seinen Arm in der Art des ‚Heil Hitler' Grußes. Sango stieß ihm gerade noch rechtizeitig ihren Ellbogen in die Seite, bevor Kikyo sich umdrehte und sie aufgrund der raschelnden Geräusche misstrauisch ansah. Er verwandelte den Gruß schnell in ein Strecken und ein Kratzen an der Nase, als beide Kikyo unschuldig anlächelten.

„Nun kommt schon.", blaffte ihre Chefin und stampfte drauf los, ihre zwei widerwilligen Angestellten im Schlepptau.


„BIST DU VERRÜCKT!"

Kagome stolperte als sie aus der Umkleidekabine und wieder auf den Korridor gestoßen wurde. „Und ich sag's dir noch mal – das ist der letzte Schrei in Europa!"

„Seine Muskeln auseinander gerissen zu bekommen!", schrie Kouga vom Türstock her während er ein Handtuch, das er um seine Hüften geschlungen hatte umklammerte.

„Das war eine russische Massage!", sagte sie hitzig und stütze sich auf der gegenüberliegenden Wand ab. „Offensichtlich bist du nicht manns genug sie zu ertragen!"

„Ich werde dafür sorgen dass du niemals wieder hier arbeiten wirst!", brüllte der Kämpfer sie an.

„Ach ich armes Ding!" Sie schnippte ihr Haar über ihre Schulter. „Ich hab' hier überhapt nie gearbeitet!"

Als sein Gesichtsausdruck sich in einen völliger Überraschung verwandelte begriff sie, dass nun ein guter Zeitpunkt war zu rennen.

„Bye.", sagte sie eilig und trippelte den Korridor hinunter bevor er sie noch zurückhalten konnte. Doch sie war stolz auf sich … sie hatte nicht nur ein weiteres Arschgesicht von Superstar ernsthaft verärgert, sondern auch InuYasha gerächt.

Und sie hatte auch etwas Entscheidendes herausgefunden. Es war nicht InuYasha gewesen, der überdosiert hatte – sondern Kouga, der ihm die Drogen untergejubelt hatte …

Jeodch wusste sie jetzt auch mit Sicherheit, dass er den ersten Teil der Droge bereitwillig von Kouga angenommen hatte.

„Blöder Trottel …", murmelte sie zu sich selbst als sie durch die Korridore joggte und versuchte den Rückweg zu finden. Sie beabsichtigte zu der Toilette zurückzukehren, vor der sie sich von InuYasha und seinem Bruder getrennt hatte, doch es sah ganz danach aus, als hätte sie sich heillos verlaufen.

Beinahe zwanzig Minuten wanderte sie ziellos umher und je mehr Zeit verstrich desto beunruhigter und verlorener wurde sie.

Letztendlich hielt sie an und sah sich nach einer Art Schild um, das ihr sagen konnte, wo sie sich überhaupt befand. Das einzige Schild das sie sah war ein Pfeil, der in die Richtung der Arena wies. Er erinnerte sie an die Eintrittskarte die ihr InuYasha gegeben hatte und sie fischte schnell seine Brieftasche hervor und öffnete sie.

Drei alte Geldscheine flatterten gemeinsam mit einem eizigen, einsamen VIP-Ticket auf den Boden hinab. Kagome wäre nicht zu überrascht gewesen wenn auch ein Schwarm Motten daraus herausgeplatzt wäre. Sie kniete nieder und zählte das Geld, das sie hatte.

Sechshundert Yen? Dafür, dass er die zehntreichste Person auf Erden war, hatte er wirklich nicht viel Geld in der Tasche. Und er erwartete tatsächlich von ihr, dass sie sich mit so wenig Geld Kleidung leisten konnte? Mit einem Rollen ihrer Augen stopfte sie das Geld in ihre Hosentasche und hob das VIP-Ticket auf.

„Entschuldigen Sie, haben Sie sich verirrt?"

Kagome sah auf und sah ein männliches Mitglied des hiesigen Personals auf sich zukommen. Sie fragte sich flüchtig, was sie nun tun sollte. „Äh … jaah … Ich denke ich bin auf dem Weg zum Klo in die falsche Richtung gegangen." Was ja keine vollkommene Lüge war.

„Sind Sie wegen dem Halbfinale hier?"

„Jap. VIP-Ticket?" Sie wedelte damit vor sich hin und her und bemerkte, dass die Augen des Mannes versuchten, ihren Bewegungen zu folgen um herauszufinden, ob die Eintrittskarte echt war. Einen Moment lang sah er so aus, als würde er sie abweisen, doch dann schien ihm Kagomes Gesicht aufzufallen.

„Hey … sind Sie nicht Kagome Higurashi?"

Himmel, das wurde langsam wirklich nervig. „Jaah …"

„Fantastisch! Kommen Sie mit! Der Kampf hat zwar schon begonnen aber Sie können es immer noch schaffen."

Fantastisch? Kagome folgte ihm unsicher als er begann sie den Korridor hinunter zu führen.

Je länger sie ihm folgte, desto lauter schien das seltsame Geräusch in der Ferne zu werden. Erst als sie durch eine doppeltürige Schwingtür in einen dunklen, warmen und feuchten Raum geschoben wurde begriff sie was es war.

Menschen. Und zwar tausende.

Sie erstarrte vor Ehrfurcht als ihre Augen das gigantische Areal überblickten, das wie ein Amphitheater aufgebaut war. Sie stand ganz hinten, auf der höchsten Stufe, neben ihr der Personalsangestellte und hatte freie Sicht auf den Box ähnlichen ‚Ring' im Zentrum der Arena, der bereits von den zwei nervigsten Superstars bewohnt war, denen sie je begegnet war. InuYasha und Kouga.

Der Kampf hatte noch nicht begonnen, soviel konnte sie erkennen. InuYasha lehnte sich gegen eines der Gummiseile in einer Ecke des Ringes und sprach mit seinem Bruder und einem alten, buckligen Mann. Kouga war in der anderen Ecke und rieb sich seine armen, misshandelten Schultern. Natürlich war das Kagomes Handarbeit.

„Zu den VIP Sitzen geht es hier lang." Der Kerl neben ihr begann sie die Stufen zur Mitte der Arena hinunterzuführen, wo sich der Ring befand. Es war ein langer Weg dorthin und auf halbem Wege die Stiegen hinunter wurde irgendwo über ihr eine Glocke geschlagen. Kagome hielt an und sah sich für einen Moment nach dem Ursprungsort der Glocke um, bevor sie bemerkte, dass die Insaßen des Rings zu Bewegung erwacht waren. Sie drehte sich gerade noch rechtzeitig um, um ein Aufblitzen von Krallen, einen Aufschrei des Publikums und zwei Kämpfer, die aufeinander trafen zu sehen.

„Wo sind die Handschuhe!", hörte sie sich selbst aufschreien. Sicherlich würden Leute mit einer derartigen Nagellänge etwas tragen müssen, um ernsthafte Verletzungen zu vermeiden.

„Nicht bei diesem Sport, Miss Higurashi." Der Angestellte, der sie führte hielt an als er begriff, dass sie ihm nicht mehr folgte. „Das hier ist ein Dämonen Kampf. Hier gibt es keine Regeln."

Das Kämpferpaar war beinahe zu schnell um es mit dem menschlichen Auge zu verfolgen. Schnittwunden und Risse erschienen aus reiner Luft wie blühende Wunden … Kagome konnte bereits vier tiefe, hässliche Streifen Rot auf InuYashas Rücken sehen. Es war beinahe zu brutal zum zusehen … sie wollte sich abwenden.

Das war nicht einmal ansatzweise mit dem ‚Boxen' vergleichbar, an das sie gewöhnt war, bei dem zwei große Männer auf Zehenspitzen herumtanzten und sich alle fünf Minuten auf die Nase schlugen. Eigentlich … war Boxen ziemlich zahm, verglichen mit dem hier – zumindest schienen sich die großen Männer beim Boxen jedesmal, wenn sie einander zu nahe kamen, umarmen zu wollen … diese beiden Leichtgewichte dort unten zerrissen und warfen sich auf alles, das ihnen im Weg war.

„Hier lang, Miss." Der Mann führte sie weiter.

Bring mich nicht noch näher! Sie meinte, dass sie sich übergeben werden müsse, wenn sie zu nahe kam. Wie konnten nur so viele Leute dem zusehen und davon unterhalten werden? Das war entsetzlich …

Ihre Füße jedoch folgten dem Mann und sie schrak zusammen als sie dem buchstäblichen Blutvergießen näher kam.

Obwohl es wirklich schwer war zuzusehen konnte sie ihre Augen einfach nicht von dem Paar lösen. Sie stolperte einmal als Kouga InuYasha in einer Ganzkörperklammer gegen den Rand des Ringes drückte. InuYashas Antwort darauf war wie verrückt auf Kougas Rücken herumzukratzen bis der Wolfdämon ihn endlich losließ und so aussah, als erleide er reine Höllenqualen.

Ihr Sitz befand sich nur sechs Meter vom Kampf entfernt und von hier aus konnte sie die blutigen Streifen am Boden des Ringes klar erkennen. Ein paar rot gedruckte Fußabdrücke hoben sich grotesk von der weißen Fußmatte ab. Sie ließ sich langsam auf ihrem Platz nieder, ihr Gesicht zu einer bleibenden Grimasse verzogen und zuckte jedesmal zusammen, wenn das Publikum die Kämpfer entweder extra laut anfeuerte oder ausbuhte, wannimmer einer der beiden einen schweren Schlag einstecken musste.

Gab es denn keinerlei Regeln? Sollte nicht ein Schild mit einem R vor der Tür angebracht sein? Sicherlich konnten Kinder das nicht mitansehen.

Die Kommentare der Sportreporter waren über die schreiende Zuschauermenge kaum hörbar.

„… ein schöner, zügiger Schlag, ausgeführt von Kouga. Ooh! Das war knapp für InuYasha – wenn er zu Boden geworfen worden wäre, hätte er die erste Runde verloren – oh, aber da macht er sein Comeback!"

Tatsächlich war Kagome der Meinung, dass der Kampf sich um einiges zu schnell entwickelte, als dass man ihn mit Kommentaren verfolgen könnte. Jeder der beiden schien die Oberhand zu gewinnen, nur um sie im nächsten Bruchteil einer Sekunde wieder zu verlieren. Kagome wand sich beunruhigt auf ihrem Platz und fragte sich ob es gegen diese Art von Sport denn kein Gesetz gab. Sie fühlte sich so, als ob sie einen ähnlichen Film wie ‚Gladiator' sehen würde, auch wenn ein kleiner Teil von ihr wusste, dass sie Dämonen waren und diese Art zu kämpfen eine Art Training für sie war.

… Oder?

Kagome konnte nicht länger still sitzen und zusehen. Sie musste handeln.

Deswegen stand sie auf und schrie. „InuYasha! Sei vorsichtig!"

Wie zum Teufel er es schaffte, ihre Stimme aus derer tausender schreiender Menschen herauszufiltern war ihr ein Rätsel. Doch in dem Moment, da sein Name ihre Lippen verließ, zuckten seine Ohren und sein Kopf schnellte herum, um ihr direkt ins Gesicht zu sehen.

Im selbsen Moment versetzte ihm Kouga den tödlichen Schlag.

Erzürnte und von Schmerzen geplagte Schreie drangen aus der Menge, als InuYasha zu Boden ging und mit einem dumpfen Schlag, der vom Stöhnen des Publikums übertönt wurde, auf der Matratze aufschlug. Bewusstlos.

Die Glocke läutete von ihrem ungesehen Ort her und Kouga hob triumphierend seine Arme. Runde eins ging an den Wolf. Dieser Umschwung der Ereignisse wurde von mehr Buhrufen als Pfiffen und Hurrageschrei empfangen.

Kagome zog sich auf ihren Sitzplatz zurück, eine Hand über ihren Mund geschlagen, als wäre es ihre eigene Stimme gewesen, die InuYasha gefällt hatte. Nun … auf eine gewisse Art und Weise war es tatsächlich so gewesen. „Oh, Scheiße …"

Kouga zog sich mit einem selbstzufriedenen Gesichtasausdruck wieder in seine Ecke zurück, während InuYasha vom Schiedsrichter in die seine gezogen werden musste. Kagome sah dem Wolf verächtlich zu, als dieser einen Schluck aus seiner Wasserflasche nahm, sie über seine Schulter und aus dem Ring warf und dann böse zu InuYasha hinüberstarrte, während er seinem Trainer zuhörte. InuYashas Wasserflasche wurde über seinem Kopf entleert – was dazu diente ihn auf einen Schlag aufzuwecken.

Und die erste Person zu der er sah war Kagome. Sie schluckte. Er sah nicht erfreut aus.

Er sagte etwas zu ihr und obwohl sie die Worte über die schreiende Menschenmenge nicht ganz verstehen konnte, konnte sie sie ihm dennoch perfekt von den Lippen ablesen. ‚Komm hier her– SOFORT'

Kagome rutschte ängstlich von ihrem Sitzplatz herunter und kletterte vorsichtig über die Barriere, die die Tribünen von dem Ring trennten. Niemand versuchte sie aufzuhalten als sie über sie hinweg hüpfte, nicht wenn sie auf InuYashas Befehl hin kam. Sie sah InuYasha unentwegt an, als sie sich seiner Ecke des Rings näherte und hielt schließlich neben dem alten Mann an, der ihrer Vermutung nach, InuYashas Trainer war. Sesshoumaru saß jetzt auf seinem eigenen VIP-Platz und sprach mit einem Finger im Ohr in sein Handy hinein. „Nein, tut mir leid – sie müssen lauter sprechen!"

InuYasha sah sie einen Moment lang stillschweigend an. Sein Gesicht war schon arg mitgenommen und ein Auge begann bereits zuzuschwellen. Kagomes Blick folgte einem dicken, roten Streifen, der aus einer Schnittwunde über seinem linken Auge quoll und die linke Seite seines Gesichtes herunterrann. Er sah aus als würde er jeden Moment tot umfallen.

„Hast du den Test schon gemacht?", hörte sie sich selbst fragen, als er daran scheiterte, die Stille zwischen ihnen zu durchbrechen.

„Bleib' bei Toutousai und hör' auf mich abzulenken.", sagte er schlicht, als die Glocke die zweite Runde einläutete.

Kagome blickte auf den leicht verträumt aussehenden alten Mann hinunter, ehe sie zurück zu InuYasha sah.

„Ich glaube du solltest besser aufgeben – du bist kurz davor wirklich klägich zu verlieren!"

„Mir geht's gut!", rief er zurück, als er wieder zu Kouga taumelte.

„Du wirst dir nur selbst weh tun!"

„Das sind nur ein paar Kratzer und Schrammen, Mädchen.", lehrte sie der alte Mann, der Toutousai genannt wurde, als er sich neben Sesshoumaru setzte, welcher noch immer in sein Telefon sprach. „ICH SAGTE, DASS SIE LAUTER SPRECHEN MÜSSEN!"

„Das ist praktisch Sadismus!", rief sie, was ihrer Meinung nach ein wenig untertrieben war, doch sie wurde ohnehin ignoriert, als die zweite Runde ohne Umschweife begann. InuYasha schien bereits zu ermüden doch Kouga strotzte nur so von Energie. Entweder war InuYasha ein wirklich schlechter Kämpfer, oder die Drogen hatten noch immer einen starken Einfluss auf seine Leistung. Kagome zuckte abermals zusammen, als das Paar fortfuhr zu raufen und Klauen so leicht durch Fleisch schnitten, wie ein warmes Messer durch Butter.

Gerade als sie meinte, sich bald übergeben zu müssen tauchten Miroku und Sango zu ihren beiden Seiten auf.

„Dachten wir's uns doch, dass wir euch hier finden würden.", meinte Miroku.

„Wer ist am gewinnen?", fragte Sango.

„Äh … Kouga." Kagome klappte eine Hand über ihren Mund, als Blutspritzer die Matte direkt unter ihrer Nase trafen. Sie hatte mittlerweile den Überblick verloren, wem welches Blut gehörte.

„Was ist aus dem Drogentest geworden?" Für Miroku schien der brutale Kampf nicht viel anders zu sein, als ein ganz gewöhnliches Samstagnacht Fußballspiel. Er betrachtete das Match so, als hätte er alles schon einmal gesehen. Kagome glaubte dass sie noch lange brauchen würde, bevor sie so akklimatisiert war wie er.

„Den hat sein Bruder gemacht.", erzählte ihm Kagome.

Sango zischte durch ihre Zähne hindurch. „Ich rieche illegale Sachen vor sich gehen … unmöglich dass wir mit alldem davonkommen."

„Da bin ich anderer Ansicht.", sagte Miroku überzeugt.

Kagome erinnerte sich plötzlich, was sie überhaupt erst dazu getrieben hatte, Kougas Schultern wie ein nasses Handtuch auszuwringen. Sie warf sich nach vorne um den Rand der Fußmatte zu packen. „InuYasha! Es war Kouga! Er war derjenige der dein Getränk mit Hero-!"

Sie hätte noch weitergesprochen wenn Miroku sie nicht zurückgezogen und eine Hand über ihren Mund geklatscht hätte. Doch ihre Areit war getan. InuYasha hatte sie gehört.

Was Kagome anschließend miterlebte konnte sie später nur als ein unglaubliches Comeback bezeichnen. InuYasha war knapp davor jeden Moment auf die Fußmatte zu fallen, als er plötzlich die Oberhand gewann. Wenn man ihm noch weitere dreißig Sekunden gegeben hätte, hätte er Kouga wahrscheinlich zu Boden werfen und die zweite Runde für sich gewinnen können. Doch das Glück war nicht auf seiner Seite, als die Gocke zum Ende der zweiten Runde erschallte.

Beide Kämpfer zogen sich in die jeweiligen Ecken zurück und InuYasha ließ sich auf den für ihn vorgesehenen Stuhl fallen und brach dort keuchend zusammen; Schweiß und Blut floßen vermischt seinen Körper hinunter. Kagome fühlte in sich einen wachsenden Respekt für seine Ausdauer aufsteigen … doch war sie noch immer der Meinung, dass dieser Sport zu aller erst stumpfsinnig war.

„Ich hatte … ihn … schon beinahe …", wisperte InuYasha schwerfällig.

„In der nächsten Runde kriegst du ihn." Miroku klopfte ihm auf seine feuchte Schulter und schüttete eine weitere Flasche Wasser über InuYashas Gesicht. „Halt' durch."

Kagome meinte, dass sie auch etwas Aufmunterndes sagen sollte, selbst wenn sie von diesem Sport nicht viel hielt. „Du wirst schon besser, halt dich einfach an den Bastard ran."

InuYasha belohnte sie mit einem seltsamen Blick, der sie nahezu zu berechnen schien. Er dauerte allerdings nur einen Moment lang an, da die Glocke für die dritte Runde laut und klar erschallte.

InuYasha stand müde auf und machte such auf den Rückweg zu Kouga. Wieder überraschte Kagome sich selbst und all die Leute um sie herum, als sie das Gummiseil des Ringes packte. „Lass' ihn nicht an dich 'ran! Du kannst ihn schlagen – Du kannst es schaffen, InuYasha!"

Das Ende kam schnell. Ein einziger Schlag genügte, Kouga alle viere von sich gestreckt zu Boden zu schicken … zugegebenerweise war es ein wahrlich gewaltiger Schlag und selbst InuYasha schwankte durch die Ausführung, woraufhin er beinahe dem Wolf hinterhergestürzt wäre.

Die Glocke läutete ein weiteres Mal, knappe zehn Sekunden nach dem Start der Runde und es war vorbei. InuYasha, den es vor Müdigkeit (und höchstwahrscheinlich Entzugserscheinungen) schüttelte, hob seine Arme in die Luft, was von einem Chor aus Hochrufen und Pfiffen begrüßt wurde.

Kagome freute sich wie toll für ihn, ihre Abneigung temporär vergessen, als sie zusammen mit allen anderen jubelte und mit Sango auf und ab sprang.

Doch trotzdem war es am Ende des Tages immer noch nur ein Unentschieden.


„Ich hoffe, dass du aus alldem deine Lektion gelernt hast." Kagome klopfte auf InuYashas Knie als sie in dem Toyota, in dem sie hergekommen waren zur Villa zurück düsten. Erst jetzt fiel Kagome auf, wie schnell Sesshoumarus Art zu fahren war.

„Und welche Lektion soll das bitte sein?" InuYasha durchsuchte seine Jackentaschen nach etwas.

„Dass sich Drogen nicht auszahlen. Du hast diesen Kampf dank deinem unverantwortlichen Verhalten beinahe völlig verloren."

„Jaah, aber hab ich nicht, oder?", bemerkte er.

„Aber beinahe." Kagome betonte das letztere Wort. „Wenn ich dir nicht die Wahrheit über die Überdosis gesagt hätte wärst du nicht zornig genug geworden, die letzte Runde zu gewinnen."

InuYasha verblieb mürrisch stumm.

„Und man könnte auch meinen, dass wenn ich gestern nicht mit dir gestritten hätte, du noch immer in deinem Zimmer gewesen wärst, als diese Bombe hochgegangen ist." Sie verschränkte ihre Arme. „Man könnte sagen, dass ich dein Leben gerettet habe."

„Ach, du meine Güte, sie hat mein Leben gerettet …" Jedoch sagte er dies in einem eher verzweifelt klingenden Tonfall, als irgendeinem anderen. „Also denkst du, dass ich dir was schuldig bin, wie?"

Sie seufzte. „Nein. Was ich meine ist, dass du mir gegenüber ein wenig Dankbarkeit zeigen könntest."

„Lass mich in Ruhe. Ich hab' einen harten Tag gehabt.", murmelte er.

Dann, sehr zu ihrem Ärgernis, zog er eine Zigarette aus seiner Hosentasche und wandte sich ihr zu. „Hast ein Feuer?"

Sie starrte ihn bitterböse an.

„Schon gut, schon gut …" Er wandte sich stattdessen an seinen Bruder. „Wirf das Feuerzeug rüber, ja?"
Sesshoumaru entnahm den Zigarettenanzünder des Autos seiner Halterung und warf ihn über seine Schulter auf die Rückbank. InuYasha fing ihn nicht so gekonnt auf, wie er hätte sollen und fummelte eine Weile damit herum. Seine Hände zitterten zu stark.

Kagomes Mitleid siegte schließlich über ihren Unwillen und ungeduldig schnappte sie den Zünder aus seiner Hand, um ihn für ihn still zu halten. „Du könntest den Anstand haben, damit zu warten bis ich aus dem Auto draußen bin. Hast du jemals von Passiv Rauchen gehört?"

„Stört dich doch nicht, oder?", fragte er als seine zitternde Hand es nicht schaffte, die Zigarette mit dem Zünder auf der gleichen Höhe zu halten. Kagome seufzte und schloss ihre Hand um die seine, um ihn ruhig zu halten.

„Eigentlich stört es mich schon.", sagte sie leise.

„Auch gut." Er zuckte die Schultern, ließ seine Hand von ihrer wegfallen und warf die leicht angebrannte Kippe zum Fenster hinaus. Kagome blinzelte überrascht über diese etwas eigentümliche Art zu handeln und sah von ihm zum Fenster und wieder zurück. „Warum hast du das getan?"

„Nun, du hättest dich ja nur beschwert, wenn ich's nicht getan hätte.", war seine Ausrede. Kagome runzelte leicht die Stirn, nicht recht wissend, was sie denken sollte und gab Sesshoumaru den Zigarettenanzünder zurück, der ihn wieder in seine Halterung steckte.

Den Rest der Reise die Einfahrt der Villa hinauf, verbrachten sie schweigend. Miroku, Sango und Kikyo folgten in dem Auto hinter ihnen.


Ein weiterer Kampf war für den folgenden Freitag angesetzt worden, ein Wiederholungskampf gegen Kouga, da der Letzte in einem Unentschieden geendet hatte. InuYasha schwor, dass er seine Kraft für diesen Kampf innerhalb von zwei Tagen wiedererlangen würde … doch Kraft schien ihn ziemlich drastisch zu verlassen, als er gebückt über der Toilettenschüssel seines Badezimmers sein Abendessen wiedererlebte.

Das einzige andere Mal, als er Entzugserscheinungen ertragen hatte müssen, war gewesen, als er das erste Mal überdosiert hatte.

Das hätte eigentlich das letztes Mal sein sollen … doch dank Kouga durfte er die ziemlich unangenehme Erfahrung noch einmal machen.

Er zog an der Kette und brach auf dem Boden zu einem armseligen Haufen zusammen, als das Toilettenwasser langsam unter den Brettern des Fußbodens verschwand. Vielleicht sollte er es einfach durchziehen und auf der Stelle sterben. Ha! Das würde allen etwas zum Reden geben … nur … ach nein, den Gedanken zu sterben mochte er nicht. Und die Krämpfe, die gerade anfingen seinen leeren Magen zu quälen, erinnerten ihn schmerzvoll daran, dass er immer noch sehr lebendig war und etwas zu essen oder zu trinken brauchte.

Seine Finger zitterten gar nicht mehr so stark, als er die Türklinke seines Schlafzimmers hinunterdrückte und in den kühlen Korridor hinaustrat. Er zog die Tür langsam zu und ließ seine Stirn auf ihr ruhen, bevor er seine Augen schloss und tief durchatmete.

Er dachte darüber nach, wie er am Vortag um ein Haar ums Leben gekommen wäre und er dachte über die Person nach, die ihn gerade noch rechtzeitig gerettet hatte. Dieselbe Person, die in der dritten Runde des Kampfes angefangen hatte, ihn anzufeuern. Sein Zorn über Kouga war ziemlich unspektakulär gewesen. Kougas Versuch, ihn aus dem Wettkampf auszuschließen überraschte ihn nicht, und machte ihn auch nicht wirklich wütend. Doch die Ermutigungen des Mädchens waren genug gewesen, ihn zu erreichen. Sie hasste ihn, und doch hatte sie ihn eifrig angefeuert. Etwas war in ihm wachgerufen worden, dass er schon lange für verwelkt und tot gehalten hatte. Es hatte ihm das gegeben, was er gebraucht hatte um Kouga zurückzuschlagen.

Und dann war da noch ihr geduldiger Sanftmut, als sie seine Hand im Auto ruhig gehalten hatte. Sie hatte ihn bemitleidet – soviel konnte er sehen und obwohl es ihn geärgert hatte, hatte er sich dennoch gefragt, warum sie sich überhaupt die Mühe gemacht hatte, ihm zu helfen, wenn sie doch eindeutig nicht wollte, dass er in ihrer Nähe rauchte.

Er hatte diese Zigarette aus zwei Gründen aus dem Fenster geworfen. Erstens; weil er ihr Mitleid nicht ertragen konnte. Zweitens; weil er meinte, dass sie es nicht verdient hatte, sich unwohl in seiner Gegenwart zu fühlen, nach all dem, was er ihr in den letzten Tagen zugemutet hatte. Zugegeben war es aber nur eine kleine Entschädigung …

Irgendetwas klapperte um die Ecke des Korridors und InuYasha hob seinen Kopf von der Tür und richtete sich auf, als eine Putzkraft zusammen mit ihrem Wagen um die Ecke bog. Ein hübsches blondes Mädchen, das auf ihrem Rundgang war, in jedem Zimmer die Bettdecken für die Nacht zurückzuziehen. Sie lächelte ihn schüchtern an bevor sie in das Zimmer am anderen Ende des Korridors verschwand.

InuYasha schüttelte sich selbst und machte sich auf den Weg zum Aufzug, wobei er ein paar der Pfefferminzzuckerl für die Kopfkissen stahl, als er am Wagen des Zimmermädchens vorbeikam. Die würden seinen Magen während des Trips nach unten in die Küche beschäftigt halten. Er hoffte nur, dass Köchin noch immer für die Vorbereitung des Frühstücks wach sein würde. Doch Köchin war ziemlich unberechenbar. Sie hatte eine schlechte Angewohntheit, für Leute, die noch einen Spätnachtsnack haben wollten, zu früh zu Bett zu gehen.

Der Lift brachte ihn ins Erdgeschoss und in dem Moment, da sich die Türen auseinanderschälten hielt InuYasha an, seine Gedanken zeitweilig von seinem Magen abgelenkt. Jemand spielte im Klassikzimmer auf dem Klavier.

Ein kalter Schauer rann ihm den Rücken hinunter als seine etwas dunkleren Erinnerungen zurückkehrten. Die letzte Person, die auf diesem Klavier gespielt hatte, war sein Vater gewesen.

Er stand da und strengte sich so sehr an, die Melodie zu hören, dass er komplett vergaß, dass er noch immer im Aufzug stand, bis die Türen anfingen sich zu schließen. Er blockierte sie schnell, stieg hinaus und sah in Richtung der schweren Tür des Klassikzimmers. Der Wachmann, der Nachtschicht hatte, schnarchte sich nahebei auf seinem Sessel weg. Natürlich würde er die Musik nicht hören können, nicht mit seinem menschlichen Gehör und diesen schalldichten Türen und Wänden.

Er glitt an dem alten Mann vorbei und griff nach der Türklinke des Zimmers. Er fragte sich, wer auf Erden zu dieser späten Stunde dort drinnen spielen würde. Er kannte niemanden, der auf dem Klavier talentiert war, und selbst wenn es ein geheimgehaltenes Talent war, warum würde dieser jemand ausgerechnet jetzt spielen und niemals zuvor?

Er drückte leise die Klinke hinunter und schob die Tür weit genug auf, um die Musik herausfließen zu lassen. Der schlafende Wachmann schnaubte in seinem Schlaf, doch wachte nicht auf. InuYasha jedoch hörte mit gespannter Aufmerksamkeit zu.

Niemals zuvor hatte er eine solche Melodie gehört.

Seine Neugier siegte schließlich und er öffnete die Tür noch weiter, um durch den Spalt zu treten. Er erstarrte wie ein verschrecktes Kanninchen, als er das dunkelhaarige Schulmädchen in ihrem Nachthemd auf dem Hocker sitzen sah; ihre Finger über die Tasten des Pianos flitzend.

Was zum Henker war das?

Er konnte nichts anderes tun, als dazustehen und zuzuhören. Sie hatte keine Notenbätter vor sich aufgelegt und sie passte so auf ihre Finger auf, wie sein Vater InuYasha es immer ungeduldig gelehrt hatte, als er versuchte seinem Sohn ein paar Stunden Unterricht zu geben. InuYasha war niemals über die Grundlagen hinausgekommen. Sein Vater war nach der dritten Stunde gestorben. Nicht, dass InuYasha ein vielversprechendes Talent gewesen wäre.

InuYasha hatte es nicht gewagt seit damals diese Zimmer wieder zu betreten.

Dieses Mädchen hatte die Melodie nicht einmal auswendig gelernt. Sie spielte sie nicht aus dem Gedächtnis. Er hasste es, romantisch zu klingen, aber … es hörte sich so an als würde sie das Stück von ihrer tiefsten Seele spielen. Nur sie konnte so ein persönliches Lied erfunden haben und es mit einem so bedenklichen Tempo spielen, dass rauf und runter zu trällern schien wie ein unbeständiges Gefühl. Es war verwirrt, es war müde und es war sie. Es war schön und aufdringlich, doch bescheiden in der Art der Gestaltung. Einfach die Art, in der sie es spielte erweckte es zum Leben … drückte ihre Gefühle auf eine Weise aus, wie Worte es niemals konnten.

Er war direkt hinter ihr und griff nach ihrer Schulter, bevor er begriff, was er da tat. Er prallte augenblicklich zurück und presste seine verletzende Hand gegen seine Brust, als er wieder zur Tür zurückwich. Er konnte sie nicht stören. Er fühlte sich als ob er in ihren persönlichen Freiraum eindringen würde, ihr dabei zusah, wie sie sich auszog wie eine merkwürdige Art von Perversling.

Er verließ lautlos das Zimmer, schloss die Tür wieder hinter sich, und hinterließ so keinen Beweis, das er da gewesen war. Anschließend ging er in die Küche und seufzte, als ihm klar wurde, dass Köchin schon zu Bett gegangen war und nur einen Wecken Brot auf dem Inseltresen zurückgelassen hatte, der über Nacht auftauen sollte um ihn dann am nächsten Morgen als Toastbrot verwenden zu können. Sie gab sich mit ihren Kochkünsten einfach nicht mehr so viel Mühe, wie früher …

InuYasha gab sich damit zufrieden, ein paar Stücke gefrorenes Brot von dem Laib zu brechen und machte sich, die Stücke geistesabwesend kauend, zurück auf den Weg in sein Zimmer.

Zu dem Zeitpunkt, als er schließlich ins Bett kam, lagen die frostigen Brotstücke vergessen auf dem Boden neben seinem Nachttisch und er selbst lag auf seiner Matratze und fühlte jeden einzelnen Schmerz und blauen Fleck, der seinen Körper bedeckte … doch anstatt sich in der unangehmen Pein zu ergehen, versuchte er sich an die Melodie zu erinnern, die er gerade gehört hatte. Doch sie war seinem Gedächtnis entschlüpft und er konnte sich um alles in der Welt nicht an sie erinnern … obwohl er sich immer noch daran erinnerte, wie schön sie gewesen war und wie intensiv die Gefühle, die in dem Lied versandt worden waren, gewesen waren. Es war ganz genau so, wie wenn man eine unglaublich bewegende Rede hörte, doch sich später nicht an den genauen Wortlaut erinnern konnte, obwohl man grundsätzlich wusste, was gesagt worden war.

An eine Sache konnte er sich allerdings ganz genau erinnern.

„Kagome … Kagome Higurashi …", seufzte er, als er in tiefen Schlaf versank.


Anmerkungen der Autorin: Kommen diese Kapitel jetzt langsam schnell genug heraus? -

Anmerkungen der Übersetzerin: Bei mir jedenfalls nicht ... Aber ich versprech euch, dass ich euch nicht mehr so lange warten lassen werde ... dieses Mal sind einfach zu viele unglückliche Zufälle auf einmal zusammengefallen. Da waren einmal die Semesternoten, dann war ich krank, dann hatten wir Schularbeit und dann hat meine Beta ewig lang zum Kontrollieren des neunten Kapitels gebraucht ...

Aber ich will euch nicht mit Entschuldigungen vollheulen! Seid bitte nur nicht zu sauer auf mich! Mit dem zehnten Kapitel habe ich immernhin schon angefangen!

So, nun ist es WIRKLICH spät (nach zehn Uhr bei mir) und ich bin müüüdee. Ich bin extra für euch noch ein wenig länger wach gewesen als och eigentlich darf (um zehn Uhr muss ich ins Bett ... ich weiß is ne doofe Regel ... und obendrein ziemlich peinlich für 'ne Fünfzehnjährige ... aber was soll ich machen?).

Auf jeden Fall viel Spaß beim neuen Kapitel und bis zum nächsten Mal!

Jamie