Hey people,

Dies ist das erste Kapitel, das endlich etwas länger ist. Seither bemühe ich mich, die Kapitel länger zu halten, was aber dazu führt, dass ich immer noch an Akt 11 hänge, der bis jetzt schon wieder aus 11 Seiten besteht...

Ich hoffe, ihr könnt das in Kauf nehmen

Ich möcht euch gar nicht weiter aufhalten und nur noch schnell ZooArmy danken, die mir wieder beim korrigieren geholfen hat: Thank you dear, I owe you

Und nun...go and play!

Vorhang öffnet sich...


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Akt 9: Verwirrung und liebliche Täuschung

Sei reizend zu deinen Feinden. Nichts ärgert sie mehr.

-Carl Orff

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Harry hatte es geschafft nach der ereignisreichen Verwandlungstunde mit Malfoy, seinen Freunden aus dem Weg zu gehen.

Er konnte sie verstehen, keine Frage, allerdings hatte er gerade nicht den Nerv seine Handlungen vor irgendwem zu rechtfertigen.

Er war am Mittag, um einen kleinen Happen zu essen runter in die Küche gegangen und nicht in die Große Halle wie jeder andere; um einem Treffen und vielen Fragen aus dem Weg zu gehen.

Er musste sich schließlich überlegen, wie er in Ruhe mit Malfoy reden könnte.

Hätte er Ron und Hermine erzählt, er wolle Malfoy etwas fragen, hätte er zuerst erklären müssen, was er fragen wollte und warum. Das hätte dazu geführt, dass er die Nachhilfe hätte erklären müssen. Darauf hatte er beim besten Willen keine Lust.

Viele wussten um Harrys Sturheit. Wenn er etwas wollte, dachte er so lange nach, bis er auf eine zufriedenstellende Lösung kam.

Das war der Grund, warum sich Harry gerade im Raum der Wünsche befand und sich komfortabel auf einem der vielen plüschigen Ohrensessel breit machte.

Ich verstehe diesen Jungen nicht! Wobei will er bitte Nachhilfe? Dieser Idiot hat das sicher mit Absicht gemacht und ich springe natürlich gleich auf seinen Köder an…', dachte er und starrte die Decke über ihm an, die mit silbernen Ornamenten bestückt war.

Nach einer Weile, in der er nicht nur die Decke, sondern auch das flackernde Feuer im Kamin betrachtet hatte, richtete er sich auf und lehnte sich gegen eines der weichen Kissen, die überall im Zimmer verstreut waren.

Tee', dachte er, als er kurz die Augen schloss. Keine zwei Sekunden später, stand eine Tasse mit dampfendem und wohlriechendem Inhalt vor ihm auf dem Kaffeetisch.

Er griff vorsichtig danach, sodass er sich nicht verbrühte und trank einen kleinen Schluck.

Hmm', seufzte er innerlich, als sich der angenehme Geschmack von süßer Minze in seinem Mund verbreitete. ‚Wenn ich wenigstens wüsste, wo er sich herumtreibt, dann könnte ich ihn irgendwo abfangen…'

Nach einigen Minuten, in denen er sein Getränk genoss, riss er plötzlich die Augen weit auf und verschüttete beinahe den nur noch lauwarmen Tee.

Natürlich! Rumtreiben!'

Er eilte zu seiner Tasche, die er vorher achtlos im Raum der Wünsche hat fallen lassen. Er holte ein altes Pergament heraus, das sich als ‚Karte des Rumtreibers' herausstellte und hielt seinen Zauberstab darauf. (Ja, er trug ihn immer noch in der Hosentasche, entgegen aller Warnungen von Mad-Eye Moody, was selbst Hermine manchmal zur Verzweiflung brachte.)

„Ich schwöre feierlich, dass ich ein Tunichtgut bin.", sagte er und sofort begannen sich feine Linien über das Material zu ziehen, sowie Punkte, die eilig über das Papier huschten.

Smaragdfarbene Augen rasten von links nach rechts und suchten nach einem bestimmten Namen.

Da. Ein Punkt, der sich eilig von Schloss entfernte, trug den Namen „Draco Malfoy", genau die Person, mit der er jetzt reden wollte.

Er vergewisserte sich ein letztes Mal, dass der Punkt sich zum See bewegte und nicht irgendwo anders hin, bevor er mit der Spitze seines Zauberstabes erneut das Pergament berührte.

Mit einem „Unheil angerichtet.", begannen sich die verworrenen Linien aufzulösen, bis sie völlig verschwunden waren.

Hastig packte Harry die Karte weg und griff nach dem silbrigen Stoff, seinem Tarnumhang, den er sich überzog, bevor er den Raum der Wünsche verließ.

Eilig rannte Harry vom 7. Stockwerk in das Erste und hielt gelegentlich an, damit ihn vorbeilaufende Schüler oder Lehrer nicht bemerkten.

Er seufzte erleichtert, als er sich nach einiger Zeit dem See näherte und eine Silhouette im Licht der untergehenden Sonne ausmachen konnte.

Mit langsamen Schritten ging er auf einen Felsvorsprung zu, dessen höchster Punkt gefährlich weit über dem See platziert war.

Als er dort ankam, kletterte Harry sehr unbeholfen hinauf, da er darauf achten musste seinen Umhang nicht zu verlieren und keine Geräusche zu produzieren.

Oben angekommen stellte er sich, ohne einen Laut von sich zu geben, hinter die andere Person, die gerade am Rand des Felsens stand und gelegentlich einen Stein ins Wasser warf.

Harry beugte sich grinsend nach vorne, so nahe, dass Harry den Geruch von Malfoy wahrnehmen konnte. Nicht dass ihn das interessierte, versteht sich.

„Stör' ich?"

Draco erschrak bei den Worten so sehr, dass er einen kurzen Aufschrei von sich gab und plötzlich ins Wanken geriet.

Harry hatte nicht damit gerechnet, dass sich der Slytherin so erschrecken würde und musste unwillkürlich lachen, was ihm allerdings schnell verging, als er bemerkte, dass der Blonde sein Gleichgewicht nicht mehr halten konnte und drohte über die Klippe zu fallen.

Sein Helden-Instinkt brachte ihn glücklicherweise dazu reflexartig nach Malfoy zu greifen.

Er packte ihn mit der einen Hand am Arm und mit der anderen um die Hüfte und für einen Moment glaubte er, er würde ebenfalls von der Klippe stürzen; keinen Augenblick zu spät allerdings, schaffte er es sein Gleichgewicht nach hinten zu verlagern und fiel zusammen mit Malfoy nach hinten; direkt auf einen mit Moos bewachsenen Fleck.

Schwer atmend lagen beide da und erholten sich von dem Schock. Harry schaute hoch in den dunkler werdenden Himmel und hatte seine Hände noch immer um den Körper des Blonden, als dieser sich umdrehte, sodass er Harry ins Gesicht schauen konnte und stützte sich auf seine Unterarme.

Malfoys Augen funkelten gefährlich, als er dem Gryffindor ins Gesicht schaute.

„Mach so etwas; ich sag es dir nur einmal, mach so etwas nie wieder."

Harry schnaubte nur. „Ich kann nichts dafür, wenn du dich so verdammt nah an die Kante stellst."

„Jetzt ist es meine Schuld? Ich wäre beinahe in den See gefallen, bei Salazar."

„Ja, aber ich hab dich ja gehalten!"

Draco schaute beleidigt runter in Harrys Gesicht, der mit seinem Körper ein wenig hin und her rutschte.

„Soll ich jetzt froh sein, dass der Wunderjunge mich gerettet hat?"

„Eigentlich schon, ja."

Man hörte nur ein „Pfff", als sich der Blonde zur Seite drehte und irgendetwas in weiter Entfernung anstarrte.

„Okay, oh großer Potter, warum hieltest du es überhaupt für nötig mich zu Tode zu erschrecken?"

Harry packte den Blonden überraschend an der Hüfte und versuchte ein bisschen Entfernung zwischen seinen Schritt und Malfoys Hüftknochen zu bringen.

„Nicht, dass ich darüber nicht gerne reden würde, aber es wäre wirklich um einiges leichter, wenn du von mir runter gehen würdest. Du zerdrückst gerade Teile, die mir sehr am Herzen liegen."

Draco schaute erschrocken an sich runter und musste feststellen, dass er tatsächlich noch auf dem Gryffindor lag und sein Körper wirklich gefährlich nahe an anderen heiklen Körperteilen platziert war.

In sekundenschnelle sprang er auf und klopfte sich imaginären Dreck von der Hose.

„Du hättest was sagen können, Potter."

Harry lag noch immer auf dem Boden und hatte Schwierigkeiten sich zu erheben, als er Draco verständnislos anschaute. „Du warst zu beschäftigt, dich aufzuregen, Miss Malfoy."

Der Slytherin schaute nur erneut beleidigt und streckte eine Hand aus, um Harry aufzuhelfen.

Letzterer schaute die Hand nur skeptisch an und musste sich daran erinnern, dass dies nicht das erste Mal war, dass der Blonde ihm die Hand reichte. Beim ersten Mal hatte er sie allerdings abgeschlagen.

Nun griff er missgelaunt nach der Hand und ließ sich mit viel Schwung hochziehen, sodass er wieder einmal ins Schwanken geriet.

Nachdem er sein Gleichgewicht gefunden hatte, ging Harry an Malfoy vorbei und wollte sich gerade hinsetzen, als ihm einige Male aufs Hinterteil geklopft wurde.

Geschockt drehte sich der Schwarzhaarige um und starrte Malfoy fassungslos an, während er seine Hände schützen auf seinen Hintern legte.

„Was bei Merlins rosa Unterhose sollte das?", rief er panisch aus.

Der Blonde lachte, was Harry zusätzlich schockte und drückt den Gryffindor an der Schulter herunter, bis er schließlich an der Kante des Felsvorsprunges saß und seine Beine über dem Abhang hingen. Immer noch grinsend setzte sich der Blonde neben Harry, der ihn fragend anschaute.

„Reg dich nicht auf, du hattest Dreck am Hintern."

„Du hättest mich einfach darauf hinweisen sollen, dann hätte ich es selbst machen können!"

Draco schaute ihn nur skeptisch von der Seite an. „Ja, weil du auch so gut siehst, wo du dreckig bist."

Harry verschränkte eingeschnappt seine Arme und schaute hinaus auf den See, wo die Sonne langsam am Horizont verschwand und der Himmel sich wie eine schwarze Decke über sie legte.

„Also, was wolltest du hier draußen, außer mich beinahe umbringen?", meinte Malfoy nach einigen Minuten, in denen er beobachtete wie sich dunkle Wolken über ihnen ausbreiteten.

Harry drehte sich um und wollte gerade antworten, als er bemerkte, dass er Draco kaum noch erkennen konnte, auf Grund des fast schwarzen Himmels und des durch die Wolken verdunkelten Mondes.

Er holte seinen Zauberstab heraus und war froh, dass man ihn nicht sehen konnte, sonst hätte der Slytherin vielleicht falsche Schlüsse gezogen.

Candela lucidus", flüsterte er und vor ihnen erschien eine kleine Kerze, die in der Luft schwebte und ein wenig Licht spendete.

Malfoy wandte sich ihm fragend zu, bis er bemerkte was die plötzliche Lichtquelle war, die sein Gesicht sanft beschien.

„Clever, Potter, clever. So, zurück zum Thema."

Harry seufzte und schaute den anderen an und beobachtete für einen Moment fasziniert, wie die kleine Flamme der Kerze für große, flackernde Schatten hinter Malfoy sorgte.

„Ich wollte dich das Gleiche fragen, wie heute in Verwandlung. Wobei du Hilfe brauchst. Ich hab zwar zugestimmt, aber keinen Schimmer, was du eigentlich willst."

Draco grinste. „Komm, Potter. Streng dein Gehirn an. Hast du mich schon mal mit einem Mädchen zusammen gesehen?"

Harry schaute ihn verwundert an. „Na, da war Pan-"

„Beende diesen Satz und wir werden einen Goldjungen weniger haben. Und da wird Dumbledore gar nicht froh sein, da wir bis jetzt nur einen gefunden haben", unterbrach ihn der Blonde drohend und kam Harry ein bisschen näher.

„Aber ich dachte, du und Pan-"

„Potter. Gefährlich. Dünnes Eis."

Harry hob abwehrend die Hände und lehnte sich ein wenig zurück, als Malfoy wiederholt näher gekommen war.

„Okay, okay. Es dachte nur immer jeder, dass-"

„Potter, am besten hältst du jetzt deine Klappe."

Ein böser Blick folgte und die Worte wurden in die Tat umgesetzt.

„Pansy und ich, waren, sind und werden nie ein Paar sein. Ich kenne sie schon seit ich klein bin und auch wenn sie eine der schlimmsten Zicken ist, die ich je gesehen habe, ist sie dennoch eine gute Freundin", er knirschte kurz mit den Zähnen und dachte an den Schlamassel, in den sie ihn gebracht hatte. „Zumindest meistens. Sie ist ein bisschen wie eine kleine Schwester. Die Wahrscheinlichkeit, dass ich mit ihr zusammen komme, ist so hoch wie bei dir und der Weaselette." Der Blonde grinste mysteriös und schlang seine Robe fester um sich, als eine kühle Abendbrise über sie wehte.

Harry hatte die Augen weit geöffnet. „Woher-"

Erneut wurde er unterbrochen und langsam wurde es nervig. „Ich hab' gehört, wie du mit Granger geredet hast."

„Was? Wann?"

„Am Anfang des Schuljahres."

„Was? Worüber hab ich mit ihr geredet?"

„Granger hatte dich gefragt, warum du dich jedes Mal so komisch verhalten würdest, wenn Weasel seine Schwester erwähnte. Du hattest daraufhin gesagt, dass das Weasel erwartet, dass du mit seiner Schwester zusammen kommen würdest, du aber fändest, dass es an Inzest grenzen würde. Granger ist glaube ich ziemlich ausgeflippt, als du ihr gesagt hast, dass die kleine Weaselette nur wie eine Schwester für dich wäre."

„Da warst du dabei??"

„War schwer zu überhören, so laut wie ihr geredet habt. Außerdem sollte man keine privaten Gespräche in den Kerkern führen."

„Sie hatte mich nach einer Stunde Zaubertränke abgefangen!", verteidigte sich Harry und zog seine Robe nun auch enger um sich.

„Tja, auf jeden Fall weiß ich, wie es bei dir um Weaselette steht. Du machst ihr natürlich sinnlos Hoffnungen.", grinste Malfoy und machte eine unbedeutende Handbewegung.

„Tue ich gar nicht! Sie weiß sehr wohl, dass ich nicht mehr als freundschaftliche Gefühle für sie habe. Was glaubst du, warum sie mit Ernie MacMillan zusammen ist? Das einzige Problem ist Ron. Er denkt ich werde einmal Ginny heiraten, fünf Kinder haben und als Auror arbeiten. Und hör auf, sie Weaselette zu nennen."

Draco schaute ihn interessiert an. „Klingt als hätte Weasel dein ganzes Leben vorausgeplant. Mir würde das tierisch gegen den Strich gehen. Hör auf damit anderen Leuten zu erlauben dein Leben zu planen. Das ist mir schon früher aufgefallen, vor Voldemorts Tod. Erst deine komischen Verwandten; frag nicht woher ich das weiß. Dann Dumbledore, dann dieser Werwolf und die ganzen Weasleys erst, die denken, sie könnten deine Zukunft bestimmen. Und ich nenne Weaselette, wie ich will. Ich weiß nicht mal ihren richtigen Namen. Gina, Ginger, Virginia?"

Harry schaute Draco eine Weile an. Er beobachtete, wie der Platinblonde von Sekunde zu Sekunde irritierter wurde, bist er letzten Endes genug hatte. „Was??"

Harry lächelte. „Dir scheint ja ganz schön viel aufgefallen zu sein."

Draco sah ein wenig ertappt weg. „Kenne deinen Feind, heißt es so schön."

„Uh huh", nickte er mit ungläubigen Blick.

„Potter…", drohte Malfoy und sah ihn warnend an.

Harry lachte befreit und hob nochmals abwehrend die Hände.

„Schon gut, schon gut. Ich weiß, du hast Recht. Für eine lange Zeit haben andere Entscheidungen für mich getroffen. Die Mehrheit davon hatte nur negative Auswirkungen, aber was soll's? Voldemort ist tot und ich kann meine eigenen Entscheidungen treffen. Du glaubst doch nicht, dass ich Rons Vorstellungen von meiner Zukunft folgen werde, oder? Außerdem heißt sie Ginny. Du solltest dir ihren Namen langsam merken, du musst schließlich mit ihr spielen. Ach, da wären wir wieder beim Thema."

Draco sah ihn nur fragend an.

Harry seufzte. „Okay, also angenommen ich hab dich mit noch keinem Mädchen gesehen, außer," er begegnete Dracos mörderischen Blick. „Mit der Person-dessen-Name-nicht-genannt-werden-darf. Was hat das mit dem Stück zu tun?"

„Potter, hast du mich je Händchen halten sehen? Wie ich jemanden küsse, umarme…Gedichte verfasse, einer Frau den Hof mache, ihr meine Liebe gestehe?"

Langsam begann Harry zu verstehen worauf das hinauslief.

„Du willst mir sagen, dass du nicht weißt, wie du Romeo spielen sollst?"

„So in etwa."

„Aber das Vorsprechen…"

„Das war Kinderkram. Glaubst du, ich hatte irgendeine Ahnung, was ich da von mir gebe? Pansy hat mir die Bögen mit den Texten gegeben und Notizen darunter gemacht, wie ich es spielen soll! Dass ich wirklich spielen kann, war da nur ein Bonus", er gestikulierte wild mit den Händen und Harry hatte das Gefühl, das erste Mal zu sehen, wie Malfoy seine Kontrolle verlor.

„Dein Problem ist also…", er ließ den Satz offen und blickte Draco erwartungsvoll an.

„Dass ich nicht weiß, was, wie und warum Romeo etwas von Julia will.", beendete er.

„Geh mal ins Detail. Wie soll ich da helfen?"

Draco knurrte ein wenig. „Man, soweit ich weiß ist Romeo tierisch in Julia verschossen und stirbt sogar für sie.", sagte er verzweifelt und schaute Harry direkt an. „Ich habe keinen Plan warum er so einen Mist tun sollte und wie ich ihn so rüberbringen kann, wie ich es soll. Wie gesagt, ich bin nicht der Typ, der Tag und Nacht Balladen verfasst und überlegt wie er der nächst besten Frau den Hof machen könnte."

„Verdammt, Malfoy. Wieso muss man dir alles aus der Nase ziehen? Was soll ich denn da machen?"

Malfoy drehte sich abrupt um, zog ein Bein von der Klippe weg und stütze sich auf seine Arme. „Zeig mir, Mr. Perfect, wie bei Merlin ich Romeos Gefühle rüberbringen soll und warum er sich so verhält, wie er sich verhält. Ich weiß, dass das nötig ist, um gut eine andere Person spielen zu können."

Harry war ein wenig überrascht von der Intensität seiner Worte und drehte sich von ihm weg, um den Mond, der nun nicht mehr von Wolken bedeckt war, zu betrachten.

Hm, interessant. Jetzt weiß ich, was er will. Aber wie ich ihm da helfen kann, ist eine andere Frage. Halt, ich glaub ich weiß, wie ich anfangen kann.'

Malfoy hatte sich auch wieder dem See zugewendet und schwang seine Beine nun über dem Wasser hin und her.

„Draco?", fragte Harry mit Herzklopfen und hoffte, dass es funktionierte.

Ein Paar sturmgrauer Augen wandte sich ihm verblüfft zu, da das Wort ungewohnt aus seinem Mund klang. „Was?"

„Ich hab mich in dich verliebt."

Stille.

Erdrückende Stille.

Plötzlich zuckte Draco absolut geschockt zusammen und rutschte panisch an der Klippe zurück, als er die Ehrlichkeit in Harrys Augen sah. Es kostete Harry verdammt viel Körperkontrolle, nicht laut loszulachen.

„Was zur Hölle, Potter?"

„Ich hab mich in dich verliebt, Draco. Ich dachte…du hättest wegen mir vorgesprochen. Ich dachte, dass du vielleicht auch…", er brach den Satz ab und schaute den Blonden verzweifelt an, während er auf ihn zu krabbelte.

Malfoy wusste absolut nicht, wann sich die Erde plötzlich um 180° gedreht hatte und konnte nur wie versteinert dasitzen, während der Gryffindor immer näher kam.

„Bitte, Draco. Ich helfe dir so viel du willst, aber sag was.", er kniete nun fast zwischen Malfoys Beinen und schaute dem anderen in die Augen, seinen Lippe zitterte leicht.

Nach einigen Sekunden schien Malfoy wieder zu sich zu kommen und drückte gegen die Brust des anderen, sodass dieser nach hinten fiel.

„Sag mal- Ich- Spinnst du, Potter?", stotterte er zusammen. „Was- Wie- verliebt in mich? Eher würde ich mich ertränken, als dass…Ich glaub, du solltest nach St. Mungos!"

Harry hatte eine wirklich schwere Zeit. Noch nie in seinem Leben hatte er so einen extremen Drang verspürt zu lachen. Sein Gesicht verriet davon allerdings nichts.

Harry gab nicht auf, erhob sich und setzte sich so schnell auf Dracos Schoß, dass dieser gar keine Zeit hatte zu handeln. Er legte die Arme um dessen Schulter und kam ihm näher.

„Bitte, Draco. Eine Chance. Ich werde dich nicht nerven, versprochen. Nur…bitte…", er schaute Malfoy flehend an.

Malfoy versuchte sich aus Harrys Griff zu lösen, was ihm allerdings nicht gelang.

„Potter, hör auf. Ich meine es ernst. Du kannst dir deine Gefühle sonst wohin stecken. Vergiss die Nachhilfe. Du bist krank. Ich bringe Pansy um. Geh runter, Narbengesicht.", er versuchte sich heftig zu wehren, als Harry plötzlich begann zu lachen. Er musste so hart lachen, dass er sich mit einer Hand den Bauch hielt und mit der anderen an Malfoy klammerte.

Malfoy schaute ihn ratlos und sauer an, solange bis Harry sich erholt hatte.

„Du bist knallhart durchgefallen, Malfoy."

„Bitte WAS?", fragte er etwas lauter als nötig.

„Du glaubst doch nicht wirklich, dass ich in dich verknallt bin, oder?"

„Aber- du- das war so echt! Potter, warum hast du das gemacht?", er war so außer sich, dass er gar nicht mehr bemerkte, dass Harry immer noch auf ihm saß.

Harry grinste. „Das war der erste Teil deiner Nachhilfe."

Der andere schaute ihn nur verständnislos an.

„Eine Sache, die Shakespeare rüberbringt, ist, dass Gefühle wunderschön sind, aber auch verletzen können. Romeo liebt Julia über alles, aber durch den Zwist zwischen den Familien können sie nicht viel tun; was beide sehr verletzt. Der beste Weg Romeos Handlungen nachzuvollziehen ist, Malfoy, wenn du das Prinzip verstehst und selber lernst, wie man mit Gefühlen umgeht."

Draco schaute ihn nur skeptisch an und lehnte sich ein wenig zurück, die Tatsache, dass Harry auf ihm saß, völlig vergessen.

„Gefühle sind wichtig und zerbrechlich. Regel Nummer Eins: Behandle anderer Gefühle, so wie deine eigenen. Verstehst du, was ich meine?"

Draco nickte nur ein wenig und schaute Harry direkt an. „Was hätte ich sonst tun sollen? Du hast mich überrumpelt, natürlich raste ich aus. Hast du mich schon jemals nachsichtig erlebt, Potter?"

Harry grinste nur. „Nein, nicht wirklich. Aber das wollen wir ja ändern. Verstehe was Romeo fühlt und warum, dann klappt auch das Spielen. Was dein Verhalten angeht. Natürlich warst du überrascht," er ignorierte das Schnauben des Blonden „aber denk in dem Moment daran, wie es mir geht. Geh es langsam an. Bring der Person behutsam bei, dass du nichts für sie empfindest", sagte er und presste seine Lippen fest aufeinander, bis er in Gelächter ausbrach. „Ganz ehrlich, ich kann mir auch nicht vorstellen, dass du so nett handeln könntest, aber es zu erklären kann nicht schaden."

Draco grinste nur schief. „Ich denke, ich hab mich erheblich verbessert. Wir haben den Abend überstanden ohne uns umzubringen."

Harry erwiderte die Geste und nickte. „Stimmt, nicht schlecht, Malfoy. Vielleicht bist du doch nicht so hoffnungslos."

Malfoy grinste nur, änderte jedoch schlagartig seinen Gesichtsausdruck.. „Ich glaube, jetzt bin ich an der Reihe zu sagen, dass du einige meiner liebsten Körperteile einengst."

Harry schaute, so wie Malfoy vor ihm, an sich herunter und sprang schnell vom Schoß des Blonden, der seine Oberschenkel fest drückte.

„Ich glaube meine Oberschenkel sind eingeschlafen, verdammt."

Harry musste sich ein Lachen verkneifen, als er die Arme hob und sich streckte. Als er sie wieder senkte, hielt er Malfoy die Hand entgegen, der diese nun, wie er vorhin, skeptisch musterte.

„Komm, Malfoy. Es ist spät. Wir sollten rein, das Abendessen fängt bald an."

Malfoy zögerte nicht mehr lange, ehe er nach der Hand griff und sich hochziehen lies.

Sie standen für einige Minuten in unangenehmer Stille nebeneinander, bis Harry sich von ihm abwandte und begann den Felsvorsprung hinabzuklettern, den Tarnumhang längst wieder in seiner Tasche verstaut.

„Komm schon. Willst du da Wurzeln schlagen?"

Malfoy grinste nur und folgte Harry. „Wann sehen wir uns das nächste Mal?"

Harry sprang von dem letzten kleinen Vorsprung und rieb sich die Hände an seiner Robe, um den Dreck von den Felsen von seinen Händen zu kriegen.

Plötzlich schaute er Malfoy an und hob eine Augenbraue, wobei er dem Slytherin extrem ähnelte. „Weißt du eigentlich, wie das klang, Malfoy?"

Malfoy tat es Harry nach und schaute seine Hände angeekelt an, bis er Harry ebenfalls entgegenblickte und über seine Worte nachdachte. Dann verschränkte er seine Arme und schaute genervt. „Du weißt, was ich meine, Potter."

Harry grinste und schritt in Richtung Schloss. „Okay, vielleicht weiß ich das."

„Also?"

„Wir werden sehen. Es wird sich schon ergeben."

„Wie soll sich das ergeben?"

„Wenn ich merke, dass du meine Hilfe mal wieder dringend nötig hast, werde ich die edle Jungfrau Malfoy retten."

Der Blonde schubste Harry zur Seite, sodass dieser ins Stolpern geriet. „Reiß die Klappe nicht so auf, Potter. Versuch erst gar nicht so einen Stunt wie eben noch einmal abzuziehen. Das klappt jetzt nicht mehr."

„Schade eigentlich. Dein Gesichtsausdruck wäre es wert, es noch einmal zu versuchen."

„Wag es…" er schritt drohend auf Harry zu.

Harry grinste und rannte nun den steinigen Weg hoch zum Schloss entlang, während er über seine Schulter zu dem Blonden blickte. „Mach's gut, Malfoy. Halt immer ein Auge offen. Du weißt nie, wann ich zuschlage."

Mit diesen Worten drehte er sich um und eilte den restlichen Weg zum Schloss.

Draco blieb einen Moment stehen, ließ den Wind durch seine Haare wehen und fuhr sich mit der Hand übers Gesicht.

„Oh man, Pansy. Auf was hab ich mich da eingelassen?"

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I hope you liked it!

Ich würde mich über Feedback und dergleichen freuen und hoffe, das Kapitel hat euch gefallen.

Ich hab ich nichts mehr von mir zu geben, bis auf ein "bis zum nächsten Mal"

Love,
Isinuyasha