Kapitel 9: Suche nach Lösungen

"Du weisst John, als dein Anwalt, muss ich dir raten dich rauszuhalten. Lass dich da nicht reinziehen."

"Und einen unschuldigen Mann im Gefängniss sitzen lassen, einen Prozess erwarten, möglicherweise...möglicherweise schlimmeres? Du weisst das ich das nicht kann!"

"Und du bist absolut sicher, dass er es nicht getan haben kann?"

John seufzte und vergrub das Gesicht in den Händen.

"Colin...ich hab es dir gesagt. Er war die ganze Nacht bei mir, bis zum frühen Morgen. Wir waren...wir waren beschäftigt."

Johns Anwalt und langjähriger Freund nickte und lehnte sich in seinem Stuhl zurück. Normalerweise war es für John ein Vergnügen Colin einen Besuch abzustatten aber der ordentliche, getäfelte Raum bot heute keinen Trost, wenn er an Sherlock einsam und vielleicht verängstigt in einer Zelle dachte.

"John," begann Colin, zögernd , mit leiser Stimme, "Denkst du...ich weiss du glaubst du...fühlst etwas für diesen Mann aber du kennst ihn doch kaum. Du bist gerade erst an ein bisschen Geld gekommen. Das war sicherlich Gesprächsthema unten im Dienstbotentrakt. Er könnte geglaubt haben du seist ein leichtes Opfer für einen Erpressungsversuch oder aber ein reicher Liebhaber."

John sprang erregt auf, ballte die Fäuste und tigerte durch den Raum. "Nein, Colin! Du weisst nicht wie es ist. Was wir zueinander gesagt haben!"

John seufzte wieder und setzte sich. "Ich weiss du meinst es gut, als mein Freund aber ...ich liebe ihn Colin. Ich liebe ihn wirklich, verzweifelt, ich weiss nicht...ich weiss es scheint verrückt oder als ob ich mir selbst etwas vormache aber ich glaube wirklich, dass er genauso fühlt wie ich."

Colin hob die Hände, um John zu zeigen, dass er zur Kenntniss nahm, was John gesagt hatte und um ihn zu beruhigen. "In Ordnung John, in Ordnung, er ist die Liebe deines Lebens und er ist unschuldig aber ich weiss nicht was du von mir willst, was soll ich da tun? Ich bin kein Strafverteidiger. Es gibt in dieser Kanzelei auch keinen anderen Anwalt für Strafrecht. Und selbst wenn, es könnte gegen dich verwandt werden, wenn du für seine Verteidigung aufkommst. Willst du etwa ins Gefängnis gehen?"

"Wenn es soweit kommt, ja, würde ich. Besser wir gehen beide für ein paar Jahre ins Gefängnis als das er hängt," sagte John mit eisig ruhiger Stimme.

"John..." sagte Colin und schaffte es gleichzeitig schockiert, aufgebracht und begütigend auszusehen.

"Wir müssen es einfach nur schaffen, dass es nicht soweit kommt. Du musst Anwälte kennen die auf Strafrecht spezialisiert sind? Geld ist kein Problem!"

"Natürlich, aber noch mal, lass mich dir sagen, dass jedwede Verbindung zwischen euch beiden verdächtig wäre. Warum sollte ein Mann deines Standes sich um das Wohlergehen des Dienstboten eines anderen Mannes kümmern?" Er sah für einen Moment nachdenklich drein. "Ist es möglich, dass Lord Lestrade den Anwalt bezahlt?"

"Ich weiss es nicht. Da das Opfer ja ebenfalls in seinen Diensten stand, könnte ihn das in eine schwierige Lage bringen. Gibt es nicht irgendeine wohltätige Stiftung an die wir uns wegen dieses Falles wenden könnten?"

"Da gibt es ein paar aber ich weiss nicht, ob man sich darauf verlassen kann, dass sie einen guten Strafverdeiger finanzieren, vor allem wenn der Fall so eindeutig zu sein scheint. Ich fürchte das wird ein ziemlich aufsehen erregender Prozess werden, wegen des Namens seiner Lordschaft."

John kaute ein paar Minuten schweigend auf seinen Fingerknöcheln herum, seine Augen schweiften im Zimmer herum, als ob sich die Lösung irgendwo in den Ecken versteckte.

"Was wenn," begann er, "was wenn ich eine Stiftung gründe? Nicht unter meinem Namen natürlich, anonym, ich schätze zwar, wenn jemand tief genug gräbt könnte er es herausfinden aber das kannst du doch sicherlich unter all dem juristischen Kauderwelsch verstecken?" Er fuhr fort, erwärmte sich sichtlich für seine eigene Idee, "Wenn wir es ausweiten, ausstreuen, dass es des Suffragetten zu Gute kommt, könnte ich sicher Harriet dazu bringen, ihre Freunde zu überzeugen Geld beizusteueren. Es könnte tatsächlich in diese Richtung gehen, dann wäre es auch nicht so verdächtig. Kannst du dass tun?"

Colin legte die Hände unters Kinn und lehnte sich nachdenklich auf seinen Schreibtisch. Er antwortete nicht aber stand auf und zog ein dickes Buch aus dem Regal. John saß ungeduldig aber schweigend da.

"Ich könnte..." Colin zog die Pause in die Länge. "Da gibt es ein paar Leute die ich gern wegen der Einzelheiten konsultieren würde -

natürlich nicht bezüglich der wahren Gründe warum wir das tun - aber ich glaube das könnte funktionieren und dein Anteil an dem Ganzen kann im Geheimen bleiben."

"Ich danke dir Colin, ich danke dir so sehr, dass du das tust. Und für dein Verständnis," John lächelte. Er wußte es gab keinerlei Garantie und seine Gedanken waren noch immer bei Sherlock in der Zelle aber es war der erste Hoffnungsschimmer, seit Sherlock der Hauptverdächtige war.

Die Messinguhr auf Colins Schreibtisch begann zehn zu schlagen. John hatte ein Telegramm geschickt, sobald er am Abend zuvor London erreicht hatte, in dem er Colin angefleht hatte ihn gleich als erstes am nächsten Morgen zu empfangen und der Anwalt hatte ihn dazwischen schieben können.

Colin griff nach einer Akte auf dem Schreibtisch, um sich auf seinen nächsten Klienten vorzubereiten und John erhob sich um zu gehen. "John," sagte Colin, seine Hand schwebte über der Akte. "Hast du dich jemals gefragt, ob es mit uns etwas hätte werden können?"

John lachte als er in seinen Mantel schlüpfte, "Ich glaube wir waren beide mehr in den Sex verliebt als in einander und du hast geheiratet."

Colin nickte und John bemerkte nicht, dass er ein wenig zu schicksalsergeben zu sein schien, "Nun, du bist zur Armee und ins Ausland gegangen. Ein Anwalt braucht eine Ehefrau um den Schein zu wahren."

"Natürlich Colin. Und wie hätte das funktionieren sollen? Ein Arzt und ein Anwalt können nicht gemeinsam eine Praxis aufmachen. Wenn mir ein Fehler unterläuft, kann mein Anwalt-Partner ihren letzten Willen aufsetzen? Nein, wir waren jung und hatten unseren Spaß, nicht mehr. Wie geht es Nadine, nebenbei gefragt?"

"Oh gut, gut. Grüße Harriet und deine Mutter von mir."

"Sicher. Colin..." John zögerte wieder an der Tür bevor er sie öffnete. "Falls der schlimmste Fall eintritt und ich...würdest du sicherstellen, dass für Mutter und Harriet gesorgt ist? Wenn du dazu etwas aufsetzen musst dann tu das. Wenn es nicht gebraucht wird können wir es immer noch vernichten, wenn alles gut geht. In Ordnung?"

Colin lächelte, "Du weisst das ich mich um sie kümmern würde John. Ich werde etwas aufsetzen. Bis Mittwoch sollte ich etwas fertig haben und ich hoffe wir bekommen einen Anwalt da hinunter, um vor Freitag noch mit deinem Freund zu sprechen. Versuch ruhig zu bleiben John und tu nichts dummes."

John nickte und lächelte, bemüht seine Dankbarkeit zu zeigen, bevor er die Tür öffnete und hinaustrat.

Sherlock hatte eine schlaflose Nacht damit verbracht, in der Zelle auf und ab zu gehen und darüber nachzudenken, was er tun konnte, um seine Unschuld zu beweisen, ohne John da hineinzuziehen. Um halb neun wurde er rüde auf die Füße gezerrt und dem Untersuchungsrichter vorgeführt, die Anklage wurde verlesen und er in seine Zelle zurückgebracht. Danach hatte er keinen Grund gesehen weiterhin seine Uniform zu tragen und legte Rock, Weste, Krawatte und Kragen ordentlich zusammengelegt auf dem einen Ende der Pritsche ab. Dann rollte er die Hemdsärmel auf und rollte sich mit angezogenen Knien auf der Liege zusammen, um sich alles woran er sich von seiner kurzen Untersuchung des Zimmers erinnern konnte und was er über die Gäste und Dienstboten wusste durch den Kopf gehen zu lassen und zu sehen ob er irgeneine Verbindung zu Anderson herstellen konnte.

Er war sich nicht sicher, ob ihm Wechselkleidung vom Haus gebracht werden würde aber falls das der Fall sein sollte, erwartete er das man einen der Jungen schicken würde. Stattdessen, hörte er gegen Nachmittag eine zwar vertraute aber überraschende Stimme vom Ende des Flurs.

"Natürlich werden sie mich ihn sehen lassen! Wissen sie wer ich bin? Dieser Mann ist immer noch ein Mitglied des Haushalts von Lord und Lady Lestrade, meines Onkels und meiner Tante. Wir sind sehr besorgt darüber wie er hier behandelt wird und ich bin hier, um sicherzugehen, dass anständig für ihn gesorgt ist."

Drei Minuten später kam Lady Caroline den Flur hinunter, gefolgt von einem sehr verwirrt aussehenden Konstabler der einen Korb und ein in braunes Papier gewickeltes verschnürtes Bündel trug.

Für eine kleine Frau nahm Lady Caroline eine Haltung ein, die sie um mindestens zwei Fuß größer wirken liess als den Wärter und als trüge sie königlichen Ornat.

Der Konstabler stellte den Korb ab, um die Zelle aufzuschließen. Caroline trat ein, die Nase erhoben, als prüfe sie den Zustand der Zelle und fände diesen unzufriedenstellend. Der Konstabler war gezwungen ihr den Korb hinterherzutragen.

"Werden sie mir einen Stuhl beschaffen?" fragte sie ungeduldig.

"Ich bin nicht...ich meine...ich darf sie eigentlich nicht mal hier hereinlassen. Ich kann sie nicht hier mit ihm einschließen."

"Oh pah. Dieser Mann hat sich um mich gekümmert seit ich ein Kind war. Gehen sie und holen mir einen Stuhl."

Sherlock der aufgesrungen war als er Lady Caroline den Flur herunter kommen sah, blickte hinunter auf seine Schuhe, um sein Grinsen zu verbergen. John mochte ja die Ehrerbietung verachten die der Oberschicht entgegengebracht wurde aber in diesem Fall erwies sie sich als vorteilhaft.

Nachdem der Mann auf der Suche nach einem geeigneten Stuhl verschwunden war, trat Sherlock näher an Lady Caroline heran. "Sie sollten nicht hier sein. Sie können sich nicht vorstellen, wie dankbar ich ihnen bin aber ich will nicht das sie meinetwegen in Schwierigkeiten kommen."

"Sie wissen doch, dass ich nie gut darin war Schwierigkeiten zu vermeiden." Sie grinste zu ihm hoch. "Außerdem ist es ein Abenteuer. Wie könnte ich da widerstehen? Unser gemeinsamer Freund ist sehr um sie besorgt."

Sherlock schloss die Augen und biss sich erregt auf die Unterlippe. "Bitte sagen sie ihm er muss sich da heraushalten und er soll auch sie nicht auf riskante Missionen schicken. Es gibts nichts was sie beide tun könnten, ich muss die Polizei davon überzeugen -"

Die Schritte des Konstablers waren vom Ende des Flures her zu hören und er erschien wieder mit einem hochlehnigen Holzstuhl. Er hielt außerdem ein kleines Kissen, mit dem aufgestickten Bild eines Löwen und eines Einhorns auf rotem Grund, vermutlich von seiner eigenen Frau gemacht, um seinen Rücken während langer Schreibtischstunden zu entlasten und nun von ihm gedacht, um es ihrer Ladyschaft bequemer zu machen. Er schloss sich wieder auf, stellte den Stuhl in der Mitte des Raumes ab. Dann rückte er ihn wieder etwas näher an die Tür und in weiterer Entfernung zur Pritsche. Er legte das Kissen darauf, nahm es wieder hoch, schüttelte es etwas auf und legte es zurück. Er sah aus, als wolle er es wieder aufnehmen, als Lady Caroline mit einem ungeduldigen Seufzer ob seiner Dekorationsbemühungen, tatsächlich mit dem Fuß aufstampfte.

"Danke sehr. Sie können jetzt gehen."

"Ich sagte ihnen doch Ma'am, Miss, ich meine eure Ladyschaft, ich kann sie nicht mit dem Gefangenen allein lassen."

"Und ich sagte ihnen das sie es können. Nun gehen sie schon." Sie machte eine scheuchende Handbewegung in seine Richtung, "Schhh! Ich rufe nach ihnen, wenn ich sie brauche."

Sherlock nahm das Papierbündel auf. Wie erwartet, befand sich darin ein sauberes Hemd und ein Kragen, Unterwäsche, Waschzubehör aber kein Rasiermesser oder Socken.

"Mrs. Turner schickt ihnen das. Mrs. Norris hat den Korb gepackt."

"Glauben sie ich sei schuldig?"

Lady Caroline kaute auf ihrer Unterlippe, "Sie wollen es natürlich nicht glauben."

Sherlock legte den Kopf schief und betrachtete sie, "Glauben sie ich sei schuldig?"

Sie sah für einen Moment auf ihre Fingernägel bevor sie antwortete. "Nein," sagte sie schließlich entschlossen. "Doktor Watson sagt sie können es nicht getan haben und ich glaube auch nicht, dass sie so etwas tun würden." Damit setzte sie sich auf den Stuhl, legte das unnötige Kissen auf dem Boden ab, da sie nicht wusste wo sie sonst hinlegen sollte. "Bitte setzen sie sich. Ich weiss...ich weiss sie würden das normalerweise nicht tun aber das ist ja auch nicht wirklich eine normale Situation oder?"

Sherlock setzte sich etwas verlegen auf die Kante der Pritsche, sich seiner ungepflegten Erscheinung unangenehm bewußt.

"Machen sie schon, essen sie etwas. Es wird uns etwas Zeit zum Reden verschaffen, wenn ich warte, um den Korb mit zurück zu nehmen."

Der Korb enthielt entschieden zu viel Essen. Mrs. Norris wahrscheinlich gemeinsam mit Mrs. Turner hatten wohl ihr schlechtes Gewissen angesichts der Tatsache, dass sie ihm misstrauten beruhigen wollen, indem sie ihn mit Essen überhäuften. Er nahm ein paar Sandwiches heraus und begann zu essen während Caroline fortfuhr.

"Nun denn," sie lehnte sich verschwörerisch nach vorn, "wie ich schon sagte, unser gemeinsamer Freund macht sich große Sorgen und will alles tun, um ihre Unschuld zu beweisen und sie hier herauszuholen."

Sherlock schluckte einen Bissen herunter, "Das habe ich befürchtet. Bitte, bitte sagen sie ihm, dass er sich nicht selbst in Gefahr bringen soll oder sie. Ich könnte - könnte das nicht ertragen wenn etwas geschehen würde."

Caroline nickte, als ob sie der gleichen Meinung sei aber ihr Blick schweifte gedankenverloren ins Leere. "Glauben sie sie können sie von ihrer Unschuld überzeugen? Werden sie ihnen glauben wenn sie ihnen nicht sagen, nun ja, wenn sie ihnen nicht sagen können, dass sie ein Alibi haben?"

Sherlock kaute langsam. Er war nicht sicher aber nach seinen bisherigen Begegnungen mit Inspektor Thompson bezweifelte er große Aussichten auf Erfolg zu haben aber das zuzugeben würde nur John und Caroline dazu bringen etwas dummes zu tun. Auf der anderen Seite, wenn er seine Unschuld nicht beweisen konnte, würde er hängen. Soviel war sicher. Es würde keine Nachsicht geübt werden. Das einzige das ihn retten konnte war den Schuldigen zu entlarven. Und wie sollte ihm das aus der Zelle heraus gelingen?

Caroline unterbrach sein Schweigen, "Ich habe Doktor Watson erzählt, dass sie Dinge herausfinden können, wie damals als ich noch ein Kind war und sie mich gefunden und vor einer Tracht Prügel bewahrt haben. Glauben sie sie können das hier auch aufklären? Wenn wir ihnen helfen? Sie könnten sein wie Poes Dupin!"

Sherlock lachte zum ersten Mal seit er verhaftet worden war, "Ich bin gerührt von dem Vertrauen, das sie und John, Doktor Watson, in meine Fähigkeiten haben. Das bin ich wirklich. Ich versuche dahinter zu kommen, wer ein Motiv gehabt haben könnte Anderson zu töten -"

"Abgesehen davon, dass er ein schrecklicher Mensch war? Er war so gemein zu uns Kindern. Tat anständig vor den Erwachsenen und kniff uns in die Backen und fuhr uns an, wenn sie es nicht mit bekamen."

"Ja abgesehen davon, das er schrecklich war, was er sicherlich war," er gluckste. "Nein, da muss mehr sein. Da waren Briefe, ich bin ganz sicher. Er hatte mit einem Band zusammengebundene Briefe in einer Schublade seiner Kommode und jemand hat sie mitgenommen. Ich glaube wenn sie herausfinden könnten wer diese Briefe haben wollte, wären wir einen guten Schritt näher daran zu wissen wer ihn umgebracht hat."

Er schloss für einen Moment die Augen, stellte sich den Raum vor. Er konnte die blassblauen Bänder sehen, ihre Länge und wo sie vom Knoten zerknittert waren. "Da waren drei Bündel Briefe, etwa sieben bis zehn Umschläge basierend auf der Dicke der Korrespondenz.

Wenn sie und John darauf bestehen mir zu helfen, versuchen sie - vorsichtig, ich bitte sie - herauszufinden, wer diese Briefe haben wollte. Wie lange werden sie noch bleiben?"

"Ich glaube wir planen am Ende der Woche in die Stadt zu fahren."

"Vielleicht können sie die Hausmädchen und die übrige Dienerschaft befragen. Gehen sie vorsichtig vor. Wir wollen ja nicht, dass wer auch immer es sein mag, die Flucht ergreift, weil wir herumschnüffeln. Molly wäre ein guter Anfang. Sally...Sally und Anderson hatten irgendeine Übereinkunft. Ich bin nicht sicher wie weit diese ging. Sie wäre wahrscheinlich die beste Quelle für Informationen aber sie wird vielleicht nicht reden wollen."

Caroline nickte eifrig. "Und Doktor Watson? Ich weiss er wird auch etwas tun wollen."

Sherlock bedachte das. Johns Lage war heikler. Caroline hatte die Entschuldigung als neugierig bekannt zu sein und Zugang zu den Dienstboten aber John konnte schwerlich damit anfangen in jedermans Vergangenheit zu graben. Er musste sich einfach auf Johns Selbsterhaltungstrieb verlassen, wenn er ihm helfen wollte.

"Ich vermute er ist zurück in London?"

"Ja."

"Schreiben sie ihm, wenn sie können, und versuchen sie ihm mitzuteilen, worüber wir gesprochen haben aber vorsichtig. Briefe können verloren gehen."

"Oohh, sollte ich einen Code verwenden wie in Der Geheimagent?"

Er war nicht sicher ob er von ihrem Enthusiasmus amüsiert oder von ihrem Leichtsinn abgestoßen sein sollte. Sein Leben stand auf dem Spiel. Das war kein Abenteuerroman.

"Ich glaube nicht, das wir soweit gehen müssen. Das ist die Realität und kein Roman."

Sie sträubte sich sichtlich. "Das weiss ich."

"Natürlich tun sie das Lady Caroline. Es tut mir leid." Er lächelte, "Ich danke ihnen. Ich weiss das sie ihr Bestes tun werden und sie werden gut darin sein. Bitten sie John so unauffällig wie möglich etwas über die Vergangenheit der Gäste herauszufinden, ob sie irgendetwas wissen oder ob jemand von ihnen diese Briefe geschrieben haben könnte. Ich glaube das Anderson vielleicht jemanden erpresst hat und als er die Beweise nicht aushändigen wollte wurde er getötet. Aber machen sie deutlich das sie beide vorsichtig sein müssen."

Er wischte sich die Hände an einer Serviette ab, "Ich fürchte ich kann diesen hervorragenden Lunch nicht aufessen. Sehen sie zu, dass sie die Reste vor Mrs. Norris verstecken können. Sie sollten jetzt besser den Wärter rufen."

Sie griff plötzlich nach seiner Hand und drückte sie mit ihrer kleineren behandschuten und lächelte ihn an. "Es wird alles gut ausgehen. Doktor Watson und ich werden klug und vorsichtig vorgehen und sie hier herausholen."

Zögernd tätschelte er ihre Hand mit seiner eigenen und lächelte zurück.