AN: Ich entschuldige mich als erstes für die Verzögerung. Das Kapitel hat mich so richtig in Atem gehalten und mir mega Mäßig Stöcke zwischen die Füße geschmissen. Auch jetzt bin ich nicht so richtig zufrieden, aber besser wird es irgendwie auch nicht.. dafür sind es ziemlich genau 10 Seiten. Das kapitel hat keinen Beta gesehen, alle Fehler, die ihr entdeckt sind 100% meine.
mkcomputers: Ich finde Draco nicht sonderlich OOC, aber ich habe natürlich auch einen ganz anderen Blick auf ihn. Er hat sich entwickelt und besonders hat er endlich jemanden, dem gegenüber er nicht das Arschloch spielen muss. Außerdem hat er seine Gründe, warum er so ist wie er ist. Wenn sich nicht wieder ein Kapitel zwischen schiebt, kommt das dann im nächsten.
Aber es würde mich trotzdem sehr interessieren, an welchen Stellen du das fest machst, vielleicht habe ich ja auch etwas übersehen oder ich drücke mich unklar aus.. Der allgemeinen Meinung nach soll ich ja nicht unfehlbar sein – auch wenn ich das natürlich anders sehe.. :D
Wie gesagt bin ich immer offen für konstruktive Kritik, wie sonst soll ich mich verbessern?
Dann mal weiter zu der Story:
Kapitel 8
Es stellte sich als schwieriger heraus als Ginny gedacht hatte, ihren eigenen Platz wieder ein zu nehmen. Sie schlich sich in die Winkelgasse – Toms Worten nach verhielt sie sich nur noch auffälliger– und streifte vorbei an den Schaufenstern auf der Suche nach einem bestimmten Mädchen, das ihr derzeit bis aufs Haar ßlich hatte Marie noch ihre Robe, die sie unbedingt wieder haben wollte.
Wo mochte sie nur sein? Was hatte diese Veruca doch gleich gesagt.. genau: sie kann keine Chance auslassen in Flourish&Blotts zu stöbern. Hm, da ist sie nicht, auch nicht in einem der kleinen Läden. Vielleicht bei Zonkos? Auch nicht.. auch nicht in Fortescues Eissalon.
Sie glaubte ihr Ebenbild am Eingang zur Knockturn Alley gesehen zu haben, und als sie gerade versuchte ihr zu folgen, ergriff sie eine Hand am Kragen. Dieses Mal handelte es sich nicht um ihren Freund, sondern um die dunkle Hand des Aurors. Als sie dem Arm weiter zu seinem Gesicht folgte, glaubte sie für einen Moment Zorn in des Mannes sonst ausdruckslosen Augen zu lesen. Ginny schluckte schwer. Nun war sie richtig in Schwierigkeiten.
Ohne Federlesen apparierte er sie beide zurück zum Hauptquartier und lieferte sie ohne Umwege bei ihrer Mutter ab.
Remus, den sie zuvor nicht bemerkt hatte, erzählte, was sich in London zugetragen hatte, während Kingsley stumm daneben stand, eine sich windende Ginny im festen Griff. Auf diese Weise erfuhr sie, wie sie entdeckt worden war. Was sie nicht erzählten, reimte sie sich später zusammen:
Nachdem sie drei gegangen waren, hatte Marie nicht einmal versucht sich ab zu setzen, sondern hatte ihren Begleiter von einem Laden zum nächsten geschleift, der nicht einmal bemerkt hatte, dass es sich bei seinem Schützling nicht um Ginny handelte. Marie musste entweder wirklich gut sein oder Kingsley sehr unaufmerksam. Ginny vermutete letzteres. Schließlich hatte sie Ginny nur eine kurze Zeit beobachten können – wie viel konnte sie schon gesehen haben? Als Lupin dann sie beide auf ein paar Besorgungen getroffen hatte, war ihm sofort aufgefallen, dass das Mädchen nicht Ginny war. Anscheinend veränderte der Poly Juice nicht den Eigengeruch. Sie hatten sofort vermutet, dass es sich bei dem Doppelgänger um einen Spion handelte, der sich im Orden einschleichen wollte. Sie hatten die Arme mit einem Stupefy belegt und gewartet, bis die Wirkung des Trankes verflog.
Sie staunten nicht schlecht, als sie ein Kind erblickten, gerade einmal im Hogwartsalter. Sie weckten sie wieder auf und begannen sofort, sie nach dem Dunklen Lord zu befragen. Marie sah sie nur mit ihren blauen Augen an, die nicht eine geringe Menge an Verwirrung zeigten. Der Dunkle Lord, wer sollte das sein? Gehörte er zum Adel? Mit Politik und allem was sich am Hof abspielte hatte sie nichts am Hut. Kingsley und Lupin warfen sich Blicke zu. „Nicht aus der Muggelwelt. Voldemort. Wer, wenn nicht er hat dich geschickt?"
„Voldemort. Ich soll zu ihm gehören? Einem Massenmordenden Ungeheuer, das mich und meine Leute einfach kalt machen würde, wenn er wollte, einfach so, ohne mit der Wimper zu zucken?" Sie schüttelte vehement den Kopf. „Mit dem will ich absolut nichts zu tun haben. Seit er aufgetaucht ist, geht es uns immer schlechter."
„Aber wer hat dich dann geschickt?"
„Unsere Anführerin." In ihrer Stimme klang Stolz mit.
„Deine Anführerin? Wer soll das sein?"
„Lupa, das Biest." Keine Reaktion. Wow, das war neu,aber das konnte sie ja ändern: „Lupa ist ausgebildet in fünf verschiedenen Kampfstilen. Wenn sie will, kann sie einen Mann mit bloßen Händen entzwei reißen. Sie sorgt dafür, dass wir immer Zuwachs haben, damit wir mehr sind und stärker als alle anderen. Ich habe gehört, dass sogar die Mafia an sie Geld bezahlt, damit sie sicher sind vor ihr."
„Und mit einer so gewalttätigen Frau lebst du zusammen?"
„Warum nicht? Sie sorgt für uns. Gibt uns zu essen, sucht uns einen Platz zum Schlafen, fast wie eine Mutter. Manchmal bringt sie Kinder mit, die sie zu Werwölfen macht."
An dem Punkt wurden die Meisten der umstehenden weiß.
Remus und Kingsley hatten sich entsetzt angeschaut. „Wir holen dich da raus!"
„Das ist keine gute Idee. Sie ist sehr besitzergreifend wenn es um ihre Kinder geht. Dem letzten, der eine von uns auch nur falsch angeschaut hat, hat sie die Eier abgerissen."
Nachdem sie das Mädchen befragt hatten, und aus ihr nichts weiter heraus zu bekommen war, als Schauergeschichten, banden sie Marie mit Seilen und machten sich auf die Suche nach ihrem Schützling. Sie blieb nicht lange ihre Gefangene: Bei der ersten sich bietenden Gelegenheit war sie den beiden entwischt. Zumindest das musste Marie wirklich können. Sie hatte gleichzeitig einen Auror und einen Werwolf ausgetrickst, und letzterer war auf das Aufspüren von Gegenständen und Personen spezialisiert.
Ihre Mutter hörte still zu. Sie war zuerst weiß geworden vor Angst und dann wurde sie laut. Sie Schrie, und schrie und schrie, bis Ginny die Ohren klingelten. Sie wusste aus Erfahrung, dass Ihre Mutter sich gerade erst warm lief und es wäre ein paar Stunden noch so gegangen, das wusste Ginny, wäre den Zwillingen nicht 'versehentlich' eine Rakete in der Eingangshalle hoch gegangen. Ihre Mutter hatte Ginny sofort vergessen und ging auf ihre Brüder los.
Trotzdem bekam Ginny zwei Wochen Hausarrest und bis auf weiteres wurden ihre Ausflüge in die Winkelgasse gestrichen. Zwei Wochen, das bedeutete, dass sie für den Rest der Ferien in diesem scheußlich deprimierenden Haus eingesperrt sein würde. Sie schimpfte vor sich hin, hauptsächlich nur, damit ihre Mutter glaubte, dass sie Ginny mit der Strafe besonders stark getroffen hatte. Unangenehm, ja und auch lästig, aber zwei Wochen Hausarrest würde sie durchstehen, vor allem, da sie einen geheimen Ausgang hatte, durch den sie jederzeit nach draußen gehen konnte. Das Einzige, was sie ein wenig ärgerte war, dass dieses Mädchen noch immer ihre Robe hatte und besonders, dass sie Draco wohl bis zum Ende der Ferien nicht wider sehen würde.
Als sie Nachts in ihrem Bett lag und über den vergangenen Tag sinnierte, konnte sie nicht umhin zu denken, dass ihre Zimmergenossin an der Demonstration ihre wahre Freude gehabt hätte.
Beim Frühstück am nächsten Morgen Wünschte sich Ginny, dass ihre Mutter, wie sonst auch, ihr Vergehen bereits vergessen habe und ihr nicht weiterhin noch die kalte Schulter zeigte. Mochte es daran liegen, dass sie das Mädchen war und zu dem das Nesthäkchen, doch ihre Mutter vergab ihr ihre Missetaten meistens schon binnen weniger Stunden. Anscheinend gehörte zu der Kategorie nicht, dass sie sich selbst gegen einen Doppelgänger ausgetauscht und sich von ihrer Leibwache entfernt hatte. Ginny seufzte.
Wenn sie nicht jedes Mal so sehr darunter leiden würde, wenn ihre Mutter ihr böse war.. Vielleicht war es Zeit, wenigstens einen Teil der Wahrheit zu erzählen.
„Ich war gestern zusammen mit meinem Freund, wie in fester Freund. Er hat mich auf ein spontanes Date entführt" Interessantes Date: es beinhaltete eine illegale Kundgebung und eine Festnahme seinerseits.. „Was soll ich denn sonst machen? Ihn mit hier her bringen? - Tolle Idee! Hallo Mom, Dad, das ist mein Freund, und übrigens, hier ist das geheime Hauptquartier des Mädchen hat Bedürfnisse! Wozu habe ich denn sonst einen Freund, wenn ich ihn nie sehen darf?"
Sie stürmte aus dem Raum hoch auf ihr Zimmer. Um sie her sprühten Funken, die das Treppengeländer ansengten und von der Zimmertür blieb nur noch ein Balken Kohle zurück. 'Na klasse!' Sie schnappte sich den Kristall und ging unters Dach zum Meditieren.
Das Ministerium brauchte bis zum nächsten Morgen, bis sie einen Artikel im Tagespropheten veröffentlichten.
Die Titelseite zeigte ein Großes Photo der Statue der magischen Brüder, vor der ein wilder Kampf zwischen Demonstranten und Auroren herrschte. Die Überschrift lautete: „Aggressive Aktivisten griffen Ordnungstruppen des Ministeriums an."
Bei dem Anblick verteilte Ginny einen Feinen Nebel aus Kakao über den gesamten Frühstückstisch, den ihre Mutter mit einem Wink ihres Zauberstabs aufwischte.
Ihr Vater legte die Zeitung beiseite. „Darf ich?" Ginny zeigte darauf. Ihr Varer reichte sie ihr. Beim Überfliegen des Artikels bestätigte sich ihre anfängliche Vermutung: Der Reporter hatte eine gemeine Schmähschrift über die friedlichen Protestler verfasst, in der sie alle wie gewalttätige Kriminelle dargestellt wurden und die Auroren wie die unerlässlichen Ordnungsbringer. Sie knüllte wütend die Zeitung zu einem Ball zusammen und warf ihn in den Kamin. Das Feuer loderte für einen Moment hell auf und Flammen leckten nach dem Fußboden, der zum Glück aus Stein war, bis sie es schaffte ihre Gefühle unter Kontrolle zu bringen. Wie konnten die vom Ministerium es wagen, die friedlichen Demonstranten nur so zu verleumden!
„Was stört es dich? Es sind nur mindere Kreaturen, deiner Aufmerksamkeit nicht würdig! Sie sind nicht viel mehr wert, als der Dreck unter deinen Schuhen. Ihr Platz am Rande der Gesellschaft ist genau richtig für sie."
=Ja?= auch das noch. =Und was bitte macht sie so viel anders als uns so genannte Reinblüter?=
„Ihre Abstammung. Sie sind noch nicht einmal richtige Magier."
Und du bist noch nicht einmal ein richtiger Mensch. du bist ein Bewusstsein in einem fremden Körper.Tom zog es vor, über die Bemerkung hinweg zu gehen. =Mal ganz davon abgesehen, dass wir sie alle sehr gut brauchen können. Hast du noch nie darüber nach gedacht, wie viele Helfer uns entgehen, wenn wir ins nur auf die kleine Gruppe von Reinblütern konzentrieren? Dumbledore nimmt sich seinen Teil, der dunkle Lord den anderen und was da noch übrig bleibt bekommen wir. Es gibt da draußen so viele Personen verschiedenster Form und Größe. Sie alle haben nichts zu gewinnen – egal welche Seite Siegt. Dumbledore hält sie nicht für wichtig und der dunkle Lord für unter seiner Würde. Du hast gesehen wie verzweifelt einige von ihnen sind. Centauren, Riesen, Werwölfe, Vampire, Veela, Hauselfen - vielleicht sogar Goblins. Sie alle wollen ihren Platz in der Welt, als Gleichberechtigte neben uns stehen.= Tom schnaubte abfällig. In seine Verfügung, die es zumindest mit einer der beiden Seiten aufnehmen könnte. Das Einzige, was wir ihnen bieten müssten, wäre das Versprechen, dass wir nach unserem Sieg uns für ihre Rechte einsetzen.=
„Mir ist jede Armee egal, die aus diesem Abschaum besteht."
=Stattdessen willst du lieber versuchen einen Chimpansen zu manipulieren, der so dumm ist, dass er noch nicht einmal versteht, was du von ihm willst.=
„Immer noch besser als die Alternative. Hauselfen, frei, in meinem Krieg!"
=Schon einmal darüber nach gedacht, dass sie alles hören, was im Schloss passiert? Sie könnten eine Wichtige Informationsquelle abgeben. Und du musst sie auch nicht gleich befreien. Den meisten gefällt es so, wie es gerade ist.=
TRGW
Die Ferien neigten sich dem Ende zu. Seitdem sie mit Draco zusammen auf der Demonstration gewesen war, hatte sich nicht einmal die Gelegenheit ergeben ihn wieder zu sehen. Zwei Tage, nachdem sie den Hausarrest bekommen hatte, war sie die Wände hoch gegangen. Sie brauchte unbedingt einen Tapetenwechsel. Sobald alle geschlafen hatten, schlich sie sich aus dem Haus. Die Nacht war kühl für die Jahreszeit. Der Himmel sah aus, als ob jemand Millionen kleiner Diamanten auf ein schwarzen Samt geschüttet hatte.
Sie beobachtete, wie der Mond auf der einen Seite hinter den Häusern auf ging und auf der anderen Seite hinter den Bäumen versank. Sie ging erst zurück, als die Sonne den Himmel im Osten rot färbte. Sie schlich gerade durch den Dienstboteneingang, als Sirius um die Ecke kam. Ihr blieb keine Zeit mehr sich zu verstecken. Von nun an war ihr geheimer Ausgang versperrt.
Aus lauter Verzweiflung und weil ihr sonst nicht viel anderes übrig blieb, stürzte sie sich nun mit aller Kraft in ihre Meditation. Bis zum Ende der Woche hatte sie sie dann dank Toms Hilfe gemeistert. Bei ihrem nächsten Termin mit Harper James zeigte sich dieser gebührend begeistert über ihre beginnenden Fortschritte. Zwar war es ihr nur mit Toms Hilfe möglich die Quelle ihrer Magie, den Kern, zu sehen, aber das störte Ginny mittlerweile nicht mehr. Sie kamen sich immer näher und immer öfter kam es vor, dass sie ihn übernehmen ließ wenn es etwas zu erledigen galt, wofür er besser geeignet war. Sie zögerte meist nicht einmal mehr – solange er vorher fragte. Es war schließlich ihr Körper nicht seiner. Ein Umstand den er gefälligst niemals vergessen sollte.
Er führte sie erneut in den Raum mit den Kristallen, den sie bereits zu Anfang benutzt hatten.
Damals, all diese Jahre zuvor. Es kam Ginny vor, als wäre es in einem früheren Leben gewesen, und in gewisser Weise war es ja auch so. Das Leben vor Tom, bevor sie gewusst hatte, dass er in ihrem Kopf existierte, bevor er versucht hatte, ihren Körper zu übernehmen, bevor sich zwischen ihnen so etwas wie eine Freundschaft entwickelt hatte. So viel hatte sich seit dem verändert. Sie fühlte sich erwachsener, mehr in sich selbst ruhend.
Für die nächste Übung bedeutete er ihr, erneut den Zauberstab zu ziehen. „Geh zu deinem Kern" - Tom führte sie erneut durch die Schritte – Ginny nickte zur Betätigung. „Behalte ihn vor Augen. Nun heb deinen Zauberstab." Er legte eine Rolle Pergamment auf einen Tisch „und sprich den 'Vingardium Leviosa'." Sie tat wie geheißen. „Spürst du das Kribbeln auf deiner Haut? Siehst du, die Veränderung in deiner Magie? Und jetzt wiederhole das Ganze."
Sie trainierten zusammen eine ganze Stunde, bis sie total erschöpft war. Zum Abschied meinte er dann noch: „Ich möchte, dass wir uns bis zum Ende der Ferien jetzt jeden Tag treffen. Du brauchst eine Menge Übung, um diese Fähigkeit zu erhalten und Zuhause darfst du keine Magie anwenden. Bis das Schuljahr beginnt, sollte es für dich ganz natürlich geworden sein, damit du auch alleine weiter machen kannst. Wenn alles gut geht, kannst du bis zu den Weihnachtsferien die Ausbrüche zumindest ablenken."
Von Tag zu Tag war Ginny immer unerträglicher geworden, sodass Tom am Ende dieses Termins die Kontrolle übernahm, eine Gruppe von Menschen als Deckung verwendete und mit ihr in die Winkelgasse ging, wo sie Draco trafen, der an ihrem üblichen Tisch saß, in der Hoffnung, dass sie kommen würde. Seine Haare hatte er braun gefärbt und seine Augen waren von dunkelblauer Farbe. Er trug ein einfaches weißes Hemd und eine schwarze Stoffhose.
„Es tut mir Leid" Es waren ihre ersten Worte seit langem zu ihm. Seitdem sie ihn im Ministerium verraten hatte hatten ihr die Worte auf der Seele gebrannt.
„Was?" Draco sah sie fragend an.
„Dass ich dich einfach mit den Auroren alleine gelassen habe."
„Ach, das." Er hatte die Geschichte schon längst vergessen. „Hast du Schwierigkeiten bekommen? Ich wollte nicht gehen.." =Aber ich habe da einen Typen in meinem Kopf, der mich dazu gezwungen hat..„Du hast dich nicht gewehrt." =du hast mich überrumpelt!= „Damit kannst du die ersten Momente erklären, aber auch nicht mehr." =Ach, sei schon still!= „Du hast doch damit angefangen.." Wie selbstverständlich sie doch mit ihm sprach und wie sehr sie sich doch an Toms Anwesenheit gewöhnt hatte..
„Ich hatte Angst. Wenn sie mich erwischt hätten.. ich hätte nicht nur zwei Wochen Hausarrest bekommen."
„Ist schon Ok. Es ist ja nichts passiert. Zumindest nichts, was sich nicht mit ein paar Galleonen hat regeln lassen. Ich war schneller wieder draußen, als die Auroren 'Hab Dich' sagen konnten" Draco lächelte. „Mit ein wenig Gold lassen sich eine ganze Menge Türen öffnen – besonders die von Zellen. Außerdem war ich nicht alleine, ich hatte ja Veruca." Ginny verzog das Gesicht. „Du magst sie nicht sonderlich, oder?"
Nicht sonderlich war untertrieben, viel mehr verabscheute sie die Blonde. Aber das würde sie Draco nicht sagen. „Es ist nicht so, dass ich sie nicht mag, ich mag sie nur auch nicht nicht." Wie leicht ihr die Lüge über die Lippe ging.. " Sie ist mir egal." Zumindest die halbe Wahrheit.. ein Teil davon.. Solange sie ihr und Draco fern blieb - Und sie so tun konnte, als existierte sie nicht..
Draco sah sie mit einem Blick an, der besagte: „wenn du das sagst.." Tat aber so, als glaubteer ihr. „Das beruhigt mich jetzt. Sie ist eine meiner besten und ältesten Freunde."
„Na und? Ich mag das nicht wie ihr zwei mit einander um geht!" Sie schlug die Hand vor ihren Mund, als könnte sie die Worte auf diese Weise zurück nehmen. Jetzt war es ihr doch heraus gerutscht. Hatte ja nicht lange gehalten.
„Eifersüchtig, Draco lächelte. „Du schmeichelst mir. Zwischen uns ist nichts. Wir sind nur Freunde - sehr alte Freunde. Aber du wolltest mich doch sicher nicht treffen, um dich über meine Freundin zu beschweren, oder?"
„Hm? Nein." 'seine Freundin' hatte er gesagt. Ein giftiger Ausdruck stahl sich auf ihr Gesicht. Sie brauchte ein paar Sekunden, bis sie es wieder unter Kontrolle hatte. Doch selbst im Anschluss schimpfte sie noch in ihrem Kopf. Tom ließ sie gewähren. Wenn Draco es gesehen hatte, so schwieg er darüber.
„Ich bin abgehauen. Wir sollten verschwinden, bevor meine Mutter auftaucht. Seit der Dunkle Lord zurück ist, lassen mich meine Eltern nicht mehr alleine raus – Außerdem habe ich immer noch Hausarrest von letzter Woche. Hat hier in der Gegend noch eine Eisdiele auf? Nur nicht die in der Knockturnalley.."
Sie schwiegen beide, während sie durch die abendlichen Straßen liefen, wobei sie bewusst durch Menschenmengen gingen, um es sowohl Sirius als auch Remus schwer zu machen sie zu finden. Nachdem sie erst vor kurzem sich fast einen gesamten Nachmittag entfernt hatte, würden sie mit Sicherheit helfen nach ihr zu suchen. Der Dunkle Lord war nach ihnen allen her, oder so glaubten die Mitglieder des Ordens, doch würde er sie überhaupt in Muggle London vermuten? Wohl eher nicht.
Ob es half, dass sie ihren Geruch durch den anderer Menschen zu überdecken gesuchte, war sie sich nicht sicher, aber schaden konnte der Versuch auch nicht.
Während sie durch die Straßen gingen wälzte sie die eine Frage, die ihr keine Ruhe ließ. Nichts machte Sinn. Auf der einen Seite präsentiere sich Draco als der perfekte Sohn seines Vaters, der jede sich bietende Gelegenheit nutzte, sich als perfekter Gefolgsmann des Dunklen Lords zu erweisen und auf der anderen gehörte er einer Gruppe an, die Versuchte die Welt zum besseren zu verändern.. - Wie sollte das zusammen passen?
Sie holte tief Luft: „Wie kannst du nur für Voldemort sein und gleichzeitig für die Freiheit von Werwölfen kämpfen? Nach allem, was ich gehört habe, steht er für die Reinheit des Blutes. Wie lässt es sich da vereinen, wenn ein jeder, für den du demonstriert hast für ihn nur Dreck ist?"
„Wer sagt denn, dass ich für ihn bin?"
„Ich dachte.. dein Vater.."
„Mein Vater ist mein Vater. Ich bin nicht er."
„Also bist du auf Dumbledores Seite."
„Ich bin auf keiner Seite."
„Aber auf irgendeiner Seite musst du doch sein!"
„Muss ich nicht, noch nicht." Sie sah ihn fragend an. Was Meinte Draco jetzt damit? Sie wollte gerade fragen, da sprach er weiter. „Wenn der dunkle Lord gewinnt, dann mögen wir Reinblüter zwar an Macht und Ansehen gewinnen, aber meine Freundin ist dann nicht mehr viel wert. Und wenn Potter gewinnt, dann mag es für dich besser sein, aber ich verliere alles. Egal wer gewinnt, ich verliere. Ich will nur, dass der Krieg möglichst bald vorbei ist."
„Siehst du, ein Reinblütiger, der sich auf unsre Seite stellen würde."
=Du immer mit deinem Blut. Einer, von wie vielen die wir brauchen werden?=
„und er ist von Adel!"
=Und das ist besser warum?=
Sie gingen schweigend neben einander her, bis Draco aus heiterem Himmel anhob zu sprechen:
„Wie würdest du reagieren, wenn ich mich du-weißt-schon-wem anschließen würde?" „nenn ihn Voldemort!" Draco zuckte zusammen. Entschuldigung. Ich finde, dass er nicht weniger unheimlich wird, wenn du seinen Namen nicht aussprichst. Nenn ihn zur Not doch einfach den 'Dunklen Lord."Und du halte dich gefälligst aus meinen Unterhaltungen raus!Für einen Moment trat ein hitziger Ausdruck auf ihr Gesicht., doch als sie Draco wieder ansah, war er bereits verschwunden.
„Wie kommst du jetzt darauf? Sagtest du nicht, dass du nicht willst?"
„Es könnte sein, dass das nicht zählt."
„Wie könnte es denn nicht zählen?"
„Ich habe Gerüchte gehört, dass Er mich in seinen Reihen will. Mein Vater wäre hell auf begeistert darüber ja sagen zu können."
„Aber du bist immer noch ein freier Mensch und kannst selber entscheiden, oder etwa nicht?"
Draco dachte an all die Verstrickungen in seinem Leben: Die Pläne seines Vaters, seine Involvierung in der Politik, seine eigenen Vorhaben, seine Herkunft, seine Verantwortung und nicht zuletzt fremde Mächte, die ihn in ihr Netz spinnen wollten. Er schüttelte den Kopf. „Nein, die habe ich leider nicht. Wenn mein Vater zu sagt, habe ich keine Wahl, ich muss folgen"
„Wer sagt denn so etwas? Klar hast du die! Jeder hat eine Wahl. Und sei es, dass du dich einfach weigerst."
„Leider ist das bei mir nicht so einfach. Es gibt zu viele Umstände, die ich nicht ignorieren kann. Die meisten Familien aus altem Adel sind untereinander durch Intrigen und Verträge miteinander verbunden. Ein paar von ihnen können mir durchaus gefährlich werden." 'Nicht nur die. Aber das würde er ihr nicht wollte Ginny nicht dadurch beunruhigen, dass es ganze Völker gab, die ihn nach ihrer Pfeife tanzen lassen konnten, wenn sie es begehrten. Zum Glück hatte es bisher noch keiner von ihnen beschlossen. „Mein Vater hofft, dass er mich schützen kann, wenn er mich an Du-weißt-schon-wen verkauft." Er schwieg einen Moment, dann „Ich hatte ganz vergessen, dass du ja anders aufgewachsen bist."
„Und das ist auch gut so! Ich werde mein Leben so leben, wie ich es will."
„Das wünsche ich dir von ganzem Herzen."
Sie schwieg eine Weile. „Du hast meine Frage noch nicht beantwortet: Willst du oder willst du nicht?"
Er schüttelte den Kopf. „Nein, aber das muss unter uns bleiben, mein Leben könnte davon abhängen."
Sie nickte und schwor, es niemals zu verraten. Ihr war nicht wohl bei dem Gedanken, dass Draco einem Wahnsinnigen folgen könnte. Hoffentlich war der Krieg rechtzeitig vorbei, bevor es zu spät war.
Sie fanden ein kleines Straßencafe. Die Eisdiele war 'Aus privaten Gründen geschlossen.', wie es auf einem Schild stand.
Sie bestellte sich ein Stück Apfelkuchen und eine heiße Schokolade. Während sie auf ihre Bestellung warteten, stellte Ginny die andere Frage, die ihr auf der Seele brannte. Sie versuchte es wie beiläufig klingen zu lassen, glaubte aber nicht, dass es ihr gelang. „Du hast doch alle möglichen Verbindungen, habe ich Recht? Zumindest hast du das vorhin gesagt.. Vielleicht kannst du mir ja weiter helfen: Ich habe gehört, dass sich die Vampire auf die Seite des Dunklen Lords gestellt haben, weißt du ob das stimmt?"
„Nicht, dass ich wüsste. Entgegen allgemeiner Meinung bin ich nicht in alles eingeweiht, was bei du-weißt-schon-wem alles so passiert. Aber nach dem, was meine Quellen mir berichten, verhalten sie sich noch immer neutral. Aber genau kann ich das nicht sagen. Wenn du willst, kann ich mich mal umhören, mal schauen, was ich in Erfahrung bringen kann. Reicht dir das?" Ginny nickte, schüttelte dann aber den Kopf. „Ich weiß nicht viel über sie, aber ich dachte die Vampire bilden eine einheitliche Front. Wenn sie neutral sind, warum ist dann einer von ihnen unter seinen Gefolgsleuten?"
„Wenn das wahr ist.. Das ist nicht gut. Wo einer ist, da ist der Rest meist nicht weit. Bist du dir sicher? Wo hast du das gehört?"
„Ziemlich sicher. Und nein, ich kann dir nicht sagen, woher ich das weiß. Du hast deine Quellen, ich habe meine. Sagst du mir, wenn du etwas heraus findest?"
„Ich schaue mal, was ich in Erfahrung bringen kann."
„Danke. Das gleiche gilt für mich. So, genug Probleme gewälzt, wir sind bei einem Date. - Wie war deine Woche?"
Sie verabschiedeten sich am Tropfenden Kessel. Draco nahm sie in seine Arme und sie sog den wundervollen Duft ein, der er war. „Ich werde dich vermissen. Für den Rest der Ferien werde ich mich wohl nicht wegschleichen können.. Wir gehen Freitag nach London unsere Bücher kaufen. Können wir uns treffen?"
Er nickte. „Ich schaue, dass ich Zeit habe, kann allerdings nichts versprechen."
Remus und Sirius warteten bis sie sich getrennt hatten, bevor sie, einer von links, der andere von rechts auf sie zu traten. Sie ließen ihr keine Chance zu fliehen – als ob sie es versucht hätte!
Im Hauptquartier angekommen jedoch nutzte sie die erste sich bietende Gelegenheit um ihrer Mutter zu entkommen. Ihr war es egal, dass die nun folgende Standpauke noch größer sein würde, Doch wenn sie darüber nach dachte, so wollte sie sich den Tag nicht verderben lassen.
Sie ging hoch auf ihr Zimmer, nahm sich eines ihrer Bücher über die dunklen Künste und setzte sich damit in ihre Kammer um zu lesen.
Es war schon später Abend, als ihr Vater nach Oben kam um mit ihr zu sprechen. Hastig legte sie das Buch beiseite: hoffentlich hatte er den Titel nicht gesehen.
„Deine Mutter hat mir erzählt, was passiert ist. Du bist abgehauen um dich mit einem Jungen zu treffen. Wir haben dir schon tausend Mal gesagt, wie gefährlich das ist. Besonders jetzt, wo Voldemort zurück ist."
„Ich weiß, aber was sollte ich denn sonst machen? Ich vermisse ihn doch so sehr, jetzt wo Ferien sind und wir uns nicht einfach treffen können. Ich ihn weder hier mit hin nehmen, noch zu ihm gehen und nach London kann ich auch nicht gehen, besonders nicht alleine. Ständig muss ich eine Leibwache mit nehmen und dann sagen die auch noch immer nein, wenn ich frage."
Er nahm sie in den Arm. Als sie den Kopf an seine Brust legte, stieß sie mit der hand ans Buch, sodass es herunter fiel. Ihr vatr hob es auf und reichte es ihr, anscheinend ohne auf den Titel zu sehen. Und wenn doch, so sagte er nichts dazu.„Deine Mutter und ich, wir haben geredet. Wir sind zu dem Schluss gekommen, dass wir dich nicht davon abhalten können, dich mit ihm zu treffen. Deshalb haben wir einen Kompromiss: Wenn wir nächste Woche nach London fahren, darfst du dich mit ihm treffen – Allerdings unter unserer Aufsicht." Ginny strahlte. „Aber nur unter der Voraussetzung, dass du auf uns hörst und dich nicht wieder unerlaubt entfernst."
Ginny nickte zur Bestätigung. Hätte sie gewusst, wie leicht es war, auf diese Weise sich mit Draco treffen zu könen – mit Erlaubnis – sie hätte sich viel früher ihren Eltern widersetzt.
TRGW
Den letzten Freitag der Ferien verbrachten sie, wie versprochen, gemeinsam nach London um ihre Schulsachen zu kaufen. Während der gesamten Zeit hielt Ginny Ausschau nach Draco, konnte ihn aber nirgends entdecken.
Erst, nachdem sie alle ihre Einkäufe erledigt hatten, und sie draußen vor Fortesques Eissalon saß, trat ein Junge auf sie zu: seine Haare braun und in alten, unauffälligen Sachen. Fast hätte sie ihn nicht erkannt, doch das Lächeln war eindeutig von ihrem Slytherin. Sie strahlte über ihr ganzes Gesicht, als er sich zu ihr an den Tisch setzte. Ihre Mutter setzte einen festen Gesichtsausdruck auf und scheuchte ihre Begleiter mindestens zwei Tische weiter um dem Liebespaar wenigstens den Anschein von Privatsphäre zu geben.
Ginny warf einen Blick über ihre Schulter: Ihre Mutter trug ein warmes lächeln auf ihrem Gesicht und tat so, als würde sie nicht hinsehen, Hermione beobachtete sie beide mit einem kalkulierenden Ausdruck aus dem Augenwinkel. Ron und Harry waren weniger diskret: Ihr Bruder warf Draco einen Blick zu, der Mord in den Augen trug, und Harry starrte eifersüchtig auf den Fremden. Tonks, die zum Schutz mit dabei war, beobachtete die Umgebung mit wachsamem Blick.
Allem Anschein nach hatte ihn niemand erkannt – ausgenommen ihre Freundin. Ginny seufzte. Doch was hatte sie erwartet? Hermione war zu intelligent um sich von einer so einfachen Verkleidung täuschen zu lassen. Wie es aus sah, war genau jetzt der Zeitpunkt gekommen, zu dem ihre Freundin erfuhr, mit wem Giny ausging. Wenn sie sie richtig einschätzte, so würde sie spätestens heute Abend ein sehr ernsthaftes Gespräch mit ihr führen. Was hatte sie glauben gemacht, dass sie dem ewig aus dem Weg gehen können würde. Ein Glück nur, dass sowohl Harry als auch Ron ihn nicht erkannten. Wenn Ron schon seine kleine Schwester vor Gryffindors 'beschützte', was würde er dann erst bei einem aus dem rivalisierenden Haus machen?
Ginny drehte sich wieder zu dem derzeit Braunhaarigen um, die Gesellschaft geflissentlich ignorierend. Sie war bei einem Date und komme was da wolle, sie würde sich nicht dabei stören lassen!– und wenn während dessen die Welt unter ging, würde sie warten müssen, bis sie fertig waren! Schüchtern streckte sie ihre Hand nach der Dracos aus, ohne sie zu berühren, sie ließ ihm die Wahl. Er nahm die seine und schloss seine Finger um die ihren.
„Ich dachte, ich würde dich nicht mehr sehen, bis das Schuljahr beginnt."
„Es tut mir Leid, dass ich nicht früher konnte: ich hatte noch zu tun. Familiäre Angelegenheiten, du weißt schon.."
„Aber jetzt bist du ja da." Ginny beugte sich zu ihm hinüber und nahm eine Strähne seines Haares zwischen ihre Finger: „Blond gefallen sie mir besser. So siehst du irgendwie so.. normal aus, nicht wie der Ritter in strahlender Rüstung." sie wurde rot.
„Ein Ritter, kein Prinz?"
„Ein Prinz braucht ein Schloss. Ich habe zwar gehört dass ihr einen Herrensitz habt, konnte ihn jedoch nie sehen und ein Herrensitz ist auch kein richtiges Schloss. - Also Ritter." Sie drehte die Strähne in der Hand. „Nein, selbst mit braunen Haaren bist du nicht gewöhnlich, selbst in Fetzen würdest du noch atemberaubend aussehen! Wenigstens hast du deine Augen nicht verändert, diemag ich am liebsten!" Sie betrachtete seine Augen genauer. Je nachdem wie das Licht auf sie fiel wechselte die Farbe von Silber zur Farbe von Wolken an einem verschneiten Winterabend oder das grau einer sturmgepeitschten See..
„Welches Eis willst du?"
„Da stehen ja keine Innereien drauf" Draco machte ein angewidertes Gesicht, Ginny kicherte.
„Du erinnerst dich noch daran?"
Ginny nickte „Wie könnte ich das vergessen? Alleine der Gedanke jagt mir schon einen Schauer über den Rücken." Sie schüttelte sich. Sie faltete die Karte wieder zusammen. „ich nehme einen Erdbeerbecher, mit viel Sahne!"
Es war das erste Mal, dass sie sich in der Öffentlichkeit trafen. Selbst das Eiscafe in Muggle London war eigentlich mehr heimlich gewesen. Schließlich hatte nur eine sehr geringe Möglichkeit bestanden, dass sie von Leuten aus ihrer Welt entdeckt wurden. Und jetzt saßen sie keine fünf Meter entfernt von Ginnys Familie, und mindestens eine hatte Draco erkannt, da war sie sich absolut sicher. Wenigstens hatte ihre Mutter darauf bestanden, dass sie den Tisch wechselten, als offensichtlich Ginnys Freund aufgetaucht war.
Es fühlte sich gut an. Sie redeten angeregt miteinander über Gott und die Welt, wie man so schön sagt, was sie dachten, was sie fühlten, die Vergangenheit und die Zukunft - nur nicht den Krieg, der vor der Tür stand, wussten sie doch beide, auf welcher Seite der Andere stand, Dass wenn er zu lange anhalten würde, sie sich auf einem Schlachtfeld wieder finden konnten auf der gegnerischen Seite, Gezwungen durch die Umstände, dabei wollten sie beide mit keiner der beiden Seiten etwas zu tun haben. Aber wie sollten sie sich heraus halten, wenn Draco früher oder später vom Dunklen Lord gefordert werden würde und sie von Dumbledore in sein Netz gesponnen werden konnte, wenn sie nicht acht gab. Und dann war da noch Tom, mit dem sie jagt machte auf den Meister von Dracos Vater.
Es verstand sich von selbst, dass die Freunde und Familie tabu waren, dass jedes Wort, dass sie wechselten unter ihnen blieb und jedes Geheimnis das blieb – geheim. Es hatte Ginny eine Menge Zeit gekostet, die sie mit Misstrauen vergeudet hatte, aus Angst, dass er sich auf die Seite des dunklen Lords schlagen könnte – um was zu tun? Ihre Geheimnisse an Voldemort zu verraten? Was sollte er schon mit den unschuldigen Gedanken eines kleinen Mädchens anfangen? Nur die Geheimnisse des Ordens behielt sie für sich, und wenn ihr doch nichts anderes übrig blieb als ihm kleinere Brocken weiter zu geben, wie mit dem Vampir, auf den Der Orden mittlerweile doch Jagd machte, behielt sie die Quelle für sich. Die Geheimnisse des Ordens waren einfach zu wertvoll um sie einfach so aus der Hand zu geben. Ginny hatte nicht gemerkt, wie stark Tom mittlerweile auf sie abgefärbt hatte.
Die Anderen saßen an einem Tisch einige Meter entfernt, aber in Hörweite und so redeten sie an diesem Tag nur über sichere Dinge wie Schule, Freunde und die Ungerechtigkeit des Lebens.
Als sie sich trennten, gab er ihr einen sanften Kuss auf die Wange. Es war der erste, den sie teilten und den ganzen Weg nach Hause klopfte ihr Herz wie wild.
Ein Blick auf Hermione, als sie wieder ins Hauptquartier kamen, zeigte Ginny, dass sie um Das Gespräch nicht herum kam. Sie bat um ein paar Stunden Zeit, bis all schliefen, in der Hoffnung dass Harry und Ron nichts erfuhren.
Als es still wurde im Haus, gingen sie zusammen in Ginnys Dachkammer.
Auf leisen Sohlen durchquerten sie die Korridore, die Treppe hoch in die Dachkammer. Auf dem zweiten absatz stieß Ginny im Vorbeigehen an eine Vase und hätte sie fast umgeworfen. Einen langen Moment glaubte sie, dass sie das gesamte Haus aufwecken würden und sie wieder ins Bett geschickt wurden. Doch Tom streckte im letzten Moment den Fuß aus und hinderte sie an ihrem Sinkflug.
Oben angekommen stiegen sie beide durchs Giebelfenster hinaus aufs Dach. Beide konnten sie es nicht erwarten erneut die noch immer warme Luft auf ihrer Haut zu spüren. Es roch nach Sommer, Sonne und Heu und verschiedensten Blumen. Alles in allem ein traumhafter Abend, besonders nach den Wochen eingesperrt in diesem grauenhaft feuchten und zugigen Haus.
Angenehme Stille herrschte zwischen ihnen, während sie beobachteten wie die Sterne am Himmel erschienen, einer nach dem anderen und der Mond hinter dem Horizont auftauchte.
„Du triffst dich also mit Draco."
Ginny schreckte auf und blickte ihre Freundin an. Da waren sie die Worte, die Ginny so gefürchtet hatte : „Ja, bist du mir böse?" Hermione hatte die Verkleidung durchschaut - wer noch? Ron und Harry waren ahnungslos, wenn sie die Blicke richtig gedeutet hatte. Was war mit ihren Eltern? Und Tonks? Würde Draco Schwierigkeiten bekommen?
„Böse? Nein. Überrascht – und enttäuscht. Überrascht dass du ausgerechnet ihn gewählt hast und enttäuscht dass du geglaubt hast nicht mit mir reden zu können."
„Aber Draco und du.."Ginny geriet ins Stocken.
„Wir haben unsere Probleme, ja, aber das soll dich nicht davon abhalten dein Glück zu finden. Ich sage nicht, dass ich glücklich bin darüber, denn das bin ich nicht, aber ich sehe, dass er dir gut tut. Das soll zumindest fürs erste reichen. Solange das so bleibt werde ich nichts dagegen sagen."
„Ja? Ich möchte ihn nicht verlieren. Er ist wunderbar mir gegenüber, ein echter Gentleman. Er behandelt mich wie eine Lady, das hat noch nie jemand für mich behandelt mich nie von oben herab, im Gegenteil: er verhält sich mir gegenüber immer mit Hochachtung. Und das Beste ist: Er ist echt klug und gebildet! Nicht so wie andere." Sie warf einen Blick in die grobe Richtung, wo Harry gerade mit großer Wahrscheinlichkeit schlief.
„Anscheinend hat er dir dein Herz geraubt" Hermione lächelte. „Es tut mir leid, wenn ich das so sage, aber ich hoffe, dass er es dir nicht bricht. Ich wünsche dir alles gute, doch wenn ich ehrlich bin, glaube ich nicht an lautere Absichten seinerseits." Ginny öffnete den Mund um ihrer Freundin zu widersprechen, ihr zu sagen, dass Draco ganz anders war, dass er sie nie verletzen würde, wurde jedoch sofort unterbrochen: „Du brauchst ihn nicht zu verteidigen, es ist deine Entscheidung. Ich werde dich nicht beeinflussen. Doch, wenn er dir eines Tages weh tut, bin ich für dich da."
„Danke"
„Nichts zu danken, dafür sind Freunde da."
„Aber.."
„Nichts da! Erzähl mir lieber wie ihr euch kennen gelernt habt."
„Ich kenne ihn praktisch seit ich denken kann. Er war dieser arrogante Junge, der die Menschen um sich herum beleidigte, seit er die Schimpfworte aussprechen konnte. Ich frage mich noch heute, ob er damals überhaupt wusste, was die Worte 'Schlammblut' und 'Blutsverräter' eigentlich bedeuten.. Aber letztes Jahr hat er sich verändert. Seit Weihnachten hat er zumindest in meiner Gegenwart nicht ein schlechtes Wort mehr gebraucht – weder meinen Brüdern, noch mir gegenüber auch dich hat er nicht beleidigt. Er hat dich nicht einmal erwähnt.
Im Duellierclub hat er dann meine Nähe gesucht und mir die gesamte Zeit geholfen mich zu verbessern. Er ist echt gut mit Flüchen und Gegenzaubern." Sie war sich sicher, dass sein Vater da nicht unschuldig war, wo er doch ein treuer Gefolgsmann des dunklen Lords war..
„Aber wann hast du dich in ihn verliebt?"
„Ehrlich gesagt weiß ich das gar nicht. Irgendwann war mir das einfach klar. Spätestens in dem Moment, als ich jedes Mädchen in seiner Gegenwart als Bedrohung angesehen habe."
„Eine Weile herrschte Schweigen, dann: „ist er der Spion?"
„Das ist die Chance. Wenn wir das richtig spielen stellt sie keine Fragen wegen mir. Lässt du mich das machen?" Ginny überließ Tom das Steuer. „Sei mir bitte nicht böse, aber ich habe versprochen ihn nicht zu verraten."
Hermione nickte verständnisvoll und fragte nicht weiter nach. So einfach war das?
Die Sonne war bereits im Osten erschienen und die Sterne längst verblasst, als sie endlich zurück in ihre Betten krochen.
Samstag Nacht:
In der Nacht vor Ginnys Geburtstag schlich Tom sich aus dem Haus. Der Himmel war sternenklar und der Mond hing als schmale Sichel am Himmel. Tom hatte sich für sie etwas ganz besonderes aus gedacht:
Woche um Woche hatte er an seinem Abend Bücher gewälzt - erst in der Bibliothek, dann in Salazars Kammer unter dem Schloss und zuletzt hatte er sich noch Texte aus der Nocturngasse bestellt, was nicht einfach gewesen war. Die ersten Vorbereitungen hatte er bereits in Hogwarts getroffen und so hatte er einen falschen Namen angeben müssen und die Werke an eine Adresse in Hogsmeade schicken lassen, wo er sie dann nachts heimlich abholte.
Dann hatte er alles besorgt, was er für das Ritual benötigen würde, Tränke hatte er gebraut und Weihrauch gekauft - eine hochgradig schwarzmagische Substanz: sie wurde aus einer Wurzel gewonnen, deren Pflanze nur auf Schlachtfeldern wuchs. Sie war nur wirksam, wenn das Blut nicht mehr als einem Mondzüklus vor der Ernte geflossen war.
Zum Schluss hatte er die Schlange geholt: eine schwarze Mamba, wie der Ladenbesitzer gesagt hatte. Tom hatte das Gefühl, dass der Verkäufer sich bei der Bestimmung der Art geirrt hatte, denn Tom hatte noch nie von einer Mamba gehört, die feine silberfarbene Verzierungen hatte. Doch egal um welche Rasse es sich handelte und egal wie gefährlich sie sein würde, er, und bald auch Ginny, würden in der Lage sein, sie und auch jede andere Schlange zu handhaben.
Diese Besorgung war eine besondere Herausforderung gewesen. Die Wahl hatte Ginny getroffen, ohne es zu wissen. Sie hatten in der Knockturnalley vor dem Schaufenster gestanden und Ginny hatte sie bewundernd betrachtet. Ein wunderschönes Tier - schwarz und silbern, gerade so lang, dass sie bequem um Ginnys Handgelenk passte - mit einem Temperament wie ein Tsunami. Nicht gerade das, was man handzahm nennen würde und zu Toms Freude sehr intelligent und hochgradig giftig. Auch Ginny schien sie zu gefallen. Das war wichtig. Wenn das Ritual abgeschlossen war, so würden sie beide ein Leben lang an die Schlange gebunden sein und wenn es nach Tom ging, so würde dieses Leben sehr lange dauern.
Der letzte Gang in die Knockturnalley war besonders schwer gewesen: Tom hatte sich an Sirius vorbei schleichen müssen, nicht einfach, aber er hatte noch ein paar Tricks auf dem Kasten, nicht ganz legal, aber was scherte es ihn! - vielleicht sollte er Ginny sagen, dass der Zauberstab nicht länger die Beschränkung besaß..
Das Ritual war kräfte Zehrend - nicht nur für den Bruchteil einer Seele im Körper eines jungen Mädchens - aber ihrer beider Magie würde ihm für die Dauer genug Kraft schenken, dass er es erfolgreich beenden konnte.
Zur Vorbereitung schrieb Tom sich in Blut Zeichen auf Gesicht, Brust, arme und seinen Nacken. Es stammte von Rindern. Menschenblut hätte er zwar passender gefunden, doch hatte er Angst, dass Ginny ihn wieder in einer Ecke ihres Bewusstseins einsperren würde, wenn sie davon erfuhr – sie war einfach zu zimperlich, das würde er ändern müssen – Dafür hatte er den Bullen selber getötet.
Die Zeichen dienten seinem Schutz. Sie waren der Ursprung dessen, was später unter Parsel bekannt geworden war. Sie würden dafür sorgen, dass er nicht sterben würde bei dem Ritual. Dann zeichnete er in den Sand eine Reihe von Runen, die selbst zu den Zeiten da der Gründer seines Hauses gelebt hatte, schon alt waren. Die bildeten den inneren der beiden Kreise, die um ihn herum angeordnet waren. der äußere waren 4 Dutzend Kerzen und Edelsteine die sich abwechselten.
Dann setzte e sich in die Mitte, ohne auch nur eine Linie zu verwischen und hob den Singsang an. vor ihm stand ein Becken voll Weihrauch und um sein Handgelenk lag die Schlange.
Er zündete die Kräuter in der Schale vor ihm mit einem Glimmspan an, kein Zauber durfte gesprochen werden. Das Geflecht aus Runen war äußerst instabil und konnte leicht die gebundene Magie auf einen Schlag frei setzen. Außer einem Krater und ein paar Fetzen würde von ihnen beiden nicht viel übrig bleiben – außer einem Wesen kaum mehr als ein Geist. Doch es war nicht sein erstes Ritual und er hatte genug Vorarbeit geleistet, dass er sich sicher genug fühlte es durch zu ziehen.
Der Aufsteigende Rauch hätte ihn sofort getötet, hätte er sich nicht zuvor geschützt. Die Schlange war in Sicherheit, sie und ihre Artgenossen waren immun gegen das Gift.
In unregelmäßigen Abständen Schnitt er sich in den Unterarm und ließ sein Blut als Opfer auf die blanke Erde fließen, wo es Linien und Kreise bildete und schließlich das Gesicht der Urmutter, Herrin über Schlangen und Eidechsen, verehrt zur Zeit vor den Gründern, zeigte.
Als die Runen begannen hell weiß zu leuchten wusste Tom, dass das Ritual so gut wie beendet war.
Er trank einen Kelch voll von dem Blutroten Trank, in den er das Gift der Schlange mischte.
Wenn Ginny am nächsten Morgen erwachte, so würde auch sie in der Lage sein Parsel zu sprechen und ihre Kinder würden die Gabe erben, wie die von Salazar, dessen Ritual er verwendet hatte.
Als Ginny den nächsten Morgen erwachte hörte sie neben ihrem Ohr eine leise Stimme leise zischen ::alles gute Zum Geburtstag:: Als sie es endlich schaffte ihre Augen zu öffnen lag neben ihr eine Schlange zusammengerollt auf ihrem Kopfkissen, unweit der Stelle an der noch vor kurzem ihr Kopf gelegen hatte. 'ich muss noch schlafen. Ich habe soeben eine Schlange reden gehört'
„Du bist hellwach. Ich habe mir für dich ein ganz besonderes Geschenk überlegt: von nun an kannst du Parsel. Du brauchst mich nicht mehr um in die Kammer zu kommen. Erkennst du die Schlange? Es ist dieselbe, die dir in der Knockturngasse so gefallen hat. Ich fand ihn einen guten zweiten Teil deines Geschenkes. Wenn dir das Recht ist, möchte ich die Schlange gerne Ashtaroh – geschrieben Astaroth – nennen nach einem Dämon aus der Mythologie der Menschen.
Ginny nickte noch immer schläfrig. „Mach was du willst, nur lass mich schlafen!"
Die einzige Erwiederung Toms war, dass er lachte. In wenigen Stunden würde sie aufstehen müssen. Doch bis dahin war noch Zeit. Nach letzter Nacht konnten sie beide den Schlaf brauchen.
