Autor: Phoenix Boy
Übersetzung: das eulchen
Am 15. Oktober, zwei Tage bevor die Harry Potter Tage begannen, trafen sich die Professoren der Hogwartsschule für Hexerei und Zauberei im Lehrerzimmer zum letzten Treffen wegen des bevorstehenden Fests. Die meisten schauten gelangweilt drein, da der Ablauf der drei Tage jedes Jahr gleich war und nur die Redner wechselten, was alle außer James schon einige Mal mitgemacht hatten.
"Auch wenn die Festtage erst am 17. beginnen", begann Albus, "kommen unsere ersten Gäste bereits morgen an. Ein Großteil von ihnen wird im Südturm untergebracht und die Hauselfen sind im Besitz einer kompletten Gästeliste für jeden Raum. Es gibt einige Ausnahmen. Mein Bruder, der sich dazu entschieden hat, uns mit seiner Anwesenheit dieses Jahr zu ehren, da er sich nicht länger um einen Schüler kümmern muss, wird seine Räume in den Kerkern haben- im selben Korridor wie auch James und Severus, welcher er mit dem Medienvertreter der Universität teilen wird. Ich weiß nicht, ob Claudius ihn dieses Jahr begleiten wird, aber ich bin mir sicher, dass wir alles bereitstellen können, was gebraucht werden sollte."
James kicherte leise ob des verärgerten Gesichtsausdrucks des Direktors, als er fortfuhr.
"Sollte es irgendjemand von euch schaffen, das Geheimnis meines Bruders zu lüften, wird er es mir selbstverständlich mitteilen, nicht wahr? Da unsere Gäste ab morgen Abend eintreffen, werden wir ab diesem Zeitpunkt unsere Abschlussroben tragen. James, du hast deine dabei, oder?"
"Ja Albus."
"Sehr gut. Nun, zur Sitzverteilung…"
"Severus ist jünger als ich!" warf Professor Sinistra rasch ein.
"Dessen bin ich mir sehr gut bewusst. Wie immer werden die beiden jüngsten Professoren die vier Tage bei den Schülern sitzen müssen, um Platz für den Zaubereiminister und unsere Gastsprecher am Lehrertisch zu machen. Dieses Jahr werden das wie gewöhnlich Severus und James sein. Hat einer von Euch etwas dagegen einzuwenden?"
"Würde es irgendetwas ändern, wenn dies der Fall wäre?" fragte Severus rhetorisch. "Nein, ich habe keinerlei Probleme damit. Ich bin mir sicher, dass die angebotenen Gesprächsthemen äußerst interessant werden."
"James?"
"Geht in Ordnung."
"Danke. Am 17. werden die Rundführungen für Muggeleltern und die, die noch nie die Gelegenheit hatten, Hogwarts zu sehen, von 10 Uhr bis zum Mittagessen stattfinden. Wie immer übernehmen die Vertrauensschüler die Verantwortung. Am Nachmittag beginnen die Gedenkstunden am Quidditchfeld, da dies der einzige Ort ist, an dem alle Zuhörer untergebracht werden können. Abends werden die Hauselfen ein Festessen für uns zubereiten. Gibt es dazu irgendwelche Fragen?"
"Albus, wie oft sind wir das jetzt schon durchgegangen?" fragte Minerva. Er rutschte verlegen hin und her.
"Den zweiten Tag werden die Seminare und Redner in Anspruch nehmen. Auch das beansprucht sehr wenig Organisation unsrerseits. Am dritten Tag werden einige von Harrys Freunden den Morgen über ab 10 Uhr über ihn reden. Am Nachmittag wird der Höhepunkt der drei Tage stattfinden, das Quidditchmatch. Die Bälle werden um 3 Uhr freigelassen. Rolanda, wie geht es deinem Team?"
Die Quidditchtrainerin grinste,
"Genauso gut wie immer. Wir haben einige hervorragende Spieler dieses Jahr."
"James, immer noch siegessicher?"
"Natürlich, mein Team ist unschlagbar!"
"Wer ist dein Team?" forschte der gegnerische Trainer nach.
"Das geht nur mich etwas an und du wirst es ungefähr fünf Minuten vor Spielbeginn herausfinden. Wenn es nach mir ginge, sogar erst noch später."
"Kinder, bitte. Denkt daran, dass das lediglich ein Freundschaftspiel ist. Wir wollen keinen Kleinkrieg heraufbeschwören, nicht wahr? Gibt es irgendwelche weiteren Probleme, die besprochen werden müssten? Nein? Sehr gut, ich denke, wir sind für heute fertig. Minerva, würdest du mich auf eine Tasse Tee in mein Büro begleiten? Es sind neue Zitronenbonbons angekommen."
Am Abend des 16. kleidete James sich in seine grünen Samtroben. Grün für das Haus Merlins, weißer Futterstoff an der Kapuze als Mitglied des Duellierclubs, goldene Verzierungen für seine Qualifikationen als Universitätsabsolvent mit Auszeichnungen und Meister seines Faches und silberne Verzierungen als Zeichen des Duellierchampions. Es sah auf jeden Fall sehr eindrucksvoll aus. Und das sollte auch.
Als er an diesem Abend zum Abendessen ging, war es immer noch recht früh und nur wenige Schüler saßen bereits an den Haustischen. James gesellte sich zu Archie Alderton und einigen andern Sechst- und Siebtklässlern an den Slytherintisch.
"Stört es euch, wenn ich hier sitze?"
"Natürlich nicht, Sir. Wir haben uns nur gerade über Ihre Frage vom Duellierclub unterhalten, über die wir nachdenken sollten."
"Über welche?"
"Was ist die beste Art und Weise, ein Duell zu beginnen. Was denken Sie, Sir?"
"Ich möchte eure Meinung dazu als erstes hören. Denkt daran, dass es keine richtige Antwort gibt und viel von der Situation und eurem Gegner abhängt."
"Nun, ich denke, dass man mit einem recht einfach Spruch wie Expelliarmus beginnen sollte. Jeder sagt, dass Professor Snape damit einmal ein Duell gewonnen hat, aber er ist auch recht stark. Wenn man den Gegner damit trifft, verschwendet man nicht unnötig Energie, aber wenn man es nicht schafft, wird man unterschätzt."
"Natürlich nur, wenn man sie nicht kennt."
"Es wäre um einiges besser, wenn man mit einem starken Angriff beginnen würde", warf ein anderer enthusiastisch ein. "Man würde sie wahrscheinlich treffen, bevor sie so gut vorbereitet sind wie später im Duell und am Anfang hat man noch genügend Energie."
"Ja natürlich…", sagte Archie verächtlich. "Wenn du dann mitten im Duell bist, bist du vollkommen erschöpft."
"Vielleicht" sagte James nachdenklich. "Es ist sicherlich ein guter Standpunkt, aber um wirkungsvoll zu sein, müsste man sich sicher sein, dass man seinen Gegner auch wirklich beim ersten Angriff ausschaltet, nicht wahr? Allerdings ist diese Technik in einer Kampfsituation um einiges besser, da man weniger Zeit und Energie verschwendet, wenn es funktioniert."
"Worüber diskutiert ihr?" fragte Severus hinter ihm. James drehte sich ein wenig erschrocken um, als der Mann, der ebenfalls die grünen Roben eines Absolventen des Hauses Merlin trug, lässig über die Bank stieg und sich neben ihm niederließ.
"Die besten Möglichkeiten, ein Duell zu beginnen."
"Ich persönlich bin der Meinung, dass es am besten ist, eine Kampfsituation zu vermeiden, auch wenn es manchmal sein muss. Wenn etwas anderes möglich ist, wie zum Beispiel ein Gruppenangriff auf ein Ziel oder der Gebrauch von explodierenden Tränken, sollte man dies nutzen."
"Ja, aber was würden sie tun, wenn sie in einem richtigen Duell wären, Sir?", fragte jemand
"Wenn ich einen Standardangriff hätte, was ich nicht habe, denkt ihr wirklich, dass ich jemandem davon erzählen würde? Ich bezweifle, dass Professor Evans euch seinen gesagt hat."
James lachte und fuhr fort, über Ort und Zeit der verschiedenen Techniken zu diskutieren.
"In einer wirklichen Kampfsituation versuche ich, meinen Gegner so schnell wie möglich kampfunfähig zu machen. Severus, hast du zufällig etwas Brandsalbe bei dir?"
"Ja, warum?"
James konzentrierte sich und ein laserähnlicher Strahl aus hellem weißem Licht strömte aus einem kleinen Punkt in seiner Handfläche.
"Was ist das?" fragte Archie fasziniert.
"Reine Magie, so wild, dass sie fast nicht zu kontrollieren ist" sagte James leise und der Strahl verschwand. "Kann ich die Salbe nun bitte haben?"
"Wozu?"
"Ich habe eine Brandblase!"
"Du willst, dass ich dir eine Bransalbe für eine Blase gebe?"
"Eine sehr böse, sehr schmerzhafte Blase, die nicht verschwinden wird, bevor ich nicht ein wenig Brandsalbe aufgetragen habe."
Severus rollte mit den Augen und gab James eine kleine Phiole.
"Die ersten paar Mal, als ich es versucht habe, wusste ich noch nicht genau, wie ich es auf einen kleinen Punkt konzentrieren sollte und habe fast die ganze Haut meines Körpers verbrannt. Es schmerzt immer noch sehr, es zu benutzen, aber kein Schutzschild wirkt dagegen und man braucht sehr viel Energie, um es überhaupt hervorzurufen. Ich benutze es nur, wenn mein Leben in Gefahr ist, ansonsten ist es zu gefährlich."
Genau dann öffneten sich die Türen zur Einganshalle und ein alter Mann rauschte herein. Er war sehr groß und sehr alt. Sein silbrigweißer Bart und sein Haar waren lang und seine blauen Augen blitzten hinter Brillengläsern in Form von Halbmonden. Auch er trug grüne Roben, aber seine waren lediglich grün, ohne Verzierungen oder Linien. Er war Aberforth Dumbledore, Meister des Hauses Merlin und James Mentor. Er sah auch danach aus. Auf den ersten Blick, schien er ohne Claudius gekommen zu sein.
James erhob sich in Windeseile und rannte zu ihm. Aberforth zerzauste sein Haar liebevoll und James starrte ihn finster an, da er dies vor den Schülern getan hatte. Ein schnelles Händeschütteln und dann drehte sich Abe zurück zur Tür.
"Claudius!" rief er. "Beeil dich! Und wage es ja nicht, Albus Fußboden zu versauen! Die Hauselfen haben auch schon ohne dich genug zu tun!"
Jeder starrte auf die Tür. War Claudius irgendein exzentrischer Zauberer? Ein Riese? Ein Goblin? Hauself? Drachen? Basilisk? Greif? Hippogreif?
Einen Augenblick später marschierte eine mürrische, kohlrabenschwarze, ganz normale Ziege in die Große Halle.
"Hallo Claudius" sagte James lächelnd. Aberforths Hausziege war berühmt und das nicht nur, weil ‚unangemessene Zauber' an ihr verwendet wurden, sondern innerhalb der Universität auch aufgrund ihres schrecklichen Temperaments. Es gab Gerüchte, dass es schlimmer war als Voldemorts an einem schlechten Tag, oder zumindest dann, wenn sie ein Mensch gewesen wäre.
Claudius beehrte ihn mit einem nachdenklichen Gesichtsausdruck und schien ein wenig heller zu werden.
"James", sagte Albus, als sie sich dem Lehrertisch näherten. "Würdest du Aberforth seine Räume zeigen? Öhm, Abe, was soll mit Claudius passieren?"
"Könnte Rubeus eventuell…"
"Natürlich. Ich werde später vorbeikommen, um ein wenig zu plaudern. Ich werde dir sogar ein paar Zitronenbonbons mitbringen."
"Öhm, danke Albus. Sollen wir gehen, Jamie-boy?"
James seufzte, schüttelte den Kopf und führte sie aus der Halle raus. Würde dieser Mann jemals daran denken, dass er ein vollständig ausgebildeter, qualifizierter, erwachsener Mann war, und ein Lehrer, dazu!
Nachdem sie die Halle verlassen hatten, führte James Aberforth die ihm nun gut bekannten Gänge die abgeschiedenen Korridore entlang dorthin, wo sich seine Räume befanden. Währenddessen wurde Claudius mürrisch wie immer von einem begeisterten Hagrid davongeführt, der froh war, sich um eine weitere… Kreatur kümmern zu können. Sobald sie die Räume betreten hatten, schaute Aberforth James an.
"So, wie kommst du zurecht?"
"Oh, sehr gut."
"Und…"
"Und was?" fragte James unschuldig.
"Wie kommst du mit allen zurecht?"
"Sehr gut. Minerva hat mir vor allem in den ersten Wochen, als ich mich noch zurechtfinden musste, sehr geholfen."
"Du weißt ganz genau, dass ich das nicht so meinte! Wie sieht's mit deinem Liebesleben aus?"
"Abe!" rief James empört, vollkommen verlegen, wenn auch überhaupt nicht überrascht. Das war die Art von Frage, die er mittlerweile von beiden der Dumbledorebrüdern mehr oder weniger erwartete. "Ich bin in einer Schule, was erwartest du?"
"Also nicht vorhanden? Was für eine Schande. Ich werde mit Albus reden müssen und jemanden finden, mit dem du zurechtkommen könntest. Ich bin mir sicher, dass er alle geeigneten jungen Männer hier kennt, der neugierige Bursche!"
"Danke Abe", sagte James und versuchte, höflich zu bleiben, entgegen der offensichtlichen Versuche, ihn aufzuziehen. "Mir geht es gut, wirklich. Und ich habe eh kaum Zeit für ein Sozialleben. Es ist ein schwerer Job, ziemlich herausfordernd. Ich arbeite sehr viele Stunden. Und natürlich muss ich abends auf meine Slytherins aufpassen. Einige von ihnen haben Heimweh, weißt du?"
"Beruhig dich, Jamie. Ich würde das nicht tun, wirklich, und du weißt das. Zumindest würde ich mir nicht die Mühe machen, es mit Albus zu diskutieren. Er war nie sehr vernünftig. Und du gehst lieber wieder hoch, nicht wahr? Du musst immer noch dein Abendessen beenden. Und denk dran, deine Bohnen zu essen. So weit ich mich erinnern kann, waren die Hauselfen in Hogwarts schon immer sehr gut damit."
James verzog das Gesicht, lachte und ging wieder zurück nach oben. Gerade als er das kleine Vorzimmer durchquerte, dass die Lehrer immer benutzen, um die Halle zu betreten, ohne den Haupteingang nutzen zu müssen, wurde er von Minerva aufgehalten und in eine Ecke geführt, in der auch schon Severus wartete.
"Was ist los?"
"Die Ziege", sagte Minerva drängend. "Was hat Professor Dumbledore mit ihr gemacht?"
"Du meinst Abe? Ich bin mir nicht sicher, ob ich dir das sagen kann. Ich meine… offensichtlich will er nicht, dass es sein Bruder erfährt, oder?"
"Wir sind nicht sein Bruder," argumentierte Severus. "und ich verspreche dir hoch und heilig, dass ich nicht ein einziges Wort dieses Gesprächs an Albus weitergebe."
"Na okay," sagte James grinsend. "Es ist schließlich nicht so wichtig. Er hat Claudius lediglich so verhext, dass er je nach Stimmung die Farbe wechselt. Das Problem ist nur, dass Claudius so deprimiert ist, dass er nie etwas anderes ist als schwarz."
"Das ist alles?" fragte Minerva erstaunt.
"Natürlich, was hast du denn gedacht?" fragte er verschmitzt.
Severus legte schnell eine Hand auf ihren Mund. Minerva errötete. Merlin, sogar Severus war ein wenig rot!
"Ich denke, dass Minerva es bevorzugen würde, sich nicht weiter lächerlich zu machen", antwortete er schnell.
James lachte.
"Keine Sorge, ich weiß, was ihr denkt- es ist, was alle denken. Es ist der Ausdruck, nicht wahr? Unangemessene Zauber an einer Ziege. Wirklich, konnten sie sich nicht etwas Genaueres ausdenken? Aber glaubt mir. Mit einer Ziege zu leben ist kein Zuckerschlecken. Es stinkt sogar mit Reinigungszaubern und Abe nimmt Claudius wirklich überall mit hin. Abe will Notizen machen, wenn er jemals etwas Interessantes tun sollte. Dreimal dürft ihr raten, wer Claudius immer ausmisten durfte. "
"Eine angemessene Beschäftigung für einen Lehrling, würde man meinen", sagte Severus.
"Ziemlich, also ist es äußerst unglücklich, dass es dort keinen gab. Ich war ein Student, ein Teil der Universität und kein Lehrling unter einem einzigen Meister."
"Du hast deine Regeln gelernt…" sagte Minerva, die begonnen hat, sich wieder einigermaßen zu erholen.
"Eine meiner ersten Aufgaben, eine Gedächtnisübung, war, das gesamte Regelwerk, einschließlich Fußnoten und Definitionen, der Universität auswendig zu lernen. Ist irgendjemand angekommen, während ich unten war?"
"Noch nicht, auch wenn die Schutzzauber gerade gemeldet haben, dass der Medienvertreter der Universität soeben in Hogsmeade eingetroffen ist. Albus hat uns gebeten, dich zu suchen, für den Fall, dass es jemand ist, den du kennst."
"Das bezweifle ich- außer dem Quidditchteam waren die meisten meiner Freunde in meinem Jahrgang oder älter. Ich musste feststellen, dass die jüngeren nicht so erwachsen waren, wahrscheinlich, weil sie sich nicht mehr allzu sehr an den Krieg erinnern können."
"Das ist sicherlich etwas, das niemand vergessen wird. Wir gehen lieber wieder rein. Hast du dein Abendessen beendet?"
"Fast. Ich bezweifle, dass ich jetzt die Gelegenheit dazu bekomme. Ich werde später in die Küche gehen, wenn ich Hunger haben sollte."
James führte das Trio durch die Seitentür zurück in die Große Halle, gerade als ihr Gast durch den Haupteingang ankam. Er betrachtete sie. Groß. Blondes Haar. Blaue Augen. Roben des Hauses der Agrippa…
Er begann, zurückzuweichen, doch Es war zu spät, sie hatte ihn bemerkt. Ein Fluch durchquerte die Halle genau in seine Richtung, da die beiden älteren Lehrer neben ihm standen, konnte er nicht ausweichen, und er wusste aus Erfahrung, dass er nicht in der Lage dazu wäre, ihn abzuwehren. Er traf seine Stirn und ein warmes Gefühl machte sich auf seinem Kopf breit.
Severus schaute ihn an, erblich und zog ihn zurück durch die Tür.
"Bist du verrückt? Warum hast du ihn nicht geblockt?"
"Ich wäre nicht fähig dazu gewesen. Sie ist nicht allzu stark und auch kein Kämpfer, aber Scherzflüche kann sie durch jedes Schild schicken. Was hat sie diesmal gemacht?"
Minerva unterdrückte ein Lachen und die beiden Slytherins schauten sie böse an. Der Neuankömmling, der ihnen gefolgt war, lachte.
"Ich habe dein Haar lediglich ein wenig angepasst."
"Was hast du gemacht?" wiederholte er jammernd.
"Es hat nun eine etwas andere Farbe", antwortete sie ausweichend. "Erinnere dich daran, was mit Draco passiert ist, als er diesen Kommentar über meine Roben gemacht hat und du hast deine Antwort."
"Ach du meine Güte", murmelte James und dachte daran zurück, wie sein anderer Freund mit dem Gryffindorroten Haaren mit blinkenden goldenen Lichtern ausgesehen hatte. Es war nicht gut. "Bitte sag jetzt nicht…?"
"Ich habe mich dafür entschieden, dass dir scharlachrot gut stehen würde."
"Verdammt! So kann ich doch nicht durch die Gegend gehen, Leonie! Was machst du hier überhaupt?"
"Universitätsvertreterin, Jamie-boy, ich bin als Editor des Magazins für die Arbeiten nach dem Abschluss geblieben."
"Wie oft hab ich dir schon gesagt, mich nicht so zu nennen?"
"Professor Dumbledore macht das immer."
"Das ist ein Unterschied!"
"Wenn ich unterbrechen dürfte", sagte Severus. "Darf ich fragen, wer deine, äh, Freundin ist?"
"Sie ist nicht meine Freundin! Niemals, überhaupt nicht mein Typ!"
"Trotzdem, wer ist sie?"
"Momentan editiert sie das Unimagazin. Sie war im selben Jahrgang wie ich und ich denke, sie wird mich dafür umbringen, dass ich keine Karriere gewählt habe, in der ich im Rapenlicht stehe."
"Warum?"
"Ich hatte ihn vor einigen Jahren dazu bekommen, zu unterschreiben, dass allein ich die Rechte an allen Interviews hätte. Es schien eine gute Idee zu sein, vor allem wenn er so vernünftig gewesen wäre, professionelles Quidditch zu spielen, nichts gegen Sie natürlich."
"Gut. Nun. Können wir irgendetwas gegen seine Haare tun?" fragte er hoffnungsvoll. "Es würde unserem Ruf nicht gut tun, wenn er so rumläuft."
"Tut mir Leid, es muss einfach bleiben, bis es von alleine weggeht, wahrscheinlich einige Wochen in diesem Fall. Draco hat einen Monat gebraucht."
"Evans, folge mir", blaffte Severus. James rollte mit den Augen, folgte ihm und ließ Leonie in den kompetenten Händen von Professor McGonagall zurück. Wenn dieser Mann irgendetwas für seine Haare tun konnte, würde er für immer dankbar sein.
