Disclaimer: Alles nur geklaut °sing°

A/N: Diesmal hat es leider etwas länger gedauert, aus verschiedenen Gründen. Bitte vergebt mir! °Entschuldigungseis rüberschiebt°

Danke fürs reviewen an Missy, Nutellamaedchen, Joeli, Moons, citrone, enlya, little-choco, Sturmwarnung, Yamaika, Selene, Slytherene und araglas16


„Ist Sirius da?", fragte James Lily am späten Nachmittag des darauf folgenden Sonntags. Sie lehnte in der Tür der WG und schüttelte den Kopf.

„Nein, er ist unten, auf der Wiese hinterm Haus, gemeinsam mit Nova und Dora."

„Danke.", sagte James, verabschiedete sich rasch von Lily und lief die Treppen hinunter zum Ausgang. Er umrundete das Mietshaus und hörte schon von weitem Hundegebell und Kinderlachen. Als er die letzte Mauer umrundete und auf die Wiese trat, sah er die kleine Truppe auch schon. Sirius warf für Nova Stöckchen, die aufgeregt bellend hinter ihnen herflitzte und sie aus der Luft fing. Ihr hinterher jagte ein lachendes Mädchen, vielleicht fünf Jahre alt, mit zu zwei Zöpfchen zusammengebundenen, hellbraunen Haaren. Sie quietschte vergnügt und lief mit Nova um die Wette zurück zu Sirius, der sie aus ihrem stolpernden Lauf fing und in die Luft wirbelte, dass die Kleine nur so jauchzte.

Nova entdeckte James und lief freudig bellend auf ihn zu, ließ sich über den Kopf streichen und leckte über James' Finger. „Ich freu mich doch auch dich zu sehen.", grinste James und versenkte die Finger in Novas schwarzem Fell.

Sirius kam quer über die Wiese auf sie zu, das Mädchen ihm dicht auf den Fersen. „Hey Jamie.", grinste er. „Lange nicht gesehen."

„Oh ja.", lachte James. „Die paar Stunden waren fast ein Leben."

Das kleine Mädchen spähte hinter Sirius' Beinen hervor und beobachtete James genau. Dann zupfte sie an Sirius' Hosenbein.

„Was denn, Süße?"

„Ist das dein neuer Freund?", fragte sie und betrachtete James weiterhin mit großen braunen Augen.

„Das ist James.", erwiderte Sirius und strich ihr durch die braunen Locken.

„Warum kriegt er keinen Begrüßungskuss?", fragte sie neugierig und wandte den Blick schließlich von James ab, um zu Sirius empor zu blicken. James spürte Hitze in seine Wangen steigen.

„Bekommt Paul denn einen Begrüßungskuss?", fragte Sirius, legte den Kopf etwas schief und grinste. Das Mädchen verzog das Gesicht und schüttelte den Kopf. „Er ist doch nicht mein Schatz."

Sirius lachte. „Darf ich vorstellen, die bezaubernde Nymphadora Tonks."

„Dora.", verbesserte ihn die Kleine mit tadelndem Blick. James konnte ein Grinsen nicht vollkommen unterdrücken.

„Es ist mir eine Ehre Sie kennen zu lernen, Miss Dora.", sagte James und zwinkert ihr zu, während Nova erneut die Schnauze in seine Hand drückte, damit er die Streicheleinheiten wieder aufnahm.

„Nova mag dich.", sagte Dora mit strahlendem Lächeln und richtete damit zum ersten Mal das Wort direkt an James. Sie kam hinter Sirius' Beinen hervor, ging die paar Schritte zu James hinüber und hielt ihm einen Ast hin. „Wirfst du ihr Stöckchen?"

„Klar.", sagte James und nahm den Stock aus den kleinen Händen. Nova blickte erwartungsvoll zu ihm auf und flitzte dem Stöckchen hinterher, als James es geworfen hatte. Dora rannte ihr lachend hinterher.

„Nicht übel der Wurf.", sagte Sirius und grinste.

„Wäre auch enttäuschend gewesen, wenn ich nach Jahren Quidditch keinen Ast werfen könnte."

„Du spielst?", fragte Sirius neugierig.

„Nicht mehr so oft wie früher, leider.", antwortete James und sah Dora zu, die Nova den Stock aus dem Maul nahm und zu ihnen zurückgelaufen kam. „In der Schule war ich Captain unserer Quidditchmannschaft."

„Welche Position?"

„Jäger.", sagte James, nahm den Stock von Dora entgegen und warf ihn erneut. „War eine tolle Zeit."

„Glaub ich gerne.", grinste Sirius.

Dora und Nova stürmten erneut heran und Sirius fing die Kleine abermals aus ihrem stolpernden Lauf. „Hey Prinzessin Wirbelwind. Wird langsam Zeit nach Hause zu gehen." Dora verzog das Gesicht, als Sirius sie zurück auf die Wiese stellte. „Mach kein so ein Gesicht, Süße. Ich hab deiner Mama hoch und heilig versprochen, dass du rechtzeitig ins Bett kommst." Er strich ihr abermals über die braunen Locken.

„Kannst du eine Minute ein Auge auf die beiden haben?", fragte er James dann. „Ich muss nur kurz ihr Zeug aus der Wohnung holen." Er deutete in Doras Richtung. James nickte.

„Klar, keine Sache."

„Danke.", sagte Sirius. „Seid brav, Mädls.", rief er Hund und Kind zu, dann verschwand Sirius hinter der Hausecke.

oooOOOooo

James stand vor dem Kamin der Tonks' und wartete darauf, dass Sirius von seiner ‚Dora ins Bett bringen' Mission zurückkam. Nova stand neben ihm, den Kopf an James' Bein gelehnt, und ließ sich hinter den Ohren kraulen.

Das Haus der Familie Tonks war klein und gemütlich und besaß einen Garten, der durch die Hintertür zu erreichen war. Der Kamin im Wohnzimmer war übersäht mit Familienfotos, bewegten wie unbewegten. Die meisten zeigten Dora, mit oder ohne Ted und einer hübschen dunkelhaarigen Frau, vermutlich Sirius' Cousine. Einige zeigten auch Sirius selbst mit dem kleinen Mädchen. Eines von ihnen erregte James' Aufmerksamkeit ganz besonders. Es zeigte Sirius mit der schlafenden Baby-Dora im Arm.

„Schlafend ist sie am niedlichsten.", sagte Sirius hinter ihm und James fuhr erschrocken herum. Er hatte Sirius nicht kommen hören. Dieser grinste amüsiert und nickte zur Couch hinüber. „Setz dich doch."

James nickte, durchquerte das Zimmer zum himmelblauen Sofa, das voll gepackt war mit bunten Kissen, und ließ sich darauf fallen. Sirius ging in die Küche, kam kurz darauf mit zwei Butterbier zurück und reichte James eine Flasche. James lächelte dankbar und nahm einen Schluck. Sirius erwiderte das Lächeln, schaltete den kleinen Fernseher ein und ließ sich neben James auf der Couch nieder. Nova rollte sich zu ihren Füßen unter dem Couchtisch zusammen.

James nahm noch einen Schluck aus seiner Flasche, lehnte den Kopf zurück gegen die Couch und schloss die Augen.

oooOOOooo

Gleichmäßiger Herzschlag unter seinem Ohr. Ein warmer Körper halb unter sich. Arme, die um ihn geschlungen waren.

James blinzelte.

Sirius.

Sein dunkles Haar floss über ein gelbes Kissen. Er schlief.

Ein etwas kurzsichtiger Blick auf die Uhr, die am Wandverbau stand. Seine Brille war irgendwo, nur nicht auf seiner Nase.

Kurz nach Mitternacht.

Der Bildschirm des Fernsehers flimmerte hell und malte bizarre Schatten an die Wände.

Sie mussten eingeschlafen sein, irgendwann zwischen den Nachrichten und der Wettervorhersage. Nova schlummerte friedlich unterm Couchtisch.

James gähnte und legte den Kopf zurück an Sirius' Schulter. Müdigkeit überschwemmte ihn.

oooOOOooo

„Jamie."

James blinzelte.

„Ich wecke dich ja nur ungern, aber da müsste jemand für kleine Welpen."

James öffnete die Augen einen Spalt breit. Nova stand winselnd bei der Tür.

„Wir sind bald zurück.", sagte Sirius, als James sich vorsichtig von ihm herunterrollte. James nickte und schloss erneut die Augen. Er spürte, wie die Wärm neben ihm verschwand.

oooOOOooo

James wusste, dass Sirius zurück war, als die Wärme neben ihm zurückkehrte. Arme fanden wie selbstverständlich ihren Platz um James' Hüften und zogen in näher. James legte den Kopf an Sirius' Schulter, vergrub das Gesicht in seiner Halsbeuge. Sirius strich vorsichtig wirres Haar aus James' Stirn. Seine Finger verweilten in James' Nacken. James seufzte und schmiegte sich näher an Sirius. James konnte das Lächeln auf den Lippen des anderen fast spüren.

Er hob den Kopf etwas, um Sirius ansehen zu können. Graue Augen schienen im Dunkeln fast zu leuchten. Wärme durchflutete James.

Und dann, einfach so, beugte James sich etwas nach vorne und hauchte einen zarten Kuss auf Sirius' Lippen.

Ein Kribbeln, als hätte er einen Schocker abbekommen.

James zuckte zurück und starrte Sirius mit großen Augen an. Die Gedanken in seinem Kopf drehten sich wild durcheinander.

Auch wenn es nur wenige Sekunden gewesen waren, er hatte Sirius geküsst.

Warum, um Merlins Willen?

James schluckte. Sirius sagte nicht, lag nur da und sah ihn an, als wolle er in ihn hineinsehen. James schaffte es nicht seinen Blick abzuwenden. Sein Herzschlag dröhnte in seinen Ohren.

Die Stille zwischen ihnen zog sich in die Länge.

Noch ein paar Herzschläge.

James schluckte abermals und sah schließlich an die Wand, nicht länger fähig Sirius' bohrendem Blick standzuhalten. Er drohte in den sturmgrauen Seen zu verglühen.

Noch ein paar Herzschläge.

Ein Zittern lief durch James' Körper, als Sirius' Finger seine Wange berührten, von dort zu seinem Kinn wanderten und ihn zwangen ihn wieder anzusehen. Er kam näher, langsam und vorsichtig, als wollte er James genug Zeit einräumen die Flucht anzutreten.

Ein Kribbeln breitete sich von James' Magengegend auf seinen ganzen Körper aus.

Sirius war so nah, dass James seinen Atem auf seinen Lippen spüren konnte. Er hielt inne, zog den Moment in die Länge.

Das Kribbeln wurde stärker, intensiver, zog sich bis in James' Lendengegend. Sein Magen verkrampfte sich.

Sirius war zu nah, viel zu nah. James konnte seinen Herzschlag unter seinen Fingerspitzen spüren. Er musste ihn wegschieben, klar machen, dass nicht mehr als freundschaftliche Gefühle für den anderen da waren. Sicher nicht mehr. Ganz sicher nicht –

Sirius schloss die letzten Millimeter zwischen ihren Lippen.

James fühlte sich, als stünde er in Flammen. Sirius' Lippen auf seinen heizten das Feuer nur noch an, seine Berührungen schickten Schauer um Schauer durch James' Körper. Er rückte näher an Sirius heran, forderte wortlos Nähe, erhielt sie, als dieser seine Arme fester um James' Hüften legte und ihn an sich zog.

James vergrub seine Finger in Sirius' nachtschwarzem Haar, öffnete bereitwillig die Lippen, als Sirius' Zunge um Einlass bat. Er verlor sich zunehmend in dem Augenblick, keuchte auf, als Sirius' Hände ihren Weg unter sein T-Shirt fanden, drängte sich an ihn. Nur nicht aufhören und denken, nur weiter, nur mehr.

„Sirius?"

Ein Flüstern von der Wohnzimmertür. Sirius löste sich von James und warf einen Blick über die Rückenlehne der Couch. „Was gibt es denn, Prinzessin?"

„Sophie hatte einen bösen Traum.", sagte Dora und zeigte auf den Teddybären in ihrer Hand.

„Arme kleine Sophie.", lächelte Sirius, fuhr sich mit einer Hand durchs zerzauste Haar und stand auf. „Dann bringen wir sie doch sicher ins Bett." Er warf James einen entschuldigenden Blick zu. Dann ging er zur Tür, hob Dora hoch und verließ mir ihr das Wohnzimmer.

James lag auf der Couch, die Augen geschlossen und bemüht, seine Atmung wieder unter Kontrolle zu bringen. Bei Merlin und Morgana, wie sollte er Sirius nur je wieder in die Augen sehen können?