Happy End in der Schmiede

Die Menge der Zuschauer wurde immer größer und schließlich trat ein junger, schwarzhaariger Mann hervor.

Harry Potter, dachte Joe.

„Neville", begann er seine Rede, die von der Braut unterbrochen wurde.

„Warum hast Du nichts gesagt?"

Joe hatte schon viel gesehen, Hochzeiten und Trennungen, einen Bräutigam, der nicht kam und Brauteltern, die sich anschrieen.

Und natürlich Bräute, die unzufrieden mit der Hochzeit, dem Kleid und anderen unwichtigen Dingen, waren.

Aber so etwas war ihm noch nicht passiert und deshalb wartete er ganz gespannt auf die Reaktion der Braut. Sie würde auf jeden Fall Ärger machen, oder ?

Hermine, das wußte Joe natürlich nicht, war nicht wie andere Bräute. Statt in Tränen auszubrechen oder zu schreien, leuchteten ihre Augen vor Freude auf.

„Hannah", sagte sie mit freundlicher Stimme.

Einer der rothaarigen Zwillinge stieß seinen Nachbarn an und flüsterte: „Wetten, dass Hermine sie verhexen wird?"

Joe stimmte ihm zu, es war sicher nur eine Frage der Zeit und diese schien das auch so zu sehen.

Ängstlich schaute sie Hermine an.

„Ja?"

„Woher weißt Du von der Hochzeit?"

Das Mädchen schaute sich um.

„Ähmm, Professor Snape hat mir eine Eule geschickt?"

„Tatsächlich?" Hermine schaute sich um und fand den Professor auf der Treppe stehend. Er war reisefertig und trug eine Tasche mit seinen Sachen in der Hand.

Beide sahen sich an und wie es schien, vergaßen sie die anderen Gäste. Ihre Augen fanden sich und Joe fühlte, dass etwas ganz besonderes zwischen den beiden passierte.

Plötzlich drehte sich Hermine ab und wandte sich wieder Neville zu.

„Ich bin Dir nicht böse. Und Hannah auch nicht."

Sie sah auf ihre Hand und zog den Verlobungsring von ihrem Finger.

„Ich glaube, der gehört jetzt einer anderen Frau, Neville."

Sie ging zu ihm hin und küsste ihn auf die Wange.

„Ich bin froh, dass Hannah gekommen ist. Sie hat getan was ich …"

Sie beendete den Satz nicht.

„Ich wünsche Euch viel Glück."

Ihre Stimme klang so wahrhaftig, dass Severus wieder Hoffnung schöpfte.

„Joe, ich gehe nach oben und packte meine Sachen. Danach könnte Hannah einziehen."

Die Zuschauer erwachten langsam aus dem Schockzustand und auch Hannah verlor ihre Scheu.

„Nein, Hermine. Bitte bleib in der Suite. Ich finde etwas anderes."

„Danke, aber ich gehöre woanders hin."

Severus schien nur auf diesem Satz gewartet zu haben. Er ging langsam zu Hermine und verbeugte sich leicht.

„Kann ich Dir dabei helfen?"

Hermine nickte und griff nach seiner Hand.

Hand in Hand gingen beide die Treppe hoch.

„Hermine."

Harry war schockiert, was ging hier vor sich?

Als Hermine nicht reagierte, rief er Snapes Namen. Aber beide ließen sich nicht stoppen und bevor Harry eine Dummheit machen konnte, griff Ginny ein.

„Lass sie gehen", sagte die junge Mrs. Potter.

„Ich erkläre es Dir später."

Harry verstummte, aber Ron hielt sich nicht zurück.

„Sie heißt Hannah, aber warum nennst Du sie denn Abby?"

Hannah lächelte unter Tränen.

„Das ist Nevilles Name für mich."

Ron versuchte das beste aus der Situation zu machen.

„Also Leute, wo wir schon alle hier sind, lasst Du feiern. Gründe genug haben wir."

Das löste die Spannung und alle gingen in den Frühstücksraum.
Joe begann Kaffee und Tee zu servieren und niemand bemerkte wie ein anderes Paar die Pension verlies.

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Das „Outlander Inn" war hell erleuchtet als Hermine und Severus die dunkle Straße entlanggingen.

Sie war so glücklich, aber dann erinnerte sich Hermine an Severus Reisetasche.

„Du wolltest gehen?"

„Ja. Die Lady hat nein gesagt und ich dränge mich nicht auf."

„Ich hatte meine Meinung zur Hochzeit längst geändert."

Er sah sie fragend an.

„Bevor Miss Abbott auftauchte?

„Ja. Ich habe entscheiden, dass es dumm ist, Neville zu heiraten, wenn ich doch Dich liebe."

Er war sprachlos. Darauf hatte er gehofft, aber es zu hören war unglaublich. Also zog er sie einfach an sich und küsste sie.

Und wenn er Hermines Reaktion richtig deutete, war das genau die Antwort, die sie erwartet hatte.

Aber irgendwann brauchten beide wieder Luft zum Atmen.

„Du bist der erste Mensch, der so etwas zu mir sagt", flüsterte Severus in ihr Ohr.

„Ich liebe Dich", wiederholte Hermine ihre Worte.

Severus sah sie wie ein Wunder an und schwor sich diese Frau glücklich zu machen.

Er wollte gerade etwas sagen, als helles Licht sie blendete. Wo kaum das denn her? Ein Souvenir-Shop mitten auf der dunklen Straße.

Er griff nach Hermines Hand.

„Komm, ich bin neugierig."

„So spät am Abend hat doch kein Souvenirladen mehr auf. Und überhaupt, der war doch vorher nicht hier."

„Lass uns nachschauen", sagte Severus und öffnete die Tür.

Ein bulliger Zauberer in einer farbenfrohen Robe begrüßte sie.

„Willkommen. Was kann ich für Euch tun?"

Hermine sah sich staunend um. Zwei große Feuer loderten hell und wie ein Souvenirladen sah es hier nun wirklich nicht aus.

„Schau Dich ruhig um", ermunterte sie Severus, der sich dann dem Zauberer zuwandte.

„Ich nehme an, dass wir einen magischen Zirkel betreten haben?"

Der Zauberer nickte.

„Für die normalen Menschen sind wir nicht zu sehen. Und es ist selten, dass mich Zauberer sehen."

Severus nickte.

„Ich verstehe. Es gibt doch einen Grund dafür und ich denke, ich weiß was Sie für uns tun können."

„Wenn Sie das möchten, stehe ich zur Verfügung."

„Ich werde mit ihr sprechen."

Hermine hatte sich inzwischen umgesehen und stand nun vor einer Auslage mit magischen Schwertern.

„Schau, ich denke, dass wir so etwas kaufen sollten. Der alten Zeit wegen."

„Gryffindor."

„Allerdings."

„Hermine, weiß Du was das für ein Ort ist?"

Sie schüttelte den Kopf.

„Was? Du kennst das wichtige Buch „Die Geschichte von Gretna Green " nicht. Der Tag sollte im Kalender angestrichen werden."

„Unsinn, natürlich kenne ich das Buch. Aber Gretna Green ist ein Mythos. Es heißt ein Schmied taucht aus dem Nichts auf und nur diejenigen sehen ihn, die bereit sind, einander ein ehrliches Versprechen zu geben."

„Fast richtig, Miss Granger. Aber Du hast etwas vergessen."

Er nahm ihre Hand und küsste sie.

„Aber … wir sind nicht wegen einer Heirat hier."

„Nun ja, die Schmiede tauchte auf als Du auf offener Straße Deine Liebe erklärt hast."

Ihre Augen wurden groß.

„Aber – Du hast mir keinen Antrag gemacht."

„Nicht mit Worten. Aber wenn Du mich willst, der Schmied kann uns trauen. Er wartet nur auf Deine Antwort. Und ich würde dieses Souvenir gern mit nach Hause nehmen."

Er zeigte die Eheringen.

„Das ist verrückt. Wir haben uns ewig nicht gesehen. Du kannst Doch nicht so einfach übers Heiraten nachdenken."

Mit dieser Antwort hatte Severus nicht gerechnet. Er atmete tief durch, schließlich stand sie hier mit ihm. Die Magie war da, sonst wäre die Schmiede nicht erschienen.

„Komm, ich will Dir etwas zeigen."

Er deutete auf die Ringe.

„Sie haben drei verschiedene Inschriften, entsprechend den Versprechens der Brautleute. Es gibt ein Jahr und einen Tag, Solange wie wir uns lieben und Für immer und einen Tag."

„Die meisten Zauberer wählen – Solange wir uns lieben."

Hermine nickte.

„Das ist der moderne Trend in unserer Welt."

„Du willst mir mir kommen?"

Sie nickte.

„Wir werden zusammen leben?"

Wieder nickte Hermine.

„Dann heirate mich Parker. Für ein Jahr und einen Tag, wenn Du willst. Die Magie hat uns hierher gebracht. Bitte wage den Sprung mir mir."

Sie sah ihn zweifelnd an.

„Parker, ich liebe Dich und will Dich glücklich machen. Gib mir diese Chance."

Es war ihm egal, dass er fast bettelte und der Schmied ihm dabei zu sah.

„Bitte, heirate mich für ein Jahr und einen Tag und wenn ich Dich nicht glücklich mache, dann lasse ich Dich gehen."

Er sah ihr tief in die Augen. Konnte sie seine Gedanken lesen ? Diesmal hoffte er es fast.

„Und wenn ich bleiben will?"

„Dann kommen wir zurück und heiraten wieder und wieder. Ich liebe Dich von ganzem Herzen. Werde meine Frau."

Sie lies ihn zappeln und er verdiente es nicht anders.

„Ok, ich heirate Dich für ein Jahr und einen Tag."

Sie nahm seine Hand.

„So, und nun küss mich richtig."

Das musste man ihm nicht zweimal sagen. Als sich der Kuss hinzog, räusperte sich der andere Mann.

„Ich nehme an, dass Sie sich einig sind."

„Ja."

„Dann suchen Sie sich die Ringe aus."

Severus wandte nochmals ab.

„Du kannst Dir jeden Ring aussuchen, aber ich hätte gern, dass wir uns einen schmieden lassen."

Er nahm seinen Armreifen aus Silber ab und hielt ihm den Schmied hin.

Hermine musste kurz überlegen. Dann griff sie in ihr Haar und zog eine Haarnadel heraus. Sofort lösten sich ein paar Locken.

„Entschuldige, mein Haar ist schrecklich."

Severus nahm ihr die silberne Haarnadel aus der Hand.

„Ich mag Dein Haar so wie es ist."

Sie hätte ihn gleich wieder küssen können.

Der Schmied nahm das Silber.

„Sehr gut. Ihr möchtet einen Ring für ein Jahr und einen Tag."

„Ja."

„Gut, dann beginne ich sofort damit."

Er zog seine Robe aus und ging zum Feuer. Dort band er sich eine Lederschürze um, legte das Metall in eine Schale und erhitze sie. Die Flüssigkeit verband sich sofort und damit auch die Magie von Mann und Frau.

Als ihr Ring fertig war, probierte ihn Hermine. Er saß perfekt.

„Ich möchte meinen Ring genauso haben."

Severus Stimme war nicht so sicher wie sonst.

„Auch für ein Jahr und einen Tag?"

Der Bräutigam schüttelte den Kopf.

„Nein, ich möchte das Versprechen für immer und einen Tag abgeben."

Erschrocken sah Hermine ihn an.

„Das kannst Du nicht tun. Wir müssen uns den gleichen Schwur wählen."

„Nein, ich binde mich für immer an Dich."

Der Schmied schüttelte besorgt den Kopf.

„Das ist ganz und gar ungewöhnlich."

„Mag sein, aber es ist nicht verboten?"

Ohne weitere Einwände begann der Schmied mit seiner Arbeit.

Hermine protestierte weiter, schließlich nahm Severus sie in den Arm.

„Ich bin schon lange an Dich gebunden. Das hier macht es nur offiziell und Du kannst es mir nicht ausreden."

„Aber es ist so unfair Dir gegenüber."

„Nein, ist es nicht. Es ist mein Wunsch."

Schließlich hatte auch er den Ring an seinem Finger.

Ungläubig starrte er auf seine Hand.

Sollte sein Traum, sein Wunsch wirklich wahr werden? Schließlich war er Severus Snape und seine eigenen Wünsche gingen nie in Erfüllung.

„Können wir bitte endlich heiraten?"

„Natürlich. Sie sind nicht der erste ungeduldige Bräutigam, den ich traue. Aber ich muss nicht mehr viel tun. Die Ringe haben Sie beide bereits verbunden. Ich gratuliere."

War es wirklich so einfach, fragte sich nicht nur Hermine.

„Werden wir Sie wieder finden?"

Severus holte das Geld aus seiner Reisetasche und hörte ihre Frage nicht.

„Natürlich. Nicht Ihr findet mich, sondern wir finden Euch."

Kaum hatte der Schmied das Geld, standen die beiden auf der dunklen Straße und der „Souvenirladen" war verschwunden.

„Willst Du zu Deinen Freunden und unsere Heirat feiern?"

Hermine schüttelte den Kopf.

„Nein, ich will mit Dir allein sein."

Sie stellte sich auf die Zehenspitzen und küsste ihn.

„Wollen wir unseren Honeymoon beginnen?"

Sie apparierten direkt auf den Hügel mit Blick auf Severus Haus. Nein, es war nun auch ihr Haus. Hermine konnte nicht glauben wie sehr sich ihr Leben in so kurzer Zeit verändert hatte.

„Siehst Du es?"

„Ja."

Er nahm sie an die Hand und beide liefen zum Cottage. Dort angekommen, nahm Severus Hermine auf den Arm und trug sie über die Schwelle. Endlich war sie dort wo sie hingehörte. An seiner Seite.

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Nachwort der Autorin: Die Geschichte wurde von dem Film „Elizabethtown" beeinflusst.

Nachwort der Übersetzerin: Ich fühle mich schlecht, dass es mit dem Posten solange gedauert hat. Aber Internet-Stalker verderben Dir jeden Blick in den Computer bzw. machen Dir Angst.

Ich hoffe, dass es damit jetzt vorbei ist.

Danke für Eure Geduld.