Ein aufrichtiges Dankeschön an jeden der sich die Zeit genommen hat mir ein paar Zeilen zu schreiben. Ihr wisst gar nicht sehr es mich freut und vor allem motiviert so nette und tolle Worte von Menschen zu hören, die meine Leidenschaft teilen. Seid euch gewiss, dass jedes von mir geschriebene Wort für euch ist.
Severus Körper neigte sich nach vorne und er steuerte auf das Cafe zu. Wie in Trance spürte er sich bewegen, machtlos seinem Tun Einhalt zu gebieten. Mit großen Schritten näherte er sich dem weiten Fenster und der verschnörkelten Tür. Sein Blick heftete an Hermine und er fand es unmöglichen diesen von ihr los zu reißen. Als er kurz vor der Tür war sah sie ihn erschrocken an und er erstarrte. Er konnte alles und nichts in ihrem Blick lesen, er versuchte eine Botschaft darin zu erkennen, einen Hinweis darauf, dass ihr ihre Gesellschaft unangenehm war doch er fand nichts. Nur Leere. Schließlich wandte sie ihren Blick wieder ab und sah den Troll an. Ihre Hand lag noch immer auf dem Tisch und wurde von seiner Pranke verdeckt. Severus starrte das Paar immer noch an und schluckte. Auf einmal fiel es ihm wie Schuppen von den Augen. Sie wollte nicht von ihm gerettet werden, sie brauchte nicht von ihm gerettet zu werden. Der Schmerz traf ihn tief und hinterließ eine Taubheit die er nur all zu gut kannte. Er hatte die Ahnung, dass er zu spät dran war. Er hatte zu viel Zeit verstreichen lassen, er hatte es nicht gut genug versucht, er hatte den Moment schlichtweg verpasst. In dieser Sekunde wünschte er sich, es gäbe jemanden den er die Schuld zu schieben konnte. Einen Sündenbock den er fortan hassen konnte. Doch er machte nicht einmal den Oger für sein Unglück verantwortlich, natürlich hasste er ihn weiterhin, jedoch wurde ihm schmerzhaft bewusst, dass nur er selbst an seiner Misere Schuld war. Und diese Erkenntnis war beinahe schlimmer als der Anblick von Hermine mit dem Troll. Er warf einen letzten Blick durch das Fenster und fühlte sich wie so oft in seinem Leben als Zuschauer. Als wäre er in einer anderen Welt gefangen und nicht in der Lage an seinem eigenem Leben teil zu haben. Schließlich wandte er sich langsam ab und machte sich mit gesenktem Blick auf den Weg zurück ins Schloss. Er stapfte vorbei an der Kneipe von Rosmerta und hielt kurz ein. Sehnsüchtig schaute er auf die morsche Tür und erinnerte sich an die Leichtigkeit und das Glück welches er vor so kurzer Zeit dank Hermine empfand. Kurz überlegte er ob er der Nostalgie halber hinein gehen sollte, entschied sich jedoch dagegen. Heute war ihm nicht nach Gesellschaft zumute. Severus schnaubte. Als ob es wann anders anders wäre.
Am nächsten Morgen fand sich Severus wie immer um die selbe Uhrzeit auf der Lehrertafel in der großen Halle ein. Er wusste nicht ob er erleichtert sein sollte Hermine ebenfalls dort zu sehen oder nicht. Immerhin war nicht so woanders an diesem Morgen. Weiter wollte er diesen Gedanken nicht vertiefen. Er setzte sich neben sie hin und nickte ihr zu. Sie grüßte ihn leise und aß unbeirrt weiter. Kurz überlegte er ob er der angespannten Stimmung weiterhin ihren Raum geben sollte, doch schließlich entschied er sich entgegen. Was hatte er zu verlieren, schlimmer konnte es nicht kommen. Er nahm noch einen Schluck von seinem schwarzen Tee und startete seinen Angriff.
„Ich hatte gar nicht damit gerechnet Sie heute Morgen zu sehen."
Hermine sah ihn skeptisch aus den Augenwinkeln an und überlegte ob sie sich darauf einlassen sollte. Schließlich konnte sie nicht anders und legte ihr Besteck zur Seite.
„Wo sollte ich denn sonst sein?"
Ein leichtes Zucken seines Mundwinkels verriet ihn. Er freute sich, dass sie angebissen hatte.
„Nun ich hätte mich wetten getraut, der Oger hätte Sie über seine Schultern geworfen und verschleppt."
„Das hätte ich Ihnen niemals angetan." Severus zog seine Braue überrascht hoch. „Wir wissen doch beide, dass das Ihr größter Wunsch ist." fuhr Hermine weiter fort.
Die Schulleiterin beobachtete die zwei und war erleichtert, dass scheinbar wieder zumindest ein wenig Normalität eingekehrt war.
Severus warf Hermine einen entnervten Blick zu und konterte sofort.
„Im Gegensatz zu Ihnen besitze ich zumindest gewisse Ansprüche."
„Ich auch, zum Beispiel erwarte ich mir zumindest ein wenig Zuneigung von meinem Gegenüber."
„Oh und diese finden Sie bestimmt bei Ihrem Troll. Wie bei einem Straßenhund den man ab und zu Essensreste hinwirft."
„Zumindest ist dieser Straßenhund nicht zu feige um Gefühle zu zeigen."
„Hunger und sich an juckenden Stellen zu kratzen sind keine Gefühle."
Hermine verdrehte die Augen und widmete sich wieder ihrem Essen. Severus atmete lautlos aus und ärgerte sich, dass sie das Gespräch beendet hatte. Er wusste selbst nicht was er damit bezwecken wollte aber er konnte nicht aufhören. Minerva sah dem Schauspiel noch immer zu und schüttelte den Kopf. Soll einer diese zwei verstehen.
Severus blieb einige Minuten lang ruhig bis er es schließlich nicht mehr aushielt.
„Die Wahl der Örtlichkeit war Ihre nehme ich an? Oder hatte er dieses abgedroschene Liebesnest vorgeschlagen und somit seine Gefühle gezeigt?"
„Zumindest war ich schon einmal dort."
Das hatte gesessen.
„Welch Leistung. Jeder Drittklässler hat sich schon einmal in dieses peinliche Etablissement verirrt."
„Tja manche wagen den Schritt hinein, andere stehen lieber davor."
„Manche führen lieber sinnvolle Gespräche als sich nach Äußerlichkeiten zu verzehren."
„Oh ja ich verzehre mich nach seinen Äußerlichkeiten."
„Von dem was ich gesehen habe – ja."
„Vielleicht sollte ich Sie das nächste mal mit nehmen, dann können Sie sich nach seinen Äußerlichkeiten verzehren."
Severus schnaubte.
„Vielleicht sollten Sie mit jemanden ausgehen, dessen einzige Attribute nicht die Wangenknochen sind?"
Er hielt den Atem an. Das hatte er nicht beabsichtigt. Sie hatte die entnervende Gabe ihn solange aus der Reserve zu locken bis er unvorsichtig wurde.
„Bis jetzt hatte dieser Jemand nicht den Mut mich zu fragen." Der bissige Ton in Hermines Stimme war unüberhörbar.
„Dann tut dieser gewisse Jemand das jetzt." keifte Severus zurück.
Minerva hätte beinahe ihren Tee ausgespuckt. Sie kannte Severus Snape seit dem er elf Jahre alt war und dennoch schaffte es der Junge immer noch sie zu überraschen.
