9. Das Ministerium
Am nächsten Morgen hatte Harriet das Gefühl vor ein Erschießungskommando treten zu müssen. Sie stand extra früh auf um noch ihre Haar machen zu können, doch er Erfolg war bescheiden .Sie sah nach wie vor aus als wäre sie in einen Hurrikan geraten.
Als sie hinunter zum Frühstück ging wurde sie von Mr. und Mrs. Weasley sowie Sirius, Remus und Tonks erwartet. Allerdings konnte von „Frühstück" eigentlich keine Rede sein, weil Harriet viel zu nervös war um etwas zu essen und nur ein wenig an ihren Toast knabberte.
„Wie geht's dir?", erkundigte sich Remus während Tonks herzhaft gähnte. Sie war offensichtlich die ganze Nacht auf gewesen und entsprechend wach. Nämlich gar nicht.
„Es wird bald vorbei sein", versuchte Rons Vater das jüngere Mädchen aufzuheitern, „In ein paar Stunden wirst du freigesprochen."
„Und was wenn nicht?", entgegnete Harriet.
„Amalia Bones, die dich vernehmen wird, ist fair, Harry", sagte Tonks, „Wenn sie erfährt was passiert ist, wird sie dich freisprechen."
„Bleib höflich und möglichst ruhig und halte dich an die Tatsachen", riet ihr Sirius. „Das Gesetz ist auf deiner Seite", fügte Remus hinzu, „Auch minderjährige Zauberer dürfen in lebensbedrohlichen Situationen Magie einsetzen."
Harriet nickte nur. Sie war das alles schon mit Hermine durchgegangen. Öfter als einmal. Aber was wenn sie mir nicht glauben? Ich kann Dudley wohl kaum als Zeugen aufführen. Und ich hab keine Ahnung ob Mrs. Figg die Dementoren überhaupt gesehen hat!
Molly Weasley, bespuckte ihre Handflächen und legte diese dann auf Harriets Kopf - ein letzter Versuch die wegstehenden Haarsträhnen unter Kontrolle zu bringen. „Manchmal denke ich dir könnte nur noch Klebstoff helfen", murmelte sie sichtlich verzweifelt. Schließlich brachen Arthur Weasley und sie unter den Glückwünschen der anderen auf.
Um einen besseren Eindruck zu machen nahmen sie die U-Bahn. Da Mr. Weasley keine Ahnung hatte und viel zu hingerissen war von allem, was noch Muggelerrungenschaft aussah, erledigte Harriet die Feinheiten der Reise – also den Ticketkauf und das reibungslose Ablaufen der Fahrt. Sowie das Aussteigen bei der richtigen Station, nachdem sie den Ort ihrer Bestimmung aus dem Zauberer herausbekommen hatte.
Sie verließen die U-Bahn Station und gingen in irgendeine merkwürdige Seitenstraße.
„Hier sind wir", meinte Mr. Weasley schließlich. Harriet sah sich um. Dann blickte sie nach vorne. „Das Zaubereiministerium ist eine Telefonzelle!" Für einen Augenblick zweifelte sie ernsthaft an Arthur Weasleys Verstand und gleich darauf an ihren eigenen.
„Aber nein. Das ist nur der Eingang", erklärte Rons Vater und schuppste sie mit sanfter Gewalt in die Telefonzelle. Dann trat er selbst ein, schloss die Türe hinter sich und hob den Hörer ab. Mein Gott, wenn uns jemand so sieht, will ich lieber nicht wissen, auf was für Gedanken er kommt.
„Ich fühl mich wie Dr. Who", murmelte sie. „Den kenn ich nicht", erwiderte Mr. Weasley und hob den Hörer ab. Dann begann er zu wählen.
62443? Das ergibt überhaupt keinen Sinn. Damit erreicht er doch niemals jemanden! Dann ertönte plötzlich eine Frauenstimme in der Zelle. Sie kam allerdings nicht aus dem Hörer. „Willkommen im Zaubereiministerium. Bitte nennen Sie Ihren Namen und Ihr Anliegen", sagte sie.
Mr. Weasley schien ein wenig verunsichert, wohin er sprechen sollte, als er meinte: „Arthur Weasley, Büro gegen Missbrauch von Muggelartefakten, ist hier als Begleitung von Harriet Potter, die aufgefordert wurde sich zu einer disziplinarischen Anhörung einzufinden."
„Vielen Dank. Besucher, bitte nehmen Sie die Plakette und befestigen Sie sie vorne an ihrem Unhang", sagte die Frauenstimme und die besagte Plakette fiel durch den Münzauswurf. Auf ihr stand: Harriet Potter, disziplinarische Anhörung. Harriet steckte sie an.
„Besucher der Ministeriums, Sie werden aufgefordert sich einer Durchsuchung zu unterziehen und Ihren Zauberstab zur Registrierung am Sicherheitsschalter vorzulegen, der sich am Ende Atriums befindet", verkündete die Frauenstimme nun.
Und dann begann plötzlich der Boden zu beben. Harriet zuckte erschrocken zusammen als der Boden damit begann abzusinken und die Telefonzelle sich einem Aufzug gleich ihren Weg ins Innere der Erde zu bahnen.
Nach schier endloser Zeit, in der sich Harriet einzureden versuchte, dass ihre die Enge nichts ausmachte, hatte die Telefonzelle ihr Ziel erreicht.
„Das Zaubereiministerium wünscht Ihnen einen angenehmen Tag", verabschiedete sich die Frauenstimme.
Das echte Ministerium war nun doch ein wenig größer als die Telefonzelle. Vor ihnen lag eine lange prachtvolle Halle, dunkler Fußboden, eine blaue Decke mit goldenen Symbolen, verholzte Seitenwände mit einigen goldenen Kaminen durch die massenhaft Zauberer ankamen und ein riesiger Brunnen in der Mitte der Halle mit goldenen Statuen darin.
Mr. Weasley führte sie in Richtung goldener Tore, die wohl aus der Ankunftshalle ins Ministerium selbst führten, zu einem Pult der Sicherheit hinter dem ein Zauberer saß, der den Tagespropheten las.
Der Zauberer ließ seinen Zauberstab wie einen Metalldetektor über Harriets Körper gleiten und nahm ihr dann den Zauberstab ab. Er legte ihn auf ein überaus seltsames Messgerät, das Daten über ihn ausspuckte und gab ihn ihr dann zurück.
Dann fiel ihm Harriets Plakette auf. „Ähm , viel Glück noch Miss Potter", meinte er etwas lahm. „Danke", meinte Harriet überrascht. Mr. Weasley schloss sich dem an und nahm Harriet mit durch die Tore. Eine Masse von anderen Zauberern folgte ihnen.
Sie durchquerten eine kleinere Halle bis sie einen Fahrstuhl erreichten, indem die Frauenstimme aus der Telefonzelle die Stockwerke ansagte. Neben Hexen und Zauberern zählten auch Papierflieger, Memos wie Mr. Weasley erklärte, zu den Passagieren des Fahrstuhls.
Im zweiten Stock konnten sie endlich aussteigen. Harriet starrte aus einem Fenster, durch das falscher Sonnenschein hereinstrahlte. Echt irre diese Zauberer.
Sie kamen an der Aurorenzentrale vorbei, wo sie Kingsley trafen, der aber natürlich vor seinen Kollegen so tun musste als würde er sie nicht näher kennen. Trotzdem wollte er wohl mit ihnen sprechen, denn er führte sie den Gang entlang in eine Zelle, in der wohl die Suche nach Sirius koordiniert wurde. (Warum sonst sollten überall Zeitungsausschnitte mit seinem Gesicht herumhängen und eine Weltkarte mit roten Stecknadeln drin auch hier sein?)
Kingsley drückte ihnen unter einem Vorwand ein Bündel Pergament in die Hände mit einem Magazin dabei, das sie Sirius geben sollten. Dann gingen sie weiter in Mr. Weasleys eigene Abteilung.
Bei dem Magazin handelte es sich um den Klitterer. Was Sirius so an einem (oder auch dem) Schundmagazin der Zauberwelt interessieren sollte, war Harriet ein Rätsel, aber sie kam nicht dazu nachzufragen, denn ein Kollege von Mr. Weasley stürmte ziemlich aufgelöst herein und teilte ihnen mit, dass sie den Termin für Harriets Anhörung geändert hätten und, dass diese vor fünf Minuten begonnen hatte.
Oh, nein. Das ist nicht fair! Sie hetzten zum Fahrstuhl und fuhren mit ihn hinunter. Bei „Mysteriumsabteilung" stiegen sie aus.
Ein langer schwarzer Korridor mit einer einzigen Türe am Ende strahlte ihnen entgegen. Harriet wollte darauf zugehen, doch es ging noch weiter hinunter. Diesmal über Treppen.
Als sie den Kerker erreicht hatten, suchten sie Gerichtraum 10, wo laut Mr. Weasleys Kollegen die Anhörung stattfinden sollte.
„Geh da rein!", forderte sie Mr. Weasley atemlos auf.
„Was!", entfuhr er Harriet, „Ganz allein? Sie kommen nicht mit!"
„Nein, nein. Ich bin nicht zugelassen. Viel Glück!" Er gestikulierte ihr heftig hineinzugehen. „Du bist bereits zu spät", erinnerte er sie. Harriet seufzte, sammelte sich kurz, drückte die Türe auf und trat ein. Einfach wunderbar.
A/N: Da die Frage wieder einmal aufkam: Ich versuche alle 7 Tage upzudaten. Manchmal verschiebt es sich aus unterschiedlichen Gründen um einen Tag oder so. Solange ich noch vorgeschriebene Kapitel habe, will ich das auch so beibehalten.
Phinea: Zu deiner Frage über Sirius und Remus – keine Angst, ich habe mir vorgenommen brav zu sein. Außerdem gibt es in dieser Fanfiction sowieso schon genug andere Liebesverwicklungen. … Es sei denn natürlich die Großteil der Leser will es unbedingt.
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