Sev? SEV! Jetzt komm schon, du musst auf die Bühne und verkünden, wem das heutige Kapitel gewidmet ist! Was? Au! Schon gut, schon gut, ich mach´s selbst. Also, das 9. Kapitel ist für – la dame!
Ach ja, euch allen noch einen schönen vierten Advent!
Mrs. Skinner: ich hoffe, du hast noch ein bisschen Geduld mit mir – es passiert so schnell nicht (es kommen immer so unangenehme Dinge dazwischen wie Todesser, Krieg und Voldemort) – und außerdem, ich glaube, ich habe es schon erwähnt, ich kann nix dafür, wenn die beiden nicht endlich zur Sache kommen, ich bin nur der Chronist der Dinge… (bedauernd lecker Schokoladenkuchen verteilt…)
la dame: ich denke, das hört auch nicht auf…
bengisu: so clever die beiden sind, in der Hinsicht sind sie völlig vernagelt – sie brauchen noch eine Zeitlang, um ihre Gefühle zu erkennen… na, ja, Kopfmenschen halt…
Sepsis: Sev hat ja kompetente Hilfe, ich denke, die schaffen das… (wissend in mich reinkichere)
LMA23: hab mir sagen lassen, so eine kalte Dusche soll Wunder wirken :D… leider muss ich noch einmal darauf hinweisen, dass die beiden demnächst noch mit zu vielen anderen Dingen beschäftigt sein werden, und sie außerdem noch zu stur sind, um so etwas „Banales" wie Gefühle auch nur in Erwägung ziehen. Nichtsdestotrotz (wat´n ein bescheuertes Wort!) – ihr Kopf sagt dies, ihr Herz was anderes…
mrs. spookiness: versprochen, das tun sie… später! (versöhnlich Butterbier á la Tränkemeister ausschenk)
Malina: Sonnige Grüße? Sonne – ist das nicht dieses große, helle, heiße Ding am Himmel, das ich nur vom HörenSagen kenne:D … jedenfalls vielen Dank! Hm, sooo lang ist natürlich eine Auslegungssache, allerdings hast du sicherlich schon gemerkt, dass Kurzfassen nicht gerade meine Stärke ist. Aber … es wird nicht die Ausmaße der Bibel annehmen, das ist sicher…
WatchersGoddess (meiner Nemesis :D): kopfschüttel… na, na, na… auf solche schlimmen Gedanken bin ja nicht mal ich gekommen… aber jetzt, wo du es erwähnst… Billardtisch, aufgeheizte Stimmung… ahhhhhhh, Kopf gegen die Wand schlägt… Sev! Ich hätte heute Abend frei… Ich spiele auch gern… ähm, Billard…
9. Kapitel
Beim Frühstück sprach sie mit Ginny, und das rothaarige Mädchen war sofort bereit, mitzumachen. „Ginny", sagte Hermione nachdenklich, „dir ist aber schon klar, dass es auch gefährlich oder schmerzhaft werden kann, ja? Ich meine, wir haben die ganze Sache noch nicht wirklich unter Kontrolle, und du weißt ja, das letzte Mal hatte ich gebrochene Rippen."
„Ich bin nur seine Schwester, ich bin nicht Ron", antwortete Ginny. Sie spielte auf Rons Neigung an, sich erst in eine Sache zu stürzen und später darüber nachzudenken.
„Und außerdem: glaubst du, ich lasse mir eine Gelegenheit entgehen, Snapes Privaträume zu sehen? Er benimmt sich immer noch wie ein Arschloch, aber ernsthaft, Mione, mittlerweile ist er ein wahnsinnig sexy Arschloch, findest du nicht?"
„Ginny!", flüsterte Hermione und sah sich panisch um, ob sie jemand gehört hatte.
Ginny platzte beinahe vor Lachen. „Jetzt sag nicht, du hättest schon so viel Zeit allein mit ihm verbracht, und du hast das nicht bemerkt! Komm schon Mione! Ich habe ihn in der Nacht mit den Trollen gesehen, und abgesehen von der Menge Verletzungen, die er da hatte, war sein nackter Oberkörper ein erstaunlich angenehmer Anblick.
Und seine Haare erst! Früher fettig und ölig, und jetzt… Sie sehen seidig aus. Am liebsten würde man darin rumwühlen, findest du nicht? Hast du sie schon einmal berührt?"
„Nein!"
Sie rutschte näher an Hermione heran. „Letzte Nacht, als du noch nicht da warst, haben sich Lavender, Luna, Parvati und ich darüber unterhalten."
Hermione schnappte nach Luft und wurde blass. „Ihr habt was?"
Ginny prustete in ihren Kürbissaft. „Wir haben beschlossen, dass wir ihn mittlerweile – so mit gewaschenen Haaren und diesem super knackigen Hintern – nicht mehr von der Bettkante stoßen würden, sollte er mal nachfragen…"
Hermione tat so, als wollte sie ihre Ohren zuhalten. „Bei Merlin", stöhnte sie unterdrückt. „Wie kommt ihr überhaupt auf die Idee, er könnte einen knackigen Hintern haben?"
„Die Trollnacht, Mione! Als er sich zu Filch runterbückte… komm schon, selbst ein Bücherwurm wie du muss das bemerkt haben. Wenn er sich so weiter entwickelt, bin ich mir echt nicht mehr sicher, ob er nicht sogar Sexgott Blaise Zabini vom Thron stößt…"
Ihre Freundin begann rhythmisch ihren Kopf gegen den Tisch zu schlagen. „Vielen Dank, Ginny! Ich habe gleich eine Doppelstunde Fortgeschrittene Zaubertränke bei deinem Sexgott… Ich werde ihm nie wieder in die Augen schauen können…"
Die rothaarige Gryffindor starrte sie mit großen Augen an. „Du hast es also bemerkt… Und? Hast du schon versucht, ihn anzumachen?"
„Bist du wahnsinnig? Glaubst du im Ernst, ich lasse mir von ihm den Kopf abbeißen?"
Ginny stützte nachdenklich ihren Kopf in die Hand und sah zum Lehrertisch hinüber, um einen Blick auf den Tränkemeister zu werfen. Wie immer ließ er wachsam seine Augen über die Große Halle schweifen, während er zustimmend zu etwas nickte, was Madam Pomfrey ihm erzählte.
Ginny seufzte, alle Leichtigkeit verließ sie mit einem Schlag. Hermione sah auf, und auch sie wurde sofort ernst. „Ich bin sicher, ihnen geht es gut", sagte sie leise.
„Das hoffe ich", antwortete Ginny ebenso leise. „Ich würde den sexy Professor sofort hergeben, wenn Harry und Ron und die anderen wieder da wären, und es endlich einmal zu Ende wäre mit Du-weißt-schon-wem!" Hermione nickte wortlos, und sie standen auf und gingen; in der Eingangshalle trennten sie sich.
SSHGSSHGSSHGSSHG
Sie waren nur noch wenige, die übrig geblieben waren, um Fortgeschrittene Zaubertränke zu lernen. Es gab nicht sehr viele, die sich so sehr für dieses Fachgebiet interessierten, das gänzlich ohne „albernes Zauberstabgefuchtel" auskam, so dass sie nur noch insgesamt elf waren, und zwar aus allen vier Häusern.
Snape ließ sie in den Unterrichtsraum und verteilte dann an jeden ein Pergament. „Ich möchte, dass Sie sich die Aufgabenstellung genau durchlesen", schnarrte er.
„Dann werden Sie sich darüber Gedanken machen, zu welchem Trank diese Zutaten wohl gebraucht werden, und das werden Sie schriftlich ausformulieren. Und dabei werden Sie sich überlegen, womit man diesen Trank noch verbessern könnte."
Er runzelte die Stirn und überblickte die kleine Gruppe. „Übrigens – falls einer von Ihnen auf die glorreiche Idee kommt, bei jemanden anders", seine Augen wanderten kurz zu Hermione hinüber, „um Hilfestellung nachzufragen – vergessen Sie's. Jeder von Ihnen hat einen komplett anderen Trank. Anfangen!"
Hermione las sich die Liste der Zutaten durch. Beim ersten Mal überflog sie sie kurz, um einen allgemeinen Eindruck zu bekommen, beim zweiten Mal dann genauer. Sie stutzte. Getrocknete Seealgen, bei Dämmerung gesammelte Albionblumen, Presolarwurzeln, Phönixtränen und ein Dutzend andere Ingrediezien, die meisten zur Unterstützung der Wandelbarkeit oder Restrukturierung?
Sie warf einen Blick zu Snape hinüber, der sie beobachtete wie eine Katze, die vor dem Mauseloch saß.
Sie vertiefte sich wieder in die Liste und ging in Gedanken ihre These durch. Stichpunktartig notierte sie ein paar Sachen, die ihr durch den Kopf gingen. Aufgeregt biss sie sich in die Lippe. Verdammt, der Tränkemeister zeigte ihr gerade seinen Trank, mit dem hoffte, Remus wieder in seine Menschengestalt zurück zu bringen! Das war…
Sie schrak zusammen, als eine Hand lautstark auf den Tisch knallte. „Haben Sie nicht zugehört? Ich habe gesagt schriftlich ausformulieren!" Snape starrte sie an.
„Aber…"
„Stichpunkte, Miss Granger, ist nichts, was ich akzeptieren werde!"
„Aber…"
„Strafarbeit, heute Abend, 19.00 Uhr in meinem Büro!"
Hermione wurde wütend, bis sie das Funkeln in seinen Augen sah. Sie hatte immer gedacht, es sei Grausamkeit, die sich in den tiefschwarzen Tunneln widerspiegelte, doch heute bemerkte sie zum ersten Mal, dass es Amüsement war.
Dieses Funkeln hatte sie jedes Mal gesehen, wenn sie sich mit den Slytherins angelegt hatte. Es hatte immer zu Punkteabzug und Strafarbeiten geführt, aber heute wurde ihr bewusst, dass es ihm Spaß gemacht hatte, wenn sie seine Slytherins verbal oder geistig übertrumpft hatte.
Sie sprang auf. „Aber…"
„Ich werde keine Respektlosigkeiten mehr von Ihnen dulden!" Severus hätte beinahe gelacht. Sie spielte mit! Er begann wirklich, dieses Granger-Mädchen zu mögen.
„Sie sind so gemein!", schrie sie. Die anderen Schüler waren längst zu Salzsäulen erstarrt. Snape anzubrüllen war kein guter Weg, wenn er sowieso schon schlechte Laune hatte. „Sie wissen genau, dass ich meine Arbeit immer mit Stichpunkten beginne…"
Severus ließ noch einmal seine Hand vehement auf ihren Tisch knallen. „Jetzt reicht´s", zischte er, und sie verstummte. „Ab heute Abend werden Sie einen Monat lang Strafarbeiten bekommen."
Er grinste maliziös. „Ich war eine lange Zeit abwesend. Ich bin sicher, mein Vorratsraum wird eine gründliche Säuberung durchaus gebrauchen können. Ohne Magie natürlich. Und jetzt", seine Stimme senkte sich zu einem Flüstern, „werden Sie alle Ihre Arbeit erledigen, oder Sie werden bereuen, dieses Fach gewählt zu haben…"
Plötzliche hektische Betriebsamkeit folgte seinen Worten. Niemand wagte es mehr, ihn anzusehen. Nun ja, jedenfalls fast niemand. Als er sich zufrieden hinter seinem Tisch niederließ, fing er einen kurzen Blick von Hermione auf, bevor sie ihren Kopf beugte und ihr Gesicht hinter ihren Haaren verbarg. Allerdings nicht, bevor er nicht das feine Lächeln auf ihren Lippen gesehen hatte.
Hermione entfaltete das kleine Pergament, das ihr Snape bei seiner Show unter ihre Unterlagen geschmuggelt hatte.
Der Wolf braucht 11.30 Uhr und 13.30 Uhr seinen Trank. Ich erwarte, dass du mir rechtzeitig Bescheid gibst, solltest du es nicht schaffen. Sei vorsichtig! S.
PS: Das Passwort lautet Constant Vigilant.
Die Zeilen begannen zu wabern und verschwanden dann, so dass ein leeres Pergament zurück blieb. Hermione blickte sich vorsichtig um, doch ihre Klassenkameraden waren in ihre Aufgaben vertieft. Sie nickte zu Snape hinüber, dessen Lippen sich leicht kräuselten. Dann machte sie sich an ihren eigenen Trank.
Als sie den Unterrichtsraum verließen, wurde sie von allen Seiten mit mitfühlenden Blicken und aufmunternden Worten bedacht. Dean Thomas, der einzige andere Gryffindor außer ihr, nahm sie kurz in den Arm. „Mach dir nichts draus, Mione, das wird schon nicht so schlimm werden", murmelte er.
Hermione dankte ihm mit einem Lächeln. War sie eigentlich die Einzige, die gemerkt hatte, dass Snape ihr keinen einzigen Punkt abgezogen hatte?
Kurz nach 11.00 Uhr machte sich Hermione auf den Weg in die Kerker. Sie benutzte ein paar Geheimgänge, die sie von Fred und George kannte, um niemanden zu begegnen. Es wäre nicht gut, wenn sie von Slytherins gesehen wurde, wie sie in das Privatquartier ihres Hauslehrers ging.
Was hätte sie dann sagen sollen? Ach wisst ihr, Jungs, der Professor und ich versuchen gerade, Lupin aus seiner Wolfsgestalt zu befreien? Und dann haben wir auch noch so eine Blutgeschichte, mit der experimentieren wir auch ein bisschen…
Und woher wusste Snape eigentlich, dass sie von 11.00 Uhr bis 14.00 Uhr Freistunden hatte? Kannte er ihre Stundenpläne?
„Constant Vigilant", murmelte sie und musste grinsen, als die schwere Eichentür lautlos aufschwang. Sie hätte nie gedacht, dass der Tränkemeister ein Fan von Mad Eye Moody war. Soweit sie wusste, konnten sich die beiden nicht ausstehen.
Das Grinsen verging ihr, als sie den Wolf in seinem Käfig betrachtete. Er stand aufgerichtet auf zwei Beinen, das Fell gesträubt, und die Fremdartigkeit dieser Haltung – etwas Menschliches vermischt mit so Tierischen – jagte ihr einen Schauer über den Rücken.
Ohne Severus Snape fühlte sie sich in seinen Räumen wie ein Eindringling. Er musste schon großes Vertrauen zu ihr haben, um ihr das zu gestatten. Sie ging zum Vorratsraum und holte sich eine Phiole des Stabilisationstranks. Dann kehrte sie ins Wohnzimmer zurück und holte tief Luft. Ein Blick auf die Uhr zeigte ihr, dass es in wenigen Minuten so weit sein würde.
Der Werwolf stand noch immer unter dem Silenciozauber, und doch machten ihr sein lautloses Knurren und sein starrer Blick eine Heidenangst. Sie richtete ihren Zauberstab auf ihn und murmelte den Fluch, um ihn zu fesseln.
Die silbernen Strahlen umschlangen ihn und verdammten ihn zur Bewegungslosigkeit. Hermione stählte sich innerlich, öffnete die Käfigtür und ging zu ihm hinüber.
Aus der Nähe betrachtet, war er … fürchterlich… erschreckend. Das grauschwarze Fell war räudig und an einigen Stellen verfilzt. Sein Kopf war überproportional groß, die Schnauze riesig. Mit einem leichten Tippen ihres Zauberstabes brachte sie sein Maul ein wenig auseinander und schauderte.
Die Zähne waren schmutzig gelb und gebogen, und sein Atem stank nach Verwesung und Tod. Sorgfältig zählte Hermione die 12 Tropfen ab, und entfernte sich wieder aus dem Käfig, immer mit dem Blick auf den Wolf.
Sorgfältig verschloss sie die Tür, dann befreite sie den Werwolf von seinen Fesseln. Im Bruchteil einer Sekunde hatte er sich gegen die Gitter geworfen, während er sie fixierte. Hermione schrak zurück. Die pure Gier, der Blutdurst in seinen Augen… War da noch irgendetwas von Remus Lupin? Sie setzte sich in einiger Entfernung vom Käfig auf den Boden.
„Remus", begann sie und kam sich etwas albern vor. Aber andererseits sprach man ja auch zu Komapatienten, und vielleicht war das hier so ähnlich, vielleicht konnte der Mensch in dem Wolf noch hören und verstehen. „Ich weiß, dass du da bist", sprach sie weiter und runzelte dann die Stirn. Wusste sie das wirklich? Zumindest hoffte sie das.
„Ich weiß auch, dass du Angst hast. Ich hätte jedenfalls Angst in deiner Situation." Als sie mit Sprechen angefangen hatte, war der Wolf noch zweimal gegen die Gitter geprallt, doch als sie jetzt fortfuhr, legte er sich nieder und starrte sie an. Seine Ohren bewegten sich, stellten sich leicht in ihre Richtung. Sie hoffte, dass das ein gutes Zeichen war.
Hermione redete eine ganze Zeit lang auf ihn ein, versicherte ihm, dass er in Sicherheit und unter Freunden war, und dass sie alles dran setzen würden, ihn wieder zu einem Menschen zu machen.
Sie erzählte ihm von den Trollen, von dem Todesserangriff auf das Ministerium, vom Schulalltag, von ihrer Zusammenarbeit mit Snape. Die ganze Zeit über ließ er sie nicht einen Moment aus den Augen.
Irgendwann in dieser Zeit trollte sich Krummbein zu ihr hinüber und okkupierte ihren Schoß. Sie streichelte sein weiches, dickes Fell, während sie immer weiter sprach.
Sie hatte gar nicht gewusst, wie viele Ängste in ihr steckten, bis sie anfing, dem Wolf – Remus – davon zu erzählen, ihre Angst um Harry und Ron und den anderen, die hinter Voldemort her waren, ihre Alpträume, die sie noch immer beherrschten, ihre Angst vor der Zukunft, wenn sie alle versagten und der Dunkle Lord siegen würde.
Zwei Stunden lang schüttete sie ihren stummen Zuhörern ihr Leid, ihre Ängste und Hoffnungen aus, bis es Zeit für die nächste Dosis des Trankes war. „Es tut mir wirklich Leid, Remus", versicherte sie dem Werwolf, als sie ihn wieder fesselte, und sie ihm seine Tropfen verabreichte.
Bevor sie dieses Mal den Käfig verließ, streichelte sie langsam über das struppige Fell. Wieder verließ sie ihn rückwärts gehend, und versicherte sich, dass die Tür ordnungsgemäß verriegelt war, bevor sie die Fesseln löste.
Der Wolf stand auf und streckte sich. Noch immer war seine Aufmerksamkeit voll und ganz auf sie gerichtet, doch im Gegensatz zu vorhin warf er sich nicht mehr gegen die Gitter. Vielmehr trabte er in ihre Richtung und blieb stehen, die Augen groß und riesig und glühend.
Krummbein machte einen Buckel, stellte seine Haare auf und fauchte ihn an. Der Werwolf beachtete ihn nicht.
„Du brauchst mich nicht so ansehen, Remus", murmelte Hermione weich. „Glaub mir, es ist alles nur zu deinem Besten." Sie lächelte. „Ich schätze, das hat man dir oft gesagt, und du glaubst es nicht mehr, aber diesmal stimmt es."
Severus lehnte an der Eingangstür und beobachtete sie. Er war lautlos herein gekommen, als sie dem Wolf die Tropfen gegeben hatte, und er hatte sich seitdem nicht gerührt, um sie nicht abzulenken. Jetzt verschränkte er die Arme vor der Brust.
Sie redete mit dem Wolf, wie sie mit Krummbein oder Amigo redete, so, als würden sie jeden Moment antworten. Er lächelte wider Willen. „Glaubst du, er kann dich hören?", brummte er.
Hermione wirbelte erschrocken herum, entspannte sich aber sofort, als sie ihn erkannte. „Ich weiß nicht", sagte sie erleichtert, „aber wie Professor Dumbledore gesagt hat: Die Hoffnung stirbt zuletzt." Dann runzelte sie die Stirn, als er sich von der Tür abstieß und zu ihr hinüber glitt.
„Sie haben heute im Unterricht ein ganz schönes Theater gemacht, Professor…" Sie lächelte. „…Severus!"
„Ich war doch ganz normal, oder?"
„Eben, sagte ich doch. Ziemlich gemein, mir wegen einer an den Haaren herbeigezogenen Sache einen Monat Strafarbeit zu geben! Warum haben Sie mir nicht einfach Amigo geschickt? Ich meine, warum lassen Sie die anderen noch immer in dem Glauben, dass Sie eine fiese, übergroße Fledermaus aus den Kerkern sind? Jetzt müssen Sie doch niemanden mehr täuschen!"
Severus seufzte und blickte auf sie hinunter. Sie wandte ihre Augen nicht ab, ihre Augen, die so neugierig, so wissbegierig und so voller Vertrauen waren.
Immer so viele Fragen, kleine Löwin! Hast du schon einmal darüber nachgedacht, dass ich vielleicht gar nicht anders kann? Ich habe keine Ahnung, wie ich mich im Unterricht sonst verhalten könnte. Ich mache seit 10 Jahren nichts anderes…
Jetzt war Hermione etwas verwirrt. Aber… hier bist du auch anders. Jedenfalls meistens.
Severus nickte. „Das ist genau der Punkt, nicht wahr? Selbst hier habe ich dich schon zu Tode erschreckt, weil es einfach das ist, was ich am besten kann. Unterschätz niemals meine gewalttätige Natur. Als Todesser muss man jederzeit bereit sein, den anderen gegenüber Dominanz zu zeigen, sonst hat dich die Katz. Ich fürchte, ich habe zuviel Zeit meines Lebens damit verbracht, anderen Leuten meinen Willen aufzuzwingen."
Er sah zur Uhr. „Geh jetzt. Professor Sprout wird es nicht verkraften, wenn ihre Top-Schülerin fehlt."
Hermione lächelte ihn warm an. „Ach, solange Neville da ist, wird sie meine Abwesenheit nicht einmal bemerken."
Severus rieb sich gedankenvoll das Kinn und drehte sich um. Dieses Mädchen… jedes Mal, wenn sie ihn anlächelte… ein warmes Gefühl schien sich über seinem Körper auszubreiten. „Ich erwarte Miss Weasley und dich heute Abend hier", knurrte er sie schließlich an.
SSHGSSHGSSHGSSHG
Ginny war kein ängstlicher Mensch, war es nie gewesen. Sie hatte auch nie Furcht vor Snape gehabt, war immer nur ärgerlich über ihn, wenn er wieder einmal Harry, Ron oder einen ihrer anderen Freunde schlecht behandelte. Andererseits war sie in Zaubertränke eine der Top-Schülerinnen, so dass sie auch nie in die Gefahr geraten war, vor allen anderen abgekanzelt oder verspottet zu werden.
Sie hatte deshalb auch nicht lange überlegen müssen, um Hermione ihre Unterstützung anzubieten. Ginny würde alles tun, wenn es half, Du-weißt-schon-wen zu bekämpfen und vor allem, wenn es irgendwie half, Harry unbeschadet zurück zu bekommen.
Und natürlich war sie auch ein wenig – ach was – verdammt neugierig auf die Privatperson Severus Snape. Deshalb eilten sie und Hermione kurz nach dem Abendessen durch diverse Geheimgänge, die Ginny sehr gut kannte – schließlich war sie die Schwester der Weasley-Zwillinge.
Das Türaufreißen schien genauso zu seinem Repertoire zu gehören wie die sich hinter ihm aufbauschenden Roben. Oder, wie Ginny respektlos dachte, er hatte einfach zu viel überschüssige Energie oder war als Kind hyperaktiv gewesen. Der Tränkemeister winkte sie herein und warf einen Blick hinaus, um sich zu versichern, dass niemand sie gesehen hatte.
Er war sich auch nicht zu schade, jemanden zu obliviaten, besonders nicht einen seiner schnüffelnden Slytherins. Es fehlte ihm gerade noch, dass Gerüchte aufkamen von der Sorte, dass der Hauslehrer des Nachts junge weibliche Gryffindors zu sich einlud.
Als er sich wieder umdrehte, stand Ginny vor dem Käfig und starrte mit großen Augen auf den Werwolf, der in seiner menschlichen Form einmal einer ihrer Lieblingslehrer – wenn nicht der Lieblingslehrer – gewesen war. Es hatte eine Zeit gegeben, als sie ein wenig von ihm geschwärmt hatte, aber da war sie noch ein Kind von 12 Jahren gewesen. Jetzt war sie immerhin fast erwachsen, nur noch ein paar Monate, dann würde sie volljährig sein.
Hermione lehnte an dem Pfosten, der Amigos bevorzugter Ruheplatz war und streichelte den Falken, während sie abwesend ihre Freundin beobachtete. „Gehen Sie nicht zu nahe an den Käfig heran", warnte Severus den Rotschopf und ging zu ihr hinüber. „Sie wissen, warum Sie hier sind, Miss Weasley?"
Ginny nickte. „Sie werden in meine Gedanken eindringen, während Hermione Sie … irgendwie unterstützt!", antwortete sie ruhig.
„Das ist der Plan", sagte Severus. „Die Frage ist nur, ob uns das auch so gelingt. Ich muss Sie warnen, wir haben keine Ahnung, was passieren könnte. Fragen Sie Miss Granger, welches Chaos sie allein schon angerichtet hat, als sie zum ersten Mal etwas Neues probierte."
Hermione wollte schon protestieren, als sie sah, dass sich sein Mundwinkel kaum sichtbar verzog. Er hatte ihre Reaktion genau vorhergesehen und sie bewusst provoziert. Sie konnte nicht anders, sie lächelte und wandte sich wieder Amigo zu. Der Falke plusterte sich ein wenig auf und stieß leise zärtliche Töne aus, ganz anders als sein übliches Kjuck.
Severus deutete auf den Sessel direkt vor dem Kamin. „Setzen Sie sich, Miss Weasley. Sehen Sie ins Feuer und entspannen Sie sich." Auf einen Wink von ihm stellte sich Hermione neben ihn, aber so, dass sie beide hinter dem Sessel mit Ginny standen.
„Kein Augenkontakt?", fragte Hermione leise.
Der dunkle Mann schüttelte den Kopf. „Die Wahrscheinlichkeit, dass ich Voldemort in die Augen sehen kann, ist gleich Null. Ich muss es so schaffen, oder wir können es gleich vergessen."
Die junge Gryffindor senkte den Kopf. Hatte er also jederzeit ihre Gedanken lesen können, ob sie sich anschauten oder nicht? Sie spürte Hitze in ihre Wangen steigen. Severus hatte sie beobachtet, und allein an den Emotionen, die ihr Gesicht widerspiegelten, wusste er ihre Gedanken. Er legte seine Hand auf ihre Schulter. Sie sah zu ihm hoch.
Ich verspreche dir, niemals unangemeldet in deinem Kopf aufzutauchen, sagte er sanft.
Jetzt bist du aber auch unangemeldet in meinem Kopf, widersprach sie
Unangemeldet wäre ich, wenn du es nicht einmal merken würdest… Löwin.
Das kannst du?
Woher, glaubst du, kommt mein Ruf, Missetaten vorherzusehen, bevor sie ausgeführt wurden?
Hast du das bei mir auch schon gemacht?
Nicht einmal, seit ich wieder zurück bin.
Ehrlich?
Mein Wort als Slytherin! Er schaute dabei so unschuldig wie ein Neugeborenes. Nur das Neugeborene keine glitzernden schwarzen Augen hatten…
Hermione musste ein lautes Lachen unterdrücken, und sie wandten sie sich wieder Ginny zu.
„Lehnen Sie Ihren Kopf zurück und schließen sie die Augen, Miss Weasley", murmelte Severus seidenweich. „Atmen Sie tief ein und aus…"
Ginny tat, was er sagte. Hermione konnte hören, wie der Atem ihrer Freundin ruhig und langsam wurde.
„Ich werde jetzt in Ihren Kopf eindringen", erklärte der Tränkemeister leise. „Wenn Sie mich bemerken, heben Sie bitte die Hand."
Nur Sekunden später hob Ginny die Hand. „Gut", murmelte Severus. „Ich werde Ihnen jetzt etwas übermitteln, und Sie merken es sich, Miss Weasley, und erzählen es uns, sobald ich fertig bin."
Wieder kurze Zeit später sagte Ginny: „Die Rauferei mit den Slytherins vor dem Klassenzimmer für Zaubertränke in meinem vierten Jahr, als ich aus Versehen Malfoy den Stolperfluch angehext habe."
Snape schnaubte kurz. „Aus Versehen, jaaa… aber sehr gut, Miss Weasley. Sie haben jetzt eine Vorstellung von Legilimens. Wir wiederholen das Ganze, aber diesmal lasse ich mich von Miss Granger unterstützen. Bereit?"
„Ja, Professor."
Hermione bemerkte erst, als der dunkle Mann sie näher zu sich heran zog, dass seine Hand ihre Schulter nicht verlassen hatte, doch sie verscheuchte den Gedanken so schnell, wie er aufgetaucht war. Die mittlerweile vertrauten schwarzen Augen sanken tief in ihre, und es erschien inzwischen völlig natürlich, ihre Hand in seine zu legen. Sein Griff festigte sich.
Und dann überschlugen sich wieder einmal die Ereignisse. Es war, als würde sie von einem Portschlüssel fortgerissen, oder als stürzte man unfreiwillig in ein Denkarium, nur um ein vielfaches intensiver. Ein Strudel von Farben und Gefühlen brach über sie hinein, nichts davon ein Teil von ihr.
Ein wilder Strom von Gedankenblitzen und Erinnerungen überspülte sie, sie hörte die Stimmen von Arthur und Molly, das ausgelassene Lachen der Zwillinge, ärgerliches Schreien von Ron, wilde Flüche zwischen Percy und Ginny, heftiges Türzuknallen und schließlich sah sie glasklar das Gesicht Harrys vor sich, der deutlich sagte: „Ich liebe dich, Ginny!"
Severus löste die Verbindung, als er ein Stöhnen hörte. Er ließ Hermiones Hand los und eilte zu dem Sessel, in dem Ginny saß. Sie hatte ihren Kopf in ihren Händen verborgen; ihr gesamter Körper war verkrampft. Hermione schob den Tränkemeister zur Seite und hockte sich vor ihre Freundin. „Ginny", sagte sie leise und sanft, „bist du in Ordnung?"
Der Rotschopf sah auf. Ihr Gesicht war kalkweiß, ihre dunklen Augen boten einen starken Kontrast. „Bei Merlins Eiern", seufzte sie. „Ich glaube, mir ist schlecht."
Severus reagierte mit der langjährigen Erfahrung eines Hauslehrers. Er levitierte einen Eimer zu ihr; keine Sekunde zu früh. Ginny beugte sich über die Lehne des Sessels und übergab sich.
Hermione hielt den schmächtigen Körper ihrer Freundin fest und strich ihr die Haare aus dem Gesicht, während sie beruhigende Worte murmelte. Der Tränkemeister eilte in seinen Vorratsraum und holte eine Phiole, marschierte dann ins Bad und befeuchtete ein Tuch mit kaltem Wasser.
Er kam zurück, als Ginny sich gerade erschöpft in den Sessel zurücklehnte. Ein Wink mit dem Zauberstab, und der Eimer verschwand, eine weitere kurze Bewegung reinigte Ginny und den Sessel.
Severus beugte sich über das Mädchen, legte ihr das Tuch auf die Stirn und hielt ihr die Phiole hin. „Trinken Sie das, Miss Weasley, dann wird es Ihnen gleich besser gehen", sagte er mit tiefer, beruhigender Stimme. Schließlich holte Ginny tief Luft. Sie sah von Hermione zu ihrem Professor, dann wieder zurück zu Hermione.
„Eines kann ich euch sagen: ihr könntet locker den Job der Dementoren übernehmen", erklärte sie dann schwach. „Ich hatte das Gefühl, alle meine Gefühle und Gedanken würden ausgesaugt und umgestülpt und niedergerissen, und ich würde nie wieder glücklich werden."
Severus und Hermione wechselten einen Blick.
Wenn es schon so überwältigend ist, wenn ich nicht einmal selbst Gedanken übermittle, Löwin…
…was passiert dann erst, wenn du ihm seine eigenen Gräueltaten um die Ohren haust, Severus?
SSHGSSHGSSHGSSHG
Der Tränkemeister ließ die beiden Mädchen vor dem Feuer sitzen, während er dem Werwolf seine Dosis an Wolfsbanntropfen gab.
Obwohl er den Eindruck hatte, dass der Wolf nicht mehr so aggressiv auf ihn reagierte, war er trotzdem zutiefst befriedigt, als er sah, dass Hermione ihren Zauberstab wachsam in seine Richtung hielt und ihn erst wegsteckte, als er den Käfig verschlossen hatte.
Für einen kurzen Moment versuchte er, diese Befriedigung zu analysieren, doch dann gab er innerlich über sich selbst kopfschüttelnd auf.
Er schnipste mit den Fingern und Dobby materialisierte sich. „Professor Sev…"
„Ich weiß, dass du Feierabend hast", unterbrach ihn Severus scharf und drehte ihn in Richtung der Mädchen. „Aber sieh mal, Miss Ginevra Weasley geht es nicht gut, und sie könnte wirklich eine Tasse von deiner berühmten heißen Schokolade gebrauchen!"
„Ginny!", kreischte der Hauself enthusiastisch, drückte sich kurz an sie und dann auch an Hermione, die ihn warm anlächelte.
Dann wirbelte er wieder herum und sah den dunklen Mann streng an. „Letztes Mal Hermione und dieses Mal Ginny!", erklärte er hitzig. „Was machen Sie mit Ihnen?"
Hermione kam zu ihm herüber und legte ihm ihren Arm um die Schulter. „Sieh mal Dobby, der Professor und wir experimentieren mit ein paar Dingen, die vielleicht wirklich wichtig sind bei der Bekämpfung von Vol…" – sie unterbrach sich kurz, als Dobby kurz aufjaulte – „von Du-weißt-schon-wem".
„Und es hilft Harry Potter?" Hermione nickte ernsthaft.
„Dann wird Dobby sofort wieder da sein", sagte der Hauself und verschwand mit einem Fingerschnipsen.
Keine fünf Minuten später war er wieder da und schleppte einen riesigen Korb mit.
„Was hast du da, närrischer Hauself?", fragte Severus mit hochgezogener Augenbraue.
Dobby entnahm eine Kanne und goss jedem von ihnen einen großen Pott mit einer dampfenden Flüssigkeit ein, die er ohne hinzusehen in ihre Hände levitierte.
Dann baute er eine Suppenterrine auf dem Tisch auf und stellte Teller und Löffel dazu. „Was soll das werden?", fragte Severus eine Spur schärfer. „Wir haben vor gerade einmal einer Stunde gegessen!"
Der Hauself beendete seine Vorbereitungen und marschierte zu ihm herüber. „Miss Ginny braucht jetzt etwas Hühnersuppe, dann wird es ihr wieder gut gehen!", sagte er überzeugt. „Und Miss Hermione ist immer noch zu dünn, ganz zu schweigen von Professor Severus, der alle Kraft brauchen wird, die er hat, um Ihn-dessen-Name-nicht-genannt-wird zu bekämpfen!"
Der Tränkemeister holte tief Luft, als sein Temperament mit ihm durchzugehen drohte.
Dann streckte er jedoch nur wortlos den Arm aus und packte den Hauselfen an dem Tuch, das er anstelle von Kleidung trug, hob ihn hoch in die Luft, bis sie sich in die Augen sehen konnten und ließ ihn dann am ausgestreckten Arm zappeln. „Sehe ich so aus, als sei ich ein Schwächling, Mister Dobby?", grollte er leise und gefährlich.
Hermione wollte gerade einschreiten, als Dobby anfing zu kichern. Auch der dunkle Mann verzog seine Lippen zu einem kurzen Lächeln, bevor er den kleinen Kerl wieder auf den Boden stellte.
„Mach, dass du wegkommst, Hauself, bevor ich etwas tue, wofür mich Miss Granger ins Übermorgen hext." Dobby giggelte noch einmal kurz, umarmte dann kurz die Beine des Tränkemeisters und mit einem Winken in Richtung der beiden jungen Gryffindors verschwand er.
Hermione grinste über das ganze Gesicht. „Scheint so, als hätten Sie Ihren Meister gefunden, Professor." Ginny lachte leise auf. „Er hat Sie wirklich gern", fuhr Hermione fort.
„Muss an meinem überwältigenden Charme liegen", brummte Severus und bedeutete ihnen, an den Tisch zu kommen. „Wir sollten uns nach ihm richten, sonst räumt er eine Woche lang nicht mehr hier auf, und ich muss meine Sachen selber waschen." Er rieb sich sein Kinn.
„Andererseits, Sie haben ja einen Monat lang Strafarbeiten, Miss Granger, das können Sie ja dann erledigen…"
Hermione schnaubte in einer Art, die eigentlich Snape selbst vorbehalten war. Severus, plötzlich wieder ernst, wandte sich an Ginny. „Glauben Sie, dass Sie trotzdem noch in der Lage sein werden, weiterzumachen, Miss Weasley? Ich weiß, es war schwer, aber es wäre wichtig."
Ginny ließ ihren Löffel sinken und dachte einen Augenblick nach. „Ich glaube nicht, dass ich heute noch einmal so etwas erleben möchte, Sir", sagte sie bedächtig, „aber ab morgen werde ich mich wieder soweit erholt haben, dass ich weitermachen kann."
Severus nickte ihr zu. Ein Hoch auf die Gryffindorsche Courage, dachte er. „Das ist sehr gut, Miss Weasley, obwohl ich das Ganze etwas verändern möchte. Wenn Sie es gestatten, werde ich morgen den ganzen Tag über versuchen, ungebeten bei Ihnen „einzubrechen". Verstehen Sie, was ich meine?"
Der Rotschopf runzelte die Stirn. „Sie meinen, ich sitze gerade bei Binns und versuche nicht einzuschlafen, und Sie sagen einfach mal Hallo in meinem Kopf?"
„Legilimens ist leider kein Gedankenlesen, so etwas ist lediglich besonders verbundenen Leuten vorbehalten; zu fast Hundert Prozent funktioniert das nur bei Verwandten, und dann auch nur, wenn beide starke Legilimentiker sind. So einfach ist das also mit dem Hallosagen nicht, aber ich werde versuchen, Ihnen etwas zu übermitteln, und Sie notieren Zeit und Inhalt der Gedankenübertragung."
„Okay, ich glaube, damit kann ich leben." Ginny atmete tief aus. „Und wie geht das dann weiter?"
„Irgendwann, aber auf jeden Fall zu einer Zeit, wenn Sie definitiv keinen Unterricht haben, werde ich Miss Granger bitten, mich zu unterstützen. Wenn Sie das merken, sollten Sie mit aller Kraft versuchen, mich daran zu hindern, bei Ihnen einzubrechen. Und sollte es so schlimm sein wie heute, müssen Sie mir sofort einen Nachricht zukommen lassen, und ich höre auf."
„Aber was soll das bringen, Professor?"
„Training für Miss Granger und mich. Jemandem, den wir weder sehen können noch in unmittelbarer Reichweite haben, unseren mentalen Willen aufzuzwingen oder ihn zumindest desorientieren. Wir müssen diese seltsame Verbindung zwischen uns absolut kontrollieren können, wenn wir in diesem Krieg von Nutzen sein wollen."
„Ich verstehe."
