Die Luft schien etwas dünner und überhaupt schien es etwas wärmer zu werden. Es vergingen unzählige Minuten, bevor Hermine die Stille durchbrach. „Sie haben da etwas an... ihrem Mund", wisperte sie und senkte schnell den Kopf um ihren Professor nicht ansehen zu müssen.

Erst nach einigen, für Severus ewigen Sekunden strich er sich über den Mund um noch den letzten Überrest des Lippenstiftes zu entfernen. Hermine erhob sich langsam aus ihrer knienden Position. Severus Augen folgten ihren Bewegungen.

Sie wagte gar nicht etwas zu sagen, Hermine wollte jetzt einfach nur noch weg von ihm kommen.

„Miss Granger", sagte Snape leise und Hermine hielt inne. „Ja?" Er hielt ihre Tasche in seinen Händen. „Oh", flüsterte Hermine und bedankte sich artig und dann sah sie zu, das sie bloß schnell von Snape weg kam.

Auch dieser schien ein kleines bisschen verwirrt zu sein. Doch er hielt es jetzt für besser ins seine privaten Gemächer zu verschwinden.

Hermine fiel beinahe auf die Nase, so schnell rannte sie zurück zum Gryffindorturm.

'Ich brauche eine kalte Dusche, kaltes Wasser!' Sie warf ihre Tasche auf das Bett und rannte in das nächste Bad, das sie finden konnte.

Arlee und Scarlett hatten stumm den Rückweg angetreten. Das Erlebnis von vorhin, saß noch tief in Scarletts Knochen. Doch sie schmiedete schon Pläne. Ihre Mutter hatte jetzt auch einiges was sie gut machen musste. Die Slytherin fühlte sich verraten und nicht nur das. Ihr perfektes Leben hatte, deutliche Risse bekommen. „Ist alles in Ordnung Scarlett?" fragte Arlee sanft, obwohl sie wusste das nichts in Ordnung war. „Geht schon Arlee, ich werde gleich ins Bett gehen. Mir ist der Hunger oder was auch immer vergangen." Ihre Freundin nickte nur wissend und beide setzten ihren Weg stumm fort. Natürlich wusste Scarlett nicht wirklich was zwischen ihren Eltern vorging. Bis jetzt hatte sie sich auch nie damit auseinander gesetzt. Warum auch? Bisher war für Scarlett die Ehe ihrer Eltern auch perfekt gewesen.

Mit einem eher trostlosen Gesichtsausdruck ließ Scarlett sich etwas später in ihr Bett sinken. Zu ihrem Glück waren die anderen Mädchen, selbst Arlee nicht im Zimmer und so hatte sie ihre Ruhe.

Krampfhaft kniff Scarlett immer wieder ihre Augen zusammen. Dieses Bild, das sie nicht mehr aus ihren Gedanken bekam, wie ihre Mutter sich wohl zum Abschied an Snape drückte und ihn küsste. Sie ekelte sich wirklich, denn Scarlett hatte ihren Lehrer für Zaubertränke nie als Mann gesehen, so wie es ihre Mutter tat. Eigentlich hätte Scarlett ihrer Mutter einen weitaus besseren Geschmack zugetraut, als gerade mit dem unattraktivsten Mann weit und breit ein Verhältnis einzugehen. Wieder schweiften Scarletts Gedanken ab, zu ihrem Vater. Was wäre wenn dieser von dem Verhältnis seiner Frau wusste? Wieso tat er dann nichts dagegen? Die Slytherin fragte sich selbst, warum sie nie etwas davon mitbekommen hatte. Gut die meiste Zeit vertrieb sie sich sowieso mit ihren Freunden, dem Quälen von Mitschülern oder belanglosen Dingen. War ihre Mutter immer dann bei Snape gewesen, wenn sie gesagt hatte, das sie sich mit einer Freundin treffen wollte. 'Das kann doch nicht alles gelogen sein... Mum...'

Einzelne Tränen suchten sich ihren Weg über Scarletts Wangen. Gut bis zum Sommer konnte sie in Hogwarts bleiben, aber dann musste Scarlett nach Hause und genau das wollte sie jetzt nicht mehr. Scarlett war defentiv nicht bereit mit der Lüge ihrer Mutter zu leben. Wenn sie damit leben konnte, dann sollte sie es tun, aber ohne sie, ihre Tochter. Sicher konnte Scarlett auch zu ihrer Freundin Arlee. Es wäre ja nicht das erste Mal, das sie dort den Sommer verbrachte. Doch ewig könnte sie dort auch nicht bleiben und ihr Vater würde sich wahrscheinlich wundern, wenn sie sich weigerte nach Hause zu kommen. Irgendeine Lösung würde sie finden müssen. Aber das überforderte Scarlett jetzt schon, da sie ein ziemlich verwöhntes Einzelkind war und sich nie um solche Probleme kümmern musste.

Irgendwann hatte sich Scarlett in den Schlaf geweint.

„Hermine … hier ist Post von deiner Mum." Harry stieß Hermine vorsichtig von der Seite an. „Hm? Was ist?" Erst dann fiel ihr der Brief in Harrys Hand auf. „Ist der für mich?" fragte sie skeptisch. „Ja natürlich ist der für dich, wo bist du nur mit deinen Gedanken Hermine?" Unschlüssig zuckte diese mit den Schultern. „Ich weiß auch nicht. Es ist etwas komisch, das letzte Jahr hier und danach werden wir getrennte Wege gehen. Ich nehme mal an, das ihr dann zusammenzieht", deutete Hermine an. „Ich weiß noch nicht ob wir zusammenziehen, aber es ist sehr wahrscheinlich. Mal sehen", entgegnete Harry darauf grübelnd. Natürlich war das zwischen ihm und Ginny ziemlich ernst, aber das mit dem zusammen ziehen und anderen Dingen hatte noch etwas Zeit, da ihm jetzt auch klar geworden war, das er lernen musste. Doch dafür fehlte ihm der Antrieb.

„Kommst du Hermine, gleich gibt es Mittagessen." Hermine nickte seufzend. Den Brief von ihrer Mutter würde sie nachher lesen. Ihr Magen schrie nach etwas Essbarem.

„War eigentlich irgendetwas besonderes gestern?" fragte Harry schmunzelnd, worauf Hermine leicht errötete. „Eigentlich nicht nein", entgegnete Hermine, sie räusperte sich und versuchte so zu unschuldig wie möglich zu wirken. Harry hob eine Augenbraue. „Verheimlichst du mir irgend etwas?" Sie hüstelte. „Nun ja, Snape ist mir über den Weg gelaufen", deutete Hermine an. „Und weiter?" hakte Harry skeptisch nach. „Er hatte noch etwas Lippenstift von seinem Date am Mund."

Harry versuchte zunächst sich das laute Lachen zu verkneifen. Er gluckste verhalten, doch dann wurde er sofort wieder ernst, als Snape ihren Weg kreuzte.

Sie grüßten Snape mit einem Nicken, der ihnen etwas skeptisch nach sah. Weswegen grinsten die beiden denn so?

Auch Scarlett kreuzte ihren Weg, aber mehr als einen verärgerten Ausdruck in ihrem Gesicht bekamen beide nicht zu sehen.

Sie hatte wohl nicht gerade viel Interesse daran, nach der Sache gestern Hermine zu quälen. Wie sie es sonst gerne tat.

Scarlett hatte den Brief ihrer Mutter ignoriert. Als würde das etwas an der Tatsache ändern, das sie mit diesem unattraktiven Mann der vor ihr lief, ins Bett ging. Ihre Mutter würde sich viel Mühe geben müssen, denn Scarlett verachtete sie inzwischen mehr. Scarletts Gedanken schweiften wieder ab. Warum hatte sie die letzten Jahre nichts gemerkt? Wieso war ihr nie etwas aufgefallen. Sie erinnerte sich wieder an die Worte ihrer Mutter, das es wohl in sehr unregelmäßigen Abständen passierte. Aber es konnte doch nicht sein, das ihr Vater nichts davon wusste. Sie lebten zusammen, verbrachten die Ferien gemeinsam... Na gut Scarlett hatte auch eigentlich immer etwas besseres zu tun gehabt, als sich mit ihren Eltern zu beschäftigen. Die Slytherin hatte nie Geschwister gehabt, sie war einfach immer nur das verwöhnte Einzelkind, das alles bekam was es wollte. Natürlich war sie verwöhnt bis oben hin, aber war das so wichtig? In ihren Augen nicht.

Vielleicht sollte sie Hermine wieder etwas quälen, das lenkte einfach zu gut ab. Doch da gab es sein Problem. Die Gryffindor war einfach nicht mehr aufzufinden. 'Wahrscheinlich hat dieses miese Stück einfach nur Angst. Aber das war so was von klar, ohne Potter kommt sie sowieso nicht klar.'

Doch das sie sich täuschte, war Scarlett nicht klar. Frustriert machte sie sich auf zum Slytherin Gemeinschaftsraum. Ihre kleinen Laufburschen brauchten wieder etwas Beschäftigung.

„Ich hätte ja mal wieder Lust auf eine Pizza", murmelte Harry während er sein Fleisch zerlegte. „Oh ja die hätte ich auch mal wieder gerne. Wir sollten uns vielleicht ein paar Dinge besorgen, womit wir die Pizza belegen können, ein Teig ist schnell gemacht." Ron machte große Augen. „Redet ihr gerade von etwas essbarem?" Hermine und Harry sahen sich einen Augenblick in die Augen und schüttelten dann ihre Köpfe. „Nein, wir doch nicht..." Ron verzog das Gesicht. „Verheimlicht ihr mir etwas?" Erneut schüttelten die beiden mit dem Kopf. „Scarlett scheint ganz schön frustriert zu sein", murmelte Ron. „Ja ach nein wir haben sie vorhin auch gesehen und den Grund für ihre schlechte Laune auch." Hermine schmunzelte nur und behielt ihren Kommentar für sich. „Was machen wir heute Harry?" fragte Ron nachdem er ausnahmsweise mal satt war. „Lernen Ron, ich würde auch lieber ein bisschen Unfug treiben, aber wir müssen wieder mal etwas tun." Der Rotschopf machte ein missmutiges Gesicht. „Ich lerne doch schon genug und Snape lässt uns doch sowieso durchfallen." Harry rollte mit den Augen. „Ja und selbst wenn, wir haben genug zu tun Ron", murmelte Harry gelangweilt. „Was ist mit dir Hermine?" Sie lachte nur triumphierend. „Im Gegensatz zu euch habe ich die letzten Wochen vorgearbeitet. Denn ihr hattet ja immer was besseres zu tun", deutete Hermine spitz an und das zeigte sogar mal etwas Erfolg. Denn beide verzogen ihre Gesichter. „Tut uns leid Mine", sagte Harry kleinlaut und Ron nickte eifrig. „Das hätte euch früher einfallen können. Nun ja..." Sie stand auf und klopfte beiden auf die Schultern.

„Ich muss nun weiter. Die lieben Bücher warten auf mich."

'Ich kann langsam nicht mehr, mein Kopf ist so voll...' Hermine rieb sich über die Augen und sah auf die Uhr. 'Habe ich echt wieder so lange gelernt? Ich brauche unbedingt ein Hobby', dachte sie erschöpft vom Lernen. 'So ab ins Bett, das schreit schon nach mir.'

Sie packte ihre Bücher wieder ein, löschte die Lichter in der Bibliothek. Hoffentlich hatte Scarlett etwas besseres zu tun als ihr nun wieder auf zu lauern. Heute aber, kam sie unbeschadet zum Turm zurück.

Im Gryffindorturm angekommen, wollte Hermine jetzt endlich den Brief von ihrer Mutter lesen.

Die anderen schliefen zwar schon längst, aber wozu war sie eine Hexe.

Sie kuschelte sich unter die Decke, nahm ein paar Kekse heraus und öffnete den Umschlag.

Hermines Mutter hatte wirklich nichts besonderes zu berichten, außer das sie schon für den Sommer planten. Eigentlich hatte Hermine nicht so wirklich Lust mit ihren Eltern wieder in dieses langweilige Haus zu fahren. Aber ihrer Mutter zuliebe würde sie es sowieso wieder tun.

'Ach Mum', dachte sie seufzend und musste doch lächeln. Auch wenn Hermine es nicht zugeben wollte, sie freute sich auf ihre Eltern. Hermine legte den Brief erst einmal weg, antworten konnte sie auch noch später.

Sie schloss die Augen und war wenige Zeit später eingeschlafen.

„Hermine aufstehen."

Die Gryffindor öffnete langsam ihre Augen. 'Ist die Nacht schon wieder um?' Hermine setzte sich langsam auf und schob ihren Vorhang aus Haaren zur Seite. „Was ist denn Ginny? Es ist doch Samstag und ich wollte ausschlafen, habe ich dir doch gestern gesagt", brummte Mine. „Es ist schon Nachmittag Hermine, du solltest langsam aufstehen." Erschrocken riss Hermine ihre Augen auf. „WAS?! Ich kann doch unmöglich so lange geschlafen haben." Ginny nickte gespielt betroffen. „Doch Hermine und du solltest wirklich langsam aufstehen, wir warten schon schon lange auf dich." Sie nickte müde. „Ich komme in einer halben Stunde, ich muss erst einmal wach werden", murmelte Hermine, konnte sich aber nicht mehr zurück legen, da Ginny sie regelrecht aus dem Bett zerrte.

Auch Severus hatte am heutigen Samstag ein Stückchen länger geschlafen als sonst. Irgendwie hatte er so das dumpfe Gefühl das Scarlett ihn mit ihren Blicken erdolchte, aber die konnte unmöglich wissen, was da zwischen ihm und ihrer Mutter lief. So direkt lief nichts zwischen ihnen, außer das sie ab und zu eine kleine Verabredung hatten, die dann und wann im Bett eines spärlich beleuchteten Hotelzimmers endete. Letztendlich war Snape auch nur ein Mann, der auch mal den Druck loswerden musste. Er wurde die Erinnerungen an Lily so oder so nicht los. Schon allein wieder bei dem Gedanken daran zog sich sein Herz wieder zusammen. Er lehnte sich an die Wand und ließ den Blick über die Ländereien von Hogwarts wandern. Er ärgerte sich für seine jugendliche Dummheit, aber es war nicht mehr rückgängig zu machen. Dennoch wünschte er sich nichts sehnlicher, als seine Fehler rückgängig zu machen.

Mit einem leeren Ausdruck in seinen Augen setzte Severus seinen Weg fort. Seine Bewegungen dabei wirkten eher träge.

Heute konnte Snape nicht einmal ein paar Schülern Hauspunkte abziehen, denn die waren heute wie vom Erdboden verschluckt.

'Dann werde ich ein paar schlechte Noten verteilen gehen, da habe ich wenigstens etwas zu tun.'

Aber eigentlich hatte Severus dazu auch nicht wirklich Lust, vielleicht konnte ein Spaziergang über die Ländereien nicht schaden, doch dazu fehlte ihm auch der Antrieb. In einer stillen Ecke der Schule fand er sich dann wieder. Nun war dieser Frust wieder da. Eins wusste Severus, er musste seine missmutige Laune, loswerden bevor Albus es wieder auffiel und ihm irgendwelche verzauberten Süßigkeiten andrehte, die seine Laune anheben sollten.

Schon bei dem Gedanken daran kam das kleine Frühstück schon wieder hoch.

Zu seinem Glück überwachte ihn keiner in seinen privaten Räumen und er konnte tun und lassen was er wollte und das würde er jetzt auch tun und die Nachtruhe vorziehen.

Nach einem doch entspannenden Bad, sank er zurück in sein wärmendes Bett.

„Hermine nicht einschlafen", zischte Ginny ihr zu. „Ich schlafe ja gar nicht Ginny... aber du hättest mich ruhig schlafen lassen können. Ich habe so schön geträumt", brummte Mine müde und lehnte sich an die Schulter ihrer Freundin. „Oh ho was denn Hermine, los sag schon, war ein Kerl im Spiel?" Sofort schüttelte die Gryffindor mit dem Kopf. „Nein, nein, ich habe von fliegenden Muffins geträumt." Ginny hob eine Augenbraue. Als würde sie ihrer Freundin nicht so recht glauben. „Was ist denn los? Ich habe wirklich davon geträumt Ginny, ich träume nicht von Männern, im Gegensatz zu dir. Sei bloß nett zu mir Ginny, sonst könnte mir gegenüber Harry etwas heraus rutschen", deutete Hermine mit einem leichten Grinsen an. „Das würdest du nicht wagen Hermine", zischte die Rothaarige atemlos und Hermine nickte frech grinsend. „Doch so etwas würde ich wagen Ginny, also sie ja lieb zu mir." Sie verzog das Gesicht. „Danke Hermine, du bist ja mal wieder wirklich nett zu mir, ist dir Scarlett eigentlich mal wieder über den Weg gelaufen?" Darauf schüttelte Hermine verneinend mit dem Kopf. „Ach nein, halt mal. Natürlich ist sie mir über den Weg gelaufen, aber sie war wohl nach der Sache nicht in Stimmung, nach der Sache", deutete Hermine schmunzelnd an. „Nach welcher Sache?" erkundigte Ginny sich, worauf Hermine sie eine Sekunde skeptisch ansah. Nein ihre Freundin war nicht dabei gewesen. „Ich kann dir nur soviel sagen Ginny, Scarletts heile Welt ist total zerbrochen. Ein Kulturschock für unsere liebe Scarlett", kicherte Hermine. „Und warum? Was ist denn passiert?" fragte sie neugierig. „Ach hat etwas mit ihren Eltern zu tun und jetzt komm, ich habe Hunger. Mein Magen knurrt schon wieder so laut. Also komm jetzt", bestimmte Hermine und zerrte Ginny hinter sich her. Sie würde ihr nicht erzählen, was wirklich dahinter steckte.

„Wo sind eigentlich die Jungs?" Hermine sah sich suchend um. „Woher soll ich das wissen, die treiben sich wahrscheinlich wieder bei den Süßigkeiten herum, du kennst sie doch. Dabei mampft Ron doch sowieso genug, aber kennen wir ihn anders?" Mine schüttelte lachend mit dem Kopf und stibitze Ginny etwas von ihrem Teller. „Was soll das denn?" fragte Ginny spitz. Hermine tat so als würde sie keiner Fliege etwas zu Leide tun. „Nichts nichts."

Die beiden Freundinnen, warteten noch sehr lange auf Harry und Ron. Denn die konnten sich nicht von den Süßigkeiten und den anderem Schnickschnack losreißen.

So machten sich die Gryffindors wieder auf den Weg zurück nach Hogwarts.

Genelia versuchte mehrmals an ihre Tochter heran zu kommen, doch das schien beinahe aussichtslos. Da Scarlett sie einfach ignorierte. Diese schmiedete andere Pläne und genau einen von ihren Plänen wollte sie heute umsetzen.

Hermine war ihr zum Glück nicht über den Weg gelaufen, sonst hätte Scarlett sich wahrscheinlich vergessen.

Doch heute sollte jemand anderes ihr Opfer sein. Ihre Freundin Arlee hatte Scarlett schon nach dem Abendessen verscheucht.

Nachdem Scarlett die Gänge inspiziert hatte, entdeckte sie ihr Opfer.

„Guten Abend Professor Snape", begrüßte sie ihren Hauslehrer zuckersüß. Dieser musterte seine Schülerin etwas skeptisch. „'N Abend Miss DuVall", entgegnete Snape knapp und wollte eigentlich seinen Weg fortsetzen, als sie sich direkt vor ihn stellte.

„Ist irgendwas Miss DuVall, ich habe auch noch etwas anderes zu tun", zischte Severus ungehalten und lief wieder an ihr vorbei. „Zum Beispiel mit meiner Mutter ins Bett gehen?" Snape hielt plötzlich inne. Woher wusste sie?

„Es geht Sie zwar nichts an Miss DuVall, aber nein, ich habe etwas anderes vor und das hat rein gar nichts mit Ihrer Mutter zu tun", zischte Snape kühl.

„Wie lange geht das schon mit meiner Mutter Professor Snape?" fragte sie gereizt. „Das ist eine Sache zwischen ihrer Mutter und mir, das geht Sie in keiner Weise etwas an Miss DuVall", knurrte Snape genervt. „Doch das geht mich etwas an Professor! Sie zerstören meine Familie!" zischte Scarlett wütend.

„Ich zerstöre Ihre Familie? Miss DuVall, ich habe es gerade schon einmal gesagt, das geht Sie NICHTS an!" Scarlett explodierte innerlich.

'Na warten Sie!' Scarlett trat sehr dicht vor ihren Professor, sie erdolchte ihn beinahe mit ihren Blicken. „Lassen Sie ihre dreckigen Finger von meiner Mutter!" zischte sie bedrohlich, doch Snape schien eher unbeeindruckt davon. Natürlich hätte er jetzt einen bissigen Kommentar über seine Lippen lassen können, aber diesen behielt er dann lieber für sich.

Da sie endlich ruhig zu sein schien, setzte Snape seinen Weg fort. „Bleiben Sie gefälligst hier Professor Snape, wenn ich mit Ihnen rede!" Dieser rollte nur mit den Augen, doch bevor Scarlett wieder ansetzen konnte, wurde sie in die Ecke gedrängt. „Jetzt hören Sie mir mal zu Miss DuVall, wenn Sie das so sehr belastet, dann sollten sie vielleicht mal mit ihrem Vater darüber reden, denn DER weiß darüber Bescheid und jetzt habe ich keine Lust mehr über dieses Thema zu reden. Und Tschüss!" fauchte Severus aggressiv und ließ die verdatterte Scarlett stehen.

'Das kann nicht sein ernst sein... Vater kann doch unmöglich etwas davon wissen. Nein das kann nicht sein...'

Scarlett merkte wie die Tränen in ihr aufkamen. 'Nein, nein, bitte...'

Genau jetzt brach ihre heile Welt völlig zusammen, denn das ihr Vater davon wusste, hätte Scarlett nie gedacht.

Das musste sie erst einmal sacken lassen.

„Was ist Genelia?" erkundigte sich Genelias Ehemann Mortimer verwundert über das missmutige Gesicht seiner Frau. „Scarlett hat das mit Severus mitgekriegt Mortimer, sie hat einen Kuss zwischen uns mitbekommen", antwortete sie nachdenklich. „Na wird auch mal Zeit das sie es erfährt, du hättest es ihr schon früher sagen müssen. Wenn sie euch nicht gesehen hätte, dann wäre es irgendwie anders ans Licht gekommen", merkte er an. „Da hast du schon recht, aber ich hätte ihr es lieber selbst gesagt, in einer ruhigeren Atmosphäre. Ich wollte ihr einfach nicht sagen, das du es mir erlaubst." Genelia lehnte sich zurück und musterte die Decke. „Gut ich was weiß auch nicht warum du ausgerechnet mit ihm, aber mir ist egal, das weißt du ja." Sie nickte leicht darauf. „Scarlett hasst mich Mortimer, sie verachtet mich dafür, dabei ist es nicht mal etwas ernstes mit ihrem Professor. Da war nie etwas ernstes und es wird nie etwas anderes sein, als äh unsere Verabredungen... die im Bett von Hotelzimmern enden."

Mortimer lachte amüsiert auf. „Schaden tut es Scarlett defentiv nicht. Wenn sie mal auf den Boden der Tatsachen zurück geholt wird. Sieh es doch mal positiv, wir müssen nicht mehr Herz und eine Seele sein, das glückliche Ehepaar spielen", schmunzelte er. „Ja das schon, aber das sie mich deshalb gleich hasst, das ist auch nicht gerade das Wahre. Wir hatten ja eigentlich ein sehr gutes Mutter – Tochter Verhältnis." Sie schien es wirklich zu bedauern, doch Genelia würde nicht nachgeben, damit ihre Tochter glücklicher sein konnte.

„Sie ist doch jetzt wirklich alt genug um zu verstehen, das wir nur Freunde sind. Ich gebe zu, wir hätten es ihr früher sagen sollen, das zwischen uns seit ihrer Zeugung nichts mehr gelaufen ist und wir auch nicht das Bett teilen", hüstelte Mortimer. „Ja jetzt bringt es uns aber auch nichts mehr, weil sie es weiß."

Die Ehe von Scarletts Eltern bestand nur auf dem Papier. Eigentlich hatten ihre Mortimer und Genelia nie mehr füreinander empfunden, als Freundschaft. Aber sowohl Mortimers, als auch Genelias Eltern hatten auf die Hochzeit bestanden. So war es zu dieser Ehe gekommen und auch zu der Abmachung, nur genau davon hatten sie ihrer Tochter nie erzählt.

„Könnt ihr mich nicht einfach in Ruhe lassen?" Hermine steckte ihre Bücher zurück in ihre Tasche, denn in den letzten Tagen nahm Hermines schlechte Laune immer mehr zu. Die Abschlussprüfungen hatten in den vergangenen Tagen begonnen und Hermine hatte keinen Kopf mehr für etwas anderes. Das bekamen ihre Freunde, die das zwar auch sehr ernst nahmen, aber nicht so wie Hermine.

„Reg dich nicht so auf Hermine, beruhige dich doch mal", versuchte Ginny ihre Freundin zu beruhigen.

„Lasst es doch einfach gut sein, ich muss jetzt auch weiter Ginny, geh Harry doch auf die Nerven", zischte Hermine genervt. Sie schob ihre Freundin genervt von sich weg, immerhin wollte Hermine den restlichen Abend in der Bibliothek verbringen.

Dort konnte Hermine zumindest einen ruhigen Abend verbringen.

'Wenn das so weiter geht, verstecke ich mich irgendwann sodass mich keiner mehr findet, ist es denn mal zu viel verlangt, wenn ich meine Ruhe will?!'

Kopfschüttelnd packte Hermine ihre Bücher auf den Tisch. Die letzten Nächte machte sie kaum noch die Augen zu und wenn Hermine dann endlich schlief, dauerte es nicht mehr lange und die Sonne war schon wieder aufgegangen. So stellte sich Hermine das ganz und gar nicht vor.

Damit alles perfekt war, organisierte sich Hermine noch eine Kanne Tee und etwas Gebäck. So ließ es sich doch sehr gut arbeiten.

'Endlich Ruhe', dachte Hermine erleichtert, dann begann sie zu arbeiten.

Was die junge Gryffindor nicht bemerkte, das sie wieder einmal nicht allein in der Bibliothek war.

'Wahrscheinlich ist das nur wieder Harry, er wird wohl nie damit aufhören, na warte.. komm nur...'

Die unbekannte Person näherte sich der lernenden Hermine bis auf wenige Zentimeter.

'So, das hast du jetzt davon', dachte Hermine und holte mit ihrem Ellenbogen aus. Diesen feuerte sie mit Schmackes in die hinter ihr stehende Person, worauf diese sofort die Luft scharf einsog.

Doch als Hermine sich umdrehte, gefror ihr beinahe das Blut in den Adern. Das war ja gar nicht Harry, sondern Professor Severus Snape der seine Kronjuwelen hielt. „E-Es tut mir leid Professor."

Snape verdrehte vor Schmerz seine Augen. Denn auch er hatte nicht damit gerechnet, das Hermine gleich ausholen würde.

Schwer atmend lehnte sich Severus an eines der Bücherregale. Er wusste ja das so etwas weh tun konnte, aber so sehr?

„Ist alles in Ordnung", fragte Hermine vorsichtig. „Kann ich helfen?" Okay für diese Frage hätte Hermine ihren Kopf am liebsten gegen die nächst beste Wand geschlagen. „Diese Frage war ziemlich überflüssig Granger, finden Sie nicht auch? " fragte Snape knurrend. „Ja das ist mir auch gerade bewusst geworden Professor", antwortete Hermine hüstelnd.

'Ich wusste gar nicht das die so eine Kraft hat...'

Nachdem die Schmerzen soweit abgeklungen waren, ließ Snape sich am Tischende auf einem der Stühle nieder.

Hermine wollte eigentlich nur noch das Weite suchen, doch sie hatte ja arbeiten wollen. Also zog die Gryffindor es vor, einfach weiter zu arbeiten als wäre nichts gewesen.

„Machen Sie das immer so Granger?" fragte Snape spitz. „Unschuldige Personen den Ellenbogen hineinzurammen?" Hermine hob eine Augenbraue. „Unschuldig?" hakte sie nach. Snape verzog das Gesicht.

„Es tut mir ja leid", murrte sie. „Ich konnte nicht wissen, das Sie hinter mir standen. Ehrlich gesagt habe ich Sie für Harry gehalten Professor Snape", entgegnete sie und es wunderte Hermine nicht wirklich das ihr Professor für Zaubertränke mit den Augen rollte. „Ja das habe ich mir schon gedacht, das Sie an Potter gedacht haben", knurrte Severus verärgert. „Der hat eigentlich im Turm zu bleiben, genau wie Sie auch Granger", fügte er genervt hinzu. „Ich habe aber die Erlaubnis Professor Snape und ich wollte einfach etwas Ruhe haben. Ich habe woanders einfach keine Ruhe, ich bin Ihnen ja auch keine Rechenschaft schuldig", erwiderte Hermine spitz. Jetzt hatte sie doch wieder keine Ruhe.

'Ich werde mich beim nächsten Mal wirklich irgendwo verstecken', dachte Hermine nun wirklich frustriert.

'Kann der nicht endlich gehen?' Snape dachte nicht daran sich schon wieder aus dem Staub zu machen.

„Haben Sie nichts zu tun Professor? Ich bin doch brav... also?" Snape schüttelte mit dem Kopf.

„Ich wollte eigentlich mit Ihnen über die Sache reden..." Hermine stutzte. „Welche Sache?" Eigentlich tat Hermine oft so, als hätte sie gar keine Ahnung, aber heute hatte Hermine Granger wirklich keine Ahnung von was ihr Professor eigentlich redete.

„Nun Miss Granger, ich rede von der Sache neulich im Gang." Hermine lehnte sich zurück. „Welche Sache, die vor einem Monat? Als wir zusammen... oh." Er schüttelte verneinend mit dem Kopf.

„Ja genau von der Sache Granger, ich hoffe Sie behalten das schön für sich, was Sie gesehen haben." Sie stutzte. Von was redete er denn da? „Vielleicht werde ich ja schon etwas senil Professor Snape, aber was meinen Sie denn?" Snape hob die Augenbrauen. Hermine war um einiges jünger als er und sie war schon so vergesslich? Er räusperte sich und näherte sich Hermine etwas.

„Nun ich meine, die Sache mit dem Lippenstift Miss Granger", wisperte er und Hermine schluckte merklich. „Ach die Sache, äh ich habe niemanden etwas gesagt, wenn Sie drauf hinaus wollen."

Hermine hatte wieder das Gefühl, das die Luft etwas … wärmer wurde.

„Das will ich Ihnen auch geraten haben Miss Granger, sonst könnte es ziemlichen Ärger geben", murmelte Severus und sah ihr in die Augen. „Sehr großen Ärger?" wisperte sie. „Sehr großen", antwortete er wiederum auf die Frage.

Eigentlich wollte Hermine sich wieder ihren Büchern zuwenden, doch sie konnte einfach nicht.

„Ist noch irgendwas Professor?" fragte sie vorsichtig und versuchte sich zurück zu ziehen.

„Ja..." erwiderte Snape darauf, ohne zu wissen was er eigentlich sagen wollte. „Und was Professor Snape?"

Er legte den Kopf schief und hob die Augenbrauen. „Ich weiß es nicht", merkte er grübelnd an, unterbrach allerdings dabei nicht den Blickkontakt zu Hermine.

„Na dann, werde ich mal weiter lernen Professor", hauchte Hermine unsicher, denn eigentlich war etwas anderes ganz interessant.

„Wo sind denn eigentlich alle?" fragte sie überflüssigerweise. „Ich nehme mal an im Bett, seit 22 Uhr ist Zeit für Bettruhe Miss Granger", erwiderte der dunkelhaarige Professor fast mechanisch.

„Schon 22 Uhr? Ich sollte auch so langsam ins Bett gehen, morgen sind wieder Prüfungen."

Severus nickte zustimmend.

Ohne das beide es merkten waren sie sich in den letzten Minuten immer näher gekommen.

Doch plötzlich störte jemand.

„Mau." Severus schloss langsam seine Augen. „Minerva ich habe..." Snape und Hermine rissen gleichzeitig ihre Augen auf. „Das war nicht so wie...." plapperten beide drauf los, als sie sahen....


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