Das mit der Verspätung tut mir echt so UNGLAUBLICH Leid,
aber meine Geschichten auf dieser Seite kommen prinzipiell etwas zu kurz xD
Da ich aber mittlerweile schon siebzehn Kapitel habe, sollte es schnurstracks weitergehen ^^
Viel Spass und zu eurer Meinung (sollte das hier überhaupt jemand lesen) würd' ich natürlich nicht nein sagen ;)
9. November 2019
Arya
„Was ist hier los?", wiederholte sie ihre Frage während zwei Männer in dunkler Kleidung aus dem unten stehenden Wagen stiegen.
„Einer unserer Männer wurde mit aller Wahrscheinlichkeit beim überbringen des Geschenkes beobachtet", erklärte Mina als sie zeitgleich mit Jaqen aufstand.
„Und wo ist Ethan?" Er gehörte schon fast zum Inventar dieses Hauses und es kam Arya seltsam vor, dass er ausgerechnet heute wie vom Erdboden verschluckt zu sein schien.
„Er regelt einige Dinge, damit der Schaden im Notfall so gering wie möglich ausfällt." Arya konnte sich die Übersetzung dieses Satzes denken. Er wollte dafür sorgen, dass so wenige von ihnen geschnappt- oder aufgespürt werden konnten. Wobei die Chancen für Jaqen, Mina und sie selbst momentan wohl eher schlecht standen.
„Das FBI?", fragte sie mit einem Blick auf den Wagen. Das es sich hierbei nicht nur um die Stadtpolizei von Mexiko City handelte war ihr klar.
„Die CIA", wurde sie von Jaqen berichtigt und es lief ihr kalt den Rücken hinunter. Das FBI wäre ja schon schlimm genug, doch die CIA war der Horror. Sie verabscheute dieses Netzwerk zutiefst sie war damals nicht nur vor Sullivan, sondern eben auch vor der CIA geflohen. Es waren unter anderem auch CIA Agenten gewesen, die ihre Schwester hätten schützen sollen, und was hatte es gebracht?
Aus dem Augenwinkel sah Arya, wie Jaqen sie musterte. Wahrscheinlich erahnte er einen grossen Teil ihrer Gedankengänge.
„Und was sollen wir jetzt tun?" Sie musste etwas sagen um von dieser angespannten Stille und vor allem Jaqens Blick, der ihren Kopf wie ein Röntgenstrahl zu durchleuchten schien, abzulenken.
„Es gäbe einen Geheimgang der teilweise durch den Abwasserkanal führt, aber wenn sie uns wirklich schnappen wollen haben sie wahrscheinlich sogar dort Leute positioniert." Minas Stimme waren mindestens ebenso ruhig wie Jaqens Gesichtszüge… Wie konnten die beiden nur so ruhig sein! Sicher, so schnell liess Arya sich auch nicht aus der Ruhe bringen, aber sie standen immerhin kurz davor aufzufliegen…
„Sie haben vielleicht einen von uns beobachtet, aber so lange sie keine triftigen Beweise haben, können sie uns nicht alle verhaften." Arya verkniff sich ein kaltes auflachen, die CIA verhaftete alles und jeden wenn es ihnen passte. Doch wenn es einmal wirklich wichtig war, dass sie etwas richtig machten, verpatzten sie es.
Da Flucht ja anscheinend nicht zur Option zu stehen schien, gingen sie hinunter und hörten das Klopfen… ‚CIA Agenten die klopfen, welch angenehme Überraschung', dachte Arya leicht bitter als Jaqen die Tür öffnete. Die Tatsache, dass die Agents nur zu zweit vor der Tür zu stehen schienen erhöhte die Wahrscheinlichkeit, dass das Gebäude von aussen überwacht wurde. Ausserdem waren die beiden Männer sicherlich verkabelt und jedes Wort wurde mitgehört, das hiess also, sie durften sich keinen Fehler leisten.
„Guten Tag, ich bin Agent Miller, das hier", der grossgewachsene Mann mit den dunklen Augen deutete auf den Mann neben sich, „ist Agent Wayne." Letzterer nickte nur knapp, schien auf den ersten Blick eher der Handlanger von Agent Miller zu sein.
„Und was können wir für Sie tun?" Für jemanden der nicht über ihre momentane Situation bescheid wusste, klang diese Frage wie jede andere. Auch Arya gab sich Mühe möglichst unscheinbar und fragend auszusehen und Mina war kurz bevor Jaqen die Tür geöffnet hatte, wieder nach oben verschwunden. Erst hatte Arya sich gewundert, doch zu dritt dort zu stehen wäre ein bisschen sehr auffällig gewesen.
„Ich denke, das wissen Sie ganz genau." Ohne um Erlaubnis gebeten zu haben traten die beiden ein Jaqen schloss die Tür hinter ihnen. Seine Miene verriet nicht die kleineste Regung und Arya betete dafür, dass auch ihre Gesichtszüge mitspielten.
„Nein, ich fürchte, dass weiss ich nicht. Aber wenn Sie das Gefühl haben, dass es etwas zu besprechen gibt, sollten wir vielleicht nach oben gehen." Dieser Gang war wirklich nicht der geeignetste Ort für ein Gespräch solcher Art. Doch die beiden Agens schienen sich ihrer Sache ziemlich sicher zu sein und gingen in die Offensive.
„Nicht nötig. Wie gesagt, Sie wissen, warum wir hier sind. Nun ja, es ist vielleicht nicht ganz der Grund den sie vielleicht erwarten." Arya wusste nicht genau worauf Agent Wayne hinauswollte, und bei Jaqen konnte sie wie zu erwarten keinerlei Reaktionen sehen.
„Es geht um einen Ihrer Männer, der unsere Informantin ermordet hat."
Arya war sich nicht sicher, ob sie ihre Gesichtszüge noch ohne weiteres hätte unter Kontrolle halten können, deswegen waren sie ziemlich dankbar, als der nerv tötende Klingelton ihres Handys erklang und sie einen Grund hatte, sich zu entfernen.
Jaqen
Der schlimmste Fall war also eingetroffen und Jaqen war sich nicht sicher, was er genau fühlen sollte. Es war natürlich klar, nur ein Wort von einem der Agenten und sowohl er, wie auch Mina und Arya würden festgenommen werden.
Sicher, die meisten Derjenigen die beim heutigen Gespräch anwesend gewesen waren, hatten alles für ein allfälliges untertauchen bereit gemacht. Aber Jaqen war sich ziemlich sicher, dass man einige von ihnen trotzdem schnappen würde.
„Sollte es sie beruhigen… Es gäbe da vielleicht eine Lösung, die für beide Seiten akzeptabel wäre." Er zog es vor gar nicht erst darauf zu antworten, denn das wäre eine Art Zugeständnis gewesen und auch wenn die CIA wahrscheinlich auch so schon genug Beweise hatte, wollte er ihnen nicht auch noch ein Geständnis liefern.
„Wie sie vielleicht von ihrem Kollegen wissen", fuhr Agent Miller fort, „ist die Lage in Russland momentan nicht sehr angenehm." Immer noch schwieg Jaqen. „Wir haben eine gewisse Knappheit an Personal und nun ja, es würde sehr unschöne Folgen haben, wenn jemand dort herausfindet, dass die CIA involviert ist."
‚Oh nein'. Jetzt hatte er eine äusserst ungute Ahnung davon, worauf die beiden Agents hinauswollten. Doch was er antworten sollte wusste er immer noch nicht, weiterhin dumm stellen hatte keinen Zweck, doch alles andere wäre ein Geständnis gewesen.
„Wir bräuchten nur eine bis zwei Personen. Dann könnten wir auch dafür garantieren, dass das hübsche kleine Netzwerk hier nicht an die Öffentlichkeit gelangt." Die CIA musste wirklich äusserst verzweifelt sein, wenn sie auf solche Mittel zurückgriffen. Ihr Personal war ihnen zu wichtig, als dass sie es weiterhin nach Russland schicken würden, also suchten sie „Sündenböcke", die Informationen beschafften und bei denen es egal war ob sie überlebten oder nicht. Die Frage, was passierte wenn sie sich weigerten konnte er sich selbst beantworten.
„Sie sagten, sie brauchen nur eine Person?", fragte er tonlos. Auch wenn er es hasste Fehler für andere ausbügeln zu müssen (derjenige, der dafür verantwortlich war, war wohl schon längst untergetaucht), doch es jemand anderem zuzuschieben wäre einfach nur feige gewesen.
„Zwei Personen wären uns lieber. Jemanden, den wir im Büro- und jemand, den wir als Praktikant einschleusen könnten."
Was sollte er nun sagen? Jemand auswählen, der neben ihm den Sündenbock spielen sollte?
„Geben Sie uns einen Tag Zeit." Er konnte und wollte die Entscheidung, wer mit ihm gehen musste, nicht alleine fällen.
„Nein, eigentlich sind wir jetzt schon in Verzug." Agent Wayne deutete auf die Tür zum Trainingsraum, in dem Arya wohl gerade telefonierte.
„Was ist mit ihr? Sie wäre doch im richtigen Alter um als Praktikantin durchzugehen." Schnell schüttelte Jaqen den Kopf, „nein, sie ist noch zu unerfahren." Das entsprach nur halb der Wahrheit. Ihre Fortschritte in den letzten Jahren waren enorm, aber er wollte sie in dort auf keinen Fall mit hineinziehen.
„Ihr sollt ja nur Informationen sammeln, nicht jemanden umbringen." Den letzten Teil des Satzes Sprach der Agent mit einem sarkastischen Unterton. „Sie haben eine halbe Stunde Zeit um jemanden aufzutreiben."
Jaqen wusste, dass die beiden es was die Zeit betraf sehr genau nehmen würden und so drehte er sich ohne weitere Worte um und wollte eigentlich nach oben gehen, um mit Mina zu reden, doch just in diesem Moment trat Arya aus dem Trainingsraum und sah ihn Fragend an.
Schnell schob er sie in den Raum zurück und schloss die Tür hinter sich, eine kurze Erklärung musste er ihr liefern. Sonst würde sie ihn während der halben Stunde sowieso nur mit Fragen bombardieren.
„Sie verlangen, dass zwei von uns nach Russland gehen und Informationen beschaffen. Als Gegenleistung lassen sie uns nicht auffliegen." Zumindest hoffte er, dass sie sich daran hielten.
„Und… Wer wird gehen?" Sie schien einen Teil der Antwort zu erahnen, zumindest entnahm er das dem besorgten Blick, mit dem sie ihn musterte. „Ein Mann hat noch knapp eine halbe Stunde um jemand zweites…" `
„…ich komme mit." Erst war er zu verblüfft um etwas zu erwidern, doch nur kurze Zeit später fand er seine Stimme wieder.
„Nein, es ist zu gefährlich." Aus der Sorge in ihrem Blick wurde Entschlossenheit und aus der Entschlossenheit Sturheit, nun erkannte Jaqen seinen Fehler. Er hätte ihr nichts sagen sollen, denn auch wenn sie was das technische Geschick anging grosse Fortschritte gemacht hatte, so war ihre Sturheit in gewissen Dingen schlimmer als je zuvor.
Arya
Mit ihren neunzehn Jahren war sie nun wirklich kein kleines Kind mehr, das man vor allem beschützen musste. Das war schon mal ein Grund warum sie mitwollte, Arya wollte beweisen, dass sie durchaus in der Lage war auch einen schwereren Auftrag zu erfüllen. Der Zweite Grund, den sie nur wiederstrebend zugab war, dass sie sich sonst sowieso nur monatelang Sorgen um Jaqen gemacht hätte.
Er schien noch etwas zu sagen – einen weitern Versuch unternehmen zu wollen, sie davon abzuhalten mit ihm zu gehen. Schliesslich schien er jedoch einzusehen, dass Arya ihren Entschluss gefasst hatte und nun nicht mehr davon abzubringen war. Den ärgerlichen Blick den er ihr zuwarf als sie den Trainingsraum verliessen, perlte wie Wasser an ihr ab. Dass es aber noch zu der einen oder anderen Diskussion kommen würde, war ihr jedoch klar. Ebenso wie die Tatsache, dass diesen Auftrag hier anzunehmen vielleicht der grösste Fehler ihres Lebens war.
