Rita Kimmkorn

Ich habe ihn gefunden!"

Harry hörte wie jemand an seine Seite eilte, aber er wollte seine Augen noch nicht öffnen. Er fühlte sich warm und entspannt; etwas das er die ganze Nacht nicht gespürt hatte. Eine kalte Hand berührte sein Gesicht und ließ ihn zittern. Zögerlich öffnete Harry die Augen und sah Hermines besorgtes Gesicht als vier Rotschöpfe ins Blickfeld kamen. Harry war plötzlich verwirrt. Warum sahen alle so erleichtert aus? Es war immer noch eine Stunde ehe das Frühstück begann, oder?

Sie trugen alle Mäntel sowie Schals und Handschuhe. Immer noch in den Mantel mit dem Wärmezauber gehüllt, konnte Harry die kalte Brise nur auf dem Gesicht spüren. Es war draußen immer noch kalt, aber nicht so kalt wie bei seinem Gespräch mit seinem Paten. Wie lange war er hier draußen geblieben? Es schien nicht so lange um alle zu sorgen.

„Wir haben überall nach dir gesucht, Harry", sagte Hermine schnell. „Professor Dumbledore war davor eine Suche nach dir zu beginnen. Was machst du hier draußen in der Kälte? Bist du die ganze Nacht hier draußen gewesen?"

„Was?", fragte Harry verwirrt. „Warum sollte Dumbledore eine Suche beginnen? Die Mehrheit der Schule schläft noch."

Die vier Weasley Geschwister sahen sich nervös an. „Äh – Harry, es ist fast Zeit fürs Mittagessen", sagte George. „Du musst hier draußen eingeschlafen sein, oder so. du wurdest seit einigen Stunden ‚vermisst'."

Harry stöhnte und nahm seine Brille ab um seine Augen zu reiben. Er konnte bereits eine Steife in seinem Nacken spüren und wusste er würde wahrscheinlich für den restlichen Tag dafür zahlen hier draußen eingeschlafen zu sein. „Entschuldigung", sagte er leise und setzte die Brille wieder auf. „Ich schätze ich war müder als gedacht. Sind Sirius und Remus schon hier?"

„Sie kommen?", fragte Ron.

Harry nickte und blickte auf den See hinaus. Die Sonne stand fast direkt über ihnen. Er hatte für einige Stunden geschlafen. „Sirius war nicht glücklich als er herausgefunden hat, dass mich jemand ins Turnier gebracht hat.", sagte Harry immer noch mit leiser Stimme. „Es hat auch nicht besonders geholfen, dass ich nicht klar gedacht habe, als ich es ihm sagte. Ich hatte gehofft es gäbe einen Weg es zu umgehen."

„Wie hast du mit Sirius sprechen können?", fragte Hermine verwirrt, „hier draußen gibt es nicht gerade viele Kamine."

Harry zog seinen Spiegel heraus und gab ihn Hermine. „Sirius hat den anderen", sagte er, „ich muss nur seinen Namen sagen und wir können sprechen. Offensichtlich haben Sirius und mein Vater sie ziemlich oft benutzt, wenn sie getrennt nachsitzen mussten."

Fred und George sahen den Spiegel gierig an. „Genial", sagte Fred erstaunt. Dann sah er Harry verblüfft an. „Äh – fass das nicht falsch auf, Harry, aber warum willst du einen Weg aus dem Turnier finden?", fragte er.

Harry sah ungläubig zu Fred rüber. „Machst du Witze?", fragte er. „Dieses Turnier wurde für Siebtklässler geschaffen nicht für Viertklässler. Ich bin für so etwas nicht bereit und selbst wenn ich es wäre, würde ich es nicht tun. Ich brauch die Aufmerksamkeit nicht die damit kommt. Ich will die Aufmerksamkeit nicht die damit kommt." Er richtete seine Augen wieder auf den See. „Ich denke ich werde hier draußen bleiben."

„Früher oder später musst du allen gegenübertreten, Harry", sagte Hermine sanft, als sie ihm den kleinen Spiegel zurück gab. „Wir wissen, dass du deinen Namen nicht in den Kelch gegeben hast. Du hattest keine Zeit. Du warst im Krankenflügel. Wir glauben dir. Das ist alles was zählt."

Fred und George näherten sich Harry und halfen ihm auf die Beine. „Nun, lieber Bruder", sagte George mit einem Lächeln und Augenzwinkern. „Es ist unsere Pflicht und Privileg jedem einen Streich zu spielen der dir Probleme bereitet."

„Sieh es als Probelauf für unseren Scherzartikelladen", fügte Fred hinzu. „Du lieferst uns Testobjekte –."

„ – die eine Lektion lernen müssen", endete George für seinen Bruder.

„Wenigstens testet ihr eure Experimente nicht mehr an mir, ich bin voll dafür", sagte Ron mit einem Grinsen. „Lasst uns zum Mittag gehen. Ich bin am verhungern."

„Ron!", schimpfte Hermine. „Ich kann nicht glauben, dass du in einer Zeit wie dieser ans Essen denken kannst." Hermine bekam von Ron nur ein hilfloses Schulterzucken. Sie rollte mit den Augen und wandte sich wieder Harry zu. „Also was ist letzte Nacht passiert? Diggory sagte, dass du ziemlich erschüttert warst als wir heute Morgen mit ihm gesprochen haben. Weiß Dumbledore wer deinen Namen in den Kelch gebracht hat?"

Harry schüttelte den Kopf als sich die Gruppe auf den Weg zum Schloss machte. Er entfernte den Wärmezauber von seinem Mantel und zitterte als die Kälte schließlich seinen Körper erreichte. Als sie das Schloss betraten, konnte Harry nicht anders als sich erleichtert zu fühlen. Hermine und Ron glaubten ihm genau wie Fred, George und Ginny. Vielleicht würde es nicht so schlimm werden.

Sie bertraten die Große Halle und setzten sich ans Ende des Gryffindortisches. Ron und Hermine versuchten einige Unterhaltungen zu beginnen, aber es war klar, dass das Einzige an was alle dachten das Turnier war. Am Hufflepufftisch saß eine große Menge um Cedric Diggory herum, sie bestand ausschließlich aus Hufflepuffs und Ravenclaws. Alle schienen an Cedrics Worten zu hängen. Harry musste lächeln als Hermine genervt stöhnte. Wenigstens konzentrierten sie sich auf Cedric und nicht auf ihn.

„Ehrlich, ich kann einige Leute nicht verstehen", sagte Hermine, „wie können sie nur so um ihn herumschwirren?"

„Ruhm ist eine launische Sache, Miss Granger", sagte Fred ernst, was ihm Gelächter von George, Ron und Ginny einbrachte. Selbst Hermine lächelte schwach bei dem Spruch. Wer wusste schließlich besser wie launisch Ruhm war als die Freunde des Jungen-der-lebt?

Nach dem Mittagessen kehrten Harry, Hermine und die Weasley Geschwister zum Gryffindorturm zurück. Da sie wussten, dass Harry Ruhe und Frieden mehr als alles Andere wollte umringten sie ihn an einem Tisch im Gemeinschaftsraum wo sie ihre Hausaufgaben machten. Einige Leute versuchten sich Harry zu nähern und ihn nach dem Turnier zu fragen, aber die vier Weasley Geschwister schickten alle mit einem Blick fort während Hermine versuchte Harry von denen abzulenken die versuchten mit ihm darüber zu sprechen der vierte Champion zu sein.

Am späten Nachmittag wussten alle sich vom Tisch in der hintersten Ecke im Gemeinschaftsraum fern zu halten. Als ihnen die Möglichkeit verwehrt wurde mit Harry zu sprechen, suchten sich die meisten einen Platz und arbeiteten an Schularbeiten und stahlen Blicke zu Harry in der Hoffnung doch mit ihm sprechen zu können. Die Unterhaltungen wurden im Flüsterton gehalten mit Ausnahme von gelegentlichen genervten Ausrufen.

Das war ziemlich irritierend aber Harry biss sich auf die Zunge und versuchte es zu ignorieren. Er hasste es, dass die Leute ihn wie im ersten Jahr behandelten. Er hatte gedacht die Leute in seinem eigenen Haus würden ihn gut genug kennen um zu wissen, dass er Aufmerksamkeit hasste. Er dachte nicht, dass er die Weasley Familie als Bodyguards brauchen würde obwohl es Fred und George unendlich zu amüsieren schien.

Alle achteten zu sehr auf Harry oder ihre eigenen Hausaufgaben um zu bemerken, dass sich das Porträtloch öffnete und zwei Individuen den Gemeinschaftsraum betraten. Niemand sah wie sie den Raum scannten und versuchten ein Individuum in der Masse zu finden. Sie bemerkten eine Menge rotes Haar in der entferntesten Ecke und dachten sich es wäre der beste Ort um zu beginnen.

„Das ist echt traurig", verkündete die Stimme von Sirius Black laut und erlangte damit aller Aufmerksamkeit. „Es ist Sonntagnachmittag und alle sind drinnen – hier, und lernen. Das Leben in Hogwarts hat sich deutlich verändert."

Alle schauten schockiert drein. Sirius Black, der einzige Mann der Askaban entflohen war, Pate und Vormund von Harry Potter, war in ihrem Gemeinschaftsraum zusammen mit ihrem ehemaligen Verteidigung gegen die Dunklen Künste Lehrers, Remus Lupin. „Ja, es ist erstaunlich wie viel sich in einem Jahr verändert." Bemerkte Remus. „Ich kann mich nicht erinnern je so einen Anblick gesehen zu haben."

„Ich denke hier ist ein Dementor oder so etwas in der Nähe", sagte Sirius nachdenklich, „denn dies muss meine schlimmste Angst sein: Kinder die freiwillig am Wochenende lernen. Das nächste was wir sehen werden ist Snape der mit einem Lächeln durch die Flure rennt … lachend … singend … tanzend –."

„Uargh!", rief Remus angewidert. „Sirius, hör auf damit! Du wirst allen Albträume bereiten." Er zitterte deutlich. „Inklusive mir."

Sirius grinste, als er seine Finger verschränkte und die Arme vor sich ausstreckte. „Dann ist meine Arbeit getan", sagte er stolz. Dann sah er zu den Schülern, die sie erstaunt ansahen. „Nun, weiß einer von euch wo sich mein Patensohn verstecken könnte?"

Harry schloss sein Bucher und stand auf. „Ich bin genau hier, Sirius", sagte er. Dann manövrierte er vorsichtig um alle herum um zu seinen Vormündern zu kommen. Er versuchte verzweifelt ein Lächeln zurück zu halten. „Ihr zwei wisst wirklich einen Auftritt hinzulegen." Harry sah Sirius mit gehobener Augenbraue an. „Snape singend und tanzend? Kannst du nicht an etwas weniger wahrscheinliches oder traumatisierendes denken?"

Sirius zuckte mit den Achseln. „Ich weiß nicht, seltsamere Dinge sind geschehen", sagte er. Dann dachte er für einen Moment nach. „Mir fällt im Moment nichts ein aber gib mir Zeit." Sirius sah Harry genau an. Seine gute Laune von eben war aus seinem Gesicht verschwunden. „Hast du Zeit für einen Gang über das Gelände?"

Harry nickte und ging mit seinen Erziehungsberechtigten. Er vergaß ganz den Gemeinschaftsraum voller Leute, die sie beobachtet hatten. In dem Moment, als sie aus dem Gryffindorturm traten, wurde Harry in eine feste Umarmung von Sirius gezogen, gefolgt von einer weiteren durch Remus. Harry sah hoch zu seinen Vormündern und konnte es auf ihren Gesichtern sehen. Er musste immer noch am Turnier teilnehmen.

„Was hat Professor Dumbledore gesagt?", fragte Harry leise.

Remus seufzte, legte Harry einen Arm um die Schulter und begann den Flur entlang zu gehen. Er deutete an, dass Sirius und Harry mit ihm mithalten sollten. „Er hat sich dafür entschuldigt uns nicht von deinem Anfall am Freitag berichtet zu haben.", sagte er leise, „Obwohl wir nicht damit einverstanden sind wie es gehandhabt wurde, denken Sirius und ich, dass es die beste Lösung ist. Insbesondere jetzt, wo du in dem Turnier bist. Du musst in den Aufgaben einen kühlen Kopf behalten und wenn deine Magie ausartet, könnte es katastrophal für dich sein."

„Wir haben versucht dich aus dem Turnier zu bekommen, Harry", fügte Sirius hinzu. „Wir haben es wirklich, aber der bindende, magische Vertrag ist nicht rückgängig zu machen. Glaub mir wenn ich dir sage, dass Dumbledore weiß, dass er Mist gebaut hat. Er weiß, dass jemand hier ist der versucht dir wehzutun. Er überprüft jeden der angekommen ist nochmal um herauszufinden wer eine Bedrohung ist."

„Was haltet ihr von dem Ganzen?", fragte Harry leise. Er konnte nicht anders als sich zu fragen ob noch etwas anderes in Professor Dumbledores Büro geschehen war. Sirius war ein wenig zu diplomatisch. Sirius war nie diplomatisch. Remus war der ruhigere. Als Harry von einem zum anderen sah, begann er nervös zu werden. „Was ist los?"

Sirius und Remus tauschten einen schnellen Blick aus. „Lass uns einfach sagen, dass wir mit Dumbledore im Moment nicht von Auge zu Auge gegenüber stehen", sagte Remus vorsichtig. „Wir stimmen nicht mit Dumbledore überein, dass er dich zwingt teilzunehmen, da du deinen Namen nicht selbst in den Kelch gegeben hast." Harry wollte eingreifen und Dumbledore verteidigen, aber Remus stoppte ihn. „Ja, wir wissen von dem Vertrag, Harry, aber das heißt nicht, dass wir es mögen müssen. Dumbledore hatte uns versichert das niemand den Schutz um den Kelch überwinden könnte."

„Und was ich gehört habe, hat es niemand geschafft", versicherte Harry Remus, als sie die bewegliche Treppe erreichten. „Niemand unter dem Alter von siebzehn hat die Alterslinie übertreten. Das war die Beschränkung."

„Was heißt, dass jeder über siebzehn irgendwie den Kelch verwirrt hat deinen Namen irgendwie zu akzeptieren", schlussfolgerte Sirius. „Das scheint für einen Siebtklässler eine ziemlich komplizierte Aufgabe zu sein, was nur noch Erwachsene lässt. Mein Hauptverdächtiger ist Karkaroff."

Harry schüttelte den Kopf als sie die Treppe hinunterstiegen. „Ich denke nicht", entgegnete er. „Professor Karkaroff und Madam Maxime waren nicht im Geringsten von meiner Teilnahme begeistert. Karkaroff hat sogar gedroht Krum aus dem Turnier zu nehmen. Die einzig anderen Erwachsenen die ich gesehen habe, waren Crouch und Bagman aber warum sollten sie mich einschleusen? Das macht keinen Sinn."

„Nein, tut es nicht", stimmte Remus zu. „Bagman hat nicht den Grips um so etwas durchzuziehen und Crouch würde nicht wagen so etwas zu tun vor allem nicht bei allem was in letzter Zeit geschehen ist." Sowohl Harry als auch Remus sahen zu Sirius, der ungewöhnlich ruhig war. Es war ein Schlag für das Ministerium gewesen als Sirius für unschuldig befunden wurde. Da ihm keine Verhandlung gewährt worden war, waren viele Fragen aufgekommen was die Behandlung derjenigen anging, die vor all den Jahren für Todesser-Aktivität bestraft wurden. Fragen von denen das Ministerium nicht wollte, dass sie gestellt wurden, was der Grund war, dass sie Sirius alles gegeben hatten worum er bat. Die Vormundschaft von Harry Potter eingeschlossen.

Sie erreichten den Fuß der Treppe und gingen in die Eingangshalle. Vorbeikommende Schüler keuchten beim Anblick von Sirius, der mit Harry Potter vorbei ging. Sirius Black war fast so eine große Berühmtheit, wie Harry. Viele waren neugierig, wie jemand, der so lange in Askaban gewesen war, ein angemessener Vormund für einen Jugendlichen sein konnte, ganz zu schweigen von Harry Potter.

Sie gingen in Stille, bis sie das Gelände erreichten. Harry mochte die Spannung nicht die von seinen Vormündern ausstrahlte. Es schmerzte ihn zu wissen, dass er der Grund war, dass sie so waren. „Es tut mir wirklich Leid", sagte Harry leise, „ich wollte euch nicht wütend machen –."

Sirius blieb plötzlich stehen und zog Harry in eine Umarmung. „Fang nicht an", warnte er, „dies ist nicht deine Schuld Harry. Wir sind nicht böse auf dich, nicht im geringsten. Wir wissen beide, dass es eine Menge ist. Insbesondere, weil du drei Jahre jünger bist als die anderen Teilnehmer. Der ganze Druck ist das Letzte was du brauchst."

Sie verbrachten die übrige Zeit bis zum Abendessen mit Gesprächen über belanglose Dinge. Sirius und Remus gaben zu, dass die Desinfektion des Black Hauses eine größere Hürde war, als sie angenommen hatten. Offensichtlich hatte Kreacher während der letzten zwölf Jahre alles andere gemacht als zu putzen. Harry hörte nur zu, dankbar für die Ablenkung die sie boten. Für eine kurze Weile fühlte sich alles normal an.

Sirius und Remus hatten sich verabschiedet als das Abendessen begann, aber nicht ehe sie Harry mit Ratschlägen überhäuft hatten. Sie versprachen bei der ersten Aufgabe Ende November dort zu sein um ihn zu unterstützen und warnten ihn auch vor der Presse. Den Jungen-der-lebt im Turnier zu haben, war ein gefundenes Fressen für große Schlagzeilen, die zwei Rumtreiber sorgten sich, dass Harry ausgenutzt würde um Zeitungen zu verkaufen. Harry versprach mit keinem Reporter ohne sie zu sprechen was die Sorgen der beiden Männer minderte. Sie wussten, dass Harry nicht für die Gemeinheit der Presse bereit war.

OoOoOoOo

Die nächsten Tage waren für Harry unbehaglich. Er wurde selten allein gelassen, was viele daran hinderte ihm nahezukommen. Aber es hielt niemanden vom starren ab. Es schien, als kümmerte es die Gryffindors nicht, ob Harry sich selbst ins Turnier gebracht hatte oder nicht. Sie waren nur überglücklich, dass jemand aus Gryffindor am Turnier teilnahm. Die Hufflepuffs waren deutlich zwie gespalten. Cedric Diggory gehörte zu den Hufflepuffs die Verständnis für Harrys Situation hatten und scharte viele aus seinem Haus um sich. Es gab jedoch einige die dachten Cedric sei zu gütig, da die Gelegenheit für Hufflepuff gewesen wäre zu glänzen, was sonst nur Gryffindor und Slytherin taten.

Das Haus Ravenclaw war ebenfalls geteilt. Aber sie zeigten es nicht so deutlich. Das einzige Haus das sich gegen Harry im Turnier aussprach, war das Haus Slytherin. Draco Malfoy verschwendete keine Zeit damit anzufangen Harry aufzuziehen wie gefährlich die Aufgaben waren. Harry sagte nichts, da er wusste, dass es wahr war. Das war der Grund warum die Altersbegrenzung in erster Linie eingeführt worden war.

Harry hielt die Blicke und Flüstereien nur bis zu einem gewissen Grade aus und verbrachte daher die meiste Zeit in der Bibliothek. Er arbeitete seine Hausaufgaben durch, nur um sich dann in Bücher über Zauberkünste, Zauber und Flüche zu vertiefen … alles was ihm möglicherweise im Turnier helfen konnte. Er wusste, dass er jede Hilfe brauchen würde, die er kriegen konnte.

Als am Freitag die Zeit für eine Doppelstunde Zaubertränke kam, war Harry bereit für ein Wochenende in Einsamkeit. Malfoy trug zu dem Ärger bei, indem er, zusammen mit seinen Hauskameraden, seine neueste Erfindung darbot. Alle Slytherins trugen große Anstecker an ihren Roben die mit dem Satz: Ich bin für Cedric Diggory, den WAHREN Hogwarts Champion aufleuchteten. Harry drehte sich sofort um und sah aus dem Fenster. Er brauchte Ferien.

Das nächste was Harry mitbekam war, wie Ron Malfoy angriff. Harry richtete seine Aufmerksamkeit wieder auf die Situation und bemerkte, dass die Anstecker nun mit ‚Potter stinkt' leuchteten statt des ersten Satzes. Harry half Hermine schnell Ron von Malfoy wegzuziehen und ihn festzuhalten. Sie warteten darauf, dass sich Ron beruhigte. Ohne Warnung schoss ein Blitz an Ron und Harry vorbei und traf Hermine.

Harry und Ron drehten sich sofort zu Hermine, die ihren Mund hielt. Ohne nachzudenken, zog Harry seinen Zauberstab und beendete schnell den Fluch. Er zog Hermine von der Menge weg und nahm langsam ihre Hände von ihrem Mund und sah genauer hin. Er musste sich auf die Lippen beißen als er sah, dass Hermines Schneidezähne gewachsen waren und nun mehr Biberzähnen ähnelten als menschlichen. Hermine hob die Hand und betastete ihre neuen Zähne und Tränen füllten ihre Augen.

„Wir sollten sie zu Madam Pomfrey bringen", murmelte Ron von dort hinter Harry, wo er stand.

Harry blickte über seine Schulter und konnte sehen, dass Ron sich schuldig fühlte den Kampf begonnen zu haben und wusste, dass es zum Teil auch seine Schuld war, weil Ron ihn verteidigt hatte. „Du hast Recht", sagte Harry und lenkte seine Aufmerksamkeit wieder auf Hermine. „Willst du, dass wir mit dir gehen, Hermine? Alles was du tun musst, ist zu nicken und wir bleiben so lange wie Madam Pomfrey braucht um dies zu beheben."

Hermine hörte auf zu weinen und sah von Harry zu Ron. Obwohl ihr Mund verdeckt war, konnten Harry und Ron sehen, dass sie aufgrund der Geste lächelte. Sie schüttelte den Kopf und wollte gehen, hielt aber an um noch mal zu ihren Freunden zu sehen.

„Wir wissen es", sagte Ron, „macht Notizen und sagt Snape wohin ich gegangen bin. Wir kümmern uns drum, Hermine."

Hermine ging schnell, als Professor Snape kam. Harry blieb zurück als alle den Klassenraum betraten, sodass er der Letzte war. In dem Moment, als er Professor Snape erreichte, atmete Harry tief ein und sah den Zaubertrankmeister an. „Professor, Hermine wurde von einem Fluch getroffen und musste zum Krankenflügel gehen", sagte er so tapfer er konnte. „Wenn sie die Arbeit nachreichen –."

„ – ich bin sicher sie wird mich finden", unterbrach Professor Snape. „Jetzt beweg dich Potter."

Harry wusste es besser als zu diskutieren und tat, wie ihm geheißen und setzte sich neben Ron. Sie begannen ihre Arbeit an Gegengiften. Harry und Ron machten für Hermine so viele Notizen wie möglich. Sie wussten beide, dass sie sehr traurig wäre, wenn sie nicht alles dokumentierten, egal wie klein das Detail war. Alle hatten gerade begonnen ihre Materialien zusammen zu suchen um zu brauen, als es an der Kerkertür klopfte. Harry konzentrierte sich so sehr auf das richtige brauen, dass er es nicht mitbekam.

Professor Snape bemerkte es und war nicht glücklich darüber. „Ja, Mr. Creevey?", sagte er kühl.

„Äh – Harry wird oben gebraucht", sagte Colin nervös, „Mr. Bagman will ihn und die übrigen Champions sehen."

Harry musste ein genervtes Stöhnen zurückhalten, als er es hörte. Konnte er dem verdammten Turnier nicht für eine Stunde entrinnen? War das zu viel verlangt? Er krallte sich am Tisch fest und seine Hände begannen zu zittern. Alle traten einen Schritt zurück, als ihre Kessel unkontrolliert zu wackeln begannen. Harry schloss seine Augen und versuchte seinen Ärger zu unterdrücken. Wegzulaufen würde nichts helfen. Von allen das Gegengift zu zerstören, würde auch nicht helfen.

Die Kessel hörten auf sich zu bewegen und der ganze Raum blickte nervös zu Professor Snape. Niemand wusste was er jetzt tun sollte … zumindest bis Professor Snape alle böse anblickte und sie sofort an ihre Arbeit zurückkehrten. Es war ja nicht so, als würde Snape Fragen darüber beantworten was gerade passiert war.

Harry öffnete langsam die Augen und bemerkte, dass Professor Snape nun zu seiner Rechten stand und ihn aus dem Augenwinkel ansah, ehe er seine Aufmerksamkeit wieder auf Colin richtete. Harry seufzte als er unbewusst nach der Kette griff die unter seinem Shirt verborgen war. Er hatte gedacht, dass sich Dumbledore darum gekümmert hatte. Das war der Grund warum er diese Kette die ganze Zeit tragen musste.

„Potter, pack deine Sachen zusammen", sagte Professor Snape kalt. „Ich werde sie und Miss Granger später sehen um die verpasste Zeit aufzuholen."

Harry nickte, dann packte er seine Sachen zusammen, murmelte Ron eine Entschuldigung zu und verließ den Kerker. Er folgte Colin in die Eingangshalle und einen Flur entlang zu einem kleinen Klassenzimmer. Colin hatte versucht einige Unterhaltungen zu beginnen, aber Harry war zu tief in seinen Gedanken versunken um zu antworten. Er musste mit Professor Dumbledore sprechen. Er musste wissen was in aller Welt vor sich ging.

Harry atmete tief ein, klopfte an die geschlossene Tür und öffnete sie langsam. Er steckte den Kopf hinein um zu sehen, dass eine große leere Fläche in der Mitte des Raums war und fünf Stühle die in einer Reihe standen. Ludo Bagman saß auf einem und unterhielt sich mit einer Frau in dunkelroten Roben, die Harry nicht kannte. Viktor Krum lehnte allein gegen einen der Tische während Cedric und Fleur leise miteinander sprachen.

Bagman war der erste der Harry bemerkte und stand schnell auf. „Komm herein, Harry", sagte er fröhlich, „sobald die übrigen Juroren eintreffen, können wir mit der Zeremonie zur Eichung der Zauberstäbe beginnen. Dein Zauberstab wird überprüft um sicher zu gehen, dass es keine Probleme gibt, da du ihn für die bevorstehenden Aufgaben brauchst. Dumbledore ist mit dem Experten oben. Dann gibt es ein kleines Fotoshooting.", Bagman sah zu der Hexe mit der er zuvor gesprochen hatte. „Dies ist Rita Kimmkorn, eine Reporterin des Tagespropheten. Sie wird einen kleinen Artikel über das Turnier schreiben."

Rita Kimmkorn sah direkt zu Harry. Ihre lockigen Haare schienen nicht zu ihrem Gesicht oder der glänzenden Brille, die sie trug, zu passen. „Die Größe steht noch nicht fest, Ludo", sagte Rita, „vielleicht könnte ich ein kurzes Interview mit Harry führen."

„Es tut mir Leid, ma'am", sagte Harry höflich plötzlich froh, dass Sirius und Remus ihn vor Reportern gewarnt hatten. „Ich darf nicht mit der Presse sprechen, wenn nicht einer meiner Vormünder anwesend ist."

Rita Kimmkorn runzelte für einen Moment die Stirn, aber erholte sich schnell. „Ich erwähne es nicht, wenn du es auch nicht tust", bot sie an.

„Miss Kimmkorn", sagte Cedric als er an Harrys Seite trat. „Harry hat nein gesagt. Wenn sie ihn so unbedingt interviewen wollen, sollten sie vielleicht seinen Vormund um Erlaubnis bitten." Er blickte zu Harry und zwinkerte, ehe er seinen Blick wieder auf Rita Kimmkorn richtete. „Das heißt natürlich nur, wenn sie keine Angst vor Sirius Black haben. Sie haben keine Angst vor ihm, oder?"

Offensichtlich hatte Rita Kimmkorn Angst vor Sirius Black, denn sie zog sich sofort zurück. Cedric zog Harry mit, sodass sie nun beide bei Fleur standen. Sie mussten nicht lange warten bis Professor Dumbledore kam, gefolgt von Professor Karkaroff, Madam Maxime, Mr. Crouch und Mr. Ollivander. Harry musste annehmen, dass Mr. Ollivander die Eichung übernahm, da er seinen Zauberstab vor über drei Jahren bei ihm in der Winkelgasse gekauft hatte. Rita Kimmkorn setzte sich und zog eine Rolle Pergament und einen Federkiel heraus der sofort begann von allein zu schreiben.

Professor Dumbledore deutete den Champions an Platz zu nehmen. Nachdem sie gehorcht hatten, sah Dumbledore über seine Schulter zu Mr. Ollivander und nickte. „Die Dame und Herren, dies ist Mr. Ollivander", sagte Dumbledore freundlich. „Er wird ihre Zauberstäbe überprüfen, wenn sie bitte ihre Zauberstäbe heraus holen, dann können wir beginnen."

Fleurs Zauberstab war der erste, Rosenholz, 24,13 Zentimeter mit einem Kern aus Veela Haar. Harry musste kämpfen, dass sein Mund nicht aufklappte. Also war Fleur zum Teil Veela. Cedric war der nächste, Esche, 31,11 Zentimeter mit Einhornhaar als Kern. Viktor folgte. Sein Zauberstab war 26 Zentimeter Weißbuche mit Drachenherzfaser als Kern. Was Harry übrig ließ.

Mit einer Bewegung seines rechten Handgelenks hatte Harry seinen Zauberstab in der Hand. Seit ihm Remus den Halter letztes Jahr zu Weihnachten gegeben hatte, bewahrte er seinen Zauberstab an keinem anderen Ort auf. Sirius hatte Harry auch die richtige Pflege beigebracht, was eine gute Sache war, denn ansonsten würde sein Zauberstab nicht präsentabel aussehen. Harry übergab seinen Zauberstab und sprang zurück, als Mr. Ollivander geschockt keuchte und ihn schnell fallen ließ.

Alle umringten ihn um zu sehen, was geschehen war, Mr. Ollivander sah Harry beeindruckt an. „Sie haben begonnen ihren Zauberstab zu personalisieren Mr. Potter", sagte der Zauberstabmacher. „Sehr beeindruckend. Die meisten fangen nicht damit an bis sie aus der Schule sind. Letztendlich können nur sie ihn berühren ohne Schmerzen zu spüren."

Harry sah Professor Dumbledore hilfesuchend an. Ihm war nicht bewusst so etwas getan zu haben. Er hatte ihn nur in den letzten beiden Sommern häufig benutzt. „Es tut mir Leid, Sir", sagte Harry zu Mr. Ollivander. „Ich – äh – habe es nicht gewusst."

Professor Dumbledore ging in die Hocke und hob ihn mit Leichtigkeit auf. „Es gibt nichts wofür du dich entschuldigen musst, Harry", sagte er freundlich. Er bewegte seine freie Hand über den Zauberstab, dann gab er ihn Mr. Ollivander.

Harry erinnerte sich an den Tag, als er zum ersten Mal Mr. Ollivanders Laden betreten hatte und den 27,94 Zentimeter, Stechpalme Zauberstab mit einer Phönixfeder als Kern, der gleiche Kern wie in Lord Voldemorts Zauberstab, kaufte. Harry hielt bei dem Gedanken ein Zittern zurück. Er wollte wirklich nichts mit Voldemort gemein haben. Er konnte sich nur vorstellen was die Leute sagen würden, wenn Rita Kimmkorn die kleine Information veröffentlichen würde.

Da die Eichung vorüber war, stellten sich alle für ein paar Fotos auf, dann wurden sie entlassen. Harry lehnte das Angebot für Einzelaufnahmen ab und ging so bald er konnte. Als er den Raum verlassen hatte, musste er erleichtert aufseufzen. Er hatte es überlebt und jede Minute davon gehasst. Er hatte es gehasst, dass Rita Kimmkorn versucht hatte ihn hervorzuheben und irgendwie wusste Harry, dass es nur der Anfang war.