A/ N: Danke noch mal für alle eure Reviews. Werde heute noch fleißig weiter schreiben.

Jessi: Die Story ist eine Zusammensetzung aus „Der Report der Magd" von Margaret Atwood und Orwells „1984". „Malfoy Island" hat von der grundlegenden Stimmung eine Rolle gespielt. Die Story von Satia und Kira ist einfach genial!

oOoOo

"Passion. It lies in all of us. Sleeping, waiting. And though unwanted, unbidden - it will stir, open its jaws, and howl. It speaks to us, guides us. Passion rules us all. And we obey. What other choice do we have? Passion is the source of our finest moments. The joy of love, the clarity of hatred and the ecstasy of grief. It hurts sometimes more than we can bear. If we could live without passion, maybe we'd know some kind of peace. But we would be hollow. Empty rooms, shuttered and dank. Without passion, we'd be truly dead."

(Buffy, Passion)

xxx

Der nächste Tag brachte Hermine endlich eine gute Nachricht. Narzissa hatte beschlossen, Einkaufen zu gehen und nur ihre persönliche Magd, Margaret, mitgenommen. Natürlich gab es im Haus eine Menge zu tun, doch die ständige Angst ausgepeitscht zu werden, saß ihr heute nicht im Nacken. Seconda war am frühen Morgen in der Küche verschwunden, die Wächter ließen sich nicht blicken, ebenso wenig Snape.

Ein Gefühl von Freiheit durchflutete Hermine, als sie mit Eimer und Putzlappen in den großen Saal lief, um die Fließen zu säubern. Ihre Augen waren vom vielen Weinen Tränen unterlaufen, doch an diesem Morgen schaffte sie es sogar, sich ein leises Lächeln auf die Lippen zu zwingen. Immer einen Schritt nach dem anderen machen. Sich an den positiven Kleinigkeiten erfreuen, die der Tag für dich bereithält. Während sie auf Knien umherrutschte und den Boden säuberte, versuchte Hermine sich das immer wieder einzureden.

„Terzia."

Hermine fuhr herum und ließ den Putzlappen fallen. Lässig an die Wand gelehnt, die Arme vor der Brust verschränkt, stand dort ihr nächtlicher Unbekannter. Sie wusste nicht, ob sie ihm antworten sollte, beließ es vorsichtshalber bei einem schwachen Nicken.

„Komm her."

Sie spürte die knisternde Spannung zwischen ihnen. War gefangen zwischen dem Wunsch zu fliehen und sich ihm hinzugeben, wenn er es verlangte. Er schob sie wortlos durch den Korridor, Richtung Wäschekammer und schloss dort die Tür hinter ihnen. Hier würde niemand hinkommen. Es war Hermines Territorium. Narzissa machte sich die Hände nicht schmutzig, indem sie ihre Wäsche wusch. Sie ließ waschen. Und Margaret und Seconda hatten andere Aufgabenbereiche. Man würde sie hier nicht einmal hören, wenn sie schrie. Die Tür war aus Stahl und relativ schalldicht. Die Kammer lag zu weit von den Wohnräumen entfernt, als dass man auch nur das leiseste Geräusch hören würde.

Er hatte nicht abgeschlossen. Noch immer bestand die Möglichkeit zu fliehen. Doch Hermine fühlte sich nicht dazu imstande, unsicher ob es ihr freier Wille war oder pure Angst.

Der Wächter drängte sich an sie und Hermine wich ein paar Schritte zurück, sodass ihr Hintern gegen den Wäschetrockner stieß. Er hob sie mit einem Ruck hoch und setzte sie auf dem Wäschetrockner ab. Hermine konnte jetzt die Gier in seinen Augen lodern sehen. Eine Minute verging, in der er sie nur ansah, ihr die Möglichkeit zur Flucht gab. Dann ging alles sehr schnell. Er zog an ihrem Halstuch, begann mit einer ihrer Locken zu spielen. Sie wollte seine Lippen mit ihren berühren, ihn schmecken, aber er wich ihr aus. Stattdessen schoben seine Hände ihren Umhang auseinander und ihr Gewand hoch. Er machte sich gar nicht erst die Mühe sie zu erregen, drang ohne Vorwarnung in sie ein. Hermine hatte das Gefühl, er würde sie unter sich begraben, als er sich über sie lehnte und sie seinen alkoholisierten Atem roch. Sie wollte ihn von sich wegstoßen, doch sie schaffte es nur, sich in seinem dunkelblauen Hemd festzukrallen. Es war eigenartig ihn zu spüren, nicht wirklich unangenehm. Eine Hitzewelle rollte über Hermine weg und ließ sie nach Luft schnappen. Sie krallte sich fester in den Stoff seines Hemdes und gab ihn frei, als er sich plötzlich aus ihr zurückzog. Hermine beobachtete, wie er seine Hose schloss und das Hemd glatt strich.

„Das hier ist nie geschehen."

Sein Atem ging noch immer unregelmäßig. Hermine schaffte es nur zu nicken.

„Wie ist dein Name?"

„Hermine."

Er schloss kurz die Augen und nickte.

„Ich bin Rob."

Rob straffte seine Schultern, bedachte Hermine mit einem letzten kurzen Blick und verließ die Waschküche. Sie blieb zurück, den Kopf an die Wand gelehnt und unfähig einen klaren Gedanken zu fassen. War das wirklich geschehen oder nur wieder einer ihrer wirren Tagträume? Mit zitternden Knien stand sie auf und ordnete ihre Sachen. Irgendwo im Haus rief Seconda nach ihr und Hermine stolperte ihrer Stimme entgegen, den Vorfall aus ihrem Gedächtnis verdrängend. Nicht denken.